Der Wächter 

 

 

 

 

77. Die Gnade reicht aus

 

A) Die Gnade Gottes ist teuer erkauft

 

Wenn die Güte Gottes erschienen ist, und sie ist erschienen, dann sollten wir sie nicht abweisen oder ignorieren. Und wenn die Gnade Gottes erschienen ist und uns erlösungsbedürftigen Menschen angeboten wird, dann sollten wir dieses Geschenk Gottes nicht geringachten, sondern die Gnade annehmen. Manche Menschen sagen: „Nein danke, ich brauche keine Gnade.“

Sie wissen nicht, dass sie irren. Alle Menschen brauchen die Gnade Gottes, dann alle sind unter dem Fluch der Sünde geraten. Die Gnade Gottes ist kostbar und durch nichts zu ersetzen. Jesus hat sie für alle Menschen mit Seinem teuren Blut erkauft. Er vergab uns alle Übertretungen. „Er hat die gegen uns gerichtete Schuldschrift ausgelöscht und ans Kreuz geheftet.“ (Kol. 2, 14a)

 

Menschen, die meinen, ich brauche keine Gnade, fallen unter das Gericht Gottes, wenn sie das großzügige Gnadengeschenk Gottes einfach abweisen. Hören wir doch, was Jesus sagt: „Wer Mich verwirft und Meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das Ich geredet habe, das wird ihn richten am letzten Tag.“ (Joh. 12, 48)

 

Also in der Verwerfung der Worte Jesu besteh Gericht für die Gottesleugner. Aber auf der anderen Seite sagt Jesus auch deutlich:“Wer Mein Wort hört und dem glaubt, der Mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen.“ (Joh. 5, 24)

So dicht sind Gnade und Gericht, Leben und Tod nebeneinander. Gott hat es uns leicht gemacht, so dass es jeder verstehen kann, der Gelehrte und der Unbelehrte. Wir dürfen aber Gottes Wort nicht auf die „leichte Schulter“ nehmen.

 

B) Dem unbekannten Gott

 

Paulus sah die Stadt Athen voller Götzenbilder. Die Stadt war auch voller Philosophen, die ständig nach neuen Lehren forschten. Auf dem Areopag in Athen sprach Paulus zu den Leuten, die auf die Verehrung von Gottheiten bedacht waren. Er wies sie auf einen ihrer Altäre hin, der die Aufschrift hatte: „Dem unbekannten Gott.“

 

Sie verehrten also einen Gott, den sie nicht kannten. So ist es bis heute in allen Weltreligionen geblieben: Sie verehren einen Gott, den sie nicht kennen. Ausgenommen davon sind Nur die Juden und die Christen. Moslems verehren Allah, den sie nicht kennen und der ihnen auch nicht helfen kann. Denn Allah ist ein von 600 Götzen übriggebliebener Götze. Die 599 Götzen hatt Mohamed vernichtet. Egal welchen Götzen die Menschen anbeten, helfen kann keiner von ihnen. Ein toter Gott kann niemandem helfen.

Der „unbekannte Gott“ der Griechen und jeder andere Götze, alle sind stumm und taub und tot und haben weder Macht noch Kraft, weder Erlösung noch Freiheit von Sklaverei und Sünde anzubieten. Sie können weder hören noch reden noch helfen. Paulus zeugte auch in Athen von Jesus, aber sie nannten ihn einen Schwätzer. So ist es durch die Jahrhunderte geblieben. Und heute, am Ende dieser Weltzeit, spitzt sich alles zu. Man proklamiert Religionsfreiheit, man man praktiziert ein "Namens-Christentum", das Christus nicht kennt, ein "Mitläufer-Christentum", das nicht weiß, wo es hinläuft,  ein "Fledermaus-Christentum", das zwischen Licht und Finsternis agiert und das wahre "Licht der Welt" nie kennengelernt hat.

Gott sprach zu Jesaja und durch ihn zum Volk:  „So spricht der Herr, der König Israels, und Sein Erlöser, der Herr der Heerscharen: „Ich bin der Erste, und Ich bin der Letzte, und außer Mir gibt es keinen Gott.“ (Jes. 54, 6)

Paulus sagt: „Der Gott, der die Welt gemacht hat, und alles, was darin ist, Er, der Herr des Himmels und der Erde ist, wohnt nicht in Tempeln, die von Händen gemacht sind; Er läßt sich auch nicht von Menschenhänden bedienen, als ob Er etwas benötigen würde, da Er doch selbst allen Leben und Odem und alles gibt.“ (Apg. 17, 24. 25)

 

Es ist eben nicht gleich gültig, welchen Gott du anbetest. Denn es gibt nur einen, den wahrhaftigen und lebendigen Gott, der sich uns in Jesus Christus offenbart hat. Ihn beten wir an. Ihm gebührt Ehre und Verherrlichung und Preis und Ruhm. Der wahrhaftige und lebendige Gott ist allmächtig und allgegenwärtig. Er wohnt im Herzen der Gläubigen durch seinen Sohn Jesus Christus. Zu Ihm dürfen wir, Kinder Gottes, hinzutreten und beten: „Unser Vater, der Du bist im Himmel! Geheiligt werde Dein Namen. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden...“

Gott redete vor Zeiten zu den Vätern durch die Propheten. Nun aber „hat Er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn. Ihn hat Er eingesetzt zum Erben von allem, durch Ihn hat Er auch die Welten geschaffen.“ (Hebr. 1, 2)

Jesus ist der Mittler des „Neuen Bundes“ und der Gründer Seiner Gemeinde, der Gemeinde Gottes. Und Sein vergossenes Blut redet besser als das Blut Abels. „Achtet darauf, dass ihr den nicht abweist, der da redet!“ (Hebr. 12, 25a)

Zu den Juden sagte Jesus einmal: „Ich weiß, dass ihr Abrahams Nachkommen seid; aber ihr sucht Mich zu töten, denn Mein Wort findet keinen Raum in euch.“ (Joh. 8, 37)

 

C) Nutze die Zeit der Gnade

 

Weil die Zeit der Gnade einmal zu Ende geht, müssen wir diese Zeit für Gott auskaufen und nutzen. Wer diese Entscheidung immer verzögert und immer auf die „lange Bank“ schiebt, hat am Ende das Nachsehen wenn er feststellen muss, dass die Türen verschlossen sind. Darum sagt die Bibel auch: „Heute, wenn ihr Seine Stimme hört, verstockt eure Herzen nicht!“ (Hebr. 3, 7)

Gott gibt uns viel Zeit, und Seine Gnade ist unermesslich groß. Mit jedem Sonnenaufgang, mit jedem neuen Tag, ist Gottes Gnade neu für dich da. Nutze die Zeit der Gnade, solange du noch Gelegenheit dazu hast! Der Psalmist sagt: „Groß ist Deine Güte! Sie reicht über den Himmel hinaus! Und wohin die Wolken auch ziehen, : Überall ist Deine Treue!“ (Ps. 108, 5, Hfa)

Diese angenehme Zeit, die Zeit der Gnade, sie wird einmal beendet sein. Und dann werden viele zu Gott rufen, wenn der Antichrist sie quälen und drangsalieren wird, doch der Himmel zieht sich zurück: Da ist keine Stimme noch Antwort mehr! Gott sagt: „Zur angenehmen Zeit habe ich dich erhört und am Tag des Heils dir geholfen.“ (Jes. 49, 8a)

Nutze den „Tag des Heils“, nutze die Zeit der Gnade! Errettung und Erlösung, das ist Gnade!

„Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch - Gottes Gabe ist es, Gottes Geschenk an euch.“ Nimm es an!

 

 

76. Zeit der Besinnung

 

  1. Sonntag - Sabbat

Die stille Zeit ist den meisten Menschen heute unbekannt. Selbst im Urlaub, wo der Mensch doch abschalten sollte und von der täglichen Hektik und Spannung zur Ruhe und Entspannung kommen sollte, geht der Stress weiter: Eine Autofahrt nach der anderen, eine Aktion nach der anderen. Auch an Weihnachten finden die allermeisten Menschen keine ruhige und besinnliche Zeit. Keine Zeit, die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel zu lesen, wie es früher in vielen Familien war. Und auch unsere Bundespräsidenten haben in den Fünfziger und Sechziger Jahren wenigsten Teile der Weihnachtsgeschichte von der Geburt Christi gelesen. Denn darum feiern wir ja Weihnachten. Das müssen wir den Menschen draußen auch sagen, dass der Tannenbaum nichts mit Weihnachten zu tun hat.

Ist die „Stille Zeit“ uns fremd geworden?

Wenn ja, dann produzieren wir damit unsere eigenen Krankheiten. 

 

Gott schuf die Welt in sechs Tagen, am siebten Tag ruhte Er. Gott hat es nicht nötig auszuruhen wie wir Menschen, aber Er tat es, um uns ein Vorbild zu geben. Viele Leute arbeiten am Sonntag, obwohl sie es an sechs Tagen erledigen könnten. Einige Berufe sind da ausgenommen. Der Sonntag soll heilig gehalten werden, bei den Juden ist es der Sabbat von Freitag Abend bis Samstag Abend. Die Zehn Gebote gelten allen Menschen: „Gedenke an den Sabbattag und heilige ihn! Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun; aber am siebten Tag ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes; da sollst du kein Werk tun; weder du, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der innerhalb deiner Tore lebt. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und Er ruhte am siebten Tag; darum hat der Herr den Sabbattag gesegnet und geheiligt.“ (2. Mo. 20, 8- 11)

Das ist das längste Gebot. „Am Sabbat ruhten sie aus, wie es das jüdische Gesetz verlangt.“ (Luk. 23, 56, Hfa)

Alle Gebote sind wichtig:

„Du sollst keine anderen Götter neben Mir haben!“ „Du sollst dir kein Gottesbild - Abbild machen!“

„Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes nicht missbrauchen.“ „Ehre Vater und Mutter, damit du lange lebst“

„Du sollst nicht morden!“

„Du sollst nicht Ehe brechen!“

„Du sollst nicht stehlen!“

„Du sollst kein falsches Zeugnis ablegen gegen deinen Nächsten!“

„Du sollst kein Begehren haben...“

 

Durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Übertretung, der Verfehlung, der Sünde. Aber wer sich am Gesetz hält, empfängt den Segen Gottes!

 

B) Das Gesetz gebrochen

 

Nun sagt der Prophet Jesaja: „Siehe, der HERR wird das Land entvölkern und verwüsten, Er wird Sein Angesicht entstellen und seine Bewohner zerstreuen.“ Warum?

„Denn das Land liegt entweiht unter ihren Bewohnern; denn sie haben die Gesetze übertreten, die Satzungen abgeändert, den ewigen Bund gebrochen! Darum hat der Fluch das Land verzehrt.“ (Jes. 24, 1. 5)

 

Ich befürchte, dass dieser Fluch in nicht allzulanger Zeit auch Deutschland treffen könnte, weil unser Volk die Gesetze Gottes übertreten und die Satzungen abgeändert hat. Und: Gottes Wort ist wahrhaftig, zuverlässig und glaubwürdig. Alle Prophezeiungen haben sich erfüllt und erfüllen sich vor unseren Augen. Den Blinden will Jesus das Gesicht öffnen. Wer die Ehe bricht, gilt als Ehebrecher; wer das Gesetz Gottes in einem Teil bricht, ist des ganzen Gesetzes schuldig. Jesus hat unsere ganze Schuld am Kreuz auf sich genommen und gesühnt. Die Schuld ist weg, nicht bei den Ungläubigen, sondern bei den Glaubenden.

 

C) Stille Zeit für Gott 

 

Stille Zeit für Gott bringt dich in die Stille vor Gott, und dann in die Stille mit Gott. Du musst abschalten! Abschalten von des Tages Lasten und Bedrückungen. Aber vorher musst du den Fernseher und das Radio ausschalten. In der Stille kann Gott zu dir reden. In der Stille kannst du Gemeinschaft mit deinem Gott haben durch Jesus Christus, Seinen Sohn, unserem Herrn und Heiland. Er möge dir „erleuchtete Herzen des Verständnisses“ geben. 

„Er öffne euch die Augen, damit ihr seht, wozu ihr berufen seid, worauf ihr hoffen könnt und welch unvorstellbar reiches Erbe auf alle wartet, die zu Gott gehören.“ (Eph. 1, 18)

 

Der menschliche Verstand ist zu klein, um Gottes Wort völlig erfassen zu können in seiner ganzen Tiefe. Gottes Wort mit dem Verstand zu erfassen, ist nicht genug. Es muss tiefer fallen bis ins Herz hinein. Deshalb muss uns der Geist Gottes die Tiefen des Wortes Gottes und auch die  Tiefen Seiner Gottheit erleuchten und verklären. Denn der natürliche Mensch vernimmt nichts von geistlichen Dingen und von den Tiefen der Gottheit Jesu (1.Kor. 2, 14). Wir brauchen erleuchtete Augen des Herzens, um die Größe Gottes und die in uns wirkende Macht und die ganze Herrlichkeit Seines Erbes, das uns verheißen ist, zu erfassen. Wir brauchen auch neue Anstöße durch Sein Wort und neue Wartezeiten für Gottes Offenbarung. Wir brauchen in der Stille ein Nachsinnen über sein Wort, um unsere Herzensaugen zu aktivieren. Wir können Gott nur im Geist und in der Wahrheit recht anbeten, also mit einem wahrhaftigen Herzen, das rein und geheiligt ist. (Hebr. 10, 23)

Deshalb betet David auch: „Lass die Worte meines Mundes und das Sinnen meines Herzens wohlgefällig sein vor Dir, Herr mein Fels und mein Erlöser.“ (Ps. 19, 15)

„Stille Zeit mit Gott“ kann man auch im Alltag haben, wenn Gott dir die Augen dafür öffnet. Gott spricht durch Jesaja zu seinem Volk und sagt: „Durch Umkehr und Ruhe könntet ihr gerettet werden, im Stillsein und Vertrauen läge eure Stärke, aber ihr habt nicht gewollt...“ (Jes. 30, 15)

 

D) Gott schafft Seinem Volk Ruhe

 

Sicherheit, Ruhe und Frieden gibt es für das die Juden in dieser Welt nicht, für die Christen auch immer weniger. Es wird aber eine Zeit anbrechen, wo der „Fürst des Friedens“ herrschen wird, das Millennium, das Tausendjährige Friedensreich Jesu, da wird Friede sein. Solange muss das erwählte Volk Gottes noch warten... „bis der Geist aus der Höhe über uns ausgegossen wird. Dann wird die Wüste zum Fruchtgarten, und der Fruchtgarten wird wie Wald geachtet werden. Und das Recht wird sich in derWüste niederlassen, und die Gerechtigkeit im Fruchtgarten wohnen; und das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein, und der Ertrag der Gerechtigkeit Ruhe und Sicherheit auf ewig. Und Mein Volk wird in Wohnorten des Friedens wohnen, in sicheren Wohnungen und an sorglosen Ruheorten.“ (Jes. 32, 15- 18)

 

Doch du kannst hier schon eingehen in die Ruhe Gottes. Sie ist da: „Also bleibt dem Volk Gottes noch eine Sabbatruhe vorbehalten; denn wer in Seine Ruhe eingegangen ist, der ruht auch selbst von seinen Werken, gleichwie Gott von den Seinen. So wollen wir eifrig bestrebt sein, in jene Ruhe einzugehen, damit nicht jemand als ein gleiches Beispiel des Unglaubens zu Fall kommt.“ (Hebr. 4, 9-11)

 

 

 

75. Die Gnade, Güte und Liebe Gottes

 

  1. Die Gnade Gottes                                                                 Die Die Gnade, die Güte und die Liebe Gottes sind erschienen! Ist das uns Menschen recht bewusst? Ist uns bewusst, dass die Zeit der Gnade Gottes begrenzt ist und bald aufhören wird? Ist uns bewusst, dass Gott die offene Tür der Gnade für die Nationen zuschließen wird, wie Er vor langer Zeit die Tür der Arche Noahs zugeschlossen hat, und niemand konnte sie dann aufschließen? Die Bibel sagt: „Denn die Gnade Gottes ist erschienen, die heilbringend ist für alle Menschen; sie nimmt uns in Zucht (sie unterweist uns), damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in der jetzigen Weltzeit, indem wir die glückselige Hoffnung erwarten und die Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Retters Jesus Christus, der sich selbst für uns hingegeben hat, um uns von aller Gesetzlosigkeit zu erlösen und für sich selbst ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen, das eifrig ist, gute Werke zu tun.“ (Titus 2, 11- 14)

Das ist ein langer Satz, vielleicht einer der schönsten und inhaltreichsten Sätze im neuen Testament. Die Gnade Gottes reicht aus für alle Menschen; aber haben alle die Gnade in Anspruch genommen? Sind es nicht wenige, die zu Gott umgekehrt sind und durch Buße und Glauben in den Gnadenstand versetzt wurden? Dennoch sind es mehrere Millionen Menschen in der ganzen Welt, die sich Gotteskinder nennen dürfen. Menschen, die die Wahrheit erkannt und erfasst haben, Menschen, die ihr Leben Gott geweiht haben und in die Nachfolge Jesu getreten sind. Menschen, welche die ausgestreckte Hand Gottes und die Frohe Botschaft des Heils erfasst haben zu ihrem Heil. Die Gnade Gottes ist heilbringend! Sie unterweist uns, , damit wir aus der Gottlosigkeit und aus der Gottesferne in die Gottesnähe gelangen, mittels des Geistes Gottes, der den Gläubigen gegeben ist. Damit wir auch die weltlichen Begierden loslassen, wie es weiter heißt, und besonnen, gerecht und gottesfürchtig leben in dieser unserer Welt voller Gottlosigkeit und Götzendienst.

In unserer lauten und hektischen Zeit ist Besonnenheit Fehlanzeige.

Gerechtigkeit ist auch Fehlanzeige, weil die Gottesfurcht den Menschen abhanden gekommen ist. Christen, die die glückselige Hoffnung erwarten, die Erscheinung unseres großen Gottes  und unseres Retters und Erlösers Jesus Christus, werden heute verlacht, so, wie man damals Noah ausgelacht hatte, als er die Arche in der Wüste baute. Spötter gab es damals genug, und die Bibel sagt, dass auch am Ende dieser Weltzeit viele Spötter sein werden. (2. Petr. 3, 3)

Hast du diese glückselige Hoffnung, und erwartest du den wiederkommenden Herrn? Er wird denen erscheinen, die Ihn erwarten. (Hebr. 9. 28)

 

Jesus reinigt und heiligt sich ein Volk, das eifrig ist, gute Werke für Sein Reich zu tun. Denn der Glaube ohne Werke ist ein toter Glaube. 

Gottes Wort sagt: „Es ist keiner gerecht, auch nicht einer; es ist keiner, der verständig ist, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen, sie taugen alle zusammen nichts; da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer! Denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten.“ (Röm. 3, 10- 12, 23)

 

Sünde - hamartia = Zielverfehlung. Alle haben das Ziel verfehlt, also haben sie auch die Herrlichkeit bei Gott verfehlt. 

 

B) Die Güte und die Menschenliebe Gottes

 

„Als aber die Freundlichkeit und die Menschenliebe Gottes, unseres Retters, erschien, da hat Er uns - nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hätten, sondern aufgrund Seiner Barmherzigkeit - errettet durch das Bad der Wiedergeburt und durch die Erneuerung des Heiligen Geistes, den Er reichlich über uns ausgegossen hat durch Jesus Christus unseren Retter, damit wir durch Seine Gnade gerechtfertigt, der Hoffnung gemäß Erben des ewigen Lebens würden.“ (Titus 3, 4- 7)

 

Auch dies ist ein langer Satz von vier Versen. Die Güte und Menschenliebe Gottes wird uns in Seinem Sohn aufgezeigt und durch Ihn auch praktisch vorgeführt. Johannes sagt: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass Er Seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.“ (Joh. 3, 16)

Gott hat Seine Liebe zu uns damit unter Beweis gestellt, dass Er seinen einzigen Sohn für uns (zu unserer Errettung) in den Tod gab. Und Jesus hat Seine Liebe und Treue zum Vater damit bewiesen, dass Er Ihm gehorsam war bis zum Tode am Kreuz. (Phil. 2) Und Seine Liebe zu uns, dass Er unsere Schuld auf sich nahm und sie am Kreuz getragen hat und an unserer Stelle starb. Doch Jesus hat dem Tod die Macht genommen und ist vom Tode auferstanden. Er lebt, und mit Ihm werden auch wir leben. Deshalb sagt Er auch: „Wer an Mich glaubt, wird nimmer mehr sterben!“ 

Aufgrund Seiner Menschenliebe, aufgrund Seiner Güte und Barmherzigkeit hat Er uns errettet durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes hat Er uns errettet. Und aus Gnade sind wir gerechtfertigt. Das ist eine Voraussetzung für das ewige Leben. Diese lebendige Hoffnung bekamen wir schon durch die Wiedergeburt. Petrus sagt: „Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns aufgrund Seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das im Himmel aufbewahrt wird durch den Glauben zu dem Heil, das bereit ist, geoffenbart zu werden in der letzten Zeit.“ (1. Petr. 1, 3- 5)

 

Wir leben in der letzten Zeit. Der Herr wartet schon auf das Zeichen des Vaters. Es müssen sich noch einige Menschen bekehren. Das ist der einzige Grund für den Verzug Seiner Wiederkunft. Die Güte Gottes leitet den Menschen zur Umkehr. Verachte niemals die Güte und die Freundlichkeit und die Gnade Gottes!

 

„Oder verachtest du den Reichtum Seiner Güte, Geduld und Langmut, und erkennst nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?“ (Röm. 2, 4)

 

 D) Gottes Gnade, Güte und Liebe vepflichten uns!

Gottes Gnade, Seine Güte uns Seine Menschenliebe verpfichten alle Menschen, darauf zu reagieren. Menschen, die uns in Liebe begegnen, denen begegnen wir doch auch in Liebe. Wenn ein junger Mann von anderen Leuten hört, dass ein bestimmtes Mädchen ihn mag und ihn liebt, und er antwortet: „Ich liebe sie doch auch!“ ,und dann folgt die Nachfrage: „Hast du das Mädchen denn schon wissen lassen, dass du sie liebst?“, und er sagt: „Nein, so direkt noch nicht!“ Dann muss sie doch annehmen, dass er sich nicht für sie interessiert.

Hast du schon zu Jesus gesagt, dass du Ihn liebst? Hast du schon für die Gnade, die Güte und Freundlichkeit und für Seine Menschenliebe gedankt? Falls nicht, muss Gott doch annehmen, dass du dich nicht für Ihn interessierst und dass du Seine Güte und Gnade verachtest und Seine Liebe verschmähst.

Gottes Gnade, Güte und Liebe, die Er uns Menschen bewiesen hat, indem Er Seinen Sohn auf die Erde sandte, um uns Erlösung zu erwirken, fordern uns auf zu handeln. Bei dieser großen Liebestat können wir doch nicht die Hände in den Schoß legen und gleichgültig am Kreuz von Golgatha vorüber gehen. Wer das Sühneopfer Jesu verschmäht, beleidigt Gott. Es gibt keine größere Liebestat als diese Tat von Golgatha. Jesus sagt selbst: „Niemand hat größere Liebe als die, dass einer sein Leben lässt für seine Freunde.“ (Joh. 15, 13)

 

D) Heiliger Wandel

 

Wandelt in der Liebe!

Unser ganzer Wandel als Christen, als Nachfolger Christi, soll heilig sein, das heißt biblisch und der Gesinnung Christi gemäß. Gott sagt: „Ihr sollt heilig sein, denn Ich bin heilig!“

„Werdet nun Gottes Nachahmer als geliebte Kinder und wandelt in der Liebe, gleichwie auch Christus uns geliebt und sich selbst für und gegeben hat...“ (Eph. 5, 1-2a)

Der Apostel Paulus sagt: „Und euch, die ihr entfremdet und Feinde wart nach der Gesinnung in den bösen Werken, hat Er aber nun versöhnt in dem Leib Seines Fleisches durch den Tod, um euch heilig und tadellos und unsträflich vor Sich hinzustellen, sofern ihr im Glauben gegründet und fest bleibt und euch nicht abbringen lasst von der Hoffnung des Evangeliums, das ihr gehört habt, das in der ganzen Schöpfung unter dem Himmel gepredigt worden ist, dessen Diener ich, Paulus, geworden bin.“ (Kol. 1, 21- 23) 

Jesus wird die, die Er erlöst, gereinigt und geheiligt hat, als Seine hübsch geschmückte Braut, heilig, tadellos und unsträflich, ohne Flecken und Runzel, vor sich hinstellen, und dann wird Er Seine Braut dem Vater vorstellen. Ist doch klar. Der Vater kennt sie ja schon, aber der Bräutigam präsentiert Ihm seine Braut noch einmal. 

Dann wird  das prophetische Wort des Jesaja erfüllt sein, der sagt: "Nachdem Seine Seele Mühsal erlitten hat, wird er Seine Lust sehen und die Fülle haben; durch Seine Erkenntnis wird Mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen, und ihre Sünden wird Er tragen. Darum will Ich Ihm die Vielen zum Anteil geben, und Er wird Starke zum Raub erhalten, dafür, dass Er Seine Seele dem Tod preisgegeben hat und sich unter die Übeltäter zählen ließ und die Sünde vieler getragen und für die Übeltäter gebetet hat." (Jes. 53, 11- 12)

 

Wandelt im Licht!

 

Wer in einem heiligen und gottwohlgefälligen Wandel sein Leben führen will, muss es im Licht tun, im Licht des Wortes Gottes. Es steht geschrieben: „Und das ist die Botschaft, die wir von Ihm gehört haben und euch verkündigen, dass Gott Licht ist und in Ihm gar keine Finsternis ist. Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit Ihm haben, und doch in der Finsternis wandeln, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit; wenn wir aber im Licht wandeln, wie Er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu Christi, Seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde.“ (1. Joh. 1, 5- 7)

 

Heilig sein bedeutet also im Licht wandeln, wahrhaftig, gerecht  und authentisch sein, und stets darauf bedacht sein, durch das Blut Jesu gereinigt zu werden. An andere Stelle sagt Paulus: „Denn ihr wart einst Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts! Die Frucht des Geistes besteht nämlich in lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.“ (Eph. 5, 8- 9)

 

 

 

74. Das bessere Gut

 

Christen sind nicht besser als andere, aber durch Christus erlöste, von Gott begnadigte und von Gott privilegierte, also höher gestellte Menschen. Christen haben einen unschätzbaren Reichtum in Gott gefunden. In Christus besitzen sie ein unbezahlbares und unvergängliches Gut, um das uns Andersdenkende beneiden dürfen. 

 

A) Die Gotterkauften gehören Gott

 

Alle Güter und alles Gold dieser Welt würde nicht ausreichen, die Erlösung einer Seele zu bezahlen. Jesus hat den Preis zur Erlösung aller Menschen aller Zeiten mit Seinem teuren Blut erkauft. Petrus sagt: „Denkt daran, was es Gott gekostet hat, euch aus der Sklaverei der Sünde zu befreien, aus einem sinnlosen Leben, wie es schon eure Vorfahren geführt haben. Christus hat euch losgekauft, aber nicht mit vergänglichem Silber oder Gold, sondern mit seinem eigenen kostbaren Blut, das Er wie ein unschuldiges fehlerloses Lamm für uns geopfert hat.“ (1. Petr. 1, 18-19)

Erkaufte gehören dem Käufer. So sind wir nun Leibeigne Gottes!Denkt daran: Wir sind teuer erkauft, darum gehören wir nicht uns selbst; und wir können auch mit unserem Leib nicht machen was wir wollen, wie manche schwangere werdende Mütter meinen und ihr eigenes Embryo-Kind dann abtreiben lassen. Geist, Seele und Leib gehören Gott. Wir gehören mit unserer Person ganz dem Herrn. 

 

B) Wisst ihr nicht...

 

„Wisst ihr nicht, dass die Heiligen die Welt richten werden?“

„Wisst ihr denn nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden?... Und solche sind etliche von euch gewesen; aber ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerechtfertigt worden in dem Namen des Herrn Jesus und in dem Geist unseres Gottes!“

„Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder des Christus sind?“

„Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des in euch wohnenden Heiligen Geistes ist, den ihr von Gott empfangen habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum verherrlicht Gott in eurem Leib und in eurem Geist, die Gott gehören.“ (1. Kor. 6)

 

C) Unser Reichtum im Himmelreich

 

So sind wir nun mit jedem geistlichen Segen beschenkt worden in den himmlischen Regionen in Christus. (Eph. 1, 3) Im Himmel sind unsere Schätze, die bleibenden Wert haben. Irdischer Reichtum ist vergänglich. Die geistlichen Güter sind ewige Güter von bleibenden Wert, ohne Kursverfall und ohne Abwertung. Deshalb sagt Jesus: „Ihr sollt euch keine Schätze sammeln auf Erden, wo die Motten und der Rost sie fressen und wo die Diebe nachgraben und stehlen. Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, wo weder die Motten noch der Rost sie fressen und wo die Diebe nicht nachgraben und stehlen! Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.“ (Mat. 6, 19- 21)

Der reiche Kornbauer hatte eine gute Ernte, aber seine Scheunen waren zu klein. Er hätte sicherlich den Armen von seiner Ernte etwas abgeben können. Stattdessen riss er die Scheunen ab und beute größere. Jesus sagte zu ihm: „Für wen hast du das alles getan? Heute Nacht schlägt dein letztes Stündchen. So geht es allen, die sich Schätze sammeln und nicht reich sind in Gott.“

Deshalb prangert Jakobus auch die gottlosen Reichen so stark an. 

 

D) Der gute Vater im Himmel

 

Wir haben einen guten und gütigen Vater im Himmel, und der will seine Kinder reich beschenken. Ein guter Vater gibt seinen Kindern gute Gaben. Jesus sagt: „Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wieviel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes tun, die Ihn bitten!“ (Mat. 7, 11)

Ja, Gott ist gut! Er gibt Gutes denen, die Ihn darum bitten. Zum Beispiel den Heiligen Geist oder die Früchte des Geistes als da sind: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.

Ich wünsche euch alles Gute! 

 

 

 

 72. Meine Seele ist stille zu Gott

 

  1. Die laute Welt

 

Unsere Welt ist laut geworden, und der Geräuschpegel steigt weiter an: Autogeräusch - Flugzeuggeräusch - Eisenbahngeräusch - Maschinenlärm und vieles mehr. Es zehrt an unseren Nerven. Aber auch der ganze Körper und Geist des Menschen wird belastet und muss das aushalten. Auch die Tiere werden durch Lärm belastet und aufgeschreckt. Hinzu kommen bei vielen Menschen dauernde Handy-Gespräche und Spiele, die oft unnötig sind, aber auch nervlich belasten. Es scheint so zu sein, besonders bei jungen Leuten, dass man sich schnell daran gewöhnt und dann diese vermeintliche Unruhe sogar sucht. Es wird zur „Sucht“, wie mit vielen anderen Dingen auch. Es ist doch kein Wunder, dass durch den Stress viele junge Leute heute viel schneller krank werden, als noch vor 20 oder 30 Jahren das der Fall war. Und nach einem langen Arbeitstag fällt so manch einer todmüde aufs Bett. Das ist nicht Gottes Wille mit uns, das ist die Absicht des Teufels, der dauernd Ablenkungsmanöver schafft, um uns von der Stille, der Entspannung und Besinnung abzulenken und uns zu ruinieren.

 

B) Die Stille suchen

 

Man muss die Stille suchen, um zu sich selbst zu kommen und zur Besinnung. In der Stille kannst du über die Schöpfung und den Schöpfer der Welten nachdenken. Nicht nur das Leben, auch die Zeit hat Gott uns geschenkt. Wie gehst du mit dieser dir anvertrauten Zeit um? Unsere Lebenszeit ist begrenzt, deshalb müssen wir sie auch auskaufen. Um das Werk Gottes zu tun, brauchen wir nicht auf die bösen Tage warten; sie sind längst da. (Eph. 5, 16) Diese Zeit wird auch abgelöst werden von der Ewigkeit. (Offb. 10, 6b)

Deshalb wirkt, solange es Tag ist, und bevor die Dunkelheit hereinbricht, da niemand mehr wirken kann! Deshalb sagt auch Paulus: 

„Werdet nicht müde, Gutes zu tun... Gebt nur nicht vorher auf! Solange uns noch Zeit bleibt, wollen wir allen Menschen Gutes tun; vor allem aber denen, die mit uns an Jesus Christus glauben.“ (Gal. 6, 9a- 10, Hfa) Der König David hatte auch viele Gegner und Bedränger, und doch fand er immer wieder ein stilles Örtchen, wo er zu Gott beten, zu Ihm rufen und schreien, Ihm auch danken und ehren konnte. Aus Davids Psalmen können wir viel lernen. Er sagt: „Nur auf Gott wartet still meine Seele, von Ihm kommt meine Rettung.“ (Ps. 62, 2)

 

C) Elia, der mutige Prophet

 

Nachdem Elia dem gottlosen König Ahab eine Dürrezeit als ein Gericht Gottes angekündigt hatte, die auch eingetreten ist, musste er vor Ahab fliehen. Nach einer bestimmten Zeit, im dritten Jahr der Dürre, sollte Elia, auf Geheiß Gottes, sich dem Ahab zeigen und ihm folgendes mitteilen: „Gott will es wieder regnen lassen auf Erden.“ 

Elia war sehr mutig und tat, was Gott ihm sagte, obwohl Ahab ihn suchte, um ihn zu töten. Danach rief Elia die Baalspropheten auf dem Berg Karmel zur Entscheidung auf: Baal oder der lebendige Gott. Beide Seiten legten ein Opfer auf den Altar, und jeder rief seinen Gott an. Welcher Gott nun mit Feuer antworten würde, der sei der wahrhaftige Gott. Gott erhörte das gebet seines Propheten Elia und ließ Feuer vom Himmel fallen. Die Baalspropheten mussten ihren Irrtum mit dem Leben bezahlen. Elia aber musste wieder fliehen. Nach einem langen Fußmarsch wurde Elia müde und schlief irgendwo ein. Doch er wurde sanft von einem Engel geweckt und wurde aufgefordert, sich mit einer Gottesspeise zu stärken, denn er hatte noch einen weiten Weg vor sich. „Und er stand auf und aß und trank, und er ging in der Kraft dieser Speise 40 Tage und 40 Nächte lang, bis an den Berg Gottes, Horeb.“ (1. Kön. 19, 8) 

Genau so lange war Mose auf dem Berg Gottes in der Stille und der Gemeinschaft mit Gott. Er empfing dort oben die Thora, das Gesetz. (2. Mo. 24, 18) Genau so lange war Jesus in der Wüste in der stille, in der Gemeinschaft mit Seinem Vater (Mat. 4). bevor Er vom Teufel versucht wurde. 

Später befand sich Elia in einer Höhle, als er Gottes stimme vernahm: „Was suchst du hier, Elia?“

Er antwortete: “Ich habe heftig geeifert für den Herrn, den Gott Zebaoth (Gott der Heerscharen), denn die Kinder Israel haben Deinen Bund verlassen und Deine Altäre niedergerissen und Deine Propheten mit dem Schwert umgebracht, und ich bin allein übrig geblieben; und sie trachteten  danach, mir das Leben zu nehmen!“ (1. Kön. 19, 10)

Etwas später stand Elia wieder vor dem Eingang einer Höhle und hörte die Stimme: „Elia, wo willst du hin?“

Und er gab Gott die gleiche Antwort wie zuvor. Er meinte wirklich, er wäre als einziger Prophet übrig geblieben. Dann aber hörte er die göttliche Antwort: „Ich aber habe in Israel siebentausend übrigbleiben lassen, nämlich alle, die ihre Knie nicht gebeugt haben vor Baal...“ (Vers 18)

Das hat eine große Bedeutung für unsere Zeit, die Endzeit. Doch zwischen diese beiden Begegnungen und Aussagen steht noch ein Erlebnis des Propheten, das uns etwas lehren will.

 

D) Tritt auf den Berg vor dem Herrn!

 

Der Engel sprach: „Komm heraus und tritt auf den Berg des Herrn!“

Das ist sicher in der Zeit, in der wir leben, eine Aufforderung an uns alle. Verkriechen wir uns nicht in einer Höhle, sondern treten wir hervor in die offene Landschaft, vor der Öffentlichkeit, und stellen wir uns dem Herrn! Und nun die Geschichte, die dazwischen steht. Es heißt: „Und siehe, der Herr ging vorüber; und ein großer, starker Wind, der die Berge zerriß und die Felsen zerbrach ging vor dem Herrn her; der Herr aber war nicht in dem Wind. Und nach dem Wind kam ein Erdbeben; aber der Herr war nicht in dem Erdbeben. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer, aber der Herr war nicht in dem Feuer. Und nach dem Feuer kam die Stimme eines sanften Säuselns.“ (Verse 11- 12)

Elia wollte sich wieder in einer Höhle verkriechen, da kam die Stimme; sie enthielt Anweisungen an den Propheten, was er zu tun hatte, damit das Reich Gottes gebaut werde.

Gott kann uns nur dann Anweisungen erteilen, wenn wir die Stille suchen, auf Gottes Stimme hören und Gottes Stimme folgen. Also, wenn wir auf Gottes Anweisung warten, wie David es gesagt hat: 

„Nur auf Gott wartet still meine Seele, von Ihm kommt meine Rettung!“

E) Der HERR wird für euch streiten!

 

Vor dem Durchzug durchs Rote Meer war das Volk Israel ratlos und geängstet, denn es gab kein Vorwärts und kein Rückwärts. Der Feind, Pharao mit seinem Heer war hinter ihnen her, um sie zu töten. Nach menschlichem Ermessen hätte auch Mose, der Führer des Volkes Israels klagen und verzagen müssen. Aber Mose hatte ein starkes Gottvertrauen. Das ließ er in dieser kritischen Situation das Volk wissen. Er sagte: „Der Herr wird für euch streiten, seid ihr nur ganz still!“ (Exodus - 2. Mo. 14, 14)

In der Stille liegt die Kraft, sagt ein Sprichwort. Aber in der Stille und im Aufschauen und Vertrauen auf Gott ist der Sieg.

 

„Seid still, und erkennt, dass Ich Gott bin!“ (Ps. 46, 11a)

 

„Denn so hat Gott der HERR, der Heilige Israels, gesprochen: „Durch Umkehr und Ruhehalten werdet ihr gerettet werden, im Stillesein und Vertrauen besteht eure Kraft.“ (Jes. 30, 15a)

 

Und David sagt in Psalm 65, Verse 6- 8:

„Du antwortest uns wunderbar in Gerechtigkeit, 

Du Gott unseres Heils,

Du Zuversicht aller Enden der Erde und des fernsten Meeres;

der Du die Berge gründest in Deiner Kraft,

der Du mit Macht umgürtet bist;

der Du das Brausen der Meere stillst,

das Brausen ihrer Wellen und das Toben der Völker,

damit vor Deinen Wunderzeichen sich fürchten,

die an den Enden der Erde wohnen.“ (Schlachter Übersetzung)

 

 

 

 

71. Das prophetische Wort ernst nehmen!

 

 

A) Reißende Wölfe

 

Das prophetische Wort verliert nicht seine Gültigkeit und auch nicht seine Bedeutung, weil der ewige Gott durch Propheten spricht. Wenn böse und schlimme Zeiten, wie die jetzige, hereinbrechen, dann müssen wir das prophetische Wort umso ernster und intensiver studieren und beachten. Jesus warnte Seine Jünger vor „Falschen Propheten“, und Er nennt sie „reißende Wölfe, die in Schafskleidern“ auftreten. Auch Paulus spricht von „reißenden Wölfen“, die nach ihm kommen werden, die sich sogar in die Gemeinde einschleichen und die Gemeinde verstören und verderben werden. 

Er sagt: „Denn ich weiß: Wenn ich nicht mehr da bin, werden falsche Lehrer und reißende Wölfe über euch herfalllen, und sie werden die Herde nicht schonen.“ (Apg. 20, 29, Hfa)

 

Sie gebrauchen Gottes Wort und missbrauchen es zugleich. Und sie finden schnell Anhänger und Mitläufer. Forsche einmal nach, ob diese Leute ein intensives Gebetsleben führen, wie das Propheten tun. Oder ob sie der Heiligung nachjagen, wozu die Bibel alle Gläubigen auffordert. Und auch, ob die Demut und Sanftmut und die Liebe Jesu an ihnen sichtbar ist. Oder auch, ob sie sich von der Sünde distanzieren und Weltliebe meiden. Forsche nach, ob sie Christus ehren und ob sie ein Herz für die Verlorenen haben. Falls nicht, dann sind es falsche Propheten, auch wenn sie fromme Reden halten. 

Ernste und entschiedene Christen müssen bibelfest und hellwach sein, und sie dürfen sich nicht von leichtfüßigen und locker redenden Menschen beeinflussen lassen. Sonst können sie eine leichte Beute der falschen Propheten werden. Denn die Verführung kommt häufig von frommer Seite. Das ist die Taktik des Teufels. Jede Prophetie muss auch heute, oder heute erst recht, am Worte Gottes geprüft werden. Der Geist Gottes bestimmt unser Leben, nicht die sündige , fleischliche Natur. Wer Gottes Wort ganz locker aufnimmt, verliert es auch ganz locker.

 

B) Das prophetische Wort muß fest werden!

 

Das prophetische Wort muss in uns gefestigt sein. Der prophetisch Redende muss unter dem starken Einfluss des Geistes Gottes stehen. Eindrücke, die aus dem Gefühl des Menschen heraus kommen, sind keine Weissagungen, auch nicht, wenn der Inhalt seiner Rede nicht schlecht ist, nicht schlecht, aber nicht von Gott. Das ist ein Problem. 

Gottes Wort ist das „Schwert des Geistes.“ (Hebr. 4, 12) 

Aus Jesu Mund geht das zweischneidige Schwert Offb. 1, 16; 2, 16. Es scheidet das Gute vom Bösen, das Gerechte vom Ungerechten, oder: den Gerechten von den Ungerechten. 

Petrus sagt: „Umso fester verlassen wir uns jetzt auf das, was Gott durch Seine Propheten zugesagt hat. Auch ihr tut gut daran, wenn ihr darauf hört. Denn Gottes Zusagen leuchten wie ein Licht in der Dunkelheit, bis der Tag anbricht und der aufgehende Morgenstern in eure Herzen scheint.“ (2. Petr. 1, 19, Hfa)

 

Unsere Leuchtkraft als Christen hängt nicht von guten Rednern ab, sondern davon, wie Gottes Wort durch Gottes Geist auf uns wirkt, in uns wächst und unsere Herzen davon berühren und entbrennen. Nur der kann göttliches Feuer vermitteln, der göttliches Feuer empfangen hat und das Wirken des Geistes zulässt. Nur der kann leuchten, der die Leuchtkraft in sich trägt. 

Das Problem der vielen Unerleuchteten liegt auch darin, dass der Prediger einer Gemeinde durch schöne Reden selbst leuchten will, nämlich durch das, was er sagt. Der Apostel Paulus gibt uns ein gutes Beispiel, wenn er erwähnt, wie er zu den Korinthern predigte: „So bin auch ich, meine Brüder, als ich zu euch kam, nicht gekommen, um euch in hervorragender Rede oder Weisheit das Zeugnis Gottes zu verkündigen. Denn ich hatte mir vor-genommen, unter euch nichts anderes zu wissen als nur Jesus Christus und zwar als Gekreuzigten. Und ich war in Schachheit und viel Furcht und Zittern bei euch. Und meine Rede und meine Verkündigung bestand nicht in überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft...“ (Paulus sagt auch gleich warum), damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit beruhe, sondern auf Gottes Kraft.“ (1. Kor. 2, 1- 5) Ach, würden wir alle doch mehr Gottesfurcht haben und Gott die Ehre geben.

 

C) „Hervorragende Rede“

 

Ich kann mir gut vorstellen, dass viele  Prediger den Paulus in obigen Worten nicht verstehen und seine Einstellung mit der damalige Zeit begründen. Bei vielen müsste es heute so heißen: „Und ich, liebe Freunde, bin zu euch gekommen, um euch in hervorragender Rede mit viel menschlicher Weisheit meine Rede vorzutragen. Denn ich hatte mir vorgenommen, unter euch viel zu wissen und den Namen Jesus nur am Rande zu erwähnen. Und ich war stark und furchtlos bei euch. Ich meinte, Zittern und Gefühl zeigen ist auf der Kanzel nicht angebracht. Meine Rede bestand also in überredenden Worten menschlicher Weisheit.“

 

Gott distanziert sich von hervorragenden Reden der Menschen; Er distanziert sich aber nicht von geistgesalbten Reden, von Seinem Wort, von Seinem Geist und von Seinem Sohn! Das kann Gott nicht, so wie Er sich auch nicht der Wahrheit entziehen kann. Gott kann nicht lügen! Wer Gott nicht ernst nimmt, nimmt auch Gottes Wort nicht ernst, und umgekehrt. Ein Hirte der Gemeinde trägt große Verantwortung für die Gemeinde und muss eines Tages Rechenschaft vor Gott ablegen. Die Selektierung, also die Rosinenpickerei aus dem Kuchen Gottes (Bibel) gefällt Gott nicht. Man spricht ja heute kaum noch von Predigern, wie die Bibel das tut, sondern vom Pastor, der eine Rede hält. Man sagt auch kaum noch „Brüder und Schwestern“, sondern „Hallo“ oder „Freunde“. Und der Redner legt sich seine Rede zurecht und hält sich nicht so sehr am Wort Gottes, aber an sein Kozept. Darum müssen die Zuhörer oft mit einer kraftlosen und „leichten Kost“, also „Fast food“, oder einem Gefälligkeitsevangelium zufrieden sein. Und Paulus sagt dazu: „Rede ich denn jetzt Menschen oder Gott zuliebe? Oder suche ich Menschen zu gefallen? Wenn ich allerdings den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich nicht ein Knecht des Christus.“ (Gal. 1, 10)

 

Hat der Herr der Gemeinde heute noch das Sagen in Seiner Gemeinde? Das Kreuz Jesu muss sichtbar und in den Predigten erkennbar sein, denn nur durch das Kreuz haben wir Vergebung unserer Sünden empfangen. Das Kreuz ist unser Zeichen, nicht der Halbmond.

 

D) „Gehorcht euren Führern!“

 

Kann man denn heute noch der Gemeinde sagen, was am Ende des Hebräerbriefs steht: „Gehorcht euren Führern und fügt euch ihnen; denn sie wachen über eure Seelen als solche, die einmal Rechenschaft ablegen werden, damit sie das mit Freuden tun und nicht mit Seufzen, denn das wäre nicht gut für euch!“ (Hebr. 13, 17)

 

Hier geht es also um den Gehorsam den Gemeindeleitern gegenüber. Ein Halbsatz steht hier im Mittelpunkt, nämlich: „... denn sie wachen über eure Seelen!“ Wenn das tatsächlich erkennbar ist und zutrifft, dann ist es unbedingt nötig, ihnen zu gehorchen. Sonst können Leiter auch zur Rede gestellt werden. Das gilt auch für Vers sieben, wo es heißt: „Gedenkt an eure Führer, die euch das Wort Gottes gesagt haben...“

Wenn das so ist und der Wahrheit entspricht, könnt ihr auch den zweiten Teil des Verses befolgen: „schaut das Ende ihres Wandels an und ahmt ihren Glauben nach!“

 

Zu den Ephesern sagt Paulus: „Werdet nun Gottes Nachahmer als geliebte Kinder und wandelt in der Liebe, gleichwie auch Christus uns geliebt hat...“ (Kap. 5, 1a)

Entschiedene und gehorsame Christen brauchen keine Ermahnung, nur Ermunterung. Gott ist vollkommen, und wir sollen vollkommen sein. Jesus hat uns Gottes Willen vorgelebt und uns ins Herz Gottes schauen lassen. Je mehr wir von Ihm haben, desto mehr Licht, mehr Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung, haben wir. Dazu ist Er uns von Gott gemacht worden. (1. Kor. 1, 30) Ohne Ihn haben wir das alles nicht. Und von Seiner Fülle haben wir genommen Gnade um Gnade. Von Ihm empfangen wir Weisheit und Licht. Darum hört auf damit, selbst leuchten zu wollen! Wir können nur leuchten, wenn wir von Ihm Leuchtkraft empfangen haben, wie auch der Mond die Strahlen der Sonne widerspiegelt.

„Der Gott des Friedens aber,der unseren Herrn Jesus aus den Toten heraufgeführt hat, den großen Hirten der Schafe durch das Blut eines ewigen Bundes , Er rüste euch völlig aus zu jedem guten Werk, damit ihr Seinen Willen tut, indem Er in euch wirkt, was vor Ihm wohlgefällig ist, durch Jesus Christus. Ihm sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“ (Hebr. 13, 20)

 

 

Die Erde ist reif zur Ernte

 

 

70. Der Gerichtstag des Herrn naht 

 

„Hört ihr das laute Getöse, das von den Bergen widerhallt? Es ist eine unzählige Menschenmenge, ganze Völker und Königreiche sind angetreten. Der Herr, der allmächtige Gott, mustert Sein Kriegsheer! Aus fernen Ländern kommen sie, von weit her: der Herr und Seine Truppen, die Sein Gerichtsurteil vollstrecken. Sie rücken heran, um das ganze babylonische Reich zu verwüsten. Schreit vor Angst, denn jetzt naht der Gerichtstag des Herrn!“ (Jes. 13, 4- 6a, Hfa)

Gericht? Das hört niemand gern. Aber Gott spricht darüber. Das ganze Wort muss gepredigt werden! Die Bibel spricht viel darüber im Alten und im Neuen Testament, aber die Menschen wissen wenig darüber. In der Offenbarung lesen wir, was am Ende dieses Äons geschieht. Wir sind am Ende dieser Weltzeit angekommen. In Offenbarung Kapitel fünf wird das Lamm Gottes verherrlicht, das überwunden hat und würdig ist, das Buch mit den sieben Siegeln zu brechen. Unmittelbar vor den Zorngerichten Gottes wird in Kapitel 14 vor dem Thron und vor den vier lebendigen Wesen und den Ältesten ein Lied gesungen von den 144.000, die erkauft worden sind von der Erde. Dann sah Johannes „einen Engel inmitten des Himmels fliegen, der hatte ein ewiges Evangelium zu verkündigen denen, die auf der Erde wohnen, und zwar jeder Nation und jedem Volksstamm und jeder Sprach und jedem Volk. Der sprach mit lauter Stimme: „Fürchtet Gott und gebt Ihm die Ehre, denn die Stunde Seines Gerichts ist gekommen; und betet den an, der den Himmel und die Erde und das Meer die Wasserquellen gemacht hat! Dann sprach ein anderer Engel: „Gefallen, gefallen ist Babylon, die große Stadt, weil sie mit dem Glutwein ihrer Unzucht alle Völker getränkt hat!“ 

Engel müssen dann also predigen, für Menschen ist das vorbei. Und danach sprach ein dritter Engel mit lauter Stimme: „Wenn jemand das Tier und sein Bild anbetet und das Malzeichen an seine Stirn oder auf seine Hand annimmt, so wird auch er von dem Glutwein Gottes trinken, der unvermischt eingeschenkt ist in dem Kelch Seines Zornes, und er wird mit Feuer und Schwefel gepeinigt werden vor den heiligen Engeln und vor dem Lamm.“ (Offb. 14, 6- 10) 

 

Weinlese und Weinpresse

Ist nicht Israel der Weinstock, den Gott sich aus Ägypten geholt und in das Land Kanaan verpflanzt hat? (Ps. 80, 8;Jes. 5, 1-7) Gott mühte Sich um diesen Weinstock und wartete auf Frucht, aber er brachte nur Herlinge. (Hosea 10) Als der Herr des Weinbergs seine Knechte sandte, die Frucht in Empfang zu nehmen, misshandelten die Weingärtner die Knechte und warfen sie hinaus. Sie töteten sogar etliche und verschonten auch den Sohn nicht. (Mat.21,33- 43) So muss das abtrünnige Israel noch einmal in die Kelter Gottes. Die große Dransalszeit unter dem Antichristen bleibt dem Volk nicht erspart. Inzwischen hat Gott den Weinstock Israel in sein verheißenes Land wieder eingepflanzt. Dem gesamten Volk werden die Augen erst geöffnet, wenn der Messias seine Füße auf den Ölberg setzen wird. (Sach. 14, 4) Ist nicht Jesus der wahre Weinstock und wir die Reben, die nur Frucht bringen, wenn sie an - in Ihm bleiben. (Joh. 15)

 

Säemann und Herr der Ernte

Zur Erntezeit, wenn die Weintrauben reif sind, folgt die Weinlese. Dann kommt der Wein in die Presse. Gott benutzt diese Sprache in Seinem Gericht. Jesus ist Sämann und Herr der Ernte. Er hat den guten Samen ausgesät, das Unkraut hat der Feind ausgesät. Er hat selbst gesagt: „Bittet den Herrn der Ernte, dass Er Arbeiter aussende in Seine Ernte!“ Nun sieht Johannes Ihn auf einer weißen Wolke, der einem Sohn des Menschen glich. „Er hatte auf Seinem Haupt eine goldene Krone und in Seiner Hand eine scharfe Sichel. Und ein weiterer Engel kam aus dem Tempel hervor, der rief mit lauter Stimme dem zu, der auf der Wolke saß: „Sende Deine Sichel und ernte; denn die Stunde des Erntens ist für Dich gekommen, weil die Ernte der Erde überreif geworden ist! Und der auf der Wolke saß, warf seine Sichel auf die Erde, und die Erde wurde abgeerntet.“ (Offb. 14, 14- 16)

Jesus hat eine scharfe Sichel in Seiner Hand. Sie ist gewetzt und bedeutet Gericht. (Ps. 7, 13; Joel 4, 13) Alles Gericht hat der Vater in seine Hand gelegt (Joh. 5, 22. 27). Die Sichel ist nur für das Unkraut bestimmt; den Weizen hat Er zum größten Teil schon in Seiner Scheuer. Der Herr der Ernte sendet nicht nur Arbeiter, um das Feld zu bestellen. Er sendet auch Schnitter aus in der Erntezeit. Wer sind die Schnitter? In Matthäus 13, 41- 42 erfahren wir, dass Engel die Schnitter sind. Sie werden an den vier Enden der Erde gesandt, um das Unkraut zu sammeln und zu bündeln. Wieviel Bündel es sein werden, steht nicht da. Es gibt verschiedene Arten von Unkraut: Atheisten, Nihilisten, Irrlehrer, religiöse Heuchler, Mörder, Hurer usw. Die Gebündelten sind die in die Irre Geführten, die Verblendeten, die Versklavten, die, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit aufhalten (Röm. 1, 18), die, die Gelegenheit zur Umkehr verschähten, die Gott verleugneten und verunehrten! Auf solche wartet die scharfe Sichel und die Weinpresse des Gerichts.

Gott hat für die Engel verschiedene Aufgaben, auch Aufgaben des Gerichts. Engel haben nie gesündigt. Deshalb begehren sie Erlösung zu erschauen. Sie halten Ausschau nach dem Tag des Gerichts und der Erlösung der ganzen Schöpfung, auch nach der Offenbarung der Söhne Gottes. Sie warten sehnsüchtig auf die Erlösung und Befreiung der ganzen Schöpfung. Das geschieht bei der Offenbarung der Söhne Gottes. (Röm. 8, 18- 22)

Die Erntezeit findet am Ende des Zeitalters statt. Das gegenwärtige Zeitalter schließt ab mit dem Erscheinen Jesu Christi mit Seinen heiligen Engeln in Macht und Herrlichkeit. (Kol. 3, 4; Offb. 19) Vorher wird der Herr Seine Gemeinde von der Erde abholen.

 

Die Schalen des Zorns:

Johannes schildert in seiner sechsten Vision die Ausgießung der Zornschalen Gottes auf die Erde. Das Tier (der Antichrist) welches am Ende große Wunder wirkt, um die Menschen auf seine Macht zu  lenken und sie zu verführen, wird von Gott gestoppt. Im Buch der Offenbarung Kapitel 15 wird auf die sieben Engel mit den Zornesschalen hingewiesen. 

Die Pläne des Tieres werden von die Zornschalen durchkreuzt werden. Sieben von Gott erwählte Engel treten mit den Zornschalen in Position. Johannes hört eine gewaltige Stimme, die aus dem Tempel den Engeln zurief: „Geht und überschüttet die Erde mit den sieben Schalen des Zornes Gottes!“ (Offb. 16, 1)

 

Die erste Zornschale

Verblendete Menschen, die auf den Widersacher Gottes hereingefallen sind, werden getroffen. Die erste Zornschale  verursacht böse Geschwüre bei all denen, die das Malzeichen des Tieres angenommen und sein Bild angebetet haben. (vergleiche 2. Mo. 9, 8- 12) Diese Geschwüre sollen so arge Schmerzen auslösen, dass die Befallenen des Lebens überdrüssig werden. Gott macht hier den gleichen Unterschied wie zwischen den Israeliten und den Ägyptern. Die Plagen über die Ägypter vermehrten nur die Verhärtung ihrer Herzen. Von Buße und Umkehr zu Gott gab es damals und auch hier keite Spur. 

 

Die zweite Zornschale

Zweite Zornschale: Das Meer wird in Blut verwandelt, so dass alle Lebenwesen im Meer starben. (2. Mo. 7, 20) Die Menschen blieben verhärtet.

 

Die dritte Zornschale

Der dritte Engel goss die dritte Zornschale über alle Flüsse und Wasserquellen aus und sie wurden zu Blut. „Das Blut von Heiligen und Propheten haben sie vergossen; nun gab Gott ihnen Blut zu trinken, denn sie haben es verdient.“ Der Engel wird Engel der Wasser genannt. Johannes hörte eine Stimme vom Altar her, die sprach: „Ja, Herr, Du allmächtiger Gott! Deine Urteile sind wahr und gerecht.“

 

 

Die vierte Zornschale

Der vierte Engel goss seine vierte Zornschale über die Sonne. Von da an quälte sie die Menschen mit ihrem Feuer. „Alle Menschen litten unter der sengenden Glut. Doch keiner kehrte um und erkannte Gott als Herrn an. Sie verfluchten vielmehr Seinen Namen und lehnten sich weiter gegen Ihn auf, der sie mit solch schrecklichen Katastrophen heimsuchte.“ (Offb. 16, 9)

 

 

Die fünfte Zornschale

„Der fünfte Engel schüttete seine Schale über den Thron des Tieres aus. Da versank das Reich des Tieres in tiefste Finsternis. Die Menschen dort zerbissen sich vor Schmerzen die Zunge. Auch sie bereuten nichts und kehrten nicht um, sondern verfluchten Gott, weil sie solche Schmerzen und qualvollen Geschwüre ertragen mussten. “(Vers 10- 11)

Es fehlt an Licht, es fehlt an Wasser, nur Hitze und Blut in dunkler Nacht. Aber es fehlt vor allem an Einsicht und an Buße.

 

 

Die sechste Zornschale

„Der sechste Engel goss seine Schale in den großen Fluss Euphrat. Der Fluss trocknete aus, so dass die Könige aus dem Osten ungehindert mit ihren Armeen in das Land eindringen konnten.“ (Vers 12)

Durch die Teilung des Roten Meeres und des Jordans wurde dem Volk Israel einst der Weg in ihr Erbteil, ihr verheißenes Land geebnet, und durch dieses Wunder gehen die Könige des Ostens zu ihrem eigenen Gericht. Denn alle Könige sollen nach Palästina zum großen Mahl Gottes versammelt werden (Offb. 19, 17).

Johannes sah, „wie aus dem Maul des Drachen (Teufel), der Tieres (Antichrist) und des Falschen Propheten drei unreine Geister herauskrochen, die wie Frösche aussahen, dämonische Geister, die Wunder vollbringen und die Herrscher dieser Erde für sich gewinnen wollen. Alle sollen sich mit ihnen zum Kampf gegen den allmächtigen Gott verbünden, wenn der große Tag der Entscheidung kommt.“ Verse 13. 14)

 

 

Die siebte Zornschale

„Die dämonischen Geister versammelten die Heere der Welt an dem Ort,  der auf Hebräisch „Harmagedon“ heißt. Der siebte Engel schüttete seine Schale in die Luft. Da erklang vom Thron des Tempels im Himmel eine gewaltige Stimme: „Es ist geschehen!“ Blitze zuckten über den Himmel, der Donner krachte, und gewaltige Stimmen dröhnten. Die Erde bebte so heftig wie noch nie seit Menschengedenken. Die große Stadt Babylon zerbrach in drei Teile, und die Städte der Welt sanken in Trümmer, Gott hatte Babylon und ihre Sünden nicht vergessen.“

„Nun musste auch sie den Kelch, der mit Gottes Zorn gefüllt ist, bis zur bitteren Neige leeren. Die Inseln versanken, und die Berge stürzten in sich zusammen. Riesige zentnerschwere Hagelbrocken fielen vom Himmel auf die Menschen. Sie verfluchten Gott wegen dieser furchtbaren Katastrophe.“ (Offb. 16, - 21)

 

Babylon - die große Hure

Babylon war schon zur Zeit Abrahams voller Götzen. Und die Bibel berichtet den Fall und  den Untergang. Babylons. „Babylon ist gefallen, endlich! Alle Götzenstatuen sind zerstört - zerschmettert liegen sie am Boden.“(Jes. 21, 9b) 

Babylon, die Hauptstadt des babylonischen Reiches war im 6. Jahrhundert v. Chr. die mächtigste Nation, die viele Nachbarvölker unterwarf. Ihr König Nebukadnezar II. eroberte und zerstörte Jerusalem und führte das Volk Israel in die babylonische Gefangenschaft. Im Neuen Testament wurde Babylon zum Symbol der Gottlosen und der Götzendiener. Sie wird auch die „Große Hure“ genannt. Einer von den sieben Engeln, der die Gerichtsschalen Gottes hielt, sprach zu Johannes: „Komm mit, ich will dir zeigen, wie Gott die große Hure straft, die an den vielen Wasserläufen so sicher wohnt. Die Mächtigen dieser Welt haben sich mit ihr eingelassen. Alle Menschen waren berauscht von dem Wein der Verführung, den sie ihnen eingoss. Jetzt nahm mich der Engel und versetzte mich im Geist in die Wüste. Dort sah ich eine Frau auf einem grellroten Tier, das sieben Köpfe und zehn Hörner hatte. Es war überall beschrieben mit Beleidigungen Gottes... In ihrer Hand hielt sie einen Becher aus Gold, der bis an den Rand gefüllt war mit ihrer Bosheit, ihrer Verführung und ihrem Götzendienst. Auf ihrer Stirn stand ein geheimnisvoller Name: „Die große Babylon, die Mutter aller Verführung und allen Götzendienstes auf der Erde!“ (Offb. 17, 1- 5)

Johannes sah, wie sie sich berauschte an dem Blut all der Menschen, die Gott gehörten und getötet wurden, weil sie Jesus die Treue hielten. Er war tief erschüttert über das, was er sah. „Warum bist du so fassungslos?“ fragte ihn der Engel. „Ich will dir erklären, wer diese Frau ist und was das Tier mit den sieben Köpfen und den zehn Hörnern bedeutet, auf dem sie sitzt. Das Tier, das du gesehen hast, war einmal da, auch wenn es jetzt verschwunden ist. Aber es wird aus dem Abgrund aufsteigen, und dann führt sein Weg in den endgültigen Untergang. Und den Menschen auf der Erde, deren Namen nicht schon seit Beginn der Welt im Buch des Lebens stehen, wird es beim Anblick dieses Tieres die Sprache verschlagen. Sie werden sich wundern, dass es zuerst da war, dann verschwand und plötzlich wieder auftauchte.“ (Verse 6- 8)

„Um das zu begreifen, ist Weisheit  und Verständnis nötig: Die sieben Köpfe bedeuten sieben Hügel, von denen aus die Frau ihre Macht ausübt. Zugleich sind sie auch ein Bild für sieben Könige. Fünf von ihnen sind schon gefallen. der sechste regiert jetzt, und der siebte wird noch kommen. Aber seine Regierungszeit wird nur kurz sein. Das Tier, das früher da war jetzt nicht da ist, dieses Tier ist ein achter König; und er gehört zu den sieben anderen. Auch sein Weg führt in den Untergang. Die zehn Hörner, die du gesehen hast, bedeuten zehn Könige, die noch nicht an die Macht gekommen sind. Aber wie Könige weden sie mit dem Tier herrschen, wenn auch nur für kurze Zeit. Sie ziehen an einem Strang, haben ein gemeinsames Ziel und stellen sich mit ihrer Macht und ihrem Einfluss dem Tier zur Verfügung. Gemeinsam werden sie gegen das Lamm kämpfen. Aber das Lamm wird sie besiegen. Denn Er ist der Herr über alle Herren, der König über alle Könige. Und mit Ihm siegen alle, die von Ihm berufen und auserwählt wurden und Ihm treu sind.“ (Verse 9- 14)

 

Viele Bibelausleger deuten den Vers 9, wo von 7 Bergen die Rede ist, dass Rom Babel ist, weil Rom an 7 Hügeln liegt. Es heißt jedoch: Die sieben Köpfe bedeuten 7 Hügel und 7 Könige. Nach der großen Sinflut erwählte Satan Babylon zu seinem Weltzentrum. Dort begann die Menschheitsgeschichte, dort schlug er seinen Thron auf, und dort begann auch der Götzendienst. Dort wird die Menschheitsgeschichte auch enden. Und Satan wird dort sein Ende finden. Kusch, der Sohn Hams, zeugte Nimrod, den Begründer des ersten Weltreiches, welches er „Bab- El, die Pforte Gottes“ nannte. In 1. Mose 11, Vers 9 wird Babel aber der rechte Name gegeben: Verwirrung. Babel wird also als Zentrum der Verwirrung dargestellt.

Hier begann der Hochmut, hier wollten die Menschen sich einen Namen machen. Sie wollten eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reicht. Damit wollten sie sich einen Namen machen, doch daraus wurde nichts. Gott zestörte ihr Werk, verwirrte ihre Sprache und zerstreute sie über die ganze Erde. Bis dahin hatten die Menschen einerlei Sprache. Nun verstanden sie einander nicht mehr, und ihr Plan war, früher als gedacht, beendet. In der Ebene Sinear zeigte sich die erste Solidaritätskundgebung der Menschheit, die Auflehnung gegen Gott und das „Sich selbst zum Gott erheben.“ Genau das wird am Ende dieses Zeitalters in weit höherem Maße der Fall sein. Babel war der Ausgangspunkt der Weltreiche, Babel wird auch den Schlusspunkt der Weltreiche bilden. 

Viele Weltreiche begehrten und begehren heute noch die Reichtümer Babylons, des Irak. Babylon ist ein satanisches System in  einem Religiösen Gewand. Bei dem Ausdruck „Große Hure“ handelt es sich um geistliche Hurerei, um das Sichabwenden vom lebendigen Gott hin zum Unglauben und Aberglauben, Abgötterei und Zauberei. Die geistliche Hurerei ist einen Götzen anstelle Gottes zu setzen. Genau das ist geschehen und geschieht weltweit mit der Lehre des Islam und ihrer Gesetzgebung der Scharia. Religion und Scharia sind dabei untrennbar. Im Buche der Offenbarung begegnen wir ISRAEL sowohl als Braut in dem treuen Überrest der 144.000, und als Hure in jenen Juden, die mit dem Tier einen Bund schließen werden. Israel lief verschiedenen Göttern (Götzen) nach dem Baal, dem Astharoth, dem Moloch und anderen Göttern.

 

 

 

 69. Gebete, die Gott erhört!

 

„Das erste und wichtigste, wozu ich die Gemeinde aufrufe, ist das Gebet. Bringt eure Bitten und Fürbitten und euren Dank vor Gott! Betet für alle Menschen, für die regierenden und für alle, die Gewalt haben, damit wir in Ruhe und Frieden leben können, in Ehrfurcht vor Gott und in Rechtschaffenheit. So ist es gut und gefällt Gott, unserem Retter. Er will, dass alle Menschen sich der Wahrheit zuwenden.“ (1. Tim. 2, 1- 5, Gute Nachricht)

Gott will kein Geplärr, auch nicht unbedingt ein langes Gebet, Gott will ein erstes Gebet und ein Gebet des Glaubens. „Haltet an am Gebet“ meint in erster Linie, dass wir überhaupt beten und das Gebet nicht vernachlässigen. Wir leben heute in einer Zeit, wo oberflächlich und sehr wenig gebetet wird. In einem Wohlstandsland lernen auch viele Christen eher das Bier trinken, das Reisen und Party feiern, als das Beten. Ich weiß: Diese Worte schmecken vielen nicht. Aber: „Schmeckt und seht, wie freundlich der Herr ist; wohl dem, der auf Ihn traut! Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen; denn die Ihn fürchten, haben keinen Mangel.“ (Ps. 34, 9. 10; 1. Petr. 2, 1- 3)

Im Wohlstand weicht auch der Anstand, und die Unmoral nimmt zu. Die Spötter gewinnen die Oberhand und Gewalttaten nehmen zu, wie zu Noahs Zeiten. Der Zerfall aller Gesetze und Ordnungen sind vorprogrammiert und die Gesetzlosigkeit in unserem Volk ist nur eine Frage der Zeit. Unter diesen Vorzeichen kann ein wahrer Christ nicht gleichgültig bleiben. Wer die Not erkennt, den sollte die Not ins Gebet treiben. Hätten wir mehr ernste Beter in Deutschland, würde das geistliche Niveau ein besseres sein. 

Gottlosigkeit ist ein Unheil; und das Unheil kommt schleichend und ganz allmählich. Umso schwerer ist es wahrzunehmen. Christen müssen aufwachen und ihr Licht leuchten lassen; sie müssen auch im Gebet eintreten für eine untergehende Menschheit. Wie ist es möglich, dass unser Volk sich in so kurzer Zeit von Gott abgewandt hat? Das christliche „Abendland“ wird leider sehr bald zum moslemischen „Morgenland.“ Man macht es sich zu einfach, wenn man den Abfall von Gott auf die atheistischen Medieneinflüsse und auf die böse, sündige Welt um uns herum schiebt, was ja auch wahr ist. Der Hauptgrund für den Abfall sind wir Christen, die wir unserer Aufgabe, für unser Volk Fürbitte zu tun, nicht nachkamen. Wir haben es versäumt, für unser Volk in den Riss zu treten. Das Versäumnis erklärt den großen Abfall unseres Volkes von Gott. Damit haben wir eine Schuld auf uns geladen. Vielleicht ist es noch nicht zu spät, Fürbitte zu tun, vielleicht erbarmt Gott sich über uns und unser Volk. Gott ist der „Vater der Barmherzigkeit.“ (2. Kor. 1, 3) 

Wo sind die Wächter? Wo sind die Beter?

 

  1. Gott hört den, der in Ehrfurcht betet

Die Bibel sagt: „Schafft eure Seligkeit mit Furcht und Zittern!“ 

In dieser Herzenshaltung können wir viel bewirken und würden auch das Augenmerk Gottes auf uns lenken, denn Gott sagt: „Dennoch achte Ich auf Menschen, die voll Ehrfurcht auf Meine Worte hören.“ Es heißt: „Wenn Mein Volk, über dem Mein Name ausgerufen ist, sich demütigt, und sie beten und suchen Mein Angesicht und kehren um von ihren bösen Wegen, dann werde Ich vom Himmel her hören und ihre Sünden vergeben und ihr Land heilen.“ (2. Chr. 7, 14)

Das ist doch eine großartige Sache, wenn Gott den Menschen ihre Schuld vergibt und das Land heilt. Petrus sagt: „Denn die Zeit ist gekommen, dass das Gericht anfange beim Haus Gottes; wenn aber zuerst bei uns, was wird das Ende derer sein, die dem Evangelium Gottes nicht gehorchen?“ (1. Petr. 4, 17)

Gott stellt auch Bedingungen: Wenn die Gläubigen sich vor Gott demütigen, kann Gott das ganze Land heilen. Es sind also im Grunde nicht die bösen Gottlosen, es sind die verborgenen Sünden im Volk Gottes, die den moralischen Abwärtstrend beschleunigen und die Umkehr des Volkes zu Gott aufhalten.

 

Die Furcht des Herrn 

Die Furcht des Herrn ist auch vielen Gläubigen abhanden gekommen. Ist das denn so wichtig? Ja, es ist deshalb wichtig, weil die Bibel es als wichtig erachtet. Petrus mahnt die Fremdlinge, (wir leben alle als Fremdlinge in einer gottlosen Welt) er sagt: „Ihr betet zu Gott, als eurem Vater und wisst, dass Er jeden von euch nach seinem Verhalten richten wird; Er bevorzugt oder benachteiligt niemanden. Deswegen führt euer Leben in Ehrfurcht vor Gott, solange ihr als Fremdlinge mitten unter den Menschen lebt, die nicht an Christus glauben.“ (1. Petr. 1, 17, Hof)

 

B) Gott hört die Bußfertigen

Johannes, der Wegbereiter Jesu hat, wie Jesus selbst, die Menschen zur Buße aufgerufen. Die unbußfertigen Pharisäer, die sich auch taufen lassen wollten, hat er abgewiesen. Vergebung ohne Buße ist nicht möglich, auch heute nicht. Wer die Menschen dennoch tauft, macht sich schuldig vor Gott. Wo sind die Bußfertigen? Wo sind die Gottesfürchtigen, die sich vor Gott beugen? Wo sind die Menschen, die in Buße und Beugung für unser Volk um Umkehr beten? Der König David ruft zur Gottesfurcht auf: „Fürchtet den Herrn ihr seine Heiligen; denn die Ihn fürchten, haben keinen Mangel. Wenn jene rufen, so hört der Herr und rettet sie aus all ihrer Bedrängnis. Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind.“ (Ps. 34, 10. 18. 19)

Die Buße kann man genausowenig aus der Bibel ausklammern wie Bekehrung und Wiedergeburt, ohne die es kein erneuertes Leben aus Gott geben kann, und ohne die auch keine Gotteskindschaft besteht. Darum können auch nichtbekehrte Menschen in ihren Gebeten Gott nicht erreichen. Denn Jesus sagt: "Niemand kommt zum Vater denn durch Mich!"

 

C) Gott hört den, der Ermahnung annimmt

Salomo spricht von der Weisheit, wenn er sagt: „Darum, weil ich rufe und ihr mich abweist, weil ich meine Hand ausstrecke und niemand darauf achtet, weil ihr vielmehr allen meinen Rat verwerft und meine Zurechtweisung nicht begehrt, so werde auch ich über euer Unglück lachen und über euch spotten, wenn das kommt, was ihr fürchtet, ...wenn das, was ihr fürchtet als Verwüstung über euch kommt.“ (Spr. 1, 24- 26, Schl)

Dann spricht Salomo von Unheil, Sturm, Angst und Not als Folge der Weigerung umzukehren und Mahnung anzunehmen. „Dann werden sie Mich anrufen, aber ich werde nicht antworten; sie werden Mich eifrig suchen und nicht finden, weil sie die Erkenntnis gehasst und die Furcht des Herrn nicht erwählt haben.“ (Verse 28- 29)

Die Weisheit ist Jesus, und die Weisheit ruft immer noch. Die Gemeinde wandelte in der Furcht des Herrn (Apg. 9, 31 ) Ohne den Heiligen Geist ist dies nicht möglich.

 

D) Gott erhört ein ernstes Gebet

Fürbitte ist uns Christen auferlegt worden. Fürbitte für die Obrigkeit des Volkes und für alle Menschen (1. Tim. 2, 1- 2) Jakobus sagt: „Das Gebet eines Gerechten vermag viel, wenn es ernstlich ist.“„Bekennt einander eure Sünden und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet. Denn das Gebet eines Menschen, der nach Gottes Willen lebt, hat große Kraft.“ (Jak. 5, 16, Hof)

Es herrscht Mangel an Betern, die ernstlich beten. Sonst würde man viel mehr über Gebetserhörungen hören.  Sonst hätten wir mehr Segnungen und Heilungen und wunderbare Erfahrungen mit Gott. Sonst würden wir auch ein geistliches Gemeindewachstum haben, wenn wir nämlich mehr das Angesicht Gottes suchen und Fürbitte füreinander und für unser Volk tun würden.

 

E) Die Fürbitte Daniels

Durch den Propheten Jeremia hat Gott angekündigt, dass das Volk Israel aufgrund der Sünde und des Abfalls 70 Jahre in Gefangenschaft geraten wird, und Jerusalem wird in Trümmern liegen. Wir können es nachlesen, wie Daniel sich dazu verhielt. Es heißt: „Da flehte ich zum Herrn, meinem Gott, ich fastete, zog ein Trauergewand an und streute Asche auf meinen Kopf. Ich bekannte dem Herrn die Schuld meines Volkes: „Ach Herr, Du mächtiger und ehrfurchtgebietender Gott! Du hälst Deinen Bund mit uns und erweist Gnade denen, die Dich lieben und nach Deinen Geboten leben. Doch wir haben gegen Dich gesündigt und großes Unrecht begangen. Was Du wolltest, war uns gleichgültig! Ja, wir haben uns gegen Dich aufgelehnt und Deine Gebote und Weisungen umgangen. Die Mahnungen der Propheten schlugen wir in den Wind, dabei haben sie in Deinem Auftrag zu unseren Vorfahren, unseren Königen, den führenden Männern und zum ganzen Volk gesprochen. Du, Herr, hast recht gehabt, wir haben es verdient, dass Du uns so schwer bestraft und in andere Länder vertrieben hast. Wir alle müssen uns schämen... unser ganzes Volk hat Dir die Treue gebrochen...“ (Dan. 9, 3- 8, Hof)

Welch ein ernstes Gebet! Welch ein Bekenntnis! Daniel sagt nicht nur „Wir haben gesündigt“, er erinnert Gott auch an Seinen Bund mit Israel, und auch daran, dass Gott Gnade erweist denen, die Ihn lieben und nach Seinen Geboten leben. Daniel beschönigt nichts; er gibt Gott recht: Wir haben es nicht besser verdient! Darum gibt Gott auch Daniel recht in seiner Aufrichtigkeit und Gerechtigkeit.

Gott erhört das Gebet dessen, der ernstlich für sein Volk Fürbitte tut und sich selbst dabei unter die Schuld seines Volkes stellt, ja, der die Schuld des Volkes zu seiner Schuld macht. Das ist etwas Großes, das wir von ihm lernen können. Wer Gebetserhörung erfahren will, darf Gott nicht verschweigen. Dann wird Gott auch handeln! Der Prophet Daniel hatte eine gute Verbindung zu seinem Gott. Er vermochte nicht nur Träume zu deuten. Gott hatte ihm auch eine hohe Offenbarung über die Endzeit mitteilen lassen. Er lobte seinen Gott dreimal täglich bei offenem Fenster. Er fürchtete nicht den Zorn des Königs, er fürchtete Gott! Welch ein Mann Gottes!

Wir müssen uns schämen, weil wir zu wenig Fürbitte tun. Wir haben genügend Gründe, für die Obrigkeit zu beten (Röm. 13), wir haben Grund genug für unser Volk zu beten, und wir hätten auch Gründe, füreinander zu beten.

Wer kann so flehen wie Daniel? Wer kann für sein Volk Fürbitte tun, wie Daniel es tat? Wer kann sich tief beugen, wie Daniel es tat? Wer kann die Schuld des Volkes zu seiner Schuld machen und sich darunter stellen, wie Daniel es tat? Wer kann Gott in allem recht geben, wie Daniel es tat? Wer kann sagen: Wir haben es nicht anders verdient, wie Daniel sagte? Ich bin ziemlich sicher, dass Daniel in seinem Leben keine Schuld hatte. Dennoch spricht er in der „Wir-Form“: „Wir haben gesündigt!“ Das ist wahre Fürbitte. 

 

 

 68. Gottes Wohnung

 

„So spricht der Herr: „Der Himmel ist mein Thron und die Erde mein Fußschemel. Und da wollt ihr mir ein Haus bauen? An welchen Ort soll Ich mich denn niederlassen? Ich habe das alles geschaffen, Himmel und Erde kommen aus meiner Hand! Dennoch achte Ich auf die Menschen, die in Not sind. Ja, Ich kümmere mich um die Verzweifelten und um alle, die voll Ehrfurcht auf meine Worte hören.“ (Jes. 66, 1- 2, Hof)

Es muss doch seltsam anmuten, wenn das Geschöpf seinem Schöpfer ein Haus bauen will. Salomo sagt: „Wenn der Herr nicht das Haus baut, dann arbeiten umsonst, die daran bauen; wenn der Herr nicht die Stadt behütet, dann wacht der Wächter umsonst.“ (Psalm 127, 1) „Was ist das für ein Haus, das ihr Mir bauen könntet?“

Der König David hatte den Wunsch, Gott einen Tempel zu bauen. Dann sprach Gott des Nachts zum Propheten Nathan: „gehe hin und rede zu meinem Knecht David: „So spricht der Herr: Solltest du Mir ein Haus bauen, dass Ich darin wohne?... Ich habe dich von der Weide hinter den schafen weggenommen, damit du Fürst würdest über mein Volk, über Israel; und Ich bin überall mit dir gewesen, wohin du gegangen bist und habe deine Feinde vor dir her ausgerottet, und dir einen großen Namen gemacht gleich den Namen der Gewaltigen auf Erden. Und Ich werde für mein Volk Israel einen Ort bereiten und werde es einpflanzen, dass es dort bleiben und nicht mehr beunruhigt werden soll; und die Söhne der Bosheit sollen es nicht mehr bedrängen wie zuvor... Und Ich habe dir vor allen Feinden Ruhe verschafft; so verkündigt dir nun der Herr, dass der Herr dir ein Haus bauen wird!“ (2. Sam. 7, 5. 11)

Das ist ein prophetisches Wort. Inzwischen hat Gott sein auserwähltes Volk in dem ihm verheißenen Land eingepflanzt. Und die Zeit wird bald kommen, wo Er seinem Volk Ruhe verschafft von allen seinen Feinden. Den Tempel durfte David nicht bauen aufgrund der Kriege, die er führte. Sein Sohn Salomo erhielt das Vorrecht, den Tempel zu bauen. Gott ließ es zu, dass der Tempel schon mehrfach zerstört wurde. Selbst der prunkvollste Tempel, von schwachen und sündigen Menschen erbaut, entspricht bei Weitem nicht der Würde und der Ehre Gottes. Schon seit der Zeit von Kain und Abel bringt der Mensch Gott Opfer dar und sucht so das Wohlgefallen Gottes zu erlangen. Aber Gott nimmt nicht jedes Opfer an. Gehorsam ist besser denn Opfer. Zu allen Zeiten suchte und sucht Gott ein hingegebenes Herz. Gott sucht Wahrhaftigkeit, Demut und Treue. Der Mensch, das kleine Geschöpf, will Gott, dem Schöpfer, ein Haus bauen. Wie soll das geschehen? Wo doch der Himmel sein Thron und die Erde seiner Füße Schemel ist. Die Menschen damals in Babel mühten sich ab, einen Turm zu bauen, dessen Spitze bis in den Himmel reichen sollte. Die Bibel lehrt uns, das die Folgen des Hochmuts der Menschen, die den Turm bauten, Verwirrung war. Sie mussten den Bau des Turms einstellen, denn einer verstand den anderen nicht mehr. Bis dahin hatten alle die gleiche Sprache. Auch heute wieder treibt man es auf die Spitze, baut kühne Bauwerke und hofft, dass die schweren Stürme, gewaltigen Erdbeben und Vulkanausbrüche nachlassen. Das Gegenteil ist der Fall. Man baut Spitzenprodukte, man fordert Spitzenleistungen und überschreitet oft die menschlichen Grenzen, indem man Aufputschmittel verabreicht. Gott hat uns Menschen Grenzen gesetzt, auch Grenzen für unser Leben. Wir müssen Jesus haben; in Ihm ist göttliches Leben und ewiges Leben. Und Er will in uns wohnen. Jesus sagt: „Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.“ (Joh. 14,23)

Und wenn Gott in uns Wohnung bezieht, heiligt er unser ganzes Leben, so dass wir imstande sind am Ende die Wohnung zu beziehen, die Jesus für uns bereitet hat. Das ist keine vorübergehende Wohnung, sondern eine Bleibestätte. Im Urtext steht nicht Wohnung, sondern Bleibestätte, griechisch: mone. Jesus sagt: „In dem Haus meines Vaters sind viele Bleibestätten; sonst hätte Ich nicht zu euch gesagt, dass Ich gehe, euch eine Stätte zu bereiten.“ (Joh. 14, 2, Konk)

Unsere Leiber sind irdisch und mit Sünde behaftet; sie passen nicht in die Wohnung, die Gott für uns bereitet hat, hinein. Deshalb brauchen wir eine neue Behausung von Gott. Die Bibel sagt daher: „Wir wissen doch, dass, wenn unser irdisches haus, diese Zeltwohnung, abgebrochen wird, wir ein Gebäude von Gott haben, ein äonisches (ewiges) Haus, nicht mit Händen gemacht, in den Himmeln.“ (2. Kor. 5, 1, Konk)

Gott hat alles geschaffen, das Sichtbare und das Unsichtbare. Er hat auch die Erlösung durch seinen Sohn geschaffen, und auch alles für seine Kinder vorbereitet. Gott wohnt im Heiligtum und bei den Gottesfürchtigen, und bei denen, die zerschlagenen Geistes sind. Gott spricht: „Ich will aber den ansehen, der demütig und zerbrochenen Geistes ist und der zittert vor meinem Wort.“ (Jes. 66, 2)

Gott hält nun Ausschau nach Menschen, die ungeteilten Herzens sind und sein Wort beachten und befolgen. Lass Jesus ins Herz dir einziehen, lass Ihn regieren! Dann übernimmt Er das Ruder und lenkt dein Lebensschiff in den sicheren Hafen Gottes.

 

 

 67. Glückselig sind...

 

 Glückseligkeit, was ist das, und wer sehnt sich danach?

 

Wenn die Bibel von Glückseligkeit spricht, dann meint sie damit kein menschliches Glück, kein Glück im Spiel, oder bei einem Unfall. Das alles sind vorübergehendede Momentaufnahmen. Die Bibel spricht von einem wahren und vom bleibenden Glück. Das meint das griechische Wort makarion = glückselig.

 

Allein in der Bergpredigt nennt Jesus dieses Wort neunmal. Jesus stieg extra auf einen Berg, um die Volksmengen zu belehren.

 

„Glückselig die Armen im Geist, denn ihrer ist das Reich der Himmel (oder die Königsherrschaft).

 

Glückselig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden.

 

Glückselig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erbeb.

 

Glückselig, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie werden gesättigt werden.

 

Glückselig die Barmherzigen, denn ihnen wird Barmherzigkeit widerfahren.

 

Glückselig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.

 

Glückselig die Friedensstifter, denn sie werden Söhne Gottes heißen.

 

Glückselig, die um Gerechtigkeit willen Verfolgten, denn ihrer ist das Reich der Himmel.

 

Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und alles Böse lügnerisch gegen euch reden werden um Meinetwillen.“

 

Und hier bei dem neunten „Glückselig“, das ganz besonders für die Endzeit (also unsere Zeit) gilt, fügt Jesus hinzu:

 

„Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren.“

 (Mat. 5, 3- 12, Elb.)

 

Hier haben wir nun schon neun tröstende und erbauende Punkte, die unseren Glauben stärken, wenn diese Worte Jesu annehmen und zu Herzen nehmen. Nicht der Hörer, sondern der Täter des Wortes hat den Segen der Verheißung.

 

 

 A) Die irdische Glückseligkeit

 

  Lukas nennt nur viermal die Seligpreisungen der Rede Jesu in Kapitel sechs, und er berichtet, wie Matthäus, dass Jesus Kranke heilte. Doch er fügt hinzu: „Und die ganze Volksmenge suchte Ihn anzurühren, denn Kraft ging von Ihm aus und Er heilte alle.“ (Luk. 6, 19)

 

Man will Jesus nicht, man hat doch seine eigene Glückseligkeit. Zumindest sucht man sie in fragwürdigen Konzerten und Partys, im Alkohol, in vielen Dingen, die schon am nächsten Morgen vorbei sind und einen unschönen Nachgeschmack haben, aber die Seele unbefriedigt lassen. Die irdische Glückseligkeit schimmert oft bunt wie Seifenblasen, aber sie platzen auch ganz schnell.

 

 Während bei Matthäus Kapitel 23 Jesus ein siebenfaches „Wehe“ an die Pharisäer und Schrifgelehrten richtet, lesen wir bei Lukas nach den Worten der Seligpreisung ein vierfaches „Wehe.“ Das erste ist an die Reichen (Jak. 5) gerichtet, das zweite an die Genießer (Phil. 3, 19) und Trinker, das dritte an die „Spassvögel“, und das Vierte erstaunlicher Weise an Menschen, von denen alle nur Gutes reden

 

Einige Gedanken dazu: Noch nie gab es so viele Reiche, noch nie soviel Genießer und gleichzeitig soviel Armut, noch nie gab es so viele Komiker und Spassvögel, die alles auf die leichte Schulter nehmen, alles ins Lächerliche ziehen, alles bagatellisieren und verharmlosen, und die scheinbar den Ernst des Lebens nicht kennenlernen wollen. Und ganz nahe dara sind solche, die alles und alle schönreden oder schlechtreden. Der Humor muss doch auch seine Grenzen haben. Das alles ist um so verwunderlicher, da doch unweit von uns Menschen in Not sind und ums Überleben kämpfen. 

 

Mit allen vier Gruppen meint Jesus es gut, wenn er eine Warnung an sie richtet. Solange noch Hoffnung auf ein Umsinnen und eine Umkehr zu Gott besteht, ist die wahre Glückseligkeit in Reichweite.

 

 

B) Glückselig seid ihr!

 

 Die göttliche Glückseligkeit hört niemals auf, sondern sie wird durch die Gotteserkenntnis (Joh. 17, 3) noch gestärkt und gesteigert. Deshalb trachten auch Gotteskinder danach, Ihn, unseren Herrn und Heiland, unseren Erlöser und Hirten unserer Seelen, unseren Glücksbringer und Heilsbringer (Titus 2, 11) immer besser kennen zu lernen. (Phil. 3, 10) Jesus spricht:  „Glückselig sind vielmehr die, die Gottes Wort hören und bewahren!“ (Luk. 11, 28)

 

Wer seine Ohren für Gott verschließt, der hat vorher sein Herz für Gott verschlossen. Da geht nichts von Gott hinein. Und Gott akzeptiert deinen Willen. So groß ist Gott. Nur der Mensch hat durch törrichte Entscheidungen das Nachsehen. Jesus sagt: „Aber glückselig sind eure Augen, dass sie sehen,und eure Ohren, dass sie hören! Denn wahrlich, Ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte  haben zu sehen begehrt, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.“ (Mat. 13, 16. 17)

 

 Der Mensch möchte zuerst sehen, dann will er glauben. Doch das ist kein Glaube. Der Glaube gibt Gott recht und verlässt sich auf Gottes Zusagen. Thomas war solch ein Zweifler. Als Jesus sich ihm offenbarte, war Thomas so ergriffen, dass er zu Ihm sprach: „Mein  Herr und mein Gott!“ Jesus spricht zu ihm: „Thomas, du glaubst, weil du Mich gesehen hast; glückselig sind die, die nicht sehen und doch glauben.“ (Joh. 20, 28. 29)

 

In Römer 4, Vers 6 heit es: „Ebenso preist auch David den Menschen glückselig, dem Gott ohne Werke Gerechtigkeit anrechnet: Glückselig sind die, deren Gesetzlosigkeiten vergeben und deren Sünden zugedeckt sind; glückselig ist der Mann, dem der Herr die Sünde nicht anrechnet.“ (Röm. 4, 6- 8)

 

Ja, David wusste von der Vergebung der Sünden und von der Rechtfertigung des Sünders. Und das ist der Anfang der Glückseligkeit eines Menschen. Petrus sagt: „Aber wenn ihr auch leiden solltet um der Gerechtigkeit willen, glückselig seid ihr!“ Und: „ Wenn ihr im Namen Christi geschmäht werdet, glückselig seid ihr! Denn der Geist der Herrlichkeit und Gottes ruht auf euch.“ (1. Petr. 3, 14; 4, 14

 

 

 

66. Das Buch der Offenbarung

 

Das Buch der Offenbarung und Enthüllung der Endzeit wird nur sehr wenig von Christen gelesen. Es ist tatsächlich voller Geheimnisse und für viele ein Rätzel, für Bibelkenner nicht. Die Offenbarung, die Daniel erhielt, steht in Zusammenhang mit der Offenbarung, welche Johannes empfing. Darüber hinaus behandelt sie sehr viel die Gerichte Gottes. Das Buch der Offenbarung wendet sich auch vornehmlich an Israel, aber es ist nicht versiegelt und verschlossen wie die Offenbarungen im Buch Daniel (Dan. 2, 4). Das Buch der Offenbarung ist eine Offenbarung Jesu Christi. Jesus selbst hat Seinen Engel gesandt, um dem Johannes auf der Insel Patmos die endzeitlichen Dinge zu offenbaren (Offb. 1, 1-2; 22, 16). 

 Jesus ist der „treue Zeuge Gottes, der Erstgeborene aus den Toten und der Fürst über alle Könige auf Erden.“

 

 

1. Glückselig ist, der da liest

 

Gleich am Anfang des Buches heitßt es: Glückselig ist, der die Worte der Weissagung liest, und die sie hören und bewahren, was dann geschrieben steht! Denn die Zeit ist nahe.“ (Offb. 1, 3)

 

Wir lesen dieses Wort „glückselig“ 94 mal in der Bibel, oft auch in den Psalmen. Das Buch der Offenbarung bezieht die Weissagung der Glückseligkeit auf die „letzten Tage.“ Das Lesen der Offenbarung setzt eine Bibelkenntnis voraus und ist ohne die Salbung des Heiligen Geistes (1. Joh. 1, 27) nicht zu verstehen. Johannes hörte hinter sich des Herrn Stimme (Offb. 1, 10), und er sah den verherrlichten Herrn und erhielt von Ihm Aufträge. Also: Gläubige bekommen schon beim Lesen der Weissagung der Offenbarung Glückseligkeit zugesprochen. Aber es ist ein Dreifaches nötig: Lesen, hören und bewahren.

 

 

2. Glückselig, die in dem Herrn sterben

 

In den Tagen der „großen Trübsal“ oder „Drangsalszeit“, auf welche dieses Wort Bezug nimmt, wird das Leben der Gläubigen unerträglich sein. Der „falsche Prophet“ wird dann unter Todesstrafe befehlen, dass alle Menschen das „Tier“ anbeten müssen. Jeder Mensch hat dann nur die Wahl zwischen Christus und dem Antichristus.

 

Viele werden den Drohungen des falschen Propheten widerstehen und es vorziehen, für Christus zu sterben. Und solchen ist diese Werheißung zuteil: „Glückselig sind die Toten, die im Herrn sterben, von nun an! Ja, spricht der Geist, sie sollen ruhen von ihren Mühen; ihre Werke aber folgen ihnen nach.“ (Offb. 14, 13)

 

Wie leicht ist doch jetzt das Joch Jesu (Mat. 11, 30) und die Nachfolge Jesu gegenüber dem, was sie durchleiden müssen. Darum: Kauft die Zeit aus! Und lasst uns Seinen Namen freimütig bekennen. Jesus kommt unerwartet wie ein Dieb. Wer wacht und bereit ist, wird bei Seinem Kommen glückselig sein und sich freuen. Die Glückseligkeit gilt denen, die wachsam sind und den Herrn erwarten (Hebr. 9, 28).

 

„Siehe, Ich komme wie ein Dieb! Glückselig ist, wer wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht entblößt einhergeht und man seine Schande sieht.“ (Offb. 16, 15)

 

 

3. Glückselig, die Schmach leiden um Jesu willen

 

Schmach, Verfolgung und Leiden um Jesu willen sind schon in der vergangenheit gewesen, sind in der Gegenwart, wo Hunderttausende jährlich den Märtyrertod sterben und werden am Ende dieser Weltzeit noch größer sein. Wachsam sein heißt das Gebot der Stunde. Deshalb mahnt uns der Apostel nüchtern und besonnen zu sein und zu beten! Er sagt: „Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet. Vor allem aber habt eine innige Liebe untereinander; denn die Liebe wird eine Menge von Sünden zudecken.“ (1. Petr. 4, 7-8)

 

Petrus ermutigt die Gläubigen zum standhaften Leiden um Christi willen und sagt weiter: „Geliebte, laßt euch durch die unter euch entstandene Feuerprobe nicht befremden, als wideführe euch etwas Fremdartiges; sondern in dem Maß, wie ihr Anteil habt an den Leiden des Christus, freut euch, damit ihr euch auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit jubelnd freuen könnt. Glückselig seid ihr, wenn ihr geschmäht werdet um des Namens des Christus willen! Denn der Geist der Herrlichkeit Gottes ruht auf euch.“ (Verse 12- 14a)

 

Jesus selbst spricht dieses Thema in der Bergpredigt an und sagt: „Glückselig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihrer ist das Reich der Himmel. Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch jegliches böse Wort gegen euch reden um meinetwillen! Freut euch und jubelt, denn euer Lohn im Himmel ist groß; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch gewesen sind.“ (Mat. 5, 10-12)

 

 

4. Glückselig, der Teil hat an der ersten Auferstehung

 

Johannes sah das Gericht am „Großen weißen Thron“.

 

Zu diesem Gericht müssen alle Toten auferstehen. Sogar das Meer gab die Toten heraus und der Hades und das Totenreich. Bei diesem Gericht werden Bücher geöffnet und ein besonderes buch, nämlich das „Buch des Lebens.“ Der Tod und das Totenreich wurden in den Feuersee geworfen und auch, wer nicht im Buch des Lebens verzeichnet gefunden wurde. Das ist der zweite Tod. Die Menschen, die nicht das Malzeichen des Tieres angenommen haben weder an der rechten Hand noch an der Stirn, "sie wurden wieder lebendig und regierten mit Christus 1.000 Jahre. Die übrigen Toten aber wurden nicht wieder lebendig, bis die 1.000 Jahre vollendet waren. Dies ist die erste Auferstehung.“

 

Wenn es eine erste Auferstehung gibt, dann muss es zwangsläufig auch eine zweite geben.

 

„Glückselig und heilig ist, wer Anteil hat an der ersten Auferstehung! Über diese hat der zweite Tod keine Macht, sondern sie werden Priester Gottes (Offb. 1, 6) und des Christus sein und mit Ihm regieren 1.000 Jahre.“ (Offb. 20, 4b- 6)

 

5. Glückselig sind die zur Hochzeit Geladenen

 

Johannes sagt: „Und Er sprach zu mir: Glückselig sind die, welche zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind!“ (Offb. 19, 9a)

 

Das verführerische Weib, die „große Hure“, also die abgefallene Kirche, ist schon in Kapitel 18 gerichtet worden. Nun tritt die „Braut des Lammes“, die treue und wahrhaftige in den Vordergrund. Und der Bräutigam hat sich zu diesem Hochzeitsmahl bereitet. Braut und Bräutigam stehen im Mittelpunkt der Bewunderung im Himmel. Die Engel sind gespannt und halten den Atem an. Sie wollten schon immer in die Erlösung hineinsehen, denn Engel haben nie gesündigt und wissen nicht wie Erlösung ist. Nun sehen sie zu! Und Johannes hörte eine laute Stimme einer großen Volksmenge im Himmel, die sprach: „Halleluja! Das Heil und die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht gehören dem Herrn, unserem Gott! Denn wahrhaftig und gerecht sind Seine Gerichte; denn Er hat die große Hure gerichtet, welche die Erde verderbte mit ihrer Unzucht, und hat das Blut Seiner Knechte von ihrer Hand gefordert. Halleluja!“

 

Johannes hörte abermals eine Stimme aus dem Thron, die sprach: „Lobt unseren Gott, alle Seine Knechte und die ihr Ihn fürchtet, sowohl die Kleinen als auch die Großen!“

 

Dann hörte Johannes die Stimme einer großen Volksmenge und wie das Rauschen vieler Wasser und wie der Schall starker Donner, die sprachen: „Halleluja! Denn der Herr, Gott, der Allmächtige, hat die Königsherrschaft angetreten! Lasst uns fröhlich sein und jubeln und Ihm die Ehre geben! Denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereit gemacht.“

 

„Und es wurde ihr gegeben, sich in feine Leinwand zu kleiden, rein und glänzend; denn die feine Leinwand ist die Gerechtigkeit der Heiligen.“ Und er sprach: „Glückselig sind die, welche zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind!“ (Offb. 19)

 

 

6. Glückselig, wer die Worte der Weissagung bewahrt

 

In der ersten Seligpreisung heißt es: „Glückselig, der da die Worte der weissagung liest!“ Hier aber geht es um mehr, nämlich um das Bewahren der Worte der Weissagung. Man kann etwas Wertvolles geschenkt bekommen und sein eigen nennen, man kann es dann auch verlieren, wenn man nicht sorgsam damit umgeht und es behütet. So ist es nicht nur mit irdischen Gütern, sondern auch mit himmlischen, den herrlichen und ewigen Gütern und dem Schatz der Weissagungen. „O, Timotheus, bewahre, was dir anvertraut ist!“, sagte Paulus zu ihm. Und Johannes sagt: „Geliebte, wir sind jetzt Kinder Gottes, und noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen aber, dass wir Ihm gleichgestaltet sein werden, wenn Er offenbar werden wird; denn wir werden Ihn sehen, wie Er ist. Und jeder, der diese Hoffnung  auf Ihn hat, reinigt (bewahrt) sich, gleichwie auch Er rein ist.“

 

Gottes Wort ist unser Kompass, unsere Richtschnur und unser Wegweiser. Also richten wir unser Leben danach aus! So lesen wir im letzten Kapitel der Bibel: „Und er sprach zu mir: Diese Worte sind gewiss und wahrhaftig, und der Herr, der gott der heiligen Propheten, hat Seinen Engel gesandt, um Seinen Knechten zu zeigen, was rasch geschehen soll. Siehe, Ich komme bald!

Glückselig, wer die Worte der Weissagung dieses Buches bewahrt!“ (Offb. 22, 6- 7)

 

 

 

65. Die Zeit ist nahe (Daniel - Prophetie)

 

 Das „kleine Horn“

 

Die vier Tiere (Dan. 7, 1- 8) skizzieren dieselben Weltreiche, die in Daniel 2, 36- 45 beschrieben werden. Das sind Babylonien, Medo- Persien, Griechenland und Rom. Daniel sah in seiner Vision die Weltreiche in Gestalt von vier Tieren. Das erste sah wie ein Löwe aus, es hatte jedoch Adlerflügel und stand wie ein Mensch auf zwei Füßen und bekam eines Menschen Herz. Das zweite sah aus wie ein Bär. Es erhielt Befehl, Fleisch zu fressen. Das dritte Tier glich einem Panther. Es hatte vier Flügel und vier Köpfe. Ihm wurde große Macht gegeben. Von  dem vierten Tier, welches das Römische Reich darstellt, lesen wir: „Zuletzt sah ich in der Vision ein viertes Tier. Sein Anblick war grauenerregend, und es strotzte vor Kraft. Was es mit seinen gewaltigen Zähnen aus Eisen nicht zermalmte, das zertrat es mit den Füßen. Von den anderen Tieren unterschied es sich völlig. Es hatte zehn Hörner. Als ich die Hörner genau betrachtete, sah ich ein weiteres, kleines Horn zwischen ihnen hervorwachsen. Drei Hörner wurden herausgerissen, um ihm Platz zu machen. Ich bemerkte , dass dieses Horn Menschenaugen besaß und ein Maul, das große Reden schwang.“ (Dan 7, 7. 8)

 

Das kleine Horn (Vers 8) hat in Antiochus Epiphanes sein Vorbild (Dan. 8, 23- 25). Daniel wollte gern noch mehr über das vierte Tier erfahren.Er wollte wissen, was die zehn Hörner zu bedeuten hatten und das kleine Horn, das plötzlich hervorgewachsen war und drei andere verdrängt hatte. Es heißt: „Es besaß Menschenaugen und ein Maul, das große Reden schwang, und es war furchterregender als die übrigen Hörner. Ich sah, wie dieses Horn Krieg gegen das heilige Volk Gottes führte und es besiegte. Aber dann griff der alte Mann ein. Er übertrug dem heiligen Volk Gottes, des Allerhöchsten, die Vollmacht, Gericht zu halten. Nun war die Zeit gekommen, in der sie die Herrschaft ausüben konnten.“ Verse 20b- 22

 

Daniel wurde noch mehr über die Bedeutung der Tiere (Weltreiche) in den folgenden Versen erklärt. Schließlich kommt da ein Herrscher an die Macht, der ganz anders und sehr schrecklich ist. Die Welt wird vor dem Antischristen erzittern, aber sich ihm fügen müssen. 

 

 B) König des Südens - König des Nordens

 

 Daniel spricht vom „König des Südens“ und „König des Nordens.“ In den Beschreibungen der Nationen in allen prophetischen Büchern ist Israel immer Mittelpunkt und Ausgangspunkt, nicht nur geographisch sondern auch heilsgeschichtlich. Also Nord und Süd werden immer von Israel aus gesehen und bezeichnet. Russland ist der König des Nordens und vermutlich Südafrika der König des Südens. Im Buch Daniel, Kapitel 11 wird der König des Südens elfmal erwähnt. Dort werden die Machtkämpfe zwischen den Königen des Nordens und den Königen des Südens beschrieben. Der Prophet Daniel hatte die Botschaft von einem Engel empfangen. Dieser sagte: „Was ich dir nun offenbare, wird ganz bestimmt eintreffen: Drei weitere Könige werden in Persien regieren, bis ein vierter die Herrschaft übernimmt ...Nach ihm kommt ein bedeutender König, der so mächtig ist, dass er alles erreichen kann, was er geplant hat. Doch auf dem Höhepunkt seiner Macht zerfällt sein Reich in vier Teile, die im Norden, Süden, Osten und Westen liegen und viel schwächer sind als das vorige... Das Königshaus geht unter, und andere reißen die Macht an sich.“ (Dan. 11,2a- 4)

 

Das Südreich und das Nordreich verbünden sich miteinander, das Bündnis zerbricht, es gibt weitere Kriege zwischen ihnen. Der Herrscher des Nordens wird sich dann „bis an die Zähne bewaffnen.

 Auch viele andere werden sich in jener Zeit gegen den König des Südens auflehnen.“ (Daniel 11, 14)

 

Wenn wir den Ausdruck „in jener Zeit“ lesen, so ist die „Endzeit“ damit gemeint. Dann heißt es: „Der König aus dem Norden wird mit seinen Soldaten anrücken, eine befestigte Stadt belagern und sie einnehmen. Das Heer aus den Süden kann ihm nicht standhalten, sogar die Elitetruppen müssen die Waffen strecken. Niemand leistet dem nördlichen Herrscher mehr Widerstand, er kann tun und lassen, was er will. Auch in Israel macht er sich breit und verwüstet das Land. Er will durch ein Bündnis die Herrschaft über das Südreich erlangen...“ (Verse 15. 16)

 

Der König des Nordens reist in sein Land zurück. Sein Nachfolger treibt Steuern ein, auch er muss sterben. Dann folgt der Boshafte!

 

 C) Der boshafte König

 

 Der böse König, ein Verachteter, dem die königliche Würde nicht zugedacht war, kommt auf. „An die Stelle des verstorbenen Königs wird ein skrupelloser Mann treten. Er ist zwar nicht für die Thronfolge bestimmt, reißt aber durch Intrigen die Herrschaft an sich.“ (Dan. 11, 21)

 

Der gelangt, trotz geringer Unterstützung, an den Gipfel der Macht.  Sein Wesen und seine Aktionen sind unverfroren und bösartig. (Da. 11, 21- 34. 36. 37)

 

Der Boshafte, der Gesetzlose, der Anti-Gott, Antichrist, der Widersacher Gottes, er richtet die Verwüstung des Tempels an, er wird sich in den Tempel setzen und als Gott verehren lassen und Anbetung fordern. Ihn wird Jesus umbringen, nicht mit dem Schwert, sondern mit dem Hauch Seines Mundes! (2.Thess 2, 8)

 

Die Katastrophe und das Dilemma unserer Zeit besteht darin, dass viele Gläubige, auch Prediger, keine Offenbarung des Sohnes Gottes und darum auch keine Gottesoffenbarung haben und diese auch nicht in sich tragen können. So wird nach außen ein falsches Bild des Christus getragen und der Welt vermittelt. Christen machen sich also schuldig an der Säkularisierung (Verweltlichung) der christlich angehauchten Menschen, welche die Kraft Gottes nicht kennen und verleugnen. Jesus warnt dreimal eindrücklich vor falschen Propheten und falschen Christussen. (Matthäus 24, 5. 11. 23- 25; Markus 13)

 

 

 

D) Der Antichrist

 

 „Der Mensch der Sünde, der Sohn des Verderbens, der Feind Gottes, Mensch der Gesetzlosigkeit, Sohn des Untergangs.“ (2. Thess. 2, 3- 8) Er wird aber tatsächlich bei Daniel „König“ genannt. (11, 36- 45) Er wird „Tier“ genannt. (Offb. 13, 1- 10; 14, 9- 12; 15, 2; 16, 2;17, 3. 13; 19, 19. 20; 20, 10) Johannes spricht vom Antichristen: 1. Joh. 2, 18- 22)

 

Der Greuel der Verwüstung: (Dan 9, 27; 12, 11).

 

 

 E) Das zweite Tier

 

„Aus der Erde sah ich dann ein anderes Tier aufsteigen. Es hatte zwei Hörner wie ein Lamm und eine Stimme wie ein Drache. Dieses Tier übte dieselbe Macht aus wie das erste und erhielt von ihm seine Aufträge. Es brachte alle Bewohner der Erde dazu, das erste Tier, dessen tödliche Wunde geheit war, wie einen Gott zu verehren und anzubeten. Das zweite Tier vollbrachte große Wunder. Vor den Augen der Menschen ließ es sogar Feuer vom Himmel auf die erde fallen. Und immer wenn das erste Tier dabei war, verführte das zweite die Menschen durch solche Wunder. Es forderte sie auf, eine Stätte zu Ehren des ersten Tieres zu errichten, das durchs Schwert tödlich getroffen und dann wieder lebendig geworden war.Doch das war noch nicht alles. Es gelang ihm sogar, der Statue Leben einzuhauchen. Sie begann zu sprechen und verlangte, dass jeder getötet werden sollte, der sie nicht verehrte und anbetete. Jeder - ob grß oder klein, reich oder arm, ob Herr oder Sklave - wurde gezwungen, auf der rechten Hand oder der Stirn ein Zeichen zu tragen. Ohne dieses Zeichen. Ohne dieses Zeichen konnte niemand etwas kaufen oder verkaufen. Und dieses Zeichen war nichts anderes als der Name des Tieres, in Buchstaben geschrieben oder in Zahlen ausgedrückt. Doch um das zu ergründen, ist Gottes Weisheit nötig. Wer Einsicht und Verstand hat, wird herausfinden, was die Zahl des Tieres bedeutet. Hinter ihr verbirgt sich ein Mensch. Es ist die Zahl 666.“(Offenbarung 13, 11- 18)

 

NIMROD war schon ein Schattenbild auf den Antichristen.(Genesis 10, 8; 11, 1-9), PHARAO, Exodus 1, 11. 22; 5, 2), AMALEK, Ex. 17, Deut. 25, 19; 1. Sam. 15, BILEAM, Num. 22- 24, NEBUKADNEZAR, 2. Kön. 24; Habakuk 1, 6- 11); Dan. 2- 4, ANTIOCHUS EPIPHANES, Daniel 8, 9- 25: 11, 36f, TITUS, Dan. 9, 26. Hier muss auch Adolf Hitler genannt werden, der soviel Unheil besonders an den Juden anrichtete und sich verehren ließ. Das alles sind Bilder auf den Antichristen. Sie alle unterdrückten Gottes Volk und verkörperten auch den Greuel der Verwüstung. „Der Machthaber wird vielen Menschen einen Bund aufzwingen, der sieben Jahre lang gelten wird. Nach der Hälfte dieser Zeit verbietet er den Opferdienst am Tempel und stellt dort eine abscheuliche Götzenstatue auf. Doch auch dieser grausame Herrscher wird untergehen, denn Gott hat Sein Urteil über ihn gesprochen.“ (Dan. 9, 27)

 

F) Wann wird der Antichrist die Bühne betreten? (von Thomas Ice und Timothy Demy)

 

Daniel sagt, dass es nach Erfüllung der siebzigsten Jahrwoche sein wird. So lesen wir in Daniel, Kapitel neun, Vers siebenundzwanzig:

 

Erklärung der siebzig Jahrwochen Daniels

 

69 x 7 x 360 = 173880 Tage

 

5. März 444 v. Chr. + 173880 Tage = 30. März 33 n. Chr.

 

Gegegprobe und Bestätigung: 

 

444 v. Chr. bis 33 n. Chr. = 476 Jahre

 

476 Jahre x 365, 2421989 Tage = 173855 Tage

 

  • Tage zwischen 5. März und 30. März = 25 Tage

 

Gesamt = 173880 Tage

 

Gründe für 70 Wochen zu je 360 Tagen:

 

Hälfte der Woche - Daniel 7, 25; 12, 7; Offenbarung 12, 14

 

1260 Tage - Offenbarung 12, 6; 11, 3

 

42 Monate - Offenbarung 11, 2; 13, 5

 

Erste Schlussfolgerung: 42 Monate = 1260 Tage = eine Zeit + zwei Zeiten + eine halbe Zeit + die Hälfte der Woche

 

Zweite Schlussfolgerung: 1 Monat = 30 Tage; 1 Jahr= 360 Tage

 

Nach der Entrückung der Gemeinde Jesu wird der Antichrist an die Macht gelangen und während der Drangsalszeit ein Bündnis von 10 Staaten anführen (Daniel 7, 24. 25). Seine Herrschaft kann erst nach der Entrückung der Gemeinde beginnen. Denn: Was ihn noch aufhält, muss zuvor weggetan sein. (2. Thess. 2, 6)

 

Paulus sagt uns: „Ihr wisst doch auch, was den Feind Gottes daran hindert, schon jetzt zu erscheinen, noch vor seiner Zeit. Zwar spüren wir schon überall, wie sich die Mächte des Bösen regen, aber noch werden sie von dem einen aufgehalten. Doch dann (wenn der weggetan sein wir, der ihn aufhält,) macht der Feind Gottes den Weg frei und erscheint in aller Öffentlichkeit. Wenn aber Jesus, der Herr, kommt, wird Er diesen Mann vernichten. Ein Hauch Seines Mundes genügt.“ (2. Thess. 2, 6- 8)

 

 G) In Christus ist Sicherheit!

 

Die, welche Jesus verlassen und Ihm nicht weiter folgen wollen, werden später einem Fremden folgen! Die, welchen die Worte Jesu  eine Zumutung oder zu hart sind, werden später den verführerischen Worten des Antichristen glauben. Die, welche Jesu Wunder anzweifeln, werden später den verführerischen Wundern des „Falschen Christus“, dem Gesetzlosen und Widersacher Gottes glauben und verführt werden. Wenn Zweifel und Ungewissheit dich quälen, dann sorge doch für Sicherheit und bleibe nicht im Nebel der Ungewissheit stehen. Entweder hast du Jesus, den Herrn und Erlöser im Herzen und den Heiligen Geist empfangen, oder du hast nichts. Wiedergeborene Menschen tragen die Zusagen Gottes im Herzen, und der Heilige Geist gibt ihnen Glaubensgewissheit; was Gott zusagt, das hält er gewiss (Ps. 33, 4). Der Glaube ist eine gewisse Zuversicht (Hebr. 11, 1). Solchen kann der Böse nichts anhaben. 

 

In Christus sind wir geborgen, auch vor den Gerichtsfluten, die über den ganzen Weltkreis kommen werden. (Offb. 3, 10) In Ihm ist Sicherheit! Wir müssen in Christus sein, denn in Ihm haben wir alles (Eph. 1). Die Entrückung der Gemeinde muss zwangsläufig vor der antichristlichen Regierungszeit geschehen, denn die Bibel sagt: „Denn das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ist (jetzt) schon am Wirken, nur muss der, welcher jetzt zurückhält, erst aus dem Weg sein; und dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, den der Herr verzehren wird durch den Hauch Seines Mundes, und den Er durch die Erscheinung Seiner Wiederkunft beseitigen wird.“ (2. Thess. 2, 7- 8, Schl.)

 

Die Gegenwart Jesu genügt, damit der Antichrist und Widersacher Gottes tot umfällt und nicht wieder aufsteht. Ein Hauch aus Jesu Mund genügt, ihn zu beseitigen. Der Geist Gottes in den Kindern Gottes muss zuvor von der Erde weggetan sein! Das geschieht ja durch die Entrückung der Gemeinde. Wirst du dabei sein? Sorge dafür! Dann hat der Böse und das Böse freie Bahn! Dann wird es auf der Erde furchtbar zugehen. Das Licht und das Salz sind dann weg, und der Zerfall und das Verderben setzt dann zwangsläufig ein.

 

Die Verführung wird noch ganz massiv sein. Sie ist jetzt schon da, nur, die Gotteskinder sind eingeschlafen. Jesus warnt uns: (Mk. 13)

 

 H) Der Kampf um Israel

 

„Nichts und niemand hinderte das Tier daran, gegen die Menschen zu kämpfen, die zu Gott gehören, und sie sogar zu besiegen. Das Tier herrschte uneingeschränkt über die Völker und Stämme, über die Menschen aller Sprachen und Nationen. Und alle Menschen auf der Erde werden das Tier verehren und anbeten: alle, deren Namen nicht schon seit Beginn der Welt im Lebensbuch des geschlachteten Lammes stehen.“ (Offb. 13,7. 8)

 

Jerusalem wird zum Laststein für alle Völker!

 

Gott spricht: „Ich mache Jerusalem für die Völker ringsum zu einer Schale voller Wein: Wenn sie daraus trinken, werden sie taumeln wie Betrunkene. Sie wollen Jerusalem und ganz Judäa erobern, doch an jenem Tag wird Jerusalem für sie wie ein viel zu schwerer Stein sein: Wer ihn hochhebt, verletzt sich dabei. Alle Völker der Erde werden sich gegen Jerusalem verbünden, doch an jenem Tag lasse Ich ihre Pferde scheuen und die Reiter wahnsinnig werden... Ich wache darüber, dass den Bewohnern von Juda kein Leid geschieht.“ (Sacharja12, 2- 4)

 

Der Kampf um Jerusalem ist schon lange entfacht. Der Herr wacht über Sein Volk. Er wird am Ende Selbst in den Kampf eingreifen. „Ja, der Herr lässt alle Völker vereint gegen Jerusalem in den Krieg ziehen. Sie werden die Stadt erobern, die Häuser plündern und die Frauen vergewaltigen. Die Hälfte der Einwohner wird verschleppt; der Rest darf weiter in der Stadt leben. Doch dann wird der Herr Selbst gegen diese Völker in den Kampf ziehen, so wie er es schon früher getan hat.“ (Sach. 14, 2- 3)

 

Es ist gefährlich, gegen Gottes auserwähltes Volk zu kämpfen. Jesus wird Gericht halten über die Heidenvölker. Er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. (vergleiche: Matthäus 25, 31f)

 

Menschen reden vom Frieden und können ihn nicht herstellen. Der Apostel sagt: „Ihr wisst ja, dass der Tag, an dem der Herr kommt, so unerwartet eintreffen wird wie ein Dieb in der Nacht. Wenn sich die Leute in Sicherheit wiegen und sagen werden: „Überall ist Ruhe und Frieden“, wird sie das Ende so plötzlich überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau. Es wird für niemanden mehr einen Ausweg geben.“ 1. Thess. 5, 2- 3)

 

Am Ende stellt Jesus einen dauerhaften Frieden auf Erden her.

 

Jesus sagt zu den Juden: „Wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, achtet darauf, aber erschreckt nicht! Das muss geschehen, doch es bedeutet noch nicht das Ende. Die Völker und Königreiche der Erde werden Kriege gegeneinander führen. In vielen Teilen der Welt wird es Hungersnöte, Seuchen und Erdbeben geben. Das ist erst der Anfang - so wie die ersten Wehen bei einer Geburt. Dann werdet ihr gefoltert, getötet und in der ganzen Welt gehasst werden, wel ihr zu Mir gehört.“ (Matthäus 24, 6- 9)

 

Die Worte Jesu schließen alle an Christus Gläubigen mit ein. Der Antisemitismus nimmt weltweit zu. Der tötliche Hass der Moslems richtet sich gegen Jugen und Christen gleichermaßen. Jesus sagt weiter: Falsche Propheten werden auftreten und viele verführen. Und weil Gottes gebote missachtet werden, setzt sich das Böse überall durch. Die Liebe wird bei vielen Menschen erlöschen. Aber wer bis ans Ende durchhält, wird gerettet.“ (Verse 11. 12)

 

 

 

I) Eine große Leidenszeit!

 

Jesus spricht dann von einer großen Leidens- und Prüfungszeit, die über den ganzen Weltkreis gleichermaßen erfolgt. (Offb. 2, 10) Er sagt: „Denn es wird eine Not kommen, wie sie die Welt in ihrer ganzen Geschichte nocht nicht erlebt hat und wie sie auch nie wieder eintreten wird. Wenn diese Leidenszeit nicht verkürzt würde, könnte niemand gerettet werden! Aber den Auserwählten Gottes zuliebe wird diese Zeit begrenzt.“ (Verse 21- 22)

 

Jesus kommt wieder zu euch, Volk Israel. Ihr werdet Ihn sehen, in den ihr gstochen habt. Siehe, Er kommt! „Wer aber wird den Tag Seines Kommens ertragen, und wer wird bestehen, wenn Er erscheint?“ (Joel 2, 11; Maleachi 3, 2)

 

Wenn Jesus wiederkommt, bringt Er den langersehnten Frieden für euch mit: „In Jerusalem und im ganzen Land beseitige Ich, der Herr, die Streitwagen, die Kriegspferde und alle Waffen. Euer König stiftet Frieden unter den Völkern, Seine Macht reicht von einem Meer zum anderen, vom Euphrat bis zum Ende der Erde.“ (Sacharja 9, 10)

 

„Denn die Erde wird erfüllt werden von der Erkenntnis der Herrlichkeit des Herrn, gleich wie die Wasser den Meeregrund bedecken.“ (Hab. 2, 14)

 

 

 

64. Die Auferstehung und das Leben

 

Der Gerechte und Sündlose nahm unsere Ungerechtigkeiten und Sünden auf sich. Er trug sie am Kreuz von Golgatha. Damit machte Er den Weg zu Gott, dem Vater, für dich und mich und für alle Menschen frei. Er tat es aus Liebe zu dir und mir, damit wir Vergebung empfingen und ewiges Leben hätten. Es liegt nun an mir und an dir, was wir daraus machen. Wer Gottes Wort annimmt, erfährt die Kraft und die Autorität Seines Wortes und wird überzeugt werden von Seiner Wahrhaftigkeit und von Seiner Glaubwürdigkeit. Jesus ist vom Tode auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden! Denn Er hat dem Tode die Macht genommen und den Sieg davongetragen. Es heißt: „Der Tod ist verschlungen in den Sieg! Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg?“ (1. Kor. 15, 54b. 55)

 

Christus ist siegreich auferstanden; Sein Grab ist leer. Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten? Nach Seiner Auferstehung ist Jesus vielen Brüdern erschienen, den Jüngern, der Maria und mehr als 500 Brüdern. Dann ist Er bald danach zum Vater zurückgekehrt, um die Ehrenurkunde in Empfang zu nehmen. Von dort wird Er wiederkommen und denen erscheinen, die an Ihn glauben. 

 

Gott zwingt niemanden zu glauben. Im Himmel gibt es nur Freiwillige, in der Hölle auch. Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott wohlzugefallen Ohne Glauben kannst du Gott weder erkennen, noch zu Ihm gelangen. Ohne Glauben erfährst du auch keine Wunder. Ohne Glauben empfängst du nichts von Gott.Der Glaube ist die ausgestreckte Hand, die Gottes Gabe und Geschenk entgegennimmt. 

 

Der Glaube an die Auferstehung Jesu wird heute von vielen in Zweifel gezogen. Dieser Glaube ist sehr wichtig. Mit dem Glauben an die Auferstehung Jesu steht oder fällt dein Glaube. Ohne diesen Glauben hast du nichts, nichts, was deinen Glauben aufrecht erhalten kann. Es heißt: „Und so gewiss es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht, so wird Christus, nachdem Er sich einmal zum Opfer dargebracht hat, um die Sünden vieler auf Sich zu nehmen, zum zweitenmal denen erscheinen, die auf Ihn warten, nicht wegen der Sünde, sondern zum Heil.“ (Hebr. 9, 27. 28)

 

Und darum lasst euch niemand das Ziel verrücken! Sondern seid bereit, den wiederkehrenden Herrn der Herrlichkeit zu erwarten.  Jesus sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an Mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“ (Joh 11, 25)

 

Und der Apostel Paulus sagt: „Wenn aber der Geist dessen, der Jesus aus den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird derselbe, der Christus aus den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch Seinen Geist, der in euch wohnt.“ (Röm. 8, 11)

 

Der Geist Gottes muss in uns Wohnung machen. (Joh 14, 23) Nur dann wird unser Glaube Früchte tragen, und unsere Hoffnung wird belohnt werden. Glaube an die Auferstehung Jesu aus den Toten! Und glaube an den Auferstandenen! Er führt uns zum Vater. Kein Mensch kann sagen „Ich bin die Auferstehung und das Leben!“ Jesus kann es sagen, denn Er ist wahrhaftiger Mensch und wahrhaftiger Gott, unser Erlöser! Kein Mensch kann sagen „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch Mich!“ Jesus kann es, Er ist Gottes Sohn, und Er hat Seine Gottessohnschaft durch Sein Leben und Sterben und durch die Auferstehung von den Toten bewiesen. Der Weg zu Gott ist frei! Die Zeit der Gnade für die Völker ist noch nicht zu Ende; sie naht sich dem Ende.

 

Jesus sagt: „Ich lebe, und ihr sollt auch leben!“

 

Alles Leben kommt von Gott. Jesus schenkt uns ewiges Leben, mittels unseres Glaubens. „Denn wie der Vater das Leben in Sich selbst hat, so hat Er auch dem Sohn verliehen, das Leben in sich selbst zu haben. Und Er hat Ihm Vollmacht gegeben, auch Gericht zu halten, weil Er der Sohn des Menschen ist. Verwundert euch nicht darüber! Denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, Seine Stimme hören werden, und sie werden hervorgehen: die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens; die aber das Böse getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.“ (Joh. 5, 26- 29)

 

 

 

63. Der Gerechte kommt um... 

 

 „Der Gerechte kommt um, und kein Mensch nimmt es zu Herzen; und begnadigte (treue, heilige) Männer werden hinweggerafft, ohne dass jemand bemerkt, es beachtet...(Jes. 57, 1, Genfer Studienbibel)

 

Die Prophezeiungen Jesajas sind zu den aus dem Exil Zurückgekehrten vor dem Bau des zweiten Tempels im Jahre 520 v. Chr. gerichtet. Die Auswirkungen des Götzendienstes, der Heuchelei und der Gleichgültigkeit waren immer noch zu spüren. Jesaja mahnt den Überrest des Volkes zur Verantwortung gegenüber dem Kommen eines neuen Königreiches, das anbrechen wird. Er unterstreicht es mit den Worten: „So spricht der Herr: Beobachtet das Recht und übet die Gerechtigkeit; denn mein Heil ist nahe, um herbeizukommen, und meine Gerechtigkeit, um offenbart zu werden.“ (Jes. 56, 1)

 

Was hat uns das heute zu sagen, was der Prophet vor nun 2.520 Jahren geweissagt hat? Beobachtet das Recht und übt Gerechtigkeit! Gibt es heute noch Recht und Gerechtigkeit? Ein Richter, dem diese Frage gestellt wurde, verneinte sie und fügte hinzu: „Wer glaubwürdige Beweise erbringen kann, der bekommt Recht.“

 

Wie ist es heute? 170.000 Christen sterben jedes Jahr den Märtyrertod, wahrscheinlich inzwischen noch mehr. Seitdem man sie zu zählen begann, kam man auf weit über 40 Millionen weltweit. Sechs Millionen Juden wurden von den Nazis in Polen und in Deutschland vernichtet. In Russland wurden Tausende getötet, in England und sonst wo in der Welt wurden Juden umgebracht, nur weil sie Juden waren. Und in Syrien herrscht seit vielen Jahren ein Bürgerkrieg. Man zielt auf Christen und Juden und trifft Männer und Frauen und kleine Kinder, unschuldige Menschen. In China, in Nordkorea und in vielen moslemischen Staaten klebt viel Blut an den Händen der Henker und Schlächter. In China werden immer mehr Christen verfolgt, inhaftiert und getötet. Aber die Zahl der Christen beträgt mehr als 40 Millionen und wächst weiter an. Die Gerechten werden getötet und nehmen gleichzeitig zu. Prediger des Evangeliums, Missionare, Gottes Diener, gerechte Männer und Frauen werden getötet. 

 

„Der Gerechte kommt um, aber es gibt keinen, der es zu Herzen nimmt!“ Können denn unsere Herzen dabei kalt und unberührt bleiben? Wo sind die Menschen, die erschüttert werden, wenn sie diese Fakten vernehmen? Oder haben wir uns an die Greuelbilder etwa gewöhnt, ist unser Herz erkaltet? Jesus sagt: „Und weil die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe in vielen erkalten!!“ (Mat. 24, 12) Israel ist der Zeiger an Gottes Uhr. Gibt es noch Wächter auf Zions Mauern, die die späte Stunde erkennen und auf ihre Knie gehen?

 

Es ist unsere Pflicht, für die Obrigkeit unseres Landes zu beten und für alle Menschen, besonders für die, die Not leiden. Das ist der Wille Gottes. Denke daran: Der Gerechte kommt um, und niemand nimm es zu Herzen! Der Zusatz nach der Genfer Übersetzung lautet: „... Männer werden hinweggerafft, ohne dass jemand es bemerkt, dass der Gerechte vor dem Unglück weggerafft wird.“

 

Die große Katastrophe kommt also noch nach ihrem Tod. Christen warten nicht auf die große Katastrophe, von der die Bibel spricht; sie warten auf ihren Herrn vom Himmel, von der die Bibel auch klare Aussagen macht. „Es ist genug gestorben!“ (Goethe)

 Warum nehmen die Ungerechtigkeit, Bosheit und Gewalttat überhand? Weil das Kommen Jesu nahe gerückt ist und der Widersacher Gottes nur noch wenig Zeit hat.

 

Warum ist das Kommen Jesu so nahe? Weil die Zeichen der Endzeit sich erfüllen und die Ungerechtigkeit, die Gesetzlosigkeit und Gewalttat überhandnehmen. 

 

Wo sind die Wächter auf Zions Mauern, die sich den Schlaf aus den Augen reiben

Wo sind die Wächter auf Zions Mauern, die das Gericht kommen sehen und es ankündigen? 

Wo sind die Wächter, die erschüttert zu Herzen nehmen, was sie sehen? 

Wo sind die Wächter, die sich und dem Herrn keine Ruhe lassen, die beten und flehen?

 

Unsere Welt hat nicht zu viele Christen, aber zu viele selbstzufriedene, selbstbewusste und selbstgerechte Menschen. 

 

 

 A) Gottes Gerechtigkeit

 

„Um Zions willen will ich nicht schweigen, und um Jerusalems willen will ich nicht ruhen, bis Seine Gerechtigkeit hervorbricht wie ein Lichtglanz und Sein Heil wie eine Fackel brennt.“ (Jes. 62, 1)

 

Es geht immer um Gottes Gerechtigkeit. Gott allein ist gerecht in allem was Er sagt und tut. In Seinem Licht sehen wir das Licht, und in Seiner Gerechtigkeit erkennen wir Gerechtigkeit. David sagt: „Deine Gerechtigkeit ist wie die Berge Gottes, Deine Gerichte sind wie die große Flut; Du, Herr, hilfst Menschen und Tieren. Wie lieblich ist Deine Gnade, o Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten Deiner Flügel Zuflucht finden.“ (Ps. 36, 7- 8)

 

Die Bibel spricht jedoch von dem Gerechten und den Gerechten. Der Erstere ist Jesus, und die Zweiten sind die durch Ihn gerecht Gemachten. Durch Sein vergossenes Blut sind wir gerecht gemacht. So ist Jesus unsere Gerechtigkeit. Im Glauben können wir das erfassen und diese Gewissheit auch bewahren. Gottes Gerechtigkeit muss in uns wohnen, aus uns hervorbrechen wie ein Lichtglanz, und um uns herum leuchten wie die Sonne. Jesus, der Gerechte, starb für die Ungerechten, der Sündlose für die Sünder. Der Gottlose, also der Ungerechte ist neidisch und verhasst auf den Gerechten, den Gottesfürchtigen, weil er nicht glauben will, dass Gott Sünder gerecht macht. Deshalb werden fast jeden Tag Christen ermordet. Und die Politiker und die Obrigkeiten des jeweiligen Landes schauen weg, oder nehmen es mit Genugtuung hin. Aus zuverlässiger Quelle hörte ich, dass in Nigeria seit Juni 2015 16.000 Christen getötet wurden. Der Psalmist sagt: „Sie rotten sich zusammen wider den Gerechten!“ Und an anderer Stelle: „Der Gottlose lauert auf den Gerechten und sucht ihn zu töten.“ (Ps. 94, 21; 37, 32)

 

Kurz bevor Jesus gekreuzigt wurde, sprach Er das Gebet für Seine Jünger und sagte dann zum Schluss: Gerechter Vater, die Welt erkennt Dich nicht, Ich aber erkenne Dich, und diese (Jünger) erkennen, dass Du Mich gesandt hast. Und Ich habe ihnen Deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der Du Mich liebst, in ihnen sei und Ich in ihnen.“ (Joh. 17, 25- 26)

 

Das unschuldige Lamm Gottes wurde an unserer Stelle ans Kreuz genagelt und starb für unsere Schuld. Der Mörder Barnabas wurde freigelassen, Jesus starb für die Mörder und Sünder! Einer musste den hohen Preis der Erlösung zahlen. Und das konnte nur der Schuldlose und Gerechte sein. Die Gerechtigkeit Gottes musste erfüllt werden. Und sie spiegelt sich genau darin wieder.

 

Der Gläubige ist durch das vergossene Blut Christi und durch seinen Glauben an Ihn gerecht gesprochen und hat Frieden mit Gott. (Röm. 5, 1. 7-9)

 

Gott macht einen Unterschied zwischen dem Gerechten und dem Gesetzlosen. Er hat einen Tag gesetzt, an dem Er ein gerechtes Urteil sprechen wird: „Dann werdet ihr den Unterschied sehen zwischen einem Menschen, der Mir Treue hält, und einem Gottlosen; ihr werdet erkennen, welche Folgen es hat, ob jemand Mir dient oder nicht.“ (Mal. 3, 18)

 

Man singt vom Sieg in den Hütten der Gerechten. Gott hält jedem, der zu Christus gehört, eine „Krone der Gerechtigkeit“ bereit. 

 

B) Gottes Zorn über die Ungerechtigkeit

 

Gott macht seine Augen niemals zu. Er übersieht nicht das Unrecht, die Ungerechtigkeit, die Unmoral, auch nicht den Unglauben und die Bosheit der Menschen. Nein, Er antwortet darauf, wenn Seine Zeit des Gerichts gekommen ist. Manche Christen sind über die Zunahme und die Ausmaße der Ungerechtigkeit und der Gesetzlosigkeit in der ganzen Welt bestürzt. Hat nicht Jesus das alles angekündigt und vorhergesagt? Du kannst es nachlesen: „Weil die Gesetzlosigkeit immer größere Ausmaße annimmt, wird auch die Liebe bei vielen erkalten. Wer dann bis zum Ziel (zur Vollendung) ausharrt, der wird gerettet werden.“ (Mat. 24, 12. 13, Bruns)

 

Die Gesetze werden heute nicht mehr nach der Vernunft oder der Notwendigkeit zum Wohl der Menschen, und schon gar nicht nach der Bibel ausgerichtet und erlassen, sondern nach dem Geschrei und dem Wohlwollen der ohnehin schon Gesetzlosen. Deshalb nimmt die Gesetzlosigkeit auch immer stärkere Ausmaße an, schürt das Chaos und das Abdriften einer gottlosen Gesellschaft. Die wenigen vernünftigen Christen konnten sich im deutschen Bundestag gegen die Homo- Ehe und die Ehe für alle nicht durchsetzen. Das ist der Beginn des Untergangs unseres christlichen Abendlandes!

 

Kann es eigentlich noch schlimmer kommen? Aber eins haben sie aus den Augen verloren: Gott schaut vom Himmel zu! Wir wissen nicht, wie lange Gott zuschaut. Denn die Bibel sagt: „Gottes Zorn wird vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen offenbart, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit und Bosheit aufhalten.“ (Römer 1, 18)

 

Durch das frevelhafte und boshafte Verhalten und durch die Ungerechtigkeit der Menschen wird also die Wahrheit Gottes aufgehalten. Doch das Gericht über sie können sie nicht aufhalten, auch nicht gegen die Naturgewalten. So gewiss wie das Heil Gottes in Christus für alle Menschen festgelegt ist, so ist auch Gottes Gericht über alles gottlose Wesen fest beschlossen und unabänderlich festgelegt. Das fordert die Gerechtigkeit Gottes. Gnade und Gericht stammen aus dem Mund Gottes. Paulus beleuchtet diese Wahrheit im Römerbrief. Er zeigt schon im ersten Kapitel den dunklen Hintergrund seiner Betrachtung, nämlich die strafende Gerechtigkeit im Zorn Gottes über alle Gottlosigkeit auf. Und darum sprich Paulus auch so offen über die Sünden in Kapitel eins, die Gottes Zorn hervorrufen, beschleunigen und erforderlich machen. Die Sünde in ihrer Macht wird der Heiligkeit und der Größe Gottes gegenübergestellt. Wer dieses erfasst, kann auch die Frohe Botschaft erfassen und so Gottes Gerichtszorn entgehen. Gottes Schöpfung genügt, um an den Schöpfer glauben zu können; und die Botschaft von Golgatha genügt, um an Jesus zu glauben und gerettet zu werden. Es ist doch so: Der Mensch will nicht glauben! Darum sagt die Bibel auch: „Weil ihnen nichts daran lag, Gott selbst zu erkennen, hat Gott sie nichtswürdigem Denken preisgegeben, so dass sie alle jenen unziemlichen Dinge tun.“ V. 28 

 

Darum steht auch Gottes Urteil fest: „Von Gott dahingegeben!“

 

Gott hat sie dahingegeben in eine verworfene Gesinnung. Gottes Wort kann sie nicht erschüttern oder zur Umkehr bewegen. Vielen werden die Augen, wie einem Maulwurf, erst nach dem Tod aufgehen. „Aber das feste Fundament, das Gott gelegt hat, können sie nicht erschüttern. Es trägt die Aufschrift: „Der Herr kennt alle, die zu Ihm gehören,“ und ebenso: „Wer sich zum Herrn bekennt, der darf nicht länger Unrecht tun.“ (2. Tim. 2, 19, Hof)

 

 

 C) Die Zeit ist nahe

 

 „Glückselig ist, der die Worte der Weissagung liest, und die sie hören und bewahren, was darin geschrieben steht! Denn die Zeit ist nahe.“ (Offb. 1, 3)

 

Die um des Namens Jesu willen getötet werden, die werden von Gott gerächt werden, und ihr Lohn im Himmel ist groß. (Mat. 5, 12; 1. Petr. 3,14- 18) Wir müssen die Propheten und die Offenbarung Jesu Christi lesen, hören und im Herzen bewahren, denn die Erfüllung dieser Zeit ist nahe! Johannes spricht auch von den Märtyrern. Er sah ich unter dem Altar die Seelen derer, die hingeschlachtet worden waren um des Wortes Gottes willen und um des Zeugnisses willen, das sie hatten. Sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: „Wie lange, o Herr, Du Heiliger und Wahrhaftiger, richtest Du nicht und rächst nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen?“ 

Es heißt weiter: „Und jedem von ihnen wurden weiße Kleider gegeben, und es wurde ihnen gesagt, dass sie noch eine kleine Zeit ruhen sollten, bis auch ihre Mitknechte und ihre Brüder vollendet wären, die auch wie sie getötet werden sollten.“ (Offb. 6, 10- 11)

 

Gottes Gerechtigkeit wird zu Gottes Zeit hervorbrechen wie ein Lichtglanz und Sein Königreich, das Tausendjährige Friedensreich Jesu, wird auf Erden anbrechen wie es die Propheten gesagt haben. Bei der siebten Posaune heißt es: „Die Königreiche der Welt sind unseres Herrn und Seines Gesalbten zuteil geworden, und Er wird herrschen in alle Ewigkeit.“ 

 

Und dann sprachen die vierundzwanzig Ältesten: „Wir danken Dir, o Herr, Gott, Du Allmächtiger, der Du bist und der Du warst und der Du kommst, dass Du Deine große Macht an Dich genommen und die Königsherrschaft angetreten hast!“ (Offb. 11, 15b. 17)

 

Alles, was durch Gottes Geist geschrieben steht, das inspirierte Wort, muss erfüllt werden. Jesus selbst hat an vielen Stellen davon gesprochen: „Alles muss erfüllt werden, was geschrieben steht!“

 

 

 

62. „Wo warst du, als Gott die Erde gründete?"

 

 Hiob war ein untadeliger Mann, der Gott fürchtete und das Böse mied. Aber Satan sprach zu Gott: „Ist Hiob umsonst gottesfürchtig? Hast Du nicht ihn und sein Haus und alles, was er hat gesegnet? Aber strecke doch Deine Hand aus und taste ihn und alles an, was er hat; lass sehen, ob er Dir dann nicht ins Angesicht absagen wird!“ (Hiob 1, 9- 11)

 

Und dann erlaubte Gott dem Satan, Hiob mit einer schweren Krankheit anzutasten und ihn so auf die Probe zu stellen. Das Leid muss schier unerträglich für Hiob gewesen sein. Seine Freunde gaben ihm keinen Trost. Ihre Reden verschlimmerten sein Leid noch, denn sie sagten: „Gott schlägt doch keinen Menschen, der untadelig und unschuldig ist; da muss doch eine Schuld bei dir vorliegen!“ Und dann kamen Anklagen aus Hiobs Mund an Gott gerichtet. Gottes Augen entging nicht das Leiden Hiob. Er nimmt Notiz von allen Leidenden, und Er nimmt auch Notiz von der Reaktion darauf. Der Mensch, das Geschöpf, hat kein Recht, seinen Mund gegen den Schöpfer aufzutun. Gott macht in allem, was Er macht, keine Fehler. Du kleines Menschlein bist in den Augen Gottes wie ein Sandkönlein am Meeresstrand. Doch Gott liebt dich dennoch. Du hast Sünde und Schuld auf dich geladen, Gott liebt dich dennoch. Du bist Gott Dank und Anbetung schuldig, aber Er liebt dich. In der Schwere seiner Leiden wollte Hiob eine Antwort von Gott, indem er Gott für sein Leid zur Rechenschaft ziehen wollte. Das funktioniert nicht! Gott ist souverän. Nein - Gott muss uns zur Rechenschaft ziehen! 

 

Hiob war nur mit sich und seinem Leid beschäftigt, doch Gott schwieg. Gott muss nicht auf alle unsere Fragen, auch nicht auf alle Gebete eingehen. Er gab Hiob auch keine Erklärung dazu. Er wusste, dass sein Leid bald beendet sein wird und es Hiob danach besser gehen wird als je zuvor. Gott stellt sich Hiob vor als der Weltenschöpfer und erteilte ihm darin eine Lehrstunde. Es ist ja typisch für die meisten Menschen: Sie sehen Sonne, Mond und Sterne am Firmament, sie schauen ins Weltall und sehen ein wenig in die Galaxie der Sternenzelt und können Gott nicht hinter all dem erkennen. Gott antwortete Hiob aus dem Wettersturm und sprach zu ihm:

 

„Wer verfinstert da den Ratschluss mit Worten ohne Erkenntnis? Gürte doch deine Lenden wie ein Mann! Ich will dich fragen, und du sollst mich belehren!“

Zu keinem anderen Menschen hat Gott so gesprochen, aber kein anderer Mensch, der die Beurteilung Hiobs hatte, wurde je so geprüft wie Hiob. Kein Mensch kann Gott belehren. Und Gott sprach weiter zu Hiob: „Wo warst du, als Ich den Grund der Erde legte? Sprich es aus, wenn du Bescheid weißt! Wer hat ihre Maße bestimmt? Weißt du das? Wer hat die Messschnur über sie ausgespannt? Worin wurden ihre Grundpfeiler eingesenkt, oder wer hat ihren Eckstein gelegt, als die Morgensterne miteinander jauchzten und die Söhne Gottes jubelten? Wer hat das Meer mit Schleusen verschlossen, als es hervorbrach, heraustrat (wie) aus dem Mutterschoß, als Ich es in Wolken kleidete und Wolkendunkel zu seinen Windeln machte; als Ich ihm seine Grenze zog und Riegel und Tore einsetzte und sprach: „Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter; hier soll sich der Stolz deiner Wellen legen?“ (Hiob 38, 1- 11, Schl.)

 

Hiob wollte Gott anklagen, doch dann sieht er sich selbst auf der Anklagebank. Gottes gewaltige Größe und Seine große Weisheit und Schöpferkraft kommt besonders in der Schöpfung des Kosmos mit seinen Planeten und Galaxien zum Ausdruck. Darin sind sich wohl alle Astronomen einig. Die meisten Menschen sehen die Schöpfung und übersehen den Schöpfer, den man doch durch Nachdenken erkennen kann (Röm. 1, 20), und es keines weiteren Beweises für die Existenz Gottes bedarf. Man glaubt eher an Zufälle und an den Urknall, den es nie gab, als an den Schöpfer. Der Mensch glaubt an wahnsinnige Dinge, aber nicht an Gott. Wen wundert es, da doch die Universitäten die irrigen Ansichten eines Darwin von der Evolution Glauben weiterhin lehren, obwohl sie wissen müssten, dass Darwin seine Lehre als 18- jähriger aufstellte und in seinem Alter reumütig zurücknahm. Warum verdunkelt man seine Rücknahme in seinem Alter? Die kurzsichtige Lehre Darwins erscheint den kurzsichtigen Studenten plausibel, den weitsichtigen Astronomen aber nicht. Es gibt nur Weltraumforscher, die an Gott, den Schöpfer, glauben. Werner von Braun sagte: „Je tiefer wir in den Weltraum vordringen, desto größer wird mein Glaube an Gott!“

 

Doch so ist es bis heute geblieben: Der egozentrisch und egoistisch denkende sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Auch im Mikrokosmos, in kleinsten Teilchen, wird die Vielfalt der Schöpferkraft Gottes bewundert. Die Physik führt uns notwendig zu Gott hin, nicht von ihm fort. Keiner der Erfinder des Atheismus war ein Naturwissenschaftler, nur Philosophen. Nietzsche sagte in jungen Jahren Gott ab, wurde auch Nihilist, lebte in seinem letzten Jahr von 1899 bis 1900 in geistiger Umnachtung und starb im Wahnsinn. Voltaire fr. Philosoph sagte: „Die Bibel wird in weniger als 100 Jahren als solche nicht mehr existieren, nur noch im Museum zu sehen sein.“

 

In dem Gebäude in Genf, wo er es sagte ist eine Bibelanstalt entstanden, wo die Bibel in vielen Sprachen zu Tausenden gedruckt und in alle Welt versandt wird. Die Bibel ist das meist gedruckte Buch der Welt und wird in fast allen Sprachen gedruckt und gelesen. Das war Gottes Antwort! Die Bibel, Gottes Wort, ist ohnehin das Buch der Bücher.

 

Hiob brauchte und erhielt Nachhilfeunterricht in der Schöpfung Gottes vom Schöpfer selbst. Brauchst du auch Nachhilfeunterricht? Gott erteilte Hiob Aufklärung in Sternkunde. Und es genügte ihm, was Gott sagte. Er demütigte und beugte sich vor seinem Schöpfer und sprach: „Siehe, ich bin zu gering; was soll ich Dir erwidern? Ich will meine Hand auf meinen Mund legen!“ (Hiob 40, 4)

 

Viele versäumen es, ihre Hand auf den Mund zu legen und sich vor Gott zu beugen. Vielen muss Gott selbst die Augen öffnen. Platon sagt: „Die Natur ist ein Brief viel zu wenig gelesen.“

 

Wir müssen nicht Naturwissenschaftler sein, um Gott in der Natur zu erkennen. Und Max Planck sagt: „Wohin und wie weit wir auch blicken mögen, zwischen Religion und Naturwissenschaft finden wir nirgends einen Widerspruch, wohl aber gerade in entscheidenden Punkten volle Übereinstimmung.“

 

Der in Sünde gefallene Mensch der dadurch verfluchte Erdboden, der durch Dornen und Diesteln die Ackerarbeit erschwert und die ganze Kreatur  bedürfen einer Erlösung und Neuschöpfung. (1. Mo. 3, 17; Röm. 8, 18- 25) Dazu ist Jesus gekommen. Paulus sagt: „Gott ist zwar unsichtbar, doch an Seinen Werken, der Schöpfung, haben die Menschen seit jeher Seine göttliche Macht und Größe sehen und erfahren können. Sie haben also keine Entschuldigung.! (Röm. 1, 20)

 

 

 

61. Die Wahrheit wird euch freimachen!

 

 „Was ist Wahrheit?“, sagte Pilatus zu Jesus. Mit der Wahrheit geht man auch heute nicht bedachtsam, nicht behutsam, nicht ernsthaft und nicht glaubwürdig um. Aber das ist zum Schaden derer, die so damit umgehen.

 

Der wahrheitssuchende Mensch ist der, welcher Gott sucht, und wer Gott sucht, kann es nur auf dieser Grundlage der Wahrheit tun. David sagt: Sende Dein Licht und Deine Wahrheit, dass sie mich leiten, mich bringen zu Deinem heiligen Berg und zu Deinen Wohnungen, dass ich komme zum Altar Gottes, der meine Freude und Wonne ist, und dich preise auf der Laute, o Gott, mein Gott! Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Warte auf Gott, denn ich werde Ihm noch danken, dass Er meine Rettung und mein Gott ist!“ (Psalm 43, 3- 5)

 

Warum geschieht so viel im Dunkeln, warum so viel Geheimniskrämerei? Die Bibel sagt dazu: „Das Licht ist in die Welt gekommen, aber die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht. Denn alles, was sie tun, ist böse. Wer Böses tut, scheut das Licht und bleibt lieber im Dunkeln, damit niemand seine Taten sehen kann.“ (Und nun kommt es:) „Wer aber die Wahrheit Gottes liebt und das tut, was Er will, der tritt ins Licht! An ihm zeigt sich: Gott selber bestimmt sein Handeln.“ (Joh. 3, 19- 21)

 

Wer die Dunkelheit liebt und dunkle Machenschaften, der verirrt sich, verrechnet sich und verfehlt sein Ziel! Sünde heißt Zielverfehlung. Wer die Wahrheit liebt und das Licht, der kommt ans Ziel.

 

Jesus ist Licht und Wahrheit. Wer im Dunkeln und in Unwahrheit lebt, der muss nicht darin bleiben. Man muss die Wahrheit wollen, sie suchen und ihr ins Gesicht sehen. Dann erst kannst du die Stimme des „Königs der Wahrheit“ wahrnehmen. Und dieser König sagt: „Wer die Wahrheit tut, der kommt ans Licht!“ (Joh. 3, 21) Und Er sprach zu den Juden, die an Ihn glaubten: „Wenn ihr an Meinen Worten festhaltet und das tut, was Ich euch gesagt habe, dann gehört ihr wirklich zu Mir. Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien (freimachen).“ (Joh. 8, 31- 32, Hof)

 

Gott will, dass alle Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit kommen und gerettet werden. Jesus löst und erlöst jeden in Ketten gebundenen und in Sünden versklavten, der freiwerden möchte. „Wenn du keinen Ausweg mehr siehst, dann rufe Mich zu Hilfe! Ich will dich retten, und du sollst Mich preisen.“ (Ps. 50, 15)

 

 

 

 60. Die heilbringende Gnade

 

 Für vieleChristen, (auch Pastoren) ist das Neue Testament leider nicht mehr verbindlich. Wenn das so auch bei dir ist, dann brauchst du gar keine Bibel. Dann erreichst du so oder so dasselbe, nämlich gar kein Ziel. Mit der Distanzierung vom geschriebenen Wort Gottes distanzieren sich solche Menschen von Gott und stempeln Ihn zum Lügner, Ihn, der nicht lügen kann. Auch haben sie das Buch der Offenbarung nicht gelesen: (Offb. 22, 18. 19)

 

Was bleibt ihnen da noch übrig, wenn so der christliche Glaube seines Inhalts beraubt wird? Wer nicht das ganze, vollständige Wort Gottes annimmt, gleicht einem Rosinenpicker, sucht den bequemen Weg der Erlösung und landet auf dem „Breiten Weg“, auf dem viele wandeln und im Verderben enden.

 

Auch die Ausleser des Wortes, die vieles weglassen, das Wort zerpflücken, sogar verdrehen und differenzieren, es verfärben, verändern und abschwächen, machen sich des Wortes schuldig! „Das Wort sie sollen lassen stahn!“ (Martin Luther)

 

So gleiten viele an der heilbringenden Gnade Gottes und an der Erlösung vorbei. Gott offenbart seine heilbringende Gnade und die Kraft seines erlösenden Wortes nur demAufrichtigen, dem Wahrheitssuchenden, und dem Gehorsamen, also auch nur dem, der sein Wort vollständig akzeptiert und aneignet.

 

Nichtwiedergeborene Menschen haben keine lebendige Hoffnung. Sie haben keine Hoffnung über den Tod hinaus, keine Hoffnung der Herrlichkeit bei Gott, keine Hoffnung des ewigen Lebens!

 

Der Vater unseres Herrn Jesus Christus hat uns „aufgrund seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren! Er hat uns wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung!“

 

Diese Hoffnung ist keine vage Hoffnung, sondern eine lebendige und in unserem Herzen gefestigte. Sie ist uns geschenkt worden durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“ (1. Petr. 1, 3)

 

„Die Gnade Gottes ist heilbringend erschienen für alle Menschen.“ Sie nimmt uns in Zucht! Gotteskinder akzeptieren, was Gott sagt, und sie versuchen auch danach zu leben. 

 

Wir akzeptieren die Ehe, die Gott so gesetzt hat zwischen einem Mann und einer Frau, und nichts anderes. „Die heilbringende Gnade nimmt uns in Zucht!“

 

Unzucht ist abscheulich und gegen Gottes Ordnung und Gesetz. Unzucht schließt den Segen Gottes aus. Wer Gottes heilbringende Gnade annimmt, wird von Gott dahingehend gezüchtet, dass er „Gottlosigkeit und weltliche Begierden verleugnet.“ 

 

Wie geschieht das, oder wer oder was bewirkt das? Der in uns wohnende Heilige Geist richtet unsere Gedanken und Sinne auf die gesunden, heilbringenden Gedanken Gottes, die in seinem Wort festgeschrieben sind, sodass wir kein Bedürfnis und keine Lust mehr nach weltlichen Dingen haben, weil Jesus uns „volles Genüge“ ist. Wir haben etwas Besseres, als was die Welt uns bietet, etwas, das beständig und bleibend ist. Die weltlichen Freuden sind unbeständig. Die Freude, die Jesus uns schenkt, ist bleibend und ewig.

 

Du kannst weiterhin nach bunten Seifenblasen greifen und von Luftschlössern träumen, oder der Realität und Wahrheit ins Auge schauen! Du kannst besonnen und gottesfürchtig leben in der jetzigen Weltzeit, indem du die „glückselige Hoffnung erwartest und die Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Retters Jesus Christus.“ (Titus 2, 11- 13)

 

Auch Tannenbaumkugeln platzen leicht, und auch viele Geschichten, die vom Baum und Weihnachten erzählt werden. Lies die Geschichten in der Bibel! Sie sind wahr und zuverlässig! (Lukas 1 u. 2)

 

Die Liebe Gottes, Seine Gnade und Güte und Langmut leitet dich zur Umkehr zu deinem Gott und Vater. Die heilbringende Gnade ist in Jesus. ergreife sie. Mit ihr erfasst du die glückselige Hoffnung., nämlich die Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Retters Jesus Christus.

 

Die Menschheit ohne Gott hat keine Hoffnung; sie verharrt in Dunkelheit, in Ungewissheit und in Angst.

 

 

59. Die Welt im Umbruch 

 

 Gott schickt uns viele Flüchtlinge: „Geht ihnen entgegen mit Wasser und Brot!“ (Jes. 21, 14. 15) Christen müssen Gutes tun!

 

Gericht über die Heidenvölker (Mat. 25, 31- 40) Gal. 6, 9.10

 

ISRAEL: „So spricht der Herr der Heerscharen: „Ich will sie herbeibringen, dass sie mitten in Jerusalem wohnen sollen; und sie werden mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein...“ Sach.8, 8

 

Gott hat einen Plan mit seinem Volk, und er führt ihn aus. Darum sehen wir soviel Bewegung bei den Nachbarstaaten Israels. Die Völker erheben sich gegen Israel und gegen die Christen (Ps. 2). Wer Gott nicht auf der Rechnung hat, der verrechnet sich! „Und es soll geschehen, wie ihr ein Fluch gewesen seid unter den Heidenvölkern, so will ich euch erretten, dass ihr ein Segen werden sollt.“ (Sach. 8, 13)

 

Israels Ungehorsam (5. Mo.11, 26-28; 28, 13) brachte ihnen Zerstreuung, Züchtigung und Verfolgung ein. Aber Gott hat gesammelt, was er zerstreut hatte. „Ihr werdet mein Volk sein, und ich werde euer Gott sein!“ Gott wird seinen Geist auf Israel ausgießen und einen neuen Bund schließen. „Und der Herr wird dich zum Haupt setzen und nicht zum Schwanz…“ (Sach. 12, 10) Israel wird in den letzten Tagen an Bedeutung gewinnen, nicht verlieren. „Es werden noch Völker vieler Städte kommen, um den Herrn anzuflehen und den Herrn der Heerscharen in Jerusalem zu suchen!“ (Sach. 8, 20)

Beten wir für Deutschland, dass wir nicht zum Schwanz werden! Das ist doch nicht so schön.

 

Gott wird das Geschick Israels wenden!

 

„Schreibe die Worte in ein Buch“ Jer. 30, 2.3.8.13.14.17.19f. Gott hat sein Volk hart geschlagen, er erbarmt sich seines Volkes: Er will Genesung und Heilung bringen. „Loblieder und Freudengesänge sollen von ihnen ausgehen; und ich werde sie mehren und nicht mindern, ich werde sie herrlich machen.“ 

 

Am Ende der Tage: (Dan. 12,13; Mat. 24,3) Es wird kommen, der da kommen soll, unser und Israels Erlöser! (Jer. 30, 24; Jes. 2) Haggai sagt: „Mein Geist soll in eurer Mitte bleiben; fürchtet euch nicht! So spricht der Herr der Heerscharen: Noch einmal, eine kurze Weile, werde ich den Himmel und die Erde erschüttern, das Meer und das trockene Land; und ich werde auch alle Heidenvölker erschüttern, und das Ersehnte aller Heidenvölker wird kommen: und ich werde dieses Haus mit Herrlichkeit erfüllen, spricht der Herr der Heerscharen.“ (Hag.2, 5b-7; Hebr. 12, 26- 29) 

 

Die Bibel, Gottes Wort, ist für alle Menschen geschrieben worden. Gott wendet sich vermehrt den Nationen zu. Die „Vollzahl der Heiden“ muss zuvor erreicht werden. Paulus sagt: „Hinsichtlich des Evangeliums sind sie zwar Feinde um euretwillen, hinsichtlich der Auserwählung aber Geliebte um der Väter willen.“ (Röm. 11, 28) 

 

Doch das verhasste und weitgehend isolierte Volk der Juden wird noch wunderbare Tage in nicht allzu ferner Zukunft erleben. Der Israel geschlagen hat, der wird es heilen, der es gedemütigt hat, wird es groß machen vor allen Nationen. Das Volk wird umkehren zu Gott und ihn weinend anschauen, den sie durchstochen haben. (Jer. 31, 7- 11; Sach. 12, 10) Gott wird ihnen ein neues Herz geben, einen neuen Bund mit Israel schließen. (Jer. 31, 31- 34; Hes. 36, 26- 28)

 

Der Nahe Osten – der Konfliktherd

 

Im Nahen Osten, dem Konfliktherd der Erde, herrscht kein Friede. Israel ist noch mit Blindheit geschlagen bis zum heutigen Tag. Doch die Zeit wird kommen, wo Gott dem ganzen Volk die Augen öffnen wird und sie ihren Messias erkennen werden. Gott wird sich auch den Ägyptern zu erkennen geben (Jes. 19, 21- 25), und den Stolz der Philister (Palästinenser) wird er brechen u. Frieden schaffen. (Sach. 9, 6- 8) Was Menschen nicht schaffen, das schafft Gott. Blindheit ist über den Nationen und über Israel (2. Kor. 4,3; 3,14; Jes. 25,7). Verwerfung Israels = Versöhnung der Welt

 

Salomos Worte werden Erhörung finden. Am Schluss betet er: „Möchten diese meine Worte, mit denen ich vor dem Herrn um Gnade gefleht habe, dem Herrn, unserem Gott, nahe sein, Tag und Nacht, dass er das Recht seines Knechtes und das Recht seines Volkes Israel ausführe…, damit alle Völker der Erde erkennen, dass der Herr Gott ist und sonst keiner!“ (1. Kön. 8, 59. 60) 

 

Am Ende wird weltweit Gotteserkenntnis und Friede sein.

 

 

 

58. Kauft die Zeit aus!

 

 1. Nutzt die Tageszeit zum Gutes Tun!

 

„Werdet nicht müde, Gutes zu tun. Es wird eine Zeit kommen, in der ihr eine reiche Ernte einbringt. Gebt nur nicht vorher auf! Solange uns noch Zeit bleibt, wollen wir allen Menschen Gutes tun; vor allem aber denen, die mit uns an Jesus Christus glauben.“ (Gal. 6,  9. 10, Hfa)

 

Das Bedürfnis, schlafen zu wollen, hat verschiedene Gründe. Zum Einen kann es durch Überarbeitung hervorgerufen werden. In einer späten Nachtstunde sagt dir dein Körper: Hör mal, du musst schlafen, dein Körper braucht Ruhe!“ Junge Leute überhören diese Stimme oft; oder sie halten sich mit starken Getränken wach. Gott hat es so wunderbar eingerichtet, dass wir des Nachts ruhen können. Deshalb schaltet Er am späten Abend das Licht ganz langsam aus. Aber seitdem es Kunstlicht gibt, machen die Menschen die Nacht zum Tag und halten sich nicht an Gottes Ordnung.

 

Im obigen Bibelvers geht es jedoch nicht um die körperliche Müdigkeit, sondern um die geistliche. Wir sollen nicht müde werden, Gutes zu tun..., vor allem an unseres Glaubens Genossen. Der Vers sagt aus, dass wir dadurch zu seiner Zeit eine reiche Ernte einbringen werden. Und er sagt auch aus, dass die Zeit, Gutes zu tun, begrenzt ist und aufhören wird.

 

 

 

2. Nutzt die Tages- und Nachtzeit zum Lobpreis Gottes!

 

Die Vögel würden wahrscheinlich weiter singen und ihren Schöpfer 24 Stunden loben, gäbe es nachts keine Dunkelheit. Doch Gott wusste: Das halten ihre Kehlen nicht durch. Sie brauchen keine Überstunden machen, 12 Stunden Lobpreis sind genug. Wieviel Lobpreiszeit haben wir Menschen für Gott? Nutzt die Tageszeit zum Lobpreis Gottes! Wenn diese nicht ausreicht, dann nutzt auch die Nachtzeit. Gott gebührt Preis und Ehre, Lob und Anbetung! Die Amsel lobt Gott im Sommer dreimal täglich. Die Nachtigall hat Gott mit 21 verschiedenen Melodien ausgerüstet, um Gott zu loben. Vielleicht müssen wir Menschen bei ihnen Nachhilfeunterricht nehmen. Wir haben viel Grund, unseren Herrn zu loben, Tag und Nacht. David sagt: "Ich will den Herrn preisen allezeit, Sein Lob soll immerzu in meinem Munde sein." (Psalm 34, 2)

"Er gab mir ein neues Lied in meinen Mund, ein Lob für unseren Gott. Das werden viele sehen und sich fürchten und werden auf den Herrn vertrauen." (Ps. 40, 4)

Als David vor Saul in die Höhle floh, dichtete er: "Wach auf, meine Seele, Harfe und Laute, wacht auf! Ich will die Morgenröte wecken. Herr, ich will Dich preisen unter den Völkern, ich will Dir lobsingen unter den Nationen! Denn groß bis zum Himmel ist Deine Gnade, und Deine Treue bis zu den Wolken!" (Ps. 57, 9- 11)

"O Gott, Du bist mein Gott; frühe suche ich Dich!" (Ps. 63, 2)

Auch der Sänger und Psalmdichter Asaph lobte viel und häufig seinen Gott. Er sagt: "Ich gedenke an mein Saitenspiel in der Nacht, ich sinne in meinem Herzen nach, und es forscht mein Geist." (Ps. 77, 6- 7)

 

"Mitten in der Nacht stehe ich auf, um Dir zu danken für die Bestimmungen Deiner Gerechtigkeit." (Ps. 119, 62)

 Ja, wenn du nachts wach wirst, lobe und danke Gott, dann wirst du süß schlafen. Gott gibt auch Loblieder in der Nacht. (Hiob35, 10)

 

 Nutzt die Tages- und Nachtzeit zum Gebet!

 

 

 Nutzt die Tageszeit für das Werk Gottes!

 

 Wenn die Zeit dazu nicht ausreicht, dann nutzt auch die Nachtzeit. Die Zeit, die Gott uns gibt, ist kostbar. Sie läuft irgendwann ab. Viele Leute verschlafen die kostbare Zeit und könnten doch im Reiche Gottes aktiv sein. Die Bibel sagt: „Kauft die Zeit aus!“

 

„Denn ihr wart einst Finsternis; jetzt aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts! Die Frucht des Geistes besteht nämlich in lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. Prüft also, was dem Herrn wohlgefällig ist, und habt keine Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, deckt sie vielmehr auf.“ (Eph. 5, 8- 11) 

 

 Was wäre das für ein großer Sieg für die Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit, wenn das, was im Dunkeln geschieht in der Politik und  in der Gesellschaft, aufgedeckt würde und ans Licht käme! „...denn was heimlich von ihnen getan wird, ist schändlich auch nur zu sagen. Das alles aber wird offenbar, wenn es vom Licht aufgedeckt wird... Darum heißt es: Wache auf, der du schläfst, und stehe auf aus den Toten, so wird dich Christus erleuchten!“ (Verse 12- 14)

 

Viele scheuen das Licht. Sie schwirren im Halbdunkel, wie die Fledermäuse, oder sind nachtaktiv wie die Eulen. Gottes Reich wird durch Christus und Gottes Geist gebaut. Und das geschieht im Licht und am Tage. Gotteskinder sind Kinder des Tages, nicht Kinder der Nacht. Paulus sagt weiter: „Seht nun darauf, wie ihr mit Sorgfalt wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise; und kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse.“ (V. 15. 16)

 

„Ihr alle seid Söhne des Lichts und Söhne des Tages. Wir gehören nicht der Nacht an noch der Finsternis. So lasst uns auch nicht schlafen wie die anderen, sondern lasst uns wachen und nüchtern sein!“ (1. Thess. 5, 5. 6)

 

 

 4. Die Zeit auskaufen!

 

Christen müssen hellwach sein und im Licht wandeln, denn die Tage sind böse, in welchen wir leben. Und nur so können wir auch Gemeinschaft haben mit dem Vater und dem Sohn und untereinander. (1. Joh. 1, 7) Die Zeit auskaufen heißt, die Gelegenheit nutzen. Viel Zeit blieb oft ungenutzt für Gottes Werk, die Zeit, die vor uns liegt und die der Herr uns gewährt, können wir nutzen. In der Übersetzung „Hoffnung für alle“ lesen wir im Epheserbrief: „Dient Gott, solange ihr es noch könnt, denn wir leben in einer schlimmen Zeit. Seid nicht verbohrt; sondern begreift, was der Herr von euch will! Betrinkt euch nicht; das führt nur zu einem ausschweifenden Leben. Lasst euch vielmehr von Gottes Geist erfüllen. Singt für den Herrn, und jubelt aus vollem Herzen! Im Namen unseres Herrn Jesus Christus dankt Gott, dem Vater, zu jeder Zeit, überall und für alles!“ (Eph. 5, 16- 20)

 Oft hört man sagen: „Ich habe keine Zeit!“ Ehrlicher wäre: „Ich nehme mir keine Zeit für dies oder jenes.“

 Auch in seinem Brief an die Kolossergemeinde weist Paulus die Christen darauf hin, die Zeit auszukaufen und zu nutzen. Er sagt: „Wandelt in Weisheit denen gegenüber, die außerhalb der Gemeinde sind, und kauft die Zeit aus! (Kol. 4, 6)

 

 

 5. Ablenkungsmanöver

 

Jemand sagte einmal: „Wenn wir uns aufmachen, Gutes zu tun, Fürbitte zu tun, zu beten und Gott zu loben, Kranke zu besuchen, dann macht sich sofort der Feind auf, uns daran zu hindern: „Ach, mir geht es gerade nicht so gut! Heute habe ich einen Arzttermin. Wenn ich beten will, klingelt das Telefon, oder es klopft jemand an der Tür.“ 

 

Das Telefon kann man abstellen, und die Tür kann man zuschließen. Die Tagesnachrichten sind meistens Negativnachrichten. Sie dürfen bei Christen nicht Priorität haben, sondern die Morgen- und Abendandachten müssen den ersten Platz einnehmen. Nur die Bibel vermittelt gute Nachrichten, Segen und Heil. Wir beschäftigen uns auch nicht so sehr mit bibelfremden Lehren und heidnischen Religionen, sondern mit der gesunden Lehre des Wortes Gottes. Es gibt nützliche Dinge, die Gottes Werk fördern, und unnütze Dinge, die uns wertvolle Zeit rauben und unsere Gebetszeit verkürzen. Die Bibel spricht von teuren Zeiten, von schweren Zeiten und von greulichen Zeiten. (Mat. 24, 7; 2. Tim. 3, 1) Der Teufel versucht jeden zu verführen. Jesus hat alle Versuche des Teufels mit dem Schwert des Geistes abgewehrt. (Mat. 4) Die Zeit des Versuchers läuft bald ab.

 

6. Die Zeit der Gnade

 

Gott hat es so wunderbar eingerichtet und durch Jesus das Heil Gottes für alle Menschen erwirkt. Gott hat die „Zeit der Gnade“ eingeführt. Paulus schreibt im zweiten Korintherbrief: „“Als Gottes Mitarbeiter bitten wir euch: Lasst die Gnade, die Gott euch geschenkt hat, in eurem Leben nicht ohne Auswirkung bleiben. Denn Gott hat gesagt: „Ich will dein Gebet erhören. Es wird eine Zeit der Gnade für dich geben, einen Tag, an dem du meine Hilfe erfährst!“ Genau diese Zeit ist jetzt da, der Tag der Rettung ist nun gekommen.“ (2. Kor. 6, 1. 2)

 

Dieser Tag der Gnade oder Tag des Heils ist schon sehr lange da, nämlich seit 2.000 Jahren. Und dieser Gnadentag Gottes geht nun dem Ende entgegen. (Jes. 49, 8) Erlöste Menschen müssen die Zeit der Gnade auskaufen und den „Tag des Heils“ ausnützen und wirken, solange es „Tag“ ist, solange es „Heute“ heißt, solange das Licht in dieser Welt noch leuchtet.

 

Jesus sprach zu ihnen: „Ich bin das Licht für die Welt. Wer mir nachfolgt, irrt nicht mehr in der Dunkelheit umher, sondern folgt dem Licht, das ihn zum Leben führt.“ (Joh. 8, 12, Hfa)

 

Und an anderer Stelle: „Ich muss die Aufgaben, die Gott mir gegeben hat, erfüllen, solange es Tag ist. Bald kommt die Nacht, in der niemand  mehr etwas tun kann. Solange ich in der Welt bin, werde ich für diese Welt das Licht sein.“ (Joh. 9, 4, Hfa)

 

 Und noch an anderer Stelle: „Das Licht ist nur noch kurze Zeit bei euch. Nutzt diese Zeit, macht euch auf den Weg, (solange ihr das Licht noch habt), bevor euch die Dunkelheit überfällt! Wer im Dunkeln geht, kann weder Weg noch Ziel erkennen. Vertraut euch dem Licht an, solange ihr es habt, dann werdet ihr im Licht leben.“ (Joh. 12, 35. 36, Hfa)

 

„Solange ihr das Licht habt, glaubt an das Licht, damit ihr Kinder des Lichtes werdet!“ (Schlachter Üb.)

 

 Die Zeit der Gnade geht für die Nationen zu Ende. (Röm. 11, 25) Dann nämlich, wenn die Vollzahl der Erlösten aus den Nationen erreicht und erfüllt ist. Dazu gehören auch die jetzt bekehrten Juden. Mit dem Volk der Juden geht Gott einen extra Weg.

 

 

 

58. Berufen zur Gebetsgemeinschaft

 

 

 

Gott möchte nicht nur einen Teil von uns; er will uns ganz haben. Jesus hat ja auch nicht ein Teilopfer für uns erbracht, sondern ein Ganzopfer. Unser Leben gehört schon Gott, aber Gott möchte mit uns Gemeinschaft haben. Und das geht nur, wenn wir der Heiligung nachjagen. Ohne Heiligung wird niemand den Herrn sehen! 

 

Die Gemeinschaft mit Gott kommt im Gebet zum Ausdruck. Paulus sagt: „Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn.“ (1. Kor. 1, 9)

 

Gotteskinder sind dazu berufen, mit Jesus Gemeinschaft zu haben. Jesus hat immer Gemeinschaft mit dem Vater, und Er verbindet uns mit Ihm. Er stellt die Verbindung direkt her, wenn wir mit Ihm verbunden sind. Suchen wir im Gebet die Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn, oder sprechen wir nur Worte des Gebets vor den Menschen? Spüren wir beim Beten die Gegenwart Gottes, des Heiligen Geistes, oder spüren wir nur den Druck der Knie, falls wir hinknien? Blicken wir auf Jesus, oder nehmen wir den wahr, der neben uns sitzt? Gemeinschaft mit Brüdern und Schwestern ist kostbar. Die Gemeinschaft des Heiligen Geistes und mit Jesus ist noch kostbarer. Die Bibel sagt: „Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde.“ (1. Joh. 1, 7)

 

 

 

Gebetsloses Beten

 

Nur auf den ersten Blick scheint das ein Widerspruch zu sein, bei näherer Betrachtung nicht. Es gibt tatsächlich Menschen, die beten um gebetet zu haben. Sie beten nicht, um Gottes Angesicht zu suchen, nicht, um etwas zu empfangen, auch nicht, um Gott zu verherrlichen. Sie tragen auch keine Gebetslast auf ihrem Herzen. „Die Gebetslast ist der Wagen, und der Glaube sind die Räder des Wagens.“ Ohne Glauben kann man Gott nicht gefallen und auch nicht erhörlich beten. (Mk. 11, 24; Jak. 5, 15) Vergib deinem Nächsten, damit Gott dir vergeben kann. Sonst betest du vergeblich. Das ist gebetsloses Beten. (Mk. 11, 25)

 

 

 

Haltet an am Gebet!

 

 Anhaltendes Beten ist selten geworden oder vielen Menschen fremd. Es heißt: „Haltet an am Gebet!“ „Seid fröhlich in Hoffnung, in Bedrängnis haltet stand, seid beharrlich im Gebet!“ (Röm. 12, 12)

 

Jakob gab ein Beispiel für anhaltendes Beten, als er am Pniel betete: „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn!“  (1. Mo. 32, 27) 

 

Er rang im Gebet, wie Abraham um die Seelen von Sodom rang. Jesus hat in den Erdentagen „Bitten und Flehen mit lautem Rufen und Tränen dem dargebracht, der ihn aus dem Tod erretten konnte, und er ist erhört worden um seiner Gottesfurcht willen.“ (Hebr. 5, 7)

 

Nach Pfingsten blieben die Jünger Jesu beständig im Gebet. (Apg. 2, 42; 6, 4) Sie hielten an am Gebet. Wer Jesus liebt, wird seine Worte befolgen. (Joh. 14, 23) Das Gebet eines Gerechten vermag viel, wenn es ernstlich ist. (Jak. 5, 16b) Mose hatte in der Wüste bei den Schafen viel Zeit zum Gebet; Johannes der Täufer zog sich in die Wüste zurück zum Beten, Jesus auch. Der Gebetskampf Jesu in Gethsemane, bei dem sein Schweiß wie Blutstropfen auf die Erde fielen, während die Jünger eingeschlafen waren, zeigt uns die ganze Härte dieses Gebetskampfes.

 

Ein Grund dafür, warum wir so wenig die Herrlichkeit Gottes erfahren, liegt darin, dass wir uns Gott nicht völlig ausliefern. Unser ganzes Herz und unsere ganze Seele müssen in dem flehenden Gebet Gott geweiht sein. Der Himmel muss von der großen Not, die auf unserem Herzen liegt, bestürmt, und durch unser Beten und Rufen bewegt werden. Das kann aber nur geschehen, wenn Gott vorher unser Herz bewegt. Und unser Glaube muss beim Beten aktiviert werden, wenn wir Gottes Zusagen in Anspruch nehmen wollen. Das anhaltende Gebet, das flehende Gebet aus tiefstem Herzen und das Gebet, das sich auf Gottes Wort bezieht und das im Glauben und Vertrauen gesprochen wird, hat gute Aussicht erhört zu werden. 

 

Das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen; es wird auch der Not der Welt begegnen. Der Heilige Geist ist die Triebkraft der glaubenden Christen.

 

Jesu Jünger sind auch zum Beten berufen.

 

 

 

Der Gebetsberg

 

Jesus berief Petrus, Jakobus und Johannes, um mit ihnen auf einem Berg zu beten. Die Bibel sagt ausdrücklich, dass es ein hoher Berg war. Sie mussten den Berg zuerst besteigen. Um hohe Gottesoffenbarungen zu erleben, müssen auch wir uns zunächst bemühen, den „hohen Berg“ zu erklimmen. Es ist doch gewöhnlich so: Wenn wir uns aufmachen, um zu beten, hat sich vor uns schon der Feind aufgemacht, um uns Knüppel in den Weg zu werfen. Und auch ein Berg von Sorgen und Lasten hat sich vor uns aufgetürmt. Wenn wir uns dann von den Sorgen losgerissen und den Aufstieg zum Gebetsberg begonnen haben, fühlen wir uns besser. Und auf dem Gipfel des Berges können wir endlich frei durchatmen, denn die Luft ist dort sehr klar, und die Aussicht und Fernsicht ist sehr gut. Propheten erklimmen häufig einen hohen Berg, um zu beten, und wegen der guten „Fernsicht,“ die sie nach dem Gebet erlangen. Gott zeigt ihnen Dinge, die noch in der Ferne liegen und die andere nicht sehen. Der Teufel führte Jesus auf einen sehr hohen Berg, zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit, um ihn zu versuchen. (Matth. 4) Aber Jesus führte die Jünger auf einen hohen Berg, um mit ihnen zu beten, und um die Herrlichkeit Gottes zu erleben. 

 

Diese Welt ist unter den Fluch der Sünde geraten; sie muss uns klein werden, und die Anziehungskraft Jesu muss immer größer werden. Diese Welt mit ihren Verlockungen und Versuchungen verhindert bei uns häufig den Aufstieg auf den Gebetsberg. Deshalb verpassen wir oft die Herrlichkeit Gottes und die Verklärung Jesu, die Petrus, Johannes und Jakobus selbst erfahren hatten. Johannes sagt: „Was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir euch, damit ihr Gemeinschaft mit uns habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus.“ (1. Joh. 1, 3)

 

Paulus sagt: „Wir aber müssen Gott allezeit für euch danken vom Herrn geliebte Brüder, dass Gott euch von Anfang an erwählt hat zur Rettung in Heiligung des Geistes und im Glauben an die Wahrheit, wozu er euch auch berufen hat durch unser Evangelium, zur Erlangung der Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus.“ (2. Thess. 2, 13. 14) 

 

Auch von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht und zum ewigen Leben sind wir berufen. (1. Tim. 6, 12; 1. Petr. 2, 9; 5, 10)

 

 

Überraschungsgäste

 

Die drei Jünger waren mit Jesus auf dem Berg und beteten. Und während sie so im Gebet waren, erschienen ihnen zwei Überraschungsgäste aus dem Paradies, zwei Propheten des Alten Bundes: Mose und Elia. Bevor sie erschienen, geschah etwas Großartiges: Jesus wurde vor ihren Augen verherrlicht und umgestaltet. „Und er wurde vor ihnen verklärt, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht.“ (Matth. 17, 2)

 

Die Jünger hatten die Überraschungsgäste, Mose und Elia, mehr im Blickfeld als Jesus, den Herrn der Gemeinde. War ihnen die Verherrlichung Jesu (Joh. 17, 1- 4) denn weniger wichtig als die Erscheinung der Propheten? Und ist dies nicht sehr bezeichnend für unsere Gemeinden heute, wo die Überraschungsgäste (häufig auch selbsternannte Propheten) die ganze Aufmerksamkeit bekommen, und Jesus eine Nebenrolle zugeschoben wird? Wo wir uns auch immer zum Gebet versammeln, Jesus muss im Mittelpunkt bleiben. (Mat. 18, 20)

 

Als die Jünger in ihrem Boot Not litten und Jesus auf den Wellen zu ihnen kam, erkannten sie nicht ihren Herrn, dem Sturm und Wellen gehorchen müssen. So geht es vielen Gläubigen: Die übernatürlichen Wunder Jesu kommentieren sie manchmal mit Unglauben. Petrus hatte bei der Erscheinung von Mose und Elia eine Idee; er sagte: „Herr, es ist gut, dass wir hier sind.“ Das ist richtig! Doch er fügte noch hinzu:  „Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten machen, dir eine und Mose eine und Elia eine.“ (Vers 4)

 

Sein Vorschlag wurde von einer Wolke überschattet, Gott sprach vom Himmel zu den Jüngern: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Auf Ihn sollt ihr hören!“ (V. 5)

 

Auf ihn hat der hier anwesende Mose hingewiesen: „Einen Propheten wie mich wird euch der Herr, euer Gott, aus euren Brüdern erwecken; auf ihn sollst du hören.“ (5. Mo. 18, 15)

 

Und der hier anwesende Petrus hatte Mose zitiert. Den einen wird Jesus plötzlich, wie ein Dieb in der Nacht, erscheinen. Den anderen, die beten: „Komme bald, Herr Jesus!“, als Heiland und Erlöser. (Offb. 16, 15) 

 

„Darum seid auch ihr bereit! Denn des Menschen Sohn kommt zu einer Stunde, da ihr es nicht meint.“ (Mat. 24, 44)

 

 

57. „Erforsche mein Herz!“

 

 Jeremia sagt: „Trügerisch ist das Herz, mehr als alles, und bösartig; wer kann es ergründen?“ (Jer. 17, 9)           

 

Und David sagt: „Erforsche mich, o Gott, und erkenne mein Herz. Prüfe mich und erkenne meine Gedanken, und sieh, ob ich auf  bösem Weg bin, und leite mich auf dem ewigen Weg.“ (Ps. 139, 23. 24)

 

Gott erforscht Nieren und Herzen. Gott will uns vor falschen, verderblichen Wegen bewahren, denn er weiß, dass das Sinnen Trachten des menschlichen Herzens böse ist von Jugend an. (1. Mo. 8, 21) Er weiß auch, dass wir wegen unseres trügerischen Herzens oft falsche Entscheidungen treffen. Aber er lässt uns unsere freie Entscheidung. Im Römerbrief, Kapitel eins heißt es:

 

„Die Menschen sind in ihren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen. Ihr unverständiges Herz wurde verfinstert… Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren geworden. Sie haben die Herrlichkeit des ewigen Gottes vertauscht mit dem Bild, das den vergänglichen Menschen und Tieren gleicht.“ (Röm. 1, 21- 23)

 

Das Herz kann mit Weisheit oder mit Torheit gefüllt sein. Es kommt heraus, was drin steckt. Die Toren haben ihr Herz auf der Zunge. Jesus sagt:„Wovon das Herz voll ist, davon geht der Mund über.“

 

 

 Behüte dein Herz 

 

Salomo sagt: „Mehr als alles, was man sonst bewahrt, behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle des Lebens.“ (Spr. 4, 23, Elb.)

 

Manch einer spricht zu viel, oftmals unbedacht und ohne Überlegung. Und hinterher beißt er sich auf die Zunge: „O, das hätte ich nicht sagen sollen.“ Die Schwierigkeit liegt nun darin, diese Worte wieder rückgängig zu machen. Sie stehen doch im Raum. Der Sprecher gab ihnen Raum. Und nun? Jetzt hol einmal die Worte zurück, die ausgestreut sind. 

 

In einer alten Geschichte las ich folgendes: Eine Frau mit einer lockeren Zunge hatte viel böse Worte über die Nachbarn ausgetreut. Der Pfarrer dieser Gemeinde ging zu jener Frau mit einem Kissen unterm Arm. Dann stiegen beide den Kirchturm hinauf, und der Pfarrer schnitt das Kissen auf und ließ die Federn munter durch die Lüfte fliegen, die sich überall verstreuten. Dann sprach er zu der Frau: „So, nun geh hin und sammle alle Federn wieder auf!“ 

 

Die Frau sah ihn verdutzt an und sagte: „Das kann ich nicht!“

 

„So ist es auch mit den Worten, die du ausgestreut hast! Verstehst du, was du angerichtet hast?“

 

Hinterher bereut man, dass einem die Zunge so locker saß. Aber man bringt es häufig nicht übers Herz, sich bei dem zu entschuldigen, dem die bösen Worte gelten. Die Zunge, das kleine Glied, kann einen großen Waldbrand entfachen. Jakobus sagt: „Denn wir fehlen alle mannigfaltig. Wer aber auch in keinem Wort fehlt, der ist ein vollkommener Mann und kann auch den ganzen Leib im Zaum halten.“ (Jak. 3, 2)

 

Es hat mehrere Gründe, warum wir vor allen Dingen unser Herz behüten müssen. Das Herz ist das Hauptorgan und die Zentralstelle für den Blutkreislauf im Körper, eine Pumpstation, die ununterbrochen dafür sorgt, dass wir am Leben bleiben. Es ist die Quelle des Lebens, mehr noch: Es ist der Sitz des Lebensgeistes, des Gefühls und des Verstandes und der tiefen Empfindung. 

 

Von daher verstehen wir auch, wenn man sagt: „sein Herz ausschütten= sich aussprechen, das Herz auf dem rechten Fleck haben= eine treffsichere Einstellung, ein Herz und eine Seele= völlig übereinstimmen, das Herz auf der Zunge haben= seine Gefühle leicht verraten, etwas auf dem Herzen haben= ein Anliegen, einen Wunsch haben. Es gibt noch mehr herzhafte Ausdrücke: Herzenswunsch, Herzensgüte, Herzenslieb, herzerfreuend, herzerquickend, herzinnig, herzig, herzhaft, herzen, herzlich, Herzensangst, Herzeleid, herzlos, herzzerreißend, herzbrechend. 

 

Behüte dein Herz und sei herzlich zu allen Menschen! 

 

Den Herzlosen sollte man mit Herzlichkeit begegnen! Jesus macht uns ein freundliches Angebot, wie die Seele Ruhe findet, und wir ihm unbelastet dienen können. Er sagt: „Darum kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und belastet seid; ich will euch Ruhe schenken, dass ihr aufatmen könnt. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr für eure Seelen Ruhe finden. Denn mein Joch ist sanft und meine Bürde leicht.“ (Mat. 11, 28- 30, Br.)

 

Von sanftmütigen und demütigen Menschen nimmt man gern Lehre an. Darum gehen wir auch gern in die Schule Jesu und lernen von ihm! Er ist ein guter Lehrer, weil seine Lehre zum Heil des Menschen führt, und weil er das vorgelebt hat, was er lehrte. Seine Bürde und seine Lektionen sind leicht, aber wir tun uns schwer damit, sie zu halten. Im Hebräerbrief lesen wir: „Lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen, in völliger Gewissheit des Glaubens, durch Besprengung der Herzen los vom bösen Gewissen und am Leib gewaschen mit reinem Wasser.“ (Hebr. 10, 22)

 

Man kann nicht mit unwahrhaftigem Herzen, mit Schuld befleckt und mit einem bösen Gewissen vor Gottes Thron erscheinen. Jesus nimmt die Schuld uns weg; er reinigt unser Herz und unser Gewissen. Durch ihn gelangen wir vor Gottes Thron.

 

Gott kann man nicht mit einem Geplärr der Lippen (Amos 5, 23) loben, während das Herz fern von ihm ist; sondern mit einem wahrhaftigen Herzen (Joh. 4, 24), das durch das Blut Jesu gereinigt und geheiligt ist.

David sagt im Gebet: „Lass die Worte meines Mundes und das Sinnen meines Herzens wohlgefällig sein vor dir, Herr, mein Fels und mein Erlöser.“ Ps. 19, 15)

 

 

 

B) Viel Herzeleid

 

Die Bibel sagt: „Auf den Wegen der Gottlosen ist viel Herzeleid.“ 

 

Manche Menschen kriegen es fertig, doppelzüngig oder mit geteilter Zunge zu sprechen, doppelherzig oder mit geteiltem Herzen. „Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch! Reinigt die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, die ihr geteilten Herzens seid!“ (Jak. 4, 8)

 

Ist das denn möglich? Kann man denn Gott lieben und die Welt? (2. Kor. 6, 14- 17) Darum beherzigt, was die Bibel sagt, nämlich: „Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis?“ (V. 14)

 

 

 

Hartherzig

 

Hartgesottene Menschen schauen mit versteinerter Mine, weil ihr Herz versteinert ist. Was hat denn ein Stein im Herzen zu suchen? Es gibt zwar Nierensteine und Gallensteine, aber ein Stein im Herzen ist doch am falschen Platz. Pharao hatte sein Herz vor Mose verhärtet und verstockt. Er ließ das Volk Israel nicht ziehen, denn er wollte die billigen Arbeitskräfte nicht verlieren und das Volk nicht aus ihrer Sklaverei entlassen. Das kam ihm teuer zu stehen, denn Gott war auf Israels Seite. Gott ist immer auf der Seite der Schwachen. Doch Israel ist auch Gottes erwähltes Eigentumsvolk. Wer sich gegen Gott auflehnt, hat von vorn herein verloren. Hartherzigkeit schafft viel Herzeleid und gebrochene Herzen. 

 

 

 

Gebrochene Herzen

 

Manche Leute haben wegen der Hartherzigkeit und Verstocktheit  eines lieben Menschen ein gebrochenes Herz. Dann ist ihnen schwer ums Herz; das Herz ist schwer belastet, ihnen blutet das Herz. In solchen Fällen hat man das Bedürfnis, seinem Herzen Luft zu machen, indem man das, was einem bedrückt, jemandem mitteilen und anvertrauen möchte. Das ist gut; es ist aber auch sehr ratsam, das Herz vor Gott auszuschütten. (Ps. 12, 5) Jesus heilt zerbrochene Herzen. In Psalm 34, 19 heißt es: „Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und er hilft denen, die zerschlagenen Geistes sind.“

 

Nimm Gottes Verheißungen in Anspruch, es kostet dir nichts. Wenn du  das getan hast, kannst du frei aufatmen. Es fällt dir ein Stein vom Herzen, vielleicht auch mehrere Steine.

 

 

 

Verstockte Herzen

 

Gott redete damals immer wieder durch die Propheten zu einem widerspenstigen und verstocktem Volk mit einem abtrünnigen Herzen. „Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht“   (Ps. 95, 7- 8; Hebr. 3, 7-8)

 

Die Verstockung des Herzens ist eine gefährliche Sache; sie kostet den vielen Menschen das ewige Leben. Gott wurde zornig über jenes Geschlecht, das 40 Jahre in der Wüste umherirrte, und Gott sprach: „Immer gehen sie in ihrem Herzen in die Irre, und sie haben meine Wege nicht erkannt, so dass ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht in meine Ruhe eingehen!“ 

 

Und weiter: „Habt acht, ihr Brüder, dass nicht in einem von euch ein böses, ungläubiges Herz sei, das im Begriff ist, von dem lebendigen Gott abzufallen! Ermahnt einander vielmehr jeden Tag, solange es „Heute“ heißt, damit nicht jemand unter euch verstockt wird durch den Betrug der Sünde!“ Hebr.3, 10- 13)

 

Das Herz spielt im Leben der Gläubigen eine entscheidende Rolle, wie uns die Bibel lehrt: „Denn mit dem Herzen glaubt man, um gerecht zu werden, und mit dem Mund bekennt man, um gerettet zu werden.“ (Röm. 10, 10)

 

 

 

Ein neues Herz

 

Gott sagt: „Ich will ihnen ein Herz geben, dass sie mich erkennen sollen, dass ich der Herr bin; und sie sollen mein Volk, und ich will ihr Gott sein; denn sie werden sich von ganzem Herzen zu mir bekehren.“ (Jer. 24,7

 

Das neue Herz von Gott erhält der Gläubige nach seiner Bekehrung. Es ist das Geheimnis eines neuen Lebens mit Gott. Der zu Gott Bekehrte ist in Jesus Christus eine neue Schöpfung. (2. Kor. 5, 17) Das alte Sündenleben ist vorbei, alles ist neu geworden: Die Hartherzigkeit und die Verstocktheit sind weg, die Kaltherzigkeit und die Lieblosigkeit sind weg; das alles gehört der Vergangenheit an. Vor dem herrschte die Sünde in unserem Leben, wie bei allen Menschen, jetzt herrscht die Gnade, wie bei allen Bekehrten. 

 

Vormals dienten wir der Sünde zum Tode hin; jetzt dienen wir Gott zum Leben hin. Vormals waren wir fern von Gott und verschlossen für Gottes Wort; jetzt sind wir Gott nahe gekommen durch das Öffnen unseres Herzens für Gott. Wie die Blumen sich der Sonne öffnen und in herrlicher Pracht erblühen, so konnte auch das Licht der Gnade Gottes und der Geist Gottes die geöffneten Herzen erfassen. Mittels des Geistes Gottes können wir Gottes Wort recht verstehen. Der Heilige Geist unterweist uns und führt uns von Licht zu Licht, von Erkenntnis zu Erkenntnis, wie Gott es gesagt hat: „Ich will ihnen ein neues Herz geben, das sie mich erkennen sollen…“

 

 

 

C) Die herzliche Barmherzigkeit Gottes

 

Israel wurde aufgefordert, das Gesetz Gottes zu bewahren und zu befolgen, und Gott zu suchen. Im fünften Buch Mose sprach Gott: „Wenn du aber von dort den Herrn, deinen Gott, suchen wirst, so wirst du ihn finden, ja, wenn du ihn von ganzem Herzen und von ganzer Seele suchen wirst. Denn der Herr, dein Gott, ist ein barmherziger Gott; er wird dich nicht verlassen noch verderben; er wird auch den Bund, den er deinen Vätern geschworen hat, nicht vergessen.“ (5. Mo. 4, 29. 31)

 

Gott ist kein Mensch, der irgend etwas vergessen oder untreu sein könnte. Gott ist treu und gerecht, und das seit Ur- Zeiten. Er hält, was er zugesagt hat. Gott macht auch keine halben Sachen, wie wir Menschen das oft tun. Darum möchte Gott auch von uns keine Halbherzigkeit und keine halben Entscheidungen, sondern ganze Sache. Gott will unser ganzes Herz und unsere ganze Seele. Suche den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen und mit ganzer Seele, so wirst du ihn finden! Dann wird er sich dir zu erkennen geben. Gott spricht: „Gib mir, mein Sohn, dein Herz!“ 

 

„Du sollst Gott, den Herrn lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deinem ganzen Verstand!“  (Mat. 22, 37) 

 

Das ist das größte Gebot. Gottes herzliche Barmherzigkeit hat uns besucht aus der Höhe. (Luk. 1, 78)

„Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte.“ (Ps. 103, 8)

 

 Seine Gnade hat noch kein Ende. Gott ist ein „Vater der Barmherzigkeit und Gott alles Trostes.“ (2. Kor. 1, 3)

„Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“ (Luk. 6, 36)

 

Gott hat uns „nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung…“ (1. Petr. 1, 3) Der Apostel Paulus schreibt an die  Philipper- Gemeinde: „Gibt es nun bei euch Ermahnung in Christus, gibt es Zuspruch der Liebe, gibt es Gemeinschaft des Geistes, gibt es Herzlichkeit und Erbarmen…“ (Phil. 2, 1)

 

Die Antwort muss jeder selbst geben und dafür sorgen, dass diese aufgezählten Eigenschaften in seiner Gemeinde vorhanden sind. Wo Herzlichkeit und Erbarmen fehlen, da fehlt es auch an Gemeinschaft des Geistes, da fehlt es an Zuspruch der Liebe und an der Ermahnung im Geiste Jesu Christi. In dieser Reihenfolge. Noch einmal die Worte von König David: „Erforsche mich, o Gott, und erkenne mein Herz. Prüfe mich und erkenne meine Gedanken, und sieh, ob ich auf bösem Weg bin, und leite mich auf dem ewigen Weg.“ (Psalm 139, 23. 24)

 

„Search me, O God, and know my heart; test me and know my anxious thoughts. See if there is any offensive way in me, and lead me in the way everlasting.“ (N I V)

 

D) Herzenseinstellung

 

 Manchmal hört man zur Ermutigung den menschlichen Rat: „Fass dir ein Herz!“

Oder: „Nimm dein Herz in beide Hände!“

 

Das soll uns anspornen, etwas zu wagen. Es ist tatsächlich eine Herzenssache, etwas zu wagen. Es ist auch eine Herzenssache, den Schritt zu Gott und mit Gott zu wagen. David betet: „Lehre mich, Herr, Deinen Weg: Ich will wandeln in Deiner Wahrheit! Fasse mein Herz zusammen zur Furcht  Deines Namens.“ ((Ps. 86, 11, Elb.)

 

 

 

Drei Wahrheiten lehrt uns dieser Vers: 

 

1. Lehre mich Deinen Weg!

 

Wir haben es nötig, von Gott gelehrt und unterwiesen zu werden. (Matth. 5, 2; 1. Tim. 6, 3) Der Heilige Geist lehrt uns (Joh. 16, 13; 1. Joh. 2, 27)

 

2. Wandeln in der Wahrheit

 

Jesus sprach: „Der, welcher mich gesandt hat, ist wahrhaftig, und was ich von ihm gehört habe, das rede ich vor der Welt. Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!“ (Joh. 8, 26b. 31. 32))

 

Jesus sagte das zu den Juden, denn sie verstanden Seine Worte nicht. (Vers 43) Der Blindgeborene, den Jesus geheilt hatte, sagte: „Wir wissen aber, dass Gott nicht auf Sünder hört; sondern wenn jemand gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, den hört er.“ (Joh. 9, 31)

 

„Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.“ (Joh. 18, 37b)

 

Johannes sagt, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns ein Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen. (1. Joh. 5, 20a) Daher "beten wir Gott im Geist und in der Wahrheit an.“

 Jesus ist der „König der Wahrheit“.

 

3. Richte mein Herz auf Gottesfurcht aus!

 

„Fasse mein Herz zusammen zur Furcht Deines Namens“ bedeutet „einige mein Herz“ = richte es auf das Eine: auf die Gottesfurcht. Diese drei Wahrheiten gehören zusammen und machen es möglich, das Gott unsere Gebete erhört. Ich glaube aber, dass der letzte Punkt für uns in der heutigen Zeit des Fernsehens, des Internets und der modernen, technischen Anlagen der wichtigste Punkt ist, weil die Gottesfurcht aus vielen Kirchen gewichen ist. Sie ist immer noch der Anfang der Weisheit und der Erkenntnis. Spr. 1, 7; 9, 10)

 

Vortreffliche Redeweisheit kann weder Gottes Weisheit noch Gottesfurcht ersetzen. (1.Kor. 2, 1f.) Wie technische Dinge häufig neu eingestellt werden müssen, so sollte auch unser Herz neu geistlich ausgerichtet werden, und unsere Einstellung zu Gott und Gottesdiensten neu korrigiert werden. Die Neuausrichtung auf Gott ist lebensnotwendig und darf nicht vernachlässigt werden. Sonst erleben wir irgendwann ein böses Erwachen.

 

David betet weiter: „Ich will dich preisen, Herr, mein Gott, mit meinem ganzen Herzen und deinen Namen ewig verherrlichen. Du aber, Herr, bist ein barmherziger und gnädiger Gott, langsam zum Zorn und groß an Gnade und Wahrheit.“ (Ps. 86, 12. 15)

 

 Unser Gott ist barmherzig und gnädig und gütig. In der rechten Herzenseinstellung nimmt Gott unseren Lobpreis an. Ich hatte etwa 25 Jahre lang Herzrhythmusstörungen. Nach einer Herzopperation schlug mein Herz wieder gleichmäßig, ohne zu stolpern. Meine Enkelin (Krankenschwester) sagte zu mir: „Opa, du bist gut eingestellt.“ Sie meinte natürlich, mein Herz ist mittels Medikamenten gut eingestellt. Ist unser Herz auch zu Gott gut eingestellt? Gott möge uns dazu helfen durch seinen guten Heiligen Geist. 

 

 Mose war der Mittler zwischen Gott und dem Volk Israel. Gott sprach zu ihm: „O wenn sie doch immer ein solches Herz hätten, mich zu fürchten und alle meine Gebote allezeit zu halten, damit es ihnen gut ginge und ihren Kindern ewiglich.“ (5. Mo. 5, 29)

 

Mose betete für sein Volk um Gnade in der rechten Herzensstellung. (2. Mo. 33, 12f.) Auch Daniel betete in der rechten Einstellung des Herzens für sein Volk. Er stellte sich, wie Mose, unter die Schuld seines Volkes und tat Fürbitte für das Volk. (Dan. 9, 3f.) 

 

 

 „Teach me your way, O Lord, and I will walk in your truth; give me an undividet heart, that I may fear your name.“ (N I V)

 

 

 

 

 

56. Warum schickt Gott uns so viele Flüchtlinge?

 

 

 

Es war damals, und es ist auch heute der falsche Weg und eine unschöne Art, Flüchtlinge zu diskriminieren und zu beschimpfen, statt sie nach den Fluchtursachen zu fragen und ihnen zu helfen. 

 

Warum schlägt denn den hilfsbedürftigen, den vertriebenen und heimatlosen Flüchtlingen so viel Feindseligkeit und Hass entgegen? Kein Verständnis findet man besonders bei denen, die wohlhabend sind und Not und Leid nie kennengelernt haben. Der Sorglose denkt nicht an die Sorgen anderer Menschen, und wer Not und Leid nie kennengelernt hat, denkt nicht an das Leid der Flüchtlinge nach. Viele sehen nur Nachteile  in ihnen und und keine Vorteile. Flüchtlinge können langfristig eine Bereicherung für unser Land sein, auch indem neue Fachkräfte helfen, die leeren Rentenkassen aufbessern, die wegen der niedrigen Kinderrate bei uns inzwischen leer sind. Ich bin sicher: Gott schickt uns Flüchtlinge! 

 

Warum schickt Gott uns Deutschen so viele Flüchtlinge? Erinnern wir uns: Zwischen den Jahren 1943 und 1948 musste  West- Deutschland ca. 12 Millionen deutsche Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten, aus Polen, der Ukraine und anderen Gebieten aufnehmen. Heute leben nur noch einige ihrer Kinder und die Enkel. Zu der Zeit mussten auch Menschen aus Deutschland fliehen, um ihr Leben zu retten. Heute fliehen sie nach Deutschland, um ihr Leben zu retten. Die Flüchtlinge müssen die Chance bekommen, Leben zu dürfen, egal wo. In einem christlichen Land müssen sie auch die Chance bekommen, den christlichen Glauben annehmen zu können. Darin wird unser Volk nun geprüft. Deshalb schickt Gott uns die Flüchtlinge! Diese Menschen suchen bei uns zuerst Menschlichkeit und Respekt. Wer die Flüchtlinge segnet, den segnet Gott.

 

 

 

Reichtum teilen macht nicht arm, es bereichert! 

 

Das ist die Mathematik Gottes. Gottesfürchtige Menschen teilen ihr Gut mit den Armen, und niemand hat Mangel. Das lehrt uns die Bibel von den ersten Christen. Nach der Ausgießung des Heiligen Geistes hatten sie auch den Geist der Liebe, der Barmherzigkeit und der Einmütigkeit empfangen; und sie hielten alle Dinge gemeinsam, und niemand von ihnen hatte Mangel. (Apg. 2, 44- 45) Christen lieben Gott und alle Menschen, auch Atheisten und Andersgläubige. Gott möchte, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen. Gib von deinem Überfluss etwas ab, du wirst deshalb keinen Mangel haben. Und wenn der Herr dein Hirte ist, wird dir nichts mangeln. Der Glaube hat Taten

 

Viele Gläubige meinen, ins Reich Gottes eingehen zu können ohne Wiedergeburt und ohne ihren Glauben durch gute Taten zu bestätigen. Der Glaube muss Werke des Glaubens vorweisen. Jakobus sagt: „Hat nicht Gott die Armen dieser Welt erwählt, dass sie reich im Glauben würden und Erben des Reiches, das er denen verheißen hat, die ihn lieben? Denn das Gericht wird unbarmherzig ergehen über den, der keine Barmherzigkeit (Luk. 16, 19- 21) geübt hat; die Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht.“ (Jakobus 2, 5. 13f)

 

 

 

Fremdlinge

 

Die Glaubensväter in alter Zeit waren Fremdlinge in einem fremden Land. Abraham war lange Zeit ein Fremdling im Land der Philister (Palästinenser). Gott machte einen Bund mit Abraham und sprach zu ihm: „Und ich werde dir und deinen Nachkommen nach dir das Land deiner Fremdlingschaft geben, das ganze Land Kanaan, zum ewigen Besitz, und ich werde ihnen Gott sein.“ (1. Mo. 17, 8, Elb.)

 

Mose wurde ein Fremdling im Land Midian. Gott schützte damals die Flüchtlinge und die Fremdlinge, er tut es auch heute. Christen haben die Pflicht, es ebenso zu tun. Gott sprach zu Israel: „Den Fremdling sollst du nicht bedrängen noch bedrücken, denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen im Land Ägypten.“ (2. Mo. 22, 20) 

 

 „Lass meine Flüchtlinge bei dir einkehren, Moab; sei ihnen ein Schirm vor dem Verderber!“ (Jes. 16, 4a) 

 

„Geht dem Flüchtling entgegen mit Brot für ihn! Denn vor den Schwertern sind sie geflohen, vor der Gewalt des Krieges.“ (Jes. 21, 14b)

 

 

 

 

 55. Das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein

 

 „Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist...“ (Röm. 14)

 

Wie sehnen sich doch die Völker nach Frieden und Gerechtigkeit!Trends und der Zeitgeist suggerieren uns laufend wie der Mensch sein muss, der Erfolg und Ansehen in der Gesellschaft hat. Die Bibel aber, das Wort Gottes, beschreibt den Menschen, der Gott gefällt.

 

Wir registrieren, dass in unserer Welt viel Ungerechtigkeit herrscht. Die Gerechtigkeit im Leben der Gesellschaft, des Volkes und zwischen den Völkern muss eingefordert werden. Weil die Ungerechtigkeit herrscht und die Gerechtigkeit fehlt, gibt es immer wieder Auseinandersetzungen, Streit und Kriege zwischen den Völkern. Das Neue Testament zeigt uns die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt und die durch den Glauben an Jesus Christus kommt. Da, wo jetzt noch Unrecht, Ungerechtigkeit, Lieblosigkeit, Hass und Chaos herrschen, wird einmal Gerechtigkeit herrschen und Friede sein.

 

Jesaja spricht vom zukünftigen und kommenden Friedensreich Jesu Christi, von dem Reich der Gerechtigkeit. Das wäre doch schön, wenn der König eines Volkes in Gerechtigkeit regieren und die Obersten nach Recht und Gerechtigkeit fragen und handeln würden. Was wir jetzt vermissen, wird das Königreich Jesu bewerkstelligen.„Und das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein und der Ertrag der Gerechtigkeit Ruhe und Sicherheit für ewig.“ (Jes. 32, 17)

 

Nicht nur Israel, auch die Nationen sehnen sich nach Gerechtigkeit und Frieden. Das wird kommen, wenn der Geist aus der Höhe über Israel ausgegossen wird. Gott hat durch Jesaja zu Israel gesprochen und sie an Gottes Gebote erinnert und gesagt: „Ich bin der Herr, dein Gott, der dich lehrt, was dir nützlich ist, der dich leitet auf dem Weg, den du gehen sollst. O dass du doch auf meine Gebote geachtet hättest! Dann wäre dein Friede wie ein Wasserstrom gewesen und deine Gerechtigkeit wie Meereswellen.“ (Jes. 48, 17. 18)

 

Der Friede Gottes ist beständig wie ein Strom. Der Friedefürst gibt der Welt den Frieden, den sie braucht. Er schafft Recht und Gerechtigkeit. Salomo spricht viel von Recht, Gerechtigkeit und Frieden.

 

„Gerechtigkeit und Recht sind deines Thrones Grundfeste, Gnade und Treue gehen vor deinem Angesicht her. Glücklich ist das Volk, das den Jubelruf kennt! Herr, im Licht deines Angesichts wandeln sie. In deinem Namen freuen sie sich täglich, und durch deine Gerechtigkeit werden sie erhöht.“ (Ps. 89, 15- 18)

 

 „Der Pfad des Gerechten ist wie der Glanz des Morgenlichts, das immer heller leuchtet bis zum vollen Tag. Der Weg der Gottlosen ist dichte Finsternis; sie wissen nicht, worüber sie straucheln.“ (Spr. 4, 18. 19) 

 

„Das Verlangen der Gerechten lässt der Herr nicht ungestillt, aber die Gier der Gottlosen weist er ab.“ (Spr. 10, 3)

 

„Segen ist auf dem Haupt der Gerechten, aber der Mund der Gottlosen birgt Gewalttat.“ (Spr. 10, 6)

 

„Der Mund der Gerechten ist eine Quelle des Lebens, aber der Mund der Gottlosen birgt Gewalttat.“ (Spr. 10, 11)

 

„Der Gerechte gebraucht seinen Erwerb zum Leben, der Gottlose sein Einkommen zur Sünde.“ (Spr. 10, 16)

 

„Das Warten derGerechten wird Freude werden, aber die Hoffnung der Gottlosen wird verloren sein.“ (Spr. 10, 28)

 

„Reichtum hilft nicht am Tag des Zorns, aber Gerechtigkeit rettet vom Tod.“ (Spr. 11, 4)

 

„So gewiss die Gerechtigkeit zum Leben führt, so sicher die Jagd nach dem Bösen zum Tod.“ (Spr. 11, 19)

 

„Den Gerechten wird kein Übel treffen, aber die Gottlosen werden voll Unglück sein.“ (Spr. 12, 21)

 

„Auf dem Pfad der Gerechtigkeit ist Leben, auf ihrem Weg gibt es keinen Tod.“ (Spr. 12, 28) 

 

„Gerechtigkeit erhöht ein Volk, aber die Sünde ist die Schande der Völker.“ (Spr. 14, 34)

 

„Die Gerechten werden das Land erben und ewig darin wohnen.“ (Ps. 37, 29) 

 

Jesus sagt: „Glückselig, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie werden gesättigt werden.“ (Matth. 5, 6)

 

Ich glaube, Gott muss die Christen heute an die Gebote Gottes neu erinnern, weil zur Zeit die christlichen Länder in schwerer Bedrängnis sind.  Der Friede, den Menschen schaffen, ist oft nur von kurzer Dauer, unbeständig und brüchig. Christen haben die Pflicht, Gott um Frieden für ihr Volk und Land zu bitten. Gott ist ein Gott des Friedens, der Gerechtigkeit, der Liebe und Barmherzigkeit, ein Gott der Treue und der Wahrheit. Die Gerechtigkeit, die Jesus uns erworben hat, ist ein hohes geistliches Gut. Er ist selbst unsere Gerechtigkeit, die vor Gott gilt. Weißt du wovon ich rede? Kennst du schon die Gerechtigkeit durch Christus?

Nur der Gerechte und Gottgesandte kann uns gerecht sprechen, weil Er den Preis dafür bezahlt hat.

Nur der Gerechte kann uns zu Gott führen, weil Er von Gott kam und Gottes Auftrag erfüllt hat.

Nur der Gerechte kann Sünden vergeben, weil Er ohne Sünde war und unsere Schuld getragen hat.

Nur der Gerechte kann Frieden stiften, weil Er der Friedefürst ist.

 

Darum sagt auch Paulus: "Denn Er ist unser Friede, der aus beiden eins gemacht und die Scheidewand des Zaunes abgebrochen hat, indem Er in Seinem Fleisch die Feindschaft, das Gesetz der Gebote in Satzungen, hinwagtet, um die zwei in Sich selbst zu einem neuen Menschen zu schaffen und Frieden zu stiften, und um die beiden in einem Leib mit Gott zu versöhnen durch das Kreuz..." (Eph. 2, 14-16a)

In der Übersetzung "Hoffnung für alle" versteht man das besser: "Durch Christus haben wir Frieden. Er hat Juden und Nichtjuden in Seiner Gemeinde vereint und die Mauer zwischen ihnen niedergerissen. Durch Sein Sterben hat Er das jüdische Gesetz mit all seinen Geboten und Forderungen endgültig außer Kraft gesetzt. Durch Christus leben wir nicht länger voneinander getrennt, der eine als Jude, der andere als Nichtjude. Als Christen sind wir eins. So hat Er zwischen uns Frieden gestiftet. Christus ist für alle Menschen am Kreuz gestorben, damit wir alle Frieden mit Gott haben. In Seinem neuen Leib, der Gemeinde Christi, können wir nun als Versöhnte miteinander leben." (Ephemeren. 2, 14- 16, Hof)

 

Paulus sagt: „Wie nun durch die Übertretung des Einen die Verurteilung für alle Menschen kam, so kommt auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung, die Leben gibt. Denn gleichwie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern gemacht worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen zu Gerechten gemacht.“ (Röm. 5, 18. 19)

 

In Jesus Christus, dem Gerechten, sind die Gläubigen gerecht gemacht. Der Gerechte musste sterben, damit wir, die Ungerechten, in Christus die Gerechtigkeit zugesprochen bekämen  und in ihm  die Gerechtigkeit Gottes würden. (2. Kor. 5, 21)

 Von daher schreibt das Neue Testament häufig einiges über die Gläubigen als die „Gerechten“. Sie sind „Gerecht Gemachte“ in Jesus Christus, und der Friede Gottes regiert in ihren Herzen.

 

 

 

54. Güte und Freundlichkeit Gottes reflektieren

 

 Unser Leben wird verändert werden, wenn wir Gott in seiner Güte und Freundlichkeit erkennen. Dann wirst du danken und nicht wanken! Dann wird die Güte Gottes unser Herz bewegen, und unser Vertrauen zu ihm und in ihm stärken und neu beleben. An Stelle der häufigen Gleichgültigkeit werden Sicherheit und Gewissheit unseres Glaubens unser Leben neu ausrichten und bestimmen. Auch unser Gemüt wird dann in Gott zur Ruhe kommen und in ihm ruhen, weil unser Herz voller Dank Gott gegenüber sein wird. 

 

Das Licht geht uns Menschen auf, wenn die Sonne erscheint und sichtbar wird. Mit Jesus ist das Licht in unsere dunkle Welt gekommen. Paulus sagt: „Als aber die Güte und Menschenliebe unseres Heiland- Gottes erschien, errettete er uns…“ (Tit. 3, 4)

 

Den Ungläubigen allerdings hat der Gott dieser Weltzeit den Sinn verblendet. Darum sehen sie nicht den Lichtglanz des Evangeliums und erkennen nicht die Herrlichkeit des Christus, der Gottes Bild ist. (2. Kor. 4, 4)  

 

Aber der Gläubige wird von dem Lichtglanz erfasst und beeindruckt werden, und kann mit diesen Strahlen der Liebe Gottes andere Menschen anstrahlen und beeindrucken. Angestrahlt von dem Licht der frohen Botschaft des Evangeliums gehen die Strahlen von uns auf andere Menschen über. Wir reflektieren also das empfangene Licht, wie der Mond des Nachts das empfangene Licht der Sonne reflektiert, weil der Mond kein Eigenlicht hat. Durch uns erfahren andere die Liebe und die Freundlichkeit Gottes, die wir durch Jesus Christus empfangen haben. Er ist das wahre „Licht der Welt“.  Im Hebräerbrief heißt es: „Dieser ist die Ausstrahlung seiner (Gottes) Herrlichkeit und der Ausdruck seines Wesens …“ (Hebr. 1, 3a)

 

Frage: Bist du von Jesus beeindruckt? Dann wirst du das auch zum Ausdruck bringen, ohne dass du dich anstrengen musst. Der Mond strengt sich doch auch nicht an, die Sonnenstrahlen zu empfangen. Er hält der Sonne einfach still und empfängt so sein Licht. Du musst das Empfangene nicht immer an die große Glocke hängen; du kannst sogar wortlos Licht verbreiten, wenn du Licht hast. Das Licht hat viele Eigenschaften. Es verdrängt nicht nur die Dunkelheit, es weist dir auch den Weg, bewahrt dich vor dem Fall. Und es spendet Wärme. Strahle deine Liebe, deine Freundlichkeit, deine Wärme aus! Die Menschen spüren es, ob du gut zu ihnen bist, freundlich, geduldig und zuverlässig. So wird unser Glaube glaubhaft nach draußen getragen. Wir können alle Strahlen reflektieren, die wir empfangen haben, auch die Früchte des Heiligen Geistes: „Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.“

 

Paulus sagt: „Denn Gott, der dem Licht gebot, aus der Finsternis hervorzuleuchten, der hat es auch in unseren Herzen licht werden lassen, damit wir erleuchtet werden mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi.“ (2. Kor. 4, 6)

 

 Je mehr wir uns mit dem Worte Gottes beschäftigen, desto mehr Licht empfangen wir, desto mehr erfüllt uns der Friede Gottes, die Gewissheit des Glaubens. Dann rühmen wir die Gnade Gottes. Und dann können wir dem zustimmen, das Paulus zu den Korinthern sagt: „Gelobt sei der Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes.“ (2. Kor. 1, 3)

 

Schon im Alten Testament besang man Gottes Güte und Barmherzigkeit. Jeremia sagt: „Die Güte des Herrn ist’s, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und seine Treue ist groß.“ (Klag. 3, 23. 24)

 

Und David fordert sogar seine Seele auf