Der Wächter



46. Der Weg zum Ziel

 

A) Umwege und Irrwege

 

Umwege sind lästig; sie kosten Zeit, und das ist besonders schlimm, wenn du schon viele Kilometer mit dem Auto in die falsche Richtung gefahren bist. Das ist mir vor vielen Jahren in Polen passiert, wo ich in verschiedenen Kirchen das Wort Gottes verkündigen durfte. Als wir das erste Mal nach Sank in Südpolen fuhren, fanden wir in einer Stadt kein Verkehrsschild, das uns den Weg zeigte. Als wir nach einer Irrfahrt schließlich einen Passanten nach dem Weg fragten, erklärte er uns den Weg, und am Ende der Stadt fanden wir ein Schild, das uns die Richtung wies. Die Richtung muss stimmen, damit wir das Ziel erreichen, auch die Richtung für das Ziel unseres Lebens. 

Es gibt unzählige Menschen, die wissen, dass in Christus das Heil liegt, dass Er der Weg zum Vater ist und dass Er allein uns zum Ziel bringen kann. Und doch versuchen sie es mit Maria, der Mutter Jesu, und beten sie an. Oder sie wenden sich an tote Götzen und an irreführende Religionslehrer.

 

Aber der Weg zum Kreuz ist frei. Jesus hat den Weg zur Gnade Gottes geebnet. Und es bleibt bestehen, was Jesus sagt: „Niemand kommt zum Vater denn durch Mich“

Vergeblich suchen die Menschen andere Wege, Irrwege, Holzwege, die irgendwo enden und nicht zum Ziel führen. Wie gut dass es heute Navigation gibt. Da hat Google doch etwas großartiges geleistet.

 

Und wie gut, dass es die Bibel gibt, die uns Wegweisung und Orientierung gibt. 

Heute ist der Mensch schon so weit fortgeschritten, dass er sein Auto auch allein irgendwohin fahren lassen kann. Ich frage mich: Wofür? Zu welchem Zweck? Das Auto ist doch ein Hilfsmittel und Transportmittel für uns Menschen. Wenn das Auto jetzt noch sprechen könnte, könnte es doch wenigstens Grüße von dem Autobesitzer bestellen und dann wieder heimfahren. 

Mit einem Navi (hebr.= Prophet) kann man auch in die Irre fahren, wenn man sich nicht an die Anweisungen hält. Und mit der Bibel können Menschen auch verloren gehen, wenn sie nicht den Anweisungen der Bibel folgen. Ohne biblische Lehre, ohne Unterweisung im Worte Gottes kann ein Mensch Irrwege gehen und das Ziel verfehlen.

 

Deshalb müssen wir das Wort betrachten und die Anweisungen der Propheten und Apostel, die Anweisungen Jesu befolgen, damit wir nicht das Ziel verfehlen. Es gibt viele Falschfahrer in der Welt, geistlich gesprochen, die nicht auf die Propheten hören. Manche nehmen große Umwege  in kauf. Sie haben auch eine gewisse Opferbereitschaft, aber das Ziel erreichen sie nicht. Weil sie das Heil Gottes und die Gnade Gottes nicht erfasst haben, leben sie weiter in Sünden und irren im Niemandsland und verfehlen das Ziel des ewigen Lebens. Sünde heißt Zielverfehlung.

 

B) Der Weg, der zum Ziel führt

 

Gott führt Seine Kinder manchmal auch Umwege, aber nur, weil sie uns nützlich sind. Oftmals wissen wir nicht, was Gott mit uns vor hat. Wir wissen nicht wo unser Platz ist, an dem wir Gott dienen können. Dann müssen wir ins Gebet gehen, Gott fragen und auf Gottes Antwort warten. Bei David fällt es mir auf, dass er immer wieder den Herrn fragte: „Herr, soll ich in den Kampf ziehen, werde ich den Feind besiegen?“ Und Gott antwortete ihm: „Zieh hinauf, du wirst siegen!“ Manchmal sagte Gott auch: „Zieh nicht hinauf!“

David war doch ein guter Krieger, aber er wollte sicher gehen, dass er im Willen Gottes steht. Nur im Willen Gottes kommt unser Herz zur Ruhe.

 

„Weiß ich den Weg auch nicht, Du weißt ihn wohl.

Das macht die Seele still und friedevoll.

Ist’s doch umsonst, dass ich mich sorgend müh’,

dass ängstlich schlägt das Herz, seis spät seis früh.“

(Hedwig von Redern)

 

Unser Vater im Himmel kennt den besten Weg für uns, denn Er kennt uns; und Er weiß, was für uns am besten ist. Wir können Gottes Wege nicht immer verstehen, aber wir können Gott immer vertrauen. Gott sieht nicht nur den Anfang unserer Reise; Er kennt auch das Ende. Gott weiß doch, welche Lektionen wir noch lernen müssen.

„So werft eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat! Denn standhaftes Ausharren tut euch not, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung erlangt.“ (Hebr, 10, 35-36)

 

C) Gott führt Sein Volk

 

Wir müssen noch so manche Lektionen lernen, bevor wir am Ziel sind. Deshalb  dürfen wir uns nicht dagegen wehren, wenn Gott uns nicht den für uns denkbar kürzesten Weg führt. Das Volk Israel wurde aus der Sklaverei Ägyptens erlöst und herausgeführt. Aber es ist nicht den küzesten Weg ins verheißene Land geführt worden, sondern große Umwege. Das war Gottes Absicht mit ihnen. Denn sie hatten Götzenopfer getan und waren Gott ungehorsam. Diese Generation durfte nicht ins verheißene Land kommen. Erst nachdem sie gestorben waren, kam für Israel die Zeit, in welcher Josua das Volk über den Jordan führte. 

Israel war auch damals nicht in der Lage, gegen die Feinde zu kämpfen. Es war noch nicht reif und fähig, das Land einzunehmen. Und so ist es auch mit vielen Christen.

Es heißt: „Mein Sohn, achte nicht gering die Züchtigung des Herrn und verzage nicht, wenn du von Ihm zurechtgewiesen wirst! Denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt Er...“ (Hebr. 12, 5- 6a)

 

Es ist gut, wenn du die Gewissheit erlangst, dass Gott dich führt und der Heilige Geist dich leitet. Dann kannst du Schweres und Leichtes ertragen und verarbeiten. Gott führt uns durch das geschriebene Wort, durch prophetisches Reden innerhalb und außerhalb der Gemeinde.

Abraham hatte keine Bibel wie wir sie haben. Und doch wurde er von Gott ins Land der Verheißung geführt, durch Gottes Reden. Gott sprach zu ihm, und Abraham konnte gut hören und gehorchen.

Der Gehorsame hört auf die Stimme des „Guten Hirten“ und erreicht so das Ziel, das Ziel der Verheißung des ewigen Lebens und der Herrlichkeit des Himmels bei Gott.

 

D) In Jesu Hand geborgen

 

Wir sind in der Hand Jesu und in der Hand des Vaters geborgen. Und niemand kann uns aus der Hand Jesu noch aus der Hand Gottes entreißen. Wichtig ist aber, dass wir auf die Stimme des guten Hirten hören. Jesus, der gute Hirte, sagt: „Meine Schafe hören Meine Stimme, und Ich kenne sie, und sie folgen Mir nach; und Ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verlorengehen, und niemand wird sie aus Meiner Hand reißen.“ (Joh. 10, 27- 28)

 

Viele Menschen, auch manche Christen, wollen schlauer sein als Gott. Sie nehmen Abkürzungen zum Himmelreich und bedenken nicht, dass, wer vom Wort Gottes etwas wegstreicht oder etwas hinzutut, der schafft sich selbst ein Gericht (Offb. 22, 19).

Jesus sagt: „Wer Mein Wort hört und dem glaubt, der Mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht in das Gericht.“ (Joh. 5, 24)

Der schmale Weg, von dem Jesus an anderer Stelle spricht, kennt keine Abkürzungen, so wie auch die Worte Jesu keine Beliebigkeit an Auslegungen dulden. Jesus stellt einen Absolutheitsanspruch an alle. Er kann es auch, denn Er war Gottes Sohn ohne Fehl und Tadel.

Doch Jesus zwingt niemanden, an Ihn zu glauben. Er sagt: „Will Mir jemand nachfolgen, der nehme sein Kreuz auf sich und folge Mir nach.“

 

Der Weg ins Himmelreich ist nicht auf Rosen gebettet. Denn wir müssen alle durch viele Bedrängnisse ins Reich Gottes eingehen, sagt Paulus (Apg. 14, 22). Jeder hat sein Kreuz zu tragen. Und Jesus spricht die selig, die um Seines Namens willen Leid tragen. Willst du das Ziel erreichen, dann schau nicht nach links und nach rechts, sondern blicke auf Jesus, den Anfänger und Vollender unseres Glauben. In Ihm ist Sicherheit, in Ihm ist Erlösung, in Ihm haben wir ewig Frieden.

 

E) Nicht das Ziel verfehlen

 

Viele Irrlehrer und falsche Propheten sind in die Welt gekommen und verführen viele, wie Jesus vorausgesagt hatte. Auch unter den Frommen sind „Wölfe im Schafspelz“ in die Gemeinden eingedrungen und höhlen sie von innen aus. Sie verdrehen Gottes Wort und lehren falsche Lehren. Und weil die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe in vielen erkalten, wie der Herr der Gemeinde es vorausgesagt hat. Viele Fromme werden das Ziel nicht erreichen, sondern das Ziel verfehlen. Jesus sagt: „Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden.“ (Mat. 24, 11- 13)

„Heute, wenn ihr Seine Stimme hört, verschließt eure Herzen nicht. Denn nur wenn wir wirklich bis zuletzt an der Zuversicht festhalten, die der Glaube uns schenkt, gehören wir zu Christus.“ (Hebr. 3, 7. 14)

 

„Deshalb müssen wir alles daransetzen, das Ziel nicht zu verfehlen.“ (Hebr. 4, 1)

Die Bibel sagt, dass das Gesetz uns nicht ans Ziel bringen und uns mit Gott versöhnen konnte. Doch jetzt, nachdem Christus gekommen ist und Gottes Willen getan hat zu unserer Erlösung, jetzt können wir aufatmen, durchatmen und Gott unseren Dank und Preis darbringen. (Hebr. 7, 19) 

 

F) Ansporn und Ermutigung

 

Was wir Gotteskinder in dieser letzten Zeit vor der baldigen Wiederkunft Jesu brauchen, ist Ermutigung und Ansporn für unseren Glaubenskampf. Läufer in einem Wettkampf werden von den Zuschauern angefeuert und angespornt. Ein Marathonläufer, der 70 Kilometer laufen soll, sagt doch nicht nach 69 Kilometern: "Ich bin jetzt weit genug gelaufen, und ich habe alles gegeben, jetzt höre ich auf."Der kann keinen Siegespreis erlangen, auch wenn er noch so schnell gelaufen ist. 

So ist es auch bei den Glaubenskämpfern: Du musst das Ziel erreichen, sonst wirst du nicht gekrönt.

 

Niemand darf vorzeitig den Kampf aufgeben und die Flinte ins Korn werfen. Im Hebräerbrief Kapitel 6, Verse 11- 12 heißt es: „Wir wünschen aber, dass jeder von euch denselben Eifer beweise, so dass ihr die Hoffnung mit voller Gewissheit festhaltet bis ans Ende, damit ihr ja nicht träge werdet, sondern Nachfolger derer, die durch Glauben und Geduld die Verheißungen erben.“

Paulus sagt in Römer 8, Vers 17: „Wenn wir aber Kinder sind, so sind wir auch Erben, nämlich Erben Gottes und Miterben des Christus; (dann folgt ein Zusatz:) wenn wir wirklich mit Ihm leiden, damit wir auch mit Ihm verherrlicht werden.“

Kämpft weiter bis zum Ende, bis zur Vollendung!

Ist uns bewusst, dass wir etwas Herrliches erben werden, wenn wir den Glaubenskampf bis zu Ende führen? 

Ist uns auch bewusst, dass fast jede Verheißung an Bedingungen geknüpft ist?  Lasst uns deshalb alles ablegen, was uns in dem Wettkampf, dem Glaubenskampf behindert, und mit Ausdauer und Stehvermögen, mit Kraftausrüstung des Heiligen Geistes den Kampf vollenden. Haltet durch; es gibt kein Weichen! Er wird unseren Glauben stärken und erhalten, bis wir am Ziel sind (Hebr. 12). Ich möchte euch ermutigen in euren Kämpfen um des Evangeliums willen. Und das möchte ich mit einem Wort des Apostel Paulus tun. Er sagt: „Denn ich bin überzeugt davon, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll.“ (Röm. 8, 18)

Und er sagt noch etwas: "Der Gerechte aber wird aus Glauben leben; doch: Wenn er feige zurückweicht, so wird Meine Seele kein Wohlgefallen an ihm haben. Wir aber gehören nicht zu denen, die feige zurückweichen zum Verderben, sondern zu denen, die glauben zur Errettung der Seele." (Hebr, 10, 38- 39)

 

Seine Gnade führ gerade uns zum Ziel!


 45. Lasst alles bei euch in Liebe geschehen

 

Der Apostel Paulus schließt den ersten Brief an die Korinther mit den obigen Worten ab. Diese Worte machen auch uns nachdenklich, und wir fragen uns: Tun wir das immer? 

Dabei erinnern wir uns an die Worte Jesu, welche Er zu seinen Jüngern sagte: „Ein neues Gebot gebe Ich euch, dass ihr einander lieben sollt, damit, wie Ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. Daran wird die Welt erkennen, dass ihr Meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“ (Joh. 13, 34- 35)

 

Die Welt muss herausfinden, wer die wahren und echten Christen sind. Und Jesus sagt, dass es dafür nur ein Erkennungsmerkmal gibt. Hat die Liebe tatsächlich solch einen hohen Stellenwert? Wir lesen in ersten Korinther, Kapitel 13:

„Wenn ich in Sprachen der Menschen und der Engel redete, aber keine Liebe hätte, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich Weissagung hätte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis, und wenn ich allen Glauben besäße, so dass ich Berge versetzte, aber keine Liebe hätte, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe austeilte und meinen Leib hingäbe, damit er verbrannt werde, aber keine Liebe hätte, so nützte es mir nichts!

Die Liebe ist langmütig und gütig, die Liebe beneidet nicht, die Liebe prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf; sie ist nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu; sie freut sich nicht an der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles. Die Liebe hört niemals auf... Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die größte aber von diesen ist die Liebe.“ (1. Kor. 13, 1- 8a, 13)

 

Diese Frage muss jeder selbst beantworten. Warum hat die Liebe solch einen hohen Stellenwert? Um dafür eine Antwort zu finden, müssen wir die Liebe Gottes betrachten.

 

A) Erkenne die Liebe Gottes!

 

Die Welt muss zuerst erkennen, dass Gott, der Vater, Seinen Sohn in diese Welt gesandt und in den Tod gegeben hat, damit Er unsere Erlösung durch Seinen Kreuzestod erwirkte.

Und darin wird auch die große und unermessliche Liebe Gottes zum Ausdruck gebracht.

 

Es heißt in der Schrift: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass Er Seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.“ (Joh. 3, 16)

 

Gott hat uns zuerst geliebt noch bevor wir geboren waren; nun sind wir an der Reihe; wir können und wir sollen Gott wiederlieben. Jesus hat die Menschen geliebt mit einer göttlichen Liebe, griechisch: Agape. Er hat Sein Leben für uns hingegeben. Aus obigen Vers geht hervor, dass jeder, der nicht an Gott glaubt, verlorengeht.

Erkenne die große Liebe Gottes! Erfasse die unfassbare Liebe Jesu, der aus Liebe zu dir und an deiner Stelle in den Tod gegangen ist, um dich zu erlösen. Er hat den hohen Preis für deine und meine Schuld und die der ganzen Welt mit Seinem Blut bezahlt. Der Tod Jesu am Kreuz von Golgatha reicht aus zur Erlösung aller Menschen, aller Zeiten. Er reicht auch aus, um dich vor Gott gerecht zu sprechen. Die Gnade Gottes ist unfassbar groß, tief wie das Meer und höher als die Wolken gehen. Die Rechtfertigung durch den Glauben gilt allen Menschen, die glauben (Röm. 5, 18). Fasse es, wer es fassen kann.

 

„Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Kinder Gottes heißen sollen! Darum erkennt uns die Welt nicht erkannt hat.“ (1. Joh. 3, 1)

 

Gottes Liebe zu uns und unsere Liebe zu Gott bedingen einander. Jesu Liebe zu uns und unser Glaube an Ihn verbinden uns mit dem Vater und Seiner Liebe. Unsere Liebe zu Gott schließt unsere Liebe zum Bruder mit ein. 

Darum kommt auch Johannes zu dem Schluss: „Geliebte, lasst uns einander lieben! Denn die Liebe ist aus Gott, und jeder, der Gott liebt, ist aus Gott geboren und erkennt Gott. Wer aber nicht liebt, der hat Gott nicht erkannt, denn Gott ist Liebe.“ (1. Joh. 4, 7)

  1. Nur wer Gottes Liebe in Anspruch nimmt und Gott liebt, der kann die Wiedergeburt erfahren und ein Gotteskind werden. Ohne das Licht des Wortes Gottes und ohne die Inanspruchnahme der Liebe Gottes, die sich in Jesus offenbart, bleibt der Mensch im Dunkeln, in Verblendung, in Verschleierung und wandelt auf Irrwegen und kann Gott nicht erkennen (2. Kor. 4, 3- 4).

2. Ein Gotteskind aber gehört zu der Familie Gottes. Das bedeutet: Der wiedergeborene Mensch erhält nicht nur die Erlösung aller seiner Schuld, er erhält nicht nur Frieden mit Gott und allen Menschen durch unseren Herrn Jesus Christus, er erhält auch Zugang zu Gott und Seiner Gnade durch Jesus Christus.

3. Der Neugeborene erhält aber auch auf einen Schlag Millionen und aber Millionen Brüder und Schwestern in der ganzen Welt. Ist das nicht Wunderbar?!

Und wie es in jeder Familie Normalität ist, dass du deinen Bruder und deine Schwester lieb hast, so ist es auch in der Familie Gottes. Wer zu Gott gehört, der ist auch verpflichtet, seinen Bruder und seine Schwester zu lieben, egal wie sie aussehen, weiß oder schwarz, oder gelb, und egal, welche Sprache er spricht. Denn wir haben alle den gleichen Vater. Johannes sagt das ganz deutlich: „Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat, so sind wir auch verpflichtet (oder: schuldig), einander zu lieben.“ (1. Joh. 4, 11)

 

Erkenne die Liebe Gottes, dann zeigt Gott dir, welche Aufgaben auf dich warten. Gott sagt auch: „Du sollst Gott lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner Seele und deiner ganzen Kraft, und deinen Nächsten wie dich selbst!“

Wiedergeborene Menschen bekommen eine ganz neue Sicht durch den Empfang des Heiligen Geistes. Sie sehen nun die Welt mit Gottes Augen. Sie haben einen neuen Standpunkt, denn sie stehen auf höherem Grund. (1. Kor. 3, 11), nämlich auf der Grundlage des Wortes Gottes und auf dem Fundament Jesus Christus. Deswegen nennt man uns verächtlich Fundamentalisten. Etwas besseres kann uns doch nicht passieren.

Auf diesem Felsengrund sind wir in Sicherheit und gewappnet gegen alle Stürme, die noch über die Welt kommen werden. In IHM und durch IHN können wir geistlich wachsen und zunehmen an Gnade und Weisheit und an Liebe zu Ihm und den Brüdern. Der Apostel Paulus sagt zu den Thessalonichern: „Euch aber lasse der Herr wachsen und überströmend werden in der Liebe zueinander und zu allen, gleichwie auch wir sie zu euch haben, damit eure Herzen gestärkt und untadelig erfunden werden in Heiligkeit vor unserem Gott und Vater bei der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus mit allen Seinen Heiligen.“ (1. Thess. 3, 12- 13)

 

Ein schönes Wort der Ermutigung und Tröstung. Paulus weiß, dass die Liebe von Gott kommt, denn Gott ist Liebe. Er fordert auch nicht die Liebe von den Brüdern und Schwestern, wie das manche Prediger tun. Sondern er bittet und betet dafür und wünscht, dass sie sich ausstrecken nach dieser Liebe zueinander, „gleichwie auch wir sie zu euch haben.“

Paulus lebt selbst vor, was er predigt. Und das ist glaubhaft und überzeugend. Gott schenke uns allen die Gnade und die Weisheit und den Ansporn zur Nachahmung.

 

B) Den Nächsten höher achten

 

Die Liebe zu Jesus gibt uns auch Liebe zum Nächsten. Je mehr du Jesus liebst, desto mehr wirst du auch deinen Bruder, der neben dir in der Kirche sitzt, lieben, und deine Brüder und Schwestern in anderen Gemeinden. Wahre Liebe achtet den Bruder und liebt den Bruder wie sich selbst und noch höher. Paulus beginnt den zweiten Brief an die Philipper so: „Gibt es nun bei euch Ermahnung (also Tröstung und Zuspruch) in Christus, gibt es Zuspruch der Liebe, gibt es Gemeinschaft des Geistes, gibt es Herzlichkeit und Erbarmen, (wenn ja, dann ...) so macht meine Freude völlig, indem ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig auf das Eine bedacht seid.“ (Phil. 2, 1- 2)

 

Was meint der Apostel? Worauf sollen wir bedacht sein? Er sagt es in den nächsten Versen: „Tut nichts aus Selbstsucht oder nichtigem Ehrgeiz, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst. Jeder schaue nicht auf das seine, sondern jeder auf das des anderen. Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Jesus Christus auch war.“ (Phil. 2, 3- 5)

 

An Stelle der "menschlichen Selbstsucht" muss die göttliche Selbstsucht treten. Was ist das denn?

Die Bibel sagt: „Er entäußerte sich selbst, nahm Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen... Er erniedrigte sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod am Kreuz.“ „Er opferte sich selbst!“ (Gal.1, 4)

 

 Welch eine göttliche Meisterleistung! Gottes Wort fordert auch uns auf, Gutes zu tun und im Gutes Tun nicht müde zu werden. Es heißt: "Lasst uns aber im Gutestun nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht ermatten. So lasst uns nun, wo wir Gelegenheit haben, an allen Gutes tun, besonders aber an den Hausgenossen des Glaubens." (Gal. 6, 9- 10)

 

Alles, was wir an unseren Brüdern tun, soll in Liebe geschehen, und ohne einen Vorteil dabei zu suchen, also nicht eigennützig, nicht selbstsüchtig, sondern selbstlos.

 

Nur in der Gesinnung kannst du den Nächsten höher achten als dich selbst. Höre doch einmal auf die Worte Jesu, Er sagt: „Ich kann nicht von Mir selbst aus tun. Wie Ich höre, so richte Ich; und Mein Gericht ist gerecht, denn Ich suche nicht Meinen Willen, sondern des Vaters Willen, der Mich gesandt hat. Wenn Ich von Mir selbst Zeugnis ablege, so ist Mein Zeugnis nicht glaubwürdig. Ein anderer ist es, der von Mir Zeugnis ablegt; und ich weiß, dass das Zeugnis glaubwürdig ist, das er von Mir bezeugt.“ (Joh. 5, 30- 32)

An anderer Stelle sagt Er zu den ungläubigen Juden: Von Mir selbst bin Ich nicht gekommen, sondern der ist wahrhaftig, der Mich gesandt hat, den ihr nicht kennt.“ (Joh. 7, 28b)

„Die Worte, die Ich zu euch rede, rede Ich nicht aus Mir selbst; und der Vater, der in Mir wohnt, der tut die Werke.“ (Joh. 14, 10b)

Ja, Jesus, der Sohn Gottes, hat Seinem Vater alle Ehre gegeben und immer auf Ihn gehört. Wir erkennen aus den Worten Jesu Seine totale Abhängigkeit, Seine absolute Treue und Sein Gehorsam bis zum Tode. Und darum sagt die Bibel auch: "Darum hat Gott Ihn auch überaus hoch erhöht und hat und hat Ihn mit dem Namen begnadet, der über jeden Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich jedes Knie beuge, der Überhimmlischen, Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge huldige: HERR IST JESUS CHRISTUS, zur Verherrlichung Gottes, des Vaters." (Phil. 2, 9- 11, Konk.)    

 

Von Jesus lernen wir göttliche Liebe, göttliche Demut und Sanftmut, von Ihm lernen wir auch die göttliche Selbstsucht, oder die menschliche Selbstlosigkeit. Wir müssen gelöst werden vom Irdischen und mehr ausgerichtet oder angebunden werden an an das Himmlische. Der Liederdichter sagt: „Von der Erde reiß mich los, mache meinen Glauben groß, gib mir einen neuen Sinn, nimm mich ganz, mein Jesus hin!“

 

C) Ermahnung

 

Es soll in der Gemeinde vorkommen, dass jemand einem anderen Bruder gern aus dem Weg geht und eine Begegnung mit ihm scheut. Das ist nicht in Ordnung; da hapert es meistens auf beiden Seiten. Stellt man ihn oder sie zur Rede, dann bekommt man die Antwort: „Er hat doch den Fehler begangen; er soll zu mir kommen und sich bei mir entschuldigen. Das ist nicht in Ordnung, denn Jesus sagt: „Wenn dein Bruder an dier sündigt, dann gehe du zu ihm hin und kläre das auf.“

 

Wir werden ermahnt, Liebe zu üben und alles in Liebe zu tun. Wenn du jemanden in der Gemeinde ermahnen willst, dann tue es in der Liebe Jesu. Übrigens: Das Wort Ermahnung hat in der griechischen Sprache auch die Bedeutung von „Zuspruch und Tröstung.“

 

Paulus ermahnt die Gemeinde nicht mit einem drohenden Zeigefinger und haut auch nicht dabei mit der Faust auf den Tisch, sondern legt die Ermahnung sanftmütig dar und sagt:

„Ich spreche euch nun zu, Brüder (im Hinblick auf die Mitleidserweisungen Gottes), eure Körper als ein lebendiges, heiliges und Gott wohlgefälliges Opfer bereitzustellen (als einen folgerichtigen Gottesdienst) und euch nicht auf diesen Äon einzustellen, sondern euch umgestalten zu lassen durch die Erneuerung eures Denksinns, damit ihr zu prüfen vermöget, was der Wille Gottes sei - der gute, wohlgefällige und vollkommene.“ (Röm. 12, 1- 2, Konk.)

 

Ja, denn den guten, Gott wohlgefälligen und vollkommenen Gotteswillen, kannst du nur so erkennen, anders nicht. Wir werden ermahnt, Liebe zu üben an allen Menschen, und wir werden ermahnt durch die Liebe Christi und durch die Barmherzigkeit Gottes (im Hinblick auf sie), unsere Leiber als ein lebendiges und wohlgefälliges Opfer bereitzustellen, oder Gott darzustellen. Genau das ist es, was heute weitgehend versäumt wird und in den Gemeinden nicht geschieht, weil der Prediger das nicht von der Kanzel her sagt. Vielleicht fehlt es auch daran, den guten Gotteswillen suchen zu wollen. Und das wiederum entstammt aus der geringen und unzureichenden Liebe zu Gott.

 

D) Einmütigkeit

 

„Macht meine Freude völlig,“ sagt Paulus, „indem ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig auf das Eine bedacht seid!“

Zum Schluss eine leichte Frage: Wann war denn die Einmütigkeit der Gotteskinder am stärksten wirklich sichtbar für alle Menschen? Natürlich am ersten Pfingsten! Und wann entstand eine Gewaltige Erweckung mit Bekehrungen von Tausenden an einem Tag, mit Krankenheilungen, mit Zeichen und Wundern? Wann hatte niemand Not unter ihnen? Seit wann versammelten sich die Gläubigen täglich zu gemeinsamen Gottesdiensten und Gebetsstunden und zum Abendmahl? Seit Pfingsten. Noch eine Frage: Wäre es nicht schön für die Gemeinden und die Menschen um uns herum, wenn diese Zeiten wiederkämen? Dann lasst uns tun, was wir vernommen haben und dafür beten!

 

 

 

44. Werft euer Vertrauen nicht weg!

 

 

A) Warum zweifeltest du?

 

Ein weiteres Gebot sollte die Gemeinde Jesu, die Endzeitgemeinde beachten, beherzigen und behalten. Das ist das Gebot Gott zu vertrauen. Wir lesen im Johannesevangelium: „Seid nicht bestürzt, und habt keine Angst!“, ermutigte Jesus Seine Jünger. „Vertraut Gott, und vertraut Mir!“ (Joh. 14, 1)

 

Manche Übersetzer sagen: „Glaubt an Gott, glaubt auch an Mich!“ Oder: „Vertraut auf Gott, und vertraut auf Mich!“ Im Englischen kommt diese Aussage Jesu noch stärker zum Ausdruck. Da heißt es in der Übersetzung der New International Version: „Do not let your hearts be troubled. Trust in God; trust also in me.“

„Vertraut in Gott, vertraut auch in Mir!“

Aber in der hebräischen Übersetzung heißt es: „Habt den Glauben Gottes! Und habt das Vertrauen Jesu!“

Das ist stark! Das ist es, was wir brauchen: Den Glauben Gottes, und das starke Vertrauen des Sohnes Gottes zu Seinem Vater. Jesus sprach zu dem toten Lazarus: „Lazarus komm heraus!“ Und Lazarus kam heraus, lebendig. Jesus bedrohte den Wind, und Wind und Wellen legten sich. Simon Petrus, du standest auf den Wellen. Warum gehst du nicht weiter auf den Wellen. Hat dein Glaube nur für zwei Schritte ausgereicht? Warum zweifelst du? Hier könnten wir auch unseren Namen einsetzen. Warum zweifeln wir? Warum begrenzen wir die Allmacht Gottes? Warum trauen wir Ihm so wenig zu? Der innewohnende Geist Gottes will unser Vertrauen zu Jesus stärken. Wir haben auch keinen Grund zum Zagen und zum Klagen; wir haben aber viel Grund zum Loben und zum Danken.

Paulus schreibt an die Gemeinde zu Ephesus: "Lob und Dank sei Gott, dem Vater unseres Herrn Jesus Christus! Er hat uns mit Seinem geist reich beschenkt, und durch Christus haben wir Zugang zu Gottes himmlischer Welt erhalten." (Ephemeren. 1, 3, Hfa)

 

Zage nie in dunkler Stunde, zweifle nie an Gottes Wort. Was Er spricht, geht in Erfüllung. Glaube, glaube immerfort!

 

 

B) Vertrau nur auf Gott!

 

Wir Christen, die wir Christus kennen und lieben gelernt haben, die wir auch Seine Liebe und Treue zu uns erfahren haben, und Gottes Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit, wir können und sollen Ihm allezeit vertrauen. Denn im Vertrauen liegt die Kraft, die uns mit Ihm verbindet, die Kraft der Liebe, der Verbundenheit und der Zusammengehörigkeit. Gottes Kinder haben einen Vater im Himmel, und sie stehen durch Jesus Christus mit Ihm in Verbindung. Wer Jesus nicht kennt, der hat keinen Vater und keinen Gott und ist ohne jegliche Verbindung zu Gott. Sollten wir dem nicht vertrauen, von dem wir alles haben und der uns so reich beschenkt hat mit Gnade und Barmherzigkeit? Sollten wir Ihm nicht die Ehre geben durch Glauben und Vertrauen? Paul Gerhardt sagt es so in seinem Lied: 

 

„Sollt ich meinem Gott nicht singen? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut Er’s mit mir meint. Ist doch nichts als lauter Lieben, das Sein treues Herze regt, das ohn’ Ende hebt und trägt, die in Seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.

 

Den Menschen kann man nicht immer vertrauen. Aber Gott kannst du allezeit vertrauen. Was Er zusagt, das hält Er gewiss! Gottes Wort bleibt in Ewigkeit. Petrus sagt: „... Die Menschen sind wie das Gras, und ihre Schönheit gleicht den Blumen: Das Gras verdorrt, die Blumen verwelken. Aber das Wort des Herrn bleibt gültig für immer und ewig. Und genau dieses Wort ist die rettende Botschaft, die euch verkündigt wurde.“ (1. Petr. 1, 24- 25, Hfa)

 

„Es ist viel besser, bei dem Herrn Schutz zu suchen, als sich auf Menschen zu verlassen.“ (Ps. 118., 8, Hfa)

 

C) Werft eure Zuversicht nicht weg!

 

Der Glaube wird auch mit Vertrauen und mit Zuversicht definiert. Die Schrift sagt: „Es ist aber der Glaube ein zuversichtliches Vertrauen auf das, was man hofft, ein festes Überzeugtsein von Dingen (Tatsachen), die man nicht sieht.“ (Hebr. 11, 1, Me.)

 

Gotteskinder sind erlöst und wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten. (1. Petr. 1, 3) Halte fest an dieser lebendigen Hoffnung, denn sie bedeutet deine Auferstehung und ewiges Leben. Wirf dieses zuversichtliche Vertrauen nicht weg, das ist ein Gnadengeschenk Gottes. Jesus ist nämlich der Anfänger und Vollender unseres Glaubens. Er wirkt den Glauben in uns, wenn wir uns für das Wirken des Heiligen Geistes öffnen.

Im Hebräerbrief lesen wir: „So werft nun eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat! Denn standhaftes Ausharren tut euch not, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung erlangt. Denn noch eine kleine, ganz kleine Weile, dann wird der kommen, der kommen soll, und wird nicht auf sich warten lassen.“ (Hebr. 10, 35- 37)

 

Der Glaubenskampf oder Glaubenslauf ist für manche Glaubenskämpfer und Glaubensläufer wie ein anstrengender Marathonlauf geworden. Ihnen geht die Puste aus, und die Kraft lässt nach. Sie machen Schlapp, obwohl das Ziel bald erreicht sein wird. Jesus kommt bald wieder. Alle Zeichen in der Welt, in der Politik, auch alle Zeichen am Himmel und im Kosmos deuten darauf hin. Darum haltet aus; es gibt kein Weichen.

Paulus sagt: „Der Gerechte aber wird aus Glauben leben; doch: Wenn er feige zurückweicht, so wird Meine Seele kein Wohlgefallen an ihm haben. Wir aber gehören nicht zu denen, die feige zurückweichen zum Verderben, sondern zu denen, die glauben zur Errettung der Seele.“ (Hebr. 10, 38- 39)

 

Und darum halten wir auch fest am Wort Gottes. Wir haben doch einen festen Stand auf dem festen Fundament. "Denn einen anderen Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus." (1. Kor. 3, 11)

Und weil wir einen festen Stand auf einem sicheren Fundament haben, halten wir auch fest, was wir von Ihm empfangen haben. Wir geben im Kampf wieder die Sünde nicht auf, und wir geben auch nicht preis, was wir an geistlichen Gütern von Ihm empfangen haben. Wer die himmlischen Güter einfach fallen lässt, der kann auch nicht in den Himmel Hinei kommen. 

 

Ich bin entschieden, zu folgen Jesus! Niemals zurück! Niemals zurück!

Die Welt liegt hinter mir, das Kreuz liegt vor mir! Niemals zurück! Niemals zurück!

Ob niemand mit mir geht, ich folge Jesus! Niemals zurück! Niemals zurück!

 

D) Die Wegwerfgesellschaft

 

Wir leben heute in einer Wohlstandsgesellschaft, und diese Gesellschaft ist eine Wegwerfgesellschaft. Jedes Jahr werden in Deutschland 11 Millionen Tonnen Lebensmittel vernichtet. Als Kinder mussten wir früher in der Kriegs- und Nachkriegszeit darauf achten, dass kein Krümel Brot vom Tisch fällt. Damals fehlte es an allen Ecken und Kanten. Viele Menschen starben an Krankheiten, oder den Hungertod. Heute werden noch gute Lebensmittel weggeworfen und einfach vernichtet. Wer meint, dass Gott da noch lange zuschauen wird, der irrt sich. Und wer meint, dass Gott dem Treiben der Homosexualität und dem Treiben der Unzucht, der Gesetzlosigkeit und der Gottlosigkeit in unserem Wohlstandsland noch lange zuschauen wird, der irrt sich auch.

Werft euren Glauben nicht weg! Werft eure Zuversicht nicht weg! Werft euer Vertrauen und eure Hoffnung zu Gott nicht weg!

 

 

E) Werft die Gnade Gottes nicht weg!

 

Die Gnade ist das höchste, was Gott uns geschenkt hat. Die Gnade ist ein Geschenk Gottes an alle Menschen. Aber nicht alle nehmen das Geschenk Gottes an. Das ist so als wenn jemand ein Geschenkpaket bekommt, und es nicht annimmt sondern an den Absender zurücksendet. Und oben auf dem Paket schreibt er: Annahme verweigert! Unzählige Menschen behandeln so den lebendigen und wahrhaftigen Gott, der auch sie geschaffen hat. Die Bibel sagt: „Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch - Gottes Gabe ist es!“ (Eph. 2, 8)

Es gibt ein Tischgebet, das lautet: „Alle guten Gaben, alles, was wir haben, kommt o Gott, von Dir. Wir danken Dir dafür!“

„Bei dem Herrn ist Gnade und Erlösung!“ (Ps. 130, 7) Gott spricht: „Ich habe dich erhört zur Zeit der Gnade!“ (Jes. 49, 8) Das heißt auch: Die Zeit der Gnade wird einmal aufhören. Dann können die Menschen so laut rufen wie sie wollen. Sie werden vergeblich rufen, wenn die Gnadenzeit Gottes abgeschlossen und beendet ist. Gott schließt auf, und niemand kann zuschließen! Gott schließt zu, und niemand kann aufschließen! Ja, die Gnadenzeit Gottes wird einmal zu ende sein. Bei Noah hat Gott selbst die Arche zugeschlossen. Die Leute da draußen, die ihren Spott mit Noah trieben, sie schrieen jetzt: „Noah mach auf!“

Aber Noah konnte die Tür nicht öffnen, denn Gott hatte sie zugeschlossen. Ich sage dir: Wirf die Gnade nicht weg!

Wenn Jesus wiederkommt, und Er kommt sehr bald wieder, dann wird es sein wie zu Noahs Zeit. Das sagt Jesus selbst. (Mat. 24, 36- 42) 

Johannes sagt: „Und aus Seiner Fülle haben wir alle empfangen Gnade um Gnade.“ (Joh. 1, 16)

Du auch? Hast du die Gnade Gottes empfangen, dann bewahre sie wie einen großen und unersetzlichen Schatz. Der Feind will dir die Gnade Gottes streitig machen und sie rauben. Sage ihm im Namen Jesu, dass er ein Lügner und Betrüger, ein Dieb und ein Mörder ist. Jesus hat uns mit seinem Blut erlöst, und Er hat den Widersacher und den Tod, den letzten Feind besiegt und überwunden. Und Sein Sieg ist auch unser Sieg! Ich rühme die Gnade Gottes.

 

Ich will singen von Seiner Gnade solange ich bin. Ich will Seine Gnade verkündigen, damit noch viele teilhaben an der großen Gnade Gottes.

Paulus sagt: „Niemals werde ich dieses unverdiente Geschenk Gottes ablehnen.“ (Gal. 2, 21a, Hfa)

„Ich verwerfe die Gnade Gottes nicht!“

Manche Menschen hatten einen guten Anfang des Glaubenslebens mit Christus. Und dann haben sie sich wieder der Welt zugewandt und leichtfertig mit der Gnade gespielt und sie verspielt. Jakob hat seinen Zwillingsbruder Esau zweimal überlistet. Und Esau spielte mit dem Gnadengeschenk. Als er später sein törichtes Handeln erkannte, war es zu spät für ihn. (1. Mo. 27, 35) Im Hebräerbrief, Kapitel zwölf lesen wir: „Achtet darauf, dass keiner von euch an Gottes Gnade gleichgültig vorübergeht, damit sich das Böse nicht bei euch breit macht und die ganze Gemeinde vergiftet.“ (Hebr. 12, 15-17, Hfa)

 

Es gibt keine billige Gnade. Die Gnade Gottes ist teuer erkauft durch das Blut Jesu Christi, das er am Kreuz vergossen  hat. Jesus hält dich fest mit Seiner Hand. Als Erlöster bist du in Jesu Hand und in der Hand des Vaters. Reiß dich nicht los aus der Hand Jesu, und nicht aus der Hand des Vaters! Und wirf die Gnade Gottes nicht fort. (Joh. 10, 27- 29)

 

Jesus trau’ ich Tag für Tag, wie der Sturm auch toben mag. Ist der Glaube schwach und klein, Jesus trau’ ich Ihm allein. Jesus trau’ ich in der Zeit, trau’ Ihm bis in Ewigkeit. Wenn die Trübsal bricht herein, trau’ ich Jesus , Ihm allein.

 

 

43. Auf die Verbindung kommt es an

 

Beim Telefonieren, beim Surfen im Internet oder bei den Anschlüssen von Elektrogeräten, immer kommt es auf den Kontakt und die Verbindung an. Selbst die teuersten Geräte sind nutzlos, wenn sie nicht mit dem Strom verbunden sind. Ein guter Kontakt zwischen zwei Menschen kann schnell beendet sein, wenn das Vertrauen zueinander plötzlich gestört und in Zweifel gezogen wird. Nach einem Vertrauensbruch folgt dann schnell ein Kontaktabbruch; und die Verbindung ist unterbunden. Aber nicht nur die Verbindung ist dann unterbrochen, auch das Herz ist manchmal bei einem der Partner gebrochen. Wie entsteht ein Vertrauensbruch? 

In der Regel durch Untreue. Bei der Trauung hast du deiner Verlobten oder deinem Verlobten die Treue geschworen, „bis dass der Tod euch scheidet.“

 

Wie ist es bei den Gotteskindern: Wir haben Gott die Treue geschworen. Und dann kommt vielleicht eine Zeit in unserem Leben, wo wir untreu werden, indem wir Sein Wort nicht halten sondern uns schlicht darüber hinwegsetzen. Löst Gott dann die Verbindung zu uns auf? Gott hätte ein Recht dazu; wir haben schließlich die Treue gebrochen. Die Bibel sagt: „Recht und Gerechtigkeit sind die Grundfeste Deines Thrones. Gnade und Wahrheit (Treue) gehen vor Deinem Angesicht her.“ (Ps. 89, 15)

 

Gott ist treu, Er kann Sein Wort nicht brechen; und Gott will auch die Verbindung zu Seinen Kindern nicht brechen. Nur der Mensch ist häufig untreu und reißt Verbindungen ganz allgemein, und auch die Verbindung zu Gott einfach ab. Zu Israel spricht Gott: „Ich will dich Mir verloben auf ewig, in Gerechtigkeit und Recht, in Gnade und Erbarmen, in Treue, und du wirst den Herrn erkennen!“ (Hosea 2, 21- 22)

  1. Bleibt in Verbindung

Du lernst im Urlaub einen lieben Menschen kennen, einen gläubigen natürlich. Ihr habt gute Gespräche geführt, und ihr wollt den Kontakt beibehalten. Dann tauscht ihr eure Adressen, Telefonnummern und e-mails aus und sagt beim Verabschieden: „Wir bleiben in Verbindung!“ Sag zu Jesus: „Herr, ich möchte treu sein, ich möchte die Verbindung halten, aber hilf mir dabei!“

 Johannes sagt: „Wer Seine Gebote nicht hält, der ist ein Lügner... wer aber Sein Wort hält, in dem ist wahrhaftig die Liebe Gottes vollkommen geworden. Daran erkennen wir, dass wir in Ihm sind. Wer aber sagt, dass er in Ihm bleibt, der ist verpflichtet, auch selbst so zu wandeln, wie jener gewandelt ist.“ (1. Joh. 2, 5- 6)

 

Wahre Gotteserkenntnis zeigt sich im Halten der Gebote Gottes und in der Bruderliebe. Wer seinen Bruder nicht liebt, der ist noch im Dunkeln. Wer aber Gottes Gebote hält und seinen Bruder liebt, der bleibt im Licht und erkennt Gott. Und dann sagt Johannes: „Wer den Sohn bekennt, der hat auch den Vater... Wenn in euch bleibt, was ihr von Anfang an  gehört habt, so werdet ihr auch in dem Sohn und dem Vater bleiben... Und die Salbung, die ihr von Ihm empfangen habt, bleibt bei euch.“ (1. Joh. 2, 23- 27a)

Also: Bleibt in Verbindung mit Ihm, mit Jesus, dann seid ihr auch in Verbindung mit dem Vater. Der Heilige Geist, der in euch wohnt, schafft diese Verbindung! 

 

B) Die Liebe zu Gott verbindet uns

 

Die Liebe zu Gott verbindet uns untereinander. Die Liebe  zu Jesus ist das Bindeglied der Kette, die uns mit dem Vater verbindet und auch untereinander. Wir sollen "nicht mehr Unmündige seien, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch das betrügerische Spiel der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum verführen, sondern, wahrhaftig in der Liebe, heranwachsen in allen Stücken zu Ihm hin, der das Haupt ist, der Christus.“ (Eph. 4, 14- 15)

 

Der Leib Christi, der die Gemeinde Jesu bildet, wird immer vom Haupt aus aufgebaut. Darum sagt Paulus auch im nächsten Vers: „Von Ihm aus vollbringt der ganze Leib, zusammengefügt und verbunden durch alle Gelenke, die einander Handreichung tun nach dem Maß der Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Gliedes, das Wachstum des Leibes zur Auferbauung (griechisch= oikodomeo, 1. Kor. 14, 3- 5 und Vers 26) Seiner selbst in Liebe.“

Jesus gab uns ein Beispiel, und dem sollen wir folgen. Paulus sagt: „Werdet nun Gottes Nachahmer als geliebte Kinder und wandelt in der Liebe, gleichwie auch Christus uns geliebt uns sich selbst für uns gegeben hat...“ (Eph. 5, 1- 2a)

 

Die Liebe Gottes verpflichtet uns, die Liebe zu Gott verbindet uns. 

 

Also bleibt dieser Liebe verpflichtet, bleibt durch die Liebe verbunden. „Wenn wir einander lieben, so bleibt Gott in uns, und Seine Liebe ist in uns vollkommen geworden. Daran erkennen wir, dass wir in Ihm bleiben und Er in uns, dass Er uns von Seinem Geist gegeben hat.“ (1. Joh. 4, 12- 13) 

 

Die Menschen da draußen erkennen nicht die Liebe Gottes; darum erkennen sie die Christen und ihre Liebe zu Gott nicht. Johannes beleuchtet das indem er sagt: „Wir wissen, dass wir aus Gott geboren sind, und dass die ganze Welt sich im Bösen befindet. Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen. Und wir sind in dem Wahrhaftigen, in Seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.“ (1. Joh. 5, 19- 21)

 

Das ist unsere Verbindung, unsere Sicherheit, unsere Kraftquelle, Heilsgewissheit und unsere Hoffnung. „Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Kinder Gottes heißen sollen! Darum erkennt uns die Welt nicht, weil sie Ihn nicht erkannt hat.“ (1. Joh. 3, 1)

 

Die Welt soll uns als Jesu Jünger erkennen, als solche identifizieren, als solche achten, nicht verachten. Deshalb sind wir auch verpflichtet, unser Licht vor den Leuten leuchten zu lassen. Denn dazu sind wir gesetzt in dieser Welt. „Meine Kinder, laßt uns nicht mit Worten lieben, noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit.“ (1. Joh. 3, 18)

 

Jesus hat Seinen Jüngern, also auch uns, ein neues gebot gegeben, nämlich dass sie und dass wir einander lieben sollen. Jesus fügt hinzu: „Daran wird jedermann erkennen, dass ihr Meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“ (Joh. 13, 34- 35)

 

C) Bleibt in Ihm!

 

Jesus macht dieses beständige Bleiben in Ihm in einem Bild klar. Er sagt in dem bekannten Gleichnis vom Weinstock und den Reben folgendes: „Bleibt in Mir, und Ich bleibe in euch! Gleichwie die Rebe nicht von sich selbst aus Frucht bringen kann, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in Mir bleibt.“ (Joh. 15, 4)

Der Stecker eines Elektrogerätes muss unbedingt in der Steckdose bleiben, sonst bekommt das Gerät keinen Strom. Das Gerät wird nur dann funktionieren, wenn es Kontakt zum Stromkreislauf hat und daran angeschlossen ist. Ziehst du den Stecker heraus, funktioniert es nicht. Der Kontakt fehlt, der Strom ist unterbrochen, oder abgeschnitten. Die Rebe empfängt nur dann Saft und Kraft, wenn sie am Weinstock bleibt. Im nächsten Vers sagt Jesus: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in Mir bleibt, und Ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne Mich könnt ihr nichts tun.“

 

Du musst in Jesus bleiben, in Seinen Worten, in Seiner Liebe und Gnade, in Seinem Geist und Seiner Kraft; sonst kannst du nichts ausrichten, also keine Frucht bringen für das Reich Gottes. Jesus ist der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch Ihn. Jesus ist das Licht der Welt, Jesus ist die Quelle des Lebens und das Brot des Lebens. Der Mensch verdurstet und verhungert ohne Ihn. Jesus ist der Erlöser, der die Menschen aus der Knechtschaft und der Gefangenschaft der Sünde, aus der Gesetzlosigkeit und Gottlosigkeit herausführt und der ihnen Befreiung und Erlösung schenkt. Mensch erkenne deine Ohnmacht und siehe Gottes Allmacht.

„Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und dann werdet ihr Meine Zeugen sein.“  (Apg. 1, 8)

 

Auch Israel wird als der Weinstock bezeichnet, den Gott aus Ägypten heraus geholt hat (Psalm 80, 9). „Einen edlen Weinstock hatte Ich gepflanzt!“ (Jer. 2, 21)

 

 

Auf die Verbindung mit Jesus, dem Messias, kommt es an. Es gibt schon viele messianische Juden, die ihren Messias erkannt und auch angenommen haben. Auf die Verbindung mit Ihm und auf das Bleiben in Ihm kommt es an. Gott helfe uns allen dazu! Es ist doch erstaunlich, was Jesus in Johannes 15, Vers 7 sagt: „Wenn ihr in Mir bleibt und Meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch zuteil werden.“

 

36. Auf die Verbindung kommt es an

 

Beim Telefonieren, beim Surfen im Internet oder bei den Anschlüssen von Elektrogeräten, immer kommt es auf den Kontakt und die Verbindung an. Selbst die teuersten Geräte sind nutzlos, wenn sie nicht mit dem Strom verbunden sind. Ein guter Kontakt zwischen zwei Menschen kann schnell beendet sein, wenn das Vertrauen zueinander plötzlich gestört und in Zweifel gezogen wird. Nach einem Vertrauensbruch folgt dann schnell ein Kontaktabbruch; und die Verbindung ist unterbunden. Aber nicht nur die Verbindung ist dann unterbrochen, auch das Herz ist manchmal bei einem der Partner gebrochen. Wie entsteht ein Vertrauensbruch? 

In der Regel durch Untreue. Bei der Trauung hast du deiner Verlobten oder deinem Verlobten die Treue geschworen, „bis dass der Tod euch scheidet.“ 

Wie ist es bei den Gotteskindern: Wir haben Gott die Treue geschworen. Und dann kommt vielleicht eine Zeit in unserem Leben, wo wir untreu werden, indem wir Sein Wort nicht halten sondern uns schlicht darüber hinwegsetzen. Löst Gott dann die Verbindung zu uns auf? Gott hätte ein Recht dazu; wir haben schließlich die Treue gebrochen. Die Bibel sagt: „Recht und Gerechtigkeit sind die Grundfeste Deines Thrones. Gnade und Wahrheit (Treue) gehen vor Deinem Angesicht her.“ (Ps. 89, 15)

Gott ist treu, Er kann Sein Wort nicht brechen; und Gott will auch die Verbindung zu Seinen Kindern nicht brechen. Nur der Mensch ist häufig untreu und reißt Verbindungen ganz allgemein, und auch die Verbindung zu Gott einfach ab. Zu Israel spricht Gott: „Ich will dich Mir verloben auf ewig, in Gerechtigkeit und Recht, in Gnade und Erbarmen, in Treue, und du wirst den Herrn erkennen!“ (Hosea 2, 21- 22)

 

  1. Bleibt in Verbindung

 

Du lernst im Urlaub einen lieben Menschen kennen, einen gläubigen natürlich. Ihr habt gute Gespräche geführt, und ihr wollt den Kontakt beibehalten. Dann tauscht ihr eure Adressen, Telefonnummern und e-mails aus und sagt beim Verabschieden: „Wir bleiben in Verbindung!“ Sag zu Jesus: „Herr, ich möchte treu sein, ich möchte die Verbindung halten, aber hilf mir dabei!“

 Johannes sagt: „Wer Seine Gebote nicht hält, der ist ein Lügner... wer aber Sein Wort hält, in dem ist wahrhaftig die Liebe Gottes vollkommen geworden. Daran erkennen wir, dass wir in Ihm sind. Wer aber sagt, dass er in Ihm bleibt, der ist verpflichtet, auch selbst so zu wandeln, wie jener gewandelt ist.“ (1. Joh. 2, 5- 6)

Wahre Gotteserkenntnis zeigt sich im Halten der Gebote Gottes und in der Bruderliebe. Wer seinen Bruder nicht liebt, der ist noch im Dunkeln. Wer aber Gottes Gebote hält und seinen Bruder liebt, der bleibt im Licht und erkennt Gott. Und dann sagt Johannes: „Wer den Sohn bekennt, der hat auch den Vater... Wenn in euch bleibt, was ihr von Anfang an  gehört habt, so werdet ihr auch in dem Sohn und dem Vater bleiben... Und die Salbung, die ihr von Ihm empfangen habt, bleibt bei euch.“ (1. Joh. 2, 23- 27a)

Also: Bleibt in Verbindung mit Ihm, mit Jesus, dann seid ihr auch in Verbindung mit dem Vater. Der Heilige Geist, der in euch wohnt, schafft diese Verbindung! 

 

B) Die Liebe zu Gott verbindet uns

 

Die Liebe zu Gott verbindet uns untereinander. Die Liebe  zu Jesus ist das Bindeglied der Kette, die uns mit dem Vater verbindet und auch untereinander. Wir sollen nicht mehr Unmündige seien, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch das betrügerische Spiel der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum verführen, sondern, wahrhaftig in der Liebe, heranwachsen in allen Stücken zu Ihm hin, der das Haupt ist, der Christus.“ (Eph. 4, 14- 15)

Der Leib Christi, der die Gemeinde Jesu bildet, wird immer vom Haupt aus aufgebaut. Darum sagt Paulus auch im nächsten Vers: „Von Ihm aus vollbringt der ganze Leib, zusammengefügt und verbunden durch alle Gelenke, die einander Handreichung tun nach dem Maß der Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Gliedes, das Wachstum des Leibes zur Auferbauung (griechisch= oikodomeo, 1. Kor. 14, 3- 5 und Vers 26) Seiner selbst in Liebe.“ Jesus gab uns ein Beispiel, und dem sollen wir folgen. Paulus sagt: „Werdet nun Gottes Nachahmer als geliebte Kinder und wandelt in der Liebe, gleichwie auch Christus uns geliebt uns sich selbst für uns gegeben hat...“ (Eph. 5, 1- 2a)

 

Die Liebe Gottes verpflichtet uns! 

Die Liebe zu Gott verbindet uns!

 

Also bleibt dieser Liebe verpflichtet, bleibt durch die Liebe verbunden. „Wenn wir einander lieben, so bleibt Gott in uns, und Seine Liebe ist in uns vollkommen geworden. Daran erkennen wir, dass wir in Ihm bleiben und Er in uns, dass Er uns von Seinem Geist gegeben hat.“ (1. Joh. 4, 12- 13) 

Die Menschen da draußen erkennen nicht die Liebe Gottes; darum erkennen sie die Christen und ihre Liebe zu Gott nicht. Johannes beleuchtet das indem er sagt: „Wir wissen, dass wir aus Gott geboren sind, und dass die ganze Welt sich im Bösen befindet. Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen. Und wir sind in dem Wahrhaftigen, in Seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.“ (1. Joh. 5, 19- 21)

Das ist unsere Verbindung, unsere Sicherheit, unsere Kraftquelle, unsere Heilsgewissheit und unsere Hoffnung.

„Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Kinder Gottes heißen sollen! Darum erkennt uns die Welt nicht, weil sie Ihn nicht erkannt hat.“ (1. Joh. 3, 1)

Die Welt soll uns als Jesu Jünger erkennen, als solche identifizieren, als solche achten, nicht verachten. Deshalb sind wir auch verpflichtet, unser Licht vor den Leuten leuchten zu lassen. Denn dazu sind wir gesetzt in dieser Welt. „Meine Kinder, laßt uns nicht mit Worten lieben, noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit.“ (1. Joh. 3, 18)

Jesus hat Seinen Jüngern, also auch uns, ein neues gebot gegeben, nämlich dass sie und dass wir einander lieben sollen. Jesus fügt hinzu: „Daran wird jedermann erkennen, dass ihr Meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“ (Joh. 13, 34- 35)

 

C) Bleibt in Ihm!

 

Jesus macht dieses beständige Bleiben in Ihm in einem Bild klar. Er sagt in dem bekannten Gleichnis vom Weinstock und den Reben folgendes: „Bleibt in Mir, und Ich bleibe in euch! Gleichwie die Rebe nicht von sich selbst aus Frucht bringen kann, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in Mir bleibt.“ (Joh. 15, 4)

Der Stecker eines Elektrogerätes muss unbedingt in der Steckdose bleiben, sonst bekommt das Gerät keinen Strom. Das Gerät wird nur dann funktionieren, wenn es Kontakt zum Stromkreislauf hat und daran angeschlossen ist. Ziehst du den Stecker heraus, funktioniert es nicht. Der Kontakt fehlt, der Strom ist unterbrochen, oder abgeschnitten. Die Rebe empfängt nur dann Saft und Kraft, wenn sie am Weinstock bleibt. Im nächsten Vers sagt Jesus: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in Mir bleibt, und Ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne Mich könnt ihr nichts tun.“

Du musst in Jesus bleiben, in Seinen Worten, in Seiner Liebe und Gnade, in Seinem Geist und Seiner Kraft; sonst kannst du nichts ausrichten, also keine Frucht bringen für das Reich Gottes. Jesus ist der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch Ihn. Jesus ist das Licht der Welt, Jesus ist die Quelle des Lebens und das Brot des Lebens. Der Mensch verdurstet und verhungert ohne Ihn. Jesus ist der Erlöser, der die Menschen aus der Knechtschaft und der Gefangenschaft der Sünde, aus der Gesetzlosigkeit und Gottlosigkeit herausführt und der ihnen Befreiung und Erlösung schenkt. Mensch erkenne deine Ohnmacht und siehe Gottes Allmacht.

„Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und dann werdet ihr Meine Zeugen sein.“  (Apg. 1, 8)

Auch Israel wird als der Weinstock bezeichnet, den Gott aus Ägypten heraus geholt hat (Psalm 80, 9). „Einen edlen Weinstock hatte Ich gepflanzt!“ (Jer. 2, 21)

Auf die Verbindung mit Jesus, dem Messias, kommt es an. Es gibt schon viele messianische Juden, die ihren Messias erkannt und auch angenommen haben. Auf die Verbindung mit Ihm und auf das Bleiben in Ihm kommt es an. Gott helfe uns allen dazu! Es ist doch erstaunlich, was Jesus in Johannes 15, Vers 7 sagt: „Wenn ihr in Mir bleibt und Meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch zuteil werden.“

 

 

 

35. Die Gotteserkenntnis muss zunehmen

 

  1. Die Bibel gibt uns Aufschluss

 

Der Apostel Paulus sagt uns, warum die Gottserkenntnis bei us allen zunehmen muss. Er sagt zu der Gemeinde in Kolossäa: „Deshalb hören wir auch... nicht auf, für euch zu beten und zu bitten, das ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis Seines Willens in aller geistlicher Weisheit und Einsicht, damit ihr des Herrn würdig wandelt und Ihm in allem wohlgefällig seid: in  jedem gutem Werg fruchtbar und in der Erkenntnis Gottes wachsend, mit aller Kraft gestärkt gemäß der Macht Seiner Herrlichkeit zu allem standhaften Ausharren und aller Langmut, mit Freuden, indem ihr dem Vater Dank sagt, der uns tüchtig gemacht hat, teilzuhaben am Erbe der Heiligen  im Licht.“ (Kol. 1, 9- 12)

 

Das ist ein langer und schwerer Satz, den wir teilen und stückweise betrachten und verinnerlichen müssen. 

  1. Paulus spricht zuerst von der „Erkenntnis Seines Willens in aller geistlicher Weisheit und Einsicht.“ Sind wir denn dazu von Natur aus in der Lage? Nein, sind wir nicht. Und deshalb sagt der Apostel in Römer 12, Vers 2: „Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch in eurem Wesen verwandelt durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.“

Also: Unsere Herzenseinstellung und die Ausrichtung zu Gott muss stimmen, um den guten, wohlgefälligen und vollkommenen Gotteswillen prüfen zu können. Wie eine Satelitenschüßel genau auf den Satelliten ausgerichtet werden muss um einen guten Empfang zu bekommen, so müssen auch wir auf Gott ausgerichtet sein, um den Willen Gottes zu erkennen. Dann folgt der zweite Punkt:

2. „...damit ihr des Herrn würdig wandelt!“ „Dann nämlich könnt ihr so leben, dass der Herr dadurch geehrt wird!“ (Hfa) 

Das ist die entscheidende Frage: Möchtest du so leben, dass der Herr dadurch geehrt wird? Gib Gott die Antwort!

3. „... und Ihm in allem wohlgefällig seid“, also immer das tun, was Gott gefällt. Wer geistlich wandelt, spürt, was Gott gefällt. Möchtest du Gott wohlgefällig sein? Dann sage es Gott!

4. „in jedem guten Werk fruchtbar- und in der Erkenntnis Gottes wachsend.“ 

Gute Werke und Gotteserkenntnis gehören zusammen. Paulus sagt an anderer Stelle: „Lasst uns aber im Gutestun nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht ermatten. So lasst uns nun, wo wir Gelegenheit haben, an allen Gutes tun, besonders aber an den Hausgenossen des Glaubens.“ (Gal. 6, 9- 10) Er sagt nicht „Gutes reden!“

Auch hier die Frage: Möchtest du in jedem guten Werk fruchtbar sein, dann sage es deinem Gott; und dann wirst du auch in der Erkenntnis wachsen.

5. „Und dann werden wir „mit aller Kraft gestärkt werden gemäß der Macht Seiner Herrlichkeit.“ 

Wau! Das ist wie ein sanfter Hammerschlag, der den Nagel auf den Kopf trifft. Wer möchte denn nicht mit aller Kraft gestärkt werden! Aber das hängt auch von der Erfüllung der vorigen Punkte ab. Wenn wir darin einstimmen und tun, was Gott will, dann gibt Gott Seine Zustimmung, indem Er uns neu erfüllt mit Seiner Kraft. Gotteskinder müssen viel mehr vom Hören zum Tun gelangen. Man kann es auch so sagen: Wir müssen viel häufiger das Gehörte Wort in die Tat umsetzen, dann wird auch Gott sich uns mehr zuwenden, indem er uns mit Seiner Kraft erfüllt. Auch das hat Jesus uns vorgelebt. Im Johannesevangelium, Kapitel acht lesen wir: „Und der, welcher Mich gesandt hat, ist mit mir; der Vater läßt Mich nicht allein, denn Ich tue allezeit, was Ihm wohlgefällt.“ (Joh. 8, 29) 

Gott lässt auch dich nicht im Stich; sondern du wirst von Ihm honoriert, wenn du allezeit tust, was Gott wohlgefällt.

 

B) Wachst in der Gnade und Erkenntnis!

 

Petrus erwähnt auch dieses Thema: „Und seht die Langmut unseres Herrn als eure Rettung an, wie auch unser geliebter Bruder Paulus euch geschrieben hat nach der ihm gegebenen Weisheit, so wie auch in allen Briefen, wo er von diesen Dingen spricht. In ihnen ist manches schwer zu verstehen, was die Unwissenden und Unbefestigten verdrehen, wie auch die übrigen Schriften, zu ihrem eigenen Verderben. Ihr aber, Geliebte, da ihr dies im Voraus wisst, so hütet euch, das ihr nicht durch die Verführung der Frevler mit fortgerissen werdet und euren eigenen festen Stand verliert! Wachst dagegen in derGnade und in der Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus“ (2. Petr. 3, 15- 18a)

Also: Gnade und Erkenntnis schützen den Gläubigen davor, fortgerissen zu werden aufgrund falscher Lehren und verdrehter Auslegung. 

 

C) Gefahren von falscher Lehre

 

Gefahren von falscher Lehre gab es schon damals, nachdem Paulus auf seiner ersten Missionsreise mit Barnabas die Gemeinden gegründet hatte. Drum warnte er sie in seinem Brief an die Galater, nicht vom rechten Weg abzukommen und einer falschen Lehre Gehör zu schenken. Die falsche Lehre war damals der Judaismus, der lehrte, man müsse zuerst Jude werden und das Gesetz Mose halten, bevor man Christ werden könne. Welch ein Irrtum: Erst in die Zwangsjacke rein, dann Errettung erfahren. Religionen haben immer ein „Muss“ vor der Erlösung: Buddhismus, Hinduismus ,Islamismus, Judaismus. Versklavte Menschen wollen nicht ihr Gefängnis wechseln; sie wollen Freiheit und Erlösung. Paulus ermahnte also die Gemeinden in Galatien, dass sie nicht vom rechten Weg der Rechtfertigungslehre abkommen: Gerecht allein aus Glauben! Deshalb weist Paulus sie auch sie auch darauf hin, dass er sein Evangelium nicht von Menschen, sondern direkt von Gott empfangen habe.

Erlösung hat Jesus vollbracht. Er sagt: „Meine Lehre ist nicht von Mir, sondern von dem, der mich gesandt hat. Wenn jemand Seinen Willen tun will, wird er erkennen, ob diese Lehre von Gott ist, oder ob Ich aus Mir selber rede.“(Joh. 7, 16- 17)

Jesus zwingt niemanden in Seine Nachfolge, sondern Er sagt: Wer Mir nachfolgen will, darf nicht mehr sich selbst in den Mittelpunkt stellen, sondern muss sein Kreuz auf sich nehmen und Mir nachfolgen.“ (Mat. 16, 24, Hfa)

Religion kennt nur Gesetz und Zwang, aber Jesus hat aus Liebe zu uns Sein Leben hingegeben zu unserer Erlösung. Und Er bittet uns, diese Liebestat anzunehmen.

 

D) Gotteserkenntnis

In seinem Brief an die Epheser sagt Paulus: „Darum lasse auch ich, nachdem ich von eurem Glauben an den Herrn Jesus und von eurer Liebe zu allen Heiligen gehört habe, nicht ab, für euch zu danken und in meinen Gebeten an euch zu gedenken...

Paulus war ein Vorbild in der Hingabe an Christus, in seinem Dienst, besonders auch im Missionsdienst für Christus, in seinem Leiden um des Namens Jesu willen und in seinen Gebeten und der Fürbitte. „Ich lasse nicht ab, für euch für euch zu danken in meinen Gebeten...“

Wie ist das bei uns? Wir beten eine Zeit lang, und dann lassen wir ab weiter zu beten. Paulus ließ nicht ab... Und nun der Gegenstand seiner Fürbitte: dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch den Geist der Weisheit und Offenbarung gebe in der Erkenntnis Seiner Selbst, erleuchtete Augen eures Verständnisses...“

Drei Dinge müssen wir Gläubige beachten und noch verbessern: Bibelkenntnis - Erleuchtung - Gotteserkenntnis. Die Gotteserkenntnis muss besonders jetzt in der Endzeit zunehmen, wo Nicht-Wiedergeborene und Politiker den Gläubigen sagen wollen, was richtig und was falsch ist. Von der Gotteserkenntnis hängt das ewige Leben ab. Jesus sagt: „Das ist aber das ewige Leben, dass sie Dich, den allein wahren Gott, und den Du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“ (Joh. 17, 3)

Durch den Glauben erkennen wir! (Hebr. 3, 11)

Der gläubige Christ liest die Bibel, betet um Erleuchtung, dass er das Wort Gottes recht versteht, und um Gotteserkenntnis. Ein hohes Bibelwissen haben alle Theologen, eine Erleuchtung und wahre Gotteserkenntnis nur wenige. Darum sollt ihr beten, dass der Geist Gottes euch erleuchtete Augen eures Verständnisses gibt. In Epheser 5, Vers 14 steht: „Wache auf , der du schläfst, und stehe  auf aus den Toten, so wird Christus dich erleuchten.“

Der von Gott gesalbte und wird dich salben, der von Gott gesandte wird dich senden, der von Gott erleuchtete wird dich erleuchten. Und du wirst strahlen und leuchten und andere Menschen werden angestrahlt und erleuchtet werden.

Alle sollen zu der Erkenntnis der Wahrheit kommen. Alle sollen gerettet werden! Alle sollen den Wahrhaftigen erkennen! Alle sollen sich freiwillig vor Gott beugen. Denn einmal müssen sich alle Knie vor Ihm beugen und bekennen, dass Er der Herr ist. (Phil 2, 10)

 

E) Gotteserkenntnis ist nötig

 

Gotteserkenntnis ist nötig, damit unser Glaube gestärkt wird und wachsen kann. Gotteserkenntnis ist nötig in jedem Land und bei aller Bevölkerung, damit der Glaube wächst und das Land und die Bevölkerung gesegnet werden. Und Gotteserkenntnis ist nötig, um ein Volk und Land vor falschen Lehren, vor Götzenanbetung und Satanismus und vor dem Niedergang zu schützen. Nachfolgende Schilderung aus dem Alten Testament bestätigt obige Aussage:

Nachdem Josua gestorben war und auch die Ältesten des Volkes Israels und die ganze Generation, kam eine andere Generation nach ihnen auf, die den Herrn nicht kannte, auch nicht die Wunderwerke, die Er an dem Volk getan hatte. Die Bibel sagt: „Da taten die Kinder Israels, was böse war in den Augen des Herrn und dienten den Baalen; und sie verließen den Herrn, den Gott ihrer Väter, der sie aus dem Land Ägypten herausgeführt hatte, und folgten anderen Göttern der Völker, die um sie herum wohnten, und beteten sie an und ergrimmten den Herrn und dienten Baal und den Astarten.“ (Rich. 2, 10- 13)

Was dann folgte eine traurige Geschichte durch das ganze Buch der Richter hindurch: Die heidnischen Völker gewannen Überhand über das Volk Israel. Gott gab sie in die Hand von Räubern und verkaufte sie in die Hand ihrer Feinde, so lesen wir. (Rich. 2, 14) Doch Gott sandte einen Engel nach Bochim, der sprach zu ihnen folgendes: „Ich habe euch aus Ägypten herausgeführt und euch in das Land gebracht, das Ich euren Vätern zugeschworen habe;... und Ich will meinen Bund mit euch nicht aufheben ewiglich! Ihr aber sollt mit den Einwohnern dieses Landes keinen Bund machen, sondern ihre Altära niederreißen. Aber ihr habt Meiner Stimme nicht gehorcht! Warum habt ihr das getan?“ (Rich. 2, 1- 2)

So könnte man heute zu vielen vom Glauben an Gott abgefallenen Menschen sagen: „Warum habt ihr das getan?“

Gott muss doch heute sehr betrübt und traurig darüber sein, dass jetzige Generation sich vom Glauben ihrer Väter und Großväter abgewandt und gleichzeitig sich dem Islam und anderen heidnischen Religionen zugewandt hat, die einen toten Götzen anbeten und dem lebendigen Gott in Jesus Christus den Rücken zugewandt haben.

Die Folgen ihres Fehltritts werden auch heute nicht ausbleiben. Die Reaktion des Volkes Israels damals auf diese Klage, oder Anklage des Engels war positiv: Das Volk erhob seine Stimme und weinte. Daher nannten sie den Ort „Bochim“= Ort der Weinenden. Wer sein Fehlverhalten einsieht und bereut, und die Reue mit Weinen zu Ausdruck bringt, macht den ersten Schritt zur Umkehr. Wir wollen die Menschen, die sich von Gott abwenden und einen falschen Weg eingeschlagen haben, nicht verurteilen sondern für sie beten. deshalb ist Gotteserkenntnis im Volk nötig. Und deshalb ist die Christenlehre in den Schulen und auch Elternhäusern bitter nötig geworden, damit die Kinder in den Spuren ihrer gläubigen Eltern und den Wegen Gottes folgen. Das ist auch der Grund, warum Gott das Volk Israel wiederholt ermahnte, dass sie das Gesetz und die Bestimmungen Gottes ihren Kindern einschärfen sollten. Im fünften Buch Mose lesen wir:  „Höre Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein! Und du sollst den Herrn, deinen  Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft. Und diese Worte, die Ich dir heute gebiete, sollst du auf dem Herzen tragen, und du sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden wenn du in deinem Haus sitzt oder auf dem Weg gehst, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst.“ (5. Mo. 6, 4- 7)

Also sollen auch wir jede Gelegenheit nutzen und mit den Kindern über den christlichen Glauben reden. Denn das christliche Abendland ist mittlerweile so tief gesunken, dass in den Schulen im Religionsunterricht die Lehren der heidnischen Religionen der Christenlehre gleichwertig nebeneinander gestellt wird. Wie sollen dann unsere Kinder den Unterschied erkennen und zur wahren Gotteserkenntnis gelangen?

 

F) Das helle Licht des Evangeliums

 

Wenn ein Mensch im Dunkeln wandelt, kann er den Weg nicht recht sehen. In den geistlichen Dingen ist es so: Wer im Dunklen wandelt, kann mangels Licht den Weg des Heils nicht finden. Evangelium ist „Frohe Botschaft“, und es ist Licht auf dem Weg: „Dein Wort ist meins Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.“ (Ps. 119, 105)

Wir Christen sind zum Licht in dieser dunklen Welt gesetzt. Wir müssen das Licht in die Häuser derer tragen, die noch im Dunkeln sitzen. Paulus sagt: „Wenn aber unser Evangelium verhüllt ist, so ist es bei denen verhüllt, die verlorengehen; bei den Ungläubigen; denen der Gott dieser Weltzeit (Satan) die Sinne verblendet hat, so dass ihnen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus nicht aufleuchtet, welcher Gottes Ebenbild ist.“ (2. Kor. 4, 2- 4)

Alle sollen zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen und im Licht wandeln, in dem Licht des Wortes Gottes. Johannes sagt: „Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen. Und wir sind in dem Wahrhaftigen, in Seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben. Kinder, hütet euch vor den Götzen! Amen.“ (1.Joh. 5, 20- 21)

 

G) Der neue Bund

 

Das Volk Israel hatte den Bund mit Gott gebrochen. Das hinderte Gott nicht daran, einen neun Bund mit Israel und mit allen Menschen zu schließen. Der Prophet Jeremia sagt: „Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da Ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund schließen werde; nicht wie der Bund, den Ich mit ihren Vätern schloß an dem Tag, da Ich sie bei der Hand ergriff, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen; denn sie haben Meinen Bund gebrochen, obwohl Ich doch ihr Eheherr war, spricht der Herr. 

Sondern das ist der Bund, den Ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der Herr: Ich will Mein Gesetz in ihr Innerstes hineinlegen und es auf ihre Herzen schreiben, und Ich will ihr Gott sein, und sie sollen Mein Volk sein; und es wird keiner mehr seinen Nächsten und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: „Erkenne den Herrn!“ Denn sie werden Mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen, spricht der Herr; denn Ich werde ihre Missetat vergeben und an ihre Sünde nicht  mehr gedenken!“ (Jer. 31, 31- 34)

Jesus ist der vollkommene Hohepriester. Er hat mit Seinem eigenen Blut Seinen neuen Bund unterzeichnet. Er hat das levitische Priestertum abgelöst, sogar abgeschafft, denn es konnte uns nicht erlösen. Er ist Priester in Ewigkeit und Bürge eines besseren Bundes und einer besseren Hoffnung. (Hebr. 7, 6- 13) Juden und Nichtjuden können teilhaben an diesem Bund. Und so lesen wir im Epheserbrief: „Durch Christus haben wir Frieden. Er hat Juden und Nichtjuden in Seiner Gemeinde vereint und die Mauer zwischen ihnen niedergerissen. Durch Sein Sterben hat Er das jüdische Gesetz mit all seinen Geboten und Forderungen endgültig außer Kraft gestzt. (Eph. 2, 14f, Hfa)

 

34. Den Glauben aktivieren und bewahren

 

  1. Glauben aktivieren

Bei manchen Menschen schlummert der Glaube, und bei manchen ist er ganz tief eingeschlafen, oder ganz verloren gegangen. Sie müssen ihn wieder suchen, sonst gehen sie ewig verloren. Aber bei vielen Menschen ist gar kein christlicher Glaube vorhanden. Der Mensch glaubt täglich tausend andere, banale Dinge, die keinen Nutzen haben. Wie sollen sie glauben, wenn sie die Bibel nicht lesen, oder keine Verkündigung des Evangeliums hören. „Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden. Wie sollen sie aber den anrufen, an den sie nicht geglaubt haben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören, ohne einen Verkündiger? (Röm. 10, 13- 14)

„Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ (1. Tim. 2, 4)

Und da stehen wir Christen in der Pflicht. Das, was wir von Gott empfangen haben, soll auch anderen zu teil werden. Viele kennen sich am Computer besser aus als in der Bibel. Doch der Computer bringt niemanden in den Himmel, eher in die Hölle. Selbst ein gutes Programm in deinem Computer nützt dir nichts, wenn du es nicht aktiviert hast. 

Und genauso ist es wenig hilfreich, wenn du das Programm von der Erlösung gelesen oder gehört hast, aber nicht verinnerlicht und nicht in deinem Geist aktiviert hast. Da liegt dann ein Programm von hohen Wert nutzlos brach.

Darum musst du vom Hören zum Tun gelangen. Ein bißchen Glaube gibt es nicht. Es gibt ja auch nicht ein bißchen Schwangerschaft. Und es gibt nicht ein bißchen Glaube- ein bißchen Christ. „Darum ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen: Siehe, es ist alles neu geworden.“ (2. Kor. 5, 17)

Er macht alles neu und schafft neue Menschen. Jesus sagt: 

„Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das reich Gottes nicht sehen!“ (Joh. 3, 3)

Wer durch Buße und Glauben sich zu Gott hinwendet, erfährt eine neue Schöpfung. Alle, die in Christus Jesus sind, sind eine neue Schöpfung und gehören zur Familie Gottes. Gegen sie gibt es keine Verdammnis mehr. (Röm. 8, 1) In Christus Jesus sein heißt, in Seinem Wort und Seiner Gesinnung, in Seinen Geboten zu wandeln. 

Christus musste leiden und sterben und vom Tod auferstehen. Sonst hätten wir keine Erlösung, keine Vergebung, keine Gnade, kein Heil und kein ewiges Leben.

Jesus ist nicht im Grab geblieben; Er ist siegreich auferstanden von den Toten. „Der Tod ist verschlungen in den Sieg! Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist deinSieg?“

Der Herr ist wahrhaftig auferstanden: das Grab ist leer. Jesus lebt, und mit Ihm lebe ich! Weil Jesus lebt, lebe ich und leben alle Gläubigen mit Ihm in Ewigkeit. Ja, der aktivierte Glaube nimmt Gottes Wort für das was es ist, die Wahrheit.

 

B) Hören und bewahren

 

Der Gläubige wird „durch den Glauben bewahrt werden zu dem Heil, das bereit ist, geoffenbart zu werden in der letzten Zeit.“

Auch der Glaube an sich muss bewahrt werden. Viele Medien und viele Menschen wollen uns den Glauben streitig machen. Aber Jesus, der Anfänger und Vollender des Glaubens, kann uns bewahren, Er kann unseren Glauben bewahren; Er kann auch bewahren, was uns anvertraut ist. Vertraue Ihm und hoffe auf Ihn; Er wird es wohl machen.

Gott hat uns durch Seine große Barmherzigkeit „wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“

 

Wir müssen dieses kostbare Gut, den Glauben an Jesus, bewahren zu dem Heil, das für uns aufbewahrt ist im Himmel. Wir sind wiedergeboren, wir sind Söhne Gottes und gehören zur Familie Gottes. Und deshalb können wir nicht so leben wie die Heiden, die den lebendigen Gott nicht kennen, sondern nur töte Götzen aus Holz und Stein; tote Götzen, die nicht reden und nicht helfen können. Und Petrus sagt weiter: „Diese Hoffnung hat ihren festen Grund darin, dass Jesus Christus von den Toten auferstanden ist. Sie richtet sich auf das neue Leben, das Er schon jetzt im Himmel für euch bereit hält als einen Besitz, der niemals vergeht oder verdirbt oder aufgezehrt wird. Wenn ihr Ihm vertraut, wird Er Seine starke Hand über euch halten und euch bewahren, so dass ihr gerettet werdet.“ (1. Petr. 1, 3b- 5, GN)

 

36. Auf die Verbindung kommt es an

 

Beim Telefonieren, beim Surfen im Internet oder bei den Anschlüssen von Elektrogeräten, immer kommt es auf den Kontakt und die Verbindung an. Selbst die teuersten Geräte sind nutzlos, wenn sie nicht mit dem Strom verbunden sind. Ein guter Kontakt zwischen zwei Menschen kann schnell beendet sein, wenn das Vertrauen zueinander plötzlich gestört und in Zweifel gezogen wird. Nach einem Vertrauensbruch folgt dann schnell ein Kontaktabbruch; und die Verbindung ist unterbunden. Aber nicht nur die Verbindung ist dann unterbrochen, auch das Herz ist manchmal bei einem der Partner gebrochen. Wie entsteht ein Vertrauensbruch? 

In der Regel durch Untreue. Bei der Trauung hast du deiner Verlobten oder deinem Verlobten die Treue geschworen, „bis dass der Tod euch scheidet.“ 

Wie ist es bei den Gotteskindern: Wir haben Gott die Treue geschworen. Und dann kommt vielleicht eine Zeit in unserem Leben, wo wir untreu werden, indem wir Sein Wort nicht halten sondern uns schlicht darüber hinwegsetzen. Löst Gott dann die Verbindung zu uns auf? Gott hätte ein Recht dazu; wir haben schließlich die Treue gebrochen. Die Bibel sagt: „Recht und Gerechtigkeit sind die Grundfeste Deines Thrones. Gnade und Wahrheit (Treue) gehen vor Deinem Angesicht her.“ (Ps. 89, 15)

Gott ist treu, Er kann Sein Wort nicht brechen; und Gott will auch die Verbindung zu Seinen Kindern nicht brechen. Nur der Mensch ist häufig untreu und reißt Verbindungen ganz allgemein, und auch die Verbindung zu Gott einfach ab. Zu Israel spricht Gott: „Ich will dich Mir verloben auf ewig, in Gerechtigkeit und Recht, in Gnade und Erbarmen, in Treue, und du wirst den Herrn erkennen!“ (Hosea 2, 21- 22)

 

  1. Bleibt in Verbindung

 

Du lernst im Urlaub einen lieben Menschen kennen, einen gläubigen natürlich. Ihr habt gute Gespräche geführt, und ihr wollt den Kontakt beibehalten. Dann tauscht ihr eure Adressen, Telefonnummern und e-mails aus und sagt beim Verabschieden: „Wir bleiben in Verbindung!“ Sag zu Jesus: „Herr, ich möchte treu sein, ich möchte die Verbindung halten, aber hilf mir dabei!“

 Johannes sagt: „Wer Seine Gebote nicht hält, der ist ein Lügner... wer aber Sein Wort hält, in dem ist wahrhaftig die Liebe Gottes vollkommen geworden. Daran erkennen wir, dass wir in Ihm sind. Wer aber sagt, dass er in Ihm bleibt, der ist verpflichtet, auch selbst so zu wandeln, wie jener gewandelt ist.“ (1. Joh. 2, 5- 6)

Wahre Gotteserkenntnis zeigt sich im Halten der Gebote Gottes und in der Bruderliebe. Wer seinen Bruder nicht liebt, der ist noch im Dunkeln. Wer aber Gottes Gebote hält und seinen Bruder liebt, der bleibt im Licht und erkennt Gott. Und dann sagt Johannes: „Wer den Sohn bekennt, der hat auch den Vater... Wenn in euch bleibt, was ihr von Anfang an  gehört habt, so werdet ihr auch in dem Sohn und dem Vater bleiben... Und die Salbung, die ihr von Ihm empfangen habt, bleibt bei euch.“ (1. Joh. 2, 23- 27a)

Also: Bleibt in Verbindung mit Ihm, mit Jesus, dann seid ihr auch in Verbindung mit dem Vater. Der Heilige Geist, der in euch wohnt, schafft diese Verbindung! 

 

B) Die Liebe zu Gott verbindet uns

 

Die Liebe zu Gott verbindet uns untereinander. Die Liebe  zu Jesus ist das Bindeglied der Kette, die uns mit dem Vater verbindet und auch untereinander. Wir sollen nicht mehr Unmündige seien, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch das betrügerische Spiel der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum verführen, sondern, wahrhaftig in der Liebe, heranwachsen in allen Stücken zu Ihm hin, der das Haupt ist, der Christus.“ (Eph. 4, 14- 15)

Der Leib Christi, der die Gemeinde Jesu bildet, wird immer vom Haupt aus aufgebaut. Darum sagt Paulus auch im nächsten Vers: „Von Ihm aus vollbringt der ganze Leib, zusammengefügt und verbunden durch alle Gelenke, die einander Handreichung tun nach dem Maß der Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Gliedes, das Wachstum des Leibes zur Auferbauung (griechisch= oikodomeo, 1. Kor. 14, 3- 5 und Vers 26) Seiner selbst in Liebe.“ Jesus gab uns ein Beispiel, und dem sollen wir folgen. Paulus sagt: „Werdet nun Gottes Nachahmer als geliebte Kinder und wandelt in der Liebe, gleichwie auch Christus uns geliebt uns sich selbst für uns gegeben hat...“ (Eph. 5, 1- 2a)

 

Die Liebe Gottes verpflichtet uns! 

Die Liebe zu Gott verbindet uns!

 

Also bleibt dieser Liebe verpflichtet, bleibt durch die Liebe verbunden. „Wenn wir einander lieben, so bleibt Gott in uns, und Seine Liebe ist in uns vollkommen geworden. Daran erkennen wir, dass wir in Ihm bleiben und Er in uns, dass Er uns von Seinem Geist gegeben hat.“ (1. Joh. 4, 12- 13) 

Die Menschen da draußen erkennen nicht die Liebe Gottes; darum erkennen sie die Christen und ihre Liebe zu Gott nicht. Johannes beleuchtet das indem er sagt: „Wir wissen, dass wir aus Gott geboren sind, und dass die ganze Welt sich im Bösen befindet. Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen. Und wir sind in dem Wahrhaftigen, in Seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.“ (1. Joh. 5, 19- 21)

Das ist unsere Verbindung, unsere Sicherheit, unsere Kraftquelle, unsere Heilsgewissheit und unsere Hoffnung.

„Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Kinder Gottes heißen sollen! Darum erkennt uns die Welt nicht, weil sie Ihn nicht erkannt hat.“ (1. Joh. 3, 1)

Die Welt soll uns als Jesu Jünger erkennen, als solche identifizieren, als solche achten, nicht verachten. Deshalb sind wir auch verpflichtet, unser Licht vor den Leuten leuchten zu lassen. Denn dazu sind wir gesetzt in dieser Welt. „Meine Kinder, laßt uns nicht mit Worten lieben, noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit.“ (1. Joh. 3, 18)

Jesus hat Seinen Jüngern, also auch uns, ein neues gebot gegeben, nämlich dass sie und dass wir einander lieben sollen. Jesus fügt hinzu: „Daran wird jedermann erkennen, dass ihr Meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“ (Joh. 13, 34- 35)

 

C) Bleibt in Ihm!

 

Jesus macht dieses beständige Bleiben in Ihm in einem Bild klar. Er sagt in dem bekannten Gleichnis vom Weinstock und den Reben folgendes: „Bleibt in Mir, und Ich bleibe in euch! Gleichwie die Rebe nicht von sich selbst aus Frucht bringen kann, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in Mir bleibt.“ (Joh. 15, 4)

Der Stecker eines Elektrogerätes muss unbedingt in der Steckdose bleiben, sonst bekommt das Gerät keinen Strom. Das Gerät wird nur dann funktionieren, wenn es Kontakt zum Stromkreislauf hat und daran angeschlossen ist. Ziehst du den Stecker heraus, funktioniert es nicht. Der Kontakt fehlt, der Strom ist unterbrochen, oder abgeschnitten. Die Rebe empfängt nur dann Saft und Kraft, wenn sie am Weinstock bleibt. Im nächsten Vers sagt Jesus: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in Mir bleibt, und Ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne Mich könnt ihr nichts tun.“

Du musst in Jesus bleiben, in Seinen Worten, in Seiner Liebe und Gnade, in Seinem Geist und Seiner Kraft; sonst kannst du nichts ausrichten, also keine Frucht bringen für das Reich Gottes. Jesus ist der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch Ihn. Jesus ist das Licht der Welt, Jesus ist die Quelle des Lebens und das Brot des Lebens. Der Mensch verdurstet und verhungert ohne Ihn. Jesus ist der Erlöser, der die Menschen aus der Knechtschaft und der Gefangenschaft der Sünde, aus der Gesetzlosigkeit und Gottlosigkeit herausführt und der ihnen Befreiung und Erlösung schenkt. Mensch erkenne deine Ohnmacht und siehe Gottes Allmacht.

„Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und dann werdet ihr Meine Zeugen sein.“  (Apg. 1, 8)

Auch Israel wird als der Weinstock bezeichnet, den Gott aus Ägypten heraus geholt hat (Psalm 80, 9). „Einen edlen Weinstock hatte Ich gepflanzt!“ (Jer. 2, 21)

Auf die Verbindung mit Jesus, dem Messias, kommt es an. Es gibt schon viele messianische Juden, die ihren Messias erkannt und auch angenommen haben. Auf die Verbindung mit Ihm und auf das Bleiben in Ihm kommt es an. Gott helfe uns allen dazu! Es ist doch erstaunlich, was Jesus in Johannes 15, Vers 7 sagt: „Wenn ihr in Mir bleibt und Meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch zuteil werden.“

 

 

 

35. Die Gotteserkenntnis muss zunehmen

 

  1. Die Bibel gibt uns Aufschluss

 

Der Apostel Paulus sagt uns, warum die Gottserkenntnis bei us allen zunehmen muss. Er sagt zu der Gemeinde in Kolossäa: „Deshalb hören wir auch... nicht auf, für euch zu beten und zu bitten, das ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis Seines Willens in aller geistlicher Weisheit und Einsicht, damit ihr des Herrn würdig wandelt und Ihm in allem wohlgefällig seid: in  jedem gutem Werg fruchtbar und in der Erkenntnis Gottes wachsend, mit aller Kraft gestärkt gemäß der Macht Seiner Herrlichkeit zu allem standhaften Ausharren und aller Langmut, mit Freuden, indem ihr dem Vater Dank sagt, der uns tüchtig gemacht hat, teilzuhaben am Erbe der Heiligen  im Licht.“ (Kol. 1, 9- 12)

 

Das ist ein langer und schwerer Satz, den wir teilen und stückweise betrachten und verinnerlichen müssen. 

  1. Paulus spricht zuerst von der „Erkenntnis Seines Willens in aller geistlicher Weisheit und Einsicht.“ Sind wir denn dazu von Natur aus in der Lage? Nein, sind wir nicht. Und deshalb sagt der Apostel in Römer 12, Vers 2: „Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch in eurem Wesen verwandelt durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.“

Also: Unsere Herzenseinstellung und die Ausrichtung zu Gott muss stimmen, um den guten, wohlgefälligen und vollkommenen Gotteswillen prüfen zu können. Wie eine Satelitenschüßel genau auf den Satelliten ausgerichtet werden muss um einen guten Empfang zu bekommen, so müssen auch wir auf Gott ausgerichtet sein, um den Willen Gottes zu erkennen. Dann folgt der zweite Punkt:

2. „...damit ihr des Herrn würdig wandelt!“ „Dann nämlich könnt ihr so leben, dass der Herr dadurch geehrt wird!“ (Hfa) 

Das ist die entscheidende Frage: Möchtest du so leben, dass der Herr dadurch geehrt wird? Gib Gott die Antwort!

3. „... und Ihm in allem wohlgefällig seid“, also immer das tun, was Gott gefällt. Wer geistlich wandelt, spürt, was Gott gefällt. Möchtest du Gott wohlgefällig sein? Dann sage es Gott!

4. „in jedem guten Werk fruchtbar- und in der Erkenntnis Gottes wachsend.“ 

Gute Werke und Gotteserkenntnis gehören zusammen. Paulus sagt an anderer Stelle: „Lasst uns aber im Gutestun nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht ermatten. So lasst uns nun, wo wir Gelegenheit haben, an allen Gutes tun, besonders aber an den Hausgenossen des Glaubens.“ (Gal. 6, 9- 10) Er sagt nicht „Gutes reden!“

Auch hier die Frage: Möchtest du in jedem guten Werk fruchtbar sein, dann sage es deinem Gott; und dann wirst du auch in der Erkenntnis wachsen.

5. „Und dann werden wir „mit aller Kraft gestärkt werden gemäß der Macht Seiner Herrlichkeit.“ 

Wau! Das ist wie ein sanfter Hammerschlag, der den Nagel auf den Kopf trifft. Wer möchte denn nicht mit aller Kraft gestärkt werden! Aber das hängt auch von der Erfüllung der vorigen Punkte ab. Wenn wir darin einstimmen und tun, was Gott will, dann gibt Gott Seine Zustimmung, indem Er uns neu erfüllt mit Seiner Kraft. Gotteskinder müssen viel mehr vom Hören zum Tun gelangen. Man kann es auch so sagen: Wir müssen viel häufiger das Gehörte Wort in die Tat umsetzen, dann wird auch Gott sich uns mehr zuwenden, indem er uns mit Seiner Kraft erfüllt. Auch das hat Jesus uns vorgelebt. Im Johannesevangelium, Kapitel acht lesen wir: „Und der, welcher Mich gesandt hat, ist mit mir; der Vater läßt Mich nicht allein, denn Ich tue allezeit, was Ihm wohlgefällt.“ (Joh. 8, 29) 

Gott lässt auch dich nicht im Stich; sondern du wirst von Ihm honoriert, wenn du allezeit tust, was Gott wohlgefällt.

 

B) Wachst in der Gnade und Erkenntnis!

 

Petrus erwähnt auch dieses Thema: „Und seht die Langmut unseres Herrn als eure Rettung an, wie auch unser geliebter Bruder Paulus euch geschrieben hat nach der ihm gegebenen Weisheit, so wie auch in allen Briefen, wo er von diesen Dingen spricht. In ihnen ist manches schwer zu verstehen, was die Unwissenden und Unbefestigten verdrehen, wie auch die übrigen Schriften, zu ihrem eigenen Verderben. Ihr aber, Geliebte, da ihr dies im Voraus wisst, so hütet euch, das ihr nicht durch die Verführung der Frevler mit fortgerissen werdet und euren eigenen festen Stand verliert! Wachst dagegen in derGnade und in der Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus“ (2. Petr. 3, 15- 18a)

Also: Gnade und Erkenntnis schützen den Gläubigen davor, fortgerissen zu werden aufgrund falscher Lehren und verdrehter Auslegung. 

 

C) Gefahren von falscher Lehre

 

Gefahren von falscher Lehre gab es schon damals, nachdem Paulus auf seiner ersten Missionsreise mit Barnabas die Gemeinden gegründet hatte. Drum warnte er sie in seinem Brief an die Galater, nicht vom rechten Weg abzukommen und einer falschen Lehre Gehör zu schenken. Die falsche Lehre war damals der Judaismus, der lehrte, man müsse zuerst Jude werden und das Gesetz Mose halten, bevor man Christ werden könne. Welch ein Irrtum: Erst in die Zwangsjacke rein, dann Errettung erfahren. Religionen haben immer ein „Muss“ vor der Erlösung: Buddhismus, Hinduismus ,Islamismus, Judaismus. Versklavte Menschen wollen nicht ihr Gefängnis wechseln; sie wollen Freiheit und Erlösung. Paulus ermahnte also die Gemeinden in Galatien, dass sie nicht vom rechten Weg der Rechtfertigungslehre abkommen: Gerecht allein aus Glauben! Deshalb weist Paulus sie auch sie auch darauf hin, dass er sein Evangelium nicht von Menschen, sondern direkt von Gott empfangen habe.

Erlösung hat Jesus vollbracht. Er sagt: „Meine Lehre ist nicht von Mir, sondern von dem, der mich gesandt hat. Wenn jemand Seinen Willen tun will, wird er erkennen, ob diese Lehre von Gott ist, oder ob Ich aus Mir selber rede.“(Joh. 7, 16- 17)

Jesus zwingt niemanden in Seine Nachfolge, sondern Er sagt: Wer Mir nachfolgen will, darf nicht mehr sich selbst in den Mittelpunkt stellen, sondern muss sein Kreuz auf sich nehmen und Mir nachfolgen.“ (Mat. 16, 24, Hfa)

Religion kennt nur Gesetz und Zwang, aber Jesus hat aus Liebe zu uns Sein Leben hingegeben zu unserer Erlösung. Und Er bittet uns, diese Liebestat anzunehmen.

 

D) Gotteserkenntnis

In seinem Brief an die Epheser sagt Paulus: „Darum lasse auch ich, nachdem ich von eurem Glauben an den Herrn Jesus und von eurer Liebe zu allen Heiligen gehört habe, nicht ab, für euch zu danken und in meinen Gebeten an euch zu gedenken...

Paulus war ein Vorbild in der Hingabe an Christus, in seinem Dienst, besonders auch im Missionsdienst für Christus, in seinem Leiden um des Namens Jesu willen und in seinen Gebeten und der Fürbitte. „Ich lasse nicht ab, für euch für euch zu danken in meinen Gebeten...“

Wie ist das bei uns? Wir beten eine Zeit lang, und dann lassen wir ab weiter zu beten. Paulus ließ nicht ab... Und nun der Gegenstand seiner Fürbitte: dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch den Geist der Weisheit und Offenbarung gebe in der Erkenntnis Seiner Selbst, erleuchtete Augen eures Verständnisses...“

Drei Dinge müssen wir Gläubige beachten und noch verbessern: Bibelkenntnis - Erleuchtung - Gotteserkenntnis. Die Gotteserkenntnis muss besonders jetzt in der Endzeit zunehmen, wo Nicht-Wiedergeborene und Politiker den Gläubigen sagen wollen, was richtig und was falsch ist. Von der Gotteserkenntnis hängt das ewige Leben ab. Jesus sagt: „Das ist aber das ewige Leben, dass sie Dich, den allein wahren Gott, und den Du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“ (Joh. 17, 3)

Durch den Glauben erkennen wir! (Hebr. 3, 11)

Der gläubige Christ liest die Bibel, betet um Erleuchtung, dass er das Wort Gottes recht versteht, und um Gotteserkenntnis. Ein hohes Bibelwissen haben alle Theologen, eine Erleuchtung und wahre Gotteserkenntnis nur wenige. Darum sollt ihr beten, dass der Geist Gottes euch erleuchtete Augen eures Verständnisses gibt. In Epheser 5, Vers 14 steht: „Wache auf , der du schläfst, und stehe  auf aus den Toten, so wird Christus dich erleuchten.“

Der von Gott gesalbte und wird dich salben, der von Gott gesandte wird dich senden, der von Gott erleuchtete wird dich erleuchten. Und du wirst strahlen und leuchten und andere Menschen werden angestrahlt und erleuchtet werden.

Alle sollen zu der Erkenntnis der Wahrheit kommen. Alle sollen gerettet werden! Alle sollen den Wahrhaftigen erkennen! Alle sollen sich freiwillig vor Gott beugen. Denn einmal müssen sich alle Knie vor Ihm beugen und bekennen, dass Er der Herr ist. (Phil 2, 10)

 

E) Gotteserkenntnis ist nötig

 

Gotteserkenntnis ist nötig, damit unser Glaube gestärkt wird und wachsen kann. Gotteserkenntnis ist nötig in jedem Land und bei aller Bevölkerung, damit der Glaube wächst und das Land und die Bevölkerung gesegnet werden. Und Gotteserkenntnis ist nötig, um ein Volk und Land vor falschen Lehren, vor Götzenanbetung und Satanismus und vor dem Niedergang zu schützen. Nachfolgende Schilderung aus dem Alten Testament bestätigt obige Aussage:

Nachdem Josua gestorben war und auch die Ältesten des Volkes Israels und die ganze Generation, kam eine andere Generation nach ihnen auf, die den Herrn nicht kannte, auch nicht die Wunderwerke, die Er an dem Volk getan hatte. Die Bibel sagt: „Da taten die Kinder Israels, was böse war in den Augen des Herrn und dienten den Baalen; und sie verließen den Herrn, den Gott ihrer Väter, der sie aus dem Land Ägypten herausgeführt hatte, und folgten anderen Göttern der Völker, die um sie herum wohnten, und beteten sie an und ergrimmten den Herrn und dienten Baal und den Astarten.“ (Rich. 2, 10- 13)

Was dann folgte eine traurige Geschichte durch das ganze Buch der Richter hindurch: Die heidnischen Völker gewannen Überhand über das Volk Israel. Gott gab sie in die Hand von Räubern und verkaufte sie in die Hand ihrer Feinde, so lesen wir. (Rich. 2, 14) Doch Gott sandte einen Engel nach Bochim, der sprach zu ihnen folgendes: „Ich habe euch aus Ägypten herausgeführt und euch in das Land gebracht, das Ich euren Vätern zugeschworen habe;... und Ich will meinen Bund mit euch nicht aufheben ewiglich! Ihr aber sollt mit den Einwohnern dieses Landes keinen Bund machen, sondern ihre Altära niederreißen. Aber ihr habt Meiner Stimme nicht gehorcht! Warum habt ihr das getan?“ (Rich. 2, 1- 2)

So könnte man heute zu vielen vom Glauben an Gott abgefallenen Menschen sagen: „Warum habt ihr das getan?“

Gott muss doch heute sehr betrübt und traurig darüber sein, dass jetzige Generation sich vom Glauben ihrer Väter und Großväter abgewandt und gleichzeitig sich dem Islam und anderen heidnischen Religionen zugewandt hat, die einen toten Götzen anbeten und dem lebendigen Gott in Jesus Christus den Rücken zugewandt haben.

Die Folgen ihres Fehltritts werden auch heute nicht ausbleiben. Die Reaktion des Volkes Israels damals auf diese Klage, oder Anklage des Engels war positiv: Das Volk erhob seine Stimme und weinte. Daher nannten sie den Ort „Bochim“= Ort der Weinenden. Wer sein Fehlverhalten einsieht und bereut, und die Reue mit Weinen zu Ausdruck bringt, macht den ersten Schritt zur Umkehr. Wir wollen die Menschen, die sich von Gott abwenden und einen falschen Weg eingeschlagen haben, nicht verurteilen sondern für sie beten. deshalb ist Gotteserkenntnis im Volk nötig. Und deshalb ist die Christenlehre in den Schulen und auch Elternhäusern bitter nötig geworden, damit die Kinder in den Spuren ihrer gläubigen Eltern und den Wegen Gottes folgen. Das ist auch der Grund, warum Gott das Volk Israel wiederholt ermahnte, dass sie das Gesetz und die Bestimmungen Gottes ihren Kindern einschärfen sollten. Im fünften Buch Mose lesen wir:  „Höre Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein! Und du sollst den Herrn, deinen  Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft. Und diese Worte, die Ich dir heute gebiete, sollst du auf dem Herzen tragen, und du sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden wenn du in deinem Haus sitzt oder auf dem Weg gehst, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst.“ (5. Mo. 6, 4- 7)

Also sollen auch wir jede Gelegenheit nutzen und mit den Kindern über den christlichen Glauben reden. Denn das christliche Abendland ist mittlerweile so tief gesunken, dass in den Schulen im Religionsunterricht die Lehren der heidnischen Religionen der Christenlehre gleichwertig nebeneinander gestellt wird. Wie sollen dann unsere Kinder den Unterschied erkennen und zur wahren Gotteserkenntnis gelangen?

 

F) Das helle Licht des Evangeliums

 

Wenn ein Mensch im Dunkeln wandelt, kann er den Weg nicht recht sehen. In den geistlichen Dingen ist es so: Wer im Dunklen wandelt, kann mangels Licht den Weg des Heils nicht finden. Evangelium ist „Frohe Botschaft“, und es ist Licht auf dem Weg: „Dein Wort ist meins Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.“ (Ps. 119, 105)

Wir Christen sind zum Licht in dieser dunklen Welt gesetzt. Wir müssen das Licht in die Häuser derer tragen, die noch im Dunkeln sitzen. Paulus sagt: „Wenn aber unser Evangelium verhüllt ist, so ist es bei denen verhüllt, die verlorengehen; bei den Ungläubigen; denen der Gott dieser Weltzeit (Satan) die Sinne verblendet hat, so dass ihnen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus nicht aufleuchtet, welcher Gottes Ebenbild ist.“ (2. Kor. 4, 2- 4)

Alle sollen zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen und im Licht wandeln, in dem Licht des Wortes Gottes. Johannes sagt: „Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen. Und wir sind in dem Wahrhaftigen, in Seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben. Kinder, hütet euch vor den Götzen! Amen.“ (1.Joh. 5, 20- 21)

 

G) Der neue Bund

 

Das Volk Israel hatte den Bund mit Gott gebrochen. Das hinderte Gott nicht daran, einen neun Bund mit Israel und mit allen Menschen zu schließen. Der Prophet Jeremia sagt: „Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da Ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund schließen werde; nicht wie der Bund, den Ich mit ihren Vätern schloß an dem Tag, da Ich sie bei der Hand ergriff, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen; denn sie haben Meinen Bund gebrochen, obwohl Ich doch ihr Eheherr war, spricht der Herr. 

Sondern das ist der Bund, den Ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der Herr: Ich will Mein Gesetz in ihr Innerstes hineinlegen und es auf ihre Herzen schreiben, und Ich will ihr Gott sein, und sie sollen Mein Volk sein; und es wird keiner mehr seinen Nächsten und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: „Erkenne den Herrn!“ Denn sie werden Mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen, spricht der Herr; denn Ich werde ihre Missetat vergeben und an ihre Sünde nicht  mehr gedenken!“ (Jer. 31, 31- 34)

Jesus ist der vollkommene Hohepriester. Er hat mit Seinem eigenen Blut Seinen neuen Bund unterzeichnet. Er hat das levitische Priestertum abgelöst, sogar abgeschafft, denn es konnte uns nicht erlösen. Er ist Priester in Ewigkeit und Bürge eines besseren Bundes und einer besseren Hoffnung. (Hebr. 7, 6- 13) Juden und Nichtjuden können teilhaben an diesem Bund. Und so lesen wir im Epheserbrief: „Durch Christus haben wir Frieden. Er hat Juden und Nichtjuden in Seiner Gemeinde vereint und die Mauer zwischen ihnen niedergerissen. Durch Sein Sterben hat Er das jüdische Gesetz mit all seinen Geboten und Forderungen endgültig außer Kraft gestzt. (Eph. 2, 14f, Hfa)

 

34. Den Glauben aktivieren und bewahren

 

  1. Glauben aktivieren

Bei manchen Menschen schlummert der Glaube, und bei manchen ist er ganz tief eingeschlafen, oder ganz verloren gegangen. Sie müssen ihn wieder suchen, sonst gehen sie ewig verloren. Aber bei vielen Menschen ist gar kein christlicher Glaube vorhanden. Der Mensch glaubt täglich tausend andere, banale Dinge, die keinen Nutzen haben. Wie sollen sie glauben, wenn sie die Bibel nicht lesen, oder keine Verkündigung des Evangeliums hören. „Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden. Wie sollen sie aber den anrufen, an den sie nicht geglaubt haben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören, ohne einen Verkündiger? (Röm. 10, 13- 14)

„Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ (1. Tim. 2, 4)

Und da stehen wir Christen in der Pflicht. Das, was wir von Gott empfangen haben, soll auch anderen zu teil werden. Viele kennen sich am Computer besser aus als in der Bibel. Doch der Computer bringt niemanden in den Himmel, eher in die Hölle. Selbst ein gutes Programm in deinem Computer nützt dir nichts, wenn du es nicht aktiviert hast. 

Und genauso ist es wenig hilfreich, wenn du das Programm von der Erlösung gelesen oder gehört hast, aber nicht verinnerlicht und nicht in deinem Geist aktiviert hast. Da liegt dann ein Programm von hohen Wert nutzlos brach.

Darum musst du vom Hören zum Tun gelangen. Ein bißchen Glaube gibt es nicht. Es gibt ja auch nicht ein bißchen Schwangerschaft. Und es gibt nicht ein bißchen Glaube- ein bißchen Christ. „Darum ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen: Siehe, es ist alles neu geworden.“ (2. Kor. 5, 17)

Er macht alles neu und schafft neue Menschen. Jesus sagt: 

„Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das reich Gottes nicht sehen!“ (Joh. 3, 3)

Wer durch Buße und Glauben sich zu Gott hinwendet, erfährt eine neue Schöpfung. Alle, die in Christus Jesus sind, sind eine neue Schöpfung und gehören zur Familie Gottes. Gegen sie gibt es keine Verdammnis mehr. (Röm. 8, 1) In Christus Jesus sein heißt, in Seinem Wort und Seiner Gesinnung, in Seinen Geboten zu wandeln. 

Christus musste leiden und sterben und vom Tod auferstehen. Sonst hätten wir keine Erlösung, keine Vergebung, keine Gnade, kein Heil und kein ewiges Leben.

Jesus ist nicht im Grab geblieben; Er ist siegreich auferstanden von den Toten. „Der Tod ist verschlungen in den Sieg! Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist deinSieg?“

Der Herr ist wahrhaftig auferstanden: das Grab ist leer. Jesus lebt, und mit Ihm lebe ich! Weil Jesus lebt, lebe ich und leben alle Gläubigen mit Ihm in Ewigkeit. Ja, der aktivierte Glaube nimmt Gottes Wort für das was es ist, die Wahrheit.

 

B) Hören und bewahren

 

Der Gläubige wird „durch den Glauben bewahrt werden zu dem Heil, das bereit ist, geoffenbart zu werden in der letzten Zeit.“

Auch der Glaube an sich muss bewahrt werden. Viele Medien und viele Menschen wollen uns den Glauben streitig machen. Aber Jesus, der Anfänger und Vollender des Glaubens, kann uns bewahren, Er kann unseren Glauben bewahren; Er kann auch bewahren, was uns anvertraut ist. Vertraue Ihm und hoffe auf Ihn; Er wird es wohl machen.

Gott hat uns durch Seine große Barmherzigkeit „wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“

 

Wir müssen dieses kostbare Gut, den Glauben an Jesus, bewahren zu dem Heil, das für uns aufbewahrt ist im Himmel. Wir sind wiedergeboren, wir sind Söhne Gottes und gehören zur Familie Gottes. Und deshalb können wir nicht so leben wie die Heiden, die den lebendigen Gott nicht kennen, sondern nur töte Götzen aus Holz und Stein; tote Götzen, die nicht reden und nicht helfen können. Und Petrus sagt weiter: „Diese Hoffnung hat ihren festen Grund darin, dass Jesus Christus von den Toten auferstanden ist. Sie richtet sich auf das neue Leben, das Er schon jetzt im Himmel für euch bereit hält als einen Besitz, der niemals vergeht oder verdirbt oder aufgezehrt wird. Wenn ihr Ihm vertraut, wird Er Seine starke Hand über euch halten und euch bewahren, so dass ihr gerettet werdet.“ (1. Petr. 1, 3b- 5, GN)

 

23. Das bessere Gut

 

Christen sind nicht besser als andere, aber durch Christus erlöste, von Gott begnadigte und von Gott privilegierte, also höher gestellte Menschen. Christen haben einen unschätzbaren Reichtum in Gott gefunden. In Christus besitzen sie ein unbezahlbares und unvergängliches Gut, um das uns Andersdenkende beneiden dürfen. 

 

A) Die Gotterkauften

Alle Güter und alles Gold dieser Welt würde nicht ausreichen, die Erlösung einer Seele zu bezahlen. Jesus hat den Preis zur Erlösung aller Menschen aller Zeiten mit Seinem teuren Blut erkauft. Petrus sagt: „Denkt daran, was es Gott gekostet hat, euch aus der Sklaverei der Sünde zu befreien, aus einem sinnlosen Leben, wie es schon eure Vorfahren geführt haben. Christus hat euch losgekauft, aber nicht mit vergänglichem Silber oder Gold, sondern mit seinem eigenen kostbaren Blut, das Er wie ein unschuldiges fehlerloses Lamm für uns geopfert hat.“ (1. Petr. 1, 18-19)

Erkaufte gehören dem Käufer. So sind wir nun Leibeigne Gottes!Denkt daran: Wir sind teuer erkauft, darum gehören wir nicht uns selbst; und wir können auch mit unserem Leib nicht machen was wir wollen, wie manche schwangere werdende Mütter meinen und ihr eigenes Embryo-Kind dann abtreiben lassen. Geist, Seele und Leib gehören Gott. Wir gehören mit unserer Person ganz dem Herrn. 

 

B) Wisst ihr nicht...

„Wisst ihr nicht, dass die Heiligen die Welt richten werden?“

„Wisst ihr denn nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden?... Und solche sind etliche von euch gewesen; aber ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerechtfertigt worden in dem Namen des Herrn Jesus und in dem Geist unseres Gottes!“

„Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder des Christus sind?“

„Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des in euch wohnenden Heiligen Geistes ist, den ihr von Gott empfangen habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum verherrlicht Gott in eurem Leib und in eurem Geist, die Gott gehören.“ (1. Kor. 6)

 

C) Unser Reichtum im Himmelreich

 

So sind wir nun mit jedem geistlichen Segen beschenkt worden in den himmlischen Regionen in Christus. (Eph. 1, 3) Im Himmel sind unsere Schätze, die bleibenden Wert haben. Irdischer Reichtum ist vergänglich. Die geistlichen Güter sind ewige Güter von bleibenden Wert, ohne Kursverfall und ohne Abwertung. Deshalb sagt Jesus: „Ihr sollt euch keine Schätze sammeln auf Erden, wo die Motten und der Rost sie fressen und wo die Diebe nachgraben und stehlen. Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, wo weder die Motten noch der Rost sie fressen und wo die Diebe nicht nachgraben und stehlen! Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.“ (Mat. 6, 19- 21)

Der reiche Kornbauer hatte eine gute Ernte, aber seine Scheunen waren zu klein. Er hätte sicherlich den Armen von seiner Ernte etwas abgeben können. Stattdessen riss er die Scheunen ab und beute größere. Jesus sagte zu ihm: „Für wen hast du das alles getan? Heute Nacht schlägt dein letztes Stündchen. So geht es allen, die sich Schätze sammeln und nicht reich sind in Gott.“

Deshalb prangert Jakobus auch die gottlosen Reichen so stark an. 

Wir haben einen guten und gütigen Vater im Himmel, und der will seine Kinder reich beschenken. Ein guter Vater gibt seinen Kindern gute Gaben. Jesus sagt: „Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wieviel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes tun, die Ihn bitten!“ (Mat. 7, 11)

Ja, Gott ist gut! Er gibt Gutes denen, die Ihn darum bitten. Zum Beispiel den Heiligen Geist oder die Früchte des Geistes als da sind: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.

 

22. Meine Seele ist stille zu Gott

 

  1. Die laute Welt

 

Unsere Welt ist laut geworden, und der Geräuschpegel steigt weiter an: Autogeräusch - Flugzeuggeräusch - Eisenbahngeräusch - Maschinenlärm und vieles mehr. Es zehrt an unseren Nerven. Aber auch der ganze Körper und Geist des Menschen wird belastet und muss das aushalten. Auch die Tiere werden durch Lärm belastet und aufgeschreckt. Hinzu kommen bei vielen Menschen dauernde Handy-Gespräche und Spiele, die oft unnötig sind, aber auch nervlich belasten. Es scheint so zu sein, besonders bei jungen Leuten, dass man sich schnell daran gewöhnt und dann diese vermeintliche Unruhe sogar sucht. Es wird zur „Sucht“, wie mit vielen anderen Dingen auch. Es ist doch kein Wunder, dass durch den Stress viele junge Leute heute viel schneller krank werden, als noch vor 20 oder 30 Jahren das der Fall war. Und nach einem langen Arbeitstag fällt so manch einer todmüde aufs Bett. Das ist nicht Gottes Wille mit uns, das ist die Absicht des Teufels, der dauernd Ablenkungsmanöver schafft, um uns von der Stille, der Entspannung und Besinnung abzulenken und uns zu ruinieren.

 

B) Die Stille suchen

 

Man muss die Stille suchen, um zu sich selbst zu kommen und zur Besinnung. In der Stille kannst du über die Schöpfung und den Schöpfer der Welten nachdenken. Nicht nur das Leben, auch die Zeit hat Gott uns geschenkt. Wie gehst du mit dieser dir anvertrauten Zeit um? Unsere Lebenszeit ist begrenzt, deshalb müssen wir sie auch auskaufen. Um das Werk Gottes zu tun, brauchen wir nicht auf die bösen Tage warten; sie sind längst da. (Eph. 5, 16) Diese Zeit wird auch abgelöst werden von der Ewigkeit. (Offb. 10, 6b)

Deshalb wirkt, solange es Tag ist, und bevor die Dunkelheit hereinbricht, da niemand mehr wirken kann! Deshalb sagt auch Paulus: 

„Werdet nicht müde, Gutes zu tun... Gebt nur nicht vorher auf! Solange uns noch Zeit bleibt, wollen wir allen Menschen Gutes tun; vor allem aber denen, die mit uns an Jesus Christus glauben.“ (Gal. 6, 9a- 10, Hfa) Der König David hatte auch viele Gegner, und doch fand er immer wieder ein stilles Örtchen, wo er zu Gott beten, zu Ihm rufen und schreien, Ihm auch danken und ehren konnte. Aus Davids Psalmen können wir viel lernen. Er sagt: „Nur auf Gott wartet still meine Seele, von Ihm kommt meine Rettung.“ (Ps. 62, 2)

 

C) Elia, der mutige Prophet

 

Nachdem Elia dem gottlosen König Ahab eine Dürrezeit als ein Gericht Gottes angekündigt hatte, die auch eingetreten ist, musste er vor Ahab fliehen. Nach einer bestimmten Zeit, im dritten Jahr der Dürre, sollte Elia, auf Geheiß Gottes, sich dem Ahab zeigen und ihm folgendes mitteilen: „Gott will es wieder regnen lassen auf Erden.“ 

Elia war sehr mutig und tat, was Gott ihm sagte, obwohl Ahab ihn suchte, um ihn zu töten. Danach rief Elia die Baalspropheten auf dem Berg Karmel zur Entscheidung auf: Baal oder der lebendige Gott. Beide Seiten legten ein Opfer auf den Altar, und jeder rief seinen Gott an. Welcher Gott nun mit Feuer antworten würde, der sei der wahrhaftige Gott. Gott erhörte das gebet seines Propheten Elia und ließ Feuer vom Himmel fallen. Die Baalspropheten mussten ihren Irrtum mit dem Leben bezahlen. Elia aber musste wieder fliehen. Nach einem langen Fußmarsch wurde Elia müde und schlief irgendwo ein. Doch er wurde sanft von einem Engel geweckt und wurde aufgefordert, sich mit einer Gottesspeise zu stärken, denn er hatte noch einen weiten Weg vor sich. „Und er stand auf und aß und trank, und er ging in der Kraft dieser Speise 40 Tage und 40 Nächte lang, bis an den Berg Gottes, Horeb.“ (1. Kön. 19, 8) 

Genau so lange war Mose auf dem Berg Gottes in der Stille und der Gemeinschaft mit Gott. Er empfing dort oben die Thora, das Gesetz. (2. Mo. 24, 18) Genau so lange war Jesus in der Wüste in der stille, in der Gemeinschaft mit Seinem Vater (Mat. 4). bevor Er vom Teufel versucht wurde. 

Später befand sich Elia in einer Höhle, als er Gottes stimme vernahm: „Was suchst du hier, Elia?“

Er antwortete: “Ich habe heftig geeifert für den Herrn, den Gott Zebaoth (Gott der Heerscharen), denn die Kinder Israel haben Deinen Bund verlassen und Deine Altäre niedergerissen und Deine Propheten mit dem Schwert umgebracht, und ich bin allein übrig geblieben; und sie trachteten  danach, mir das Leben zu nehmen!“ (1. Kön. 19, 10)

Etwas später stand Elia wieder vor dem Eingang einer Höhle und hörte die Stimme: „Elia, wo willst du hin?“

Und er gab Gott die gleiche Antwort wie zuvor. Er meinte wirklich, er wäre als einziger Prophet übrig geblieben. Dann aber hörte er die göttliche Antwort: „Ich aber habe in Israel siebentausend übrigbleiben lassen, nämlich alle, die ihre Knie nicht gebeugt haben vor Baal...“ (Vers 18)

Das hat eine große Bedeutung für unsere Zeit, die Endzeit. Doch zwischen diese beiden Begegnungen und Aussagen steht noch ein Erlebnis des Propheten, das uns etwas lehren will.

 

D) Tritt auf den Berg vor dem Herrn!

 

Der Engel sprach: „Komm heraus und tritt auf den Berg des Herrn!“

Das ist sicher in der Zeit, in der wir leben, eine Aufforderung an uns alle. Verkriechen wir uns nicht in einer Höhle, sondern treten wir hervor in die offene Landschaft, vor der Öffentlichkeit, und stellen wir uns dem Herrn! Und nun die Geschichte, die dazwischen steht. Es heißt: „Und siehe, der Herr ging vorüber; und ein großer, starker Wind, der die Berge zerriß und die Felsen zerbrach ging vor dem Herrn her; der Herr aber war nicht in dem Wind. Und nach dem Wind kam ein Erdbeben; aber der Herr war nicht in dem Erdbeben. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer, aber der Herr war nicht in dem Feuer. Und nach dem Feuer kam die Stimme eines sanften Säuselns.“ (Verse 11- 12)

Elia wollte sich wieder in einer Höhle verkriechen, da kam die Stimme; sie enthielt Anweisungen an den Propheten, was er zu tun hatte, damit das Reich Gottes gebaut werde.

Gott kann uns nur dann Anweisungen erteilen, wenn wir die Stille suchen, auf Gottes Stimme hören und Gottes Stimme folgen. Also, wenn wir auf Gottes Anweisung warten, wie David es gesagt hat: 

„Nur auf Gott wartet still meine Seele, von Ihm kommt meine Rettung!“

 

E) Der HERR wird für euch streiten!

 

Vor dem Durchzug durchs Rote Meer war das Volk Israel ratlos und geängstet, denn es gab kein Vorwärts und kein Rückwärts. Der Feind, Pharao mit seinem Heer war hinter ihnen her, um sie zu töten. Nach menschlichem Ermessen hätte auch Mose, der Führer des Volkes Israels klagen und verzagen müssen. Aber Mose hatte ein starkes Gottvertrauen. Das ließ er in dieser kritischen Situation das Volk wissen. Er sagte: „Der Herr wird für euch streiten, seid ihr nur ganz still!“ (Exodus - 2. Mo. 14, 14)

In der Stille liegt die Kraft, sagt ein Sprichwort. Aber in der Stille und im Aufschauen und Vertrauen auf Gott ist der Sieg.

 

„Seid still, und erkennt, dass Ich Gott bin!“ (Ps. 46, 11a)

 

„Denn so hat Gott der HERR, der Heilige Israels, gesprochen: „Durch Umkehr und Ruhehalten werdet ihr gerettet werden, im Stillesein und Vertrauen besteht eure Kraft.“ (Jes. 30, 15a)

 

Und David sagt in Psalm 65, Verse 6- 8:

„Du antwortest uns wunderbar in Gerechtigkeit, 

Du Gott unseres Heils,

Du Zuversicht aller Enden der Erde und des fernsten Meeres;

der Du die Berge gründest in Deiner Kraft,

der Du mit Macht umgürtet bist;

der Du das Brausen der Meere stillst,

das Brausen ihrer Wellen und das Toben der Völker,

damit vor Deinen Wunderzeichen sich fürchten,

die an den Enden der Erde wohnen.“ (Schlachter Übersetzung)

 

  1. Reißende Wölfe

 

Das prophetische Wort verliert nicht seinen seine Gültigkeit und. auch nicht seine Bedeutung, weil der ewige Gott durch Propheten spricht. Wenn böse Zeiten und schlimme Zeiten wie die jetzige hereinbrechen, dann müssen wir das prophetische Wort umso ernster und intensiver studieren und beachten. Jesus warnte Seine Jünger vor „Falschen Propheten“, und Er nennt sie „reißende Wölfe, die in Schafskleidern“ auftreten. Auch Paulus spricht von „reißenden Wölfen“, die nach ihm kommen werden, die sich sogar in die Gemeinde einschleichen und die Gemeinde verstören und verderben werden. 

Er sagt: „Denn ich weiß: Wenn ich nicht mehr da bin, werden falsche Lehrer und reißende Wölfe über euch herfalllen, und sie werden die Herde nicht schonen.“ (Apg. 20, 29, Hfa)

Sie gebrauchen Gottes Wort und missbrauchen es zugleich. Und sie finden schnell Anhänger und Mitläufer. Forsche einmal nach, ob diese Leute ein intensives Gebetsleben führen, wie das Propheten tun. Oder ob sie der Heiligung nachjagen, wozu die Bibel alle Gläubigen auffordert. Und auch, ob die Demut und Sanftmut und die Liebe Jesu an ihnen sichtbar ist. Oder auch, ob sie sich von der Sünde distanzieren und Weltliebe meiden. Forsche nach, ob sie Christus ehren und ob sie ein Herz für die Verlorenen haben. Falls nicht, dann sind es falsche Propheten, auch wenn sie fromme Reden halten. 

Enste und entschiedene Christen müssen bibelfest und hellwach sein und dürfen sich nicht von leichtfüßigen und locker redenden Menschen beeinflussen lassen. Sonst können sie eine leichte Beute der falschen Propheten werden. Denn die Verführung kommt häufig von frommer Seite. Das ist die Taktik des Teufels. Jede Prophetie muss auch heute, oder heute erst recht, am Worte Gottes geprüft werden. Der Geist Gottes bestimmt unser Leben, nicht die sündige , fleischliche Natur. Wer Gottes Wort ganz locker aufnimmt, verliert es auch ganz locker.

 

B) Das prophetische Wort muß fest werden!

 

Das prophetische Wort muss in uns gefestigt sein. Der prophetisch Redende muss unter dem starken Einfluss des Geistes Gottes stehen. Eindrücke, die aus dem Gefühl des Menschen heraus kommen, sind keine Weissagungen, auch nicht, wenn der Inhalt seiner Rede nicht schlecht ist, nicht schlecht, aber nicht von Gott. Das ist ein Problem. 

Gottes Wort ist das „Schwert des Geistes.“ (Hebr. 4, 12) 

Aus Jesu Mund geht das zweischneidige Schwert Offb. 1, 16; 2, 16. Es scheidet das Gute vom Bösen, das Gerechte vom Ungerechten, oder: den Gerechten von den Ungerechten. 

Petrus sagt: „Umso fester verlassen wir uns jetzt auf das, was Gott durch Seine Propheten zugesagt hat. Auch ihr tut gut daran, wenn ihr darauf hört. Denn Gottes Zusagen leuchten wie ein Licht in der Dunkelheit, bis der Tag anbricht und der aufgehende Morgenstern in eure Herzen scheint.“ (2. Petr. 1, 19, Hfa)

Unsere Leuchtkraft als Christen hängt nicht von guten Rednern ab, sondern davon, wie Gottes Wort durch Gottes Geist auf uns wirkt, in uns wächst und unsere Herzen davon berührt und entbrannt sind. Nur der kann göttliches Feuer vermitteln, der göttliches Feuer empfangen hat und das Wirken des Geistes zulässt. Nur der kann leuchten, der die Leuchtkraft in sich trägt. 

Das Problem der vielen Unerleuchteten liegt auch darin, dass der Prediger einer Gemeinde durch schöne Reden selbst leuchten will, nämlich durch das, was er sagt. Der Apostel Paulus gibt uns ein gutes Beispiel, wenn er erwähnt, wie er zu den Korinthern predigte: „So bin auch ich, meine Brüder, als ich zu euch kam, nicht gekommen, um euch in hervorragender Rede oder Weisheit das Zeugnis Gottes zu verkündigen. Denn ich hatte mir vorgenommen, unter euch nichts anderes zu wissen als nur Jesus Christus und zwar als Gekreuzigten. Und ich war in Schachheit und viel Furcht und Zittern bei euch. Und meine Rede und meine Verkündigung bestand nicht in überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft...“ (Paulus sagt auch gleich warum), damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit beruhe, sondern auf Gottes Kraft.“ (1. Kor. 2, 1- 5) 

 

C) „Hervorragende Rede“

 

Ich kann mir gut vorstellen, dass viele  Prediger den Paulus nicht verstehen und seine Einstellung mit der damalige Zeit begründen. Bei vielen müsste es heute so heißen: „Und ich, liebe Freunde, bin zu euch gekommen, um euch in hervorragender Rede mit viel menschlicher Weisheit meine Rede vorzutragen. Denn ich hatte mir vorgenommen, unter euch viel zu wissen und den Namen Jesus nur am Rande zu erwähnen. Und ich war stark und furchtlos bei euch. Ich meinte, Zittern und Gefühl zeigen ist auf der Kanzel nicht angebracht. Meine Rede bestand also in überredenden Worten menschlicher Weisheit.“

Gott distanziert sich von hervorragenden Reden der Menschen; Er distanziert sich aber nicht von geistgesalbten Reden, von Seinem Wort, von Seinem Geist und von Seinem Sohn! Das kann Gott nicht, so wie Er sich auch nicht der Wahrheit entziehen kann. Gott kann nicht lügen! Wer Gott nicht ernst nimmt, nimmt auch Gottes Wort nicht ernst, und umgekehrt. Ein Hirte der Gemeinde trägt große Verantwortung für die Gemeinde und muss eines Tages Rechenschaft vor Gott ablegen. Das Selektieren, also die Rosinenpickerei aus dem Kuchen Gottes (Bibel) gefällt Gott nicht. Man spricht ja heute kaum noch von Predigern, wie die Bibel das tut, sondern vom Pastor, der eine Rede hält. Man sagt auch kaum noch „Brüder und Schwestern“, sondern „Hallo“ oder „Freunde“. Und der Redner legt sich seine Rede zurecht und hält sich nicht so sehr am Wort Gottes, aber an sein Kozept. Darum müssen die Zuhörer oft mit einer „leichten Kost“, also „Fast food“, oder einem Gefälligkeitsevangelium zufrieden sein. Und Paulus sagt dazu: „Rede ich denn jetzt Menschen oder Gott zuliebe? Oder suche ich Menschen zu gefallen? Wenn ich allerdings den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich nicht ein Knecht des Christus.“ (Gal. 1, 10)

Hat der Herr der Gemeinde heute noch das Sagen in Seiner Gemeinde?.Das Kreuz Jesu muss sichtbar und in den Predigten erkennbar sein, denn nur durch das Kreuz haben wir Vergebung unserer Sünden empfangen. Das Kreuz ist unser Zeichen, nicht der Halbmond.

 

D) „Gehorcht euren Führern!“

 

Kann man denn heute noch der Gemeinde sagen, was am Ende des Hebräerbriefs steht: „Gehorcht euren Führern und fügt euch ihnen; denn sie wachen über eure Seelen als solche, die einmal Rechenschaft ablegen werden, damit sie das mit Freuden tun und nicht mit Seufzen, denn das wäre nicht gut für euch!“ (Hebr. 13, 17)

Hier geht es also um den Gehorsam den Gemeindeleitern gegenüber. Ein Halbsatz steht hier im Mittelpunkt, nämlich: „... denn sie wachen über eure Seelen!“ Wenn das tatsächlich erkennbar ist und zutrifft, dann ist es unbedingt nötig, ihnen zu gehorchen. Sonst können Leiter auch zur Rede gestellt werden. Das gilt auch für Vers sieben, wo es heißt: „Gedenkt an eure Führer, die euch das Wort Gottes gesagt haben...“

Wenn das so ist und der Wahrheit entspricht, könnt ihr auch den zweiten Teil des Verses befolgen: „schaut das Ende ihres Wandels an und ahmt ihren Glauben nach!“

„Werdet nun Gottes Nachahmer als geliebte Kinder und wandelt in der Liebe, gleichwie auch Christus uns geliebt hat...“ (Kap. 5, 1a)

Entschiedene und gehorsame Christen brauchen keine Ermahnung, nur Ermunterung. Gott ist vollkommen, und wir sollen vollkommen sein. Jesus hat uns Gottes Willen vorgelebt und uns ins Herz Gottes schauen lassen. Je mehr wir von Ihm haben, desto mehr Licht, mehr Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung, haben wir. Dazu ist Er uns von Gott gemacht worden. (1. Kor. 1, 30) Ohne Ihn haben wir das alles nicht. Und von Seiner Fülle haben wir genommen Gnade um Gnade. Von Ihm empfangen wir Weisheit und Licht. Darum hört auf damit, selbst leuchten zu wollen! Wir können nur leuchten, wenn wir von Ihm Leuchtkraft empfangen haben, wie auch der Mond die Strahlen der Sonne widerspiegelt.

„Der Gott des Friedens aber, der unseren Herrn Jesus aus den Toten heraufgeführt hat, den großen Hirten der Schafe durch das Blut eines ewigen Bundes , Er rüste euch völlig aus zu jedem guten Werk, damit ihr Seinen Willen tut, indem Er in euch wirkt, was vor Ihm wohlgefällig ist, durch Jesus Christus. Ihm sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“ (Hebr. 13, 20)

 

 

21. Die Hoffnung der Herrlichkeit

 

  1. Jesus gibt uns Hoffnung

 

Jesus ist der einzige Weg zu Gott. Es gibt keinen anderen Weg und keine andere Möglichkeit, ins Reich Gottes eingehen zu können. Indem wir das Wort Gottes annehmen, bestätigen wir, dass Gott wahrhaftig ist, der seinem Sohn zu unserer Erlösung gesandt hat. Der Geist Gottes beginnt dann zu wirken. Die Wiedergeburt ist im Grunde eine Auferstehung aus dem Tod. Zwei Dinge müssen zusammenkommen, die Gnade Gottes von oben und das Ja zu Jesus von unten. Die Wiedergeburt ist nötig: „Denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten, so dass sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade auf Grund der Erlösung, die in Christus Jesus ist.“ (Röm. 3, 23. 24) 

Alle haben den Tod verdient; „aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.“ (Röm. 6, 23) 

Jesus ist gekommen, um uns zu erlösen. Er wurde das Sühnopfer für unsere Schuld. Er gab uns die Hoffnung der Herrlichkeit! Ihn müssen wir haben! Er hat uns, die wir ausgeschlossen waren aus der Familie Gottes, miteingeschlossen und uns das Bürgertum des Himmels erworben. Er hat uns, die wir keine Hoffnung hatten, eine lebendige Hoffnung in unser Herz gelegt. „Gott hat uns wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten.“ (1. Petr. 1, 3) „Diese Hoffnung halten wir fest als einen sicheren und festen Anker der Seele, der auch hineinreicht ins Innere , hinter den Vorhang, wohin Jesus als Vorläufer (gr. prodromos) für uns eingegangen ist, der Hohepriester in Ewigkeit geworden ist…“ (Hebr. 6, 19. 20a)

„Diese Hoffnung hat ihren festen Grund darin, dass Jesus Christus von den Toten auferstanden ist. Sie richtet sich auf das neue Leben, das er schon jetzt im Himmel für euch bereithält als einen Besitz, der niemals vergeht oder verdirbt oder aufgezehrt wird. Wenn ihr ihm fest vertraut, wird er seine starke Hand über euch halten und euch bewahren, so dass ihr gerettet werdet und am Ende der Zeit das unvergängliche Leben bekommt, das er euch zugedacht hat.“ (1. Petr. 1, 3b- 5, Hfa) „Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit!“

 

2. Hoffnung über den Tod hinaus

 

Jeder Mensch hat gewisse Vorstellungen vom Leben und stellt gewisse Ansprüche an das Leben. Bei den meisten enden die Vorstellungen mit dem Tod, weil aufgrund der Sünde jeder Mensch sterben muss, und weil der Mensch ohne Gott denkt: „Mit dem Tod ist alles aus!“ Wer sagt denn so etwas? „Der Narr spricht in seinem Herzen: Es gibt keinen Gott!“ (Ps. 14, 1) Wenn es keinen Gott gäbe, wäre auch Christus nicht vom Tod auferstanden. Dann gäbe es keine Erlösung, keine Auferstehung und keine Hoffnung. Dann wäre das Leben sinnlos, ziellos, hoffnungslos (1. Kor. 15, 12- 20)! Gott schafft nichts ohne Zielbestimmung. Es heißt: „Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bilde Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.“ (1. Mo. 1, 27) Durch Adam kam die Sünde in die Welt, durch Christus die Gnade. Durch die Sünde haben wir das Bild Gottes verloren, durch Christus können wir es wieder erlangen. Wir werden verwandelt werden in sein Bild. Die Hoffnung der Christen reicht über den Tod hinaus, weil Christus, der Herr der Gemeinde, die Welt überwuden und den Tod besiegt hat.

 

3. Hoffnung gibt uns Heimat

 

Nicht die Heimat gibt uns Hoffnung, sondern die Hoffnung gibt uns Heimat. Die meisten Menschen haben nur eine irdische Heimat; sie kennen Jesus nicht und wissen nichts von der himmlischen Heimat. Darum haben sie auch keine Hoffnung auf die Auferstehung von den Toten. Auch wir waren einst ohne Hoffnung, denn wir waren ohne Christus und hatten keinen Zugang zu Gott, dem Vater. „Denkt daran, dass ihr einst… zu jener Zeit ohne Christus wart, … und ihr hattet keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt.“ (Eph. 2, 12)

Für Christen gibt es ein einst (ohne Christus, ohne Bündnisse der Verheißung und ohne Hoffnung,) und ein jetzt, die Zeit mit Christus und mit der Hoffnung des ewigen Lebens. Die Gläubigen des Alten Bundes „waren davon überzeugt, dass sie Fremdlinge und Wanderer ohne Bürgerrecht sind auf Erden; denn die solches sagen, geben damit zu erkennen, dass sie ein Vaterland suchen.“ Hebr. 11, 13.14) Unser Bürgerrecht ist im Himmel. Von dort kam Jeus, um uns zu erlösen. Von dort kommt er wieder, um uns nach Hause zu führen.

 

4. Die Hoffnung gibt uns Halt

 

Die Hoffnung ist ein fester Ankergrund unserer Seele. Die christliche Hoffnung ist im Worte Gottes und im Herzen des Gläubigen verankert. Das inspirierte Wort Gottes wird nie vergehen. Wir halten uns also an den Ewigkeitswerten und an den Zusagen Gottes, der nicht lügen kann. Das ist unser Ankergrund. Diese Hoffnung gibt uns einen sicheren Halt. Wir halten fest, was unserem Leben Halt gibt. Unser Herr Jesus ist der Felsengrund auf dem wir stehen; er ist der Grund unseres Glaubens und auch der Grund unserer Hoffnung. Unser Glaube an Jesus, und unsere Hoffnung liegen in Gott fest gegründet. Das gibt unserer Seele festen Halt. „Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“ (1. Kor. 3,10b. 11; Hebr. 10, 23))

 Solche Hoffnung gibt deinem Leben Halt! Verlier nie diesen Halt! Halte fest an dieser Hoffnung, ohne zu wanken!

 

5. Die Hoffnung gibt uns Trost

 

Auch im Sterben  nimmt die Hoffnung dem Gläubigen die Furcht vor dem Tod. Der uns diese Hoffnung gab, der hat den Tod besiegt! Diese Hoffnung ist im Worte Gottes festgeschrieben und kann nicht gelöscht werden. Sie ist durch die Auferstehung Jesu von den Toten festgemacht und begründet. (1. Kor.15,16-22) Gott ist ein Gott des Trostes, der Barmherzigkeit, der Liebe, des Friedens, der Geduld und der Hoffnung (2. Kor.1,3; 13,11; Röm.15, 33.5.13.)

Wir hoffen auf den Herrn; er gibt uns Hoffnung. Sein Wort gibt uns Anlass und Grund zur Hoffnung. Darum setzen wir unser ganzes Vertrauen auf ihn. Denn er weidet mich auf grünen Auen. Er führt uns zu stillen, frischen Wassern. er erquickt meine Seele. Er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Ich fürchte kein Unglück, auch dann nicht, wenn ich durchs Tal des Todesschatten wanderte. Denn du bist bei mir; dein Stecken und Stab trösten mich! Ja, der Herr ist unser Tröster, und der Heilige Geist, der in uns wohnt, wird auch Tröster genannt. 

Jesus sagt: „Liebt ihr mich,so haltet meine Gebote! Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Tröster, Beistand, Fürsprecher geben, dass er bei euch bleibt in Ewigkeit.“ (Joh. 14, 16)

 

6. Die Hoffnung hat ein Ziel

 

Der feste Grund unserer Hoffnung ist Jesus selbst. Er ist auch das Ziel unseres Glaubens. Johannes sagt: „Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Kinder Gottes heißen sollen! Darum erkennt uns die Welt nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat. Geliebte, wir sind jetzt Kinder Gottes, und noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen aber, dass wir ihm gleichgestaltet sein werden, wenn er offenbar werden wird; denn wir werden ihn sehen wie er ist.“ (1. Joh. 3, 1-2)

Die Welt erkennt uns nicht, weil sie Gott nicht erkannt hat und den Heiligen Geist nicht empfangen kann in diesem sündigen und unbußfertigen Zustand (Joh. 17, 3; 14,17). Menschen, die Leben aus Gott haben, die haben eine lebendige Hoffnung. Das ist unsere Hoffnung: Wir werden auferstehen aus den Toten zum ewigen Leben, wir werden ihm gleichgestaltet und verwandelt werden in sein Bild, und wir werden ihn sehen wie er ist! „Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich, gleichwie auch er rein ist.“ (Vers 3) 

Hoffnung hat eine Ausrichtung zu Gott, unserem Vater. So sagt Petrus auch: „… die ihr durch ihn (Jesus) an Gott glaubt, der ihn aus den Toten auferweckt und ihm Herrlichkeit gegeben hat, damit euer Glaube  und eure Hoffnung auf Gott gerichtet seien.“ (1. Petr. 1, 21)

 

7. Die Substanz der Erwartung

 

Stehst du im Glauben, erwartest du die Wiederkunft Jesu? Der Glaube (= pistis) ist die Annahme (gr.= hypostasis) dessen, was man erwartet. Der Glaube ist die Substanz, die Grundlage oder das Wesen unserer Erwartung (elpis= Hoffnung). Die Bibel sagt: „Denn wir sind Mitteilhaber des Christus geworden, das heißt, wenn wir die anfängliche Grundlage bis zur Vollendung stetig festhalten.“ (Hebr. 3, 14, Konk.)

 Annahme heißt auf lateinisch substantia.  Erwartung hat mit Warten und Ausharren zu tun. David wartete auf Gott (Ps. 62, 2), Joseph von Arimathia wartete auf das Reich Gottes (Mk. 15, 43), Simeon und andere mit ihm warteten auf den Trost Israels (Luk. 2, 25), jene 70 Jünger warteten auf die Verheißung des Vaters (Apg. 1, 4). Paulus schreibt an Titus: „Denn die Gnade Gottes ist erschienen, die heilbringend ist für alle Menschen; sie nimmt uns in Zucht, damit  wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in der jetzigen Weltzeit, indem wir die glückselige Hoffnung erwarten und die Erscheinung der Herrlichkeit  des großen Gottes und unseres Retters Jesus Christus.“ (Tit. 2, 11- 13)

Jesus gibt dir die Hoffnung des ewigen Lebens! Er ist auch für dich am Kreuz gestorben.

 

8. Hoffnung und Erwartung der Herrlichkeit Gottes

 

Wir lesen im Philipper- Brief: „Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus erwarten als den Retter, der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird, so dass er gleichförmig wird seinem Leib der Herrlichkeit, vermöge der Kraft, durch die er sich selbst auch alles unterwerfen kann.“ (Phil. 3, 20. 21)

Das Reich Christi wird in Macht und Herrlichkeit hervorbrechen. (Matth. 24, 30) Doch bevor der „helle Tag“ anbricht, muss der „Morgenstern aufgehen in unseren Herzen.“ (1. Petr. 1, 19)

Jesus sagt: „Ich bin die Wurzel und der Spross Davids.“ (Offb. 22, 16b) Das gilt Israel. Als die Wurzel ist er göttlich und Davids Herr. Als Spross ist er Mensch, Sohn Davids. (Ps. 110, 1) Jesus ist geboren und gestorben als „König der Juden.“ (Matth. 2, 2; 27, 37) Er wird auch regieren als König der Juden (Sach. 9, 9). Im Verhältnis zur Gemeinde ist Jesus der  leuchtende Morgenstern. 

Wir rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. Aber nicht nur das, sondern wir rühmen uns auch in den Bedrängnissen, weil wir wissen, dass die Bedrängnis standhaftes Ausharren bewirkt, das standhafte Ausharren aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung, die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.“ (Röm. 5, 2b- 5) 

„Jesus wird denen erscheinen, „die auf ihn warten (ihn erwarten), nicht wegen der Sünde, sondern zum Heil!“ (Hebr. 9, 28b)

Das Warten auf die Herrlichkeit Gottes, oder die Erwartung der Erscheinung Jesu, lässt uns nicht träge sondern aktiv werden!

 

9. Das Seufzen in der ganzen Schöpfung

 

Der Apostel spricht in Römer Kapitel acht ein wichtiges Thema an.

„Die Leiden der jetzigen Zeit fallen nicht ins Gewicht gegenüber der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll. Denn die gespannte Erwartung der Schöpfung sehnt die Offenbarung der Söhne Gottes herbei. Die Schöpfung ist nämlich der Vergänglichkeit unterworfen, nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin, dass auch die Schöpfung selbst befreit werden soll von der Knechtschaft der Sterblichkeit zur Freiheit der Herrlichkeit der Söhne Gottes.“ (Röm.8,19f)

 

Eine tiefe Sehnsucht oder eine gespannte Erwartung liegt also in der ganzen Schöpfung (Vers 19). Die griechische Bezeichnung dafür heißt apo karadokia= Vorahnung. (vergleiche Phil. 1, 20). Gott hat Großartiges mit der gesamten Schöpfung vor! Diese Schöpfung hat durch den Sündenfall Schaden erlitten (Fluch Gottes, 1. Mo. 3, 17); sie liegt in Knechtschaft. Auf grunddessen liegt eine gespannte Erwartung, ein Sehnen und ein Seufzen auf ihr. Worauf ist die Schöpfung gespannt? Worauf wartet sie? Auf die Offenbarung der Söhne Gottes! Sind wir denn nicht bereits jetzt erlöst? Ja, wir sind erlöst, aber für die Schöpfung ist unsere Erlösung unvollkommen und unsichtbar. In Vers 22 stellt Paulus das Seufzen der unerlösten Schöpfung heraus, indem er sagt: „Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung mitseufzt und mit in Wehen liegt, (weil auch die Gotteskinder in ihrem unerlösten Leibe seufzen) bis jetzt; und nicht nur sie , sondern auch wir selbst, die  wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir erwarten seufzend die Sohnesstellung, die Erlösung unseres Leibes. Denn auf Hoffnung hin sind wir errettet worden. Eine Hoffnung aber, die man sieht, ist keine Hoffnung… Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so erwarten wir es mit standhaftem Ausharren.“ (Röm. 8, 25)

Wir erwarten die vollkommene Sohnesstellung, die wir jetzt schon im Glauben erfassen können (Röm. 8, 14.15), die aber erst durch die leibliche Auferstehung vollkommen wird. Dann kann auch die Kreatur zu einem neuen, erlösten Leben auferstehen. (Jes. 11, 6- 9) „Denn alle, die durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes.“ 

Der Gegenstand unseres Glaubens ist unseren Augen jetzt noch verborgen; doch wir werden sehen, was wir geglaubt haben! „Wenn aber das Vollkommene in die Erscheinung tritt, dann sind alle Teilwahrheiten überwunden.“ (1. Kor. 13, 10, Br.)

Paulus kannte noch ein anderes „Mit- seufzen“, das des Geistes Gottes, der uns zu Hilfe kommt (Röm. 8, 26- 27). Sonst wären wir nicht imstande, recht zu beten wie es Gott gefällt. Ein Seufzer auf Gott ausrichtet kann schon ein Gebet sein. Paulus sagt: „Ebenso kommt auch der Geist unseren Schwachheiten zu Hilfe. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt; aber der Geist selbst tritt für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern.“ (Röm. 8, 26)

 

10. Hoffnung gibt dir Kraft

 

Hoffnung hat Kraft, sie kann uns auch in schweren Zeiten, wie Krankheit, Versuchung, Drangsal, Verfolgung, hindurchzutragen. Wer kann uns nehmen, was Gott uns gegeben hat, wer uns enterben vom himmlischen Erbe? „Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein? Er, der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat, wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken? Wer will gegen die Auserwählten Gottes Anklage erheben? Gott ist es doch, der rechtfertigt! Wer will verurteilen? Christus ist es doch, der gestorben ist, ja mehr noch, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist, der auch für uns eintritt! Wer will uns scheiden von der Liebe des Christus?“ 

Nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes, die in Christus ist. Paulus war sich seines untrennbaren Glaubens in Jesus sehr gewiss. Er betont es mit den folgenden Worten: „Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch irgend ein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“ (Röm. 8, 31b- 35. 38. 39)

 

Die Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, und die Kraft des Blutes Jesu sind stärker als der Tod. „Der Tod ist verschlungen in den Sieg! Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg?“ (1. Kor. 15, 55)

Viele werden im Glauben träge und verlieren die Hoffnung, je länger die Wiederkunft Jesu dauert. Vertraue Jesus; er stärkt deinen Glauben und deine Hoffnung. Er ist der Anfänger und Vollender des Glaubens (Hebr. 12, 2). Die Schrift sagt: „Werft eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat! Denn standhaftes Ausharren tut euch not, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung erlangt. Denn noch eine kleine, ganz kleine Weile, dann wird der kommen, der kommen soll, und nicht auf sich warten lassen.“ (Hebr. 10, 35- 37)

 

Macht gewisse Schritte im Glauben und stärkt euch im Wort der Verheißung! Gott selbst fordert uns auf, an der angebotenen Hoffnung festzuhalten! ( Hebr. 3, 6; 6, 11.19; 10, 23) 

„Die Hoffnung ist eine Quelle der Freude und die Freude eine Quelle der Kraft. Die Niedergedrückten und die Furchtsamen sind schwach und untätig; die Hoffnungsvollen sind aktiv und mutig.“ (H. Ed. Manning)

 

11. Erkenne die Herrlichkeit Gottes!

 

Je mehr wir die Herrlichkeit Gottes durch sein Wort erkennen, desto mehr wird auch unsere Hoffnung und die Erwartung der Herrlichkeit gestärkt werden, desto fester und sicherer unser Glaube, desto reicher und gründlicher unsere Liebe zu unserem Herrn. Den Herrn der Herrlichkeit zu erkennen, ihn zu lieben, ihm zu folgen und seine Worte zu befolgen; das ist das A und O unseres Glaubens, und schafft uns ewiges Leben. Jesus hob seine Augen zum Himmel empor und sprach: „Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, damit auch dein Sohn dich verherrliche - gleichwie du ihm Vollmacht gegeben hast über alles Fleisch, damit er allen ewiges Leben gebe, die du ihm gegeben hast. Das ist aber das ewige Leben, dass dich , den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“ Joh.  17, 1- 3

Unser Gott ist der Vater der Herrlichkeit, und Jesus verließ die Herrlichkeit des Vaters, um uns zu erlösen. Paulus betet für die Gemeinde der Epheser, „dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch den Geist der Weisheit und Offenbarung gebe in der Erkenntnis seiner selbst, erleuchtete Augen eures Verständnisses, damit ihr wisst, was die Hoffnung seiner Berufung und was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen ist.“ (Eph. 1, 17- 18)

Möge Gott uns den Geist der Weisheit und Offenbarung geben, damit wir ihn erkennen, und erleuchtete Augen, damit wir verstehen und wissen, was die Hoffnung seiner Berufung und der überaus große Reichtum der Herrlichkeit Gottes ist. Aber nicht nur das, sondern, was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen ist! Wir wissen, dass wir vom Herrn Erbe empfangen werden (Kol. 3, 24; Eph. 1, 14). Doch Jesus hat viele erlöst und gerecht gemacht; er wird die Vielen zum Erbe haben. (Jes. 53, 11. 12; Hebr. 1, 2). 

„Ihn liebt ihr, obgleich ihr ihn nicht gesehen habt; an ihn glaubt ihr, obgleich ihr ihn jetzt nicht seht, und über ihn werdet ihr jubeln mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Endziel eures Glaubens davontragt, die Errettung der Seelen!“ (1. Petr. 1, 8. 9)

 

Das ist unsere lebendige Hoffnung, die Hoffnung der Herrlichkeit Gottes! Diese Hoffnung geben wir nicht preis! An dieser Hoffnung halten wir fest! Wohl dem, der seine Hoffnung setzt auf den Herrn!

12. Menschen ohne Hoffnung

Nicht jeder erwartet die Herrlichkeit Gottes. Viele Menschen haben keine Hoffnung, weder im Leben noch im Tod. Sie müssen traurig sein, wir nicht! Denn Jesus hat alle Feinde besiegt, auch den Tod.

Paulus schreibt an die Kolosser- Gemeinde: „Wir danken dem Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, indem wir allezeit für euch beten, da wir gehört haben von eurem Glauben an Christus Jesus und von eurer Liebe zu allen Heiligen, um der Hoffnung willen, die euch aufbewahrt ist im Himmel.“ (Kol. 1,3-f)

Unser Erbe wird im Himmel aufbewahrt. Für die, die weder an Gott noch an den Himmel glauben, kann Gott nichts aufbewahren. Dagegen: „Für uns, die wir in der Kraft Gottes bewahrt werden durch den Glauben zu dem Heil, das bereit ist, geoffenbart zu werden in der letzten Zeit. Dann werdet ihr jubeln, die ihr jetzt eine kurze Zeit, wenn es sein muss, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, damit die Bewährung eures Glaubens (der viel kostbarer ist als das vergängliche Gold, das doch durchs Feuer erprobt wird) Lob, Ehre und Herrlichkeit zur Folge habe bei der Offenbarung Jesu Christi.“ (1. Petr. 1, 4b- 7)

 

In der Hafenstadt Saloniki wurden unlängst zwei Graburnen von Archäologen ausgegraben. Sie stammen aus dem nachchristlichen Jahrhundert, aus der Stadt, in der Paulus eine Gemeinde gegründet hatte. In einer Urne waren die sterblichen Überreste eines Heiden, in der anderen die eines Christen. Die Inschriften lauteten bei dem ersten: „Keine Hoffnung!“ Bei dem zweiten: „Christus ist mein Leben!“ (Aus Wort und Geist 2000)

Paulus sagt: Wir müssen nicht traurig sein, „wie die anderen, die keine Hoffnung haben. Denn wenn wie glauben, dass Jesus Christus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die Entschlafenen durch Jesus mit ihm führen.“ (1. Thess 4, 13b- 14f)

 

 

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22. Hebt eure Herzen und Hände zu Gott empor!

 

  1. Die Zentralfrage - Beziehung zu Gott

 

„Lasst uns unsere Herzen mit den Händen zu Gott im Himmel erheben!“ (Klagelieder 3, 41)

Die Zentralfrage im Leben ist die Frage nach der Beziehung zu Gott dem Schöpfer. Viele haben keine Beziehung zu Gott. Wenn der Mensch, seinen Schöpfer aus den Augen verloren hat, so bleibt das nicht ohne Folgen. Der Mensch schuldet Gott Preis und Dank uns Anbetung. Wenn er aber Gott seinen Dank verweigert und es versäumt, ihm die gebührende Ehre zu erweisen obwohl er Die Existenz Gottes an der Schöpfung sehen und erkennen kann, so hat das Folgen. Und davon lesen wir im Römerbrief, Kapitel 1, 18- 23.

Undank Gott gegenüber ist die Folge eines gottlosen Lebens. (V. 21) Gott erwartet von allen Menschen Dank und Preis, speziell von seinen Kindern. Wer da weiß Gutes zu tun, und tut es nicht, dem wird es zur Sünde. 

1. Wie kommt es, dass Menschen in ihren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen? 

2. … und dass ihr unverständiges Herz verfinstert wurde?

3. … und da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren geworden. Wie kommt es?

4. … dass sie die Herrlichkeit Gottes vertauscht haben mit einem Bild, das dem vergänglichen Menschen und den Tieren gleicht? Ich könnte noch vieles hinzufügen.

Wie kommt es, dass sie Mann mit Mann Schande treiben und auch die Frauen Homosexualität treiben. Sodom und Gomorrha lassen grüßen. Die Bibel sagt: „Darum hat Gott sie auch dahingegeben!“

Aber soweit darf es nicht kommen. Manche denken: Da kann man nichts machen: Die Menschen suchen das Verderben - sie bekommen das Verderben! Doch: Man kann beten!

 

B) Fürbitte

 

Leben wir denn heute nicht in einer ähnlichen Situation? Und schreit denn heute nicht auch die Sünde bis zum Himmel, wie damals? Kann man da nichts machen?

Wer die Not sieht, der erkennt auch die Notwendigkeit der Fürbitte und des Gebets. Abraham wusste, da muss man Fürbitte tun. Schließlich war sein Neffe Lot mit seiner Familie in Sodom. Abraham betete und flehte: „Du barmherziger und gnädiger Gott! Du bist ein gerechter Gott. Du kannst doch nicht den Ungerechten mit dem Gerechten umbringen!“

Er handelte mit Gott. Er hatte ein gutes Verhältnis zu Gott.

 

C) Woher kommt die Bosheit des Menschen?

Die Bibel sagt: Aus dem Herzen kommen böse Gedanken. Aus bösen Gedanken entstehen schnell böse Worte. Und bösen Worten folgen oft böse Taten. (Mat. 15, 19) Siehe IS.

Gott sah auch damals die Verderbtheit und Bosheit der Menschen. (1. Mo. 6, 5.6) Doch Noah durfte eine rettende ARCHE bauen für sich und seine Familie. JESUS heißt die Arche. Wie ist deine Beziehung zu Gott? Hast du eine gute Verbindung durch unseren Herrn Jesus (einen guten Draht)? „Rufe mich an am Tag der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich ehren!“

 

D) Saget Gott Dank allezeit für alles!

Gotteskinder sollen aus einen reinen, geheiligten Herzen und in der Fülle des Geistes Gott loben und verherrlichen.

Der Prophet Jona floh vor Gott und versteckte sich auf dem Schiff. Christen, versteckt euch nicht auf euren Schiffsreisen oder Flugreisen! Zeigt euer Gesicht, bekennt euren Glauben! Und betet zu eurem Gott! Gott erhört Gebet. Hebt eure Hände empor zu Gott und betet! Hebt eure Hände und Herzen empor und tut herzliche Fürbitte! Denn die Tage, in denen wir leben, sind „böse Tage!“

„Lasst uns unsere Herzen und heilige Hände zu Gott im Himmel erheben!“

 

 

21. Rückzug…

 

  1. Rückzug aus der Welt?

 

Wir leben in einer bösen Welt. Der Fürst dieser Welt verführt Menschen zum Bösen und sucht sogar die Auserwählten zu Fall zu bringen. Manche Christen ziehen sich immer mehr aus den weltlichen Dingen zurück, so gut sie es können; und andere passen sich immer mehr der Welt an. Gotteskinder sind in der Welt, aber nicht von der Welt. Ein Rückzug aus der Welt ist falsch, eine Anpassung an die Welt ist auch falsch. Jesus sagt: „In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (Joh. 16, 33)

Die Worte Jesu bewirken Frieden in uns, sie schaffen eine heile Welt. Seine Worte nehmen uns die Angst, geben uns Hoffnung und machen uns mutig und zuversichtlich. Wenn Jesus diese Welt überwunden hat, und er hat sie überwunden, dann müssen wir in ihm erfunden sein, damit wir die Welt überwinden. Allein schaffen wir es nicht. Wir müssen den Glauben an ihn aktivieren und mit seinem Beistand rechnen. Der Gottlose hat Gott nicht auf der Rechnung, deshalb kann er auch nichts empfangen. Der Gläubige empfängt von Gott Güter, Gaben und Talente, weil er sein Vertrauen in ihm setzt. Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. (1. Joh. 5, 4) 

Wenn Jesus das Licht der Welt ist, und er ist es (Joh. 8, 12), dann können auch wir das Licht der Welt sein, weil (wenn) wir sein Wort in uns bewahren und das Licht von ihm beziehen (Mat. 5, 14).

Keine Gleichstellung mit der Welt

„Passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch in eurem Wesen verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes.“ (Röm. 12, 2a)

Warum, um alles in der Welt, sollen wir uns dieser Welt gleichstellen, wenn doch das Wesen dieser Welt vergeht, und wir Teilhaber des Reiches Gottes sind (1. Kor. 7, 31)? Und das Reich Jesu ist nicht von der Art dieser Welt, es ist ewig (Joh. 18, 36. 37). Die Freundschaft mit der Welt ist Feindschaft gegen Gott. Jakobus sagt: „Wer also ein Freund der Welt sein will, der macht sich zum Feind Gottes.“ (Jak. 4, 4) Das Böse in der Welt nimmt zu, der Druck auf die Gläubigen auch!

 

B) Rückzug vom Abendmahl? Nein!

 

Das Abendmahl ist die innigste Gemeinschaft mit dem Herrn und ein heiliger Akt unseres Gottesdienstes, wenn es biblisch gehandhabt wird. Nur Versöhnte mit Gott und allen Menschen sollten daran teilnehmen. Wer sich der Versöhnung nicht sicher ist, sollte noch vor der Teilnahme am Mahl die Aussöhnung suchen, und anschließend zum Tisch des Herrn treten. Paulus sagt: „Ihr könnt nicht den Kelch des Herrn trinken und den Kelch der Dämonen; ihr könnt nicht am Tisch des Herrn teilhaben und am Tisch der Dämonen!“ (1. Kor. 10, 21) Die Heiden opfern den Dämonen, nicht Gott. Feiert würdig das Mahl des Herrn. Die Einsetzungsworte Jesu: „Nehmt, eßt! Das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; dies tut zu meinem Gedächtnis! Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; dies tut, sooft ihr ihn trinkt, zu meinem Gedächtnis! Denn sooft ihr dieses Brot eßt und diesen Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.“ (1. Kor. 11) 

Allein an diesem Text kannst du erkennen, wie heilig und ernst die Feier des Abendmahls ist, oder sein sollte. Vom Tag der Ausgießung des Heiligen Geistes an feierten die Jünger täglich das Mahl. Viele Gemeinden tuen es nur einmal im Monat. Je näher der Tag der Wiederkunft Jesu rückt, desto häufiger sollten Christen das Mahl feiern. Es folgt noch ein wichtiger Teil, der unbedingt dazu gehört; aber häufig weggelassen wird, um die Gewissen der Teilnehmer nicht zu beunruhigen. Es heißt: „Wer also unwürdig dieses Brot ißt oder den Kelch des Herrn trinkt, der ist schuldig am Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst…“ (Vers 27f) 

Also prüft euch selbst. Viele nehmen das Mahl unwürdig und leichtfertig. Sie machen sich schuldig und ziehen sich ein Gericht zu! Und deshalb sind unter euch viele Schwache und Kranke. Die Voraussetzungen dafür müssen geschaffen werden. Paulus erklärt auch die Bedeutung der Abendmahlsfeier und sagt: „Der Kelch des Segens, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes des Christus? Das Brot, das wir brechen, ist es nicht die Gemeinschaft des Leibes des Christus? Denn es ist ein Brot, so sind wir, die viele, ein Leib; denn wir alle haben Teil an dem einen Brot.“ (1. Kor. 10, 16. 17)

 

C) Aufruf zur Absonderung

 

Im zweiten Korintherbrief schreibt Paulus: „Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial überein? Oder was hat der Gläubige gemeinsam mit den Ungläubigen? Wie stimmt der Tempel Gottes mit Götzenbildern überein? Denn ihr seid ein Tempel des lebendigen Gottes.“ (2. Kor. 6, 14- 16a)

Mit Ungerechtigkeit oder Gesetzlosigkeit können wir keine gemeinsame Sache machen. Und mit dem Fürsten der Finsternis  können Kinder des Lichts keine Gemeinschaft haben. Auch nicht mit Götzenbildern. Solche Leute haben kein Erbteil im Reich Jesu Christi  und Gottes (Eph. 5, 5). Ein Tempel Gottes zu sein ist Grund genug, sich zu heiligen von allem Widergöttlichen. Babylon, das Bild der großen Hure, wird sein eigenes Gericht empfangen. Johannes hörte eine Stimme aus dem Himmel: „Geht hinaus aus ihr, mein Volk, damit ihr nicht ihrer Sünden teilhaftig werdet und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt! Denn ihre Sünden reichen bis zum Himmel, und Gott hat ihrer Ungerechtigkeiten gedacht.“ (Offb. 18, 4. 5)

 

Gottes Gericht wird der Wahrheit und der Gerechtigkeit entsprechen ( Röm. 2, 2. 5; Offb. 16, 7). Wenn du mir nicht glauben willst, so glaube doch den Worten Jesu, aus dessen Mund kein Trug gefunden wurde. Er ist die Wahrheit in Person; und sein Worte werden nicht vergehen. Jesus sagt: „Ich sage euch aber, dass die Menschen am Tage des Gerichts Rechenschaft geben müssen von jedem unnützen Wort, das sie geredet haben. Denn nach deinen Worten wirst du gerechtfertigt, und nach deinen Worten wirst du verurteilt werden!“ (Mat. 12, 36. 37)

Seid wahrhaftig, wie euer Vater im Himmel wahrhaftig ist! Ihr sollt heilig sein, wie euer Vater im Himmel heilig ist! Und ihr sollt vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist! (vergl.1. Mo. 11, 44; Mat. 5, 48) Von Paulus können wir viel lernen, was zu einer entschiedenen Christusnachfolge beiträgt: 

„Von mir aber sei es ferne, mich zu rühmen, als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch das mir die Welt gekreuzigt ist, und ich der Welt.“ (Gal. 6, 14)

 

D) Heiligung = Reinigung - Absonderung -Weihe

 

Heiligung ist Reinigung und Absonderung für Gott! Heiligung hat  auch mit Hingabe und Weihe zu tun. Das ist für Christen sehr nötig geworden. Jesus ist uns von Gott auch zur Heiligung gemacht worden (1. Kor. 1, 30). Jesus betet zum Vater: „Heilige sie in deiner Wahrheit! Dein Wort ist die Wahrheit.“ (Joh. 17, 17) Und der Vater erhört das Gebet. Jesus sagt auch: „Und ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie geheiligt seien in Wahrheit.“ (V. 19) Ein Christ kann in Sünde fallen, doch dann steht es wieder auf und reinigt sich (1. Joh. 1, 9). Die Sünde ist nicht unser Lebenselement. Sie darf nicht über uns herrschen, sondern wir müssen über die Sünde herrschen (1. Mo. 4, 7). Es heißt: „So soll nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leib. Gebt auch nicht eure Glieder der Sünde hin als Werkzeuge der Ungerechtigkeit, sondern gebt euch selbst Gott hin als solche, die lebendig geworden sind aus den Toten, und eure Glieder Gott als Werkzeuge der Gerechtigkeit.“ (Röm. 6, 12a. 13) Petrus weist darauf hin, dass wir als gehorsame Kinder „uns nicht den Begierden anpassen, denen wir früher in unserer Unwissenheit dienten, sondern wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel.“ (1. Petr. 1, 14. 15)

Denn wie sollen wir sonst bewahrt werden „vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird.“ (Offb. 3, 10b)

Darum ist es so wichtig, Gottes Wort zu bewahren in einem reinen Herzen. Was der Apostel an die Gemeinde zu Thessalonich schrieb, gilt auch uns: „Euch lasse der Herr wachsen und überströmend werden in der Liebe zueinander und zu allen, gleichwie auch wir sie zu euch haben, damit eure Herzen gestärkt und untadelig erfunden werden in Heiligkeit vor unserem Gott und Vater bei der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus mit allen seinen Heiligen.“ (1. Thess. 3, 12. 13)

Paulus spricht hier von der Erfüllung unserer Herzen mit überströmender Liebe zueinander und zu allen Menschen, damit wir ohne Tadel vor ihm bestehen können, bei seiner Wiederkunft. Gott hat uns nicht zur Unreinheit berufen, sondern zur Heiligung. Paulus fügt hinzu: „Deshalb - wer dies verwirft, der verwirft nicht Menschen, sondern Gott, der doch seinen Heiligen Geist in uns gegeben hat.“ (Kap.4,8

 

20. Bewahrt vor dem Gerichtszorn 

 

„Denn es wird offenbart Gottes  Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit aufhalten…“ (Röm. 1, 18)

Die Gottlosigkeit und die Ungerechtigkeit der Menschen nehmen zu. Sie halten die Wahrheit auf und verdecken sie. Damit nimmt auch Gottes Zorn über diese Menschen zu. Gottes Zorn ist in der Bibel gleichbedeutend mit Gericht. Die Bibel sagt: „Dann wird er zu ihnen reden in seinem Zorn und sie schrecken mit seinem Grimm.“ (Ps. 2, 5) Es brauchte nicht zu sein, dass Gott zürnt; doch der Sünder will es so. Johannes sagt: „Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.“ (Joh. 3, 36)

Und der Mensch häuft sich selbst den Zorn auf den Tag des Gerichts (Röm. 2, 5. 8). Wer Gottes Liebe verachtet und Jesu Kreuzestod verschmäht, verfällt dem Zorngericht Gottes. Gott beweist seine Liebe zu uns Menschen durch das Opfer seines Sohnes. „Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Wieviel mehr nun werden wir, nachden wir jetzt durch sein Blut gerechtfertigt worden sind, durch ihn vor dem Zorngericht errettet werden.“ (Röm. 5, 8. 9)

Unsere Schuld ist getilgt durch das Blut des Lammes Gottes. Jesus hat unsere Schuld getragen. Paulus sagt: „Er hat auch euch, die ihr tot wart in den Übertretungen und dem unbeschnittenen Zustand eures Fleisches, mit ihm lebendig gemacht, indem er eure Übertretungen vergab; und er hat die gegen uns gerichtete Schuldschrift ausgelöscht.“ (Kol. 2, 13. 14a)

Statt den Lüsten des Fleisches zu folgen, sollten wir im Geist wandeln. Wer das nicht tut, folgt noch den Lüsten des Fleisches. „Wenn ihr aber vom Geist geleitet werdet, so seid ihr nicht unter dem Gesetz. Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung. Gegen solche Dinge gibt es kein Gesetz.“ (Gal. 5, 18. ) Jesus hat uns errettet vor dem Zorngericht. Glaube seinem Wort! Warte nicht bis zum Tag seines Zorns! Offb. 6, 17

 

19. Lasst beides miteinander wachsen!

 

Im Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen sagte Jesus: „Das Reich der Himmel gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging davon. Als nun die Saat wuchs und Frucht ansetzte, da zeigte sich auch das Unkraut. Und die Knechte des Hausherrn traten herzu und sprachen zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen gesät? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind getan! Da sagten die Knechte zu ihm: Willst du nun, dass wir hingehen und es zusammenlesen? Er aber sprach: Nein! damit ihr nicht beim Zusammenlesen des Unkrauts zugleich mit dem Weizen ausreißt. Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte will ich den Schnittern sagen: Lest zuerst das Unkraut zusammen und bindet es in Bündel, dass man es verbrenne; den Weizen aber sammelt in meine Scheune!“ (Mat. 13, 24- 30)

Diese Geschichte ist aktuell, weil Jesus hier von der Vollendung des Zeitalters spricht. Gott sät nur guten Samen aus. Das Unkraut zwischen dem guten Samen hat der Feind des Menschen ausgesät. Und das Unkraut wächst und gedeiht auch in dieser bösen Welt. So manch ein Bauer wünschte, sein Acker wäre frei vom Unkraut. Er erklärt dem Unkraut den Krieg mit kostspieligen aber  schädlichen Unkrautvernichtungsmitteln. Wer sagt denn, dass der Weizen davon unbeschadet bleibt. Und wenn seine Äcker überdüngt werden, wer sagt denn, dass das Grundwasser davon unbeschadet bleibt. Der Schöpfer selbst sagt: „Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte!“ Hier ist vom Endgericht die Rede. Die Trennung von Gut und Böse erfolgt am Ende der Weltzeit. Dann wird Gott seine Engel aussenden, dass sie das Unkraut dieser Welt bündeln und für das Feuer bereit halten und den „guten Weizen“ in Gottes Scheune sammeln. (Mal. 3, 19. 20; Mat. 13, 38-43) 

Jesus deutet selbst dies Gleichnis: „Der Acker ist die Welt; der gute Same sind die Kinder des Reichs; das Unkraut aber sind die Kinder des Bösen. Der Feind, der es sät, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Weltzeit; die Schnitter sind die Engel.“

Gott hat das Unkraut, also das Böse, nicht gesät. Jesus rechnet die Pharisäer zu den Pflanzen, die Gott nicht gepflanzt hat. Denn er sagt zu den Jüngern: „Jede Pflanze, die nicht mein himmlischer Vater gepflanzt hat, wird ausgerissen werden.Laßt sie; sie sind blinde Blindenleiter! Wenn aber ein Blinder den anderen leitet, werden beide in die Grube falle.“ (Mat. 15, 13. 14)

 

Er hat seinen Thron aufgestellt zum Gericht 

 

„Wenn aber der Sohn des Menschen in seiner Herrlichkeit kommen wird und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzen, und vor ihm werden alle Heidenvölker versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet, und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zu seiner Linken. Dann wird der König denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, und erbt das Reich, das euch  bereitet ist seit Grundlegung der Welt!“ (Mat. 25, 31- 34)

David und Daniel sprechen davon: „Ja, er hat seinen Thron aufgestellt zum Gericht. Ja, er wird den Erdkreis richten in Gerechtigkeit und den Völkern das Urteil sprechen, wie es recht ist.“ (Psalm 9, 8. 9)

„Ich schaute, bis Throne aufgestellt wurden und ein Hochbetagter setzte sich… Ein Feuerstrom ergoss sich und ging von ihm aus Tausendmal Tausende dienten ihm, und zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm; das Gericht setzte sich, und die Bücher wurden geöffnet.“ (Dan. 7, 9a. 10)

Daraus geht hervor, dass es sich hier um das Endgericht handelt, davon wir auch in Offenbarung 20, Verse 11 bis 15 lesen. Zu diesem Gericht werden nur Ungläubige erscheinen. Ihre Taten sind alle in Büchern verzeichnet. Daher heißt es: „Bücher wurden geöffnet!“ Die Toten werden zu diesem Gericht auferstehen (Offb. 20, 12. 13). 

 

Alle Toten werden auferstehen!

 

Alle Toten werden einmal auferstehen, die einen, die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens; die anderen, die das Böse getan haben, zur Auferstehung des Gerichts (Joh. 5, 28. 29).  

Die Auferstehung der Ungläubigen geschieht ausschließlich nur zu diesem Gericht. Die Bibel spricht dann von dem „Zweiten Tod.“ Der betrifft nicht die Gläubigen (siehe: Offb. 2, 11). Die Bibel sagt: „Und das Meer gab die Toten heraus, die in ihm waren, und der Tod und das Totenreich gaben die Toten heraus, die in ihm waren; und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken. Und er Tod und das Totenreich wurden in den Feuersee geworfen. Das ist der zweite Tod.“ Offb. 20, 13. 14 Nur wer im „Buch des Lebens“ eingeschrieben ist, bleibt davor verschont. Jedem steht es offen, im Buch des Lebens eingeschrieben zu werden. Jesus musste den Tod schmecken um unseretwillen, aber er lebt; und er hat die Schlüssel des Totenreichs und des Todes (Offb. 1, 18).

 

Gericht über die Völker

 

Gott wird am Ende auch Gericht üben über die Völker. Die Bibel unterscheidet zwischen Israel, dem jüdischen Staat, und allen übrigen Staaten. Bei diesem Gericht geht es im Wesentlichen darum, was die Völker oder Einzelne Israel Gutes getan oder nicht getan haben. Entsprechend wird das Urteil sein. Jesus sagt: „Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan!“ Und: „Was ihr einem dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr mir auch nicht getan!“ (Mat. 25, 40. 45)

Zeichen am Himmel

 

Zeichen am Himmel werden das Kommen Jesu ankündigen (Joel 3, 3- 4; Mat. 24, 30) Die Sonne wird schwarz werden wie ein Trauerkleid, und der Mond wird rot wie Blut werden, und die Sterne verlieren ihren Schein und fallen auf die Erde. Und es wird das Zeichen des Menschensohns sichtbar am Himmel erscheinen. Dann werden alle Völker und Geschlechter auf Erden wehklagen. Auf der Erde ist Finsternis, und die Kräfte des Himmels werden erschüttert. So war es, als Jesus auf Golgatha unter der Last der Sünder der ganzen Menschheit starb. So wird es wieder sein, wenn er In Herrlichkeit als Friedefürst auf Erden erscheint. Judas schreibt eine Prophetie von Henoch. Darin heißt es: „Siehe, der Herr ist gekommen mit seinen heiligen Zehntausenden, um Gericht zu halten über alle und alle Gottlosen unter ihnen zu strafen wegen all ihrer gottlosen Taten, womit sie sich vergangen haben, und wegen all der harten Worte, die gottlose Sünder gegen ihn geredet haben.“ (Judas 14b. 15)

 

18. Bleibt in ihm bis er erscheint!

 

Johannes schreibt in seinem ersten Brief: „Und nun, Kinder, bleibt in ihm, damit wir Freimütigkeit haben, wenn er erscheint, und uns nicht schämen müssen vor ihm bei seiner Wiederkunft.“ (1. Joh. 2, 28)

Was an vielen Stellen mit Wiederkunft übersetzt wird, heißt eigentlich: Bei seiner Anwesenheit“ (gr. = par ousia = daneben sein), so auch in Matth. 24, 3. 27. 37. 39; 1. Kor. 15, 23; 1. Thess. 2, 19; 3, 13; 4, 15; 5, 23; 2. Thess. 2, 1; 2, 8; 2. Petr. 1, 16; 3, 4. 11) 

Jakobus sagt: „Seid nun geduldig, Brüder, bis zur Anwesenheit des Herrn. Siehe, der Landmann wartet auf die kostbare Frucht der Erde und geduldet sich auf sie, bis sie den Regen, den frühen und den späten, erhält. Seid auch ihr geduldig und festigt eure Herzen, weil sich die Anwesenheit des Herrn genaht hat.“ (Jak. 5, 7. 8, Konk.)

Auf dem Ölberg traten die Jünger zum Herrn heran und sprachen zu ihm: „Sage uns, wann wird dies geschehen, und was wird das Zeichen deiner Wiederkunft und des Endes der Weltzeit sein?“ (Mat. 24, 3)

So sind wir Menschen: Wir fragen, wie die Jünger, nach dem Zeitpunkt der Wiederkunft Jesu und nach den Zeichen seiner Wiederkunft. Johannes sagt: „Bleibt in ihm!“ Das ist ganz entscheidend. Petrus sagt: „Seid geduldig bis zur Anwesenheit des Herrn!“ 

 Und Petrus weist darauf hin, dass am Ende Spötter kommen werden, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln und sagen: „Wo ist die Verheißung seiner Wiederkunft?“

Höre nicht auf die Spötter, sondern auf sein Wort. „Der Herr zögert nicht die Verheißung hinaus, wie es etliche für ein Hinauszögern halten, sondern er ist langmütig gegen uns , weil er nicht will, dass jemand verlorengehe, sondern dass jedermann Raum zur Buße habe.“ (2. Petr. 3, 4. 9)

Für viele wird der „Tag des Herrn“ plötzlich und unerwartet kommen. Des Herren Tag wird kommen wie ein Dieb in der Nacht! Darum müssen wir allezeit bereit zu sein und allezeit in ihm bleiben, bis er erscheint! Aus diesem Grunde weiß niemand Tag und Stunde seiner Wiederkunft, nur der Vater. (Mat. 24, 36). Jesus hat es den Jüngern mitgeteilt, was vor seiner Wiederkunft geschehen wird.

 

Habt acht, dass euch niemand verführt!

Es klingt, als würde er gar nicht auf die Fragen eingehen. Er sagt ihnen, was sie zu tun haben, nämlich:  „Habt acht, dass euch niemand verführt!“ (Mat. 24, 3)

Das heißt auch, dass eine massive Verführung vor seiner Wiederkunft sein wird. Er sagt weiter: „Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin Christus! Und sie werden viele verführen.“ (Vers 5) „Und es werden viele falsche Propheten auftreten und werden viele verführen.“ (Vers 11)

 

Der große Abfall

 

Verführung! Die Gnadenzeit geht zu Ende, die Gerichtszeit folgt. Paulus sagt: „Lasst euch von niemand in irgendeiner Weise verführen! Denn es muss unbedingt zuerst der Abfall kommen und der Mensch der Sünde geoffenbart werden, der Sohn des Verderbens, der sich widersetzt und sich über alles erhebt, was Gott oder Gegenstand der Verehrung heißt, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt als ein Gott und sich für Gott ausgibt.“ (1. Thess. 2, 3. 4; Dan. 11, 36- 39)

Die Verführung wird weltweit massiv erfolgen. Wer da nicht fest gegründet in Jesus ist, wird dem Verführer verfallen und ausgeliefert sein. „Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten etliche vom Glauben abfallen und sich irreführenden Geistern und Lehren der Dämonen zuwenden werden durch die Heuchelei von Lügenrednern, die in ihrem eigenen Gewissen gebrandmarkt sind. Sie verbieten zu heiraten und Speisen zu genießen, die doch Gott geschaffen hat…“ (1. Tim. 4, 1- 3a)

 

Böse Zeit

Wir müssen die Zeit auskaufen und sie nutzen, um in Christus gegründet zu sein. Denn es ist böse Zeit! In manchen Gemeinden geht es sehr lebendig zu, aber den Ernst der Stunde hat man nicht erkannt. Wer die Zeichen der Zeit nicht erkennt und sich vom Zeitgeist treiben lässt, läuft Gefahr, den Ruf des Erzengels und den Schall der Posaune Gottes zu überhören wenn Jesus kommt. Der Apostel Paulus mahnt ernsthaft und sagt: „Wache auf, der du schläfst, und stehe auf aus den Toten, so wird dich Christus erleuchten! Seht nun darauf, wie ihr mit Sorgfalt wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise; und kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse.“ (Eph. 5, 14- 16)

Gott setzt zu seiner Zeit einen Schlusspunkt, wenn das Maß der Sünde voll ist (Dan. 8, 23). Wir aber sollen zum vollen Maß der Fülle Christi gelangen (Eph. 4, 13). Es klingt hart, aber es ist Gottes Wort: „…Weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, durch die sie hätten gerettet werden können…darum wird ihnen Gott eine wirksame Kraft der Verführung senden, so dass sie der Lüge glauben, damit alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht geglaubt haben, sondern Wohlgefallen hatten an der Ungerechtigkeit.“ (2. Thess. 2, 10b- 12)

 

Kriege und Kriegsgerüchte

 

Jesus sprach weiter: „Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören; habt acht, erschreckt nicht, denn dies alles muss geschehen; aber es ist noch nicht das Ende. Denn ein Heidenvolk wird sich gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere; und es werden hier und dort Hungersnöte, Seuchen und Erdbeben geschehen.“ (Matth. 24, 6. 7)

Verführung - Abfall - böse Zeit - Verfolgung - Tötung von Juden und Christen um des Namens Jesu willen, das alles geschieht bereits in unseren Tagen. Wer Ohren und Augen hat, nimmt es wahr. Jesus fügt aber noch hinzu: „Dies alles ist erst der Anfang der Wehen.“ Doch erschreckt nicht, dies alles muss geschehen! Es kommt also noch schlimmer! Erschreckt nicht! Dagegen wappnet euch mit der ganzen Waffenrüstung Gottes. Paulus ermutigt uns: „Im übrigen, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den listigen  Kunstgriffen des Teufels; denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen (Mächte) der Bosheit in den himmlischen Regionen.“ (Eph. 6, 10- 12) Ja, lasst uns den nicht müde werden und den Kampf nicht vorzeitig beenden, oder die Flinte ins Korn werfen. Jesus sagt: „Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden.“ (Matth. 24, 13) 

Das Evangelium vom Reich Gottes wird weltweit gepredigt werden, dann wird das Ende kommen.

 

18. Wer fällt und steht nicht wieder auf?

 

  1. Schuldgefühle drücken zu Boden

 

Können Christen Schuldgefühle haben? Ja, aber im Gegensatz zu Nichtchristen können sie die Schuldgefühle auch los werden. Schuldgefühle können uns plagen, zermürben und uns schlaflose Nächte schaffen. Wir sind dann wie ein elendes Wrack, oder ein angeschlagener Boxer, wie einer, der neue Impulse, neuen Antrieb und neue Ermutigung von irgendwoher braucht. Wir lassen den Kopf hängen; und das ist nicht Gottes Wille. Die Bibel sagt: „Wer fällt und steht nicht wieder auf? Wer weicht vom rechten Weg ab und kehrt nicht wieder um?“ (Jer. 8, 4)

Die Abkehr vom rechten Weg sollte den Menschen zur Umsinnung und zur Umkehr bewegen. Die Bibel nennt es auch Buße. Wer jedoch auf seinem abgewichenen Weg bleibt, der hat sich den Weg zu Gott selbst abgeschnitten und verbaut und muss mit seinem belasteten Gewissen, mit seinen Schuldgefühlen allein fertig werden. Gott will dir Gutes tun, aber du fühlst dich schlecht. Und aufgrund deiner schlechten Gefühle willst du Gottes Gnadengeschenk nicht annehmen. Doch sollst du wissen: Wer Gottes Geschenk nicht annimmt und die Annahme verweigert, beleidigt ihn, weil es ein sehr teures Gnadengeschenk ist. Jeder Tag ist ein Tag der Gnade, und jeden Tag zeigt Gott uns sein Geschenk, dass uns wieder aufrichten, zu Gott führen will. Es will unsere Gedanken positiv lenken und uns durch den Glauben erkennen lassen: Der König der ganzen Erde will uns zu Königskindern machen und uns reich beschenken! Steh auf, der du am Boden liegst und nur die irdischen Probleme und Nöte siehst. Schau nach oben und warte auf Gott, er wird’s wohl machen. „Meine Seele klebt am Staub; belebe mich nach deinem Wort! Meine Seele weint vor Kummer; richte mich auf nach deinem Wort!“ 

Gott erhört Gebete; rufe ihn an: „Ich halte meine Füße fern von jedem bösen Weg, damit ich dein Wort befolge. Ich bin tief gebeugt; Herr, belebe mich nach deinem Wort! Mache meine Schritte fest durch dein Wort, und lass nichts Böses über mich herrschen!“ (Psalm 119, 25. 28. 101. 107. 133)

 

B)  Schuld verschweigen oder loswerden?

 

Vor Menschen kann man eine Schuld eine Zeit lang verschweigen und verdecken, vor Gott nicht. David ist der beste Beweis dafür. Er sagt: „Wohl dem, dessen Übertretung (Vergehen - Treuebrüche) vergeben, dessen Sünde zugedeckt ist! Wohl dem Menschen, dem der Herr keine Schuld anrechnet, und in dessen Geist keine Falschheit ist! Als ich es verschwieg, da verfielen meine Gebeine durch mein Gestöhn den ganzen Tag. Denn deine Hand lag schwer auf mir Tag und Nacht, so dass mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürr wird. Da bekannte ich dir meine Sünde und verbarg meine Schuld nicht!“ (Ps. 32, 1- 5a)

Das Bekennen einer Schuld vor Gott und Menschen ist das beste, was du tun kannst, wenn du in einer ähnlichen Lage sein solltest. Christen sind wahrhaftige und authentische Menschen, die die Wahrheit lieben, sagen und tun, denn sie sind „aus Gott geboren“ (1. Joh. 4, 7; 5, 19. 29) Schuld verschweigen macht krank, Schuld bekennen führt zum Heil. Es ist also besser, die Schuld loszuwerden, bei dem, der unsere ganze Sündenschuld getragen hat. Gotteskinder dürfen sich darüber freuen, dass der Sündentilger auch jetzt noch beim Vater für uns aktiv als unser Hoherpriester eintritt. Wenn manche Worte zu schnell und unkontrolliert über unsere Lippen kommen und unser Gegenüber sich gestichelt, getroffen oder verletzt fühlt, dann kommen Zweifel auf, und wir fragen uns: Habe ich jetzt etwas Falsches gesagt? Muss ich mich bei der Person entschuldigen, oder nicht? Besser ist es, sich einmal zuviel zu entschuldigen als einmal zu wenig. Jemand sagte einmal: „Zweifel wachsen wie wuchernde Brombeeren, die Hände und Lippen beflecken.“

Lippen und Hände Den bösen Worten folgen leicht böse Taten. Eine unbereinigte Sache und eine unvergebene Sünde nagt im Herzen und plagt dich oder den anderen, und raubt euch den Frieden und den Segen. „Habt Frieden mit allen Menschen, soviel an euch ist!“ Hütet euch, dass in eurem Herzen keine bittere Wurzel aufwächst und Unheil anrichtet und viele durch sie befleckt werden. (Hebr. 12, 15)

 

C) Können Christen sündigen?

 

Sie können in Sünde fallen, aber sie stehen wieder auf und reinigen sich. Wir haben einen Fürsprecher beim Vater, der für uns eintritt und sich für uns verwendet. Johannes sagt: „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“ (1. Joh. 1, 8. 9)

Wenn du in Sünde gefallen bist, dann steh wieder auf, bekenne Gott deinen Fall, beuge dich vor ihm und bitte ihn um Vergebung. Verharre nicht in der Sünde; sonst führt sie dich immer weiter weg von Gott und versklavt dich. Das ist die Absicht des Widersacher Gottes. Jesus ist gekommen, die Gebundenen und Versklavten aus ihrer Sklaverei zu lösen und zu befreien. 

 

… auch mutwillig sündigen?

 

Anders verhält es sich, wenn sie mutwillig sündigen. Die Bibel macht dazu klare Aussagen. Es heißt immer wieder: „Lasst uns festhalten… an dem Bekenntnis zu Jesus, an der Hoffnung des ewigen Lebens, an der Gnade, die uns zuteil wurde, an der brüderlichen Liebe (Hebr. 4, 14; 6, 11; 12, 28; 13, 1). Wenn wir das nicht tun und das Bekenntnis zu Jesus gering schätzen, und die Hoffnung des ewigen Lebens, und die Gnade und die Liebe gering achten, so werfen wir Gottes Angebot fort und verachten das große Liebesopfer Jesu. Darum heißt es : „Denn wenn wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, so bleibt für die Sünden kein Opfer mehr übrig, sondern nur ein schreckliches Erwarten des Gerichts und ein Zorneseifer des Feuers, der die Widerspenstigen verzehren wird.“ (Hebr. 10, 26. 27)

Und an anderer Stelle: „Denn es ist unmöglich, die, welche einmal erleuchtet worden sind und die himmlische Gabe geschmeckt haben und Heiligen Geistes teilhaftig geworden sind und das gute Wort Gottes geschmeckt haben, dazu die Kräfte der zukünftigen Weltzeit, und die dann abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern, da sie für sich selbst den Sohn Gottes wiederum kreuzigen und zum Gespött machen!“(Hebr. 6, 4-6) Du kannst nicht mutwillig sündigen und ein Gotteskind sein!

 

17. Säge nicht den Ast ab, auf dem du sitzt!

 

Unsere moderne Gesellschaft sitzt auf einem morschen Ast und weiß es nicht. Und sie sägt an dem Ast, auf dem sie sitzt. Der gesunde Menschenverstand sagt mir: So etwas macht man doch nicht; und das kann tödlich enden. Ich möchte das ein wenig erläutern: Die meisten Menschen unserer Tage haben den Glauben ihrer Väter verlassen. Sie haben sich vom lebendigen Gott abgewandt und den heidnischen Religionen, also den toten Göttern zugewandt. Einige haben sich der Philosophie oder dem Atheismus zugewandt. Das ist lebensgefährlich, verderblich und tödlich. Es ist doch sonderbar: Sie suchen ihr Heil nicht in der heilenden Arzenei, die der große Arzt, der Schöpfer, ihnen verschrieben hat, nicht im Worte Gottes, nicht in den Geboten und nicht in den Verheißungen der Heiligen Schrift. Stattdessen beschäftigen sie sich mit zweifelhaften Aussagen von Bibelkritikern und ungläubigen Bibelforschern, die herausgefunden haben wollen, dass Jesus gar nicht vom Tode auferstanden sei. Damit versuchen sie den Gläubigen die Grundlage ihres Glaubens wegzunehmen. Denn: „Wäre Christus im Grabe geblieben, so wäre unser Glaube vergeblich, so wärt ihr noch in euren Sünden.“ Aber er ist wahrhaftig auferstanden und vielen erschienen!

 

Von Gott dahingegeben

Sie wussten, dass ein lebendiger Gott ist, und haben ihm nicht den Dank gegeben, die ihm zusteht. Sie sind „in ihren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert. Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren geworden.“ (Röm. 1, 21)

Und nun scheint es so zu sein, als wäre der Ast abgestürzt, auf dem sie saßen. Denn die Bibel sagt: Darum hat Gott sie auch dahingegeben in die Begierden ihrer Herzen, zur Unreinheit, so dass sie ihre eigenen Leiber untereinander entehren.“ (Vers 24) (nämlich durch Tätowierung und Piercing). Darum hat Gott sie auch dahingegeben in entehrende Leidenschaften“ (Homo und Lespen, Vers 26) „Darum hat Gott sie auch dahingegeben in unwürdige Gesinnung…“ (Vers 28)

Wenn eine Mutter ihr Kind aufgibt, so ist das eine schlimme Sache. Aber wenn Gott einen Menschen dahingibt, das ist schlimmer. 

 

Keine Spitzfindigkeiten!

 

Spurgeon sagte einmal: „Wenn ich zum Tode verurteilt wäre und Aussicht auf Begnadigung hätte, würde ich sicher nicht nach Gründen suchen, weshalb ich nicht begnadigt werden sollte. Und wenn ich dem Ertrinken nahe wäre, würde ich eher nach einem Strohalm greifen, als einen Rettungsring wegzustoßen.“

Wie viele Menschen stoßen den Rettungsring beiseite, und verachten das Kreuz von Golgatha zu ihrem eigenen Verderben. Spurgeon sagt: „Viele Menschen scheinen spitzfindige Anwälte für ihr eigenes Verderben zu sein. Sie stöbern die ganze Bibel durch nach Drohworten. Wenn sie damit fertig sind, gehen sie zur Vernunft, zur Philosophie, zum Unglauben, um sich die Tür vor der Nase zuschlagen zu lassen.“

Es ist eine große Torheit, wenn Menschen die Bibel durchforsten, große Dinge suchen und die rettende Heilsbotschaft absichtlich übersehen (überlesen). Eine kleine Geschichte hilft zu verdeutlichen, was einer ausgedörrten Welt und einer nach Wahrheit hungernden Menschheit fehlt: „Zwei Philosophen trafen sich in einem Wirtshaus und erörterten stundenlang Ernährungsfragen. Dann standen sie hungrig vom Tisch auf und gingen ihres Weges. An ihrem Nachbartisch saß ein einfacher Landwirt. Der stellte keine Fragen. Er griff zu Messer und Gabel, sättigte sich und ging fröhlich seines Weges.“

So ist es bis heute geblieben: Die Einen diskutieren, philosophieren und suchen tausend Gründe, nicht an Gott zu glauben. Sie erkranken seelisch mangels geistlicher Ernährung, und sie sterben den ewigen Tod mangels Unglauben. Tausende andere Menschen lesen die Bibel, glauben dem Worte Gottes, essen vom Tisch des Herrn und trinken vom Kelch. Sie sind fröhlich im Herrn und gehen fröhlich ihres Weges! Ein Kind fragt nicht viel nach den Bestandteilen der Nahrung; es ißt, weil es Hunger hat. Gotteskinder essen das Brot des Lebens. Sie suchen keine Spitzfindigkeiten, sie suchen das Angesicht Gottes, und empfangen Trost und Gnade und Weisheit und Kraft. Bist du ein Königskind, dann bleibe deinem König treu! Bleib in deiner Stellung als Gotteskind, und säge nicht den Ast ab, auf dem du sitzt! Man könnte auch sagen: Gib deinen Königssitz nicht preis!

 

In einem sinkenden Boot?

 

Es ist so traurig, dass die Irrlehrer und die falschen Propheten, die uns unseren Glauben abspenstig machen wollen, zunehmen; und die wahren Propheten in der Gemeinde fehlen. Sie fehlen, weil auch die gesunde Lehre in der Gemeinde fehlt. Sie fehlen, weil Wächter fehlen und der Geist Gottes sich aus ihrer Mitte zurückgezogen hat. Es ist erbärmlich und fassungslos, dass aufgeklärte Christen zufrieden sind mit Magerkost und mit einem Gefälligkeitsevangelium. 

Und du Verkündiger des Evangeliums: Wie willst du vor Gott bestehen, vor dem du doch Rechenschaft ablegen musst? Es ist deine Pflicht, über die Seelen der Gemeinde zu wachen (Hebr. 13, 17). Mit Predigten, welche die Zuhörer von Jesus wegführen, sitzt du am Ende selbst auf einem morschen Ast, der abzubrechen droht. Paulus sagt zu den Galatern: „Ihr lieft gut; wer hat euch aufgehalten, dass ihr der Wahrheit nicht gehorcht?… Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig… wer euch aber verwirrt, der wird das Urteil tragen, wer er auch sei.“ (Gal. 5, 7. 9. 10)

Darum lasst euch von Niemandem verwirren! Haltet euch an die Schrift! So wird der Herr mit euch sein. Macht euch nicht schuldig am Evangelium. Viele sitzen in einem sinkenden Boot. Und damit meine ich nicht die Flüchtlinge, sondern die aus der Gegenwart Gottes Geflüchteten. Unterhaltung und Show-Business gibt es zur Genüge in der Welt, das brauchen wir nicht in der Gemeinde! Die Schläfrigkeit erfasst  in der Endzeit alle, auch die das Öl in ihren Gefäßen haben (Mat. 25, 5). Darum müssen wir uns rechtzeitig um die Fülle des Geistes bemühen. Von Torheit kann der Mensch befreit werden, indem er die Weisheit Gottes annimmt. Wo will der Mensch hinfliehen vor dem ewigen und lebendigen Gott, der Augen hat wie Feuerflammen? Und wo willst du die Ewigkeit zubringen? In der Herrlichkeit bei Gott, oder an dem Ort, wo das Feuer nicht verlischt und der Wurm nicht stirbt? Eine dritte Möglichkeit gibt es nicht. Deshalb säge nicht an dem Ast, auf den der Herr dich gesetzt hat. Und lass dir deine Gotteskindschaft durch nichts und durch niemanden rauben. „Wer will uns scheiden von der Liebe des Christus?“ (Röm. 8, 35a)

 

 

 

16. Liebt Gott von ganzem Herzen!

 

Nahet euch zu Gott!

 

Die Propheten im Alten Bund weisen zwar auch auf den Erlöser hin, der kommen sollte und der auch kam. Aber das Gesetz konnte uns nicht erlösen. Wir lesen im Hebräerbrief: „Die frühere Vorschrift ist außer Kraft gesetzt worden, weil sie schwach und nutzlos war. Denn das Gesetz Moses konnte die Menschen nicht vollkommen machen und ans Ziel führen. Jetzt aber haben wir eine bessere Hoffnung gewonnen, die uns wirklich in die Nähe Gottes bringt.“ (Hebr. 7, 18. 19, Hfa.)

Jetzt: „Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch!“ (Jak. 4, 8a)

Jesus hat uns diese Hoffnung gebracht: Wir können zu Gott nahe kommen. Wenn doch die Menschen Jesus kennen würden, sie würden voller Liebe zu ihm seine Nähe suchen. Und je näher wir ihm kommen, desto mehr Licht und Erkenntnis gewinnen wir über ihn. Der Grund für das fehlende Licht und die fehlende Erkenntnis liegt darin, dass wir nicht, oder zu wenig darauf achten, was er sagt. Würden wir Jesu Worte mehr beachten und auch das tun, was er sagt, dann könnte und dann würde er allen unseren Mangel ausfüllen, uns Leben und volles Genüge schenken. Der Liederdichter hat es selbst erfahren: Nahe bei Jesus, o Leben so schön, seliges Wandeln auf sonnigen Höh’n! Nicht einen Schritt mehr von Jesus entfernt, selig, ja selig, wer dieses gelernt! (B. Kühn)

 

Wirkt Gottes Werke

!

Einmal kam ein Gesetzesgelehrter zu Jesus, versuchte ihn und sprach: „Meister, was muss ich tun, um ewiges Leben zu erben?“ Jesus sprach: „Was steht im Gesetz geschrieben?“ Er antwortete: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und deinen Nächsten wie dich selbst.“ Was sagte Jesus dazu? „Du hast recht geantwortet; tue dies, so wirst du leben!“ (Luk. 10, 25- 28)

Diese Geschichte will uns lehren: Das Kennen der Gebote genügt nicht, es hilft uns nicht weiter in unserem Glaubensleben. Wir müssen Werke des Glaubens haben! (vgl: Jak. 2, 17f., 1. Joh. 2, 17). Im Tun der Werke Gottes beweisen wir unseren Glauben und unsere Liebe zu Gott, und wir empfangen wir Leben aus Gott. 

 

Werke für Gott beweisen unsere Liebe zu Gott

Jesus hat viele Werke gewirkt, durch Gott und für Gott. Wer an den Sohn Gottes glaubt, der wird auch Werke Gottes tun. (Joh. 14, 12) Sie bringen uns näher zu Gott. Er sagt: „Wer meine Gebote festhält und sie befolgt, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.“ (Joh. 14, 21) 

Weil wir Jesus lieben, arbeiten wir für das Reich Gottes. Die Liebe zu Jesus macht uns aktiv, eifrig und brennend für Gott. Das Licht des Evangeliums muss leuchten in der dunklen Welt; und das Feuer des Heiligen Geistes muss brennen in den Herzen der Gotteskinder. Damit viele Menschen die Herrlichkeit Gottes erfahren. Jesus hat uns schon geliebt, als wir noch in Dunkelheit unseres Herzens und in Übertretung des Gesetzes wandelten. (Röm. 5, 8) Aus lauter Liebe hat er uns zu sich gezogen und in sein Licht geführt, und aus der Gottesferne in die Gottesnähe gebracht. Johannes sagt: „Meine Kinder, lasst uns nicht mit Worten lieben, noch mit der Zunge, sondern in der Tat und Wahrheit!“ (1. Joh. 3, 18) Und Jesus sagt: „Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.“ (Joh. 14, 23)

 

Sei ganz sein, oder lass es ganz sein!

Jesus möchte uns ganz haben, denn er hat ein Ganzopfer gebracht zu unserer Erlösung. Wir gehören nicht uns selbst, sondern dem, der  uns erkauft mit seinem Blut. Wie heißt es doch: „Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und deinen Nächsten wie dich selbst.“

Lasst uns Gott nicht halbherzig lieben, auch nicht mit doppelter Seele, wie es Jakobus sagt: „Naht euch zu Gott, und er wird sich zu euch nahen. Reinigt eure Hände, ihr Sünder, und  läutert eure Herzen, die ihr eine doppelte Seele habt.“ (Jak. 4, 8, Konkordante Übers.)

„Macht eure Herzen keusch, ihr Wankelmütigen!“ (Luther)

„Heiligt eure Herzen, ihr Zwiespältigen!“ (Bruns Übers.)

„Schenkt Gott eure Herzen, ihr Schwankenden!“ (Gute Nachricht Übers.

„Lasst Gott allein in euren Herzen wohnen!“ (Hoffnung für alle Übers.)

„Come near to God and he will come near to you. Wash your hands, you sinners, and purify your heards, you doublemindet.“ (New International Version)

 

15. Der König der Herrlichkeit

 

„O Herr, der König freut sich in deiner Kraft, und wie frohlockt er so sehr über dein Heil! Du hast ihm gegeben, was sein Herz wünschte, und ihm nicht verweigert, was seine Lippen begehrten. Denn du kamst ihm entgegen mit köstlichen Segnungen, du hast eine Krone aus Feingold auf sein Haupt gesetzt. Er bat dich um Leben, du hast es ihm gegeben; Dauer der Tage für immer und ewig. Groß ist seine Herrlichkeit durch deine Rettung; Hoheit und Pracht hast du auf ihn gelegt. Denn du setzt ihn zum Segen für immer, erquickst ihn mit Freude vor deinem Angesicht. Denn der König vertraut auf den Herrn und durch die Gnade des Höchsten wird er nicht wanken.“ (Ps. 21, 2- 8)

Welch großartige Worte eines Königs über den „König der Herrlichkeit.“ Nicht irgend ein König, sondern der große, gottgeweihte König David, der Sänger und Psalmist schrieb diese Worte. David hatte innigen Kontakt zu seinem Gott; er lobte und verherrlichte Gott. Vor jeder Schlacht, vor jedem Kampf rief der König Israels Gott an. Er rief auch das Volk zur Fürbitte auf, wie wir im zwanzigsten Psalm lesen können. David kannte seinen Gott; er kannte auch die Macht des Gebets und erfuhr häufig Erhörung. Deshalb vergisst er auch nicht, Gott zu danken und ihm Anbetung und Lobpreis darzubringen. Den Sieg über die Feinde erwartet er allein von Gott. Seine Seele konnte allezeit frohlocken und die Siege des Herrn im Glauben ausrufen, bevor die Schlacht geschlagen war. 

Genau das ist ein Glaubensakt! Denn darin wird das Vertrauen zu Gott (in Gott) offenbar. David ging es immer um die Ehre Gottes. Deshalb heißt es auch von ihm: „Ein Mann nach dem Herzen Gottes!“ Er wollte sich nichts selbst zuschreiben, denn er wusste: Alle Gaben sind Leihgaben von Gott. Darum gebührt Gott alle Ehre. Deshalb war das Gotteslob und die Ehre und Verherrlichung Gottes ein fester Bestandteil seines Lebens, was in allen seinen Psalmen klar erkennbar ist. Sein persönliches, gutes Verhältnis zu Gott kommt in diesem Psalm durch die häufige persönliche Anrede Gottes zum Ausdruck. (das „Du“ erscheint hier zehn mal, bei Bruns siebzehn mal.) In allen Königs- Psalmen wird auch der prophetische Charakter deutlich. Das ist dem geistlichen Bibelleser sicher längst aufgefallen.

Hier und in Psalm 24 ist die Rede von dem „großen König“ und dem „König der Herrlichkeit:“ „Hebt eure Häupter empor, ihr Tore, und hebt euch, ihr ewigen Pforten, damit der König der Herrlichkeit einziehe! Wer ist dieser König der Herrlichkeit? Es ist der Herr, der Starke und Mächtige, der Herr, der Held im Streit!“ (Ps. 24, 7. 8)

Der Psalmist will alle Menschen, vor allem aber, die Priester des Heiligtums aufwecken, die Herzenstüren zu öffnen für den König der Herrlichkeit. Er trägt nicht mehr die Dornenkrone, welche die Kriegsknechte ihm auf sein Haupt drückten, die Krone der Leiden und der Schmach. Nein! Er trägt die goldene Krone der Ehre und der Herrlichkeit. Wir haben allen Grund, diesen König zu ehren!

Der Psalmist ruft uns auf: „Kommt, lasst uns dem Herrn zujubeln und jauchzen dem Fels unseres Heils!… Denn der Herr ist ein großer Gott und ein großer König über alle Götter.“ (Psalm 95, 1. 3)

Jesus schließt das „Vater Unser“ mit den Worten: „Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen.“

Jesus spricht selbst von seiner Wiederkunft, indem er sagt: „Und dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und dann werden sich alle Geschlechter der Erde an die Brust schlagen, und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit.“ (Matth. 24, 30)

Der König der Herrlichkeit wird sich aufmachen und die Königskinder und Erben seines Königreichs zu sich zu holen. Es heißt:„Dann werden die Heiden den Namen des Herrn fürchten und alle Könige auf Erden deine Herrlichkeit, wenn der Herr Zion gebaut hat und erschienen ist in seiner Herrlichkeit …“ (Ps. 102, 16- 17) 

Die zwei Engel sprachen: „Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird in derselben Weise wiederkommen, wie ihr ihn habt in den Himmel auffahren sehen!“ (Apg. 1, 11) Jesus sagt: „Siehe, ich komme bald; halte fest, was du hast…“ Und: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, …“ Hören und Öffnen ist angesagt! Dem König der Herrlichkeit Einlass gewähren! Erwartest du den König der Herrlichkeit? 

 

14. Sorgenkinder oder Königskinder?

 

Gibt es Sorgenkinder unter  den Gotteskindern? Ja, leider viele! Wir schaffen uns selbst Probleme und Sorgen, und merken oft nicht, dass sie unseren Glauben behindern und den Segen Gottes verhindern. Es heißt: „Mit Sorgen und mit Grämen läßt Gott sich gar nichts nehmen; es muss erbeten sein.“ Für Sorgen und Probleme gibt es eine Abladestelle: Golgatha. Petrus sagt: „Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“ (1. Petr. 5, 7)  Und Paulus  sagt: „Sorgt euch um nichts; sondern in allem laßt durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden.“ (Phil. 4, 6. 7)

Königskinder haben keine Sorgen; der König sorgt für sie. Paulus fügt hinzu: „Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren (verbergen) in Christus Jesus!“ Wir versäumen es häufig, unsere Anliegen (unsere Sorgen) durch Gebet und Flehen und mit Danksagung vor Gott kundwerden zu lassen! Und darum gehören wir auch zu den Sorgenkinder. Wenn wir aber unser Versäumnis nachholen und alles, was uns bedrückt Gott im Gebet unterbreiten, dann gelangen unsere Anliegen an die rechte Stelle, und unsere Sorgen liegen in guten Händen. Dann haben wir abgelegt, was uns bedrückt; wie man Akten ablegt, die erledigt sind, oder die in eine andere Abteilung, an eine höhere Instanz gehören. Ein anderer kümmert sich nun darum. Ich habe damit nichts mehr zu tun. Wenn ihr das Weiterleiten der Sorgen an die zuständige Behörde, die höhere Instanz, vollzogen habt, bekümmert euch das nicht mehr. Das meint Paulus, wenn er sagt: „Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und Gedanken bewahren in Christus Jesus!“ 

Unser Augenmerk ist auf Jesus gerichtet, nicht auf die Sorgen. Jesus sagt: „Seid nicht besorgt für euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch für euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung? Seht hin auf die Vögel des Himmels, dass sie weder säen noch ernten, noch in Scheunen sammeln, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel wertvoller als sie? Wer aber unter euch kann mit Sorgen seiner Lebenslänge eine Elle zusetzen?“(Matth. 6, 25- 27, Elb.)

 

Trennungen und Ärgernisse

Nur wer seine Sorgen auf  Jesus wirft und sein Vertrauen auf Gott setzt, kann unbesorgt sein. Jesus deutet das Gleichnis vom Samen unter die Dornen gesät so: „Unter die Dornen gesät aber ist es bei dem, der das Wort hört, aber die Sorge dieser Weltzeit und der Betrug des Reichtums ersticken das Wort, und es wird unfruchtbar.“ (Matth. 13, 22)

Ärger und Ärgernisse sind Gift für die Seele, destruktiv und zerstören gute Verbindungen. Ärger laugt aus und macht den Menschen krank. Und wer starke Schuldgefühle hat, bei dem werden Hormone freigesetzt, die Krankheiten erzeugen. Sorgen, Ärger und Schuld gehören ans Kreuz. Gebt kein Ärgernis! Nehmt keinen Anstoß und gebt keinen Anstoß, außer Anstöße positiver Art! Paulus sagt: „Ich ermahne euch aber, ihr Brüder: Gebt acht auf die, welche Trennungen und Ärgernisse bewirken im Widerspruch zu der Lehre, die ihr gelernt habt, und meidet sie.“ (Röm. 16, 17; 14, 13)

Trennungen sind niemals gut, weder in einer Ehe noch in der Gemeinde. Hier geht es um die gesunde, biblische Lehre, die nicht allen Gläubigen schmeckt. Manche Leute ärgern sich so sehr über ein Wort des Predigers, dass sie die Gemeinde für immer verlassen und nicht  über die Konsequenz ihres Handelns nachdenken. Andere  laden schwere Schuld auf sich und erwarten dennoch den Segen Gottes. Hier treten die Worte Jesu ins Rampenlicht, der gesagt hat: „Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt,  der zerstreut!“ (Matth. 12, 30)  

Schuldgefühle drücken zu Boden. Gib deine Schuld ab an Jesus! Viele Menschen ärgern sich an Jesus. Jesaja spricht vom „Stein des Anstosses und Fels des Ärgernisses.“ (Jes. 8, 14) Christus war den Juden ein Ärgernis und  den Griechen eine Torheit. Paulus sagt weiter: „Denen aber, die berufen sind, sowohl Juden als auch Griechen, verkündigen wir Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit.“ (1. Kor. 1, 24)

Das Evangelium ist Gottes Kraft zum Heil jedem Glaubenden.

Königskinder sind reich gemacht, prädestinierte und privilegierte Menschen; sie bleiben ihrem König treu.

 

Heilung von Leib und Seele

Jesus heilt alle Krankheiten; die Gebundenen kann er freimachen, die Gefangenen in die Freiheit führen. Er kennt Leib und Seele; er kann sie auch heilen. Zu dem Lahmen sagte Er: „Steh auf, nimm deine Matte und geh umher!“ (Joh. 5, 8)

Du kannst, wie jener, 38 Jahre an einer Krankheit leiden und immer neue Ausreden für deine Unbeweglichkeit finden und in deiner Unbeweglichkeit verharren, weil dir niemand hilft und andere dir immer zuvor kommen. Du kannst aber auch Mut fassen und im Namen Jesu aufstehen! Schau nicht auf die Krankheit und nicht auf die Probleme, sondern schau auf den, der die Probleme lösen kann! 

Gott bekennt sich zu denen, die im Glauben aufstehen und aufsehen auf Jesus! Er freut sich darüber, wenn Menschen sich erheben, Gott vertrauen und im Aufblick auf ihn aktiv werden. Gott ist gut. Wage etwas mit Gott und für Gott! Er liebt dich so sehr, dass er seinen Sohn für dich in den Tod gab. Und der gute und liebende Gott bittet und nötigt uns, das zu tun, was gut ist, und was heilsam und segensreich ist für uns und für andere. Er wendet alle Not und hilft uns aus dem Tod! Unser Misstrauen und unser Unglaube können Gottes Arm nicht bewegen, aber unser Vertrauen zu ihm kann es. Der Glaube kann Berge versetzen. Petrus sprach zu Jesus: „Meister, auf dein Wort will ich das Netz auswerfen!“ (Luk. 5, 5b) 

Der Erfolg war überwältigend! Auf das Wort Jesu ging Petrus auch auf dem Wasser. Lasst uns mutig sein und dem Allmächtigen mehr zutrauen! Auf sein Wort wollen wir etwas wagen und handeln.

 

Der Vorläufer und Herold des Königs 

 

Johannes der Täufer wurde im Alten Testament angekündigt (Jes. 40, 3- 5; Mal. 3, 1). Er erscheint als Vorläufer und Wegbereiter Jesu. Mit seiner Botschaft „Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen“ (Matth. 3, 2), hat Johannes das messianische Königreich erneut angekündigt, das die Propheten geweissagt hatten. Es ist das Königreich des Himmels, weil es die Regierung des Himmels auf der Erde darstellt (vgl. Matth. 6, 10). Daniel weist darauf hin (Dan. 2, 34- 35. 44; 7, 23- 27). Johannes wies immer wieder auf Jesus hin: „Ich zwar taufe mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, dessen Sandalen zu tragen ich nicht würdig bin; er wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen.“ (Matth. 3, 11)

Er war überzeugt, dass Jesus der Messias und der König aller Könige und Erlöser aller Menschen ist. Wohl aufgrund seiner scharfen Reden geriet Johannes ins Gefängnis. Dort hörte er dann von den Werken, die Jesus tat. Plötzlich überfielen ihn Zweifel.  Er sandte zwei seiner Jünger zu Jesus und ließ ihm sagen: „Bist du derjenige, der kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?“ (Matth. 11, 3f)

Das ist erstaunlich! Wo er doch den Messias und das Königreich Gottes angekündigt hatte. Hatte Johannes etwa an einer Sache Anstoß genommen? Dann sandte Jesus Jünger zu Johannes und ließ ihm sagen, was sie hörten und sahen: „Blinde werden sehend und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote werden auferweckt, und Armen wird das Evangelium verkündigt. Und glückselig ist, wer nicht Anstoß nimmt an mir!“ (Matth. 11, 6)

Als diese unterwegs waren, sprach Jesus zu der Volksmenge über Johannes und sagte auch: „Wahrlich, ich sage euch: Unter denen, die von Frauen geboren sind, ist kein Größerer aufgetreten als Johannes der Täufer; doch der Kleinste im Reich der Himmel ist größer als er. Aber von den Tagen Johannes des Täufers an bis jetzt leidet das Reich der Himmel Gewalt, und die, welche Gewalt anwenden, reißen es an sich.“ (V. 11. 12) Jesus ließ sich selbst von Johannes im Jordan taufen, obwohl er kein Sünder ist und die Taufe nicht benötigte. Damit stellte er sich den Sündern gleich und erfüllte das Vorbild des Aaron, der als Priester an den Waschungen teilnahm. Jesus wollte den Forderungen des Gesetzes Genüge leisten. Johannes wehrte ihm, doch Jesus sprach: „Lass es jetzt so geschehen; denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen!“ (Matth. 3, 15)

 

Der Vater hat ihn zweimal bestätigt, bei der Taufe und auf dem Verklärungsberg. Auf die Taufe des Königs folgte die Salbung, als sich der Himmel öffnete und der Heilige Geist auf ihn herabkam. (Matth. 3, 16) So wurde Jesus vom Vater selbst für das Werk der Erlösung geweiht (Apg. 4, 27; 10, 38). 

 

13. Der Anfang der Erkenntnis

 

„Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis.“ (Spr. 1, 7a)

Die fehlende Gottesfurcht in den Gemeinden zieht viele Fehler nach sich, offenbart geistlichen Mangel, auch den Mangel an Schriftkenntnis und Gotteserkenntnis. Man muss zum Anfang der Erkenntnis zurückkehren, also die Furcht des Herrn und die Ehrfurcht Gottes wieder annehmen, damit die geistliche Mangelerscheinung aufhört. Nie war dies nötiger als heute. Die Sprüche des Königs Salomo sind uns dabei hilfreich. Wer liest sie? Und die ganze Bibel verhilft uns zur Gotteserkenntnis; wer liest sie?

Die Christen in Beröa forschten täglich in der Schrift (Apg. 17, 11).  Nach Pfingsten blieben die Gläubigen beständig in der Lehre der Apostel, sie blieben auch beständig in der Gemeinschaft, in der Abendmahlsfeier und in den Gebetsstunden (Apg. 2, 42f),  die heute vielerorts aufgelöst werden. Sie hielten alle Dinge gemeinsam, verkauften ihre Güter und verteilten sie unter den Bedürftigen. Jeden  Tag hatten sie Gottesdienst. Täglich bekehrten sich auch die Menschen. Und kein Wunder: „Es kam aber Furcht (Gottesfurcht) über alle Seelen, und viele Wunder und Zeichen geschahen durch die Apostel. “ (Vers 43)

 

Ehrfurcht vor Gott

Wenn der Geist Gottes die Menschenherzen bewegt, dann folgt die geistliche Gesinnung wie von selbst. Dann zerbricht der Stolz und der Eigensinn, die Hartherzigkeit und die Selbstsucht. Es kommt eine Gottesfurcht und eine Ehrfurcht über alle. Plötzlich gibt es keine Rangordnung mehr; die Amtsträger schmelzen dahin, weil die Liebe Gottes, seine Barmherzigkeit und Gnade den Menschen so spürbar und greifbar nahe kommt. Dann begreifen wir Erkenntnis, dann ergreifen wir Verständnis! Es fehlt in den Gemeinden an gesunder biblischer Lehre, es fehlt an Gotteserkenntnis und an Gottesfurcht. Es fehlt an Unterweisung. In den Familien fehhlt es an Unterweisung und Zurechtweisung. Salomo sagt: „Höre, mein Sohn, auf die Unterweisung deines Vaters, und verwirf nicht die Lehre deiner Mutter! Denn sie sind ein schöner Kranz für dein Haupt und ein Schmuck um deinen Hals. Mein Sohn, wenn dich Sünder überreden wollen, so willige nicht ein.“ (Spr. 1, 8- 10)

Unverständige Menschen lieben mehr den Spott als Erkenntnis der Wahrheit. Unverständige sind unbelehrbar; und Unbelehrbare sind rechthaberisch, selbstsicher und Besserwisser. Darum klopft das Unglück an ihre Türen und das Verderben ereilt sie. Die Weisheit spricht weiter: „Weil ihr vielmehr allen meinen Rat verwerft und meine Zurechtweisung nicht begehrt, so werde ich auch über euer Unglück lachen, wenn das kommt, was ihr fürchtet.“ (Spr. 1, 25- 26)

Das Annehmen der Ermahnung und das Bewahren der Gebote wendet das Ohr zur Weisheit und das Herz zur Einsicht hin. „Die Furcht des Herrn ist die Schule der Weisheit, und der Ehre geht Demut voraus.“ (Spr. 15, 16)

 

Gesunde Lehre

Es heißt: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet.“ (2.Tim. 3, 16)

Paulus schreibt an Timotheus: „Habe acht auf dich selbst und auf die Lehre; bleibe beständig dabei! Denn wenn du dies tust, wirst sowohl dich selbst retten als auch die, welche auf dich hören.“ (1. Tim. 4, 16)

Heute haben sich viele fremdartige und bibelfremde Lehren in die Gemeinden eingeschlichen. Da gilt es wachsam zu sein, zu korrigieren und sich korrigieren zu lassen.  „Wenn jemand fremde Lehren verbreitet und nicht die gesunden Worte unseres Herrn Jesus Christus annimmt und die Lehre, die der Gottesfurcht entspricht, so ist er aufgeblasen und versteht doch nichts, sondern krankt an Streitfragen und Wortgefechten, woraus Neid, Zwietracht, Lästerung, böse Verdächtigungen entstehen, unnütze Streitgespräche von Menschen, die eine verdorbene Gesinnung haben und der Wahrheit beraubt sind …“ (K. 6, 3- 5)

Die Aufgeblasenen, die Paulus erwähnt, müssen Dampf ablassen und die Hochgestellten herunterkommen vom „hohen Ross“. Vielleicht gibt es noch eine Chance, dass die Gemeinde gesundet. Ohne Gottesfurcht und die gesunde Lehre wird es nicht gelingen.

Denkt daran: Wir sind Gottes Hausgenossen, „auferbaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, während Jesus Christus selbst der Eckstein ist, in dem der ganze Bau, zusammengefügt, wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn, in dem auch ihr miterbaut werdet zu einer Wohnung Gottes im Geist.“ (Eph. 2, 20- 21)

Darum wollen wir in allem, was wir tun, seine Gnade rühmen und ihm die Ehre geben, damit der geistliche Bau wächst zu einem Tempel in Gott, und wir in diesem Tempel miterbaut werden zu einer Wohnung Gottes im Geist. Gottes Wort soll uns dazu ermutigen, dass wir „in Liebe zusammengeschlossen und mit völliger Gewissheit im Verständnis bereichert werden, zur Erkenntnis des Geheimnisses Gottes, des Vaters,  und des Christus, in welchem alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen sind.“ (Kol. 2, 2- 3)

 

Gottesfurcht und der Obrigkeit untertan

Der Verfall der Werte und der Niedergang eines Volkes hängen ganz eng mit der zunehmenden Säkularisierung und der fehlenden Gottesfurcht zusammen. Das Böse in der Welt nimmt in gleichem Maße zu, wie die Gottesfurcht abnimmt. Die fehlende Gottesfurcht zieht eine fehlende Weisheit und den Mangel an Erkenntnis nach sich. Das ist lehrt uns die Geschichte der Menschheit; das ist auch heute so. Gottesfürchtige Menschen sind der Obrigkeit untertan, denn sie halten sich an das Wort der Bibel: „Jedermann ordne sich den Obrigkeiten unter, die über ihn gesetzt sind; denn es gibt keine Obrigkeit, die nicht von Gott wäre; die bestehenden Obrigkeiten aber sind von Gott eingesetzt. Deshalb zahlt ihr ja auch Steuern…“ (Röm. 13, 1. 6a)

Das Verhältnis aller Menschen zu ihrem Staat ist hier festgelegt. Paulus sagt abschließend: „So gebt nun jedermann, was ihr schuldig seid: Steuer, dem die Steuer, Zoll, dem der Zoll, Furcht, dem die Furcht, Ehre, dem die Ehre gebührt.“ (Röm. 13,7)

 

12. Worte des Trostes und der Hoffnung

 

Am letzten Passahfest nahm Judas den Bissen aus Jesu Hand und ging hinaus in die Nacht, um ihn zu verraten.  Danach erwies Jesus den Jüngern beispielhaft einen Liebesdienst in Form einer Fußwaschung und sagte zu ihnen, dass auch sie einander die Füße waschen sollen. Dann sprach er: „Jetzt ist der Sohn des Menschen verherrlicht, und Gott ist verherrlicht durch ihn!“ (Joh. 13, 31) 

Und dann hörten die Jünger Jesus sagen: „Kinder, nur noch eine kleine Weile bin ich bei euch. Ihr werdet mich suchen, und wie ich zu den Juden sagte: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht kommen!, so sage ich es jetzt auch zu euch.“ (Vers 33)

Jesus gab ihnen ein neues Gebot auf den Weg: Sie sollten einander lieben, „damit, wie ich euch geliebt habe, auch  ihr einander liebt.“ (V. 34)

„Daran (also an dieser Liebe der Jünger zueinander,) wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid.“ 

Jesus musste sie ermutigen: „Euer Herz sei nicht beunruhigt, nicht erschüttert! Glaubt an Gott und glaubt an mich!“ (Joh. 14, 1)

Die Jünger waren traurig geworden, weil ihr Herr und Meister auch von seinem Weggang zum Vater sprach. Darum sprach er Worte des Trostes und der Hoffnung zu ihnen: „So habt ihr nun Traurigkeit; ich werde euch wiedersehen, und dann wird euer Herz sich freuen, und niemand soll eure Freude von euch nehmen.“ (Joh. 16, 22)

Wenn ein guter Freund von uns geht, sind wir traurig darüber.  Jesus ist den Jüngern und uns mehr als ein guter Freund. Und wenn der „gute Freund“ sagt: „Ich komme wieder!“, so muss die Traurigkeit dem Trost Platz machen. Nachdem er auf die Wohnungen im Vaterhaus hingewiesen hatte, sagte er: „Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin.“ (Joh. 14, 3)

Diese Zusage Jesu sollte seinen Jüngern genügen und sie nicht verzagt sein lassen. Die Freude, die Jesus den Seinen gibt, kann niemand von uns nehmen, auch nicht den Frieden Gottes, auch nicht die Hoffnung des ewigen Lebens.

Der einzige Weg zum Vater

Es ist immer gut, wenn man Jesus sucht, sein Angesicht und die Gemeinschaft mit ihm. Ohne ihn können wir keine Gemeinschaft mit dem Vater haben. Jesus ist der einzige Weg zum Vater (Hebr. 10, 19. 20), er ist die personifizierte Wahrheit (Joh. 1, 14; 18, 37, und er ist das Leben in der Erfüllung des Willens Gottes  (Joh. 3, 36; 1. Joh. 5, 12). Jesus sagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater als nur durch mich!“ (Joh. 14, 6)

Warum bemühen sich Menschen, die Maria oder andere Personen in die Pflicht einer Vermittlung zu nehmen, wenn doch Jesus der einzige Mittler ist zwischen Gott und den Menschen ist. Es heißt: „Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gegeben hat.“ (1. Tim. 2, 5. 6a und Hebr. 9, 15) 

Er sitzt zur Rechten Gottes auf dem Thron. Und durch ihn haben alle Zugang zum Thron der Gnade. (Eph. 2, 18; Hebr. 10, 19) In der Stunde seiner höchsten Anspannung, kurz vor Gethsemane und kurz vor seiner Kreuzigung, tröstet, ermutigt Jesus seine Jünger: „Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt auch an mich!“ Eigentlich heißt es da: „Habt den Glauben Gottes!“ Habt Gottvertrauen und vertraut mir! Habt solches Vertrauen, wie Ich es habe! Jesu dunkelste Stunde wurde durch die Verleugnung des Petrus’ noch mehr verdunkelt. Und die Jünger, die Jesus in seiner schwersten Stunde in Gethsemane Gebetsunterstützung leisten sollten, haben kläglich versagt: Alle schliefen ein. Jesus blieb standhaft und gehorsam bis zum Tode am Kreuz. Der Tod konnte den Gerechten nicht halten. 

 

Wohnungen im Vaterhaus

 

Jesus ging hin, viele Wohnungen im Vaterhaus zu bereiten, denn viele Erlöste aus allen Nationen, aus allen Völkern und Stämmen und Sprachen benötigen eine Wohnung. Während Jesus im Himmel für seine erlöste Schar eine Stätte bereitet, bereitet der Heilige Geist auf Erden die Erlösten für den Himmel zu. Die Zahl der Erlösten ist noch nicht erfüllt. Es sind noch Plätze frei im Vaterhaus! 

Er verspricht den Jüngern wiederzukommen. Die Trennung von ihnen ist keine absolute oder endgültige. Diese Trennung ist vielmehr eine Zeit der Bewährung und der Zubereitung der Braut für ihren Bräutigam. Wenn die Zahl der Erlösten aus den Nationen erfüllt ist (siehe Römer 11, 25), wird Jesus wiederkommen und sie heimholen. Er will, dass die bei ihm sind und ewig mit ihm Gemeinschaft haben. Jesus will sammeln und vereinen. Von Anfang an wollte er das. Gott sammelt sein Volk auf Erden. Jeremia sagt: „Der Israel zerstreut hat, der wird es auch sammeln und wird es hüten wie ein Hirte seine Herde.“ (Jer. 31, 10b)

Jesus wollte die Juden sammeln, „wie eine Henne ihre Küken unter die Flügel sammelt, aber ihr habt nicht gewollt!“ (Matth. 23, 37) Jesus will keine Zerstreuten Gotteskinder. Er will sammeln. Und seine Kinder sollen mit ihm sammeln. Wer die Sammlung und die Vereinigung der Kinder Gottes nicht verfolgt, oder zum Ziel hat, der ist schuld an ihrer Zerstreuung. Denn Jesus sagt: „Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut!“ (Matth. 12, 30)

 

Zeige uns den Vater! 

Jesus sagt: „Wenn ihr mich erkannt hättet, so hättet ihr auch meinen Vater erkannt; und von nun an erkennt ihr ihn und habt ihn gesehen.“ (Joh. 14, 7)

 So geht es vielen Menschen: Sie wollen Gott sehen, den man nicht sehen kann, und sie übersehen Jesus, den die Jünger sehen konnten. Jesus, wahrhaftiger Mensch und wahrhaftiger Gott. Johannes  sagt: „Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen. Und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.“ (1. Joh. 5, 20)

Jesus ist Gott, und Gott ist sein Vater. Jesus bezeugt von sich, dass er der Sohn Gottes ist, und der Vater legt Zeugnis von seinem Sohn ab. (Joh. 5, 17f) Jesus sagt auch: „Aber auch wenn ich richte, so ist mein Gericht wahrhaftig; denn ich bin nicht allein, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat.“ (Joh. 8, 16)

Der Punkt ist der: Wer nicht glauben will, den kann man weder mit Zeugnissen, noch mit den Worten Jesu, noch mit seinen Werken überzeugen. (Joh. 5, 36) „Die Werke, die ich tue im Namen meines Vaters, diese geben Zeugnis von mir; aber ihr glaubt nicht, denn ihr seid nicht von meinen Schafen, wie ich euch gesagt habe.“ (Joh. 10, 25b- 26) Der Unglaube hält die Menschen fest in Dunkelheit des Geistes, in Realitätsferne und in Gottesferne. Den Glaubenden schenkt Gott erleuchtete Herzen, Sinne und Gedanken. Den Glaubenden öffnet Gott Augen, Ohren und Herzen und schenkt ihnen Verständnis, dass sie den Wahrhaftigen erkennen. Es war Phillippus, der zu Jesus sprach: „Herr, zeige uns den Vater, so genügt es uns!“ (Joh. 14, 8)

Jesus gibt ihm die Antwort: „So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich noch nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeige uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist?“ (Verse 9. 10a)

Viele  Menschen sprechen von Jesus und über ihn, jahrelang, aber sie kennen ihn nicht. Und Verkündiger des Evangeliums predigen den Menschen von Jesus, aber sie kennen ihn nicht. Wer Jesus erkennt, erkennt auch den Vater.

Wenn die Menschen die Gottheit Jesu leugnen, dann verleugnen sie damit auch die Werke Gottes, die Jesus tat. Menschen, die Jesus nicht kennen und nicht aufgenommen haben in ihrem Leben, die haben keinen Gott, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit. (Eph. 2, 12)

Jesus war so eng mit dem Vater verbunden, dass er sagen konnte: „Die Worte, die ich zu euch rede, rede ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der in mir wohnt, der tut die Werke.“ 

Gott zu erkennen und den er gesandt hat, bedeutet ewiges Leben. (Joh. 17, 3) Wer Jesus nicht erkennt, der doch unzählige Wunder Gottes vor den Augen der Weltöffentlichkeit tat, wie sollte der Gott erkennen, den er nicht sieht? Der Vater, der in mir wohnt, der tut diese Werke!

Einen anderen Tröster

 

„Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten; und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.“ (Joh. 14, 15- 17, Elb.)

Wenn sich Ehepartner im Eheversprechen ihr „Ja-Wort“ geben, dann sollte das gelten „bis der Tod sie scheidet.“ Die Scheidung erfolgt in vielen Fällen schon nach wenigen Jahren. Wer zu Jesus ja sagt, so ist das bindend für alle Zeiten. Die Liebe zu ihm macht das Halten seiner Gebote zur Bedingung. Anders gesagt: Das Halten der Gebote Jesu ist der Beweis der Liebe zu Jesus. Wer diese Bedingung erfüllt und seine Gebote hält, der erfüllt auch die Voraussetzung für den Empfang des Parakletos, den anderen Beistand, Tröster und Anwalt. Der Ausdruck „einen anderen“ verrät, dass Jesus selbst auch  „Beistand - Tröster - Helfer und Anwalt“ leibhaftig auf Erden war. Das Wort „Ich lasse euch nicht als Waisen zurück; ich komme zu euch.“ (V. 18) weist sicherlich darauf hin, dass er in der „dritten Person“ der Gottheit zu den Jüngern kommt und Wohnung in ihnen macht. Der andere Beistand ist der herbeigerufene Geist vom Vater und vom Sohn, also der Geist Gottes und der Geist Jesu Christi (Röm. 8, 14; Gal. 4,6; Phil. 1, 19) Der griechische Begriff, der mit „Tröster“ übersetzt wird, wurde in der juristischen Sprache für einen Verteidiger gebraucht, oder auch für jemanden, der zur Hilfe gerufen wurde. Jesus war und ist selbst solch ein Helfer und Fürspreche, Tröster und Anwalt, den wir zur Hilfe rufen können (1. Joh. 2, 1). Die Welt kann diesen Parakletos nicht empfangen, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Alles hängt vom Glauben ab, und von der Liebe zu Jesus. Er sagt: „Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.“ (Joh. 14, 23 u. 26) „Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren …“

 

11.  Ausgießen des Heiligen Geistes

 

„Und als der Tag der Pfingsten sich erfüllte, waren sie alle einmütig beieinander. Und es entstand plötzlich vom Himmel her ein Brausen wie von einem dahinfahrenden gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer,  die sich zerteilten und sich auf jeden von ihnen setzten. Und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab.“ (Apg. 2, 1- 4)

 

1.Erfüllung der Verheißung

Der Tag des Pfingstfestes musste erfüllt werden, genauso, wie auch die Zeit des Kommens Jesu auf diese Erde erfüllt werden musste. (Gal. 4, 4- 5) Jesus hatte vor seiner Himmelfahrt zu den Jüngern davon gesprochen, als er sagte: „Ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch bleibt in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie beachtet ihn nicht und erkennt ihn  nicht; ihr aber erkennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.“ (Joh. 14, 16- 17)

Der Begriff Beistand (gr. = Parakletos) bedeutet auch Helfer, Tröster, Anwalt, Fürsprecher.

Pfingsten (gr.= Pentekoste) d.h. der 50. Tag nach dem Ernteanfang (3. Mo. 23, 11), der immer auf den ersten Tag der Woche (Sonntag) fiel. Das Pfingstfest bildete den Abschluss der Ernte, die mit dem Fest der ungesäuerten Brote begann. Pfingsten bedeutet ein neuer Zeitabschnitt in Bezug auf die Errichtung des Reiches Gottes. Mit Pfingsten begann die Herrschaft Christi im Herzen der Gläubigen. Sie hatten sich im Namen Jesu versammelt, um mit dem Heiligen Geist erfüllt zu werden. Pfingsten begann das Zeitalter des Heiligen Geistes. Und das Datum für die Einführung dieses Zeitalters wurde durch den Kalender der jüdischen Feste bestimmt. Es war am Morgen nach dem Sabbat, an dem die Juden die Erstlingsgabe dem Herrn darbrachten, und dass Christus als der Erstling aus den Toten auferstanden ist. Das war der Tag, an dem die große Zusammenkunft der Juden aus aller Welt begann. Das war auch der Jahrestag der Gesetzgebung vom Sinai. 

 

2. Erfüllung der Gläubigen

Wie kam es dazu? Sie waren alle einmütig beieinander. Das ist  entscheidend dafür, dass auch alle erfüllt wurden mit dem Geist.

Alle hatten die gleiche Gesinnung. Alle beteten einmütig, wie ein Mann, im Namen Jesu um die Erfüllung des Heiligen Geistes. Das ist sehr wichtig, wenn Menschen um die Fülle des Geistes beten. Dann entstand vom Himmel her ein Brausen, wie ein gewaltiger Wind, der das ganze Haus erfüllte. Alle 120 Jünger empfingen, worum sie gebetet hatten. Alle 120 Jünger und Jüngerinnen waren einmütig beieinander. Alle 120 fingen an in anderen Sprachen zu reden, denn allen 120 erschienen feurige Zungen. Sie hörten mit der Zungen-sprache nicht so schnell auf. Das Feuer des Heiligen Geistes brannte in ihren Herzen noch lange Zeit. Petrus zitiert Joel: „Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da werde ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und Töchter werden weissagen, und eure jungen Männer werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Träume haben.“ (Apg. 2, 17- 18)

Es ist geschehen, was Joel geweissagt hatte. Am Ende seiner Rede sagte Petrus: „Diesen Jesus hat Gott auferweckt; dafür sind wir alle Zeugen. Nachdem er nun zur Rechten Gottes erhöht worden ist und die Verheißung des Heiligen Geistes empfangen hat von dem Vater, hat er dies ausgegossen, was ihr jetzt seht und hört.“ (Apg. 2, 32- 33)

„Als sie das hörten, drang es ihnen durchs Herz.“ Nicht die Hände, die Füße oder die Lippen, sondern die Herzen der Menschen müssen erreicht und bewegt werden. Sonst befinden wir uns in einer falschen Bewegung. Wenn die Herzen vom Wort Gottes getroffen werden, wie an Pfingsten, stellen sie die Frage: „Was sollen wir tun?“ Petrus gab ihnen die rechte Antwort: „Tut Buße, und ein jeglicher von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden!“ (Apg. 2, 38. 39)

In dieser Reihenfolge, werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. „Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen die ferne sind, soviel der Herr, unser Gott, herzurufen wird.“

Der Befehl Jesu wurde zu lange missachtet. (Apg. 1, 4- 8)

 

3. Gott will in uns wohnen

Die Jünger verstanden nicht, warum Jesus zum Vater gehen sollte; sie waren traurig. Er tröstete sie und sagte: „Es ist gut für euch, dass ich hingehe.“ (Joh. 16, 7)

Der Weggang Jesu zum Vater war notwendig und eine Vor-aussetzung für die Sendung des Heiligen Geistes, den anderen Beistand. Jesus sagt: „An jenem Tag werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch.“ (Joh. 14, 20)

Gott will in uns wohnen. Jesus sprach: „Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.“ (Joh. 14, 23)

Davon hängt eine bleibende Erfüllung stark ab. Wer Jesus liebt, der tut, was Jesus sagt und befolgt sein Wort. Wer sein Wort nicht befolgt, bei dem ist die Liebe zu Jesus in Frage gestellt. Und wer ihn liebt, wir vom Vater geliebt werden. Das ist noch nicht alles. Wir (Vater und Sohn) werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. „Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit!“ (Kol. 1, 27b)

Möchtest du die Herrlichkeit Gottes erleben, dann öffne dein Herz für Jesus. Lass ihn in dein Herz einziehen. Mit dem Heiligen Geist zieht Gott selbst in dein Herz. Du musst dies wollen und die Bedingung erfüllen, sonst bleibt dein Leben öd und dein Herz leer. 

4. Öffne das Herz!

 

Gott möchte so gern seinen Heiligen Geist ausgießen, doch er findet keine leeren Gefäße, keine offenen Herzen. Im Frühjahr können wir in der Natur beobachten, wie die Knospen der Bäume durch Lichteinwirkung und Wärme aufgebrochen werden, und im Nu sind daraus Blätter entstanden. Die schönsten Blumen erblühen und öffnen ihre Kelche den Insekten. Was so öd und kahl in der Natur war, ist plötzlich wunderschön, lieblich und fein. Die Schöpfung und die Schönheit der Natur will uns etwas lehren: Genauso wunderschön, lieblich und herrlich soll es in deinem und meinem Leben sein, wenn das Licht Gottes und der Geist Gottes und die Liebe Jesu Christi unser Herz erfüllt.

 

 

 

 

10. Der „vermessene König“

 

Im Buch des Propheten Daniel, Kapitel elf lesen wir folgendes: „Und der König wird alsdann nach seinem Gutdünken handeln, sich überheben und sich gegen jeden Gott groß dünken; er wird auch gegen den Gott der Götter unerhörte Reden führen und dabei Erfolg haben, bis das Maß des göttlichen Zornes voll ist; denn was beschlossen ist, kommt zur Ausführung. Auch um die Götter seiner Väter wird er sich nicht kümmern und weder dem Lieblingsgott der Frauen (Thammus) noch irgend einem anderen Gott Beachtung schenken, sondern über alle sich erheben. An ihrer Stelle wird er den Gott der Burgen verehren, und einen Gott, den seine Väter nicht gekannt haben, wird er mit Gold und Silber, mit Edel-steinen und Kleinodien ehren. In die festen Plätze wird er Kriegsvolk (oder: die Anhänger) des fremden Gottes legen; wer diesen anerkennt, den wird er mit Ehren überhäufen und ihnen Gewalt über viele verleihen und zur Belohnung Land unter sie verteilen.“ (Dan. 11, 36a- 39, Menge)

Ein schrecklicher und vermessener König! Er ist jedenfalls auch ein Bild auf den Antichristen, der bald ganz offen hervortreten und sein wahres Gesicht zeigen wird. (2. Thess. 2, 3; Offb. 13) In Nachrichten aus Israel (11/ 2015) habe ich einen Bericht mit den folgenden Ausführungen über obige Verse gelesen, die ich hier verkürzt wiedergeben möchte. Fredi Winkler sagt darin: 

„Ich denke, dass dieser geheimnisvolle Abschnitt in Daniel 11, Verse 36- 45 vom Islam redet. Das, was dort in den ersten vier Versen steht, passt geradezu perfekt zur Geschichte der Ausbreitung des Islam. Hat Mohammed nicht getan, was er wollte? Hat er nicht die etwa hundert Gottheiten, die in Mekka verehrt wurden, eliminiert und nur eine übrig gelassen? Diese Gottheit hat er dann nach seinen Vorstellungen interpretiert. Nach dem Koran sollte Abraham nicht Isaak, sondern Ismael Gott darbringen. Und Jesus sei nicht am Kreuz gestorben, sondern ein anderer, der ihm ähnlich sah. Damit verstieß Mohammeds neue Lehre gegen die grundlegendsten Lehren des AT und des NT, so wie sie uns durch die Heilige Schrift übermittelt sind. Doch alle Abweichungen von der Bibel werden von den Islamgelehrten einfach als eine Verfälschung der Schrift durch Juden und Christen hingestellt. Hat nicht im traditionellen Islam das Verhältnis zu den Frauen kaum etwas mit Liebe zu tun, sondern eher wie mit einem Gebrauchsgegenstand? Bekam im Islam der Krieg im Namen der Religion nicht einen zentralen Platz? Hat sich die Ausbreitung des Islam nicht durch kriegerische Eroberungen vollzogen? Waren nicht Mohammed und die Kalifen vorwiegend militärische und weltliche Führer? Sind nicht die ersten Nachfolger des Islam durch die Eroberungen unermesslich reich und Herren über riesige Ländereien geworden? Und hat nicht der Islam, die damals stärkste Macht, das römisch- byzantinische Reich geschlagen? Wir können tatsächlich sagen, dass sich die Aussagen der ersten vier genannten Verse bei Daniel durch Mohammed und den Aufstieg des Islam buchstäblich erfüllt haben.

Mit Vers 40 haben wir dann einen Zeitsprung. Es geht nun um die „Zeit des Endes“, also um die Zeit, in der wir leben. Wenn Daniel hier von dem König des Nordens und dem König des Südens redet, dann ist das aus der Sicht des Heiligen Landes gemeint. Es ist vor diesem Hintergrund gesehen erstaunlich, wie gegenwärtig gerade nördlich und südlich von Israel die islamische Welt in Aufruhr ist. Noch ist nicht wirklich klar abzusehen, wer genau mit dem König des Nordens und mit dem König des Südens gemeint ist, doch militärisch gesehen sind die Türkei im Norden und Ägypten im Süden die stärksten Mächte. Im gegenwärtigen Kampf geht es eigentlich um die Vormachtstellung in der islamischen Welt, die jahrhundertelang in den Händen der Türken war, aber auch lange in den Händen der Ägypter. 

Den nächsten Versen (ab Vers 40) entnehmen wir, dass der König des Nordens in den Auseinandersetzungen die Oberhand gewinnen und in die Länder des Nahen Ostens einfallen wird. Namentlich werden dabei Ägypten, Jordanien (Edom, Moab und Ammon) und das Land der Zierde (= Israel) genannt. Dann werden sich noch weitere Mächte in den Konflikt einmischen, wahrscheinlich auch Russland, wie es gegenwärtig schon in Syrien geschieht. (Vers 44) Für Israel wird dann die schlimmste Zeit anbrechen, nämlich die „Zeit der Drangsal.“ (Dan. 12,1; Matth. 24, 15f)“ Darum: „Erhebt eure Häupter, weil eure Erlösung naht!“

 

9. Tod - Auferstehung - Himmelfahrt - Pfingsten

 

Jesu Tod und die Folgen

Jesus starb anders, als alle Menschen sterben. Wir müssen sterben, weil wir den Tod verdient haben (Hebr. 9, 27; Röm. 6, 23); Jesus ging freiwillig in den Tod; sein Tod war ein Opfertod. Er gab sein Leben als Sühnopfer. Er sagt selbst: „Darum liebt mich mein Vater, weil ich mein Leben lasse, damit ich es wieder nehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir aus. Ich habe Vollmacht, es zu lassen, und habe Vollmacht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.“ (Joh. 10, 17- 18) 

Jesus besiegte im Tod den Tod. (1. Kor. 15, 54f) „Wie nun durch die Übertretung des Einen (Adams) die Verurteilung für alle Menschen kam, so kommt auch durch die Gerechtigkeit des Einen (Jesus) für alle Menschen die Rechtfertigung, die (ewiges) Leben gibt.“ (Röm. 5, 18)

Er besiegte auch die Sünde im Fleisch, die Ursache des Todes. Die Sünde ist universal (Röm. 3, 10- 12), sie kam durch Adam in die Welt. Sie ist wie ein Splitter im Fleisch: Der Splitter muss raus, dann heilt auch die Wunde. Der Splitter verursacht Eiter im Fleisch und stört den Blutkreislauf. Und die Sünde verursacht geistige und körperliche Schäden. In den Himmel kann Sünde nicht hinein. Jesus hat die Sünde besiegt, eliminiert, aufgehoben und beseitigt. Darum sagt die Bibel auch: „Nun aber ist er einmal offenbar geworden in der Vollendung der Weltzeiten zur Aufhebung der Sünde durch das Opfer seiner selbst.“ (Hebr. 9, 26b)

Darum wird auch im Himmel der Tod nicht mehr sein, und keine Sünde und keinen Fluch mehr geben, und keine Nacht wird dort sein. (Offb. 21, 4. 27; 22 3- 5)

 

Jesu Auferstehung und die Folgen

Die Auferstehung Jesu kann nicht von seinem Kreuzestod ge-trennt werden und der Kreuzestod nicht von seiner Auferstehung. Beide Ereignisse zusammen bilden das Erlösungswerk Jesu Christi. Viele Aussagen Jesu weisen darauf hin, zum Beispiel: Matth. 16, 21; 17, 22- 23; Mk. 8, 31; 9, 31; Luk. 24, 26; Joh. 10, 17- 18. Jesu Auferstehung ist die Bestätigung des Erlösungswerkes, aber auch eine Garantie der Auferstehung aller Gläubigen und ein Weiterleben nach dem Tode. Viele zweifeln an der Tatsache der Auferstehung Jesu von den Toten. Solchen würde es auch nichts nützen, wenn jemand aus den Toten auferstehen und zu ihnen hingehen würde, um sie zu warnen. Denn sie glauben weder den Worten der Propheten, noch den Worten Jesu (vergleiche Lukas 16, 27f). Genügt es ihnen nicht, dass Jesus auferstanden ist und Erlösung und ewiges Leben erwirkt hat? Und dass er zu den Jüngern gesagt hat: „Ich lebe, und ihr sollt auch leben?“ Genügt ihnen denn nicht, dass der Auferstandene den Jüngern und danach mehr als 500 Brüdern erschienen ist? Paulus sagt: „Wenn es wirklich keine Auferstehung der Toten gibt, so ist auch Christus nicht auferstanden! Wenn aber Christus nicht auferstanden ist, so ist unsere Verkündigung vergeblich, und vergeblich auch euer Glaube!“ (1. Kor. 15, 13. 14) Es folgt der Triumphruf: „Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt! Er ist der Erstling der Entschlafenen geworden. (V. 20)

Paulus erklärt die Beschaffenheit der Auferstehungsleiber mit drei Bildern aus der Natur, nämlich aus der Pflanzenwelt, dem Fleisch und der Himmelskörper, um den neuen Auferstehungsleib verständlich zu machen. Der Auferstehungsleib wird ein geistlicher Leib sein, frei von jeglicher Art der Verwesung, von Unehre und von Schwachheit des natürlichen Leibes. (1. Kor. 15, 37- 44)

Eins ist ganz sicher: „Und wie wir getragen haben das Bild des Irdischen, so werden wir auch das Bild des Himmlischen tragen.“ (V. 50)

Bei der Auferweckung des Lazarus’ sprach Jesus zu Martha: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt; und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben. Glaubst du das?“ (Joh. 11, 25- 26) 

„Seid nicht verwundert Denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden, und sie werden hervorgehen: die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens; die aber das Böse getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.“ (Joh. 5, 28- 29

Jesus erscheint seinen Jüngern

Nach seiner Auferstehung ist Jesus den Jüngern erschienen, redete zu ihnen über das Reich Gottes und kündigte die Sendung des verheißenen Geistes an. Er wusste, dass die Jünger die Kraft des Heiligen Geistes zum Zeugendienst bitter nötig haben (Apg. 1, 8).

„Er gebot ihnen, nicht von Jerusalem zu weichen, sondern die Verheißung des Vaters abzuwarten…, denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem Heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen.“ Apg. 1, 4-5 An anderer stelle sagt er: „Es ist gut für euch, dass ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden.“ (Joh 16, 7)

 

Christi Himmelfahrt und die Folgen

 

Vom Ölberg ist Jesus aufgefahren, auf den Ölberg wird er seine Füße setzen, wenn er zur Erlösung seines Volkes Israel erscheinen wird. (Sach. 14, 4) Nachdem er alles zur Erlösung getan und alles seinen Jüngern gesagt hatte, „wurde er vor ihren Augen empor-gehoben, und eine Wolke nahm ihn auf von ihren Augen weg.“(Apg. 1, 9) Die Jünger trauten ihren Augen nicht, sie schauten zum Himmel, bis ihnen zwei Engel erschienen, die sprachen: „Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr hier und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen ist, wird in derselben Weise wiederkommen, wie ihr ihn habt in den Himmel auffahren sehen!“ Apg. 1, 11) 

 

Pfingsten und die Folgen

 

Petrus zitiert in der Pfingstpredigt Joel und sagt: „Und es soll geschehen: Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird errettet werden.“ Er fügt dann hinzu: „Ihr Männer von Israel, hört diese Worte: Jesus, den Nazarener, einen Mann, der von Gott euch gegenüber beglaubigt wurde durch Kräfte und Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte wirkte, wie ihr selbst wisst, diesen, der nach Gottes festgesetzten Ratschluss und Vorsehung dahingegeben worden war, habt ihr genommen und durch die Hände der Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und getötet. Ihn hat Gott auferweckt, indem er die Wehen des Todes auflöste, weil es ja unmöglich war, dass er von ihm festgehalten würde.“ (Apg. 2, 21- 24)

Dann erinnert er seine Zuhörer an eine Weissagung Davids: „Ich habe den Herrn allezeit vor Augen; weil er zu meiner Rechten ist, wanke ich nicht. Darum freut sich mein Herz und meine Seele frohlockt; auch mein Fleisch wird sicher ruhen, denn Du wirst meine Seele nicht dem Totenreich preisgeben und wirst nicht zulassen, dass dein Heiliger die Verwesung sieht. Du wirst mir den Weg des Lebens zeigen!“ (Ps. 16, 8-10 Dem Geschlechtsregister entnehmen wir, dass Jesus ein Nach-komme Davids ist. David wusste von der Auferstehung Jesu. Jesaja spricht vom kommenden Königreich Jesu auf dem Thron Davids. „Die Mehrung der Herrschaft und der Friede werden kein Ende haben auf dem Thron Davids und über seinem Königreich…“ (Jes. 9, 6a)

Drei Tage nach der Kreuzigung folgte seine Auferstehung, vierzig Tage später seine Himmelfahrt, und weitere zehn Tage später die Ausgießung des Heiligen Geistes an Pfingsten. Das alles muss man im Zusammenhang sehen, will man die große Bedeutung des Erlösungswerkes Jesu recht verstehen. Das jüdische „Wochenfest“ (2. Mo. 34, 22; 5. Mo. 16, 9- 11), auch das „Fest der Ernte“ (2. Mo. 23, 16) oder „Tag der Erstlingsfrüchte“ (4. Mo. 28, 26) fiel genau auf den 50. Tag nach dem Passahfest. Das christliche Pfingstfest fiel also auf den gleichen Tag wie das jüdische Wochenfest. Petrus spricht weiter: „Diesen Jesus hat Gott auferweckt; dafür sind wir alle Zeugen.“ 

Durch die Ausgießung des Heiligen Geistes an Pfingsten und die Entstehung der ersten Gemeinde wurde das Fest der Juden zu einem Fest der Christen aus Heiden und Juden. Das ist besser zu verstehen durch Paulus’ Worte im Epheserbrief: „Denn Er ist unser Friede, der aus beiden eins gemacht und die Scheidewand des Zaunes abgebrochen hat, indem Er in seinem Fleisch die Feindschaft, das Gesetz der Gebote in Satzungen, hinweg tat, um die zwei in sich selbst zu einem neuen Menschen zu schaffen und Frieden zu stiften, und um die beiden in einem Leib mit Gott zu versöhnen durch das Kreuz.“ (Eph. 2, 14- 16) Gott hat Juden und Heiden mit Gott versöhnt und eins gemacht durch das Kreuz.

 

 

8. Gottes Kraft und Weisheit im Kreuz 

 

  1. Das Wort vom Kreuz – eine Gotteskraft

Das Wort vom Kreuz steht im Mittelpunkt der Betrachtung des Paulus’ im 1. Korintherbrief, Kapitel eins. Die Botschaft von dem gekreuzigten Christus war damals und ist bis heute den Juden, die ein Zeichen forderten, ein Ärgernis, und den Griechen, die Weisheit verlangten, eine Torheit. Paulus sagt es klipp und klar, wem das Wort vom Kreuz eine Torheit ist, und wem es eine Gotteskraft ist. „Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verlorengehen; uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Gotteskraft.“ (1. Kor. 1, 18) Im Vers zuvor sagt Paulus, dass er gesandt ist, das Evangelium zu verkündigen, und zwar nicht in Redeweisheit, damit nicht das Kreuz des Christus entkräftet wird. Nun wissen wir auch, wieso heute die Botschaft vom Kreuz geschwächt oder ganz entkräftet die Zuhörer erreicht. Weil viele Prediger heute „in Redeweisheit und in überredenden Worten menschlicher Weisheit“ auftreten, und nicht „in Erweisung des Geistes und der Kraft.“ (1. Kor. 2, 4) Die Salbung des Heiligen Geistes ist durch nichts zu ersetzen, aber dringend notwendig. Viele Pastoren haben einen Predigerausweis, aber nur wenige haben den Ausweis des Geistes und der Kraft. „Denen aber, die berufen sind, sowohl Juden als auch Griechen, verkündigen wir Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit.“ (1. Kor. 1, 24)

Verkündige du Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit, in Erweisung des Geistes und der Kraft und nicht in Redeweisheit, damit nicht das Kreuz, der Hauptgegenstand der Erlösung, entkräftet werde! Die Übertretung des Gesetzes und die Ungerech-tigkeit fordern Gottes Zorn heraus, die Selbstgerechtigkeit der Juden fordert Gottes Gericht heraus; aber die Gerechtigkeit Jesu Christi sühnt Gottes Zorn, weil Jesus das Gericht auf sich nahm. Somit fordert die Gerechtigkeit Gottes den Glauben Jesu, den Glauben an und in ihn. Ohne diesen Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen. Das Kreuz von Golgatha oder der Glaube an den Gekreuzigten und Auferstandenen ist eine Herausforderung und die dringlichste Aufgabe für alle Menschen.

2. Die Weisheit in Person

 

Die Weisheit ruft die Menschen zur Umkehr auf (Spr. 1, 20- 33). Jesus ist die Weisheit in Person. Christus der Gekreuzigte ist der Inbegriff aller Weisheit. Salomo weist auf Jesus hin (Spr. 8, 22- 36). Und Gottes Kraft ist durch Christus und in ihm erfahrbar. (Apg. 3, 6, 1. Kor. 1, 24, Mk. 5, 30) In Christus sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen. (Kol 2, 3) Alle Knie müssen sich einmal vor Christus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen beugen. Wer sich jetzt schon vor ihm beugt, wäre er auch töricht und gering, so ist er doch weiser als die Weisen dieser Welt. Jesus ist uns von Gott zur Weisheit gemacht, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung, damit (es geschehe), wie geschrieben steht: „Wer sich rühmen will, der rühme sich des Herrn!“ (1. Kor. 1, 30-31)

„Wir reden Gottes Weisheit im Geheimnis, die verborgene, die Gott vor den Weltzeiten zu unserer Herrlichkeit vorherbestimmt hat.“ (1. Kor. 2, 7)

Nicht nur Paulus macht den Unterschied der Weisheit dieser Weltzeit und der Weisheit Gottes deutlich, sondern die ganze Bibel. Der natürliche Mensch kann weder geistliche Werte erkennen, noch die Weisheit Gottes. Uns aber hat es Gott geoffenbart durch seinen Geist“, der in uns wohnt. Niemand kennt die Gedanken Gottes, als nur der Geist Gottes. Paulus sagt weiter: Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, so dass wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist; und davon reden wir auch, nicht in Worten, die von menschlicher Weisheit gelehrt sind, sondern in solchen, die vom Heiligen Geist gelehrt sind.“ (1. Kor. 2, 12- 13)

 

3. Mit Christus eins gemacht

 

Im Kreuz Christi ist unser alter Mensch gekreuzigt, damit der „Körper der Sünde“ unwirksam gemacht werde und der Sünde nicht mehr dienen muss. Wir sind durch die Taufe in seinen Tod hineingetauft worden. Paulus sagt: „Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, gleichwie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden ist, so auch wir in einem neuen Leben wandeln. Denn wenn wir mit ihm eins gemacht und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein.“ (Röm. 6, 4- 5)

Mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod und mit ihm auferweckt zu einem neuen Leben sind wir mit ihm eins gemacht und ihm gleich geworden in seinem Tod und auch in der Auferstehung. Das bedeutet „in Christus“ zu sein. Gerecht können wir nicht sein ohne Heiligung, und heilig können wir nicht sein ohne Rechtfertigung. Die Schrift sagt: „Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zum Sündopfer gemacht, damit wir in ihm zur Gerechtigkeit Gottes würden.“ (2. Kor. 5, 21)

Durch die Opferung des Leibes Jesu Christi sind wir ein für allemal geheiligt. (Hebr. 10, 10) „…wir wissen, dass Christus, aus den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod herrscht nicht mehr über ihn. Denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, ein für allemal; was er aber lebt, das lebt er für Gott.“ (Röm. 6, 9- 10)

 

4. Werkzeuge der Gerechtigkeit

 

So sind auch wir der Sünde gestorben und zu einem neuen Leben für Gott auferweckt worden. „Haltet euch dafür, dass ihr für die Sünde tot seid, aber für Gott lebt in Christus Jesus, unserem Herrn!“ (V. 11)

Die Sünde soll nicht herrschen in unserem Leben; Christus soll herrschen! Darum lasst uns Gottes Wort beherzigen und tun: Gebt euch selbst Gott hin als solche, die lebendig geworden sind aus den Toten, und eure Glieder Gott als Werkzeuge der Gerechtigkeit!“ (Röm. 6, 13b) Gott sucht noch Hingegebene, die sich mit Christus verbinden. In Christus sind wir auch mit dem Vater verbunden, ohne ihn nicht. Mit Christus eins gemacht kann Gott uns als Werkzeuge der Gerechtigkeit gebrauchen und in seinem Reich einsetzen, die wir zuvor unsere Glieder in den Dienst der Unreinheit und Gesetzlosigkeit gestellt hatten. Wir wollen uns nicht abermals als Knechte der Sünde dem Ungehorsam hingeben. Von der Sünde hat Jesus uns freigekauft und erlöst. „So stellt jetzt eure Glieder in den Dienst der Gerechtigkeit zur Heiligung.“ (Röm. 6, 19b) Einst waren wir geistlich tot in Übertretungen und Sünden.

 

5. Die Gottesdienstordnung hemmt den Geist!

 

Wenn Menschen dem Heiligen Geist vorschreiben, wie und wann er zu wirken hat, funktioniert das nicht. „Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.“ (Joh. 3, 8) 

Der Gottesdienstablauf ist festgelegt, und da kann niemand dran rütteln, nicht einmal Gott. Deshalb bleibt die Gemeinde auch lange Zeit unverändert und unbeweglich; das Volk muss sich den Vorgaben der „Ordnung“ fügen. Das ist traurig: Statt mit der Bibel kommen die Leute mit der Cola-Flasche und mit dem Handy in die Versammlung. Wo die Gottesfurcht fehlt, da ist der Verstand schon einige Zeit ausgeschaltet und das Handy eingeschaltet. Weil das sogenannte „Anbetungs-Team“ zu lange spielt und singt und zu häufig denselben Chorus, muss die Kurzpredigt kurz gefasst sein. Außer die Instrumente und die Lippen hat man nicht viel bewegt. Der geistliche Hunger wird nicht gestillt. Daran können auch die Eindrücke, meist von Frauen vorgetragen und vielerorts als Weissagung den Leuten angeboten, nichts ändern. Das Spielchen macht der Heilige Geist nicht mit. Er zieht sich zurück. Die Bibel sagt: „Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt worden seid für den Tag der Erlösung.“ (Eph. 4, 30) 

Mangels Gebetsstunden, die man meist abgeschafft hat, hält diese Misere in den Gemeinden an. Solange man das nicht ändert, ändert sich nichts an dem geistlichen Notstand. Die Besucher bleiben unberührt, unbewegt und ungestraft. Habt ihr nicht die gleiche Bibel wie ich. Paulus spricht von Geisteswirkungen und von einer geistlichen Gemeindeordnung im ersten Korintherbrief, Kapitel 14. „Wenn nun die ganze Gemeinde am selben Ort zusammenkäme, und alle würden in Sprachen reden, und es kämen Unkundige oder Ungläubige herein, würden sie nicht sagen, dass ihr von Sinnen seid? Wenn aber alle weissagten und es käme ein Ungläubiger oder Unkundiger herein, so würde er von allen überführt, von allen erforscht; und so würde das Verborgene seines Herzens offenbar, und so würde er auf sein Angesicht fallen und Gott anbeten und bekennen, dass Gott wahrhaftig in euch ist.“ (1. Kor. 14, 23- 25)

Engel observieren den Gottesdienst; und der Himmel ist betrübt über die Entgleisungen der Gemeinde. „…denn wir sind der Welt ein Schauspiel geworden, sowohl Engeln als auch Menschen.“ (1. Kor. 4, 9b)

In Notzeiten, aber nicht nur dann, sollten Christen zusammen-stehen, zusammen beten und zusammen singen und Gottes Wort betrachten. Das alles geht auch ohne Vorsänger. 

 

6. Durch Beugung und Zerbruch zum Gotterleben

 

Der hat Gottes Weisheit erfasst, der in Beugung und Zerbruch zu Jesus kommt und ihm die Sünden bekennt. Der sein Sündenleben in den Tod gegeben hat und mit ihm auferstanden ist zu einem neuen Leben, zum Leben mit Gott. Wenn jemand nicht „von neuem geboren“ wird, so kann er das Reich Gottes weder sehen noch hineinkommen. (Joh. 3, 3- 5; 1. Joh. 5, 18f) Was aber nicht aus Gott geboren ist, was noch weise und stark und gerecht ist in sich selbst, was mächtig und edel ist nach dem Fleisch ist und dem Kreuz aus dem Weg geht, das muss „durch Zerbruch gebeugt“ werden. Als Jakob vor seinem Bruder Esau fliehen musste und in Haran übernachtete, war ihm der Herr in einem Traumgesicht erschienen. Als er dann aufwachte, sprach er: „Fürwahr, der Herr ist an diesem Ort, und ich wusste es nicht…“ 

Jakob hatte beides: Furcht vor seinem Bruder und Ehrfurcht vor Gott. Er war innerlich zerschlagen, und solchen ist Gott nahe. Auf sie schaut er herab, bei ihnen wohnt er. (Jes. 57, 15b) Die Gottesfurcht ist aus vielen Herzen, vielen Häusern und aus vielen Gotteshäusern und frommen Veranstaltungen, die man früher Gottesdienste nannte, verschwunden. Jakob sagte: „Ich wusste nicht, dass Gott an diesem Ort war.“ Es liegt nicht an der geographischen Lage wo Gott gegenwärtig ist, es liegt an der Herzenseinstellung des Gläubigen. Weil sich viele Versammlungsbesucher im Gottesdienst der Gegenwart Gottes nicht bewusst sind, können sie auch nicht das Lied anstimmen: „Gott ist gegenwärtig, lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten!“

 

7. Das größte Ereignis der Weltgeschichte

 

1. Der König der Wahrheit vor Gericht

Gott wurde Mensch! Jesus kam in diese Welt, um die Menschen zu retten. Der Hohepriester befragte Jesus über seine Lehre, und Jesus antwortete ihm: „Ich habe öffentlich zur Welt gesprochen. Ich habe allezeit in der Synagoge und in der Weihestätte gelehrt, wo alle Juden zusammenkommen; und ich habe nichts im Verborgenen gesprochen. Warum fragst du mich? Frage die, die alles gehört haben, was ich zu ihnen sprach. Siehe, diese wissen, was ich sagte.“ (Joh. 18, 20. 21, Konk.)

Die Lehre des „Königs der Wahrheit“ ist für alle Menschen gut; nicht alle wollen sie hören. Auch heute gilt: Frage die, die alles gehört oder gelesen haben, was Jesus sagte. Verlass dich nicht auf Menschen, die nur vom Hören- Sagen eine Meinung über Jesus haben, und die die Bibel nie gelesen haben. Es liegt eine große Verantwortung auf denen, die Jesus kennen. Sie müssen ihn bezeugen, und sie können auch gefragt werden über Jesu Lehre. Wer die Worte des Königs der Wahrheit aufgenommen hat, der kann nicht mehr so weiter leben wie bisher, der muss sein Leben ändern und nach den Worten des Königs der Wahrheit ausrichten. An anderer Stelle im Johannesevangelium weist Jesus darauf hin, dass man seine Worte nicht ablehnen kann, ohne die Konsequenzen zu tragen. Er sagt: „Und wenn jemand meine Worte hört und nicht glaubt, so richte ich ihn nicht; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern damit ich die Welt rette. Wer mich verwirft und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am letzten Tag.“ (Joh. 12, 47. 48)

 

2. Das Gericht am großen weißen Thron

Im Gericht am großen weißen Thron werden die Taten der Men-schen den Worten Jesu gegenübergestellt werden. (Offb. 20, 11- 15) Jesu Worte sind die Worte Gottes. (Joh. 12, 49. 50) Der Glaube an Gott ist noch nicht der Glaube an Jesus; aber der Glaube an Jesus ist der Glaube an Gott. (Joh. 12, 44; 14, 9. 10) Gott ruft die Menschen überall vermehrt zur Umkehr auf! Warum? „Weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis in Gerechtigkeit richten wird durch 

einen Mann, den er dazu bestimmt hat und den er für alle beglaubigte, indem er ihn aus den Toten auferweckt hat.“ (Apg. 17, 31) Jesus ist dieser Mann. Gott hat ihm alles Gericht übergeben. Petrus sagt: „Er hat uns geboten, dem Volk zu verkündigen und zu bezeugen, dass er der von Gott bestimmte Richter der Lebendigen und der Toten ist.“ (Apg. 10, 42) Der Prophet Daniel sagt: „Ich sah in den Nachtgesichten, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels, gleich einem Sohn des Menschen; und er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn gebracht. Und ihm wurde Herrschaft, Ehre und Königtum verliehen, und sein Königtum wird nie zugrunde gehen.“(Dan. 7, 13. 14) 

Alle Knie müssen sich vor ihm beugen, und alle Zungen müssen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist. Alle Könige, Herrscher und Richter dieser Welt werden einmal vor dem Richterstuhl Jesu stehen. Zu diesem Gericht werden die Toten auferstehen müssen. (vergleiche: Joh. 5, 28. 29) Der König der Wahrheit ist der König aller Könige (Rex regum). Sein Königreich wird ewig bestehen. 

Und nun steht dieser König vor einem menschlichen Tribunal (Richterstuhl)? Das ist unfassbar! Können Menschen so blind sein?

 

3. Gekreuzigt unter Pontius Pilatus

Man führte Jesus zuerst zu Hannas, dann zu Kaiphas, und dann in das Prätorium. Die Obersten der Juden haben es geschafft, Jesus vor Gericht zu bringen. Der zukünftige Weltenrichter und König in Ewigkeit soll von sündhaften, sterblichen Menschen gerichtet wer-den, der Sündlose von den Sündern! Er hat auch schon von den Sündern Widerspruch gegen sich erduldet. (Hebr. 12, 3) 

Pilatus ging ins Prätorium hinein, ließ Jesus vorführen und fragte ihn: „Bist du der König der Juden?“ Jesus antwortete ihm mit einer Gegenfrage: „Redest du das von dir selbst aus, oder haben es dir andere von mir gesagt?“ (Joh. 18, 33. 34)

Damit hatte Pilatus nicht gerechnet. Er war überrascht; seine Stellung als Richter war in Frage gestellt. Aus dem Verhörer wurde ein Verhörter. In vielen Menschen verbirgt sich ein Pilatus“, ein Richter, einer, der auf das Geschrei der Masse hört und nach menschlichen Kriterien urteilt und den König der Wahrheit nicht wahrnimmt, obwohl er ganz nahe bei ihm steht. Pilatus reagiert empört: „Bin ich denn ein Jude? Dein Volk und die obersten Juden haben dich mir ausgeliefert! Was hast du getan?“ (Vers 35) 

Jesu Antwort kam unerwartet: Mein Reich (Königsherrschaft) ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde.“

Pilatus kannte nur die menschliche und die unmenschliche Welt, nicht aber die göttliche. Er sprach: „Du bist also doch ein König?“ Jesus antwortete: „Du sagst es; ich bin ein König. Ich bin dazu geboren; und dazu in die Welt gekommen, dass ich der Wahrheit Zeugnis gebe; jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.“ (V. 36. 37)

Pilatus entgegnete ganz lapidar: „Was ist Wahrheit?“ Wahrheit und Gerechtigkeit sind Fremdwörter geworden. „Nein, Gerechtigkeit gibt es nicht“, sagte ein Richter zu einem Pastor, „wer glaubwürdige Erklärungen und Zeugen in einem Gerichtsverfahren liefern kann, der hat Aussicht darauf, dass der Prozess zu seinen Gunsten entschieden wird.“ 

Falsche Zeugen haben damals gegen Jesus ausgesagt. Heute schreckt man auch vor einem Meineid nicht zurück. Pilatus wusch seine Hände in Unschuld, ging hinaus und sprach zu den Juden: Ich finde keine Schuld an ihm! 

Dennoch ließ er Jesus kreuzigen. Das Volk drängte ihn dazu. Sie schrieen für die Freilassung des Barabbas. Barabbas aber war ein Mörder. Pilatus trieb sein Spiel mit Jesus. Die Kriegsknechte flochten eine Krone aus Dornen, setzten sie Jesus auf das Haupt, legten ihm einen Purpurmantel um, verspotteten ihn und schlugen ihn ins Gesicht. Dann ging Pilatus hinaus zu den Juden und sprach: Seht, welch ein Mensch! Die Diener schrieen: „Kreuzige, kreuzige ihn!“ Pilatus spricht zu ihnen: „Euren König soll ich kreuzigen?“

Die Priester sprachen: „Wir haben keinen König als nur den Kaiser!“ Dann wurde Jesus weggeführt. „Und er trug sein Kreuz und ging hinaus zur sogenannten Schädelstätte, die auf hebräisch Golgatha heißt.“ (Joh. 19, 17) Die Frage des Pilatus’ „Was hat er denn Übles getan?“ bleibt für immer unbeantwortet. Jesus hat nichts Übles getan, nur Gutes. (Mk. 15, 14. 28)

 

4. Die Sonne verlor ihren Schein

Vor den Augen der Weltöffentlichkeit wurde der Schöpfer der Welten gekreuzigt. Es geschah auf Golgatha in Jerusalem. Das Totenreich erzitterte als Jesus am Kreuz ausrief: „Eli, Eli, lama sabachtani = Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ 

Als Johann Sebastian Bach bei seiner Komposition der Matthäus- Passion an diese Stelle der Kreuzigungsgeschichte kam, rief er ganz erschüttert aus: „Gott von Gott verlassen – wer kann das fassen?“ Diese Worte drangen durch das Weltall und ließen die Gestirne erzittern. Sie konnten es nicht mit ansehen! Die Sonne verlor ihren Schein, und eine Finsternis bedeckte am helllichten Tag für drei Stunden das ganze Land! Das kannte Jesus nicht, dass sich sein Vater von dem geliebten Sohn, der dem Vater allezeit gehorsam war, abwendet. Doch dies eine Mal musste es sein. Aus Liebe zu uns musste der Vater seinen geliebten Sohn am Kreuz sterben lassen. Er würde ihn ja am dritten Tag vom Tod auferwecken. 

Der Vorhang im Tempel zerriss von oben bis unten. Der Zugang zum Allerheiligsten wurde für jedermann frei. Alle Gläubigen können nun allezeit ins Heiligtum treten. (Hebr. 10, 19- 22) Gräber taten sich auf und mehr als 500 Tote wurden auferweckt und sind vielen erschienen. Der Hauptmann, der dies alles sah, pries Gott, denn er kam zu der Überzeugung: „Wahrlich, dieser Mensch war gerecht!“ (Luk. 23, 47)

 

5. Er entäußerte und erniedrigte sich selbst

Als Jesus in der Gestalt Gottes war, „hielt er es nicht wie einen Raub fest, Gott gleich zu sein; sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen; und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod; ja zum Tod am Kreuz.“ (Phil. 2, 6- 8) 

Er verließ die Herrlichkeit bei Gott, er hielt die Gottgleichheit nicht wie einen Raub fest, sondern nahm die Gestalt eines Knechtes an. Er wurde niedrig, gering und arm, damit wir erhöht und reich würden. „Darum hat Gott ihn auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist.“ (Phil. 2, 9) 

 

6. Die Schuld ist getilgt

Sein Gehorsam bis hin zum Tod am Kreuz hat sich für uns alle ausgezahlt. Er belastete sich selbst mit der ganzen Hypothek unserer Schuld und hat die Gesamtschuld aller Menschen auf sich genommen; er hat den gegen uns gerichteten Schuldschein zerrissen und für null und nichtig erklärt. Somit gehen wir frei aus. Paulus sagt: „Er hat auch euch, die ihr tot  wart in den Übertretungen… mit ihm lebendig gemacht, indem er euch alle Übertretungen vergab; und er hat die gegen uns gerichtete Schuldschrift ausgelöscht.“ (Kol. 2, 13- 14)

 

7. Er gab sein Leben hin

Jesus ist eine Gabe Gottes an alle Menschen. Er gab sich selbst hin. Ihm gebührt Preis und Dank und Anbetung! „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn dahingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.“ (Joh. 3, 16) Die das Leiden und Sterben Jesu herbeiführten und ihn ans Kreuz nagelten, wussten nicht, was sie taten. Jesus betete für sie: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ (Luk. 23, 34)

Viele Menschen töten heute die Gerechten. Sie wissen nicht, was sie tun, und ahnen nicht, welch ein furchtbares Gericht sie erwartet. Jesus gab sein Leben für dich und mich!

8. Die Macht der Finsternis

Kein Märtyrertod ist mit dem Opfertod Jesu zu vergleichen. Jesu Tod erwirkt Sühne-Vergebung. „Ihn hat Gott zum Sühnopfer bestimmt, das wirksam wird durch den Glauben an sein Blut..“ (Röm. 3, 25a) 

Und so wurde die dunkelste Stunde Jesu zum Licht und zu einem Hoffnungsstrahl für alle Gläubigen. Jesaja sagt: „Er wurde miss-handelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut.“ (Jes. 53, 7; Joh. 1, 29) In Gethsemane kämpfte Jesus den Seelenkampf so heftig, dass sein Schweiß wie Blutstropfen auf die Erde fielen. Jesus sprach: „Meine Seele ist betrübt bis in den Tod.“ Und zu seinen Häschern: „Dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis.“ (Luk. 22, 53)

Das Gericht, das uns treffen sollte, nahm Jesus auf sich. Er ist in das Totenreich hinabsteigen und hat den Gläubigen des Alten Bundes den Sieg verkündet. Finsternis ist Gericht, sie kam über das ganze Land. Auch damals kam eine Finsternis als Gericht drei Tage lang über Ägypten. (2. Mo. 10, 21- 23) Jesus spricht: „Darin aber besteht das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse. Denn jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden.“ (Joh. 3, 19. 20)

 

9. Des „Herren Tag“

„Des Herren Tag“ ist ein Tag der Finsternis über eine gottlose Welt. (Amos 5, 20) Der König der Wahrheit, der aus der Wahrheit lebte und für die Wahrheit zeugte und die Lügner entlarvte, der den Fluch von den Sündern wegtat, der wurde an ein Fluchholz gehängt. Der „Fürst des Lebens“ musste den Tod schmecken. Der Gerechte wurde zu den Ungerechten gerechnet, der Wohltäter zu den Übeltätern, der Unschuldige zu den Schuldigen. 

„Er hat uns errettet aus der Herrschaft der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe, in dem wir die Erlösung haben durch sein Blut, die Vergebung der Sünden.“ (Kol. 1, 13. 14)

Herzliebster Jesus, was hast du verbrochen, 

dass man ein solch scharf Urteil hat gesprochen? 

Was ist die Schuld, in was für Missetaten 

bist du geraten?

(Johann Crüger 1640)

 

6. Christus der Erlöser (gr.= lutrotes)

 

Der Psalmist sagt: „Sie verlassen sich auf ihr Vermögen und prahlen mit ihrem großen Reichtum. Und doch vermag kein Bruder den anderen zu erlösen; er kann Gott das Lösegeld nicht geben – zu teuer ist die Erlösung ihrer Seelen…“ (Ps. 49, 7- 9a)

 

1. Das Lösegeld- der Kaufpreis der Erlösung

Alles Gold und alles Geld dieser Welt reichen nicht aus, eine Seele vom Tod zu erlösen und zu erretten. Kein Mensch kann den anderen von seiner Schuld und dem göttlichen Gericht loskaufen. Gott suchte eine Lösung und fand einen Erlöser und sandte ihn auf die Erde, um uns zu erlösen. Alle Propheten, beginnend mit Mose, weisen auf ihn hin. Auch Elihu weist im Buch Hiob darauf hin. Er sagt: Wenn es dann für ihn (dem Menschen, der ohne einen Erlöser dem Tode geweiht ist) einen Gesandten gibt, einen Mittler…, so wird er sich über ihn erbarmen und sprechen: „Erlöse ihn, damit er nicht zur Grube hinabfahre; ich habe ein Lösegeld gefunden!“ (Hiob 33, 23. 24)

Jesus kam in die Welt, um uns zu erlösen. „Darum spricht er bei seinem Eintritt in die Welt: „Opfer und Gaben hast du nicht gewollt; einen Leib hast du mir bereitet. „Siehe, ich komme – in der Buchrolle steht von mir geschrieben – um deinen Willen, o Gott, zu tun!“ (Hebr. 10, 5. 7) Aufgrund dieses Willens sind wir geheiligt durch die Opferung des Leibes Jesu Christi, ein für allemal. (V. 10) Jesus ist einmal erschienen „zur Aufhebung der Sünde durch das Opfer seiner selbst. Und so gewiss es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht, so wird Christus, nachdem er sich einmal zum Opfer dargebracht hat, um die Sünden vieler auf sich zu nehmen, zum zweiten mal denen erscheinen, die auf ihn warten, nicht wegen der Sünde, sondern zum Heil.“ (Hebr. 9, 26b- 28)

Das Lösegeld (gr.= lutron), der Kaufpreis musste bezahlt werden; sonst fielen wir alle unter das Gericht Gottes und hätten die Todesstrafe verdient. (Mk. 10, 45; 1. Petr. 1, 18. 19) Jesus hat den hohen Preis bezahlt und hat uns Gott erkauft mit seinem Blut. (Offb. 5, 9) „Denn ihr seid teuer erkauft; darum verherrlicht Gott in eurem Leib und in eurem Geist, die Gott gehören!“ (1. Kor. 6, 20)

 

2. Christus musste Fleisch und Blut annehmen

Niemand von den Menschen und keiner von den Engeln konnte uns erlösen. Es musste Gottes Sohn sein. Aber dazu musste er Mensch werden und Fleisch und Blut annehmen. Anders wäre Erlösung nicht möglich gewesen. Gottes Sohn wurde Mensch. Er musste Fleisch und Blut annehmen, um die Sünde im Fleisch zu verurteilen und zu richten. Vor seinem Kommen war das mosaische Gesetz. Es war kraftlos und konnte uns nicht erlösen. Mit Christus kam das Gesetz des Geistes des Lebens. Paulus sagt: „Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat mich freigemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. Denn was dem Gesetz unmöglich war – weil es durch das Fleisch kraftlos war – das tat Gott, indem er seinen Sohn sandte in der gleichen Gestalt wie das Fleisch der Sünde und um der Sünde willen und die Sünde im Fleisch verurteilte, damit die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit in uns erfüllt würde, die wir nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist.“ (Röm. 8, 2- 4

 

3. Christus muss viele Werke wirken

„Ich muss die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann.“ (Joh. 9, 4; 14, 11) 

Es heißt: „Ich muss die Werke dessen tun, der mich gesandt hat.“ Jesus tat immer die Werke seines Auftraggebers. Und er tat sehr viele Werke, damit viele zum Glauben gelangen, dass er der Gesalbte, der Sohn Gottes ist. Johannes sagt: „Noch viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die in diesem Buch nicht geschrieben sind. Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.“ (Joh. 20, 30. 31; 21, 25) Alles, was Jesus sagte oder tat, sagte und tat er nicht aus sich heraus, sondern in Absprache mit seinem Vater. Daher lesen wir auch: „Der Sohn kann nichts aus sich selbst aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn.“ (Joh. 5, 19)

Wenn der Sohn Gottes davon abhängig ist was der Vater ihm aufträgt, wieso können wir dann vom Willen Gottes unabhängig Entscheidungen treffen, oder uns von dem abhängig machen, was fehlerhafte Menschen uns auftragen. Ich sage dies absichtlich provozierend; stelle dem aber die Worte des Paulus’ gegenüber, der sagt: „Wenn ich allerdings den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich nicht ein Knecht des Christus.“ (Gal. 1, 10b) Und auch dies: „Ihr seid teuer erkauft, werdet nicht Knechte der Menschen!“ (1. Kor. 7, 23)

Wie viel Dinge tun wir in der Reichsgottesarbeit, ohne Gott zu fragen, oder in der Gemeinde Jesu, ohne den Herrn der Gemeinde zu fragen? Wir entscheiden einfach selbst nach dem „gesunden Menschenverstand“, und dieser fragt nicht immer nach dem Willen Gottes. Unsere Pläne weichen oft von Gottes Plänen ab. An anderer Stelle sagt Jesus: „Meine Speise ist die, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollbringe.“ (Joh. 4, 34)

Als Botschafter Jesu Christi haben wir sogar die Pflicht, nichts anderes den Menschen zu verkaufen als die Botschaft Jesu Christi.

 

4. Christus musste seinen Brüdern ähnlich werden

Jesus kam in diese Welt. Die jungfräuliche Geburt Jesu war über-natürlich und besonders. Das musste der Engel Gabriel der Maria in seiner Ankündigung erklären. Er sagte: Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären; und du sollst ihm den Namen Jesus geben. Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben; und er wird regieren über das Haus Jakobs in Ewigkeit….“ (Luk. 1, 31- 33)

Nach seiner Auferstehung hatte Jesus eine Begegnung mit den zwei Frauen, die das leere Grab vorfanden. Zu ihnen sprach er: „Fürchtet euch nicht! Geht hin, verkündigt meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen sollen; dort werden sie mich sehen!“ (Matth. 28, 10)

„Denn sowohl der, welcher heiligt, als auch die, welche geheiligt werden, sind alle von einem. Aus diesem Grund schämt er sich nicht, sie Brüder zu nennen, sondern spricht: „Ich will meinen Brüdern deinen Namen verkündigen; inmitten der Gemeinde will ich dir lobsingen!“ Wiederum: „Ich will mein Vertrauen auf ihn setzen!“ Und wiederum: „Siehe, ich und die Kinder, die du mir gegeben hast.“ (Hebr. 2, 11- 13) 

Auch darin sind die Prophezeiungen erfüllt worden. Die Bibel spricht von Jesu Sklaven – Jesu Freunde – und Jesu Brüder.

Jesus hat sich für uns erniedrigt, und zwar freiwillig. „Wir sehen aber Jesus, der ein wenig niedriger gewesen ist als die Engel wegen des Todesleidens, mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt; er sollte ja durch Gottes Gnade für alle den Tod schmecken. Denn es war dem angemessen, um dessentwillen alles ist und durch den alles ist, der da viele Söhne zur Herrlichkeit führte, den Urheber ihres Heils durch Leiden zu vollenden. (Hebr. 2, 9. 10)

Jesus durchlebte also die Leiden seiner Brüder und konnte ein barmherziger Hohepriester werden. „Da nun die Kinder an Fleisch und Blut Anteil haben, ist er gleichermaßen dessen teilhaftig geworden, damit er durch den Tod den außer Wirksamkeit setzte, der die Macht des Todes hatte, nämlich den Teufel, und alle diejenigen befreite, die durch Todesfurcht ihr ganzes Leben hindurch in Knechtschaft gehalten wurden. Daher musste er in jeder Hinsicht den Brüdern ähnlich werden, damit er ein Hoherpriester würde... worin er selbst gelitten hat, als er versucht wurde, kann er denen helfen, die versucht werden.“ (V. 14. 15- 17)

 

5. Christus musste Knechtsgestalt annehmen

Jesaja gebraucht den Ausdruck Knecht: „Siehe, mein Knecht wird einsichtig handeln, er wird erhoben sein, erhöht werden und sehr erhaben sein.“ (Jes. 52, 13) Er sagt weiter: „Nachdem seine Seele Mühsal erlitten hat, wird er seine Lust sehen und die Fülle haben; durch seine Erkenntnis wird Mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen, und ihre Sünden wird er tragen.“ (Jes. 53, 11)

Jesus nahm Knechtsgestalt an (Phil. 2, 7). Wer das Dienen als eine Sache der anderen ansieht und zu fein dafür ist, der hat alle Voraussetzungen zum Herrschen verspielt. Jesus band sich die Schürze um und wusch seinen Jüngern die Füße. Dann sprach er zu ihnen: „Versteht ihr, was ich euch getan habe? Ihr nennt mich Meister und Herr und sagt es mit Recht; denn ich bin es auch. Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr einander die Füße waschen; denn ein Vorbild habe ich euch gegeben, damit auch ihr handelt, wie ich an euch getan habe.“ (Joh. 13, 12- 15)

Das Dienen muss keine Last sein, sondern eine Lust werden. Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war! An anderer Stelle sagt Jesus: „Wer unter euch groß werden will, der sei euer Diener, und wer von euch der Erste werden will, der sei aller Knecht. Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.“ (Mk. 10, 44. 45)

 

6. Christus musste leiden und sterben

Christus hatte sein Leiden und Sterben und seine Auferstehung von den Toten den Jüngern angekündigt. Es heißt von ihm: „Von da an begann Jesus seinen Jüngern zu zeigen, dass er nach Jerusalem gehen und viel leiden müsse von den Ältesten und obersten Priestern und Schriftgelehrten, und getötet werden und am dritten Tag auferweckt werden müsse.“ (Matth. 16, 21; Mk. 8, 31; Luk. 9, 22)

Aufgrund unserer Erlösungsbedürftigkeit musste Christus leiden und sterben. „Ohne Blutvergießen geschieht keine Erlösung.“ 

Sein Tod hat den Tod entmachtet und uns den Sieg gebracht. Es heißt: Der Tod ist verschlungen in den Sieg! Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde aber ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus!“ (1. Kor. 15, 54-57)

Der neue Bund: Das Blut des Hohenpriesters Jesus Christus ist die Grundlage des neuen Bundes und der ewigen Erlösung. Von ihm heißt es: „Als aber der Christus kam als ein Hoherpriester der zukünftigen (Heils-) Güter, ist er durch das größere und vollkommenere Zelt, das nicht mit Händen gemacht, das heißt nicht von dieser Schöpfung ist, auch nicht mit dem Blut von Böcken und Kälbern, sondern mit seinem eigenen Blut ein für allemal in das Heiligtum eingegangen und hat eine ewige Erlösung erlangt.“ Hebr. 9, 11. 12)

Jesus hat uns eine bessere Hoffnung gebracht. Er ist Bürge und Mittler eines besseren Bundes geworden, der aufgrund von besseren Verheißungen festgesetzt wurde. (Hebr. 7, 19. 22. 25; 8, 6) Er hat eine „bessere Ordnung“ eingeführt. 

 

7. Christus musste von den Toten auferstehen

Jesus kündigte seinen Jüngern nicht nur an, dass er viel leiden und sterben müsse; er sagte auch, dass er am dritten Tag auferweckt werden müsse. (Matth. 16, 21b) Da Jesus in ständiger Verbindung mit dem Vater war, wusste er alles, was ihm begegnen würde. Die Jünger haben es zwar das Wort von der Auferstehung Jesu gehört, aber nicht erfasst. Ihr Glaube reichte nicht so weit. Christus ist wahrhaftig vom Tode auferstanden und vielen Jünger erschienen und begegnet. Paulus schreibt an die Gemeinde in Korinth: „Wenn aber Christus verkündigt wird, dass er aus den Toten auferstanden ist, wieso sagen denn etliche unter euch, es gebe keine Auferstehung der Toten? Wenn es wirklich keine Auferstehung der Toten gibt, so ist auch Christus nicht auferstanden! Wenn aber Christus nicht auferstanden ist, so ist unsere Verkündigung vergeblich, und vergeblich auch euer Glaube!“ (1. Kor. 15, 12- 14)

Es gab viele Zeugen seiner Auferstehung. (Apg.3, 15; 5, 30- 32) Gott musste Jesus auferwecken, er starb den Sühnetod, der Tod konnte den Gerechten nicht halten. Darum sagt Petrus: „Ihn hat Gott auferweckt, indem er die Wehen des Todes auflöste, weil es ja unmöglich war, dass Er von ihm festgehalten würde.“ (Apg. 2, 24) Gott musste ihn auferwecken, denn Jesus hat im Himmel und auf Erden wichtige Aufgaben zu erfüllen. Gott musste ihn auferwecken, „weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis in Gerechtigkeit richten wird durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat und den er für alle beglaubigte, indem er ihn aus den Toten auferweckt hat.“ (Apg. 17, 31)

 

8. Folgen und Auswirkungen der Auferstehung Jesu

  1. Die Auferstehung Jesu von den Toten ist eine Bestätigung für die Wirksamkeit des Sühneopfers Jesu. (Hebr. 9, 14) Jesus ist der „Erstgeborene“ aus den Toten, der die Schlüssel des Totenreichs und des Todes hat. (Offb. 1, 5. 18) Seine Auferstehung ist ein Triumph über die Mächte der Finsternis. Der Sieg Jesu ist auch unser Sieg.
  2. Durch die Auferstehung Jesu haben wir die Hoffnung der Auferstehung. „Wenn wir aber mit Christus gestorben sind, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden, da wir wissen, dass Christus, aus den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod herrscht nicht mehr über ihn.“ (Röm. 6, 8. 9)
  3. Wir sind wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung. „Gelobt sei Gott und der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns aufgrund seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten.“ (1. Petr. 1, 3)
  4. Durch die Auferstehung Jesu war der Empfang des Heiligen Geistes möglich geworden. Petrus sagt: „Diesen Jesus hat Gott auferweckt; dafür sind wir alle Zeugen. Nachdem er nun zur Rechten Gottes erhöht worden ist und die Verheißung des Heiligen Geistes empfangen hat von dem Vater, hat er dies ausgegossen, was ihr jetzt seht und hört.“ (Apg. 2, 32. 33) 
  5. Durch die Auferstehung Jesu gibt es keine Verdammnis mehr für die Auserwählten Gottes: „Wer will gegen die Aus-erwählten Gottes Anklage erheben? Gott ist es doch, der rechtfertigt! Wer will verurteilen? Christus ist es doch, der gestorben ist, ja mehr noch, der auch auferweckt ist, der auch zur Rechten Gottes ist, der auch für uns eintritt!“ (Röm. 8, 33. 34)
  6. Jesus ist auch um unserer Rechtfertigung willen auferweckt worden. Paulus sagt: „ihn, der um unserer Übertretungen willen dahingegeben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt worden ist.“ (Röm. 4, 25) 
  7. Durch den auferstandenen Herrn werden wir vor dem kommenden Zorngericht Gottes bewahrt werden. „Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, wie viel mehr werden wir als Versöhnte gerettet werden durch sein Leben!“ (Röm. 5, 10)

 

9. Ihn musste der Himmel aufnehmen

Als Jesus auf dem Weg nach Jerusalem war um dort zu sterben, bereitete er die Jünger auf seinen Weggang zum Vater vor. Sie waren immer noch schwer von Begriff; sie hofften, das Königreich Gottes würde unverzüglich erscheinen. Weil Jesus wusste, dass sein Tod, seine Auferstehung auch den Weggang zum Vater bedeuten, erzählt er ihnen das Gleichnis von den anvertrauten Pfunden: „Ein Edelmann zog in ein fernes Land, um sich die Königswürde zu holen und dann wiederzukommen.“ (Luk. 19, 12) Jesus selbst ist dieser Edelmann, der sich vom Vater die Königswürde holen muss. Auf diese Art mussten sich damals die oberen Herrscher Israels beim Cäsar in Rom ihre Herrscherwürde abholen. Jesus nennt uns weitere Gründe für den Weggang zum Vater: „Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen; wenn nicht, so hätte ich es euch gesagt. Ich gehe hin, um euch eine Stätte zu bereiten… so komme ich wieder und werde euch mit mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin.“ (Joh. 14, 2) 

Eine weitere Stelle hebt die Wichtigkeit seines Weggangs zum Vater hervor. Jesus sagt: „Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch nützlich, dass ich weggehe; denn wenn ich nicht weggehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; wenn ich aber hingehe, werde ich ihn zu euch senden.“ (Joh. 16, 7, Elb.) 

Der Beistand (gr. Parakleton) ist der Fürsprecher, Anwalt, Helfer. Ihn brauchten die Jünger, ihn brauchen auch wir nach Jesu Weggang. Jesus ging zum Vater, setze sich zur Rechten auf den Thron Gottes. (Hebr. 1, 3) Dort bleibt er als unser Hoherpriester, bis der Vater seine Feinde ihm zu Füßen gelegt hat, (Ps. 110, 1) und bis der Vater ihm ein Zeichen gibt, die Erlösten heimzuholen. Jesus ist als der „Vorläufer“ (gr.= prodomos) vor uns eingegangen. (Hebr. 6, 20) Bei seinem Weggang hat er uns Gaben anvertraut. Bei seiner Wiederkunft wird er den Einsatz der „Talente“ für ihn beurteilen und belohnen. Nach langer Zeit kam der „Edelmann“ in der Geschichte wieder. Jesus kommt wieder, das ist sicher. Die Schrift sagt: „Ihn muss der Himmel aufnehmen bis zu den Zeiten der, Wiederherstellung alles dessen, wovon Gott durch den Mund aller seiner heiligen Propheten von Alters her geredet hat.“ (Apg. 3, 21)

 

5.. Die Wiederherstellung

 

Was nicht mehr besteht, kann (muss) wiederhergestellt werden. Den Staat Israel gab es schon lange nicht mehr. Die Juden waren verstreut in alle Länder der Erde. Ihre hebräische Muttersprache und die jüdische Religion hielten auch in der Zerstreuung „Diaspora“ über 2.000 Jahre aufrecht. Warum wurden sie denn zerstreut? Die Ansprache Hiskias an das Volk gibt uns Licht darüber. König Hiskia ließ gleich im ersten Jahr seiner Regierung die Priester und Leviten versammeln und sprach zu ihnen: „Hört mich, ihr Leviten! Heiligt euch nun und heiligt das Haus des Herrn, des Gottes eurer Väter, und schafft den Unflat aus dem Heiligtum! Denn unsere Väter haben treulos gehandelt und getan, was böse ist in den Augen des Herrn, unseres Gottes, und haben ihn verlassen. Und sie haben ihr Gesicht von der Wohnung des Herrn abgewandt und ihr den Rücken zugekehrt.“ (2. Chr. 29, 5. 6, Elb.)

Darum ist auch der Zorn des Herrn über Juda und Jerusalem herein-gebrochen, und er hat sie zu einem abschreckenden Beispiel, zu einem Gegenstand des Schreckens und Grauens, ja der höchsten Verachtung werden lassen, wie ihr es ja mit eigenen Augen sehen könnt.“ (Vers 8) 

Soweit der Hintergrund oder der Grund für die Zerstreuung des Volkes, die dann bald folgte. Gottes Gerichtsurteil galt jedoch nicht für alle Zeiten. Seine Gnadengaben und Berufungen können ihn nicht gereuen. Er züchtigt es hart, er erbarmt sich auch wieder. Und so konnten die Propheten Gutes weissagen: „Ich will euch sammeln aus allen Ländern und euch zurückbringen, und euch das Land Israel geben.“ (Hes. 11, 17) Der Exodus aus der damaligen Sowjetunion begann schon vor der Wende. Gott führt aus, was er verheißen hat, auch wenn die Feinde Israels sich laut empören. Mit der Rückführung Israels setzt Gott ein Zeichen den Völkern. So heißt es: „Da wird er dann den Völkern ein Zeichen aufrichten und die versprengten Israeliten sammeln und die Zerstreuten von Juda von den Enden der Erde zurückbringen.“(Jes.11, 12) 

Jeremia sagt: „Hört das Wort des Herrn, ihr Nationen, und meldet es auf den fernen Inseln und sagt: Der Israel zerstreut hat, wird es wieder sammeln und wird es leiten wie ein Hirte seine Herde!“(Jer. 31, 10) 

Israel musste 2.000 Jahre schwere Wege des Gerichts und der Läuterung gehen. Viele wollten die Endlösung der Juden. Gott hat mit Israel noch große Dinge vor! Darum wendet er sich am Ende dieser Gerichts- und Läuterungszeit seinem Volk gnädig zu. 

 

Ein Segen für alle Nationen

 

Sacharja sagt, dass Gott am Ende der Zeit sein Volk zum Segen für alle Völker setzen wird: „Und es wird geschehen: Wie ihr ein Fluch unter den Nationen gewesen seid, Haus Juda und Haus Israel, so werde ich euch retten, und ihr werdet ein Segen sein.“ (Sach. 8, 13)

Durch die 7- jährige antichristliche Trübsalszeit muss Israel allerdings hindurch, während die Schar der Erlösten aus Heiden- Christen und Juden- Christen vorher entrückt wird. (Dan. 9, 27; Matth. 24, 15- 28) Gott hat Israel zwar mit Blindheit geschlagen und zwar solange, bis die göttliche Vollzahl aus den Nationen erfüllt ist (Röm. 11, 25). Dann wird das ganze Volk ihren Messias erkennen und gerettet werden. Bis dahin aber öffnet Gott einzelnen Juden die Augen, die zur Schar der Erlösten hinzugetan werden. Denn „in Christus“ gibt es keinen Zaun und keine Absperrung zwischen Jeden und Christen. Jesus hat aus beiden „einen neuen Menschen“ geschaffen durch sein Kreuz „Denn durch ihn haben wir beide den Zutritt zu dem Vater in einem Geist.“ (Eph. 2, 18)

Für Zion kommt die Zeit der Zuwendung Gottes. Davon spricht David: „Du wirst dich aufmachen und dich über Zion erbarmen; denn die Zeit, dass du ihr Gnade erweist; die Stunde ist gekommen!“ (Ps. 102, 14) Die Einen wollen sie ins Meer werfen, aber daraus wird nichts. Stattdessen töten sich moslemische Brüder in Syrien gegenseitig. Niemand kann Israel austilgen, weil Gott auf seiner Seite kämpft. Und andere meinen, Gott habe doch Israel verworfen. Paulus Aufschluss darüber. Er sagt: „War es nun Gottes Absicht, dieses Volk fallen zu lassen, weil er sich endgültig von ihm abwenden wollte? Nie und nimmer! Weil das Volk Israel die rettende Botschaft abgelehnt hat, wurde der Weg bereitet, um den übrigen Völkern diese Botschaft zu bringen. Ihrem Beispiel soll Israel nun nacheifern. Bedenken wir aber, welchen Segen schon die ablehnende Haltung und die Schuld Israels allen anderen Völkern brachte, wie groß wird erst der Segen sein, wenn das ganze Israel für Christus gewonnen ist!“ (Röm. 11, 11. 12, „Hoffnung für alle“)

„Denn wenn ihre Verwerfung die Versöhnung der Welt zur Folge hatte, was wird ihre Annahme anderes zur Folge haben als Leben aus den Toten.“ (Röm. 11, 15)

Das jüdische Volk war in seiner langen Geschichte häufig dezimiert. Der abscheuliche Holocaust trug dazu bei. Das Volk der Juden war schon tot gesagt, aber es stand auf aus den Toten. Gott wachte über einen Überrest. „So ist nun auch in der jetzigen Zeit ein Überrest vorhanden aufgrund der Gnadenwahl.“(Röm. 11, 5) Im Mai 1948 wurde der Staat Israel gegründet mit der Stadt Jerusalem als Hauptstadt, die allerdings geteilt ist. Inzwischen leben nirgendwo mehr Juden als in Israel. Und nun geschieht auch das nächste Wunder vor den Augen der Nationen und der Christen in aller Welt: Tausende Juden erkennen ihren Messias und werden „Juden- Christen.“ Man nennt sie auch messianische Juden. Israel ist längst ins Rampenlicht der Weltöffentlichkeit gerückt. Araber und Palästinenser leben heute schon gern in Israel, weil sie dort als Bürger Freiheit genießen können, die sie in arabischen Ländern nicht haben. Wenn Gott Israel wiederherstellt, wer will ihn daran hindern? Am Ende dieses Zeitalters wird Israel ein Segen für alle Völker sein. Die Weissagung des Propheten Joel beginnt sich zu erfüllen: „Und ich werde euch die Jahre erstatten, welche die Heuschrecke, der Fresser, der Verwüster und der Nager verzehrt haben – mein großes Kriegsheer, das ich gegen euch gesandt habe; und ihr sollt genug zu essen haben und satt werden und den Namen des Herrn, eures Gottes, loben, der wunderbar an euch gehandelt hat; und mein Volk soll nie mehr zuschanden werden! Und ihr sollt erkennen, dass ich in Israels Mitte bin und dass ich, der Herr, euer Gott bin und keiner sonst; und mein Volk soll nie mehr zuschanden werden!“ (Joel 2, 25- 27)

Der Nahe Osten ist jetzt noch von Konflikten beherrscht, wird aber in nicht allzu ferner Zukunft von Ruhe und Frieden geprägt sein; und Israel wird eine Segensstätte für die Völker werden. Gott ist dabei, seinen Geist auszugießen! Was die Propheten geweissagt haben, wird erfüllt werden, auch die Worte Davids in obigen Psalm: „Dann werden die Heiden den Namen des Herrn fürchten und alle Könige auf Erden deine Herrlichkeit, wenn der Herr Zion gebaut hat und erschienen ist in seiner Herrlichkeit, wenn er sich zu dem Gebet der Verlassenen gewendet und ihr Gebet nicht verachtet hat.“(Ps. 102, 16- 18) Gott spricht: „Ich habe mich Jerusalem wieder voll Erbarmen  zugewandt; mein Haus soll darin gebaut werden.“ (Sach. 1, 16a)

 

Die Zeit der Wiederherstellung

 

Schritt für Schritt geschehen Dinge, die auf die Wiederherstellung Israels, der Errichtung des neuen Tempels, die Priesterordnung, der Opferdienst und die Einführung der Gottesdienste hinzielen. Gott geht es jetzt um sein Bundesvolk, auch wenn die Welt (die säkulare und die religiöse) dies nicht wahrhaben wollen. Das Hauptthema aller Propheten, von Mose bis Maleachi, ist Israel und seine Wiederherstellung. Der Name Israel, zusammen mit den Namen Juda, Judäa, Ephraim und anderen Namen für Israel erscheint 2.900 in der Bibel. Es gibt nur zwei Worte, die häufiger vorkommen, nämlich „Herr“ und „Gott.“ Die Bibel sagt: „Die Israeliten sind, denen die Sohnschaft und die Herrlichkeit und die Bündnisse gehören und die Gesetzgebung und der Gottesdienst und die Verheißungen.“ (Röm. 9, 4)

Christen begehen einen großen Fehler, wenn sie von ihrer Warte aus auf Israel und die Juden herabschauen. Bedenke: Jesus war ein Jude. Und Überheblichkeit war noch nie gut. Paulus sagt: „Wenn aber etliche der Zweige ausgebrochen wurden und du als ein wilder Ölzweig unter sie eingepfropft bist und mit Anteil bekommen hast an der Wurzel und der Fettigkeit des Ölbaums, so überhebe dich nicht gegen die Zweige! Überhebst du dich aber, so bedenke: Nicht du trägst die Wurzel, sonder die Wurzel trägt dich!“ (Röm. 11, 17. 18)

Die Gemeinde der Christen ist also als ein „wilder Ölzweig“ in den „edlen Ölbaum“ Israel eingepfropft und hineingekommen oder hinzugetan worden, nicht umgekehrt. In der Natur geschieht eine Veredelung genau umgekehrt. Am Ende wird es auch der Letzte merken: Nicht Israel wird zur Gemeinde hinzugetan werden, sonder die Gemeinde zum erlösten Israel. Durch Jesus erlangen wir die Vollmitgliedschaft. Wir sind volle Teilhaber der Sohnschaft, der Herrlichkeit, der Bündnisse, der Gesetzgebung, des Gottesdienstes und der Verheißungen Israels. 

Alles muss wiederhergestellt werden, auch die Königsherrschaft für Israel. Kurz vor seiner Himmelfahrt fragten ihn die Jünger: „Herr, stellst du in dieser Zeit für Israel das Reich (die Königsherrschaft) wieder her? Er sprach zu ihnen: „Es ist nicht eure Sache, Zeiten oder Zeitpunkte zu wissen, die der Vater in seiner eigenen Vollmacht festgesetzt hat.“ (Apg. 1, 6. 7; vergleiche Jer. 23, 5. 6; Hes. 37, 21- 28)

„Das sind die Worte, die ich zu euch geredet habe ,als ich noch bei euch war, dass alles erfüllt werden muss, was im Gesetz Moses und in den Propheten und den Psalmen von mir geschrieben steht.“(Luk 24, 44) 

 

Der Himmel musste Christus aufnehmen solange, bis zu den Zeiten der Wiederherstellung alles dessen, wovon Gott durch den Mund aller seiner heiligen Propheten von alters her geredet hat.“(Apg. 3, 21) Gott bewahrt auch während der großen Trübsalszeit den Überrest aus Israel, nämlich die 144.000 Auserwählten, aus allen Stämmen (Offb. 7, 3- 8). Er wird sie in das wiederhergestellte Königreich führen (Apg. 1, 6). Die „Zeit der Heiden“ wird dann vorüber sein (Luk. 21, 24). Denn die „Vollzahl der Heiden“, also die aus den Nationen Erretteten, wird erfüllt sein. (Apg. 15, 14; Röm. 11, 25)

 

4. Wer wird bestehen?

 

„Siehe, er kommt! Spricht der Herr der Heerscharen. Wer aber wird den Tag seines Kommens ertragen, und wer wird bestehen, wenn er erscheint?“ (Mal. 3, 1b- 2)

Das erste Kommen Jesu in diese Welt, von den Propheten an-gekündigt, ging in Erfüllung. Das zweite Kommen Jesu ist an vielen Stellen in der Bibel erwähnt und wird auch in Erfüllung gehen. Niemand kennt den genauen Zeitpunkt seiner Wieder-kunft, nur der Vater im Himmel. Israel ist der Zeiger an Gottes Weltenuhr. Jesus selbst sagt über das Ende der Weltzeit: „Und es werden Zeichen geschehen an Sonne, Mond und Sternen, und auf Erden Angst der Heidenvölker vor Ratlosigkeit bei dem Tosen des Meeres und der Wogen, da die Menschen in Ohnmacht sinken werden vor Furcht und Erwartung dessen, was über den Erdkreis kommen soll; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Und dann werden sie den Sohn des Menschen kommen sehen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit.“ (Luk. 21, 25- 27) 

Jesus fügt ein Gleichnis an: „Seht den Feigenbaum und alle Bäume! Wenn ihr sie schon ausschlagen seht, so erkennt ihr von selbst, dass der Sommer jetzt nahe ist. So auch ihr: Wenn ihr seht, dass dies geschieht, so erkennt, dass das das Reich Gottes nahe ist.“ (V. 29- 31)

„Wenn aber dies anfängt zu geschehen, so richtet euch auf und erhebt eure Häupter, weil eure Erlösung naht.“ 

Der Feigenbaum Israel als Staat blüht seit Mai 1948. Alle Bäume sind die Heidenvölker, die zusehends erwacht sind und Knospen schlagen. Die Kolonien überall in der Welt befreiten sich von der Kolonialherrschaft und wurden souveräne Staaten. Jesus sprach: „Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles geschehen ist.“

Nachdem Jesus vom Ölberg in den Himmel entrückt wurde, schauten ihm die Jünger einige Zeit nach. Da erschienen ihnen zwei Engel, die sprachen: „Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr hier und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird in derselben Weise wieder-kommen, wie ihr ihn habt in den Himmel auffahren sehen!“(Apg. 1, 11)

Nach der Himmelfahrt Jesu setzte eine Christenverfolgung ein. Damals gab es noch nicht viele Christen. Heute gibt es weltweit eine große Schar von Gläubigen; allein in China, wo Christen verfolgt werden, schätzt man ihre Zahl auf mehr als 30 Millionen. Damals hielt Petrus auch in Cäsarea eine Rede. Er sagte: „Und wir sind Zeugen alles dessen, was er im Land der Juden  und in Jerusalem getan hat. Ihn haben sie getötet, indem sie ihn ans Holz hängten. Diesen hat Gott auferweckt am dritten Tag und hat ihn offenbar werden lassen, nicht dem ganzen Volk, sondern uns, den von Gott vorher erwählten Zeugen, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben nach seiner Auferstehung von den Toten. Und er hat uns geboten, dem Volk zu verkündigen und zu bezeugen, dass er der von Gott bestimmte Richter der Lebendigen und der Toten ist.“ (Apg. 10, 39- 42)

Wer wird bestehen am „Tag des Herrn?“ Wer kann ihm mit Freuden entgegen gehen, wenn er erscheint? Gottes Wort er-mahnt uns, auf die von Gott bestätigte Heilsverkündigung zu hören: „Darum sollten wir desto mehr auf das achten, was wir gehört haben, damit wir nicht etwa abgleiten. Denn wenn das durch Engel gesprochene Wort zuverlässig war und jede Übertretung und jeder Ungehorsam den gerechten Lohn empfing, wie wollen wir entfliehen, wenn wir eine so große Errettung missachten?“(Hebr. 2,1-3)

In unserer schnelllebigen Zeit sind die Menschen kurzatmig und kurz denkend, halten aber gern lange Reden. Denke über das Wort nach: „Habt acht, dass ihr den nicht abweist, der da redet!“

Die Erde und auch der Himmel werden noch einmal erschüttert werden. (Hebr. 12, 26) Der Prophet Haggai sagt: „Noch einmal, eine kurze Weile, werde ich den Himmel und die Erde erschüttern, das Meer und das trockene Land; und ich werde auch alle Heidenvölker erschüttern, und das Ersehnte der Heidenvölker wird kommen; und ich werde dieses Haus mit Herrlichkeit erfüllen…“ (Haggai 2, 6. 7)

„Ich werde Königsthrone umstoßen und die Macht der heidnischen Königreiche zertrümmern.“ (Vers 22)

Die Erschütterung hat längst begonnen. Die neusten Weltereignisse künden das baldige Kommen Jesu an.

3. Wort und Geist und König der Wahrheit

 

Am Ende seines Lebens sagte Buddha: „Ich suche immer noch nach Wahrheit.“ Armer Buddha! Er hat die Wahrheit nicht gefunden. Also werden viele durch seine Lehre in die Irre geführt. Unzählige Menschen unserer Zeit, Philosophen, Wissenschaftler und Lehrer der Weltreligionen verzweifeln am Ende. Der Philosoph und Nihilist Nietzsche lebte das letzte Jahr seines Lebens in geistiger Umnachtung. Die Wahrheit und den Sinn des Lebens wird der Mensch solange nicht finden, bis er Jesus gefunden hat: Er sagte: 

Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben…“(Joh. 14, 6)

     Der Erfinder des Lügendetektors hat 25.000 Menschen getestet, und er kam zu dem Ergebnis: Alle Menschen sind Lügner. Damit hat er nur bestätigt, was die Bibel sagt. (Röm. 3, 4) Die Lüge kommt von dem Widersacher Gottes, dem Teufel. Sie ist das ureigenste Wesen des Teufels. Die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden. (Joh. 1, 17) Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. (1. Tim. 2, 4)

 

  1. Das Wort der Wahrheit

 

„Des Herrn Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiss!“ (Ps. 33, 4)    Durch das Wort ist die ganze Welt ins Dasein gerufen, durch das „Wort der Wahrheit“ sind auch wir gezeugt worden. (Jak. 1, 18)

Gottes Wort ist und bleibt das Wort der Wahrheit in alle Ewigkeit. Viele Leute haben eine Magenverstimmung bekommen, weil ihnen das nicht schmeckt. Jesus sprach zum Vater: „Heilige sie in deiner Wahrheit! Dein Wort ist die Wahrheit.“ (Joh. 17, 17)

Zu seinen Jüngern sprach Jesus: „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, und die Wahrheit wird euch frei machen!“ (Joh. 8, 31. 32)

Die Lüge hat im Endgericht Gottes keine Chance. Und der Vater der Lüge, der Teufel, hat dann sein böses Spiel ausgespielt. Der Wahrhaftige und die Wahrhaftigen stehen dann im Rampenlicht!

 

B) Der Geist der Wahrheit

 

Man kann Gott nur „im Geist und in der Wahrheit“ anbeten. (Joh. 16, 13; 4, 23. 24) Der Heilige Geist leitet uns in alle Wahrheit, denn er ist der Geist der Wahrheit. Schon bei der Schöpfung der Welt war der Heilige Geist aktiv. Von Jesus und vom Heiligen Geist will die Welt nichts hören. Paulus sagt uns warum: „Der natürliche  Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt werden muss.“ (1. Kor. 2, 14) Johannes sagt: „Sie sind aus der Welt; darum reden sie von der Welt, und die Welt hört auf sie. Wir sind aus Gott. Wer Gott erkennt, hört auf uns; wer nicht aus Gott ist, hört nicht auf uns. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums.“ (1. Joh. 4, 5. 6)

Der Heilige Geist ist der Geist Jesu Christi, der Geist der Gnade und der Wahrheit, der Geist der Liebe und der Güte, der Geist der göttlichen Weisheit und Herrlichkeit, der Kraft und der Autorität.

 

C) Der König der Wahrheit

 

Pilatus fragte Jesus: „Was hast du getan?“ Jesus antwortete: „Mein Reich (meine Königsherrschaft) ist nicht von dieser Welt; wenn mein Reich von dieser Welt wäre, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht überliefert würde, jetzt aber ist mein Reich nicht von hier. Da sprach Pilatus zu ihm: „Also bist du doch ein König?“ Jesus antwortete: „Du sagst es, dass ich ein König bin. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis gebe. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.“ (Joh. 18, 36. 37)

Der König der Wahrheit hat viele Millionen Königskinder in der Welt, die Jesu Stimme hören und ihm folgen. (Joh. 10, 27) Viele „Falsche Christi“ und falsche Lehrer können ihre Gefolgsleute täuschen und enttäuschen, Jesus enttäuscht dich nicht. Johannes sagt: „Wir wissen, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen. Und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.“ (1. Joh. 5, 20)

Der Geist der Wahrheit

 

Durch den Ersten Adam kam die Sünde in die Welt,  durch den Zweiten Adam die Gnade, die Erlösung und die Rechtfertigung für alle, die glauben. „Der erste Adam wurde zu einer lebendigen Seele, der letzte (zweite) Adam zu einem lebendigmachendem Geist. Aber nicht das Geistliche ist des erste, sondern das Natürliche, danach kommt das Geistliche. Der erste Mensch ist von der Erde, irdisch; der zweite Mensch ist der Herr aus dem Himmel. (1. Kor. 15, 45- 47)

    Es heißt weiter: „Wie der Irdische beschaffen ist, so sind auch die Irdischen; und wie der Himmlische beschaffen ist, so sind auch die Himmlischen. Und wie wir getragen haben das Bild des Irdischen, so werden wir auch das Bild des Himmlischen tragen.“ (Verse 48. 49) 

Wir dürfen uns mit dem befassen, was wir einmal sein werden. Das Gottesbild, das Adam ursprünglich trug, ist nicht für alle Zeiten verloren. Wer sein altes, sündiges Leben abgelegt das neue Leben „in Christus“ im Glauben angelegt hat, wird auch das Bild des Himmlischen tragen, wenn er in Christus bleibt. Der erste Adam wurde von Gott geschaffen, der zweite Adam Jesus, ist von Ewigkeit her. Durch ihn wurde die Welt erschaffen.

 

Jesus verurteilte die Sünde im Fleisch

 

Er wurde Mensch und nahm Fleisch und Blut an. Jesus musste Mensch werden und Fleisch und Blut annehmen, damit wir Gott verstehen könnten. Er hat uns das Wesen Gottes in unserer menschlichen Sprache interpretiert und uns die Gedanken Gottes verständlich gemacht. Er musste ins Fleisch kommen, um die Sünde im Fleisch zu verurteilen. Paulus sagt: „S o gibt es jetzt keine Verdammnis (Verurteilung) mehr für die, welche in Christus Jesus sind, die nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist. Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. Denn was dem Gesetz unmöglich war – weil es durch das Fleisch kraftlos war - , das tat Gott, indem er seinen Sohn sandte in der gleichen Gestalt wie das Fleisch der Sünde und um der Sünde willen und die Sünde im Fleisch verurteilte, damit die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit in uns erfüllt würde, die wir nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist.“ (Röm. 8, 1- 4) „Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen.“ (Gal. 5, 16)

     Wir konnten das Gesetz nicht halten, wir waren nicht ohne Fehl. Daher musste das Lamm Gottes kommen, um die Sünden der Welt zu tilgen. Der Gerechte machte uns gerecht. Wir müssen der Sünde im Fleisch nicht mehr dienen, weil Jesus die Sünde besiegt hat. Wir können ein Leben im Geist führen; dann sind wir frei vom Gesetz. „Denn die Sünde wird nicht herrschen können über euch, weil ihr nicht unter dem Gesetz seid, sondern unter der Gnade.“ (Röm. 6, 14)

 

Wozu noch das Gesetz? 

 

Gott führte sein Volk Israel aus der Knechtschaft Ägyptens. Das Volk lagerte sich in der Wüste Sinai gegenüber dem Berg Sinai. Und Gott rief Mose vom Berg aus. „Mose aber hinauf stieg zu Gott!“

Und Gott sagte ihm, was er dem Volk sagen sollte: „Ihr habt gesehen, was Ich an den Ägyptern getan habe, und wie Ich euch auf Adlers Flügeln getragen und euch zu mir gebracht habe. Wenn ihr nun wirklich meiner Stimme Gehör schenken und gehorchen werdet und meinen Bund bewahrt, so sollt ihr vor allen Völkern mein besonderes Eigentum sein; denn die ganze Erde gehört mir; ihr aber sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein!“ (2. Mo. 19, 4- 6a)

Nun, wenn das kein Angebot ist! Das Volk sagte auch zu, aber es kam anders. Gott verfuhr mit Israel bis dahin in seiner freien Gnade. Eine neue Ära hatte in Israels Geschichte begonnen. Das Gesetz sollte das Mittel werden, durch das Israel „Gottes Eigentumsvolk“, „ein Königreich von Priestern“ und „ein heiliges Volk“ werden konnte, abgesondert und völlig anders von anderen Nationen. Diese Verheißung des Priestertums wird später aufgrund der Erlösung durch Jesus Christus auf die Gemeinde Jesu aus allen Nationen ausgedehnt. (vergleiche 1. Petr. 2, 9; Offb. 1, 6)

Gottes Bund mit Abraham sagte Heil und Gewissheit zu, weil er nur eine Bedingung stellte, nämlich dass der Mensch Gott glaubte. Das konnte das Gesetz nicht zusagen. Das Gesetz kam mit der furchterregenden Erscheinung Gottes auf dem Berg Sinai.

Brauchen wir das Gesetz noch, wo doch Jesus das Gesetz erfüllt hat und uns vom Gesetz losgekauft hat? (Matth. 5, 17; Gal. 4, 5) Das Gesetz zeigt die Übertretung auf, durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde. (Röm. 3, 20) „Darum, gleichwie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod, und so der Tod zu allen Menschen hingelangt ist, weil sie alle gesündigt haben, denn schon vor dem Gesetz war die Sünde in der Welt; wo aber kein Gesetz ist, da wird die Sünde nicht in Rechnung gestellt. Dennoch herrschte der Tod von Adam bis Mose …“ (Röm. 5, 12- 14a)

Paulus sagt uns, warum wir das Gesetz noch brauchen. Im Galaterbrief lesen wir folgendes: „Bevor aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahrt und verschlossen auf den Glauben hin, der geoffenbart werden sollte. So ist also das Gesetz unser Lehrmeister geworden auf Christus hin, damit wir aus Glauben gerechtfertigt würden. Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Lehrmeister.“ (Gal.3, 23- 25)

 

KKein Bildnis

 

„Du sollst dir kein Bildnis machen, noch irgend ein Gleichnis.“ Wie viel Bilderanbetung gibt es heute noch in einer aufgeklärten Zeit unter den Religionen! Und die Gottlosen „haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild, das dem vergänglichen Menschen und Tieren gleicht …“ (Röm. 1, 23) 

Gotteskinder sind aus dem Zustand des gefallenen Menschen in den Stand der Gotteskindschaft versetzt. Es heißt: „Er hat uns errettet aus der Herrschaft der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe, in dem wir die Erlösung haben durch sein Blut, die Vergebung der Sünden.“(Kol. 1, 13)

 Wir werden ihm gleichgestaltet werden ((1. Joh. 3, 2), wir werden verwandelt werden in sein Bild (1. Kor. 15, 51. 52), wir werden entrückt werden in den Wolken dem Herrn entgegen (1. Thess. 4, 17), und Jesus wird unseren Leib umgestalten, so dass er gleichförmig wird seinem Leib der Herrlichkeit.“ (Phil. 3, 21,Röm. 8, 29)

 

2. Mit dem König der Äonen herrschen

 

„Dem König der Äonen, dem unvergänglichen, unsichtbaren, alleinigen, weisen Gott sei Ehre und Verherrlichung für die Äonen der Äonen! Amen!“ (1. Tim. 1, 17, Konk.)

(Äon, gr. = Dauer eines Weltzeitalters) In diesem jetzigen, bösen Zeitalter übt Satan seine Macht noch aus. (Joh. 12, 31; 14, 30), obwohl er schon gerichtet ist (Joh. 16, 11). Seine Zeit, in der er Menschen versuchen und verführen darf, ist von Gott begrenzt und dem Ende nahe. Am Ende dieses Zeitalters wird Satan gebunden und außer Gefecht gesetzt werden für 1.000 Jahre. Während dieser Zeit wird König Jesus sein Friedensreich (Millennium) aufrichten. (Offb. 20, 1- 6; Dan. 7, 22. 27; Jes. 2, 2- 4).

     Von den Märtyrern, die also, die enthauptet worden waren um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen und die das „Tier“ (Antichrist) nicht angebetet, noch sein Bild, noch das Malzeichen angenommen hatten, heißt es: „und sie wurden lebendig und regierten die 1.000 Jahre mit Christus.“ (Offb. 20, 4b)

 

  1. Im Buch des Lebens 

 

Paulus erwähnt, dass die Namen seiner Mitarbeiter im Buch des Lebens stehen. (Phil. 4, 3) Im Himmel wird genau Buch geführt über alle Taten aller Menschen. Es gibt Bücher und ein besonderes Buch, das ist das „Buch des Lebens.“ Am Ende dieses Zeitalters kommen diese Bücher zum Einsatz im Endgericht am „Großen weißen Thron.“ (Offb. 20, 11- 15; Dan. 7, 10). Wiedergeborene Men-chen wissen, dass ihre Namen im Buch des Lebens stehen. Schon Mose und auch David wussten es. (2. Mo. 32, 32. 33; Ps. 69, 29). 

 

B) Bewährung des Glaubens 

 

Petrus sagt: „die wir in der Kraft Gottes bewahrt werden durch den Glauben zu dem Heil, das bereit ist, geoffenbart zu werden in der letzten Zeit. Dann werdet ihr jubeln, die ihr jetzt eine kurze Zeit, wenn es sein muss, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, damit die Bewährung eures Glaubens (der viel kostbarer ist als das vergängliche Gold, das doch durchs Feuer erprobt wird) Lob, Ehre und Herrlichkeit zur Folge habe bei der Offenbarung Jesu Christi.“ (1. Petr. 1, 5- 7)

     Alle Gläubigen, auch die Verkündiger, müssen bewährt werden. Alle laufen und kämpfen in den festgesetzten Bahnen des Wortes Gottes. Paulus sagt: „Wisst ihr nicht, dass die, welche in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber nur einer den Preis erlangt? Lauft so, dass ihr ihn erlangt! So laufe ich nun nicht wie aufs Ungewisse…, sondern ich bezwinge meinen Leib und beherrsche ihn, damit ich nicht anderen verkündige und selbst verwerflich (gr. adokimon= unbewährt) werde.“ (1. Kor. 9, 24, 26a- 27) 

„Wisst ihr nicht…, dass die Heiligen die Welt richten werden? …, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? …, dass eure Leiber Glieder des Christus sind? …, dass euer Leib ein Tempel des in euch wohnenden Heiligen Geistes ist, den ihr von Gott empfangen habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört?“ (1. Kor. 6, 2a, 9a, 15a, 19)

„Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, zu dem du auch berufen bist…“ (1. Tim. 6, 12a)

Im Sendschreiben ergeht das Mahnwort Jesu an alle sieben Gemeinden: „Wer überwindet.“ An die Gemeinde zu Sardes sagt Jesus: „Wer überwindet, der wird mit weißen Kleidern bekleidet werden; und ich will seinen Namen nicht auslöschen aus dem Buch des Lebens, und ich werde seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.“ (Offb. 3, 5)

 

C) Söhne Gottes- Söhne der Auferstehung

 

Im Römerbrief heißt es: „Denn alle, die durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes.“ (Röm. 8, 14) Und im Brief an die Philippergemeinde schreibt Paulus: „Ihn zu erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden, indem ich seinem Tod gleichförmig werde, damit ich zur (Aus-) Auferstehung aus den Toten gelange.“ (Phil. 3, 10. 11)

Die Sadduzäer verleugneten  die Auferstehung der Toten. Sie stellten Jesus eine Fangfrage bezüglich der Auferstehung, und Jesus gab ihnen die Antwort: „Die Kinder dieser Weltzeit heiraten und lassen sich heiraten; diejenigen aber, die gewürdigt werden, jene Weltzeit zu erlangen und die Auferstehung aus den Toten, die werden weder heiraten noch sich heiraten lassen, denn sie können nicht mehr sterben; denn sie sind den Engeln gleich und Söhne Gottes, da sie Söhne der Auferstehung sind.“ (Luk. 20, 34- 36)

 

Mit Christus herrschen

 

Der Fürst, der in diesem Äon in der Luft herrscht, wird ein Ende haben (Eph. 2, 2; 6, 12) Er muss abtreten, denn Christus wird herrschen. Die Denkart der Gläubigen, ihr Sinnen und Trachten muss mehr auf das Himmlische gerichtet erden, nicht auf das Irdische. Paulus sagt: „Wenn ihr nun mit Christus auferweckt worden seid, so sucht das, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist; denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott.“ (Kol. 3, 1- 3)

     Das Sinnen auf geistliche Werte, die wir doch besitzen, muss gefestigt werden. Wir müssen wissen, wozu wir berufen sind. Die Macht und Stärke Jesu, sagt Paulus, „die hat er wirksam werden lassen in dem Christus, als er ihn zu seiner Rechten setzte in den himmlischen Regionen, hoch über jedes Fürstentum und jede Gewalt, Macht und Herrschaft und jeden Namen, der genannt wird, nicht allein in dieser Weltzeit, sondern auch in der zukünftigen.“ (Eph. 1, 20. 21)

Weil Christus auferstanden ist, werden auch die Gläubigen auferstehen. Dann wird es heißen: Sie sind mit Christus auferstanden! Sie leben und regieren mit Christus in Ewigkeit!     Dann wird es Realität werden: Der siebte Engel wird in die Posaune stoßen, laute Stimmen werden im Himmel ertönen, die sprechen: „Die Königreiche der Welt sind unserem Herrn und seinem Christus zuteil geworden, und er wird herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit!“ (Offb. 11, 15)

 

 

 

 

1. Das Fundament des Glaubens 

 

„Es ist der Glaube ein Beharren auf dem, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht.“ (Hebr. 11, 1) 

Der Glaube ist kein vages Bangen, sondern eine feste Gewissheit und eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht. 

 

A) Fundament

Gott gab uns festen Stand unter den Füßen, ein Fundament, eine Grundlage, einen Halt, eine Orientierung und Ausrichtung: Jesus. Und das Wort der Wahrheit, woraus der Glaube kommt. Jesus ist der Grund unseres Glaubens. Alles ist durch ihn und für ihn geschaffen. „Einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“ (1.Kor. 3,11)

Wir haben ein Fundament von Gott. Und was Gott gelegt hat, kann niemand verändern. Darauf können wir bauen. Wenn auch jemand brennbare Dinge darauf baut, (1. Kor. 3, 12f) so wollen wir doch Gold, Silber und Edelsteine darauf bauen. Denn alle Werke der Gläubigen werden am Ende durchs Feuer geoffenbart und einer Bewährungsprobe ausgesetzt werden. Ein Fundament hält den ganzen Bau zusammen und bewahrt das Gebäude auch bei Sturm vor dem Zusammensturz. Ein Kluger baut sein Haus nicht auf Sand, sondern auf ein Fundament oder einen Felsen. Jesus ist und der Gründer der Gemeinde und der Grund unseres Glaubens. Alle Religionsstifter sonst errichten etwas Grundloses, nichts von Gott Gelegtes oder Gewirktes. Was Gott nicht spricht, legt oder wirkt, ist haltlos, grundlos und vergänglich.

 

B) Eckstein – lebendiger Stein – die lebendigen Steine

 

Jesus ist der Eckstein unseres geistliches Hauses. Ein Maurer, der die Wände mauert, beginnt damit immer an den Ecken; sie halten die ganze Wand zusammen, und nach dem Eckstein wird alles ausgerichtet. Petrus bezeichnet die Erbauer des geistlichen Hauses auch als lebendige Steine. Petrus schreibt: „Da ihr zu ihm gekommen seid, zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen zwar verworfen, bei Gott aber auserwählt und kostbar ist, so lasst auch ihr euch nun als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, als ein heiliges Priestertum, um geistliche Opfer darzubringen, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus. Darum steht auch in der Schrift: „Siehe, Ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein, und wer an ihn glaubt, soll nicht zuschanden werden.“ (1. Petr. 2, 4- 6)

Für uns ist dieser Eckstein kostbar, „für die aber, die sich weigern zu glauben, gilt: „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden, ein Stein des Anstoßens und ein „Fels des Ärgernisses.“ Weil sie sich weigern, dem Wort zu glauben, nehmen sie Anstoß, wozu sie auch bestimmt sind.“ (Verse 7- 8) 

Wir sind keine Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, aufgebaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist.“ (Eph. 2, 19.20) 

 

C) Anfänger und Vollender des Glaubens

 

Nicht wir sind es, sondern Jesus ist es, der das gute Werk des Glaubens in uns angefangen hat. Und was er angefangen hat, das vollendet er auch! Jesus wirkt den Glauben in uns. Das ist doch kostbar zu wissen. Wir müssen uns nicht selbst bemühen und anstrengen zu glauben, wir müssen ihn jedoch wirken lassen, der in uns Wohnung genommen hat. Paulus bringt im Brief an die Philippergemeinde seine feste Überzeugung zum Ausdruck, dass der, „welcher in euch ein gutes Werk angefangen hat, es auch vollenden wird bis auf den Tag Jesu Christi.“(Phil. 1, 6) 

Er ist (gr. archegos- Urheber, Anfänger) und (gr. teleiotes– Vollender) des Glauben. (Hebr. 12, 2) Doch Gott macht uns tüchtig zu guten Werken. „Nicht, dass wir von uns selbst aus tüchtig wären, so dass wir uns selbst etwas anrechnen dürften, als käme es aus uns selbst, sondern unsere Tüchtigkeit kommt von Gott.“(2. Kor. 3, 5)

Im Epheserbrief sagt Paulus: „Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch Gottes Gabe ist es; nicht aus den Werken, damit niemand sich rühme.“ (Eph. 2, 8)

Gottes Gnadengabe und ist ein Geschenk. Du kannst es nicht verdienen, oder dich dessen rühmen. Gottes Wort ist authentisch, wahrhaftig und zuverlässig, und darum auch glaubwürdig. Wer die Bibel nicht liest, kann den Muslimen keine Antwort geben auf die Frage nach der Lehre des Christentums, und Jesus nicht glaubhaft bekennen. Gottes Verheißungen wurden tausendfach erlebt. Gottes Wort ist erfahrbar. Johannes schreibt: „Was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir euch.“ (1. Joh. 1,3) 

Die Jünger konnten ihn sogar betasten. Dennoch waren sie an Ort und Stunde gebunden, wir sind es nicht. Gott hatte noch eine bessere Idee: Jesus sandte uns den Heiligen Geist. Die Jünger damals hatten nur zeitweise Gemeinschaft mit Jesus. Heute dürfen wir allezeit Gemeinschaft mit ihm haben durch den Heiligen Geist. Und das ist noch nicht alles: Millionen von Gotteskindern in der ganzen Welt können gleichzeitig allezeit durch ihn zu Gott, dem Vater, beten. Jesus sagt: „Glaubt an Gott und glaubt auch an mich!“ „Habt den Glauben Gottes!“ (Joh. 14,1)

Gottes Wort praktizieren bedeutet, den Glauben Gottes betätigen, den Jesus in uns wirkt. 

 

D) Notwendigkeit des Glaubens

 

Ohne Glauben kann kein Mensch leben. Wir Menschen ver-trauen täglich tausend Dingen, die wir oft als selbstverständlich hinnehmen. Wir vertrauen dem Wetter, auch wenn schwarze Wolken über uns hängen, und wir gehen ohne den Schirm los. Wir vertrauen uns dem Straßenverkehr an, wir vertrauen den Piloten, wenn wir im Flugzeug sitzen, wir vertrauen der Nahrung, die wir kaufen und hoffen dass sie uns nicht schadet, was uns nicht immer gelingt. Und so könnte man die Aufzählung fortführen. Menschen kann man nicht immer vertrauen. Gott kann man immer vertrauen, Gott kann nicht lügen. (Hebr. 6, 18) „Wenn der Menschensohn kommt, wird er auch den Glauben finden auf Erden?“ (Luk. 18, 8) 

Der Glaube ist notwendig, um Gott wohl zugefallen (Hebr. 11, 6), 

um gerettet und  gerecht zu werden (Apg. 16, 31; (Röm. 3, 28),

um Heil und Heilung zu erfahren (Mk. 16, 17f),

um die Herrlichkeit Gottes zu sehen (2. Mo. 16, 10; Hes 44). 

„Herr, mehre uns den Glauben!“ 

„Prüft euch selbst, ob ihr im Glauben seid.“ (2. Kor. 13, 5)

Lasst uns feststehen im Glauben. (1. Kor. 16, 13)

Lasst uns  ausharren im Glauben! (Hebr. 10, 38. 39)

Lasst uns den Glauben bewahren! (2. Tim. 1, 12- 14)

„Weil du das Wort vom standhaften Ausharren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, damit die versucht werden, die auf der erde wohnen.“ (Offb. 3, 10) „Siehe, ich komme bald (schnell, plötzlich); halte fest, was du hast, damit niemand deine Krone nehme!“ (Vers 11)

„So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde… Denn ich weiß, dass nach meinem Abschied räuberische Wölfe zu euch hineinkommen werden, die die Herde nicht schonen …“ (Apg. 20, 28. 29) 

„Simon, ich habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre.“

„Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt.“ (Luk. 32, 22;  2. Tim 4, 7)