neu: Wächter-Serie

Der Wächter 

 

 

 

 

 66. Gebet ist wichtig!

 

„Das erste und wichtigste, wozu ich die Gemeinde aufrufe, ist das Gebet. Bringt eure Bitten und Fürbitten und euren Dank vor Gott! Betet für alle Menschen, für die regierenden und für alle, die Gewalt haben, damit wir in Ruhe und Frieden leben können, in Ehrfurcht vor Gott und in Rechtschaffenheit. So ist es gut und gefällt Gott, unserem Retter. Er will, dass alle Menschen sich der Wahrheit zuwenden.“ (1. Tim. 2, 1- 5, Gute Nachricht)

Gott will kein Geplärr, auch nicht unbedingt ein langes Gebet, Gott will ein erstes Gebet und ein Gebet des Glaubens. „Haltet an am Gebet“ meint in erster Linie, dass wir überhaupt beten und das Gebet nicht vernachlässigen. Wir leben heute in einer Zeit, wo oberflächlich und sehr wenig gebetet wird. In einem Wohlstandsland lernen auch viele Christen eher das Bier trinken, das Reisen und Party feiern, als das Beten. Ich weiß: Diese Worte schmecken vielen nicht. Aber: „Schmeckt und seht, wie freundlich der Herr ist; wohl dem, der auf Ihn traut! Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen; denn die Ihn fürchten, haben keinen Mangel.“ (Ps. 34, 9. 10; 1. Petr. 2, 1- 3)

Im Wohlstand weicht auch der Anstand, und die Unmoral nimmt zu. Die Spötter gewinnen die Oberhand und Gewalttaten nehmen zu, wie zu Noahs Zeiten. Der Zerfall aller Gesetze und Ordnungen sind vorprogrammiert und die Gesetzlosigkeit in unserem Volk ist nur eine Frage der Zeit. Unter diesen Vorzeichen kann ein wahrer Christ nicht gleichgültig bleiben. Wer die Not erkennt, den sollte die Not ins Gebet treiben. Hätten wir mehr ernste Beter in Deutschland, würde das geistliche Niveau ein besseres sein. 

Gottlosigkeit ist ein Unheil; und das Unheil kommt schleichend und ganz allmählich. Umso schwerer ist es wahrzunehmen. Christen müssen aufwachen und ihr Licht leuchten lassen; sie müssen auch im Gebet eintreten für eine untergehende Menschheit. Wie ist es möglich, dass unser Volk sich in so kurzer Zeit von Gott abgewandt hat? Das christliche „Abendland“ wird leider sehr bald zum moslemischen „Morgenland.“ Man macht es sich zu einfach, wenn man den Abfall von Gott auf die atheistischen Medieneinflüsse und auf die böse, sündige Welt um uns herum schiebt, was ja auch wahr ist. Der Hauptgrund für den Abfall sind wir Christen, die wir unserer Aufgabe, für unser Volk Fürbitte zu tun, nicht nachkamen. Wir haben es versäumt, für unser Volk in den Riss zu treten. Das Versäumnis erklärt den großen Abfall unseres Volkes von Gott. Damit haben wir eine Schuld auf uns geladen. Vielleicht ist es noch nicht zu spät, Fürbitte zu tun, vielleicht erbarmt Gott sich über uns und unser Volk. Gott ist der „Vater der Barmherzigkeit.“ (2. Kor. 1, 3) 

Wo sind die Wächter? Wo sind die Beter?

 

  1. Gott hört den, der in Ehrfurcht betet

Die Bibel sagt: „Schafft eure Seligkeit mit Furcht und Zittern!“ 

In dieser Herzenshaltung können wir viel bewirken und würden auch das Augenmerk Gottes auf uns lenken, denn Gott sagt: „Dennoch achte Ich auf Menschen, die voll Ehrfurcht auf Meine Worte hören.“ Es heißt: „Wenn Mein Volk, über dem Mein Name ausgerufen ist, sich demütigt, und sie beten und suchen Mein Angesicht und kehren um von ihren bösen Wegen, dann werde Ich vom Himmel her hören und ihre Sünden vergeben und ihr Land heilen.“ (2. Chr. 7, 14)

Das ist doch eine großartige Sache, wenn Gott den Menschen ihre Schuld vergibt und das Land heilt. Petrus sagt: „Denn die Zeit ist gekommen, dass das Gericht anfange beim Haus Gottes; wenn aber zuerst bei uns, was wird das Ende derer sein, die dem Evangelium Gottes nicht gehorchen?“ (1. Petr. 4, 17)

Gott stellt auch Bedingungen: Wenn die Gläubigen sich vor Gott demütigen, kann Gott das ganze Land heilen. Es sind also im Grunde nicht die bösen Gottlosen, es sind die verborgenen Sünden im Volk Gottes, die den moralischen Abwärtstrend beschleunigen und die Umkehr des Volkes zu Gott aufhalten.

 

Die Furcht des Herrn 

Die Furcht des Herrn ist auch vielen Gläubigen abhanden gekommen. Ist das denn so wichtig? Ja, es ist deshalb wichtig, weil die Bibel es als wichtig erachtet. Petrus mahnt die Fremdlinge, (wir leben alle als Fremdlinge in einer gottlosen Welt) er sagt: „Ihr betet zu Gott, als eurem Vater und wisst, dass Er jeden von euch nach seinem Verhalten richten wird; Er bevorzugt oder benachteiligt niemanden. Deswegen führt euer Leben in Ehrfurcht vor Gott, solange ihr als Fremdlinge mitten unter den Menschen lebt, die nicht an Christus glauben.“ (1. Petr. 1, 17, Hof)

 

B) Gott hört die Bußfertigen

Johannes, der Wegbereiter Jesu, hat wie Jesus selbst, die Menschen zur Buße aufgerufen. Die unbußfertigen Pharisäer, die sich auch taufen lassen wollten, hat Johannes abgewiesen. Vergebung ohne Buße ist nicht möglich, auch heute nicht. Wer die Menschen dennoch tauft, macht sich schuldig vor Gott. Wo sind die Bußfertigen? Wo sind die Gottesfürchtigen, die sich vor Gott beugen? Wo sind die Menschen, die in Buße und Beugung für unser Volk um Umkehr beten? Auch König David ruft zur Gottesfurcht auf: „Fürchtet den Herrn ihr seine Heiligen; denn die Ihn fürchten, haben keinen Mangel. Wenn jene rufen, so hört der Herr und rettet sie aus all ihrer Bedrängnis. Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind.“ (Ps. 34, 10. 18. 19)

Die Buße kann man genausowenig aus der Bibel ausklammern wie Bekehrung und Wiedergeburt, ohne die es kein erneuertes Leben aus Gott geben kann, und ohne die auch keine Gotteskindschaft besteht. 

 

C) Gott hört den, der Ermahnung annimmt

Salomo spricht von der Weisheit, wenn er sagt: „Darum, weil ich rufe und ihr mich abweist, weil ich meine Hand ausstrecke und niemand darauf achtet, weil ihr vielmehr allen meinen Rat verwerft und meine Zurechtweisung nicht begehrt, so werde auch ich über euer Unglück lachen und über euch spotten, wenn das kommt, was ihr fürchtet, ...wenn das, was ihr fürchtet als Verwüstung über euch kommt.“ (Spr. 1, 24- 26, Schl)

Dann spricht Salomo von Unheil, Sturm, Angst und Not als Folge der Weigerung umzukehren und Mahnung anzunehmen. „Dann werden sie Mich anrufen, aber ich werde nicht antworten; sie werden Mich eifrig suchen und nicht finden, weil sie die Erkenntnis gehasst und die Furcht des Herrn nicht erwählt haben.“ (Verse 28- 29)

Die Weisheit ist Jesus, und die Weisheit ruft immer noch. Die Gemeinde wandelte in der Furcht des Herrn (Apg. 9, 31 ) Ohne den Heiligen Geist ist dies nicht möglich.

 

D) Gott erhört ein ernstes Gebet

Fürbitte ist uns Christen auferlegt worden. Fürbitte für die Obrigkeit des Volkes und für alle Menschen (1. Tim. 2, 1- 2) Jakobus sagt: „Das Gebet eines Gerechten vermag viel, wenn es ernstlich ist.“„Bekennt einander eure Sünden und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet. Denn das Gebet eines Menschen, der nach Gottes Willen lebt, hat große Kraft.“ (Jak. 5, 16, Hof)

Es herrscht Mangel an ernsten Gebeten. Sonst würde man viel mehr über Gebetserhörungen hören. Wir hätten mehr Segnungen, Heilungen und würden ein geistliches Gemeindewachstum haben, wenn wir wieder mehr das Angesicht Gottes suchen und Fürbitte füreinander und für unser Volk tun würden.

 

E) Die Fürbitte Daniels

Durch den Propheten Jeremia hat Gott angekündigt, dass das Volk Israel aufgrund der Sünde und des Abfalls 70 Jahre in Gefangenschaft geraten wird, und Jerusalem wird in Trümmern liegen. Wir können es nachlesen, wie Daniel sich dazu verhielt. Es heißt: „Da flehte ich zum Herrn, meinem Gott, ich fastete, zog ein Trauergewand an und streute Asche auf meinen Kopf. Ich bekannte dem Herrn die Schuld meines Volkes: „Ach Herr, Du mächtiger und ehrfurchtgebietender Gott! Du hälst Deinen Bund mit uns und erweist Gnade denen, die Dich lieben und nach Deinen Geboten leben. Doch wir haben gegen Dich gesündigt und großes Unrecht begangen. Was Du wolltest, war uns gleichgültig! Ja, wir haben uns gegen Dich aufgelehnt und Deine Gebote und Weisungen umgangen. Die Mahnungen der Propheten schlugen wir in den Wind, dabei haben sie in Deinem Auftrag zu unseren Vorfahren, unseren Königen, den führenden Männern und zum ganzen Volk gesprochen. Du, Herr, hast recht gehabt, wir haben es verdient, dass Du uns so schwer bestraft und in andere Länder vertrieben hast. Wir alle müssen uns schämen... unser ganzes Volk hat Dir die Treue gebrochen...“ (Dan. 9, 3- 8, Hof)

Welch ein ernstes Gebet! Welch ein Bekenntnis! Daniel sagt nicht nur „Wir haben gesündigt“, er erinnert auch Gott an Seinen Bund mit Israel, und auch daran, dass Gott Gnade erweist denen, die Ihn lieben und nach Seinen Geboten leben. Daniel beschönigt nichts; er gibt Gott recht: Wir haben es nicht besser verdient! Darum gibt Gott auch Daniel recht in seiner Aufrichtigkeit und Gerechtigkeit.

Gott erhört das Gebet dessen, der ernstlich für sein Volk Fürbitte tut und sich selbst dabei unter die Schuld seines Volkes stellt, ja, der die Schuld des Volkes zu seiner Schuld macht. Das ist etwas Großes, das wir von ihm lernen können. Wer Gebetserhörung erfahren will, darf Gott nicht verschweigen. Dann wird Gott auch handeln! Der Prophet Daniel hatte eine gute Verbindung zu seinem Gott. Er vermochte nicht nur Träume zu deuten. Gott hatte ihm auch eine hohe Offenbarung über die Endzeit mitteilen lassen. Er lobte seinen Gott dreimal täglich bei offenem Fenster. Er fürchtete nicht den Zorn des Königs, er fürchtete Gott! Welch ein Mann Gottes!

Wir müssen uns schämen, weil wir zu wenig Fürbitte tun. Wir haben genügend Gründe, für die Obrigkeit zu beten (Röm. 13), wir haben Grund genug für unser Volk zu beten, und wir hätten auch Gründe, füreinander zu beten.

Wer kann so flehen wie Daniel? Wer kann für sein Volk Fürbitte tun, wie Daniel es tat? Wer kann sich tief beugen, wie Daniel es tat? Wer kann die Schuld des Volkes zu seiner Schuld machen und sich darunter stellen, wie Daniel es tat? Wer kann Gott in allem recht geben, wie Daniel es tat? Wer kann sagen: Wir haben es nicht anders verdient, wie Daniel sagte? Ich bin ziemlich sicher, dass Daniel in seinem Leben keine Schuld hatte. Dennoch spricht er in der „Wir-Form“: „Wir haben gesündigt!“ Das ist wahre Fürbitte. 

 

 

 

65. Gottes Wohnung

 

„So spricht der Herr: „Der Himmel ist mein Thron und die Erde mein Fußschemel. Und da wollt ihr mir ein Haus bauen? An welchen Ort soll Ich mich denn niederlassen? Ich habe das alles geschaffen, Himmel und Erde kommen aus meiner Hand! Dennoch achte Ich auf die Menschen, die in Not sind. Ja, Ich kümmere mich um die Verzweifelten und um alle, die voll Ehrfurcht auf meine Worte hören.“ (Jes. 66, 1- 2, Hof)

Es muss doch seltsam anmuten, wenn das Geschöpf seinem Schöpfer ein Haus bauen will. Salomo sagt: „Wenn der Herr nicht das Haus baut, dann arbeiten umsonst, die daran bauen; wenn der Herr nicht die Stadt behütet, dann wacht der Wächter umsonst.“ (Psalm 127, 1) „Was ist das für ein Haus, das ihr Mir bauen könntet?“

Der König David hatte den Wunsch, Gott einen Tempel zu bauen. Dann sprach Gott des Nachts zum Propheten Nathan: „gehe hin und rede zu meinem Knecht David: „So spricht der Herr: Solltest du Mir ein Haus bauen, dass Ich darin wohne?... Ich habe dich von der Weide hinter den Schafen weggenommen, damit du Fürst würdest über mein Volk, über Israel; und Ich bin überall mit dir gewesen, wohin du gegangen bist und habe deine Feinde vor dir her ausgerottet, und dir einen großen Namen gemacht gleich den Namen der Gewaltigen auf Erden. Und Ich werde für mein Volk Israel einen Ort bereiten und werde es einpflanzen, dass es dort bleiben und nicht mehr beunruhigt werden soll; und die Söhne der Bosheit sollen es nicht mehr bedrängen wie zuvor... Und Ich habe dir vor allen Feinden Ruhe verschafft; so verkündigt dir nun der Herr, dass der Herr dir ein Haus bauen wird!“ (2. Sam. 7, 5. 11)

Das ist ein prophetisches Wort. Inzwischen hat Gott sein auserwähltes Volk in dem ihm verheißenen Land eingepflanzt. Und die Zeit wird bald kommen, wo Er seinem Volk Ruhe verschafft von allen seinen Feinden. Den Tempel durfte David nicht bauen aufgrund der Kriege, die er führte. Sein Sohn Salomo erhielt das Vorrecht, den Tempel zu bauen. Gott ließ es zu, dass der Tempel schon mehrfach zerstört wurde. Selbst der prunkvollste Tempel, von schwachen und sündigen Menschen erbaut, entspricht bei Weitem nicht der Würde und der Ehre Gottes. Schon seit der Zeit von Kain und Abel bringt der Mensch Gott Opfer dar und sucht so das Wohlgefallen Gottes zu erlangen. Aber Gott nimmt nicht jedes Opfer an. Gehorsam ist besser denn Opfer. Zu allen Zeiten suchte und sucht Gott ein hingegebenes Herz. Gott sucht Wahrhaftigkeit, Demut und Treue. Der Mensch, das kleine Geschöpf, will Gott, dem Schöpfer, ein Haus bauen. Wie soll das geschehen? Wo doch der Himmel sein Thron und die Erde seiner Füße Schemel ist. Die Menschen damals in Babel mühten sich ab, einen Turm zu bauen, dessen Spitze bis in den Himmel reichen sollte. Die Bibel lehrt uns, das die Folgen des Hochmuts der Menschen, die den Turm bauten, Verwirrung war. Sie mussten den Bau des Turms einstellen, denn einer verstand den anderen nicht mehr. Bis dahin hatten alle die gleiche Sprache. Auch heute wieder treibt man es auf die Spitze, baut kühne Bauwerke und hofft, dass die schweren Stürme, gewaltigen Erdbeben und Vulkanausbrüche nachlassen. Das Gegenteil ist der Fall. Man baut Spitzenprodukte, man fordert Spitzenleistungen und überschreitet oft die menschlichen Grenzen, indem man Aufputschmittel verabreicht. Gott hat uns Menschen Grenzen gesetzt, auch Grenzen für unser Leben. Wir müssen Jesus haben; in Ihm ist göttliches Leben und ewiges Leben. Und Er will in uns wohnen. Jesus sagt: „Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.“ (Joh. 14,23)

Und wenn Gott in uns Wohnung bezieht, heiligt er unser ganzes Leben, so dass wir imstande sind am Ende die Wohnung zu beziehen, die Jesus für uns bereitet hat. Das ist keine vorübergehende Wohnung, sondern eine Bleibestätte. Im Urtext steht nicht Wohnung, sondern Bleibestätte, griechisch: Mone. Jesus sagt: „In dem Haus meines Vaters sind viele Bleibestätten; sonst hätte Ich nicht zu euch gesagt, dass Ich gehe, euch eine Stätte zu bereiten.“ (Joh. 14, 2, Konk)

Unsere Leiber sind irdisch und mit Sünde behaftet; sie passen nicht in die Wohnung, die Gott für uns bereitet hat, hinein. Deshalb brauchen wir eine neue Behausung von Gott. Die Bibel sagt daher: „Wir wissen doch, dass, wenn unser irdisches haus, diese Zeltwohnung, abgebrochen wird, wir ein Gebäude von Gott haben, ein äonisches (ewiges) Haus, nicht mit Händen gemacht, in den Himmeln.“ (2. Kor. 5, 1, Konk)

Gott hat alles geschaffen, das Sichtbare und das Unsichtbare. Er hat auch die Erlösung durch seinen Sohn geschaffen, und auch alles für seine Kinder vorbereitet. Gott wohnt im Heiligtum und bei den Gottesfürchtigen, und bei denen, die zerschlagenen Geistes sind. Gott spricht: „Ich will aber den ansehen, der demütig und zerbrochenen Geistes ist und der zittert vor meinem Wort.“ (Jes. 66, 2)

Gott hält nun Ausschau nach Menschen, die ungeteilten Herzens sind und sein Wort beachten und befolgen. Lass Jesus ins Herz dir einziehen, lass Ihn regieren! Dann übernimmt Er das Ruder und lenkt dein Lebensschiff in den sicheren Hafen Gottes.

 

64. Das Buch der Offenbarung

 

Das Buch der Offenbarung und Enthüllung der Endzeit wird nur sehr wenig von Christen gelesen. Es ist tatsächlich voller Geheimnisse und für viele ein Rätzel, für Bibelkenner nicht. Die Offenbarung, die Daniel erhielt, steht in Zusammenhang mit der Offenbarung, welche Johannes empfing. Darüber hinaus behandelt sie sehr viel die Gerichte Gottes. Das Buch der Offenbarung wendet sich auch vornehmlich an Israel, aber es ist nicht versiegelt und verschlossen wie die Offenbarungen im Buch Daniel (Dan. 2, 4). Das Buch der Offenbarung ist eine Offenbarung Jesu Christi. Jesus selbst hat Seinen Engel gesandt, um dem Johannes auf der Insel Patmos die endzeitlichen Dinge zu offenbaren (Offb. 1, 1-2; 22, 16). 

Jesus ist der „treue Zeuge Gottes, der Erstgeborene aus den Toten und der Fürst über alle Könige auf Erden.“ 

 

1. Glückselig ist, der da liest

 

Gleich am Anfang des Buches heitßt es: Glückselig ist, der die Worte der Weissagung liest, und die sie hören und bewahren, was dann geschrieben steht! Denn die Zeit ist nahe.“ (Offb. 1, 3)

Wir lesen dieses Wort „glückselig“ 94 mal in der Bibel, oft auch in den Psalmen. Das Buch der Offenbarung bezieht die Weissagung der Glückseligkeit auf die „letzten Tage.“ Das Lesen der Offenbarung setzt eine Bibelkenntnis voraus und ist ohne die Salbung des Heiligen Geistes (1. Joh. 1, 27) nicht zu verstehen. Johannes hörte hinter sich des Herrn Stimme (Offb. 1, 10), und er sah den verherrlichten Herrn und erhielt von Ihm Aufträge. Also: Gläubige bekommen schon beim Lesen der Weissagung der Offenbarung Glückseligkeit zugesprochen. Aber es ist ein Dreifaches nötig: Lesen, hören und bewahren.

 

2. Glückselig, die in dem Herrn sterben

 

In den Tagen der „großen Trübsal“ oder „Drangsalszeit“, auf welche dieses Wort Bezug nimmt, wird das Leben der Gläubigen unerträglich sein. Der „falsche Prophet“ wird dann unter Todesstrafe befehlen, dass alle Menschen das „Tier“ anbeten müssen. Jeder Mensch hat dann nur die Wahl zwischen Christus und dem Antichristus.

Viele werden den Drohungen des falschen Propheten widerstehen und es vorziehen, für Christus zu sterben. Und solchen ist diese Werheißung zuteil: „Glückselig sind die Toten, die im Herrn sterben, von nun an! Ja, spricht der Geist, sie sollen ruhen von ihren Mühen; ihre Werke aber folgen ihnen nach.“ (Offb. 14, 13)

Wie leicht ist doch jetzt das Joch Jesu (Mat. 11, 30) und die Nachfolge Jesu gegenüber dem, was sie durchleiden müssen. Darum: Kauft die Zeit aus! Und lasst uns Seinen Namen freimütig bekennen. Jesus kommt unerwartet wie ein Dieb. Wer wacht und bereit ist, wird bei Seinem Kommen glückselig sein und sich freuen. Die Glückseligkeit gilt denen, die wachsam sind und den Herrn erwarten (Hebr. 9, 28).

„Siehe, Ich komme wie ein Dieb! Glückselig ist, wer wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht entblößt einhergeht und man seine Schande sieht.“ (Offb. 16, 15)

 

3. Glückselig, die Schmach leiden um Jesu willen

 

Schmach, Verfolgung und Leiden um Jesu willen sind schon in der vergangenheit gewesen, sind in der Gegenwart, wo Hunderttausende jährlich den Märtyrertod sterben und werden am Ende dieser Weltzeit noch größer sein. Wachsam sein heißt das Gebot der Stunde. Deshalb mahnt uns der Apostel nüchtern und besonnen zu sein und zu beten! Er sagt: „Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet. Vor allem aber habt eine innige Liebe untereinander; denn die Liebe wird eine Menge von Sünden zudecken.“ (1. Petr. 4, 7-8)

Petrus ermutigt die Gläubigen zum standhaften Leiden um Christi willen und sagt weiter: „Geliebte, laßt euch durch die unter euch entstandene Feuerprobe nicht befremden, als wideführe euch etwas Fremdartiges; sondern in dem Maß, wie ihr Anteil habt an den Leiden des Christus, freut euch, damit ihr euch auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit jubelnd freuen könnt. Glückselig seid ihr, wenn ihr geschmäht werdet um des Namens des Christus willen! Denn der Geist der Herrlichkeit Gottes ruht auf euch.“ (Verse 12- 14a)

Jesus selbst spricht dieses Thema in der Bergpredigt an und sagt: „Glückselig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihrer ist das Reich der Himmel. Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch jegliches böse Wort gegen euch reden um meinetwillen! Freut euch und jubelt, denn euer Lohn im Himmel ist groß; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch gewesen sind.“ (Mat. 5, 10-12)

 

4. Glückselig, der Teil hat an der ersten Auferstehung

 

Johannes sah das Gericht am „Großen weißen Thron“.

Zu diesem Gericht müssen alle Toten auferstehen. Sogar das Meer gab die Toten heraus und der Hades und das Totenreich. Bei diesem Gericht werden Bücher geöffnet und ein besonderes buch, nämlich das „Buch des Lebens.“ Der Tod und das Totenreich wurden in den Feuersee geworfen und auch, wer nicht im Buch des Lebens verzeichnet gefunden wurde. Das ist der zweite Tod. Die Menschen, die nicht das Malzeichen des Tieres angenommen haben weder an der rechten Hand noch an der Stirn, „sie wurden wieder lebendig und regierten mit Christus 1.000 Jahre. Die übrigen Toten aber wurden nicht wieder lebendig, bis die 1.000 Jahre vollendet waren. Dies ist die erste Auferstehung.“

Wenn es eine erste Auferstehung gibt, dann muss es zwangsläufig auch eine zweite geben.

„Glückselig und heilig ist, wer Anteil hat an der ersten Auferstehung! Über diese hat der zweite Tod keine Macht, sondern sie werden Priester Gottes (Offb. 1, 6) und des Christus sein und mit Ihm regieren 1.000 Jahre.“ (Offb. 20, 4b- 6)

 

5. Glückselig sind die zur Hochzeit Geladenen

Johannes sagt: „Und Er sprach zu mir: Glückselig sind die, welche zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind!“ (Offb. 19, 9a)

Das verführerische Weib, die „große Hure“, also die abgefallene Kirche, ist schon in Kapitel 18 gerichtet worden. Nun tritt die „Braut des Lammes“, die treue und wahrhaftige in den Vordergrund. Und der Bräutigam hat sich zu diesem Hochzeitsmahl bereitet. Braut und Bräutigam stehen im Mittelpunkt der Bewunderung im Himmel. Die Engel sind gespannt und halten den Atem an. Sie wollten schon immer in die Erlösung hineinsehen, denn Engel haben nie gesündigt und wissen nicht wie Erlösung ist. Nun sehen sie zu! Und Johannes hörte eine laute Stimme einer großen Volksmenge im Himmel, die sprach: „Halleluja! Das Heil und die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht gehören dem Herrn, unserem Gott! Denn wahrhaftig und gerecht sind Seine Gerichte; denn Er hat die große Hure gerichtet, welche die Erde verderbte mit ihrer Unzucht, und hat das Blut Seiner Knechte von ihrer Hand gefordert. Halleluja!“

Johannes hörte abermals eine Stimme aus dem Thron, die sprach: „Lobt unseren Gott, alle Seine Knechte und die ihr Ihn fürchtet, sowohl die Kleinen als auch die Großen!“

Dann hörte Johannes die Stimme einer großen Volksmenge und wie das Rauschen vieler Wasser und wie der Schall starker Donner, die sprachen: „Halleluja! Denn der Herr, Gott, der Allmächtige, hat die Königsherrschaft angetreten! Lasst uns fröhlich sein und jubeln und Ihm die Ehre geben! Denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereit gemacht.“

„Und es wurde ihr gegeben, sich in feine Leinwand zu kleiden, rein und glänzend; denn die feine Leinwand ist die Gerechtigkeit der Heiligen.“ Und er sprach: „Glückselig sind die, welche zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind!“ (Offb. 19)

 

6. Glückselig, wer die Worte der Weissagung bewahrt

 

In der ersten Seligpreisung heißt es: „Glückselig, der da die Worte der weissagung liest!“ Hier aber geht es um mehr, nämlich um das Bewahren der Worte der Weissagung. Man kann etwas Wertvolles geschenkt bekommen und sein eigen nennen, man kann es dann auch verlieren, wenn man nicht sorgsam damit umgeht und es behütet. So ist es nicht nur mit irdischen Gütern, sondern auch mit himmlischen, den herrlichen und ewigen Gütern und dem Schatz der Weissagungen. „O, Timotheus, bewahre, was dir anvertraut ist!“, sagte Paulus zu ihm. Und Johannes sagt: „Geliebte, wir sind jetzt Kinder Gottes, und noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen aber, dass wir Ihm gleichgestaltet sein werden, wenn Er offenbar werden wird; denn wir werden Ihn sehen, wie Er ist. Und jeder, der diese Hoffnung  auf Ihn hat, reinigt (bewahrt) sich, gleichwie auch Er rein ist.“

Gottes Wort ist unser Kompass, unsere Richtschnur und unser Wegweiser. Also richten wir unser Leben danach aus! So lesen wir im letzten Kapitel der Bibel: „Und er sprach zu mir: Diese Worte sind gewiss und wahrhaftig, und der Herr, der gott der heiligen Propheten, hat Seinen Engel gesandt, um Seinen Knechten zu zeigen, was rasch geschehen soll. Siehe, Ich komme bald! Glückselig, wer die Worte der Weissagung dieses Buches bewahrt!“ (Offb. 22, 6- 7)

 

 

63. Die Zeit ist nahe (Daniel - Prophetie)

 

  1. Das „kleine Horn“

Die vier Tiere (Dan. 7, 1- 8) skizzieren dieselben Weltreiche, die in Daniel 2, 36- 45 beschrieben werden. Das sind Babylonien, Medo- Persien, Griechenland und Rom. Daniel sah in seiner Vision die Weltreiche in Gestalt von vier Tieren. Das erste sah wie ein Löwe aus, es hatte jedoch Adlerflügel und stand wie ein Mensch auf zwei Füßen und bekam eines Menschen Herz. Das zweite sah aus wie ein Bär. Es erhielt Befehl, Fleisch zu fressen. Das dritte Tier glich einem Panther. Es hatte vier Flügel und vier Köpfe. Ihm wurde große Macht gegeben. Von  dem vierten Tier, welches das Römische Reich darstellt, lesen wir: „Zuletzt sah ich in der Vision ein viertes Tier. Sein Anblick war grauenerregend, und es strotzte vor Kraft. Was es mit seinen gewaltigen Zähnen aus Eisen nicht zermalmte, das zertrat es mit den Füßen. Von den anderen Tieren unterschied es sich völlig. Es hatte zehn Hörner. Als ich die Hörner genau betrachtete, sah ich ein weiteres, kleines Horn zwischen ihnen hervorwachsen. Drei Hörner wurden herausgerissen, um ihm Platz zu machen. Ich bemerkte , dass dieses Horn Menschenaugen besaß und ein Maul, das große Reden schwang.“ (Dan 7, 7. 8)

Das kleine Horn (Vers 8) hat in Antiochus Epiphanes sein Vorbild (Dan. 8, 23- 25). Daniel wollte gern noch mehr über das vierte Tier erfahren.Er wollte wissen, was die zehn Hörner zu bedeuten hatten und das kleine Horn, das plötzlich hervorgewachsen war und drei andere verdrängt hatte. Es heißt: „Es besaß Menschenaugen und ein Maul, das große Reden schwang, und es war furchterregender als die übrigen Hörner. Ich sah, wie dieses Horn Krieg gegen das heilige Volk Gottes führte und es besiegte. Aber dann griff der alte Mann ein. Er übertrug dem heiligen Volk Gottes, des Allerhöchsten, die Vollmacht, Gericht zu halten. Nun war die Zeit gekommen, in der sie die Herrschaft ausüben konnten.“ Verse 20b- 22

Daniel wurde noch mehr über die Bedeutung der Tiere (Weltreiche) in den folgenden Versen erklärt. Schließlich kommt da ein Herrscher an die Macht, der ganz anders und sehr schrecklich ist. Die Welt wird vor dem Antischristen erzittern, aber sich ihm fügen müssen. 

 

B) König des Südens - König des Nordens

 

Daniel spricht vom „König des Südens“ und „König des Nordens.“ In den Beschreibungen der Nationen in allen prophetischen Büchern ist Israel immer Mittelpunkt und Ausgangspunkt, nicht nur geographisch sondern auch heilsgeschichtlich. Also Nord und Süd werden immer von Israel aus gesehen und bezeichnet. Russland ist der König des Nordens und vermutlich Südafrika der König des Südens. Im Buch Daniel, Kapitel 11 wird der König des Südens elfmal erwähnt. Dort werden die Machtkämpfe zwischen den Königen des Nordens und den Königen des Südens beschrieben. Der Prophet Daniel hatte die Botschaft von einem Engel empfangen. Dieser sagte: „Was ich dir nun offenbare, wird ganz bestimmt eintreffen: Drei weitere Könige werden in Persien regieren, bis ein vierter die Herrschaft übernimmt ...Nach ihm kommt ein bedeutender König, der so mächtig ist, dass er alles erreichen kann, was er geplant hat. Doch auf dem Höhepunkt seiner Macht zerfällt sein Reich in vier Teile, die im Norden, Süden, Osten und Westen liegen und viel schwächer sind als das vorige... Das Königshaus geht unter, und andere reißen die Macht an sich.“ (Dan. 11,2a- 4)

Das Südreich und das Nordreich verbünden sich miteinander, das Bündnis zerbricht, es gibt weitere Kriege zwischen ihnen. Der Herrscher des Nordens wird sich dann „bis an die Zähne bewaffnen.

Auch viele andere werden sich in jener Zeit gegen den König des Südens auflehnen.“ (Daniel 11, 14)

Wenn wir den Ausdruck „in jener Zeit“ lesen, so ist die „Endzeit“ damit gemeint. Dann heißt es: „Der König aus dem Norden wird mit seinen Soldaten anrücken, eine befestigte Stadt belagern und sie einnehmen. Das Heer aus den Süden kann ihm nicht standhalten, sogar die Elitetruppen müssen die Waffen strecken. Niemand leistet dem nördlichen Herrscher mehr Widerstand, er kann tun und lassen, was er will. Auch in Israel macht er sich breit und verwüstet das Land. Er will durch ein Bündnis die Herrschaft über das Südreich erlangen...“ (Verse 15. 16)

Der König des Nordens reist in sein Land zurück. Sein Nachfolger treibt Steuern ein, auch er muss sterben. Dann folgt der Boshafte!

 

C) Der boshafte König

 

Der böse König, ein Verachteter, dem die königliche Würde nicht zugedacht war, kommt auf. „An die Stelle des verstorbenen Königs wird ein skrupelloser Mann treten. Er ist zwar nicht für die Thronfolge bestimmt, reißt aber durch Intrigen die Herrschaft an sich.“ (Dan. 11, 21)

Der gelangt, trotz geringer Unterstützung, an den Gipfel der Macht.  Sein Wesen und seine Aktionen sind unverfroren und bösartig. (Da. 11, 21- 34. 36. 37)

Der Boshafte, der Gesetzlose, der Anti-Gott, Antichrist, der Widersacher Gottes, er richtet die Verwüstung des Tempels an, er wird sich in den Tempel setzen und als Gott verehren lassen und Anbetung fordern. Ihn wird Jesus umbringen, nicht mit dem Schwert, sondern mit dem Hauch Seines Mundes! (2.Thess 2, 8)

Die Katastrophe und das Dilemma unserer Zeit besteht darin, dass viele Gläubige, auch Prediger, keine Offenbarung des Sohnes Gottes und darum auch keine Gottesoffenbarung haben und diese auch nicht in sich tragen können. So wird nach außen ein falsches Bild des Christus getragen und der Welt vermittelt. Christen machen sich also schuldig an der Säkularisierung (Verweltlichung) der christlich angehauchten Menschen, welche die Kraft Gottes nicht kennen und verleugnen. Jesus warnt dreimal eindrücklich vor falschen Propheten und falschen Christussen. (Matthäus 24, 5. 11. 23- 25; Markus 13)

 

D) Der Antichrist

 

„Der Mensch der Sünde, der Sohn des Verderbens, der Feind Gottes, Mensch der Gesetzlosigkeit, Sohn des Untergangs.“ (2. Thess. 2, 3- 8) Er wird aber tatsächlich bei Daniel „König“ genannt. (11, 36- 45) Er wird „Tier“ genannt. (Offb. 13, 1- 10; 14, 9- 12; 15, 2; 16, 2;17, 3. 13; 19, 19. 20; 20, 10) Johannes spricht vom Antichristen: 1. Joh. 2, 18- 22)

Der Greuel der Verwüstung: (Dan 9, 27; 12, 11).

 

E) Das zweite Tier

 

„Aus der Erde sah ich dann ein anderes Tier aufsteigen. Es hatte zwei Hörner wie ein Lamm und eine Stimme wie ein Drache. Dieses Tier übte dieselbe Macht aus wie das erste und erhielt von ihm seine Aufträge. Es brachte alle Bewohner der Erde dazu, das erste Tier, dessen tödliche Wunde geheit war, wie einen Gott zu verehren und anzubeten. Das zweite Tier vollbrachte große Wunder. Vor den Augen der Menschen ließ es sogar Feuer vom Himmel auf die erde fallen. Und immer wenn das erste Tier dabei war, verführte das zweite die Menschen durch solche Wunder. Es forderte sie auf, eine Stätte zu Ehren des ersten Tieres zu errichten, das durchs Schwert tödlich getroffen und dann wieder lebendig geworden war.Doch das war noch nicht alles. Es gelang ihm sogar, der Statue Leben einzuhauchen. Sie begann zu sprechen und verlangte, dass jeder getötet werden sollte, der sie nicht verehrte und anbetete. Jeder - ob grß oder klein, reich oder arm, ob Herr oder Sklave - wurde gezwungen, auf der rechten Hand oder der Stirn ein Zeichen zu tragen. Ohne dieses Zeichen. Ohne dieses Zeichen konnte niemand etwas kaufen oder verkaufen. Und dieses Zeichen war nichts anderes als der Name des Tieres, in Buchstaben geschrieben oder in Zahlen ausgedrückt. Doch um das zu ergründen, ist Gottes Weisheit nötig. Wer Einsicht und Verstand hat, wird herausfinden, was die Zahl des Tieres bedeutet. Hinter ihr verbirgt sich ein Mensch. Es ist die Zahl 666.“(Offenbarung 13, 11- 18)

NIMROD war schon ein Schattenbild auf den Antichristen.(Genesis 10, 8; 11, 1-9), PHARAO, Exodus 1, 11. 22; 5, 2), AMALEK, Ex. 17, Deut. 25, 19; 1. Sam. 15, BILEAM, Num. 22- 24, NEBUKADNEZAR, 2. Kön. 24; Habakuk 1, 6- 11); Dan. 2- 4, ANTIOCHUS EPIPHANES, Daniel 8, 9- 25: 11, 36f, TITUS, Dan. 9, 26. Hier muss auch Adolf Hitler genannt werden, der soviel Unheil besonders an den Juden anrichtete und sich verehren ließ. Das alles sind Bilder auf den Antichristen. Sie alle unterdrückten Gottes Volk und verkörperten auch den Greuel der Verwüstung. „Der Machthaber wird vielen Menschen einen Bund aufzwingen, der sieben Jahre lang gelten wird. Nach der Hälfte dieser Zeit verbietet er den Opferdienst am Tempel und stellt dort eine abscheuliche Götzenstatue auf. Doch auch dieser grausame Herrscher wird untergehen, denn Gott hat Sein Urteil über ihn gesprochen.“ (Dan. 9, 27)

 

F) Wann wird der Antichrist die Bühne betreten? (von Thomas Ice und Timothy Demy)

 

Daniel sagt, dass es nach Erfüllung der siebzigsten Jahrwoche sein wird. So lesen wir in Daniel, Kapitel neun, Vers siebenundzwanzig:

Erklärung der siebzig Jahrwochen Daniels

69 x 7 x 360 = 173880 Tage

5. März 444 v. Chr. + 173880 Tage = 30. März 33 n. Chr.

Gegegprobe und Bestätigung: 

444 v. Chr. bis 33 n. Chr. = 476 Jahre

476 Jahre x 365, 2421989 Tage = 173855 Tage

  • Tage zwischen 5. März und 30. März = 25 Tage

Gesamt = 173880 Tage

Gründe für 70 Wochen zu je 360 Tagen:

Hälfte der Woche - Daniel 7, 25; 12, 7; Offenbarung 12, 14

1260 Tage - Offenbarung 12, 6; 11, 3

42 Monate - Offenbarung 11, 2; 13, 5

Erste Schlussfolgerung: 42 Monate = 1260 Tage = eine Zeit + zwei Zeiten + eine halbe Zeit + die Hälfte der Woche

Zweite Schlussfolgerung: 1 Monat = 30 Tage; 1 Jahr= 360 Tage

Nach der Entrückung der Gemeinde Jesu wird der Antichrist an die Macht gelangen und während der Drangsalszeit ein Bündnis von 10 Staaten anführen (Daniel 7, 24. 25). Seine Herrschaft kann erst nach der Entrückung der Gemeinde beginnen. Denn: Was ihn noch aufhält, muss zuvor weggetan sein. (2. Thess. 2, 6)

Paulus sagt uns: „Ihr wisst doch auch, was den Feind Gottes daran hindert, schon jetzt zu erscheinen, noch vor seiner Zeit. Zwar spüren wir schon überall, wie sich die Mächte des Bösen regen, aber noch werden sie von dem einen aufgehalten. Doch dann (wenn der weggetan sein wir, der ihn aufhält,) macht der Feind Gottes den Weg frei und erscheint in aller Öffentlichkeit. Wenn aber Jesus, der Herr, kommt, wird Er diesen Mann vernichten. Ein Hauch Seines Mundes genügt.“ (2. Thess. 2, 6- 8)

 

G) In Christus ist Sicherheit!

 

Die, welche Jesus verlassen und Ihm nicht weiter folgen wollen, werden später einem Fremden folgen! Die, welchen die Worte Jesu  eine Zumutung oder zu hart sind, werden später den verführerischen Worten des Antichristen glauben. Die, welche Jesu Wunder anzweifeln, werden später den verführerischen Wundern des „Falschen Christus“, dem Gesetzlosen und Widersacher Gottes glauben und verführt werden. Wenn Zweifel und Ungewissheit dich quälen, dann sorge doch für Sicherheit und bleibe nicht im Nebel der Ungewissheit stehen. Entweder hast du Jesus, den Herrn und Erlöser im Herzen und den Heiligen Geist empfangen, oder du hast nichts. Wiedergeborene Menschen tragen die Zusagen Gottes im Herzen, und der Heilige Geist gibt ihnen Glaubensgewissheit; was Gott zusagt, das hält er gewiss (Ps. 33, 4). Der Glaube ist eine gewisse Zuversicht (Hebr. 11, 1). Solchen kann der Böse nichts anhaben. 

In Christus sind wir geborgen, auch vor den Gerichtsfluten, die über den ganzen Weltkreis kommen werden. (Offb. 3, 10) In Ihm ist Sicherheit! Wir müssen in Christus sein, denn in Ihm haben wir alles (Eph. 1). Die Entrückung der Gemeinde muss zwangsläufig vor der antichristlichen Regierungszeit geschehen, denn die Bibel sagt: „Denn das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ist (jetzt) schon am Wirken, nur muss der, welcher jetzt zurückhält, erst aus dem Weg sein; und dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, den der Herr verzehren wird durch den Hauch Seines Mundes, und den Er durch die Erscheinung Seiner Wiederkunft beseitigen wird.“ (2. Thess. 2, 7- 8, Schl.)

Die Gegenwart Jesu genügt, damit der Antichrist und Widersacher Gottes tot umfällt und nicht wieder aufsteht. Ein Hauch aus Jesu Mund genügt, ihn zu beseitigen. Der Geist Gottes in den Kindern Gottes muss zuvor von der Erde weggetan sein! Das geschieht ja durch die Entrückung der Gemeinde. Wirst du dabei sein? Sorge dafür! Dann hat der Böse und das Böse freie Bahn! Dann wird es auf der Erde furchtbar zugehen. Das Licht und das Salz sind dann weg, und der Zerfall und das Verderben setzt dann zwangsläufig ein.

Die Verführung wird noch ganz massiv sein. Sie ist jetzt schon da, nur, die Gotteskinder sind eingeschlafen. Jesus warnt uns: (Mk. 13)

 

H) Der Kampf um Israel

 

„Nichts und niemand hinderte das Tier daran, gegen die Menschen zu kämpfen, die zu Gott gehören, und sie sogar zu besiegen. Das Tier herrschte uneingeschränkt über die Völker und Stämme, über die Menschen aller Sprachen und Nationen. Und alle Menschen auf der Erde werden das Tier verehren und anbeten: alle, deren Namen nicht schon seit Beginn der Welt im Lebensbuch des geschlachteten Lammes stehen.“ (Offb. 13,7. 8)

Jerusalem wird zum Laststein für alle Völker!

Gott spricht: „Ich mache Jerusalem für die Völker ringsum zu einer Schale voller Wein: Wenn sie daraus trinken, werden sie taumeln wie Betrunkene. Sie wollen Jerusalem und ganz Judäa erobern, doch an jenem Tag wird Jerusalem für sie wie ein viel zu schwerer Stein sein: Wer ihn hochhebt, verletzt sich dabei. Alle Völker der Erde werden sich gegen Jerusalem verbünden, doch an jenem Tag lasse Ich ihre Pferde scheuen und die Reiter wahnsinnig werden... Ich wache darüber, dass den Bewohnern von Juda kein Leid geschieht.“ (Sacharja12, 2- 4)

Der Kampf um Jerusalem ist schon lange entfacht. Der Herr wacht über Sein Volk. Er wird am Ende Selbst in den Kampf eingreifen. „Ja, der Herr lässt alle Völker vereint gegen Jerusalem in den Krieg ziehen. Sie werden die Stadt erobern, die Häuser plündern und die Frauen vergewaltigen. Die Hälfte der Einwohner wird verschleppt; der Rest darf weiter in der Stadt leben. Doch dann wird der Herr Selbst gegen diese Völker in den Kampf ziehen, so wie er es schon früher getan hat.“ (Sach. 14, 2- 3)

Es ist gefährlich, gegen Gottes auserwähltes Volk zu kämpfen. Jesus wird Gericht halten über die Heidenvölker. Er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. (vergleiche: Matthäus 25, 31f)

Menschen reden vom Frieden und können ihn nicht herstellen. Der Apostel sagt: „Ihr wisst ja, dass der Tag, an dem der Herr kommt, so unerwartet eintreffen wird wie ein Dieb in der Nacht. Wenn sich die Leute in Sicherheit wiegen und sagen werden: „Überall ist Ruhe und Frieden“, wird sie das Ende so plötzlich überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau. Es wird für niemanden mehr einen Ausweg geben.“ 1. Thess. 5, 2- 3)

Am Ende stellt Jesus einen dauerhaften Frieden auf Erden her.

Jesus sagt zu den Juden: „Wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, achtet darauf, aber erschreckt nicht! Das muss geschehen, doch es bedeutet noch nicht das Ende. Die Völker und Königreiche der Erde werden Kriege gegeneinander führen. In vielen Teilen der Welt wird es Hungersnöte, Seuchen und Erdbeben geben. Das ist erst der Anfang - so wie die ersten Wehen bei einer Geburt. Dann werdet ihr gefoltert, getötet und in der ganzen Welt gehasst werden, wel ihr zu Mir gehört.“ (Matthäus 24, 6- 9)

Die Worte Jesu schließen alle an Christus Gläubigen mit ein. Der Antisemitismus nimmt weltweit zu. Der tötliche Hass der Moslems richtet sich gegen Jugen und Christen gleichermaßen. Jesus sagt weiter: Falsche Propheten werden auftreten und viele verführen. Und weil Gottes gebote missachtet werden, setzt sich das Böse überall durch. Die Liebe wird bei vielen Menschen erlöschen. Aber wer bis ans Ende durchhält, wird gerettet.“ (Verse 11. 12)

 

 

Eine große Leidenszeit!

 

Jesus spricht dann von einer großen Leidens- und Prüfungszeit, die über den ganzen Weltkreis gleichermaßen erfolgt. (Offb. 2, 10) Er sagt: „Denn es wird eine Not kommen, wie sie die Welt in ihrer ganzen Geschichte nocht nicht erlebt hat und wie sie auch nie wieder eintreten wird. Wenn diese Leidenszeit nicht verkürzt würde, könnte niemand gerettet werden! Aber den Auserwählten Gottes zuliebe wird diese Zeit begrenzt.“ (Verse 21- 22)

Jesus kommt wieder zu euch, Volk Israel. Ihr werdet Ihn sehen, in den ihr gstochen habt. Siehe, Er kommt! „Wer aber wird den Tag Seines Kommens ertragen, und wer wird bestehen, wenn Er erscheint?“ (Joel 2, 11; Maleachi 3, 2)

Wenn Jesus wiederkommt, bringt Er den langersehnten Frieden für euch mit: „In Jerusalem und im ganzen Land beseitige Ich, der Herr, die Streitwagen, die Kriegspferde und alle Waffen. Euer König stiftet Frieden unter den Völkern, Seine Macht reicht von einem Meer zum anderen, vom Euphrat bis zum Ende der Erde.“ (Sacharja 9, 10)

„Denn die Erde wird erfüllt werden von der Erkenntnis der Herrlichkeit des Herrn, gleich wie die Wasser den Meeregrund bedecken.“ (Hab. 2, 14)

 

 

62. Die Auferstehung und das Leben

 

Der Gerechte und Sündlose nahm unsere Ungerechtigkeiten und Sünden auf sich. Er trug sie am Kreuz von Golgatha. Damit machte Er den Weg zu Gott, dem Vater, für dich und mich und für alle Menschen frei. Er tat es aus Liebe zu dir und mir, damit wir Vergebung empfingen und ewiges Leben hätten. Es liegt nun an mir und an dir, was wir daraus machen. Wer Gottes Wort annimmt, erfährt die Kraft und die Autorität Seines Wortes und wird überzeugt werden von Seiner Wahrhaftigkeit und von Seiner Glaubwürdigkeit. Jesus ist vom Tode auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden! Denn Er hat dem Tode die Macht genommen und den Sieg davongetragen. Es heißt: „Der Tod ist verschlungen in den Sieg! Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg?“ (1. Kor. 15, 54b. 55)

Christus ist siegreich auferstanden; Sein Grab ist leer. Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten? Nach Seiner Auferstehung ist Jesus vielen Brüdern erschienen, den Jüngern, der Maria und mehr als 500 Brüdern. Dann ist Er bald danach zum Vater zurückgekehrt, um die Ehrenurkunde in Empfang zu nehmen. Von dort wird Er wiederkommen und denen erscheinen, die an Ihn glauben. 

Gott zwingt niemanden zu glauben. Im Himmel gibt es nur Freiwillige, in der Hölle auch. Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott wohlzugefallen Ohne Glauben kannst du Gott weder erkennen, noch zu Ihm gelangen. Ohne Glauben erfährst du auch keine Wunder. Ohne Glauben empfängst du nichts von Gott.Der Glaube ist die ausgestreckte Hand, die Gottes Gabe und Geschenk entgegennimmt. 

Der Glaube an die Auferstehung Jesu wird heute von vielen in Zweifel gezogen. Dieser Glaube ist sehr wichtig. Mit dem Glauben an die Auferstehung Jesu steht oder fällt dein Glaube. Ohne diesen Glauben hast du nichts, nichts, was deinen Glauben aufrecht erhalten kann. Es heißt: „Und so gewiss es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht, so wird Christus, nachdem Er sich einmal zum Opfer dargebracht hat, um die Sünden vieler auf Sich zu nehmen, zum zweitenmal denen erscheinen, die auf Ihn warten, nicht wegen der Sünde, sondern zum Heil.“ (Hebr. 9, 27. 28)

Und darum lasst euch niemand das Ziel verrücken! Sondern seid bereit, den wiederkehrenden Herrn der Herrlichkeit zu erwarten.  Jesus sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an Mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“ (Joh 11, 25)

Und der Apostel Paulus sagt: „Wenn aber der Geist dessen, der Jesus aus den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird derselbe, der Christus aus den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch Seinen Geist, der in euch wohnt.“ (Röm. 8, 11)

Der Geist Gottes muss in uns Wohnung machen. (Joh 14, 23) Nur dann wird unser Glaube Früchte tragen, und unsere Hoffnung wird belohnt werden. Glaube an die Auferstehung Jesu aus den Toten! Und glaube an den Auferstandenen! Er führt uns zum Vater. Kein Mensch kann sagen „Ich bin die Auferstehung und das Leben!“ Jesus kann es sagen, denn Er ist wahrhaftiger Mensch und wahrhaftiger Gott, unser Erlöser! Kein Mensch kann sagen „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch Mich!“ Jesus kann es, Er ist Gottes Sohn, und Er hat Seine Gottessohnschaft durch Sein Leben und Sterben und durch die Auferstehung von den Toten bewiesen. Der Weg zu Gott ist frei! Die Zeit der Gnade für die Völker ist noch nicht zu Ende; sie naht sich dem Ende.

Jesus sagt: „Ich lebe, und ihr sollt auch leben!“

Alles Leben kommt von Gott. Jesus schenkt uns ewiges Leben, mittels unseres Glaubens. „Denn wie der Vater das Leben in Sich selbst hat, so hat Er auch dem Sohn verliehen, das Leben in sich selbst zu haben. Und Er hat Ihm Vollmacht gegeben, auch Gericht zu halten, weil Er der Sohn des Menschen ist. Verwundert euch nicht darüber! Denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, Seine Stimme hören werden, und sie werden hervorgehen: die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens; die aber das Böse getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.“ (Joh. 5, 26- 29)

 

 

61. Der Gerechte kommt um... 

 

„Der Gerechte kommt um, und kein Mensch nimmt es zu Herzen; und begnadigte (treue, heilige) Männer werden hinweggerafft, ohne dass jemand bemerkt, es beachtet...(Jes. 57, 1, Genfer Studienbibel)

Die Prophezeiungen Jesajas sind zu den aus dem Exil Zurückgekehrten vor dem Bau des zweiten Tempels im Jahre 520 v. Chr. gerichtet. Die Auswirkungen des Götzendienstes, der Heuchelei und der Gleichgültigkeit waren immer noch zu spüren. Jesaja mahnt den Überrest des Volkes zur Verantwortung gegenüber dem Kommen eines neuen Königreiches, das anbrechen wird. Er unterstreicht es mit den Worten: „So spricht der Herr: Beobachtet das Recht und übet die Gerechtigkeit; denn mein Heil ist nahe, um herbeizukommen, und meine Gerechtigkeit, um offenbart zu werden.“ (Jes. 56, 1)

Was hat uns das heute zu sagen, was der Prophet vor nun 2.520 Jahren geweissagt hat? Beobachtet das Recht und übt Gerechtigkeit! Gibt es heute noch Recht und Gerechtigkeit? Ein Richter, dem diese Frage gestellt wurde, verneinte sie und fügte hinzu: „Wer glaubwürdige Beweise erbringen kann, der bekommt Recht.“

Wie ist es heute? 170.000 Christen sterben jedes Jahr den Märtyrertod, wahrscheinlich inzwischen noch mehr. Seitdem man sie zu zählen begann, kam man auf weit über 40 Millionen weltweit. Sechs Millionen Juden wurden von den Nazis in Polen und in Deutschland vernichtet. In Russland wurden Tausende getötet, in England und sonst wo in der Welt wurden Juden umgebracht, nur weil sie Juden waren. Und in Syrien herrscht seit vielen Jahren ein Bürgerkrieg. Man zielt auf Christen und Juden und trifft Männer und Frauen und kleine Kinder, unschuldige Menschen. In China, in Nordkorea und in vielen moslemischen Staaten klebt viel Blut an den Händen der Henker und Schlächter. In China werden immer mehr Christen verfolgt, inhaftiert und getötet. Aber die Zahl der Christen beträgt mehr als 40 Millionen und wächst weiter an. Die Gerechten werden getötet und nehmen gleichzeitig zu. Prediger des Evangeliums, Missionare, Gottes Diener, gerechte Männer und Frauen werden getötet. 

„Der Gerechte kommt um, aber es gibt keinen, der es zu Herzen nimmt!“ Können denn unsere Herzen dabei kalt und unberührt bleiben? Wo sind die Menschen, die erschüttert werden, wenn sie diese Fakten vernehmen? Oder haben wir uns an die Greuelbilder etwa gewöhnt, ist unser Herz erkaltet? Jesus sagt: „Und weil die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe in vielen erkalten!!“ (Mat. 24, 12) Israel ist der Zeiger an Gottes Uhr. Gibt es noch Wächter auf Zions Mauern, die die späte Stunde erkennen und auf ihre Knie gehen?

Es ist unsere Pflicht, für die Obrigkeit unseres Landes zu beten und für alle Menschen, besonders für die, die Not leiden. Das ist der Wille Gottes. Denke daran: Der Gerechte kommt um, und niemand nimm es zu Herzen! Der Zusatz nach der Genfer Übersetzung lautet: „... Männer werden hinweggerafft, ohne dass jemand es bemerkt, dass der Gerechte vor dem Unglück weggerafft wird.“

Die große Katastrophe kommt also noch nach ihrem Tod. Christen warten nicht auf die große Katastrophe, von der die Bibel spricht; sie warten auf ihren Herrn vom Himmel, von der die Bibel auch klare Aussagen macht. „Es ist genug gestorben!“ (Goethe)

Warum nimmt die Ungerechtigkeit, die Bosheit und Gewalttat überhand? Weil das Kommen Jesu nahe gerückt ist.

Warum ist das Kommen Jesu so nahe? Weil die Zeichen der Endzeit sich erfüllen und die Ungerechtigkeit, die Gesetzlosigkeit und Gewalttat überhandnehmen. 

Wo sind die Wächter auf Zions Mauern, die das Gericht kommen sehen und es ankündigen? 

Wo sind die Wächter, die erschüttert sind und es zu Herzen nehmen, was sie sehen? 

Wo sind die Wächter, die sich und dem Herrn keine Ruhe lassen sondern beten und flehen?

Unsere Welt hat nicht zu viele Christen, aber zu viele selbstzufriedene, selbstbewusste und selbstgerechte Menschen. 

 

A) Gottes Gerechtigkeit

 

„Um Zions willen will ich nicht schweigen, und um Jerusalems willen will ich nicht ruhen, bis Seine Gerechtigkeit hervorbricht wie ein Lichtglanz und Sein Heil wie eine Fackel brennt.“ (Jes. 62, 1)

Es geht immer um Gottes Gerechtigkeit. Gott allein ist gerecht in allem was Er sagt und tut. In Seinem Licht sehen wir das Licht, und in Seiner Gerechtigkeit erkennen wir Gerechtigkeit. David sagt: „Deine Gerechtigkeit ist wie die Berge Gottes, Deine Gerichte sind wie die große Flut; Du, Herr, hilfst Menschen und Tieren. Wie lieblich ist Deine Gnade, o Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten Deiner Flügel Zuflucht finden.“ (Ps. 36, 7- 8)

Die Bibel spricht jedoch von dem Gerechten und den Gerechten. Der Erstere ist Jesus, und die Zweiten sind die durch Ihn gerecht Gemachten. Durch Sein vergossenes Blut sind wir gerecht gemacht. So ist Jesus unsere Gerechtigkeit. Im Glauben können wir das erfassen und diese Gewissheit auch bewahren. Gottes Gerechtigkeit muss in uns wohnen, aus uns hervorbrechen wie ein Lichtglanz, und um uns herum leuchten wie die Sonne. Jesus, der Gerechte, starb für die Ungerechten, der Sündlose für die Sünder. Der Gottlose, also der Ungerechte ist neidisch und verhasst auf den Gerechten, den Gottesfürchtigen, weil er nicht glauben will, dass Gott Sünder gerecht macht. Deshalb werden fast jeden Tag Christen ermordet. Und die Politiker und die Obrigkeiten des jeweiligen Landes schauen weg, oder nehmen es mit Genugtuung hin. Aus zuverlässiger Quelle hörte ich, dass in Nigeria seit Juni 2015 16.000 Christen getötet wurden. Der Psalmist sagt: „Sie rotten sich zusammen wider den Gerechten!“ Und an anderer Stelle: „Der Gottlose lauert auf den Gerechten und sucht ihn zu töten.“ (Ps. 94, 21; 37, 32)

Kurz bevor Jesus gekreuzigt wurde, sprach Er das Gebet für Seine Jünger und sagte dann zum Schluss: Gerechter Vater, die Welt erkennt Dich nicht, Ich aber erkenne Dich, und diese (Jünger) erkennen, dass Du Mich gesandt hast. Und Ich habe ihnen Deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der Du Mich liebst, in ihnen sei und Ich in ihnen.“ (Joh. 17, 25- 26)

Das unschuldige Lamm Gottes wurde an unserer Stelle ans Kreuz genagelt und starb für unsere Schuld. Der Mörder Barnabas wurde freigelassen, Jesus starb für die Mörder und Sünder! Einer musste den hohen Preis der Erlösung zahlen. Und das konnte nur der Schuldlose und Gerechte sein. Die Gerechtigkeit Gottes musste erfüllt werden. Und sie spiegelt sich genau darin wieder.

Der Gläubige ist durch das vergossene Blut Christi und durch seinen Glauben an Ihn gerecht gesprochen und hat Frieden mit Gott. (Röm. 5, 1. 7-9)

Gott macht einen Unterschied zwischen dem Gerechten und dem Gesetzlosen. Er hat einen Tag gesetzt, an dem Er ein gerechtes Urteil sprechen wird: „Dann werdet ihr den Unterschied sehen zwischen einem Menschen, der Mir Treue hält, und einem Gottlosen; ihr werdet erkennen, welche Folgen es hat, ob jemand Mir dient oder nicht.“ (Mal. 3, 18)

Man singt vom Sieg in den Hütten der Gerechten. Gott hält jedem, der zu Christus gehört, eine „Krone der Gerechtigkeit“ bereit. 

 

B) Gottes Zorn über die Ungerechtigkeit

 

Gott macht seine Augen niemals zu. Er übersieht nicht das Unrecht, die Ungerechtigkeit, die Unmoral, auch nicht den Unglauben und die Bosheit der Menschen. Nein, Er antwortet darauf, wenn Seine Zeit des Gerichts gekommen ist. Manche Christen sind über die Zunahme und die Ausmaße der Ungerechtigkeit und der Gesetzlosigkeit in der ganzen Welt bestürzt. Hat nicht Jesus das alles angekündigt und vorhergesagt? Du kannst es nachlesen: „Weil die Gesetzlosigkeit immer größere Ausmaße annimmt, wird auch die Liebe bei vielen erkalten. Wer dann bis zum Ziel (zur Vollendung) ausharrt, der wird gerettet werden.“ (Mat. 24, 12. 13, Bruns)

Die Gesetze werden heute nicht mehr nach der Vernunft oder der Notwendigkeit zum Wohl der Menschen, und schon gar nicht nach der Bibel ausgerichtet und erlassen, sondern nach dem Geschrei und dem Wohlwollen der ohnehin schon Gesetzlosen. Deshalb nimmt die Gesetzlosigkeit auch immer stärkere Ausmaße an, schürt das Chaos und das Abdriften einer gottlosen Gesellschaft. Die wenigen vernünftigen Christen konnten sich im deutschen Bundestag gegen die Homo- Ehe und die Ehe für alle nicht durchsetzen. Das ist der Beginn des Untergangs unseres christlichen Abendlandes!

Kann es eigentlich noch schlimmer kommen? Aber eins haben sie aus den Augen verloren: Gott schaut vom Himmel zu! Wir wissen nicht, wie lange Gott zuschaut. Denn die Bibel sagt: „Gottes Zorn wird vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen offenbart, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit und Bosheit aufhalten.“ (Römer 1, 18)

Durch das frevelhafte und boshafte Verhalten und durch die Ungerechtigkeit der Menschen wird also die Wahrheit Gottes aufgehalten. Doch das Gericht über sie können sie nicht aufhalten, auch nicht gegen die Naturgewalten. So gewiss wie das Heil Gottes in Christus für alle Menschen festgelegt ist, so ist auch Gottes Gericht über alles gottlose Wesen fest beschlossen und unabänderlich festgelegt. Das fordert die Gerechtigkeit Gottes. Gnade und Gericht stammen aus dem Mund Gottes. Paulus beleuchtet diese Wahrheit im Römerbrief. Er zeigt schon im ersten Kapitel den dunklen Hintergrund seiner Betrachtung, nämlich die strafende Gerechtigkeit im Zorn Gottes über alle Gottlosigkeit auf. Und darum sprich Paulus auch so offen über die Sünden in Kapitel eins, die Gottes Zorn hervorrufen, beschleunigen und erforderlich machen. Die Sünde in ihrer Macht wird der Heiligkeit und der Größe Gottes gegenübergestellt. Wer dieses erfasst, kann auch die Frohe Botschaft erfassen und so Gottes Gerichtszorn entgehen. Gottes Schöpfung genügt, um an den Schöpfer glauben zu können; und die Botschaft von Golgatha genügt, um an Jesus zu glauben und gerettet zu werden. Es ist doch so: Der Mensch will nicht glauben! Darum sagt die Bibel auch: „Weil ihnen nichts daran lag, Gott selbst zu erkennen, hat Gott sie nichtswürdigem Denken preisgegeben, so dass sie alle jenen unziemlichen Dinge tun.“ V. 28 

Darum steht auch Gottes Urteil fest: „Von Gott dahingegeben!“

Gott hat sie dahingegeben in eine verworfene Gesinnung. Gottes Wort kann sie nicht erschüttern oder zur Umkehr bewegen. Vielen werden die Augen, wie einem Maulwurf, erst nach dem Tod aufgehen. „Aber das feste Fundament, das Gott gelegt hat, können sie nicht erschüttern. Es trägt die Aufschrift: „Der Herr kennt alle, die zu Ihm gehören,“ und ebenso: „Wer sich zum Herrn bekennt, der darf nicht länger Unrecht tun.“ (2. Tim. 2, 19, Hof)

 

C) Die Zeit ist nahe

 

„Glückselig ist, der die Worte der Weissagung liest, und die sie hören und bewahren, was darin geschrieben steht! Denn die Zeit ist nahe.“ (Offb. 1, 3)

Die um des Namens Jesu willen getötet werden, die werden von Gott gerächt werden, und ihr Lohn im Himmel ist groß. (Mat. 5, 12; 1. Petr. 3,14- 18) Wir müssen die Propheten und die Offenbarung Jesu Christi lesen, hören und im Herzen bewahren, denn die Erfüllung dieser Zeit ist nahe! Johannes spricht auch von den Märtyrern. Er sah ich unter dem Altar die Seelen derer, die hingeschlachtet worden waren um des Wortes Gottes willen und um des Zeugnisses willen, das sie hatten. Sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: „Wie lange, o Herr, Du Heiliger und Wahrhaftiger, richtest Du nicht und rächst nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen?“ Diese Zeit der Rache kommt also noch, denn es heißt weiter: „Und jedem von ihnen wurden weiße Kleider gegeben, und es wurde ihnen gesagt, dass sie noch eine kleine Zeit ruhen sollten, bis auch ihre Mitknechte und ihre Brüder vollendet wären, die auch wie sie getötet werden sollten.“ (Offb. 6, 10- 11)

Gottes Gerechtigkeit wird zu Gottes Zeit hervorbrechen wie ein Lichtglanz und Sein Königreich, das Tausendjährige Friedensreich Jesu, wird auf Erden anbrechen wie es die Propheten gesagt haben. Bei der siebten Posaune heißt es: „Die Königreiche der Welt sind unseres Herrn und Seines Gesalbten zuteil geworden, und Er wird herrschen in alle Ewigkeit.“ 

Und dann sprachen die vierundzwanzig Ältesten: „Wir danken Dir, o Herr, Gott, Du Allmächtiger, der Du bist und der Du warst und der Du kommst, dass Du Deine große Macht an Dich genommen und die Königsherrschaft angetreten hast!“ (Offb. 11, 15b. 17)

Alles, was durch Gottes Geist geschrieben steht, das inspirierte Wort, muss erfüllt werden. Jesus selbst hat an vielen Stellen davon gesprochen: „Alles muss erfüllt werden, was geschrieben steht!“

 

 

 

60 „Wo warst du, als Gott die Erde gründete?

 

Hiob war ein untadeliger Mann, der Gott fürchtete und das Böse mied. Aber Satan sprach zu Gott: „Ist Hiob umsonst gottesfürchtig? Hast Du nicht ihn und sein Haus und alles, was er hat gesegnet? Aber strecke doch Deine Hand aus und taste ihn und alles an, was er hat; lass sehen, ob er Dir dann nicht ins Angesicht absagen wird!“ (Hiob 1, 9- 11)

Und dann erlaubte Gott dem Satan, Hiob mit einer schweren Krankheit anzutasten und ihn so auf die Probe zu stellen. Das Leid muss schier unerträglich für Hiob gewesen sein. Seine Freunde gaben ihm keinen Trost. Ihre Reden verschlimmerten sein Leid noch, denn sie sagten: „Gott schlägt doch keinen Menschen, der untadelig und unschuldig ist; da muss doch eine Schuld bei dir vorliegen!“ Und dann kamen Anklagen aus Hiobs Mund an Gott gerichtet. Gottes Augen entging nicht das Leiden Hiob. Er nimmt Notiz von allen Leidenden, und Er nimmt auch Notiz von der Reaktion darauf. Der Mensch, das Geschöpf, hat kein Recht, seinen Mund gegen den Schöpfer aufzutun. Gott macht in allem, was Er macht, keine Fehler. Du kleines Menschlein bist in den Augen Gottes wie ein Sandkönlein am Meeresstrand. Doch Gott liebt dich dennoch. Du hast Sünde und Schuld auf dich geladen, Gott liebt dich dennoch. Du bist Gott Dank und Anbetung schuldig, aber Er liebt dich. In der Schwere seiner Leiden wollte Hiob eine Antwort von Gott, indem er Gott für sein Leid zur Rechenschaft ziehen wollte. Das funktioniert nicht! Gott ist souverän. Nein - Gott muss uns zur Rechenschaft ziehen! 

Hiob war nur mit sich und seinem Leid beschäftigt, doch Gott schwieg. Gott muss nicht auf alle unsere Fragen, auch nicht auf alle Gebete eingehen. Er gab Hiob auch keine Erklärung dazu. Er wusste, dass sein Leid bald beendet sein wird und es Hiob danach besser gehen wird als je zuvor. Gott stellt sich Hiob vor als der Weltenschöpfer und erteilte ihm darin eine Lehrstunde. Es ist ja typisch für die meisten Menschen: Sie sehen Sonne, Mond und Sterne am Firmament, sie schauen ins Weltall und sehen ein wenig in die Galaxie der Sternenzelt und können Gott nicht hinter all dem erkennen. Gott antwortete Hiob aus dem Wettersturm und sprach zu ihm:

„Wer verfinstert da den Ratschluss mit Worten ohne Erkenntnis? Gürte doch deine Lenden wie ein Mann! Ich will dich fragen, und du sollst mich belehren!“ Zu keinem anderen Menschen hat Gott so gesprochen, aber kein anderer Mensch, der die Beurteilung Hiobs hatte, wurde je so geprüft wie Hiob. Kein Mensch kann Gott belehren. Und Gott sprach weiter zu Hiob: „Wo warst du, als Ich den Grund der Erde legte? Sprich es aus, wenn du Bescheid weißt! Wer hat ihre Maße bestimmt? Weißt du das? Wer hat die Messschnur über sie ausgespannt? Worin wurden ihre Grundpfeiler eingesenkt, oder wer hat ihren Eckstein gelegt, als die Morgensterne miteinander jauchzten und die Söhne Gottes jubelten? Wer hat das Meer mit Schleusen verschlossen, als es hervorbrach, heraustrat (wie) aus dem Mutterschoß, als Ich es in Wolken kleidete und Wolkendunkel zu seinen Windeln machte; als Ich ihm seine Grenze zog und Riegel und Tore einsetzte und sprach: „Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter; hier soll sich der Stolz deiner Wellen legen?“ (Hiob 38, 1- 11, Schl.)

Hiob wollte Gott anklagen, doch dann sieht er sich selbst auf der Anklagebank. Gottes gewaltige Größe und Seine große Weisheit und Schöpferkraft kommt besonders in der Schöpfung des Kosmos mit seinen Planeten und Galaxien zum Ausdruck. Darin sind sich wohl alle Astronomen einig. Die meisten Menschen sehen die Schöpfung und übersehen den Schöpfer, den man doch durch Nachdenken erkennen kann (Röm. 1, 20), und es keines weiteren Beweises für die Existenz Gottes bedarf. Man glaubt eher an Zufälle und an den Urknall, den es nie gab, als an den Schöpfer. Der Mensch glaubt an wahnsinnige Dinge, aber nicht an Gott. Wen wundert es, da doch die Universitäten die irrigen Ansichten eines Darwin von der Evolution Glauben weiterhin lehren, obwohl sie wissen müssten, dass Darwin seine Lehre als 18- jähriger aufstellte und in seinem Alter reumütig zurücknahm. Warum verdunkelt man seine Rücknahme in seinem Alter? Die kurzsichtige Lehre Darwins erscheint den kurzsichtigen Studenten plausibel, den weitsichtigen Astronomen aber nicht. Es gibt nur Weltraumforscher, die an Gott, den Schöpfer, glauben. Werner von Braun sagte: „Je tiefer wir in den Weltraum vordringen, desto größer wird mein Glaube an Gott!“

Doch so ist es bis heute geblieben: Der egozentrisch und egoistisch denkende sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Auch im Mikrokosmos, in kleinsten Teilchen, wird die Vielfalt der Schöpferkraft Gottes bewundert. Die Physik führt uns notwendig zu Gott hin, nicht von ihm fort. Keiner der Erfinder des Atheismus war ein Naturwissenschaftler, nur Philosophen. Nietzsche sagte in jungen Jahren Gott ab, wurde auch Nihilist, lebte in seinem letzten Jahr von 1899 bis 1900 in geistiger Umnachtung und starb im Wahnsinn. Voltaire fr. Philosoph sagte: „Die Bibel wird in weniger als 100 Jahren als solche nicht mehr existieren, nur noch im Museum zu sehen sein.“

In dem Gebäude in Genf, wo er es sagte ist eine Bibelanstalt entstanden, wo die Bibel in vielen Sprachen zu Tausenden gedruckt wird. Die Bibel ist das meist gedruckte Buch der Welt und wird in fast allen Sprachen gedruckt und gelesen. Das war Gottes Antwort! 

Hiob brauchte und erhielt Nachhilfeunterricht in der Schöpfung Gottes vom Schöpfer selbst. Brauchst du auch Nachhilfeunterricht? Gott erteilte Hiob Aufklärung in Sternkunde. Und es genügte ihm, was Gott sagte. Er demütigte und beugte sich vor seinem Schöpfer und sprach: „Siehe, ich bin zu gering; was soll ich Dir erwidern? Ich will meine Hand auf meinen Mund legen!“ (Hiob 40, 4)

Viele versäumen es, ihre Hand auf den Mund zu legen und sich vor Gott zu beugen. Vielen muss Gott selbst die Augen öffnen. Platon sagt: „Die Natur ist ein Brief viel zu wenig gelesen.“

Wir müssen nicht Naturwissenschaftler sein, um Gott in der Natur zu erkennen. Und Max Planck sagt: „Wohin und wie weit wir auch blicken mögen, zwischen Religion und Naturwissenschaft finden wir nirgends einen Widerspruch, wohl aber gerade in entscheidenden Punkten volle Übereinstimmung.“

Der in Sünde gefallene Mensch der dadurch verfluchte Erdboden, der durch Dornen und Diesteln die Ackerarbeit erschwert und die ganze Kreatur  bedürfen einer Erlösung und Neuschöpfung. (1. Mo. 3, 17; Röm. 8, 18- 25) Dazu ist Jesus gekommen. Paulus sagt: „Gott ist zwar unsichtbar, doch an Seinen Werken, der Schöpfung, haben die Menschen seit jeher Seine göttliche Macht und Größe sehen und erfahren können. Sie haben also keine Entschuldigung.! (Röm. 1, 20)

 

 

59. Die Wahrheit wird euch freimachen!

 

„Was ist Wahrheit?“, sagte Pilatus zu Jesus. Mit der Wahrheit geht man auch heute nicht bedachtsam, nicht behutsam, nicht ernsthaft und nicht glaubwürdig um. Aber das ist zum Schaden derer, die so damit umgehen.

Der wahrheitssuchende Mensch ist der, welcher Gott sucht, und wer Gott sucht, kann es nur auf dieser Grundlage der Wahrheit tun. David sagt: Sende Dein Licht und Deine Wahrheit, dass sie mich leiten, mich bringen zu Deinem heiligen Berg und zu Deinen Wohnungen, dass ich komme zum Altar Gottes, der meine Freude und Wonne ist, und dich preise auf der Laute, o Gott, mein Gott!

Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Warte auf Gott, denn ich werde Ihm noch danken, dass Er meine Rettung und mein Gott ist!“ (Psalm 43, 3- 5)

Warum geschieht so viel im Dunkeln, warum so viel Geheimniskrämerei? Die Bibel sagt dazu: „Das Licht ist in die Welt gekommen, aber die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht. Denn alles, was sie tun, ist böse. Wer Böses tut, scheut das Licht und bleibt lieber im Dunkeln, damit niemand seine Taten sehen kann.“ (Und nun kommt es:) „Wer aber die Wahrheit Gottes liebt und das tut, was Er will, der tritt ins Licht! An ihm zeigt sich: Gott selber bestimmt sein Handeln.“ (Joh. 3, 19- 21)

Wer die Dunkelheit liebt und dunkle Machenschaften, der verirrt sich, verrechnet sich und verfehlt sein Ziel! Sünde heißt Zielverfehlung. Wer die Wahrheit liebt und das Licht, der kommt ans Ziel.

Jesus ist Licht und Wahrheit. Wer im Dunkeln und in Unwahrheit lebt, der muss nicht darin bleiben. Man muss die Wahrheit wollen, sie suchen und ihr ins Gesicht sehen. Dann erst kannst du die Stimme des „Königs der Wahrheit“ wahrnehmen. Und dieser König sagt: „Wer die Wahrheit tut, der kommt ans Licht!“ (Joh. 3, 21) Und Er sprach zu den Juden, die an Ihn glaubten: „Wenn ihr an Meinen Worten festhaltet und das tut, was Ich euch gesagt habe, dann gehört ihr wirklich zu Mir. Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien (freimachen).“ (Joh. 8, 31- 32, Hof)

Gott will, dass alle Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit kommen und gerettet werden. Jesus löst und erlöst jeden in Ketten gebundenen und in Sünden versklavten, der freiwerden möchte. „Wenn du keinen Ausweg mehr siehst, dann rufe Mich zu Hilfe! Ich will dich retten, und du sollst Mich preisen.“ (Ps. 50, 15)

 

 

58. Die heilbringende Gnade

 

Für vieleChristen, (auch Pastoren) ist das Neue Testament leider nicht mehr verbindlich. Wenn das so auch bei dir ist, dann brauchst du gar keine Bibel. Dann erreichst du so oder so dasselbe, nämlich gar kein Ziel. Mit der Distanzierung vom geschriebenen Wort Gottes distanzieren sich solche Menschen von Gott und stempeln Ihn zum Lügner, Ihn, der nicht lügen kann. Auch haben sie das Buch der Offenbarung nicht gelesen: (Offb. 22, 18. 19)

Was bleibt ihnen da noch übrig, wenn so der christliche Glaube seines Inhalts beraubt wird? Wer nicht das ganze, vollständige Wort Gottes annimmt, gleicht einem Rosinenpicker, sucht den bequemen Weg der Erlösung und landet auf dem „Breiten Weg“, auf dem viele wandeln und im Verderben enden.

Auch die Ausleser des Wortes, die vieles weglassen, das Wort zerpflücken, sogar verdrehen und differenzieren, es verfärben, verändern und abschwächen, machen sich des Wortes schuldig! „Das Wort sie sollen lassen stahn!“ (Martin Luther)

So gleiten viele an der heilbringenden Gnade Gottes und an der Erlösung vorbei. Gott offenbart seine heilbringende Gnade und die Kraft seines erlösenden Wortes nur demAufrichtigen, dem Wahrheitssuchenden, und dem Gehorsamen, also auch nur dem, der sein Wort vollständig akzeptiert und aneignet.

Nichtwiedergeborene Menschen haben keine lebendige Hoffnung. Sie haben keine Hoffnung über den Tod hinaus, keine Hoffnung der Herrlichkeit bei Gott, keine Hoffnung des ewigen Lebens!

Der Vater unseres Herrn Jesus Christus hat uns „aufgrund seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren! Er hat uns wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung!“

Diese Hoffnung ist keine vage Hoffnung, sondern eine lebendige und in unserem Herzen gefestigte. Sie ist uns geschenkt worden durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“ (1. Petr. 1, 3)

„Die Gnade Gottes ist heilbringend erschienen für alle Menschen.“ Sie nimmt uns in Zucht! Gotteskinder akzeptieren, was Gott sagt, und sie versuchen auch danach zu leben. 

Wir akzeptieren die Ehe, die Gott so gesetzt hat zwischen einem Mann und einer Frau, und nichts anderes. „Die heilbringende Gnade nimmt uns in Zucht!“

Unzucht ist abscheulich und gegen Gottes Ordnung und Gesetz. Unzucht schließt den Segen Gottes aus. Wer Gottes heilbringende Gnade annimmt, wird von Gott dahingehend gezüchtet, dass er „Gottlosigkeit und weltliche Begierden verleugnet.“ 

Wie geschieht das, oder wer oder was bewirkt das? Der in uns wohnende Heilige Geist richtet unsere Gedanken und Sinne auf die gesunden, heilbringenden Gedanken Gottes, die in seinem Wort festgeschrieben sind, sodass wir kein Bedürfnis und keine Lust mehr nach weltlichen Dingen haben, weil Jesus uns „volles Genüge“ ist. Wir haben etwas Besseres, als was die Welt uns bietet, etwas, das beständig und bleibend ist. Die weltlichen Freuden sind unbeständig. Die Freude, die Jesus uns schenkt, ist bleibend und ewig.

Du kannst weiterhin nach bunten Seifenblasen greifen und von Luftschlössern träumen, oder der Realität und Wahrheit ins Auge schauen! Du kannst besonnen und gottesfürchtig leben in der jetzigen Weltzeit, indem du die „glückselige Hoffnung erwartest und die Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Retters Jesus Christus.“ (Titus 2, 11- 13)

Auch Tannenbaumkugeln platzen leicht, und auch viele Geschichten, die vom Baum und Weihnachten erzählt werden. Lies die Geschichten in der Bibel! Sie sind wahr und zuverlässig! (Lukas 1 u. 2)

Die Liebe Gottes, Seine Gnade und Güte und Langmut leitet dich zur Umkehr zu deinem Gott und Vater. Die heilbringende Gnade ist in Jesus. ergreife sie. Mit ihr erfasst du die glückselige Hoffnung., nämlich die Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Retters Jesus Christus.

Die Menschheit ohne Gott hat keine Hoffnung; sie verharrt in Dunkelheit, in Ungewissheit und in Angst.

 

 

57. Die Welt im Umbruch 

 

Gott schickt uns viele Flüchtlinge: „Geht ihnen entgegen mit Wasser und Brot!“ (Jes. 21, 14. 15) Christen müssen Gutes tun!

Gericht über die Heidenvölker (Mat. 25, 31- 40) Gal. 6, 9.10

ISRAEL: „So spricht der Herr der Heerscharen: „Ich will sie herbeibringen, dass sie mitten in Jerusalem wohnen sollen; und sie werden mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein...“ Sach.8, 8

Gott hat einen Plan mit seinem Volk, und er führt ihn aus. Darum sehen wir soviel Bewegung bei den Nachbarstaaten Israels. Die Völker erheben sich gegen Israel und gegen die Christen (Ps. 2). Wer Gott nicht auf der Rechnung hat, der verrechnet sich! „Und es soll geschehen, wie ihr ein Fluch gewesen seid unter den Heidenvölkern, so will ich euch erretten, dass ihr ein Segen werden sollt.“ (Sach. 8, 13)

Israels Ungehorsam (5. Mo.11, 26-28; 28, 13) brachte ihnen Zerstreuung, Züchtigung und Verfolgung ein. Aber Gott hat gesammelt, was er zerstreut hatte. „Ihr werdet mein Volk sein, und ich werde euer Gott sein!“ Gott wird seinen Geist auf Israel ausgießen und einen neuen Bund schließen. „Und der Herr wird dich zum Haupt setzen und nicht zum Schwanz…“ (Sach. 12, 10) Israel wird in den letzten Tagen an Bedeutung gewinnen, nicht verlieren. „Es werden noch Völker vieler Städte kommen, um den Herrn anzuflehen und den Herrn der Heerscharen in Jerusalem zu suchen!“ (Sach. 8, 20) Beten wir für Deutschland, dass wir nicht zum Schwanz werden!

 

Gott wird das Geschick Israels wenden!

 

„Schreibe die Worte in ein Buch“ Jer. 30, 2.3.8.13.14.17.19f. Gott hat sein Volk hart geschlagen, er erbarmt sich seines Volkes: Er will Genesung und Heilung bringen. „Loblieder und Freudengesänge sollen von ihnen ausgehen; und ich werde sie mehren und nicht mindern, ich werde sie herrlich machen.“ 

Am Ende der Tage: (Dan. 12,13; Mat. 24,3) Es wird kommen, der da kommen soll, unser und Israels Erlöser! (Jer. 30, 24; Jes. 2) Haggai sagt: „Mein Geist soll in eurer Mitte bleiben; fürchtet euch nicht! So spricht der Herr der Heerscharen: Noch einmal, eine kurze Weile, werde ich den Himmel und die Erde erschüttern, das Meer und das trockene Land; und ich werde auch alle Heidenvölker erschüttern, und das Ersehnte aller Heidenvölker wird kommen: und ich werde dieses Haus mit Herrlichkeit erfüllen, spricht der Herr der Heerscharen.“ (Hag.2, 5b-7; Hebr. 12, 26- 29) 

Die Bibel, Gottes Wort, ist für alle Menschen geschrieben worden. Gott wendet sich vermehrt den Nationen zu. Die „Vollzahl der Heiden“ muss zuvor erreicht werden. Paulus sagt: „Hinsichtlich des Evangeliums sind sie zwar Feinde um euretwillen, hinsichtlich der Auserwählung aber Geliebte um der Väter willen.“ (Röm. 11, 28) 

Doch das verhasste und weitgehend isolierte Volk der Juden wird noch wunderbare Tage in nicht allzu ferner Zukunft erleben. Der Israel geschlagen hat, der wird es heilen, der es gedemütigt hat, wird es groß machen vor allen Nationen. Das Volk wird umkehren zu Gott und ihn weinend anschauen, den sie durchstochen haben. (Jer. 31, 7- 11; Sach. 12, 10) Gott wird ihnen ein neues Herz geben, einen neuen Bund mit Israel schließen. (Jer. 31, 31- 34; Hes. 36, 26- 28)

 

Der Nahe Osten – der Konfliktherd

 

Im Nahen Osten, dem Konfliktherd der Erde, herrscht kein Friede. Israel ist noch mit Blindheit geschlagen bis zum heutigen Tag. Doch die Zeit wird kommen, wo Gott dem ganzen Volk die Augen öffnen wird und sie ihren Messias erkennen werden. Gott wird sich auch den Ägyptern zu erkennen geben (Jes. 19, 21- 25), und den Stolz der Philister (Palästinenser) wird er brechen u. Frieden schaffen. (Sach. 9, 6- 8) Was Menschen nicht schaffen, das schafft Gott. Blindheit ist über den Nationen und über Israel (2. Kor. 4,3; 3,14; Jes. 25,7). Verwerfung Israels = Versöhnung der Welt

Salomos Worte werden Erhörung finden. Am Schluss betet er: „Möchten diese meine Worte, mit denen ich vor dem Herrn um Gnade gefleht habe, dem Herrn, unserem Gott, nahe sein, Tag und Nacht, dass er das Recht seines Knechtes und das Recht seines Volkes Israel ausführe…, damit alle Völker der Erde erkennen, dass der Herr Gott ist und sonst keiner!“ (1. Kön. 8, 59. 60) 

Am Ende wird weltweit Gotteserkenntnis und Friede sein.

 

 

56. Kauft die Zeit aus!

 

1. Nutzt die Tageszeit zum Gutes Tun!

 

„Werdet nicht müde, Gutes zu tun. Es wird eine Zeit kommen, in der ihr eine reiche Ernte einbringt. Gebt nur nicht vorher auf! Solange uns noch Zeit bleibt, wollen wir allen Menschen Gutes tun; vor allem aber denen, die mit uns an Jesus Christus glauben.“ (Gal. 6,  9. 10, Hfa)

Das Bedürfnis, schlafen zu wollen, hat verschiedene Gründe. Zum Einen kann es durch Überarbeitung hervorgerufen werden. In einer späten Nachtstunde sagt dir dein Körper: Hör mal, du musst schlafen, dein Körper braucht Ruhe!“ Junge Leute überhören diese Stimme oft; oder sie halten sich mit starken Getränken wach. Gott hat es so wunderbar eingerichtet, dass wir des Nachts ruhen können. Deshalb schaltet Er am späten Abend das Licht ganz langsam aus. Aber seitdem es Kunstlicht gibt, machen die Menschen die Nacht zum Tag und halten sich nicht an Gottes Ordnung.

Im obigen Bibelvers geht es jedoch nicht um die körperliche Müdigkeit, sondern um die geistliche. Wir sollen nicht müde werden, Gutes zu tun..., vor allem an unseres Glaubens Genossen. Der Vers sagt aus, dass wir dadurch zu seiner Zeit eine reiche Ernte einbringen werden. Und er sagt auch aus, dass die Zeit, Gutes zu tun, begrenzt ist und aufhören wird.

 

2. Nutzt die Tageszeit zum Lobpreis Gottes!

 

Die Vögel würden wahrscheinlich weiter singen und ihren Schöpfer 24 Stunden loben, gäbe es nachts keine Dunkelheit. Doch Gott wusste: Das halten ihre Kehlen nicht durch. Sie brauchen keine Überstunden machen, 12 Stunden Lobpreis sind genug. Wieviel Lobpreiszeit haben wir Menschen für Gott? Nutzt die Tageszeit zum Lobpreis Gottes! Wenn diese nicht ausreicht, dann nutzt auch die Nachtzeit. Gott gebührt Preis und Ehre, Lob und Anbetung! Die Amsel lobt Gott im Sommer dreimal täglich. Die Nachtigall hat Gott mit 21 verschiedenen Melodien ausgerüstet, um Gott zu loben. Vielleicht müssen wir Menschen bei ihnen Nachhilfeunterricht nehmen. 

„Aber man denkt nicht: Wo ist Gott, mein Schöpfer, der Loblieder gibt in der Nacht.“ (Hiob 35, 10)

 

3. Nutzt die Tageszeit für das Werk Gottes!

 

Wenn die Zeit dazu nicht ausreicht, dann nutzt auch die Nachtzeit. Die Zeit, die Gott uns gibt, ist kostbar. Sie läuft irgendwann ab. Viele Leute verschlafen die kostbare Zeit und könnten doch im Reiche Gottes aktiv sein. Die Bibel sagt: „Kauft die Zeit aus!“ Nutzt sie.

„Denn ihr wart einst Finsternis; jetzt aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts! Die Frucht des Geistes besteht nämlich in lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. Prüft also, was dem Herrn wohlgefällig ist, und habt keine Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, deckt sie vielmehr auf.“ (Eph. 5, 8- 11) 

 

Was wäre das für ein großer Sieg für die Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit, wenn das, was im Dunkeln geschieht in der Politik und  in der Gesellschaft, aufgedeckt würde und ans Licht käme! „...denn was heimlich von ihnen getan wird, ist schändlich auch nur zu sagen. Das alles aber wird offenbar, wenn es vom Licht aufgedeckt wird... Darum heißt es: Wache auf, der du schläfst, und stehe auf aus den Toten, so wird dich Christus erleuchten!“ (Verse 12- 14)

Viele scheuen das Licht. Sie schwirren im Halbdunkel, wie die Fledermäuse, oder sind nachtaktiv wie die Eulen. Gottes Reich wird durch Christus und Gottes Geist gebaut. Und das geschieht im Licht und am Tage. Gotteskinder sind Kinder des Tages, nicht Kinder der Nacht. Paulus sagt weiter: „Seht nun darauf, wie ihr mit Sorgfalt wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise; und kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse.“ (V. 15. 16)

„Ihr alle seid Söhne des Lichts und Söhne des Tages. Wir gehören nicht der Nacht an noch der Finsternis. So lasst uns auch nicht schlafen wie die anderen, sondern lasst uns wachen und nüchtern sein!“ (1. Thess. 5, 5. 6)

 

4. Die Zeit auskaufen!

 

Christen müssen hellwach sein und im Licht wandeln, denn die Tage sind böse, in welchen wir leben. Und nur so können wir auch Gemeinschaft haben mit dem Vater und dem Sohn und untereinander. (1. Joh. 1, 7) Die Zeit auskaufen heißt, die Gelegenheit nutzen. Viel Zeit blieb oft ungenutzt für Gottes Werk, die Zeit, die vor uns liegt und die der Herr uns gewährt, können wir nutzen. In der Übersetzung „Hoffnung für alle“ lesen wir im Epheserbrief: „Dient Gott, solange ihr es noch könnt, denn wir leben in einer schlimmen Zeit. Seid nicht verbohrt; sondern begreift, was der Herr von euch will! Betrinkt euch nicht; das führt nur zu einem ausschweifenden Leben. Lasst euch vielmehr von Gottes Geist erfüllen. Singt für den Herrn, und jubelt aus vollem Herzen! Im Namen unseres Herrn Jesus Christus dankt Gott, dem Vater, zu jeder Zeit, überall und für alles!“ (Eph. 5, 16- 20)

Oft hört man sagen: „Ich habe keine Zeit!“ Ehrlicher wäre: „Ich nehme mir keine Zeit für dies oder jenes.“

Auch in seinem Brief an die Kolossergemeinde weist Paulus die Christen darauf hin, die Zeit auszukaufen und zu nutzen. Er sagt: „Verhaltet euch klug und besonnen denen gegenüber, die keine Christen sind. Nutzt die wenige Zeit, die euch noch bleibt! Redet mit jedem Menschen freundlich; alles, was ihr sagt, soll gut und hilfreich sein. Bemüht euch darum, für jeden die richtigen Worte zu finden.“ (Kol. 4, 5. 6)

 

5. Ablenkungsmanöver

 

Jemand sagte einmal: „Wenn wir uns aufmachen, Gutes zu tun, Fürbitte zu tun, zu beten und Gott zu loben, Kranke zu besuchen, dann macht sich sofort der Feind auf, uns daran zu hindern: „Ach, mir geht es gerade nicht so gut! Heute habe ich einen Arzttermin. Wenn ich beten will, klingelt das Telefon, oder es klopft jemand an der Tür.“ 

Das Telefon kann man abstellen, und die Tür kann man zuschließen. Die Tagesnachrichten sind meistens Negativnachrichten. Sie dürfen bei Christen nicht Priorität haben, sondern die Morgen- und Abendandachten müssen den ersten Platz einnehmen. Nur die Bibel vermittelt gute Nachrichten, Segen und Heil. Wir beschäftigen uns auch nicht so sehr mit bibelfremden Lehren und heidnischen Religionen, sondern mit der gesunden Lehre des Wortes Gottes. Es gibt nützliche Dinge, die Gottes Werk fördern, und unnütze Dinge, die uns wertvolle Zeit rauben und unsere Gebetszeit verkürzen. Die Bibel spricht von teuren Zeiten, von schweren Zeiten und von greulichen Zeiten. (Mat. 24, 7; 2. Tim. 3, 1) Der Teufel versucht jeden zu verführen. Jesus hat alle Versuche des Teufels mit dem Schwert des Geistes abgewehrt. (Mat. 4) Die Zeit des Versuchers läuft bald ab.

 

6. Die Zeit der Gnade

 

Gott hat es so wunderbar eingerichtet und durch Jesus das Heil Gottes für alle Menschen erwirkt. Gott hat die „Zeit der Gnade“ eingeführt. Paulus schreibt im zweiten Korintherbrief: „“Als Gottes Mitarbeiter bitten wir euch: Lasst die Gnade, die Gott euch geschenkt hat, in eurem Leben nicht ohne Auswirkung bleiben. Denn Gott hat gesagt: „Ich will dein Gebet erhören. Es wird eine Zeit der Gnade für dich geben, einen Tag, an dem du meine Hilfe erfährst!“ Genau diese Zeit ist jetzt da, der Tag der Rettung ist nun gekommen.“ (2. Kor. 6, 1. 2)

Dieser Tag der Gnade oder Tag des Heils ist schon sehr lange da, nämlich seit 2.000 Jahren. Und dieser Gnadentag Gottes geht nun dem Ende entgegen. (Jes. 49, 8) Erlöste Menschen müssen die Zeit der Gnade auskaufen und den „Tag des Heils“ ausnützen und wirken, solange es „Tag“ ist, solange es „Heute“ heißt, solange das Licht in dieser Welt noch leuchtet.

Jesus sprach zu ihnen: „Ich bin das Licht für die Welt. Wer mir nachfolgt, irrt nicht mehr in der Dunkelheit umher, sondern folgt dem Licht, das ihn zum Leben führt.“ (Joh. 8, 12, Hfa)

Und an anderer Stelle: „Ich muss die Aufgaben, die Gott mir gegeben hat, erfüllen, solange es Tag ist. Bald kommt die Nacht, in der niemand  mehr etwas tun kann. Solange ich in der Welt bin, werde ich für diese Welt das Licht sein.“ (Joh. 9, 4, Hfa)

 

Und an anderer Stelle: „Das Licht ist nur noch kurze Zeit bei euch. Nutzt diese Zeit, macht euch auf den Weg, (solange ihr das Licht noch habt), bevor euch die Dunkelheit überfällt! Wer im Dunkeln geht, kann weder Weg noch Ziel erkennen. Vertraut euch dem Licht an, solange ihr es habt, dann werdet ihr im Licht leben.“ (Joh. 12, 35. 36, Hfa)

„Solange ihr das Licht habt, glaubt an das Licht, damit ihr Kinder des Lichtes werdet!“ (Schlachter Üb.)

 

Die Zeit der Gnade geht für die Nationen zu Ende. (Röm. 11, 25) Dann nämlich, wenn die Vollzahl der Erlösten aus den Nationen erreicht und erfüllt ist. Dazu gehören auch die jetzt bekehrten Juden. Mit dem Volk der Juden geht Gott einen extra Weg.

 

 

 

55. Berufen zur Gebetsgemeinschaft

 

Gott möchte nicht nur einen Teil von uns; er will uns ganz haben. Jesus hat ja auch nicht ein Teilopfer für uns erbracht, sondern ein Ganzopfer. Unser Leben gehört schon Gott, aber Gott möchte mit uns Gemeinschaft haben. Und das geht nur, wenn wir der Heiligung nachjagen. Ohne Heiligung wird niemand den Herrn sehen! 

Die Gemeinschaft mit Gott kommt im Gebet zum Ausdruck. Paulus sagt: „Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn.“ (1. Kor. 1, 9)

Gotteskinder sind dazu berufen, mit Jesus Gemeinschaft zu haben. Jesus hat immer Gemeinschaft mit dem Vater, und Er verbindet uns mit Ihm. Er stellt die Verbindung direkt her, wenn wir mit Ihm verbunden sind. Suchen wir im Gebet die Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn, oder sprechen wir nur Worte des Gebets vor den Menschen? Spüren wir beim Beten die Gegenwart Gottes, des Heiligen Geistes, oder spüren wir nur den Druck der Knie, falls wir hinknien? Blicken wir auf Jesus, oder nehmen wir den wahr, der neben uns sitzt? Gemeinschaft mit Brüdern und Schwestern ist kostbar. Die Gemeinschaft des Heiligen Geistes und mit Jesus ist noch kostbarer. Die Bibel sagt: „Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde.“ (1. Joh. 1, 7)

 

Gebetsloses Beten

 

Nur auf den ersten Blick scheint das ein Widerspruch zu sein, bei näherer Betrachtung nicht. Es gibt tatsächlich Menschen, die beten um gebetet zu haben. Sie beten nicht, um Gottes Angesicht zu suchen, nicht, um etwas zu empfangen, auch nicht, um Gott zu verherrlichen. Sie tragen auch keine Gebetslast auf ihrem Herzen. „Die Gebetslast ist der Wagen, und der Glaube sind die Räder des Wagens.“ Ohne Glauben kann man Gott nicht gefallen und auch nicht erhörlich beten. (Mk. 11, 24; Jak. 5, 15) Vergib deinem Nächsten, damit Gott dir vergeben kann. Sonst betest du vergeblich. Das ist gebetsloses Beten. (Mk. 11, 25)

 

Haltet an am Gebet!

 

Anhaltendes Beten ist selten geworden oder vielen Menschen fremd. Es heißt: „Haltet an am Gebet!“ „Seid fröhlich in Hoffnung, in Bedrängnis haltet stand, seid beharrlich im Gebet!“ (Röm. 12, 12)

Jakob gab ein Beispiel für anhaltendes Beten, als er am Pniel betete: „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn!“  (1. Mo. 32, 27) 

Er rang im Gebet, wie Abraham um die Seelen von Sodom rang. Jesus hat in den Erdentagen „Bitten und Flehen mit lautem Rufen und Tränen dem dargebracht, der ihn aus dem Tod erretten konnte, und er ist erhört worden um seiner Gottesfurcht willen.“ (Hebr. 5, 7)

Nach Pfingsten blieben die Jünger Jesu beständig im Gebet. (Apg. 2, 42; 6, 4) Sie hielten an am Gebet. Wer Jesus liebt, wird seine Worte befolgen. (Joh. 14, 23) Das Gebet eines Gerechten vermag viel, wenn es ernstlich ist. (Jak. 5, 16b) Mose hatte in der Wüste bei den Schafen viel Zeit zum Gebet; Johannes der Täufer zog sich in die Wüste zurück zum Beten, Jesus auch. Der Gebetskampf Jesu in Gethsemane, bei dem sein Schweiß wie Blutstropfen auf die Erde fielen, während die Jünger eingeschlafen waren, zeigt uns die ganze Härte dieses Gebetskampfes.

Ein Grund dafür, warum wir so wenig die Herrlichkeit Gottes erfahren, liegt darin, dass wir uns Gott nicht völlig ausliefern. Unser ganzes Herz und unsere ganze Seele müssen in dem flehenden Gebet Gott geweiht sein. Der Himmel muss von der großen Not, die auf unserem Herzen liegt, bestürmt, und durch unser Beten und Rufen bewegt werden. Das kann aber nur geschehen, wenn Gott vorher unser Herz bewegt. Und unser Glaube muss beim Beten aktiviert werden, wenn wir Gottes Zusagen in Anspruch nehmen wollen. Das anhaltende Gebet, das flehende Gebet aus tiefstem Herzen und das Gebet, das sich auf Gottes Wort bezieht und das im Glauben und Vertrauen gesprochen wird, hat gute Aussicht erhört zu werden. 

Das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen; es wird auch der Not der Welt begegnen. Der Heilige Geist ist die Triebkraft der glaubenden Christen.

Jesu Jünger sind auch zum Beten berufen.

 

Der Gebetsberg

 

Jesus berief Petrus, Jakobus und Johannes, um mit ihnen auf einem Berg zu beten. Die Bibel sagt ausdrücklich, dass es ein hoher Berg war. Sie mussten den Berg zuerst besteigen. Um hohe Gottesoffenbarungen zu erleben, müssen auch wir uns zunächst bemühen, den „hohen Berg“ zu erklimmen. Es ist doch gewöhnlich so: Wenn wir uns aufmachen, um zu beten, hat sich vor uns schon der Feind aufgemacht, um uns Knüppel in den Weg zu werfen. Und auch ein Berg von Sorgen und Lasten hat sich vor uns aufgetürmt. Wenn wir uns dann von den Sorgen losgerissen und den Aufstieg zum Gebetsberg begonnen haben, fühlen wir uns besser. Und auf dem Gipfel des Berges können wir endlich frei durchatmen, denn die Luft ist dort sehr klar, und die Aussicht und Fernsicht ist sehr gut. Propheten erklimmen häufig einen hohen Berg, um zu beten, und wegen der guten „Fernsicht,“ die sie nach dem Gebet erlangen. Gott zeigt ihnen Dinge, die noch in der Ferne liegen und die andere nicht sehen. Der Teufel führte Jesus auf einen sehr hohen Berg, zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit, um ihn zu versuchen. (Matth. 4) Aber Jesus führte die Jünger auf einen hohen Berg, um mit ihnen zu beten, und um die Herrlichkeit Gottes zu erleben. 

Diese Welt ist unter den Fluch der Sünde geraten; sie muss uns klein werden, und die Anziehungskraft Jesu muss immer größer werden. Diese Welt mit ihren Verlockungen und Versuchungen verhindert bei uns häufig den Aufstieg auf den Gebetsberg. Deshalb verpassen wir oft die Herrlichkeit Gottes und die Verklärung Jesu, die Petrus, Johannes und Jakobus selbst erfahren hatten. Johannes sagt: „Was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir euch, damit ihr Gemeinschaft mit uns habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus.“ (1. Joh. 1, 3)

Paulus sagt: „Wir aber müssen Gott allezeit für euch danken vom Herrn geliebte Brüder, dass Gott euch von Anfang an erwählt hat zur Rettung in Heiligung des Geistes und im Glauben an die Wahrheit, wozu er euch auch berufen hat durch unser Evangelium, zur Erlangung der Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus.“ (2. Thess. 2, 13. 14) 

Auch von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht und zum ewigen Leben sind wir berufen. (1. Tim. 6, 12; 1. Petr. 2, 9; 5, 10)

 

Überraschungsgäste

 

Die drei Jünger waren mit Jesus auf dem Berg und beteten. Und während sie so im Gebet waren, erschienen ihnen zwei Überraschungsgäste aus dem Paradies, zwei Propheten des Alten Bundes: Mose und Elia. Bevor sie erschienen, geschah etwas Großartiges: Jesus wurde vor ihren Augen verherrlicht und umgestaltet. „Und er wurde vor ihnen verklärt, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht.“ (Matth. 17, 2)

Die Jünger hatten die Überraschungsgäste, Mose und Elia, mehr im Blickfeld als Jesus, den Herrn der Gemeinde. War ihnen die Verherrlichung Jesu (Joh. 17, 1- 4) denn weniger wichtig als die Erscheinung der Propheten? Und ist dies nicht sehr bezeichnend für unsere Gemeinden heute, wo die Überraschungsgäste (häufig auch selbsternannte Propheten) die ganze Aufmerksamkeit bekommen, und Jesus eine Nebenrolle zugeschoben wird? Wo wir uns auch immer zum Gebet versammeln, Jesus muss im Mittelpunkt bleiben. (Mat. 18, 20)

Als die Jünger in ihrem Boot Not litten und Jesus auf den Wellen zu ihnen kam, erkannten sie nicht ihren Herrn, dem Sturm und Wellen gehorchen müssen. So geht es vielen Gläubigen: Die übernatürlichen Wunder Jesu kommentieren sie manchmal mit Unglauben. Petrus hatte bei der Erscheinung von Mose und Elia eine Idee; er sagte: „Herr, es ist gut, dass wir hier sind.“ Das ist richtig! Doch er fügte noch hinzu:  „Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten machen, dir eine und Mose eine und Elia eine.“ (Vers 4)

Sein Vorschlag wurde von einer Wolke überschattet, Gott sprach vom Himmel zu den Jüngern: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Auf Ihn sollt ihr hören!“ (V. 5)

Auf ihn hat der hier anwesende Mose hingewiesen: „Einen Propheten wie mich wird euch der Herr, euer Gott, aus euren Brüdern erwecken; auf ihn sollst du hören.“ (5. Mo. 18, 15)

Und der hier anwesende Petrus hatte Mose zitiert. Den einen wird Jesus plötzlich, wie ein Dieb in der Nacht, erscheinen. Den anderen, die beten: „Komme bald, Herr Jesus!“, als Heiland und Erlöser. (Offb. 16, 15) 

„Darum seid auch ihr bereit! Denn des Menschen Sohn kommt zu einer Stunde, da ihr es nicht meint.“ (Matth. 24, 44)

 

 

 

54. „Erforsche mein Herz!“

 

Jeremia sagt: „Trügerisch ist das Herz, mehr als alles, und bösartig; wer kann es ergründen?“ (Jer. 17, 9)           

Und David sagt: „Erforsche mich, o Gott, und erkenne mein Herz. Prüfe mich und erkenne meine Gedanken, und sieh, ob ich auf  bösem Weg bin, und leite mich auf dem ewigen Weg.“ (Ps. 139, 23. 24)

Gott erforscht Nieren und Herzen. Gott will uns vor falschen, verderblichen Wegen bewahren, denn er weiß, dass das Sinnen Trachten des menschlichen Herzens böse ist von Jugend an. (1. Mo. 8, 21) Er weiß auch, dass wir wegen unseres trügerischen Herzens oft falsche Entscheidungen treffen. Aber er lässt uns unsere freie Entscheidung. Im Römerbrief, Kapitel eins heißt es: „Die Menschen sind in ihren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen. Ihr unverständiges Herz wurde verfinstert… Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren geworden. Sie haben die Herrlichkeit des ewigen Gottes vertauscht mit dem Bild, das den vergänglichen Menschen und Tieren gleicht.“ (Röm. 1, 21- 23)

Das Herz kann mit Weisheit oder mit Torheit gefüllt sein. Es kommt heraus, was drin steckt. Die Toren haben ihr Herz auf der Zunge. Jesus sagt:„Wovon das Herz voll ist, davon geht der Mund über.“

Es sprudelt Weisheit oder Torheit heraus, je nach dem. Salomo sagt: „Die Lippen der Weisen säen Erkenntnis, das Herz der Narren aber ist unaufrichtig.“ (Spr. 15, 7)

 

  1. Behüte dein Herz 

Salomo sagt: „Mehr als alles, was man sonst bewahrt, behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle des Lebens.“ (Spr. 4, 23, Elb.)

Manch einer spricht zu viel, oftmals unbedacht und ohne Überlegung. Und hinterher beißt er sich auf die Zunge: „O, das hätte ich nicht sagen sollen.“ Die Schwierigkeit liegt nun darin, diese Worte wieder rückgängig zu machen. Sie stehen doch im Raum. Der Sprecher gab ihnen Raum. Und nun? Jetzt hol einmal die Worte zurück, die ausgestreut sind. 

In einer alten Geschichte las ich folgendes: Eine Frau mit einer lockeren Zunge hatte viel böse Worte über die Nachbarn ausgetreut. Der Pfarrer dieser Gemeinde ging zu jener Frau mit einem Kissen unterm Arm. Dann stiegen beide den Kirchturm hinauf, und der Pfarrer schnitt das Kissen auf und ließ die Federn munter durch die Lüfte fliegen, die sich überall verstreuten. Dann sprach er zu der Frau: „So, nun geh hin und sammle alle Federn wieder auf!“ 

Die Frau sah ihn verdutzt an und sagte: „Das kann ich nicht!“

„So ist es auch mit den Worten, die du ausgestreut hast! Verstehst du, was du angerichtet hast?“

Hinterher bereut man, dass einem die Zunge so locker saß. Aber man bringt es häufig nicht übers Herz, sich bei dem zu entschuldigen, dem die bösen Worte gelten. Die Zunge, das kleine Glied, kann einen großen Waldbrand entfachen. Jakobus sagt: „Denn wir fehlen alle mannigfaltig. Wer aber auch in keinem Wort fehlt, der ist ein vollkommener Mann und kann auch den ganzen Leib im Zaum halten.“ (Jak. 3, 2)

Es hat mehrere Gründe, warum wir vor allen Dingen unser Herz behüten müssen. Das Herz ist das Hauptorgan und die Zentralstelle für den Blutkreislauf im Körper, eine Pumpstation, die ununterbrochen dafür sorgt, dass wir am Leben bleiben. Es ist die Quelle des Lebens, mehr noch: Es ist der Sitz des Lebensgeistes, des Gefühls und des Verstandes und der tiefen Empfindung. 

Von daher verstehen wir auch, wenn man sagt: „sein Herz ausschütten= sich aussprechen, das Herz auf dem rechten Fleck haben= eine treffsichere Einstellung, ein Herz und eine Seele= völlig übereinstimmen, das Herz auf der Zunge haben= seine Gefühle leicht verraten, etwas auf dem Herzen haben= ein Anliegen, einen Wunsch haben. Es gibt noch mehr herzhafte Ausdrücke: Herzenswunsch, Herzensgüte, Herzenslieb, herzerfreuend, herzerquickend, herzinnig, herzig, herzhaft, herzen, herzlich, Herzensangst, Herzeleid, herzlos, herzzerreißend, herzbrechend. 

Behüte dein Herz und sei herzlich zu allen Menschen! 

Den Herzlosen sollte man mit Herzlichkeit begegnen! Jesus macht uns ein freundliches Angebot, wie die Seele Ruhe findet, und wir ihm unbelastet dienen können. Er sagt: „Darum kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und belastet seid; ich will euch Ruhe schenken, dass ihr aufatmen könnt. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr für eure Seelen Ruhe finden. Denn mein Joch ist sanft und meine Bürde leicht.“ (Mat. 11, 28- 30, Br.)

Von sanftmütigen und demütigen Menschen nimmt man gern Lehre an. Darum gehen wir auch gern in die Schule Jesu und lernen von ihm! Er ist ein guter Lehrer, weil seine Lehre zum Heil des Menschen führt, und weil er das vorgelebt hat, was er lehrte. Seine Bürde und seine Lektionen sind leicht, aber wir tun uns schwer damit, sie zu halten. Im Hebräerbrief lesen wir: „Lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen, in völliger Gewissheit des Glaubens, durch Besprengung der Herzen los vom bösen Gewissen und am Leib gewaschen mit reinem Wasser.“ (Hebr. 10, 22)

Man kann nicht mit unwahrhaftigem Herzen, mit Schuld befleckt und mit einem bösen Gewissen vor Gottes Thron erscheinen. Jesus nimmt die Schuld uns weg; er reinigt unser Herz und unser Gewissen. Durch ihn gelangen wir vor Gottes Thron.

Gott kann man nicht mit einem Geplärr der Lippen (Amos 5, 23) loben, während das Herz fern von ihm ist; sondern mit einem wahrhaftigen Herzen (Joh. 4, 24), das durch das Blut Jesu gereinigt und geheiligt ist. David sagt im Gebet: „Lass die Worte meines Mundes und das Sinnen meines Herzens wohlgefällig sein vor dir, Herr, mein Fels und mein Erlöser.“ Ps. 19, 15)

 

B) Viel Herzeleid

 

Die Bibel sagt: „Auf den Wegen der Gottlosen ist viel Herzeleid.“ 

Manche Menschen kriegen es fertig, doppelzüngig oder mit geteilter Zunge zu sprechen, doppelherzig oder mit geteiltem Herzen. „Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch! Reinigt die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, die ihr geteilten Herzens seid!“ (Jak. 4, 8)

Ist das denn möglich? Kann man denn Gott lieben und die Welt? (2. Kor. 6, 14- 17) Darum beherzigt, was die Bibel sagt, nämlich: „Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis?“ (V. 14)

 

Hartherzig

 

Hartgesottene Menschen schauen mit versteinerter Mine, weil ihr Herz versteinert ist. Was hat denn ein Stein im Herzen zu suchen? Es gibt zwar Nierensteine und Gallensteine, aber ein Stein im Herzen ist doch am falschen Platz. Pharao hatte sein Herz vor Mose verhärtet und verstockt. Er ließ das Volk Israel nicht ziehen, denn er wollte die billigen Arbeitskräfte nicht verlieren und das Volk nicht aus ihrer Sklaverei entlassen. Das kam ihm teuer zu stehen, denn Gott war auf Israels Seite. Gott ist immer auf der Seite der Schwachen. Doch Israel ist auch Gottes erwähltes Eigentumsvolk. Wer sich gegen Gott auflehnt, hat von vorn herein verloren. Hartherzigkeit schafft viel Herzeleid und gebrochene Herzen. 

 

Gebrochene Herzen

Manche Leute haben wegen der Hartherzigkeit und Verstocktheit  eines lieben Menschen ein gebrochenes Herz. Dann ist ihnen schwer ums Herz; das Herz ist schwer belastet, ihnen blutet das Herz. In solchen Fällen hat man das Bedürfnis, seinem Herzen Luft zu machen, indem man das, was einem bedrückt, jemandem mitteilen und anvertrauen möchte. Das ist gut; es ist aber auch sehr ratsam, das Herz vor Gott auszuschütten. (Ps. 12, 5) Jesus heilt zerbrochene Herzen. In Psalm 34, Vers 19 heißt es: „Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und er hilft denen, die zerschlagenen Geistes sind.“

Nimm Gottes Verheißungen in Anspruch, es kostet dir nichts. Wenn du  das getan hast, kannst du frei aufatmen. Es fällt dir ein Stein vom Herzen, vielleicht auch mehrere.

 

Verstockte Herzen

 

Gott redete damals immer wieder durch die Propheten zu einem widerspenstigen und verstocktem Volk mit einem abtrünnigen Herzen. „Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht“   (Ps. 95, 7- 8; Hebr. 3, 7-8) Die Verstockung des Herzens ist eine gefährliche Sache; sie kostet den vielen Menschen das ewige Leben. Gott wurde zornig über jenes Geschlecht, das 40 Jahre in der Wüste umherirrte, und Gott sprach: „Immer gehen sie in ihrem Herzen in die Irre, und sie haben meine Wege nicht erkannt, so dass ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht in meine Ruhe eingehen!“ 

Und weiter: „Habt acht, ihr Brüder, dass nicht in einem von euch ein böses, ungläubiges Herz sei, das im Begriff ist, von dem lebendigen Gott abzufallen! Ermahnt einander vielmehr jeden Tag, solange es „Heute“ heißt, damit nicht jemand unter euch verstockt wird durch den Betrug der Sünde!“ Hebr.3, 10- 13)

Das Herz spielt im Leben der Gläubigen eine entscheidende Rolle. „Denn mit dem Herzen glaubt man, um gerecht zu werden, und mit dem Mund bekennt man, um gerettet zu werden.“ (Röm. 10, 10)

 

Ein neues Herz

 

Gott sprach: „Ich will ihnen ein Herz geben, dass sie mich erkennen sollen, dass ich der Herr bin; und sie sollen mein Volk, und ich will ihr Gott sein; denn sie werden sich von ganzem Herzen zu mir bekehren.“ (Jer. 24,7

Das neue Herz von Gott erhält der Gläubige nach seiner Bekehrung. Es ist das Geheimnis eines neuen Lebens mit Gott. Der zu Gott Bekehrte ist in Jesus Christus eine neue Schöpfung. (2. Kor. 5, 17) Das alte Sündenleben ist vorbei, alles ist neu geworden: Die Hartherzigkeit und die Verstocktheit sind weg, die Kaltherzigkeit und die Lieblosigkeit sind weg; das alles gehört der Vergangenheit an. Vor dem herrschte die Sünde in unserem Leben, wie bei allen Menschen, jetzt herrscht die Gnade, wie bei allen Bekehrten. 

Vormals dienten wir der Sünde zum Tode hin; jetzt dienen wir Gott zum Leben hin. Vormals waren wir fern von Gott und verschlossen für Gottes Wort; jetzt sind wir Gott nahe gekommen durch das Öffnen unseres Herzens für Gott. Wie die Blumen sich der Sonne öffnen und in herrlicher Pracht erblühen, so konnte auch das Licht der Gnade Gottes und der Geist Gottes die geöffneten Herzen erfassen. Mittels des Geistes Gottes können wir Gottes Wort recht verstehen. Der Heilige Geist unterweist uns und führt uns von Licht zu Licht, von Erkenntnis zu Erkenntnis, wie Gott es gesagt hat: „Ich will ihnen ein neues Herz geben, das sie mich erkennen sollen…“

 

C) Die herzliche Barmherzigkeit Gottes

 

Israel wurde aufgefordert, das Gesetz Gottes zu bewahren und zu befolgen, und Gott zu suchen. Im fünften Buch Mose sprach Gott: „Wenn du aber von dort den Herrn, deinen Gott, suchen wirst, so wirst du ihn finden, ja, wenn du ihn von ganzem Herzen und von ganzer Seele suchen wirst. Denn der Herr, dein Gott, ist ein barmherziger Gott; er wird dich nicht verlassen noch verderben; er wird auch den Bund, den er deinen Vätern geschworen hat, nicht vergessen.“ (5. Mo. 4, 29. 31)

Gott ist kein Mensch, der irgend etwas vergessen oder untreu sein könnte. Gott ist treu und gerecht, und das seit Ur- Zeiten. Er hält, was er zugesagt hat. Gott macht auch keine halben Sachen, wie wir Menschen das oft tun. Darum möchte Gott auch von uns keine Halbherzigkeit und keine halben Entscheidungen, sondern ganze Sache. Gott will unser ganzes Herz und unsere ganze Seele. Suche den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen und mit ganzer Seele, so wirst du ihn finden! Dann wird er sich dir zu erkennen geben. Gott spricht: „Gib mir, mein Sohn, dein Herz!“ 

„Du sollst Gott, den Herrn lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deinem ganzen Verstand!“  (Mat. 22, 37) 

Das ist das größte Gebot. Gottes herzliche Barmherzigkeit hat uns besucht aus der Höhe. (Luk. 1, 78) „Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte.“ (Ps. 103, 8)

 

Seine Gnade hat noch kein Ende. Gott ist ein „Vater der Barmherzigkeit und Gott alles Trostes.“ (2. Kor. 1, 3) „Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“ (Luk. 6, 36)

Gott hat uns „nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung…“ (1. Petr. 1, 3) Der Apostel Paulus schreibt an die  Philipper- Gemeinde: „Gibt es nun bei euch Ermahnung in Christus, gibt es Zuspruch der Liebe, gibt es Gemeinschaft des Geistes, gibt es Herzlichkeit und Erbarmen…“ (Phil. 2, 1)

Die Antwort muss jeder selbst geben und dafür sorgen, dass diese aufgezählten Eigenschaften in seiner Gemeinde vorhanden sind. Wo Herzlichkeit und Erbarmen fehlen, da fehlt es auch an Gemeinschaft des Geistes, da fehlt es an Zuspruch der Liebe und an der Ermahnung im Geiste Jesu Christi. In dieser Reihenfolge. Noch einmal die Worte von König David: „Erforsche mich, o Gott, und erkenne mein Herz. Prüfe mich und erkenne meine Gedanken, und sieh, ob ich auf bösem Weg bin, und leite mich auf dem ewigen Weg.“ (Psalm 139, 23. 24)

„Search me, O God, and know my heart; test me and know my anxious thoughts. See if there is any offensive way in me, and lead me in the way everlasting.“ (N I V)

 

D) Herzenseinstellung

 

Manchmal hört man zur Ermutigung den menschlichen Rat: „Fass dir ein Herz!“ Oder: „Nimm dein Herz in beide Hände!“

Das soll uns anspornen, etwas zu wagen. Es ist tatsächlich eine Herzenssache, etwas zu wagen. Es ist auch eine Herzenssache, den Schritt zu Gott und mit Gott zu wagen. David betet: „Lehre mich, Herr, Deinen Weg: Ich will wandeln in Deiner Wahrheit! Fasse mein Herz zusammen zur Furcht  Deines Namens.“ ((Ps. 86, 11, Elb.)

 

Drei Wahrheiten lehrt uns dieser Vers: 

1. Lehre mich Deinen Weg! Wir haben es nötig, von Gott gelehrt und unterwiesen zu werden. (Matth. 5, 2; 1. Tim. 6, 3) Der Heilige Geist lehrt uns (Joh. 16, 13; 1. Joh. 2, 27)

2. Wandeln in der Wahrheit

Jesus sprach: „Der, welcher mich gesandt hat, ist wahrhaftig, und was ich von ihm gehört habe, das rede ich vor der Welt. Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!“ (Joh. 8, 26b. 31. 32))

Jesus sagte das zu den Juden, denn sie verstanden seine Worte nicht. (Vers 43) Der Blindgeborene, den Jesus geheilt hatte, sagte: „Wir wissen aber, dass Gott nicht auf Sünder hört; sondern wenn jemand gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, den hört er.“ (Joh. 9, 31)

„Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.“ (Joh. 18, 37b)

Johannes sagt, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns ein Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen. (1. Joh. 5, 20a) Daher beten wir Gott „im Geist und in der Wahrheit an.“

Jesus ist der „König der Wahrheit“, durch den wir zu Gott kommen. 3. Richte mein Herz auf Gottesfurcht aus!

„Fasse mein Herz zusammen zur Furcht Deines Namens“ bedeutet „einige mein Herz“ = richte es auf das Eine: auf die Gottesfurcht. Diese drei Wahrheiten gehören zusammen und machen es möglich, das Gott unsere Gebete erhört. Ich glaube aber, dass der letzte Punkt für uns in der heutigen Zeit des Fernsehens, des Internets und der modernen, technischen Anlagen der wichtigste Punkt ist, weil die Gottesfurcht aus vielen Kirchen gewichen ist. Sie ist immer noch der Anfang der Weisheit und der Erkenntnis. Spr. 1, 7; 9, 10)

Vortreffliche Redeweisheit kann weder Gottes Weisheit noch Gottesfurcht ersetzen. (1.Kor. 2, 1f.) Wie technische Dinge häufig neu eingestellt werden müssen, so sollte auch unser Herz neu geistlich ausgerichtet werden, und unsere Einstellung zu Gott und Gottesdiensten neu korrigiert werden. Die Neuausrichtung auf Gott ist lebensnotwendig und darf nicht vernachlässigt werden. Sonst erleben wir irgendwann ein böses Erwachen.

David betet weiter: „Ich will dich preisen, Herr, mein Gott, mit meinem ganzen Herzen und deinen Namen ewig verherrlichen. Du aber, Herr, bist ein barmherziger und gnädiger Gott, langsam zum Zorn und groß an Gnade und Wahrheit.“ (Ps. 86, 12. 15)

 

Unser Gott ist barmherzig und gnädig und gütig. In der rechten Herzenseinstellung nimmt Gott unseren Lobpreis an. Ich hatte etwa 25 Jahre lang Herzrhythmusstörungen. Nach einer Herzopperation schlug mein Herz wieder gleichmäßig, ohne zu stolpern. Meine Enkelin (Krankenschwester) sagte zu mir: „Opa, du bist gut eingestellt.“ Sie meinte natürlich, mein Herz ist mittels Medikamenten gut eingestellt. Ist unser Herz auch zu Gott gut eingestellt? Gott möge uns dazu helfen durch seinen guten Heiligen Geist. 

 

Mose war der Mittler zwischen Gott und dem Volk Israel. Gott sprach zu ihm: „O wenn sie doch immer ein solches Herz hätten, mich zu fürchten und alle meine Gebote allezeit zu halten, damit es ihnen gut ginge und ihren Kindern ewiglich.“ (5. Mo. 5, 29)

Mose betete für sein Volk um Gnade in der rechten Herzensstellung. (2. Mo. 33, 12f.) Auch Daniel betete in der rechten Einstellung des Herzens für sein Volk. Er stellte sich, wie Mose, unter die Schuld seines Volkes und tat Fürbitte für das Volk. (Dan. 9, 3f.) 

 

„Teach me your way, O Lord, and I will walk in your truth; give me an undividet heart, that I may fear your name.“ (N I V)

 

 

 

53. Warum schickt Gott uns so viele Flüchtlinge?

 

Es war damals, und es ist auch heute der falsche Weg und eine unschöne Art, Flüchtlinge zu diskriminieren und zu beschimpfen, statt sie nach den Fluchtursachen zu fragen und ihnen zu helfen. 

Warum schlägt denn den hilfsbedürftigen, den vertriebenen und heimatlosen Flüchtlingen so viel Feindseligkeit und Hass entgegen? Kein Verständnis findet man besonders bei denen, die wohlhabend sind und Not und Leid nie kennengelernt haben. Der Sorglose denkt nicht an die Sorgen anderer Menschen, und wer Not und Leid nie kennengelernt hat, denkt nicht an das Leid der Flüchtlinge nach. Viele sehen nur Nachteile  in ihnen und und keine Vorteile. Flüchtlinge können langfristig eine Bereicherung für unser Land sein, auch indem neue Fachkräfte helfen, die leeren Rentenkassen aufbessern, die wegen der niedrigen Kinderrate bei uns inzwischen leer sind. Ich bin sicher: Gott schickt uns Flüchtlinge! 

Warum schickt Gott uns Deutschen so viele Flüchtlinge? Erinnern wir uns: Zwischen den Jahren 1943 und 1948 musste  West- Deutschland ca. 12 Millionen deutsche Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten, aus Polen, der Ukraine und anderen Gebieten aufnehmen. Heute leben nur noch einige ihrer Kinder und die Enkel. Zu der Zeit mussten auch Menschen aus Deutschland fliehen, um ihr Leben zu retten. Heute fliehen sie nach Deutschland, um ihr Leben zu retten. Die Flüchtlinge müssen die Chance bekommen, Leben zu dürfen, egal wo. In einem christlichen Land müssen sie auch die Chance bekommen, den christlichen Glauben annehmen zu können. Darin wird unser Volk nun geprüft. Deshalb schickt Gott uns die Flüchtlinge! Diese Menschen suchen bei uns zuerst Menschlichkeit und Respekt. Wer die Flüchtlinge segnet, den segnet Gott.

 

Reichtum teilen macht nicht arm, es bereichert! 

 

Das ist die Mathematik Gottes. Gottesfürchtige Menschen teilen ihr Gut mit den Armen, und niemand hat Mangel. Das lehrt uns die Bibel von den ersten Christen. Nach der Ausgießung des Heiligen Geistes hatten sie auch den Geist der Liebe, der Barmherzigkeit und der Einmütigkeit empfangen; und sie hielten alle Dinge gemeinsam, und niemand von ihnen hatte Mangel. (Apg. 2, 44- 45) Christen lieben Gott und alle Menschen, auch Atheisten und Andersgläubige. Gott möchte, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen. Gib von deinem Überfluss etwas ab, du wirst deshalb keinen Mangel haben. Und wenn der Herr dein Hirte ist, wird dir nichts mangeln. Der Glaube hat Taten

Viele Gläubige meinen, ins Reich Gottes eingehen zu können ohne Wiedergeburt und ohne ihren Glauben durch gute Taten zu bestätigen. Der Glaube muss Werke des Glaubens vorweisen. Jakobus sagt: „Hat nicht Gott die Armen dieser Welt erwählt, dass sie reich im Glauben würden und Erben des Reiches, das er denen verheißen hat, die ihn lieben? Denn das Gericht wird unbarmherzig ergehen über den, der keine Barmherzigkeit (Luk. 16, 19- 21) geübt hat; die Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht.“ (Jakobus 2, 5. 13f)

 

Fremdlinge

 

Die Glaubensväter in alter Zeit waren Fremdlinge in einem fremden Land. Abraham war lange Zeit ein Fremdling im Land der Philister (Palästinenser). Gott machte einen Bund mit Abraham und sprach zu ihm: „Und ich werde dir und deinen Nachkommen nach dir das Land deiner Fremdlingschaft geben, das ganze Land Kanaan, zum ewigen Besitz, und ich werde ihnen Gott sein.“ (1. Mo. 17, 8, Elb.)

Mose wurde ein Fremdling im Land Midian. Gott schützte damals die Flüchtlinge und die Fremdlinge, er tut es auch heute. Christen haben die Pflicht, es ebenso zu tun. Gott sprach zu Israel: „Den Fremdling sollst du nicht bedrängen noch bedrücken, denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen im Land Ägypten.“ (2. Mo. 22, 20) 

Die Bibel sagt: „Lass meine Flüchtlinge bei dir einkehren, Moab; sei ihnen ein Schirm vor dem Verderber!“ (Jes. 16, 4a) 

„Geht dem Flüchtling entgegen mit Brot für ihn! Denn vor den Schwertern sind sie geflohen, vor der Gewalt des Krieges.“ (Jes. 21, 14b)

 

 

 

52. Das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein

 

„Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist...“ (Röm. 14)

Wie sehnen sich doch die Völker nach Frieden und Gerechtigkeit!Trends und der Zeitgeist suggerieren uns laufend wie der Mensch sein muss, der Erfolg und Ansehen in der Gesellschaft hat. Die Bibel aber, das Wort Gottes, beschreibt den Menschen, der Gott gefällt.

Wir registrieren, dass in unserer Welt viel Ungerechtigkeit herrscht. Die Gerechtigkeit im Leben der Gesellschaft, des Volkes und zwischen den Völkern muss eingefordert werden. Weil die Ungerechtigkeit herrscht und die Gerechtigkeit fehlt, gibt es immer wieder Auseinandersetzungen, Streit und Kriege zwischen den Völkern. Das Neue Testament zeigt uns die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt und die durch den Glauben an Jesus Christus kommt. Da, wo jetzt noch Unrecht, Ungerechtigkeit, Lieblosigkeit, Hass und Chaos herrschen, wird einmal Gerechtigkeit herrschen und Friede sein.

Jesaja spricht vom zukünftigen und kommenden Friedensreich Jesu Christi, von dem Reich der Gerechtigkeit. Das wäre doch schön, wenn der König eines Volkes in Gerechtigkeit regieren und die Obersten nach Recht und Gerechtigkeit fragen und handeln würden. Was wir jetzt vermissen, wird das Königreich Jesu bewerkstelligen.„Und das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein und der Ertrag der Gerechtigkeit Ruhe und Sicherheit für ewig.“ (Jes. 32, 17)

Nicht nur Israel, auch die Nationen sehnen sich nach Gerechtigkeit und Frieden. Das wird kommen, wenn der Geist aus der Höhe über Israel ausgegossen wird. Gott hat durch Jesaja zu Israel gesprochen und sie an Gottes Gebote erinnert und gesagt: „Ich bin der Herr, dein Gott, der dich lehrt, was dir nützlich ist, der dich leitet auf dem Weg, den du gehen sollst. O dass du doch auf meine Gebote geachtet hättest! Dann wäre dein Friede wie ein Wasserstrom gewesen und deine Gerechtigkeit wie Meereswellen.“ (Jes. 48, 17. 18)

Der Friede Gottes ist beständig wie ein Strom. Der Friedefürst gibt der Welt den Frieden, den sie braucht. Er schafft Recht und Gerechtigkeit. Salomo spricht viel von Recht, Gerechtigkeit und Frieden.

„Gerechtigkeit und Recht sind deines Thrones Grundfeste, Gnade und Treue gehen vor deinem Angesicht her. Glücklich ist das Volk, das den Jubelruf kennt! Herr, im Licht deines Angesichts wandeln sie. In deinem Namen freuen sie sich täglich, und durch deine Gerechtigkeit werden sie erhöht.“ (Ps. 89, 15- 18)

Salomo spricht häufig von der Gerechtigkeit. „Der Pfad des Gerechten ist wie der Glanz des Morgenlichts, das immer heller leuchtet bis zum vollen Tag. Der Weg der Gottlosen ist dichte Finsternis; sie wissen nicht, worüber sie straucheln.“ (Spr. 4, 18. 19) 

„Das Verlangen der Gerechten lässt der Herr nicht ungestillt, aber die Gier der Gottlosen weist er ab.“ (Spr. 10, 3)

„Segen ist auf dem Haupt der Gerechten, aber der Mund der Gottlosen birgt Gewalttat.“ (Spr. 10, 6)

„Der Mund der Gerechten ist eine Quelle des Lebens, aber der Mund der Gottlosen birgt Gewalttat.“ (Spr. 10, 11)

„Der Gerechte gebraucht seinen Erwerb zum Leben, der Gottlose sein Einkommen zur Sünde.“ (Spr. 10, 16)

„Das Warten derGerechten wird Freude werden, aber die Hoffnung der Gottlosen wird verloren sein.“ (Spr. 10, 28)

„Reichtum hilft nicht am Tag des Zorns, aber Gerechtigkeit rettet vom Tod.“ (Spr. 11, 4)

„So gewiss die Gerechtigkeit zum Leben führt, so sicher die Jagd nach dem Bösen zum Tod.“ (Spr. 11, 19)

„Den Gerechten wird kein Übel treffen, aber die Gottlosen werden voll Unglück sein.“ (Spr. 12, 21)

„Auf dem Pfad der Gerechtigkeit ist Leben, auf ihrem Weg gibt es keinen Tod.“ (Spr. 12, 28) 

„Gerechtigkeit erhöht ein Volk, aber die Sünde ist die Schande der Völker.“ (Spr. 14, 34)

„Die Gerechten werden das Land erben und ewig darin wohnen.“ (Ps. 37, 29) 

Jesus sagt: „Glückselig, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie werden gesättigt werden.“ (Matth. 5, 6)

Ich glaube, Gott muss die Christen heute an die Gebote Gottes neu erinnern, weil zur Zeit die christlichen Länder in schwerer Bedrängnis sind.  Der Friede, den Menschen schaffen, ist oft nur von kurzer Dauer, unbeständig und brüchig. Christen haben die Pflicht, Gott um Frieden für ihr Volk und Land zu bitten. Gott ist ein Gott des Friedens, der Gerechtigkeit, der Liebe und Barmherzigkeit, ein Gott der Treue und der Wahrheit. Die Gerechtigkeit, die Jesus uns erworben hat, ist ein hohes geistliches Gut. Er ist selbst unsere Gerechtigkeit, die vor Gott gilt. Weißt du wovon ich rede? Kennst du schon die Gerechtigkeit durch Christus?

Paulus sagt: „Wie nun durch die Übertretung des Einen die Verurteilung für alle Menschen kam, so kommt auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung, die Leben gibt. Denn gleichwie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern gemacht worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen zu Gerechten gemacht.“ (Röm. 5, 18. 19)

In Jesus Christus, dem Gerechten, sind die Gläubigen gerecht gemacht. Auch deshalb musste der Heilige und Gerechte sterben, damit wir in ihm  die Gerechtigkeit Gottes würden. (2. Kor. 5, 21)

Von daher schreibt das Neue Testament häufig einiges über die Gläubigen als die „Gerechten“. Sie sind „Gerecht Gemachte“ in Jesus Christus, und der Friede Gottes regiert in ihren Herzen.

 

 

 

51. Güte und Freundlichkeit Gottes reflektieren

 

Unser Leben wird verändert werden, wenn wir Gott in seiner Güte und Freundlichkeit erkennen. Dann wirst du danken und nicht wanken! Dann wird die Güte Gottes unser Herz bewegen, und unser Vertrauen zu ihm und in ihm stärken und neu beleben. An Stelle der häufigen Gleichgültigkeit werden Sicherheit und Gewissheit unseres Glaubens unser Leben neu ausrichten und bestimmen. Auch unser Gemüt wird dann in Gott zur Ruhe kommen und in ihm ruhen, weil unser Herz voller Dank Gott gegenüber sein wird. 

Das Licht geht uns Menschen auf, wenn die Sonne erscheint und sichtbar wird. Mit Jesus ist das Licht in unsere dunkle Welt gekommen. Paulus sagt: „Als aber die Güte und Menschenliebe unseres Heiland- Gottes erschien, errettete er uns…“ (Tit. 3, 4)

Den Ungläubigen allerdings hat der Gott dieser Weltzeit den Sinn verblendet. Darum sehen sie nicht den Lichtglanz des Evangeliums und erkennen nicht die Herrlichkeit des Christus, der Gottes Bild ist. (2. Kor. 4, 4)  

Aber der Gläubige wird von dem Lichtglanz erfasst und beeindruckt werden, und kann mit diesen Strahlen der Liebe Gottes andere Menschen anstrahlen und beeindrucken. Angestrahlt von dem Licht der frohen Botschaft des Evangeliums gehen die Strahlen von uns auf andere Menschen über. Wir reflektieren also das empfangene Licht, wie der Mond des Nachts das empfangene Licht der Sonne reflektiert, weil der Mond kein Eigenlicht hat. Durch uns erfahren andere die Liebe und die Freundlichkeit Gottes, die wir durch Jesus Christus empfangen haben. Er ist das wahre „Licht der Welt“.  Im Hebräerbrief heißt es: „Dieser ist die Ausstrahlung seiner (Gottes) Herrlichkeit und der Ausdruck seines Wesens …“ (Hebr. 1, 3a)

Frage: Bist du von Jesus beeindruckt? Dann wirst du das auch zum Ausdruck bringen, ohne dass du dich anstrengen musst. Der Mond strengt sich doch auch nicht an, die Sonnenstrahlen zu empfangen. Er hält der Sonne einfach still und empfängt so sein Licht. Du musst das Empfangene nicht immer an die große Glocke hängen; du kannst sogar wortlos Licht verbreiten, wenn du Licht hast. Das Licht hat viele Eigenschaften. Es verdrängt nicht nur die Dunkelheit, es weist dir auch den Weg, bewahrt dich vor dem Fall. Und es spendet Wärme. Strahle deine Liebe, deine Freundlichkeit, deine Wärme aus! Die Menschen spüren es, ob du gut zu ihnen bist, freundlich, geduldig und zuverlässig. So wird unser Glaube glaubhaft nach draußen getragen. Wir können alle Strahlen reflektieren, die wir empfangen haben, auch die Früchte des Heiligen Geistes: „Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.“

Paulus sagt: „Denn Gott, der dem Licht gebot, aus der Finsternis hervorzuleuchten, der hat es auch in unseren Herzen licht werden lassen, damit wir erleuchtet werden mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi.“ (2. Kor. 4, 6)

 

Je mehr wir uns mit dem Worte Gottes beschäftigen, desto mehr Licht empfangen wir, desto mehr erfüllt uns der Friede Gottes, die Gewissheit des Glaubens. Dann rühmen wir die Gnade Gottes. Und dann können wir dem zustimmen, das Paulus zu den Korinthern sagt: „Gelobt sei der Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes.“ (2. Kor. 1, 3)

Schon im Alten Testament besang man Gottes Güte und Barmherzigkeit. Jeremia sagt: „Die Güte des Herrn ist’s, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und seine Treue ist groß.“ (Klag. 3, 23. 24)

Und David fordert sogar seine Seele auf, Gott zu loben. Er sagt: „Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat! Der dir alle deine Sünden vergibt und heilt alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Verderben erlöst, und dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit.“ (Ps. 103, 1- 4)

Wenn du die Liebe Gottes und seine Güte und Barmherzigkeit kennen gelernt hast, möchtest du ihn lieben, ihn loben und verherrlichen. Das größte Gebot Gottes wird dir dann leicht fallen. (vergleiche 5. Mo. 6, 5; Matth. 22, 37. 39) Wenn wir Gott lieben, haben wir das Bedürfnis ihn zu preisen; und durch den Lobpreis Gottes senkt sich die Gottesliebe in unser Herz. Mose wusste nicht, dass die Haut seines Angesichts wegen der Unterredung mit dem Herrn strahlte.

 

 

50. Frohe Botschaft mit-teilen, Reichtum aus-teilen!

 

Das Evangelium den Armen!

 

Jakobus spricht zu den Reichen: „Wohlan nun, ihr Reichen, weint und heult über das Elend, das über euch kommt!“ (Jak. 5, 1)

 

Wie sollen sie aber weinen über das Elend, das über sie kommt, da sie doch gar nicht sehen und nicht erkennen, dass ein Elend über sie kommt. Es sei denn, sie würden die Bibel aufschlagen und darin lesen. Auch Reiche haben häufig irgendwo eine Bibel liegen. Wer von den Reichen keine Bibel hat, der ist sehr, sehr arm. Jesus verließ die Herrlichkeit des Himmels; er kam auf diese Erde und wurde arm, damit wir durch seine Armut reich würden. (2. Kor. 8, 9)

Er wurde in der kleinen Stadt Bethlehem in einem Stall geboren, weil man für den neugeborenen König und Erlöser der Menschheit keinen Platz in der Herberge fand. Jesus ist zuerst für die Armen gekommen. 

Später las er in der Synagoge in Nazareth aus der Jesaja- Rolle vor: „Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, den Armen frohe Botschaft zu verkündigen; er hat mich gesandt, zu heilen, die zerbrochenen Herzens sind, Gefangenen Befreiung zu verkünden und den Blinden, dass sie wieder sehend werden, Zerschlagene in Freiheit zu setzen…“ (Luk. 4, 18. 19; Jes. 61, 1- 2)

 

Das Unglück der Reichen

 

Die Reichen werden es sehr schwer haben, ins Himmelreich zu kommen (vergleiche: Matth. 19, 23. 24). Die Reichen dieser Welt müssen sich zuerst von ihrem Reichtum lösen und barmherzig werden. Lot war sicher in Sodom auch reich geworden. Lots Familie wurde vor dem unmittelbaren Untergang Sodoms durch die Engel aus Sodom herausgeführt, weil sein Onkel (Abraham) für die Einwohner Sodoms zu Gott gebetet und mit Gott gerungen hat. Lots Frau hatte es nicht geschafft, sich von Sodom und ihrem angesammelten Reichtum zu lösen. Entgegen der Warnung des Engels schaute sie sich um und erstarrte zur Salzsäule. (1. Mo. 19) Abraham war sogar reicher als Lot, aber auch barmherziger, gelöst von allem, gerecht und edel. Er hat nie andere übervorteilt. Abraham wurde von den Hetitern „Fürst Gottes“ genannt (1. Mo. 23, 6). Er wurde der Vater aller Gläubigen. 

Den Reichen verschafft ihr Reichtum nicht das Himmelreich, aber viele schlaflose Nächte, zerrüttete Ehen, zerbrochene Existenzen und Ünglück statt Glück; und Milliarderssöhne sind suizidgefährdet. 

 

Und wie sollen sie Barmherzigkeit erlangen?

 

„Der Reiche rühme sich nicht seines Reichtums, sondern wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, dass er Einsicht hat und mich erkennt, dass ich der Herr bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit übt auf Erden! Denn daran habe ich Wohlgefallen, spricht der Herr.“ Jer. 9, 22. 23) 

Gott ist der Vater der Barmherzigkeit (2. Kor. 1, 3), und Jesus lebte Barmherzigkeit auf Erden aus, denn Gott war in ihm und mit ihm. Jesus kann alle freimachen, die Gebundenen, die Süchtigen und auch die Habsüchtigen. Zu den Jüngern sprach Jesus einmal: „Hütet euch vor der Habsucht! Denn niemandes Leben hängt von dem Überfluss ab, den er an Gütern hat.“ (Luk. 12, 15)

 

Ein reicher Narr

 

Jesus erzählt das Gleichnis vom reichen Mann, dessen Felder einen reichen Ertrag hatten, aber die Scheunen zu klein waren: „Das will ich tun: Ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen… und will zu meiner Seele sagen: Seele, du hast einen großen Vorrat auf viele Jahre; habe nun Ruhe, iß und trink und sei guten Mutes! Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! In dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern; wem wird gehören, was du bereitet hast? So geht es dem, der für sich selbst Schätze sammelt und nicht reich ist für Gott!“ Luk. 12, 18- 21

 

Der reiche Mann und der arme Lazazus

 

Eine andere Geschichte ist die  vom reichen Mann und dem armen Lazarus. Sie müsste alle Reichen erschrecken lassen. (Lukas 16, Verse 19- 31). Lazarus war schwer krank und vegetierte von den Abfällen des Reichen so dahin, bis er starb. Dann wurde er von den Engeln in Abrahams Schoß getragen und befand sich im Paradies; der reiche Man dagegen starb und befand sich in ewigen Qualen. Das war für beide erst der Hades (das Totenreich); für den einem die Vorstufe des Himmels, für den anderen die Vorstufe der Gehenna (Hölle). 

„Wer sich über den Armen erbarmt, der leiht dem Herrn, und er wird ihm seine Wohltat vergelten.“ (Spr. 19, 17)

 

Unrechtmäßiger Reichtum

 

Wer nicht auf legale Weise zu Reichtum gekommen ist, kann eine Begegnung mit Jesus kaum ertragen; doch er wird anschließend verändert sein und seine Einstellung verändern. In der Bibel finden wir ein gutes Beispiel darüber mit Zachäus. Er war ein Oberzöllner und ist durch Betrug zu Reichtum gekommen. Doch Zachäus wollte unbedingt Jesus einmal sehen. Er sah ihn, und Jesus sprach zu ihm: „Heute muss ich in dein Haus einkehren!“

Bei ihrem gemeinsamen Mahl sprach Jesus wohl nicht viel, aber durch seine Gegenwart war Zachäus innerlich aufgewühlt, und sein Gewissen plagte ihn. Er sprach zu Jesus: „Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und wenn ich jemand betrogen habe, so gebe ich es vierfältig zurück!“ Und Jesus sprach zu ihm: Heute ist diesem Haus Heil widerfahren!“ (Luk. 19, 8. 9a)

So können auch andere Menschen Frieden finden.

 

Unvergängliche Reichtümer der Herrlichkeit

 

Ihr Reichen: Gott bietet euch unvergängliche Reichtümer an, und unvergängliche Freude und ungetrübtes Glück. Und Gottes herrliche Himmelsgüter unterliegen keiner Entwertung und keiner Inflation. Gottes Schlösser und Paläste sind keine Luftschlösser. Der die herrliche Welt in ihrer ganzen Vielfalt und Kreativität geschaffen hat, der hält Herrlichkeiten in der Himmelswelt für den bereit, der an ihn glaubt. Der Apostel Paulus sagt: „Der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung in der Erkenntnis seiner selbst, erleuchtete Augen eures Verständnisses, damit ihr wisst, was die Hoffnung seiner Berufung und was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heilige ist.“ (Eph. 1, 17. 18)

 

 

Die sich für reich halten!

 

Es sind in Wahrheit arme Leute, die sich für reich halten. Sie sagen: „Ich bin reich und habe Überfluss, mir mangelt es an nichts. Sie erkennen nicht, dass sie in Wahrheit elend und erbärmlich sind, arm, blind und entblößt.“ Jesus sagt: „Ich rate dir, von mir Gold zu kaufen, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst, und weiße Kleider, damit du dich bekleidest und die Schande deiner Blöße nicht offenbar wird: und salbe deine Augen mit Augensalbe, damit du sehen kannst.“ (Offb. 3, 17. 18)

Wer Jesus nicht kennt, kann durchaus viel Reichtümer besitzen; doch ohne ihn bist du arm und blind und bloßgestellt. Das sind die Worte Jesu. Gott hat uns so sehr geliebt, dass er seinen eigenen Sohn für uns in den Tod gegeben hat. Sollten wir da nicht die Liebe Gottes erwidern? Und sollten wir nicht auch die Liebe Jesu zu uns erwidern, der das Erlösungswerk vollbracht und und erlöst hat vor dem Zorn Gottes? Die Liebe zu Gott wird durch gute Werke bewiesen. 

Johannes sagt: „Denn wie kann Gottes Liebe in einem Menschen bleiben, dem die Not seines Bruders oder seiner Schwester gleichgültig ist, obwohl er selbst alles im Überfluss besitzt?“ (1. Joh. 3, 17)

Jesus sagt: „Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden. Denn was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sein Leben verliert? Oder was kann der Mensch als Lösegeld für sein Leben geben?“ (Matth. 16, 25. 26)

 

Alle Dinge gemeinsam

 

Wenn ein Mensch von der Liebe Gottes erfasst wird, übt er Liebe und Barmherzigkeit aus. Und wenn er vom Heiligen Geist erfüllt wird, verliert er auch den letzten Rest des Egoismus und liebt seinen Bruder, seine Schwester bedingungslos und selbstlos. 

Nach der Ausgießung des Heiligen Geistes hatten die Jünger die Lektion der Barmherzigkeit gelernt und sie ausgeführt. Es heißt: „Es kam aber große Furcht über alle Seelen, und viele Wunder und Zeichen geschahen durch die Apostel. Alle Gläubigen waren aber beisammen und hatten alle Dinge gemeinsam; sie verkauften ihre Güter und Besitztümer und verteilten sie unter alle, je nachdem einer bedürftig war.“ (Apg. 2, 43- 45)

Sie blieben also in der Gemeinschaft und taten alles gemeinsam: Sie nahmen teil an den Gebetsstunden, sie teilten das Brot, den Wein und das Wort aus; sie teilten einander ihre Nöte mit, sie teilten ihre Güter auf, verkauften ihre Besitztümer, um Notdürftige daran teilhaben zu lassen, sie waren beständig und einmütig im Tempel, sie trafen sich auch in den Häusern und lobten Gott. Niemand hatte Not. Und ihr Glaube wurde gestärkt. Ich behaupte: Auf grund dieser Dinge und der Einmütigkeit der Gläubigen wirkte Gott viele Zeichen und Wunder; und täglich bekehrten sich Menschen, die der Gemeinde hinzugetan wurden.

Reichtum teilen! So könnte die große Hungersnot in der Welt bekämpft und aufgehoben werden. Tausende Kinder sterben täglich an Hunger, und viele Reiche leisten sich eine Übernachtung im Luxushotel in Dubai für mehr als 1.000,- Dollar. Um nur ein Beispiel zu nennen. Die Ungerechtigkeit nimmt zu in der Welt!

 

 

 

49. Erschütterungen

 

Unsere Welt scheint aus den Fugen zu geraten: Erschütterungen am laufenden Band! Unruhen und Erschütterungen unter der Erde und auf der Erde. Dabei wissen wir doch, dass  nach der frohen Weihnachts- Botschaft des Engels ein himmlisches Heer von Engeln erschienen war, die lobten Gott, sprachen: „Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden in den Menschen des Wohlgefallens!“ (Luk. 2, 14)

Also in den Menschen, die Gott Wohlgefallen. Gott liebt alle Menschen, und er will auch, dass allen geholfen werde;  doch er hat nicht an allen Wohlgefallen. Sein Wohlgefallen können wir nur durch Jesus erlangen.

Unbesonnenheit und Uneinigkeit bei den Menschen schaffen Unruhe und Unfrieden. Es brodelt und knirscht unter der Erde und auf der Erde. Es kommt zu keiner Einheit, weder in Europa, noch in anderen Erdteilen. Man setzt sich auseinander, statt zusammen! Es kommt zu schlimmen politischen Auseinandersetzungen und schließlich zu kriegerischen Konflikten, zu Not und Elend ohne Ende. In Nahost brodelt es schon lange, viel zu lange. Der Krieg in Syrien hat viel Leid geschaffen und fast die ganze Welt in Mitleidenschaft gezogen. Der Islam ist auf dem Vormarsch weltweit, und das Abendland schläft den „Schlaf der Gerechten.“ Es ist nicht einmal die Stärke des Islam, sondern die Schwäche des Abendlandes, dass es seit vielen Jahren überannt wird. Der christliche Glaube ist für Moslems nicht mehr zu erkennen. Daher haben sie ein leichtes Spiel. 

Und wir Menschen im Abendland sind entsetzt und erschüttert über die zunehmenden Anschläge und die vielen Toten. Entsetzt und erschüttert zu sein, das ist zu wenig! Die Erschütterung muss tiefer gehen, und das Entsetzen muss nicht nur das Gesicht sondern das Herz bewegen. Es muss die Gläubigen auf die Knie zwingen. Ein ernstes Gebet vermag viel auszurichten. Wir lesen in der Bibel, dass Gott selbst diese Welt einmal erschüttern wird. Es heißt: „Seine Stimme erschütterte damals die Erde; jetzt aber hat er eine Verheißung gegeben, indem er spricht: „Noch einmal erschüttere ich nicht allein die Erde, sondern auch den Himmel!“ Dieses „Noch einmal“ deutet aber hin auf die Beseitigung der Dinge, die erschüttert werden, als solche, die erschaffen worden sind, damit die Dinge bleiben, die nicht erschüttert werden können.“ (Hebr. 12, 26. 27)

 Der Prophet Haggai spricht auch von der Erschütterung der Heidenvölker. Genau das geschieht heute! Er sagt: „Denn so spricht der Herr der Heerscharen: Noch einmal, eine kurze Weile, werde ich den Himmel und die Erde erschüttern, das Meer und das trockne Land; und ich werde auch alle Heidenvölker erschüttern, und das Ersehnte der Heidenvölker wird kommen; und ich werde dieses Haus mit Herrlichkeit erfüllen…“ (Hag. 2, 6. 7)

Das bedeutet, dass gewisse Heidenvölker sich zu dem lebendigen Gott bekehren werden. Dazu gehören Ägypten und Syrien. Wer hätte das gedacht. Zur Zeit sieht es allerdings nicht danach aus. Doch, was Gott zusagt, das hält er gewiss! Was sind denn nun die Dinge, die nicht erschüttert werden können? Das lesen wir im gleichen Abschnitt. „Darum, weil wir ein unerschütterliches Reich empfangen, lasst uns die Gnade festhalten, durch die wir Gott auf wohlgefällige Weise dienen können mit Scheu und Ehrfurcht!“  (Hebr. 12, 28)

Jesus hat es verkündigt, und er sagt zu Nikodemus: „Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ (Joh. 3, 3) 

Wer von Jesu Worten und vom Heiligen Geist ergriffen wird, der wird allen Erschütterungen dieser Welt standhalten können. Wir müssen aber durch viele Bedrängnisse ins Reich Gottes eingehen. (Apg. 14, 22b) Gott helfe uns dazu.

 

Der Friedefürst

 

Wann kommen denn die äußeren Erschütterungen endlich zur Ruhe? So fragen sich viele Menschen. Dafür sieht es duster aus. Weil die große Masse der Menschheit das „Licht der Welt“ nicht begehrt und nicht ergriffen hat (Joh. 1, 5), muss sie mit der Dunkelheit zurechtkommen. Wer Jesus ablehnt, hat auch keinen Frieden mit Gott (Röm. 5, 1. 2; Eph. 2, 12), keine Gnade von Gott und keine Hoffnung. Friedlos - gnadenlos - hoffnungslos, das sieht dunkel aus. Doch die Tür zur Gnade Gottes, die in Jesus Christus geöffnet wurde, steht noch offen für jedermann. Gott ist ein Gott des Friedens. (1. Kor. 14, 33) Den wahren Herzensfrieden kann dir nur Jesus geben.

Er ist der „Friedefürst.“ (Jes. 9, 5) In ihm haben wir Frieden. Was die Welt heute nötiger denn je braucht, ist Frieden im Herzen und Frieden auf Erden! Der Friede zwischen den Völkern kann nur dann entstehen, wenn ihre Menschen Frieden mit Gott haben. Das wird geschehen, wenn der „Friedefürst“ erscheinen wird. Doch vorerst wird zeitweise sogar der Friede von der erde genommen sein. Paulus sagt: „Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, und euer ganzes Wesen, der Geist, die Seele und der Leib, möge untadelig bewahrt werden bei der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus.“ (1. Thess. 5, 23)

Der Friedefürst  ist der Friedensbringer für die Welt. Kein Mensch und kein anderer Geist sonst und sei er noch so hoch, kann Frieden schaffen. Nur Jesus kann es, weil er den Lügner und „Mörder“ der Seelen, den Fürsten dieser Weltzeit entlarvt und besiegt hat. Er hat auch dem Tode die Macht genommen und hat die Schlüssel der Hölle und des Totenreichs. Jesus wohnt in unseren Herzen. Deshalb haben wir Frieden mit Gott und mit allen Menschen. Er ist uns von Gott gemacht „zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung.“ (1. Kor. 1, 30) Wie sollte ich ihn nicht lieben! 

 

 

 

49. Wächter auf Zions Mauern 

 

Es gibt ein Sprichwort das heißt: „Not lehrt beten!“ 

Tatsächlich: In Zeiten des Wohlstands und des Überflusses sind die Menschen übersättigt und finden den Weg in die Kirche nicht mehr; und die Gebetshäuser sind leer. Doch in Notzeiten wissen die Leute wo die Kirche steht, ohne dass es ihnen jemand sagt. Ich erinnere daran: In der Nachkriegszeit waren die Kirchen und Missionszelte in Deutschland häufig überfüllt. So kamen 1960 oder 1961 25.000 Menschen zu einer Evangelisation mit Billy Graham in Essen, obwohl das Zelt nur 20.000 Sitzplätze hatte. 5.000 Menschen standen draußen und lauschten an den Lautsprechern. „Das war eine andere Zeit“, sagen die Beobachter. Stimmt! Das war eine Zeit, in der die Menschen nicht nur Hunger nach Brot hatten, sondern auch Hunger nach Gottes Wort. 

Können wir denn nicht auch in guten Zeiten Gott danken für den Wohlstand! Muss Gott uns denn erst wieder „Notzeiten“ schicken, damit wir zur Besinnung kommen, umkehren und dem die Ehre geben, der die Welt geschaffen hat und alle Geschicke in seiner Hand hält? Israel ist ein Mahnmal. Trotz Mahnung der Propheten waren sie häufig von ihrem und unserem Gott abgefallen; und dann hatten ihre Feinde die Oberhand und zerstörten ihre Hauptstadt. Jerusalem lag in Trümmern, wie Deutschland. Gott will kein Trümmerfeld. Dafür sorgen die Feinde. Wir dürfen das Feld nicht den Feinden überlassen. Gottskinder müssen das Territorium behaupten und bewachen, das Gott ihnen anvertraut hat. Eph. 6, 13 Die Wächter standen damals auf Zions Mauern und hielten Wache. Jesaja ruft: „Um Zions willen schweige ich nicht, und um Jerusalems willen lasse ich nicht ab, bis seine Gerechtigkeit hervorbricht wie Lichtglanz und sein Heil wie eine brennende Fackel.“ (Jes. 62, 1) 

Es geht um die Gerechtigkeit und um das Heil Gottes. Solange nicht Seine Gerechtigkeit hervorbricht wie ein Lichtglanz und sein Heil wie eine brennende Fackel, wird es auf dieser Erde keinen Frieden geben. Die Strategie unseres Glaubenskampfes muss auch die des Propheten Jesaja sein, damit „die Heiden Gottes Gerechtigkeit sehen und alle regierenden Könige seine Herrlichkeit. (Vers 2)

Wenn „Jerusalem in Trümmern liegt“, so können oder müssen wir dies geistlich für unsere Situation ausrichten und schauen, was bei uns in Trümmern liegt. Ist etwa die Gemeinde eingeschlafen oder vom rechten Weg abgekommen, dann braucht es Wächter, die in die Posaune blasen. Hat unser Volk den rechten Weg des Heils verlassen, dann braucht es ebenfalls Wächter, die das erkennen und darauf hinweisen. Die Ungläubigen, die Moslems, die einem falschen Gott Alah dienen, der ein Götze war und ist, und nicht heilen und nicht helfen kann. Sie müssen den wahren Gott in Jesus Christus kennen lernen. Sie haben jahrelang in Israel Anschläge verübt; jetzt tun sie es auch in Deutschland und in der ganzen Welt. Es ist höchste Zeit, dass das Abendland sich den Schlaf aus den Augen reibt und aufwacht.

Gott liebt auch die Nachkommen des Ismael. Ismael war ein Sohn Abrahams, und Abraham hat Isaak, den Sohn der Verheißung gesegnet, er hat aber auch Ismael, der kein Erbe, aber ein großes Volk werden sollte, gesegnet. Und viele Moslems bekehren sich bereits zu Jesus, erleben Zeichen und Wunder, und Gott spricht zu ihnen, weil er sie lieb hat. Es bringt großen Segen für den, der für Jerusalem betet, auch für den, der für Deutschland betet, auch für den, der für Moslems betet! Für wen willst du Wächter sein? Für wen willst du beten? 

„Dann wirst du eine Ehrenkrone in der Hand des Herrn sein und ein königliches Diadem in der Hand deines Gottes.“ 

„Man wird dich nicht mehr Verlassene nennen und dein Land nicht mehr als „Wüste“ bezeichnen, sondern man wird dich nennen „Meine Lust an ihr“ und dein Land „Vermählte“; denn der Herr wird Lust an die haben, und dein Land wird wieder vermählt sein.“ (Verse 3. 4)

Wie sieht es nun mit den Wächtern aus in unserer Gemeinde, unserer Stadt, oder in unserem Land? Sind sie auf ihrem Posten? Falls die Wächter eingeschlafen sind, sieht es böse aus. Dann fehlt der Weckruf,  dann fehlt auch der Mahnruf!

Gott will seinem Volk Erkenntnis des Heils geben; das ihnen zuteil wird durch die Vergebung der Sünden. Nicht die Sicherung des Wohlstands soll das primäre Volksbegehren sein, sondern die Gewissheit des Heils. Erlöste haben eine Pflicht in dieser dunklen Welt: Sie müssen ihr Licht leuchten, Wegbereiter Jesu Christi sein. Gott will unserem Volk Heil schenken! Dies müssen wir glauben und verkündigen. „O Jerusalem, ich habe Wächter auf deine Mauern gestellt, die den ganzen Tag und die ganze Nacht nicht einen Augenblick schweigen sollen. Die ihr den Herrn erinnern sollt, gönnt euch keine Ruhe! Und lasst auch ihm keine Ruhe, bis er Jerusalem wieder aufgerichtet, und bis er es zum Ruhm auf Erden setzt.“ (Jes. 62, 6. 7)

Lass dir von Gott diese Last auferlegen und bete, bis unsere Gemeinden wieder gesund sind, bis Deutschland eine Ausgießung des Heiligen Geistes und eine Erweckung erfährt, und bis er Jerusalem wieder aufgerichtet hat! Wer treu ist im Gebet, der kann dann am Ende sprechen: „Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter auf den Morgen.“ (Ps. 130, 6a)

 

 

 

 48. Die Herrlichkeit Gottes

 

1. „Dein ist die Herrlichkeit!“

 

Unser Gott ist ein Gott der Herrlichkeit, der Gott unseres Herrn JESUS CHRISTUS, und der Vater der Herrlichkeit. Auf dieser fluchbeladenen Erde kann nur menschlich begrenzte und zeitlich begrenzte Herrlichkeit sein, also eine kurze und vergängliche Herrlichkeit. Doch je mehr wir die Nähe Gottes suchen und je näher  wir Gott sind, desto mehr und intensiver können wir Die Herrlichkeit Gottes erfahren. Wahre und dauerhafte Herrlichkeit ist bei Gott, dem Vater. Daher lehrt Jesus seine Jünger und uns beten: „Unser Vater, der du bist im Himmel! Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden.“

Das steht ganz bewusst so an erster Stelle. Wir müssen beim Beten unseren Blick zu allererst und ganz bewusst auf Gott, den Schöpfer aller Dinge, auf seine Majestät und Würde und auf seinen großen und herrlichen Namen richten. Auch auf die Erhabenheit und Heiligkeit Gottes und sein Reich. Gottes Name ist heilig, wird von der Engelwelt im Himmel heilig gehalten und soll auch auf Erden geheiligt werden! Sein Reich ist im Himmel, und es muss auch auf Erden kommen! Sein Wille geschieht im Himmel, und er muss auch auf Erden geschehen! Diese drei Dinge haben Priorität und müssen die erste Stelle in unseren Gebeten einnehmen. Denn sie haben einen höheren Stellenwert, als alle anderen Dinge und als alle unsere menschlichen Belange, Bitten und Bedürfnisse. Deshalb lehrt Jesus uns, in dieser Reihenfolge unser Gebet und unsere Bitten vor Gottes Thron zu bringen. Dann können wir auch unsere Bedürfnisse, wie das tägliche Brot und andere Nöte wie Leid und Krankheiten ihm sagen. Bitt um Vergebung der Schuld in der Weise, wie du dem Nächsten seine Schuld vergibst. Es folgt dann: „Und führe uns nicht in Versuchung, sondern errette uns von dem Bösen!“

Wenn wir das Gebet in die Praxis umsetzen, dringen wir durch zum Reich, zur Kraft und zur Herrlichkeit Gottes. Es heißt: „Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen!“ Denke daran: Wenn du betest, so betest du zu Gott, dem das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit eigen ist. 

 

2. Die Herrlichkeit Jesu

 

Wir lesen im Bericht des Stephanus über Abraham: „Der Gott der Herrlichkeit erschien unserem Vater Abraham als er in Mesopotamien war …“ (Apg. 7, 2)

Die Herrlichkeit Gottes erschien Mose in einer Wolke. (2. Mo. 16, 11) Gott redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht. Als Gott Mose sagte, dass er Gnade gefunden habe vor seinen Augen, sprach er zu Gott: „So lass mich doch deine Herrlichkeit sehen!“ Doch Gott sprach zu ihm: „Mein Angesicht kannst du nicht sehen, denn kein Mensch wird leben, der mich sieht.“ (2. Mo. 33, 18. 20)

Als die Zeit dafür erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn auf die Erde. Jesus verließ die Herrlichkeit des Vaters und kam arm und gering auf diese Erde, um uns zu erlösen. Johannes sagt: „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ (Joh. 1, 14)

Gott ist der Vater der Herrlichkeit, und Jesus empfing Herrlichkeit vom Vater. (Joh. 12, 28; 17, 10. 24)

Petrus sagt: „Wir sind Augenzeugen seiner herrlichen Majestät gewesen. Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit, als eine Stimme von der hocherhabenen Herrlichkeit an ihn erging: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe!“ (2. Petr. 1, 16b. 17)

Jesus betet: „Vater, die Zeit ist gekommen! Lass jetzt die Herrlichkeit deines Sohnes erkennbar werden, damit dein Sohn deine Herrlichkeit sichtbar macht.“ (Joh. 17, 1b, Hof.)

Nicht alle erkennen die Herrlichkeit Jesu, darum können sie auch nicht die Herrlichkeit des Vaters erfassen und nicht erkennen. Ohne Glauben ist es unmöglich Gott zu gefallen, auch nicht die Herrlichkeit Gottes zu sehen.Gott, der Vater, hat Jesus verherrlicht, und der Sohn Gottes hat uns von seiner Herrlichkeit mitgeteilt. Im gleichen Kapitel sagt Jesus: „Vater, ich möchte, dass alle, die du mir gegeben hast, bei mir bleiben. Sie sollen an meiner Herrlichkeit teilhaben. Du hast mir die Herrlichkeit gegeben, denn du hast mich geliebt, längst bevor die Welt geschaffen wurde.“  (Joh. 17, 24, Hof.)

Jesus kommt wieder als König und Herr, in Kraft und Herrlichkeit. (Matth. 24, 29. 30)

 

3. Die Herrlichkeit der Kinder Gottes

 

Gott will „den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Gefäßen der Barmherzigkeit erzeigen, die er zuvor zur Herrlichkeit bereitet hat.“ (Röm. 9, 23)

Wer sind denn die Gefäße der Barmherzigkeit? Das sind die Erlösten aus den Juden und aus allen Nationen. Paulus spricht auch von den „Gefäßen des Zorns“, die Gott getragen und zum Verderben zugerichtet hat.“ (Vers 22)

In Römer acht sagt er: „Ich bin ganz sicher, dass alles, was wir zurzeit erleiden, nichts ist, verglichen mit der Herrlichkeit, die Gott uns einmal schenken möchte. Darum wartet die ganze Schöpfung sehnsüchtig und voller Hoffnung auf den Tag, an dem Gott seine Kinder in diese Herrlichkeit aufnimmt. Ohne eigenes Verschulden sind alle Geschöpfe der Vergänglichkeit ausgeliefert, weil Gott es so bestimmt hat. Aber er hat ihnen die Hoffnung gegeben, dass sie zusammen mit den Kindern Gottes einmal von Tod und Vergänglichkeit erlöst und zu einem neuen, herrlichen Leben befreit werden.“ (Röm. 8, 18- 21, Hof.)

So besteht also Hoffnung für alle glaubenden Menschen und durch das Offenbarwerden der „Söhne Gottes“ auch Hoffnung auf Erlösung für die gesamte Kreatur.

Gott hat uns durch das vollkommene Opfer Jesu Christi Teilhaber seiner Herrlichkeit werden lassen und uns zur Herrlichkeit Gottes zubereitet. Den Reichtum der Herrlichkeit Gottes will Gott an den Gefäßen der Barmherzigkeit, also an uns, erzeigen und offenbar machen. „Die gespannte Erwartung  der Schöpfung sehnt die Offenbarung der Söhne Gottes herbei.“ (Vers 19)

Die gesamte Tierwelt soll also auch von dem Fluch des Fressens und Gefressenwerden erlöst werden. (vergleiche Jesaja 11, 6- 9) Daher wartet die gesamte Schöpfung und ist gespannt darauf, was mit der „Krone der Schöpfung“ passiert. Wir haben die Erlösung im Glauben angenommen. Wir sind auch erlöst, aber noch nicht vollkommen; unsere Leiber bedürfen noch der Erlösung  und der Verwandlung. Die Schöpfung soll „befreit werden von der Knechtschaft der Sterblichkeit zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes.“

Paulus sagt: „Auch wir erwarten seufzend die Sohnesstellung, die Erlösung unseres Leibes.“ (Vers 23b)

Wir sind Erben des Königs und Vaters der Herrlichkeit!

 

 4. Erleuchtete Augen

 

Paulus schreibt an die Gemeinde zu Ephesus: „Ihn, den Gott unseres Herrn Jesus Christus, dem Vater, dem alle Herrlichkeit gehört, bitte ich darum, euch durch seinen Geist Weisheit zu geben, dass ihr ihn immer besser erkennt und er euch seinen Plan zeigt. Er öffne euch die Augen, damit ihr seht, wozu ihr berufen seid, worauf ihr hoffen könnt und welch unvorstellbar reiches Erbe auf alle wartet, die zu Gott gehören.“ (Eph. 1, 17. 18, Hof.)

 Gott hat uns reich beschenkt; aber wir Christen verhalten uns oft so, als wären wir geistlich arm; darum treten wir vor Gott wie Bettler auf, die nichts zu haben scheinen und immer wieder betteln, statt zu danken.  Uns ist zu wenig bewusst, was Gott uns in seinen Verheißungen festgeschrieben und zugesagt hat. 

Gott muss unseren Verstand erleuchten! Gott gebe uns „erleuchtete Augen“, damit wir sehen, welche großartigen Verheißungen darauf warten, von uns als Gottesgeschenk in Anspruch genommen zu werden. Mit einem geöffnetem Herzen und einem gesalbten Geist sehen und erkennen, was uns von Gott gegeben ist: „Ein Kind ist uns gegeben, ein Sohn ist uns geboren; und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer, Ratgeber, starker Gott, Ewig- Vater, Friedefürst.“ (Jes. 9, 5)

Jesus ist  das größte Geschenk Gottes an uns Menschen. Wie gehen wir mit ihm um? Was machst du mit deinem Gottesgeschenk?

Sehr oft lassen wir das Geschenk von Gott einfach links liegen, wie ein undankbares Kind, welches das Weihnachtgeschenk nur auspackt und sofort zur Seite legt, um es dann kaum noch zu beachten. Lass deine Bibel im Schrank nicht verstauben! Schau mal wieder hinein! Schätze liegen darin verborgen. Sie müssen ausgegraben, erkannt und erforscht werden, zu unserem Nutzen.

 

5. Die Herrlichkeit des Evangeliums

 

Paulus stellt die Herrlichkeit des Gesetzes der Herrlichkeit des Evangeliums, also der Botschaft von Jesus Christus, gegenüber. Er sagt: „Schon das Gesetz, das in Stein gehauen war und den Tod brachte, ließ etwas von der Gottesherrlichkeit erkennen. Nachdem Gott Mose das Gesetz gegeben hatte, lag da nicht ein Glanz auf Moses Gesicht - so stark, dass die Israeliten es nicht ertragen konnten? Doch wie schnell war dieser Glanz erloschen!“ (2. Kor. 3, 7, Hof.)

Und Paulus schlussfolgert: Wieviel herrlicher muss es dann sein, die rettende Botschaft von Christus zu verkündigen, denn sie führt die Menschen durch Gottes Geist zum Leben!“ (Vers 8)

Paulus gebraucht in diesem Abschnitt zwei Ausdrücke: „Dienst des Todes“ und „Dienst des Geistes in Herrlichkeit.“

„Dienst des Todes“ = das Gesetz in Stein gehauen, es brachte kein Leben, es brachte aber unsere Sündenschuld ans Licht. Der „Dienst des Geistes in Herrlichkeit“ = das ewige, lebenspendende Evangelium. In der Übersetzung „Hoffnung für alle“ heißt es: „Die Herrlichkeit des Gesetzes verblasst vor der Herrlichkeit der Botschaft von Jesus Christus. Wenn schon das Gesetz, das doch nur für eine bestimmte Zeit galt, Gottes Herrlichkeit erstrahlen ließ, um wie viel mehr wird sich Gottes Herrlichkeit durch die Botschaft von Jesus Christus offenbaren, die ewig gilt!“ (2. Kor. 3, 10. 11, Hof)

 

Und weil wir diese Hoffnung haben, können wir die herrliche Botschaft von Jesus Christus ( oder: Die Botschaft von der Herrlichkeit Jesu) mit Freimut und offenem Gesicht und voller Zuversicht verkündigen. Wir brauchen unser Gesicht nicht mit einem Tuch oder eine Decke verhüllen. Daher folgert Paulus: „Wir alle aber stehen mit unverhülltem Gesicht vor Gott und spiegeln seine Herrlichkeit wider. Der Herr verändert uns durch seinen Geist, damit wir ihm immer ähnlicher werden und immer mehr Anteil an seiner Herrlichkeit bekommen.“ (Vers 18, Hof)

Die Ungläubigen hat Satan (der Fürst dieser Welt) so verblendet, dass sie das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus nicht sehen, welcher das Ebenbild Gottes ist.“ (2. Kor. 4, 4)

 

 

47. Die Hoffnung der Herrlichkeit

 

  1. Jesus gibt uns Hoffnung

 Jesus ist der einzige Weg zu Gott. Es gibt keinen anderen Weg und keine andere Möglichkeit, ins Reich Gottes eingehen zu können. Indem wir das Wort Gottes annehmen, bestätigen wir, dass Gott wahrhaftig ist, der seinem Sohn zu unserer Erlösung gesandt hat. Der Geist Gottes beginnt dann zu wirken. Die Wiedergeburt ist im Grunde eine Auferstehung aus dem Tod. Zwei Dinge müssen zusammenkommen, die Gnade Gottes von oben und das Ja zu Jesus von unten. Die Wiedergeburt ist nötig: „Denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten, so dass sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade auf Grund der Erlösung, die in Christus Jesus ist.“ (Röm. 3, 23. 24) 

Alle haben den Tod verdient; „aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.“ (Röm. 6, 23) 

Jesus ist gekommen, um uns zu erlösen. Er wurde das Sühnopfer für unsere Schuld. Er gab uns die Hoffnung der Herrlichkeit! Ihn müssen wir haben! Er hat uns, die wir ausgeschlossen waren aus der Familie Gottes, miteingeschlossen und uns das Bürgertum des Himmels erworben. Er hat uns, die wir keine Hoffnung hatten, eine lebendige Hoffnung in unser Herz gelegt. „Gott hat uns wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten.“ (1. Petr. 1, 3) „Diese Hoffnung halten wir fest als einen sicheren und festen Anker der Seele, der auch hineinreicht ins Innere , hinter den Vorhang, wohin Jesus als Vorläufer (gr. prodromos) für uns eingegangen ist, der Hohepriester in Ewigkeit geworden ist…“ (Hebr. 6, 19. 20a)

„Diese Hoffnung hat ihren festen Grund darin, dass Jesus Christus von den Toten auferstanden ist. Sie richtet sich auf das neue Leben, das er schon jetzt im Himmel für euch bereithält als einen Besitz, der niemals vergeht oder verdirbt oder aufgezehrt wird. Wenn ihr ihm fest vertraut, wird er seine starke Hand über euch halten und euch bewahren, so dass ihr gerettet werdet und am Ende der Zeit das unvergängliche Leben bekommt, das er euch zugedacht hat.“ (1. Petr. 1, 3b- 5, Hfa) 

„Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit!“ (Kol. 1, 27b)

 

2. Hoffnung über den Tod hinaus

 

Jeder Mensch hat gewisse Vorstellungen vom Leben und stellt gewisse Ansprüche an das Leben. Bei den meisten enden die Vorstellungen mit dem Tod, weil aufgrund der Sünde jeder Mensch sterben muss, und weil der Mensch ohne Gott denkt: „Mit dem Tod ist alles aus!“ Wer sagt denn so etwas? „Der Narr spricht in seinem Herzen: Es gibt keinen Gott!“ (Ps. 14, 1) Wenn es keinen Gott gäbe, wäre auch Christus nicht vom Tod auferstanden. Dann gäbe es keine Erlösung, keine Auferstehung und keine Hoffnung. Dann wäre das Leben sinnlos, ziellos, hoffnungslos (1. Kor. 15, 12- 20)! Gott schafft nichts ohne Zielbestimmung. Es heißt: „Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bilde Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.“ (1. Mo. 1, 27) Durch Adam kam die Sünde in die Welt, durch Christus die Gnade. Durch die Sünde haben wir das Bild Gottes verloren, durch Christus können wir es wieder erlangen. Wir werden verwandelt werden in sein Bild. Die Hoffnung der Christen reicht über den Tod hinaus, weil Christus, der Herr der Gemeinde, die Welt überwuden und den Tod besiegt hat.

 

3. Hoffnung gibt uns Heimat

 

Nicht die Heimat gibt uns Hoffnung, sondern die Hoffnung gibt uns Heimat. Die meisten Menschen haben nur eine irdische Heimat; sie kennen Jesus nicht und wissen nichts von der himmlischen Heimat. Darum haben sie auch keine Hoffnung auf die Auferstehung von den Toten. Auch wir waren einst ohne Hoffnung, denn wir waren ohne Christus und hatten keinen Zugang zu Gott, dem Vater. „Denkt daran, dass ihr einst… zu jener Zeit ohne Christus wart, … und ihr hattet keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt.“ (Eph. 2, 12)

Für Christen gibt es ein einst (ohne Christus, ohne Bündnisse der Verheißung und ohne Hoffnung,) und ein jetzt, die Zeit mit Christus und mit der Hoffnung des ewigen Lebens. Die Gläubigen des Alten Bundes „waren davon überzeugt, dass sie Fremdlinge und Wanderer ohne Bürgerrecht sind auf Erden; denn die solches sagen, geben damit zu erkennen, dass sie ein Vaterland suchen.“ Hebr. 11, 13.14) Unser Bürgerrecht ist im Himmel. Von dort kam Jeus, um uns zu erlösen. Von dort kommt er wieder, um uns nach Hause zu führen.

 

4. Die Hoffnung gibt uns Halt

 

Die Hoffnung ist ein fester Ankergrund unserer Seele. Die christliche Hoffnung ist im Worte Gottes und im Herzen des Gläubigen verankert. Das inspirierte Wort Gottes wird nie vergehen. Wir halten uns also an den Ewigkeitswerten und an den Zusagen Gottes, der nicht lügen kann. Das ist unser Ankergrund. Diese Hoffnung gibt uns einen sicheren Halt. Wir halten fest, was unserem Leben Halt gibt. Unser Herr Jesus ist der Felsengrund auf dem wir stehen; er ist der Grund unseres Glaubens und auch der Grund unserer Hoffnung. Unser Glaube an Jesus, und unsere Hoffnung liegen in Gott fest gegründet. Das gibt unserer Seele festen Halt. „Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“ (1. Kor. 3,10b. 11; Hebr. 10, 23))

 Solche Hoffnung gibt deinem Leben Halt! Verlier nie diesen Halt! Halte fest an dieser Hoffnung, ohne zu wanken!

 

5. Die Hoffnung gibt uns Trost

 

Auch im Sterben  nimmt die Hoffnung dem Gläubigen die Furcht vor dem Tod. Der uns diese Hoffnung gab, der hat den Tod besiegt! Diese Hoffnung ist im Worte Gottes festgeschrieben und kann nicht gelöscht werden. Sie ist durch die Auferstehung Jesu von den Toten festgemacht und begründet. (1. Kor.15,16-22) Gott ist ein Gott des Trostes, der Barmherzigkeit, der Liebe, des Friedens, der Geduld und der Hoffnung (2. Kor.1,3; 13,11; Röm.15, 33.5.13.)

Wir hoffen auf den Herrn; er gibt uns Hoffnung. Sein Wort gibt uns Anlass und Grund zur Hoffnung. Darum setzen wir unser ganzes Vertrauen auf ihn. Denn er weidet mich auf grünen Auen. Er führt uns zu stillen, frischen Wassern. er erquickt meine Seele. Er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Ich fürchte kein Unglück, auch dann nicht, wenn ich durchs Tal des Todesschatten wanderte. Denn du bist bei mir; dein Stecken und Stab trösten mich! Ja, der Herr ist unser Tröster, und der Heilige Geist, der in uns wohnt, wird auch Tröster genannt. 

Jesus sagt: „Liebt ihr mich,so haltet meine Gebote! Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Tröster, Beistand, Fürsprecher geben, dass er bei euch bleibt in Ewigkeit.“ (Joh. 14, 16)

 

6. Die Hoffnung hat ein Ziel

 

Der feste Grund unserer Hoffnung ist Jesus selbst. Er ist auch das Ziel unseres Glaubens. Johannes sagt: „Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Kinder Gottes heißen sollen! Darum erkennt uns die Welt nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat. Geliebte, wir sind jetzt Kinder Gottes, und noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen aber, dass wir ihm gleichgestaltet sein werden, wenn er offenbar werden wird; denn wir werden ihn sehen wie er ist.“ (1. Joh. 3, 1-2)

Die Welt erkennt uns nicht, weil sie Gott nicht erkannt hat und den Heiligen Geist nicht empfangen kann in diesem sündigen und unbußfertigen Zustand (Joh. 17, 3; 14,17). Menschen, die Leben aus Gott haben, die haben eine lebendige Hoffnung. Das ist unsere Hoffnung: Wir werden auferstehen aus den Toten zum ewigen Leben, wir werden ihm gleichgestaltet und verwandelt werden in sein Bild, und wir werden ihn sehen wie er ist! „Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich, gleichwie auch er rein ist.“ (Vers 3) 

Hoffnung hat eine Ausrichtung zu Gott, unserem Vater. So sagt Petrus auch: „… die ihr durch ihn (Jesus) an Gott glaubt, der ihn aus den Toten auferweckt und ihm Herrlichkeit gegeben hat, damit euer Glaube  und eure Hoffnung auf Gott gerichtet seien.“ (1. Petr. 1, 21)

 

 

7. Die Substanz der Erwartung

 

Stehst du im Glauben, erwartest du die Wiederkunft Jesu? Der Glaube (= pistis) ist die Annahme (gr.= hypostasis) dessen, was man erwartet. Der Glaube ist die Substanz, die Grundlage oder das Wesen unserer Erwartung (elpis= Hoffnung). Die Bibel sagt: „Denn wir sind Mitteilhaber des Christus geworden, das heißt, wenn wir die anfängliche Grundlage bis zur Vollendung stetig festhalten.“ (Hebr. 3, 14, Konk.)

 Annahme heißt auf lateinisch substantia.  Erwartung hat mit Warten und Ausharren zu tun. David wartete auf Gott (Ps. 62, 2), Joseph von Arimathia wartete auf das Reich Gottes (Mk. 15, 43), Simeon und andere mit ihm warteten auf den Trost Israels (Luk. 2, 25), jene 70 Jünger warteten auf die Verheißung des Vaters (Apg. 1, 4). Paulus schreibt an Titus: „Denn die Gnade Gottes ist erschienen, die heilbringend ist für alle Menschen; sie nimmt uns in Zucht, damit  wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in der jetzigen Weltzeit, indem wir die glückselige Hoffnung erwarten und die Erscheinung der Herrlichkeit  des großen Gottes und unseres Retters Jesus Christus.“ (Tit. 2, 11- 13)

Jesus gibt dir die Hoffnung des ewigen Lebens! Er ist auch für dich am Kreuz gestorben.

 

8. Hoffnung und Erwartung der Herrlichkeit Gottes

 

Wir lesen im Philipper- Brief: „Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus erwarten als den Retter, der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird, so dass er gleichförmig wird seinem Leib der Herrlichkeit, vermöge der Kraft, durch die er sich selbst auch alles unterwerfen kann.“ (Phil. 3, 20. 21)

Das Reich Christi wird in Macht und Herrlichkeit hervorbrechen. (Matth. 24, 30) Doch bevor der „helle Tag“ anbricht, muss der „Morgenstern aufgehen in unseren Herzen.“ (1. Petr. 1, 19)

Jesus sagt: „Ich bin die Wurzel und der Spross Davids.“ (Offb. 22, 16b) Das gilt Israel. Als die Wurzel ist er göttlich und Davids Herr. Als Spross ist er Mensch, Sohn Davids. (Ps. 110, 1) Jesus ist geboren und gestorben als „König der Juden.“ (Matth. 2, 2; 27, 37) Er wird auch regieren als König der Juden (Sach. 9, 9). Im Verhältnis zur Gemeinde ist Jesus der  leuchtende Morgenstern. 

Wir rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. Aber nicht nur das, sondern wir rühmen uns auch in den Bedrängnissen, weil wir wissen, dass die Bedrängnis standhaftes Ausharren bewirkt, das standhafte Ausharren aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung, die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.“ (Röm. 5, 2b- 5) 

„Jesus wird denen erscheinen, „die auf ihn warten (ihn erwarten), nicht wegen der Sünde, sondern zum Heil!“ (Hebr. 9, 28b)

Das Warten auf die Herrlichkeit Gottes, oder die Erwartung der Erscheinung Jesu, lässt uns nicht träge sondern aktiv werden!

 

9. Das Seufzen in der ganzen Schöpfung

 

Der Apostel spricht in Römer Kapitel acht ein wichtiges Thema an.

„Die Leiden der jetzigen Zeit fallen nicht ins Gewicht gegenüber der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll. Denn die gespannte Erwartung der Schöpfung sehnt die Offenbarung der Söhne Gottes herbei. Die Schöpfung ist nämlich der Vergänglichkeit unterworfen, nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin, dass auch die Schöpfung selbst befreit werden soll von der Knechtschaft der Sterblichkeit zur Freiheit der Herrlichkeit der Söhne Gottes.“ (Röm.8,19f)

 

Eine tiefe Sehnsucht oder eine gespannte Erwartung liegt also in der ganzen Schöpfung (Vers 19). Die griechische Bezeichnung dafür heißt apo karadokia= Vorahnung. (vergleiche Phil. 1, 20). Gott hat Großartiges mit der gesamten Schöpfung vor! Diese Schöpfung hat durch den Sündenfall Schaden erlitten (Fluch Gottes, 1. Mo. 3, 17); sie liegt in Knechtschaft. Auf grunddessen liegt eine gespannte Erwartung, ein Sehnen und ein Seufzen auf ihr. Worauf ist die Schöpfung gespannt? Worauf wartet sie? Auf die Offenbarung der Söhne Gottes! Sind wir denn nicht bereits jetzt erlöst? Ja, wir sind erlöst, aber für die Schöpfung ist unserere Erlösung unvollkommen und unsichtbar. In Vers 22 stellt Paulus das Seufzen der unreellsten Schöpfung heraus, indem er sagt: „Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung mitseufzt und mit in Wehen liegt, (weil auch die Gotteskinder in ihrem unerlösten Leibe seufzen) bis jetzt; und nicht nur sie , sondern auch wir selbst, die  wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir erwarten seufzend die Sohnesstellung, die Erlösung unseres Leibes. Denn auf Hoffnung hin sind wir errettet worden. Eine Hoffnung aber, die man sieht, ist keine Hoffnung… Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so erwarten wir es mit standhaftem Ausharren.“ (Röm. 8, 25)

Wir erwarten die vollkommene Sohnesstellung, die wir jetzt schon im Glauben erfassen können (Röm. 8, 14.15), die aber erst durch die leibliche Auferstehung vollkommen wird. Dann kann auch die Kreatur zu einem neuen, erlösten Leben auferstehen. (Jes. 11, 6- 9) „Denn alle, die durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes.“ 

Der Gegenstand unseres Glaubens ist unseren Augen jetzt noch verborgen; doch wir werden sehen, was wir geglaubt haben! „Wenn aber das Vollkommene in die Erscheinung tritt, dann sind alle Teilwahrheiten überwunden.“ (1. Kor. 13, 10, Br.)

Paulus kannte noch ein anderes „Mit- seufzen“, das des Geistes Gottes, der uns zu Hilfe kommt (Röm. 8, 26- 27). Sonst wären wir nicht imstande, recht zu beten wie es Gott gefällt. Ein Seufzer auf Gott ausrichtet kann schon ein Gebet sein. Paulus sagt: „Ebenso kommt auch der Geist unseren Schwachheiten zu Hilfe. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt; aber der Geist selbst tritt für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern.“ (Röm. 8, 26)

 

10. Hoffnung gibt dir Kraft

 

Hoffnung hat Kraft, sie kann uns auch in schweren Zeiten, wie Krankheit, Versuchung, Drangsal, Verfolgung, durchzutragen. Wer kann uns nehmen, was Gott uns gegeben hat, wer uns enterben vom himmlischen Erbe? „Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein? Er, der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat, wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken? Wer will gegen die Auserwählten Gottes Anklage erheben? Gott ist es doch, der rechtfertigt! Wer will verurteilen? Christus ist es doch, der gestorben ist, ja mehr noch, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist, der auch für uns eintritt! Wer will uns scheiden von der Liebe des Christus?“ 

Nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes, die in Christus ist. Paulus war sich seines untrennbaren Glaubens in Jesus sehr gewiss. Er betont es mit den folgenden Worten: „Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch irgend ein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“ (Röm. 8, 31b- 35. 38. 39)

Die Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, und die Kraft des Blutes Jesu sind stärker als der Tod. „Der Tod ist verschlungen in den Sieg! Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg?“ (1. Kor. 15, 55)

Viele werden im Glauben träge und verlieren die Hoffnung, je länger die Wiederkunft Jesu dauert. Vertraue Jesus; er stärkt deinen Glauben und deine Hoffnung. Er ist der Anfänger und Vollender des Glaubens (Hebr. 12, 2). Die Schrift sagt: „Werft eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat! Denn standhaftes Ausharren tut euch not, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung erlangt. Denn noch eine kleine, ganz kleine Weile, dann wird der kommen, der kommen soll, und nicht auf sich warten lassen.“ (Hebr. 10, 35- 37)

Macht gewisse Schritte im Glauben und stärkt euch im Wort der Verheißung! Gott selbst fordert uns auf, an der angebotenen Hoffnung festzuhalten! ( Hebr. 3, 6; 6, 11.19; 10, 23) 

„Die Hoffnung ist eine Quelle der Freude und die Freude eine Quelle der Kraft. Die Niedergedrückten und die Furchtsamen sind schwach und untätig; die Hoffnungsvollen sind aktiv und mutig.“ (H. Ed. Manning)

 

11. Erkenne die Herrlichkeit Gottes!

 

Je mehr wir die Herrlichkeit Gottes durch sein Wort erkennen, desto mehr wird auch unsere Hoffnung und die Erwartung der Herrlichkeit gestärkt werden, desto fester und sicherer unser Glaube, desto reicher und gründlicher unsere Liebe zu unserem Herrn. Den Herrn der Herrlichkeit zu erkennen, ihn zu lieben, ihm zu folgen und seine Worte zu befolgen; das ist das A und O unseres Glaubens, und schafft uns ewiges Leben. Jesus hob seine Augen zum Himmel empor und sprach: „Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, damit auch dein Sohn dich verherrliche - gleichwie du ihm Vollmacht gegeben hast über alles Fleisch, damit er allen ewiges Leben gebe, die du ihm gegeben hast. Das ist aber das ewige Leben, dass dich , den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“ Joh.  17, 1- 3

Unser Gott ist der Vater der Herrlichkeit, und Jesus verließ die Herrlichkeit des Vaters, um uns zu erlösen. Paulus betet für die Gemeinde der Epheser, „dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch den Geist der Weisheit und Offenbarung gebe in der Erkenntnis seiner selbst, erleuchtete Augen eures Verständnisses, damit ihr wisst, was die Hoffnung seiner Berufung und was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen ist.“ (Eph. 1, 17- 18)

Möge Gott uns den Geist der Weisheit und Offenbarung geben, damit wir ihn erkennen, und erleuchtete Augen, damit wir verstehen und wissen, was die Hoffnung seiner Berufung und der überaus große Reichtum der Herrlichkeit Gottes ist. Aber nicht nur das, sondern, was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen ist! Wir wissen, dass wir vom Herrn Erbe empfangen werden (Kol. 3, 24; Eph. 1, 14). Doch Jesus hat viele erlöst und gerecht gemacht; er wird die Vielen zum Erbe haben. (Jes. 53, 11. 12; Hebr. 1, 2). 

„Ihn liebt ihr, obgleich ihr ihn nicht gesehen habt; an ihn glaubt ihr, obgleich ihr ihn jetzt nicht seht, und über ihn werdet ihr jubeln mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Endziel eures Glaubens davontragt, die Errettung der Seelen!“ (1. Petr. 1, 8. 9)

Das ist unsere lebendige Hoffnung, die Hoffnung der Herrlichkeit Gottes! Diese Hoffnung geben wir nicht preis! An dieser Hoffnung halten wir fest! Wohl dem, der seine Hoffnung setzt auf den Herrn!

12. Menschen ohne Hoffnung

Nicht jeder erwartet die Herrlichkeit Gottes. Viele Menschen haben keine Hoffnung, weder im Leben noch im Tod. Sie müssen traurig sein, wir nicht! Denn Jesus hat alle Feinde besiegt, auch den Tod.

Paulus schreibt an die Kolosser- Gemeinde: „Wir danken dem Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, indem wir allezeit für euch beten, da wir gehört haben von eurem Glauben an Christus Jesus und von eurer Liebe zu allen Heiligen, um der Hoffnung willen, die euch aufbewahrt ist im Himmel.“ (Kol. 1,3-f)

Unser Erbe wird im Himmel aufbewahrt. Für die, die weder an Gott noch an den Himmel glauben, kann Gott nichts aufbewahren. Dagegen: „Für uns, die wir in der Kraft Gottes bewahrt werden durch den Glauben zu dem Heil, das bereit ist, geoffenbart zu werden in der letzten Zeit. Dann werdet ihr jubeln, die ihr jetzt eine kurze Zeit, wenn es sein muss, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, damit die Bewährung eures Glaubens (der viel kostbarer ist als das vergängliche Gold, das doch durchs Feuer erprobt wird) Lob, Ehre und Herrlichkeit zur Folge habe bei der Offenbarung Jesu Christi.“ (1. Petr. 1, 4b- 7)

 

In der Hafenstadt Saloniki wurden unlängst zwei Graburnen von Archäologen ausgegraben. Sie stammen aus dem nachchristlichen Jahrhundert, aus der Stadt, in der Paulus eine Gemeinde gegründet hatte. In einer Urne waren die sterblichen Überreste eines Heiden, in der anderen die eines Christen. Die Inschriften lauteten bei dem ersten: „Keine Hoffnung!“ Bei dem zweiten: „Christus ist mein Leben!“ (Aus Wort und Geist 2000)

Paulus sagt: Wir müssen nicht traurig sein, „wie die anderen, die keine Hoffnung haben. Denn wenn wie glauben, dass Jesus Christus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die Entschlafenen durch Jesus mit ihm führen.“ (1. Thess 4, 13b- 14f)

 

 

47. Die Hoffnug der Herrlichkeit

 

1. Jesus gibt uns Hoffnung

 

Jesus ist der einzige Weg zu Gott. Es gibt keinen anderen Weg und keine andere Möglichkeit, ins Reich Gottes eingehen zu können. Indem wir das Wort Gottes annehmen, bestätigen wir, dass Gott wahrhaftig ist, der seinem Sohn zu unserer Erlösung gesandt hat. Der Geist Gottes beginnt dann zu wirken. Die Wiedergeburt ist im Grunde eine Auferstehung aus dem Tod. Zwei Dinge müssen zusammenkommen, die Gnade Gottes von oben und das Ja zu Jesus von unten. Die Wiedergeburt ist nötig: „Denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten, so dass sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade auf Grund der Erlösung, die in Christus Jesus ist.“ (Röm. 3, 23. 24) 

Alle haben den Tod verdient; „aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.“ (Röm. 6, 23) 

Jesus ist gekommen, um uns zu erlösen. Er wurde das Sühnopfer für unsere Schuld. Er gab uns die Hoffnung der Herrlichkeit! Ihn müssen wir haben! Er hat uns, die wir ausgeschlossen waren aus der Familie Gottes, miteingeschlossen und uns das Bürgertum des Himmels erworben. Er hat uns, die wir keine Hoffnung hatten, eine lebendige Hoffnung in unser Herz gelegt. „Gott hat uns wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten.“ (1. Petr. 1, 3) „Diese Hoffnung halten wir fest als einen sicheren und festen Anker der Seele, der auch hineinreicht ins Innere , hinter den Vorhang, wohin Jesus als Vorläufer (gr. prodromos) für uns eingegangen ist, der Hohepriester in Ewigkeit geworden ist…“ (Hebr. 6, 19. 20a)

„Diese Hoffnung hat ihren festen Grund darin, dass Jesus Christus von den Toten auferstanden ist. Sie richtet sich auf das neue Leben, das er schon jetzt im Himmel für euch bereithält als einen Besitz, der niemals vergeht oder verdirbt oder aufgezehrt wird. Wenn ihr ihm fest vertraut, wird er seine starke Hand über euch halten und euch bewahren, so dass ihr gerettet werdet und am Ende der Zeit das unvergängliche Leben bekommt, das er euch zugedacht hat.“ (1. Petr. 1, 3b- 5, Hfa)

„Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit!“ (Kol. 1, 27b) 

 

2. Hoffnung über den Tod hinaus

 

Jeder Mensch hat gewisse Vorstellungen vom Leben und stellt gewisse Ansprüche an das Leben. Bei den meisten enden die Vorstellungen mit dem Tod, weil aufgrund der Sünde jeder Mensch sterben muss, und weil der Mensch ohne Gott denkt: „Mit dem Tod ist alles aus!“ Wer sagt denn so etwas? „Der Narr spricht in seinem Herzen: Es gibt keinen Gott!“ (Ps. 14, 1) Wenn es keinen Gott gäbe, wäre auch Christus nicht vom Tod auferstanden. Dann gäbe es keine Erlösung, keine Auferstehung und keine Hoffnung. Dann wäre das Leben sinnlos, ziellos, hoffnungslos (1. Kor. 15, 12- 20)! Gott schafft nichts ohne Zielbestimmung. Es heißt: „Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bilde Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.“ (1. Mo. 1, 27) Durch Adam kam die Sünde in die Welt, durch Christus die Gnade. Durch die Sünde haben wir das Bild Gottes verloren, durch Christus können wir es wieder erlangen. Wir werden verwandelt werden in sein Bild. Die Hoffnung der Christen reicht über den Tod hinaus, weil Christus, der Herr der Gemeinde, die Welt überwuden und den Tod besiegt hat.

 

3. Hoffnung gibt uns Heimat

 

Nicht die Heimat gibt uns Hoffnung, sondern die Hoffnung gibt uns Heimat. Die meisten Menschen haben nur eine irdische Heimat; sie kennen Jesus nicht und wissen nichts von der himmlischen Heimat. Darum haben sie auch keine Hoffnung auf die Auferstehung von den Toten. Auch wir waren einst ohne Hoffnung, denn wir waren ohne Christus und hatten keinen Zugang zu Gott, dem Vater. „Denkt daran, dass ihr einst… zu jener Zeit ohne Christus wart, … und ihr hattet keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt.“ (Eph. 2, 12)

Für Christen gibt es ein einst (ohne Christus, ohne Bündnisse der Verheißung und ohne Hoffnung,) und ein jetzt, die Zeit mit Christus und mit der Hoffnung des ewigen Lebens. Die Gläubigen des Alten Bundes „waren davon überzeugt, dass sie Fremdlinge und Wanderer ohne Bürgerrecht sind auf Erden; denn die solches sagen, geben damit zu erkennen, dass sie ein Vaterland suchen.“ Hebr. 11, 13.14) Unser Bürgerrecht ist im Himmel. Von dort kam Jeus, um uns zu erlösen. Von dort kommt er wieder, um uns nach Hause zu führen.

 

4. Die Hoffnung gibt uns Halt

 

Die Hoffnung ist ein fester Ankergrund unserer Seele. Die christliche Hoffnung ist im Worte Gottes und im Herzen des Gläubigen verankert. Das inspirierte Wort Gottes wird nie vergehen. Wir halten uns also an den Ewigkeitswerten und an den Zusagen Gottes, der nicht lügen kann. Das ist unser Ankergrund. Diese Hoffnung gibt uns einen sicheren Halt. Wir halten fest, was unserem Leben Halt gibt. Unser Herr Jesus ist der Felsengrund auf dem wir stehen; er ist der Grund unseres Glaubens und auch der Grund unserer Hoffnung. Unser Glaube an Jesus, und unsere Hoffnung liegen in Gott fest gegründet. Das gibt unserer Seele festen Halt. „Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“ (1. Kor. 3,10b. 11; Hebr. 10, 23))

 Solche Hoffnung gibt deinem Leben Halt! Verlier nie diesen Halt! Halte fest an dieser Hoffnung, ohne zu wanken!

 

5. Die Hoffnung gibt uns Trost

 

Auch im Sterben  nimmt die Hoffnung dem Gläubigen die Furcht vor dem Tod. Der uns diese Hoffnung gab, der hat den Tod besiegt! Diese Hoffnung ist im Worte Gottes festgeschrieben und kann nicht gelöscht werden. Sie ist durch die Auferstehung Jesu von den Toten festgemacht und begründet. (1. Kor.15,16-22) Gott ist ein Gott des Trostes, der Barmherzigkeit, der Liebe, des Friedens, der Geduld und der Hoffnung (2. Kor.1,3; 13,11; Röm.15, 33.5.13.)

Wir hoffen auf den Herrn; er gibt uns Hoffnung. Sein Wort gibt uns Anlass und Grund zur Hoffnung. Darum setzen wir unser ganzes Vertrauen auf ihn. Denn er weidet mich auf grünen Auen. Er führt uns zu stillen, frischen Wassern. er erquickt meine Seele. Er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Ich fürchte kein Unglück, auch dann nicht, wenn ich durchs Tal des Todesschatten wanderte. Denn du bist bei mir; dein Stecken und Stab trösten mich! Ja, der Herr ist unser Tröster, und der Heilige Geist, der in uns wohnt, wird auch Tröster genannt. 

Jesus sagt: „Liebt ihr mich,so haltet meine Gebote! Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Tröster, Beistand, Fürsprecher geben, dass er bei euch bleibt in Ewigkeit.“ (Joh. 14, 16)

 

6. Die Hoffnung hat ein Ziel

 

Der feste Grund unserer Hoffnung ist Jesus selbst. Er ist auch das Ziel unseres Glaubens. Johannes sagt: „Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Kinder Gottes heißen sollen! Darum erkennt uns die Welt nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat. Geliebte, wir sind jetzt Kinder Gottes, und noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen aber, dass wir ihm gleichgestaltet sein werden, wenn er offenbar werden wird; denn wir werden ihn sehen wie er ist.“ (1. Joh. 3, 1-2)

Die Welt erkennt uns nicht, weil sie Gott nicht erkannt hat und den Heiligen Geist nicht empfangen kann in diesem sündigen und unbußfertigen Zustand (Joh. 17, 3; 14,17). Menschen, die Leben aus Gott haben, die haben eine lebendige Hoffnung. Das ist unsere Hoffnung: Wir werden auferstehen aus den Toten zum ewigen Leben, wir werden ihm gleichgestaltet und verwandelt werden in sein Bild, und wir werden ihn sehen wie er ist! „Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich, gleiwie auch er rein ist.“ (Vers 3) 

Hoffnung hat eine Ausrichtung zu Gott, unserem Vater. So sagt Petrus auch: „… die ihr durch ihn (Jesus) an Gott glaubt, der ihn aus den Toten auferweckt und ihm Herrlichkeit gegeben hat, damit euer Glaube  und eure Hoffnung auf Gott gerichtet seien.“ (1. Petr. 1, 21)

 

7. Die Substanz der Erwartung

 

Stehst du im Glauben, erwartest du die Wiederkunft Jesu? Der Glaube (= pistis) ist die Annahme (gr.= hypostasis) dessen, was man erwartet. Der Glaube ist die Substanz, die Grundlage oder das Wesen unserer Erwartung (elpis= Hoffnung). Die Bibel sagt: „Denn wir sind Mitteilhaber des Christus geworden, das heißt, wenn wir die anfängliche Grundlage bis zur Vollendung stetig festhalten.“ (Hebr. 3, 14, Konk.)

 Annahme heißt auf lateinisch substantia.  Erwartung hat mit Warten und Ausharren zu tun. David wartete auf Gott (Ps. 62, 2), Joseph von Arimathia wartete auf das Reich Gottes (Mk. 15, 43), Simeon und andere mit ihm warteten auf den Trost Israels (Luk. 2, 25), jene 70 Jünger warteten auf die Verheißung des Vaters (Apg. 1, 4). Paulus schreibt an Titus: „Denn die Gnade Gottes ist erschienen, die heilbringend ist für alle Menschen; sie nimmt uns in Zucht, damit  wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in der jetzigen Weltzeit, indem wir die glückselige Hoffnung erwarten und die Erscheinung der Herrlichkeit  des großen Gottes und unseres Retters Jesus Christus.“ (Tit. 2, 11- 13)

Jesus gibt dir die Hoffnung des ewigen Lebens! Er ist auch für dich am Kreuz gestorben.

 

8. Hoffnung und Erwartung der Herrlichkeit Gottes

 

Wir lesen im Philipper- Brief: „Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus erwarten als den Retter, der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird, so dass er gleichförmig wird seinem Leib der Herrlichkeit, vermöge der Kraft, durch die er sich selbst auch alles unterwerfen kann.“ (Phil. 3, 20. 21)

Das Reich Christi wird in Macht und Herrlichkeit hervorbrechen. (Matth. 24, 30) Doch bevor der „helle Tag“ anbricht, muss der „Morgenstern aufgehen in unseren Herzen.“ (1. Petr. 1, 19)

Jesus sagt: „Ich bin die Wurzel und der Spross Davids.“ (Offb. 22, 16b) Das gilt Israel. Als die Wurzel ist er göttlich und Davids Herr. Als Spross ist er Mensch, Sohn Davids. (Ps. 110, 1) Jesus ist geboren und gestorben als „König der Juden.“ (Matth. 2, 2; 27, 37) Er wird auch regieren als König der Juden (Sach. 9, 9). Im Verhältnis zur Gemeinde ist Jesus der  leuchtende Morgenstern. 

Wir rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. Aber nicht nur das, sondern wir rühmen uns auch in den Bedrängnissen, weil wir wissen, dass die Bedrängnis standhaftes Ausharren bewirkt, das standhafte Ausharren aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung, die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.“ (Röm. 5, 2b- 5) 

„Jesus wird denen erscheinen, „die auf ihn warten (ihn erwarten), nicht wegen der Sünde, sondern zum Heil!“ (Hebr. 9, 28b)

Das Warten auf die Herrlichkeit Gottes, oder die Erwartung der Erscheinung Jesu, lässt uns nicht träge sondern aktiv werden!

 

 

9. Das Seufzen in der ganzen Schöpfung

 

Der Apostel spricht in Römer Kapitel acht ein wichtiges Thema an.

„Die Leiden der jetzigen Zeit fallen nicht ins Gewicht gegenüber der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll. Denn die gespannte Erwartung der Schöpfung sehnt die Offenbarung der Söhne Gottes herbei. Die Schöpfung ist nämlich der Vergänglichkeit unterworfen, nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin, dass auch die Schöpfung selbst befreit werden soll von der Knechtschaft der Sterblichkeit zur Freiheit der Herrlichkeit der Söhne Gottes.“ (Röm.8,19f)

 

Eine tiefe Sehnsucht oder eine gespannte Erwartung liegt also in der ganzen Schöpfung (Vers 19). Die griechische Bezeichnung dafür heißt apo karadokia= Vorahnung. (vergleiche Phil. 1, 20). Gott hat Großartiges mit der gesamten Schöpfung vor! Diese Schöpfung hat durch den Sündenfall Schaden erlitten (Fluch Gottes, 1. Mo. 3, 17); sie liegt in Knechtschaft. Auf grunddessen liegt eine gespannte Erwartung, ein Sehnen und ein Seufzen auf ihr. Worauf ist die Schöpfung gespannt? Worauf wartet sie? Auf die Offenbarung der Söhne Gottes! Sind wir denn nicht bereits jetzt erlöst? Ja, wir sind erlöst, aber für die Schöpfung ist unserere Erlösung unvollkommen und unsichtbar. In Vers 22 stellt Paulus das Seufzen der unerlösten Schöpfung heraus, indem er sagt: „Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung mitseufzt und mit in Wehen liegt, (weil auch die Gotteskinder in ihrem unerlösten Leibe seufzen) bis jetzt; und nicht nur sie , sondern auch wir selbst, die  wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir erwarten seufzend die Sohnesstellung, die Erlösung unseres Leibes. Denn auf Hoffnung hin sind wir errettet worden. Eine Hoffnung aber, die man sieht, ist keine Hoffnung… Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so erwarten wir es mit standhaftem Ausharren.“ (Röm. 8, 25)

Wir erwarten die vollkommene Sohnesstellung, die wir jetzt schon im Glauben erfassen können (Röm. 8, 14.15), die aber erst durch die leibliche Auferstehung vollkommen wird. Dann kann auch die Kreatur zu einem neuen, erlösten Leben auferstehen. (Jes. 11, 6- 9) „Denn alle, die durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes.“ 

Der Gegenstand unseres Glaubens ist unseren Augen jetzt noch verborgen; doch wir werden sehen, was wir geglaubt haben! „Wenn aber das Vollkommene in die Erscheinung tritt, dann sind alle Teilwahrheiten überwunden.“ (1. Kor. 13, 10, Br.)

Paulus kannte noch ein anderes „Mit- seufzen“, das des Geistes Gottes, der uns zu Hilfe kommt (Röm. 8, 26- 27). Sonst wären wir nicht imstande, recht zu beten wie es Gott gefällt. Ein Seufzer auf Gott ausrichtet kann schon ein Gebet sein. Paulus sagt: „Ebenso kommt auch der Geist unseren Schwachheiten zu Hilfe. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt; aber der Geist selbst tritt für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern.“ (Röm. 8, 26)

 

10. Hoffnung gibt dir Kraft

 

Hoffnung hat Kraft, sie kann uns auch in schweren Zeiten, wie Krankheit, Versuchung, Drangsal, Vefolgung, hindurchzutragen. Wer kann uns nehmen, was Gott uns gegeben hat, wer uns enterben vom himmlischen Erbe? „Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein? Er, der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat, wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken? Wer will gegen die Auserwählten Gottes Anklage erheben? Gott ist es doch, der rechtfertigt! Wer will verurteilen? Christus ist es doch, der gestorben ist, ja mehr noch, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist, der auch für uns eintritt! Wer will uns scheiden von der Liebe des Christus?“ 

Nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes, die in Christus ist. Paulus war sich seines untrennbaren Glaubens in Jesus sehr gewiss. Er betont es mit den folgenden Worten: „Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch irgend ein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“ (Röm. 8, 31b- 35. 38. 39)

 

Die Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, und die Kraft des Blutes Jesu sind stärker als der Tod. „Der Tod ist verschlungen in den Sieg! Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg?“ (1. Kor. 15, 55)

Viele werden im Glauben träge und verlieren die Hoffnung, je länger die Wiederkunft Jesu dauert. Vertraue Jesus; er stärkt deinen Glauben und deine Hoffnung. Er ist der Anfänger und Vollender des Glaubens (Hebr. 12, 2). Die Schrift sagt: „Werft eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat! Denn standhaftes Ausharren tut euch not, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung erlangt. Denn noch eine kleine, ganz kleine Weile, dann wird der kommen, der kommen soll, und nicht auf sich warten lassen.“ (Hebr. 10, 35- 37)

 

Macht gewisse Schritte im Glauben und stärkt euch im Wort der Verheißung! Gott selbst fordert uns auf, an der angebotenen Hoffnung festzuhalten! ( Hebr. 3, 6; 6, 11.19; 10, 23) 

„Die Hoffnung ist eine Quelle der Freude und die Freude eine Quelle der Kraft. Die Niedergedrückten und die Furchtsamen sind schwach und untätig; die Hoffnungsvollen sind aktiv und mutig.“ (H. Ed. Manning)

 

11. Erkenne die Herrlichkeit Gottes!

 

Je mehr wir die Herrlichkeit Gottes durch sein Wort erkennen, desto mehr wird auch unsere Hoffnung und die Erwartung der Herrlichkeit gestärkt werden, desto fester und sicherer unser Glaube, desto reicher und gründlicher unsere Liebe zu unserem Herrn. Den Herrn der Herrlichkeit zu erkennen, ihn zu lieben, ihm zu folgen und seine Worte zu befolgen; das ist das A und O unseres Glaubens, und schafft uns ewiges Leben. Jesus hob seine Augen zum Himmel empor und sprach: „Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, damit auch dein Sohn dich verherrliche - gleichwie du ihm Vollmacht gegeben hast über alles Fleisch, damit er allen ewiges Leben gebe, die du ihm gegeben hast. Das ist aber das ewige Leben, dass dich , den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“ Joh.  17, 1- 3

Unser Gott ist der Vater der Herrlichkeit, und Jesus verließ die Herrlichkeit des Vaters, um uns zu erlösen. Paulus betet für die Gemeinde der Epheser, „dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch den Geist der Weisheit und Offenbarung gebe in der Erkenntnis seiner selbst, erleuchtete Augen eures Verständnisses, damit ihr wisst, was die Hoffnung seiner Berufung und was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen ist.“ (Eph. 1, 17- 18)

Möge Gott uns den Geist der Weisheit und Offenbarung geben, damit wir ihn erkennen, und erleuchtete Augen, damit wir verstehen und wissen, was die Hoffnung seiner Berufung und der überaus große Reichtum der Herrlichkeit Gottes ist. Aber nicht nur das, sondern, was der Reichtum der Herlichkeit seines Erbes in den Heiligen ist! Wir wissen, dass wir vom Herrn Erbe empfangen werden (Kol. 3, 24; Eph. 1, 14). Doch Jesus hat viele erlöst und gerecht gemacht; er wird die Vielen zum Erbe haben. (Jes. 53, 11. 12; Hebr. 1, 2). 

„Ihn liebt ihr, obgleich ihr ihn nicht gesehen habt; an ihn glaubt ihr, obgleich ihr ihn jetzt nicht seht, und über ihn werdet ihr jubeln mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Endziel eures Glaubens davontragt, die Errettung der Seelen!“ (1. Petr. 1, 8. 9)

 

Das ist unsere lebendige Hoffnung, die Hoffnung der Herrlichkeit Gottes! Diese Hoffnung geben wir nicht preis! An dieser Hoffnung halten wir fest! Wohl dem, der seine Hoffnung setzt auf den Herrn!

12. Menschen ohne Hoffnung

Nicht jeder erwartet die Herrlichkeit Gottes. Viele Menschen haben keine Hoffnung, weder im Leben noch im Tod. Sie müssen traurig sein, wir nicht! Denn Jesus hat alle Feinde besiegt, auch den Tod.

Paulus schreibt an die Kolosser- Gemeinde: „Wir danken dem Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, indem wir allezeit für euch beten, da wir gehört haben von eurem Glauben an Christus Jesus und von eurer Liebe zu allen Heiligen, um der Hoffnung willen, die euch aufbewahrt ist im Himmel.“ (Kol. 1,3-f)

Unser Erbe wird im Himmel aufbewahrt. Für die, die weder an Gott noch an den Himmel glauben, kann Gott nichts aufbewahren. Dagegen: „Für uns, die wir in der Kraft Gottes bewahrt werden durch den Glauben zu dem Heil, das bereit ist, geoffenbart zu werden in der letzten Zeit. Dann werdet ihr jubeln, die ihr jetzt eine kurze Zeit, wenn es sein muss, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, damit die Bewährung eures Glaubens (der viel kostbarer ist als das vergängliche Gold, das doch durchs Feuer erprobt wird) Lob, Ehre und Herrlichkeit zur Folge habe bei der Offenbarung Jesu Christi.“ (1. Petr. 1, 4b- 7)

 

 

In der Hafenstadt Saloniki wurden unlängst zwei Graburnen von Archäologen ausgegraben. Sie stammen aus dem nachchristlichen Jahrhundert, aus der Stadt, in der Paulus eine Gemeinde gegründet hatte. In einer Urne waren die sterblichen Überreste eines Heiden, in der anderen die eines Christen. Die Inschriften lauteten bei dem ersten: „Keine Hoffnung!“ Bei dem zweiten: „Christus ist mein Leben!“ (Aus Wort und Geist 2000)

Paulus sagt: Wir müssen nicht traurig sein, „wie die anderen, die keine Hoffnung haben. Denn wenn wie glauben, dass Jesus Christus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die Entschlafenen durch Jesus mit ihm führen.“ (1. Thess 4, 13b- 14f)

 

 

 

46. Hebt eure Herzen und Hände zu Gott empor!

 

 

A) Die Zentralfrage - Beziehung zu Gott

 

„Lasst uns unsere Herzen mit den Händen zu Gott im Himmel erheben!“ (Klagelieder 3, 41)

Die Zentralfrage im Leben ist die Frage nach der Beziehung zu Gott dem Schöpfer. Viele haben keine Beziehung zu Gott. Wenn der Mensch, seinen Schöpfer aus den Augen verloren hat, so bleibt das nicht ohne Folgen. Der Mensch schuldet Gott Preis und Dank uns Anbetung. Wenn er aber Gott seinen Dank verweigert und es versäumt, ihm die gebührende Ehre zu erweisen obwohl er Die Existenz Gottes an der Schöpfung sehen und erkennen kann, so hat das Folgen. Und davon lesen wir im Römerbrief, Kapitel 1, 18- 23.

Undank Gott gegenüber ist die Folge eines gottlosen Lebens. (V. 21) Gott erwartet von allen Menschen Dank und Preis, speziell von seinen Kindern. Wer da weiß Gutes zu tun, und tut es nicht, dem wird es zur Sünde. 

1. Wie kommt es, dass Menschen in ihren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen? 

2. … und dass ihr unverständiges Herz verfinstert wurde?

3. … und da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren geworden. Wie kommt es?

4. … dass sie die Herrlichkeit Gottes vertauscht haben mit einem Bild, das dem vergänglichen Menschen und den Tieren gleicht? Ich könnte noch vieles hinzufügen.

Wie kommt es, dass sie Mann mit Mann Schande treiben und auch die Frauen Homosexualität treiben. Sodom und Gomorha lassen grüßen.

Die Bibel sagt: „Darum hat Gott sie auch dahingegeben!“

Aber soweit darf es nicht kommen. Manche denken: Da kann man nichts machen: Die Menschen suchen das Verderben - sie bekommen das Verderben! Doch: Man kann beten!

 

B) Fürbitte

 

Leben wir denn heute nicht in einer ähnlichen Situation? Und schreit denn heute nicht auch die Sünde bis zum Himmel, wie damals? Kann man da nicts machen?

 

Wer die Not sieht, der erkennt auch die Notwendigkeit der Fürbitte und des Gebets. Abraham wusste, da muss man Fürbitte tun. Schließlich war sein Neffe Lot mit seiner Familie in Sodom. Abraham betete und flehte: „Du barmherziger und gnädiger Gott! Du bist ein gerechter Gott. Du kannst doch nicht den Ungerechten mit dem Gerechten umbringen!“

Er handelte mit Gott. Er hatte ein gutes Verhältnis zu Gott.

 

C) Woher kommt die Bosheit des Menschen?

 

Die Bibel sagt: Aus dem Herzen kommen böse Gedanken. Aus bösen Gedanken entstehen schnell böse Worte. Und bösen Worten folgen oft böse Taten. (Mat. 15, 19) Siehe IS.

Gott sah auch damals die Verderbtheit und Bosheit der Menschen. (1. Mo. 6, 5.6) Doch Noah durfte eine rettende ARCHE bauen für sich und seine Familie. JESUS heißt die Arche. Wie ist deine Beziehung zu Gott? Hast du eine gute Verbindung durch unseren Herrn Jesus (einen guten Draht)? Wähle die Ruf-Nr. PS. 5015. Der Anruf ist kostenfrei, und der Anrufer ist zu jeder Zeit erreichbar: „Rufe mich an am Tag der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich ehren!“

 

D) Saget Gott Dank allezeit für alles!

 

Gotteskinder sollen aus einen reinen, geheiligten Herzen und in der Fülle des Geistes Gott loben und verherrlichen.

Der Prophet Jona floh vor Gott und versteckte sich auf dem Schiff. Christen, versteckt euch nicht auf euren Schiffsreisen oder Flugreisen! Zeigt euer Gesicht, bekennt euren Glauben! Und betet zu eurem Gott! Gott erhört Gebet. Hebt eure Hände empor zu Gott und betet! Hebt eure Hände und Herzen empor und tut herzliche Fürbitte! Denn die Tage, in denen wir leben, sind „böse Tage!“

„Lasst uns unsere Herzen und heilige Hände zu Gott im Himmel erheben!“

 

 

45. Rückzug…

  1. Rückzug aus der Welt?

Wir leben in einer bösen Welt. Der Fürst dieser Welt verführt Menschen zum Bösen und sucht sogar die Auserwählten zu Fall zu bringen. Manche Christen ziehen sich immer mehr aus den weltlichen Dingen zurück, so gut sie es können; und andere passen sich immer mehr der Welt an. Gotteskinder sind in der Welt, aber nicht von der Welt. Ein Rückzug aus der Welt ist falsch, eine Anpassung an die Welt ist auch falsch. Jesus sagt: „In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (Joh. 16, 33)

Die Worte Jesu bewirken Frieden in uns, sie schaffen eine heile Welt. Seine Worte nehmen uns die Angst, geben uns Hoffnung und machen uns mutig und zuversichtlich. Wenn Jesus diese Welt überwunden hat, und er hat sie überwunden, dann müssen wir in ihm erfunden sein, damit wir die Welt überwinden. Allein schaffen wir es nicht. Wir müssen den Glauben an ihn aktivieren und mit seinem Beistand rechnen. Der Gottlose hat Gott nicht auf der Rechnung, deshalb kann er auch nichts empfangen. Der Gläubige empfängt von Gott Güter, Gaben und Talente, weil er sein Vertrauen in ihm setzt. Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. (1. Joh. 5, 4) 

Wenn Jesus das Licht der Welt ist, und er ist es (Joh. 8, 12), dann können auch wir das Licht der Welt sein, weil (wenn) wir sein Wort in uns bewahren und das Licht von ihm beziehen (Matth. 5, 14).

 

Keine Gleichstellung mit der Welt

 

„Passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch in eurem Wesen verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes.“ (Röm. 12, 2a)

Warum, um alles in der Welt, sollen wir uns dieser Welt gleichstellen, wenn doch das Wesen dieser Welt vergeht, und wir Teilhaber des Reiches Gottes sind (1. Kor. 7, 31)? Und das Reich Jesu ist nicht von der Art dieser Welt, es ist ewig (Joh. 18, 36. 37). Die Freundschaft mit der Welt ist Feindschaft gegen Gott. Jakobus sagt: „Wer also ein Freund der Welt sein will, der macht sich zum Feind Gottes.“ (Jak. 4, 4) Das Böse in der Welt nimmt zu, der Druck auf die Gläubigen auch!

 

B) Rückzug vom Abendmahl? Nein!

 

Das Abendmahl ist die innigste Gemeinschaft mit dem Herrn und ein heiliger Akt unseres Gottesdienstes, wenn es biblisch gehandhabt wird. Nur Versöhnte mit Gott und allen Menschen sollten daran teilnehmen. Wer sich der Versöhnung nicht sicher ist, sollte noch vor der Teilnahme am Mahl die Aussöhnung suchen, und anschließend zum Tisch des Herrn treten. Paulus sagt: „Ihr könnt nicht den Kelch des Herrn trinken und den Kelch der Dämonen; ihr könnt nicht am Tisch des Herrn teilhaben und am Tisch der Dämonen!“ (1. Kor. 10, 21) Die Heiden opfern den Dämonen, nicht Gott. Feiert würdig das Mahl des Herrn. Die Einsetzungsworte Jesu: „Nehmt, eßt! Das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; dies tut zu meinem Gedächtnis! Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; dies tut, sooft ihr ihn trinkt, zu meinem Gedächtnis! Denn sooft ihr dieses Brot eßt und diesen Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.“ (1. Kor. 11) 

Allein an diesem Text kannst du erkennen, wie heilig und ernst die Feier des Abendmahls ist, oder sein sollte. Vom Tag der Ausgießung des Heiligen Geistes an feierten die Jünger täglich das Mahl. Viele Gemeinden tuen es nur einmal im Monat. Je näher der Tag der Wiederkunft Jesu rückt, desto häufiger sollten Christen das Mahl feiern. Es folgt noch ein wichtiger Teil, der unbedingt dazu gehört; aber häufig weggelassen wird, um die Gewissen der Teilnehmer nicht zu beunruhigen. Es heißt: „Wer also unwürdig dieses Brot ißt oder den Kelch des Herrn trinkt, der ist schuldig am Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst…“ (Vers 27f) 

Also prüft euch selbst. Viele nehmen das Mahl unwürdig und leichtfertig. Sie machen sich schuldig und ziehen sich ein Gericht zu! Und deshalb sind unter euch viele Schwache und Kranke. Die Voraussetzungen dafür müssen geschaffen werden. Paulus erklärt auch die Bedeutung der Abendmahlsfeier und sagt: „Der Kelch des Segens, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes des Christus? Das Brot, das wir brechen, ist es nicht die Gemeinschaft des Leibes des Christus? Denn es ist ein Brot, so sind wir, die viele, ein Leib; denn wir alle haben Teil an dem einen Brot.“ (1. Kor. 10, 16. 17)

 

C) Aufruf zur Absonderung

 

Im zweiten Korintherbrief schreibt Paulus: „Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial überein? Oder was hat der Gläubige gemeinsam mit den Ungläubigen? Wie stimmt der Tempel Gottes mit Götzenbildern überein? Denn ihr seid ein Tempel des lebendigen Gottes.“ (2. Kor. 6, 14- 16a)

Mit Ungerechtigkeit oder Gesetzlosigkeit können wir keine gemeinsame Sache machen. Und mit dem Fürsten der Finsternis  können Kinder des Lichts keine Gemeinschaft haben. Auch nicht mit Götzenbildern. Solche Leute haben kein Erbteil im Reich Jesu Christi  und Gottes (Eph. 5, 5). Ein Tempel Gottes zu sein ist Grund genug, sich zu heiligen von allem Widergöttlichen. Babylon, das Bild der großen Hure, wird sein eigenes Gericht empfangen. Johannes hörte eine Stimme aus dem Himmel: „Geht hinaus aus ihr, mein Volk, damit ihr nicht ihrer Sünden teilhaftig werdet und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt! Denn ihre Sünden reichen bis zum Himmel, und Gott hat ihrer Ungerechtigkeiten gedacht.“ (Offb. 18, 4. 5)

Gottes Gericht wird der Wahrheit und der Gerechtigkeit entsprechen ( Röm. 2, 2. 5; Offb. 16, 7). Wenn du mir nicht glauben willst, so glaube doch den Worten Jesu, aus dessen Mund kein Trug gefunden wurde. Er ist die Wahrheit in Person; und sein Worte werden nicht vergehen. Jesus sagt: „Ich sage euch aber, dass die Menschen am Tage des Gerichts Rechenschaft geben müssen von jedem unnützen Wort, das sie geredet haben. Denn nach deinen Worten wirst du gerechtfertigt, und nach deinen Worten wirst du verurteilt werden!“ (Matth. 12, 36. 37)

Seid wahrhaftig, wie euer Vater im Himmel wahrhaftig ist! Ihr sollt heilig sein, wie euer Vater im Himmel heilig ist! Und ihr sollt vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist! (vergl.1. Mo. 11, 44; Matth. 5, 48) Von Paulus können wir viel lernen, was zu einer entschiedenen Christusnachfolge beiträgt: „Von mir aber sei es ferne, mich zu rühmen, als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch das mir die Welt gekreuzigt ist, und ich der Welt.“ (Gal. 6, 14)

 

D) Heiligung = Reinigung - Absonderung -Weihe

 

Heiligung ist Reinigung und Absonderung für Gott! Heiligung hat  auch mit Hingabe und Weihe zu tun. Das ist für Christen sehr nötig geworden. Jesus ist uns von Gott auch zur Heiligung gemacht worden (1. Kor. 1, 30). Jesus betet zum Vater: „Heilige sie in deiner Wahrheit! Dein Wort ist die Wahrheit.“ (Joh. 17, 17) Und der Vater erhört das Gebet. Jesus sagt auch: „Und ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie geheiligt seien in Wahrheit.“ (V. 19) Ein Christ kann in Sünde fallen, doch dann steht es wieder auf und reinigt sich (1. Joh. 1, 9). Die Sünde ist nicht unser Lebenselement. Sie darf nicht über uns herrschen, sondern wir müssen über die Sünde herrschen (1. Mo. 4, 7). Es heißt: „So soll nun die Sünde nicht herrschen in eirem sterblichen Leib. Gebt auch nicht eure Glieder der Sünde hin als Werkzeuge der Ungerechtigkeit, sondern gebt euch selbst Gott hin als solche, die lebendig geworden sind aus den Toten, und eure Glieder Gott als Werkzeuge der Gerechtigkeit.“ (Röm. 6, 12a. 13) Petrus weist darauf hin, dass wir als gehorsame Kinder „uns nicht den Begierden anpassen, denen wir früher in unserer Unwissenheit dienten, sondern wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel.“ (1. Petr. 1, 14. 15)

Denn wie sollen wir sonst bewahrt werden „vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird.“ (Offb. 3, 10b)

Darum ist es so wichtig, Gottes Wort zu bewahren in einem reinen Herzen. Was der Apostel an die Gemeinde zu Thessalonich schrieb, gilt auch uns: „Euch lasse der Herr wachsen und überströmend werden in der Liebe zueinander und zu allen, gleichwie auch wir sie zu euch haben, damit eure Herzen gestärkt und untadelig erfunden werden in Heiligkeit vor unserem Gott und Vater bei der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus mit allen seinen Heiligen.“ (1. Thess. 3, 12. 13)

Paulus spricht hier von der Erfüllung unserer Herzen mit überströmender Liebe zueinander und zu allen Menschen, damit wir ohne Tadel vor ihm bestehen können, bei seiner Wiederkunft. Gott hat uns nicht zur Unreinheit berufen, sondern zur Heiligung. Paulus fügt hinzu: „Deshalb - wer dies verwirft, der verwirft nicht Menschen, sondern Gott, der doch seinen Heiligen Geist in uns gegeben hat.“ (Kap.4,8

 

 

 

44. Lasst beides miteinander wachsen!

 

Im Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen sagte Jesus: „Das Reich der Himmel gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging davon. Als nun die Saat wuchs und Frucht ansetzte, da zeigte sich auch das Unkraut. Und die Knechte des Hausherrn traten herzu und sprachen zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen gesät? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind getan! Da sagten die Knechte zu ihm: Willst du nun, dass wir hingehen und es zusammenlesen? Er aber sprach: Nein! damit ihr nicht beim Zusammenlesen des Unkrauts zugleich mit dem Weizen ausreißt. Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte will ich den Schnittern sagen: Lest zuerst das Unkraut zusammen und bindet es in Bündel, dass man es verbrenne; den Weizen aber sammelt in meine Scheune!“ (Matth. 13, 24- 30)

 

Diese Geschichte ist aktuell, weil Jesus hier von der Vollendung des Zeitalters spricht. Gott sät nur guten Samen aus. Das Unkraut zwischen dem guten Samen hat der Feind des Menschen ausgesät. Und das Unkraut wächst und gedeiht auch in dieser bösen Welt. So manch ein Bauer wünschte, sein Acker wäre frei vom Unkraut. Er erklärt dem Unkraut den Krieg mit kostspieligen aber  schädlichen Unkrautvernichtungsmitteln. Wer sagt denn, dass der Weizen davon unbeschadet bleibt. Und wenn seine Äcker überdüngt werden, wer sagt denn, dass das Grundwasser davon unbeschadet bleibt. Der Schöpfer selbst sagt: „Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte!“ Hier ist vom Endgericht die Rede. Die Trennung von Gut und Böse erfolgt am Ende der Weltzeit. Dann wird Gott seine Engel aussenden, dass sie das Unkraut dieser Welt bündeln und für das Feuer bereit halten und den „guten Weizen“ in Gottes Scheune sammeln. (Mal. 3, 19. 20; Matth. 13, 38- 43) Jesus deutet selbst dies Gleichnis: „Der Acker ist die Welt; der gute Same sind die Kinder des Reichs; das Unkraut aber sind die Kinder des Bösen. Der Feind, der es sät, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Weltzeit; die Schnitter sind die Engel.“

Gott hat das Unkraut, also das Böse, nicht gesät. Jesus rechnet die Pharisäer zu den Pflanzen, die Gott nicht gepflanzt hat. Denn er sagt zu den Jüngern: „Jede Pflanze, die nicht mein himmlischer Vater gepflanzt hat, wird ausgerissen werden.Laßt sie; sie sind blinde Blindenleiter! Wenn aber ein Blinder den anderen leitet, werden beide in die Grube falle.“ (Matth. 15, 13. 14)

 

 

Gott hat seinen Thron aufgestellt

 

„Wenn aber der Sohn des Menschen in seiner Herrlichkeit kommen wird und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzen, und vor ihm werden alle Heidenvölker versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet, und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zu seiner Linken. Dann wird der König denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, und erbt das Reich, das euch  bereitet ist seit Grundlegung der Welt!“ (Matth. 25, 31- 34)

David und Daniel sprechen davon: „Ja, er hat seinen Thron aufgestellt zum Gericht. Ja, er wird den Erdkreis richten in Gerechtigkeit und den Völkern das Urteil sprechen, wie es recht ist.“ (Psalm 9, 8. 9)

„Ich schaute, bis Throne aufgestellt wurden und ein Hochbetagter setzte sich… Ein Feuerstrom ergoss sich und ging von ihm aus Tausendmal Tausende dienten ihm, und zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm; das Gericht setzte sich, und die Bücher wurden geöffnet.“ (Dan. 7, 9a. 10)

Daraus geht hervor, dass es sich hier um das Endgericht handelt, davon wir auch in Offenbarung 20, Verse 11 bis 15 lesen. Zu diesem Gericht werden nur Ungläubige erscheinen. Ihre Taten sind alle in Büchern verzeichnet. Daher heit es: „Bücher wurden geöffnet!“ Die Toten werden zu diesem Gericht auferstehen (Offb. 20, 12. 13). 

 

Alle Toten werden auferstehen!

 

Alle Toten werden einmal auferstehen, die einen, die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens; die anderen, die das Böse getan haben, zur Auferstehung des Gerichts (Joh. 5, 28. 29).  

Die Auferstehung der Ungläubigen geschieht ausschließlich nur zu diesem Gericht. Die Bibel spricht dann von dem „Zweiten Tod.“ Der betrifft nicht die Gläubigen (siehe: Offb. 2, 11). Die Bibel sagt: „Und das Meer gab die Toten heraus, die in ihm waren, und der Tod und das Totenreich gaben die Toten heraus, die in ihm waren; und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken. Und er Tod und das Totenreich wurden in den Feuersee geworfen. Das ist der zweite Tod.“ Offb. 20, 13. 14 Nur wer im „Buch des Lebens“ eingeschrieben ist, bleibt davor verschont. Jedem steht es offen, im Buch des Lebens eingeschrieben zu werden. Jesus musste den Tod schmecken um unseretwillen, aber er lebt; und er hat die Schlüssel des Totenreichs und des Todes (Offb. 1, 18). Gott ist der gerechte Richter über alle Menschen.

 

Gericht über die Völker

 

Gott wird am Ende auch Gericht üben über die Völker. Die Bibel unterscheidet zwischen Israel, dem jüdischen Staat, und allen übrigen Staaten. Bei diesem Gericht geht es im Wesentlichen darum, was die Völker oder Einzelne Israel Gutes getan oder nicht getan haben. Entsprechend wird das Urteil sein. Jesus sagt: „Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan!“ Und: „Was ihr einem dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr mir auch nicht getan!“ (Matth. 25, 40. 45)

 

Zeichen am Himmel

 

Zeichen am Himmel werden das Kommen Jesu ankündigen (Joel 3, 3- 4; Matth. 24, 30) Die Sonne wird schwarz werden wie ein Trauerkleid, und der Mond wird rot wie Blut werden, und die Sterne verlieren ihren Schein und fallen auf die Erde. Und es wird das Zeichen des Menschensohns sichtbar am Himmel erscheinen. Dann werden alle Völker und Geschlechter auf Erden wehklagen. Auf der Erde ist Finsternis, und die Kräfte des Himmels werden erschüttert. So war es, als Jesus auf Golgatha unter der Last der Sünder der ganzen Menschheit starb. So wird es wieder sein, wenn er In Herrlichkeit als Friedefürst auf Erden erscheint. Judas schreibt eine Prophetie von Henoch. Darin heißt es: „Siehe, der Herr ist gekommen mit seinen heiligen Zehntausenden, um Gericht zu halten über alle und alle Gottlosen unter ihnen zu strafen wegen all ihrer gottlosen Taten, womit sie sich vergangen haben, und wegen all der harten Worte, die gottlose Sünder gegen ihn geredet haben.“ (Judas 14b. 15)

 

 

 

43. Bleibt in Ihm bis Er erscheint!

 

Johannes schreibt in seinem ersten Brief: „Und nun, Kinder, bleibt in ihm, damit wir Freimütigkeit haben, wenn er erscheint, und uns nicht schämen müssen vor ihm bei seiner Wiederkunft.“ (1. Joh. 2, 28)

Was hier und an vielen Stellen mit Wiederkunft übersetzt wird, heißt eigentlich: Bei seiner Anwesenheit“ (gr. = par ousia = daneben sein), so auch in Matth. 24, 3. 27. 37. 39; 1. Kor. 15, 23; 1. Thess. 2, 19; 3, 13; 4, 15; 5, 23; 2. Thess. 2, 1; 2, 8; 2. Petr. 1, 16; 3, 4. 11 u. a.) 

So sagt auch Jakobus: „Seid nun geduldig, Brüder, bis zur Anwesenheit des Herrn. Siehe, der Landmann wartet auf die kostbare Frucht der Erde und geduldet sich auf sie, bis sie den Regen, den frühen und den späten, erhält. Seid auch ihr geduldig und festigt eure Herzen, weil sich die Anwesenheit des Herrn genaht hat.“ (Jak. 5, 7. 8, Konk.)

Auf dem Ölberg traten die Jünger zum Herrn heran und sprachen zu ihm: „Sage uns, wann wird dies geschehen, und was wird das Zeichen deiner Wiederkunft und des Endes der Weltzeit sein?“ (Matth. 24, 3)

So sind wir Menschen: Wir fragen, wie die Jünger, nach dem Zeitpunkt der Wiederkunft Jesu und nach den Zeichen seiner Wiederkunft. Johannes sagt: „Bleibt in ihm!“ Das ist ganz entscheidend. Petrus sagt: „Seid geduldig bis zur Anwesenheit des Herrn!“ 

 Und Petrus weist darauf hin, dass am Ende Spötter kommen werden, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln und sagen: „Wo ist die Verheißung seiner Wiederkunft?“

Höre nicht auf die Spötter, sondern auf sein Wort. „Der Herr zögert nicht die Verheißung hinaus, wie es etliche für ein Hinauszögern halten, sondern er ist langmütig gegen uns , weil er nicht will, dass jemand verlorengehe, sondern dass jedermann Raum zur Buße habe.“ (2. Petr. 3, 4. 9)

Für viele wird der „Tag des Herrn“ plötzlich und unerwartet kommen. Des Herren Tag wird kommen wie ein Dieb in der Nacht! Darum müssen wir allezeit bereit zu sein und allezeit in ihm bleiben, bis er erscheint! Aus diesem Grunde weiß niemand Tag und Stunde seiner Wiederkunft, nur der Vater. Mat. 24, 36  Er  hat es den Jüngern mitgeteilt, was vor seiner Wiederkunft geschehen wird.

 

Habt acht, dass euch niemand verführt!

 

Es scheint so, als würde ergar nicht auf ihre Fragen eingehen. Er sagt ihnen, was Priorität hat und was sie zu tun haben, nämlich:  „Habt acht, dass euch niemand verführt!“ (Matth. 24, 3)

Und das ist so wichtig. Das heißt auch, dass eine massive Verführung vor seiner Wiederkunft sein wird. Er sagt weiter: „Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin Christus! Und sie werden viele verführen.“ (Vers 5) „Und es werden viele falsche Propheten auftreten und werden viele verführen.“ 

 

Der große Abfall

 

Verführung! Die Gnadenzeit geht zu Ende, die Gerichtszeit folgt. Paulus sagt: „Lasst euch von niemand in irgendeiner Weise verführen! Denn es muss unbedingt zuerst der Abfall kommen und der Mensch der Sünde geoffenbart werden, der Sohn des Verderbens, der sich widersetzt und sich über alles erhebt, was Gott oder Gegenstand der Verehrung heißt, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt als ein Gott und sich für Gott ausgibt.“ (1. Thess. 2, 3. 4; Dan. 11, 36- 39)

Die Verführung wird weltweit massiv erfolgen. Wer da nicht fest gegründet in Jesus ist, wird dem Verführer verfallen und ausgeliefert sein. „Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten etliche vom Glauben abfallen und sich irreführenden Geistern und Lehren der Dämonen zuwenden werden durch die Heuchelei von Lügenrednern, die in ihrem eigenen Gewissen gebrandmarkt sind. Sie verbieten zu heiraten und Speisen zu genießen, die doch Gott geschaffen hat…“ (1. Tim. 4, 1- 3a)

 

Böse Zeit

 

Wir müssen die Zeit auskaufen und sie nutzen, um in Christus gegründet zu sein. Denn es ist böse Zeit! In manchen Gemeinden geht es sehr lebendig zu, aber den Ernst der Stunde hat man nicht erkannt. Wer die Zeichen der Zeit nicht erkennt und sich vom Zeitgeist treiben lässt, läuft Gefahr, den Ruf des Erzengels und den Schall der Posaune Gottes zu überhören wenn Jesus kommt. Der Apostel Paulus mahnt ernsthaft und sagt: „Wache auf, der du schläfst, und stehe auf aus den Toten, so wird dich Christus erleuchten! Seht nun darauf, wie ihr mit Sorgfalt wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise; und kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse.“ (Eph. 5, 14- 16)

Gott setzt zu seiner Zeit einen Schlusspunkt, wenn das Maß der Sünde voll ist (Dan. 8, 23). Wir aber sollen zum vollen Maß der Fülle Christi gelangen (Eph. 4, 13). Es klingt hart, aber es ist Gottes Wort: „…Weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, durch die sie hätten gerettet werden können…darum wird ihnen Gott eine wirksame Kraft der Verführung senden, so dass sie der Lüge glauben, damit alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht geglaubt haben, sondern Wohlgefallen hatten an der Ungerechtikeit.“ (2. Thess. 2, 10b- 12)

 

Kriege und Kriegsgerüchte

 

Jesus sprach weiter: „Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören; habt acht, erschreckt nicht, denn dies alles muss geschehen; aber es ist noch nicht das Ende. Denn ein Heidenvolk wird sich gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere; und es werden hier und dort Hungersnöte, Seuchen und Erdbeben geschehen.“ (Matth. 24, 6. 7)

Verführung - Abfall - böse Zeit - Verfolgung - Tötung von Juden und Christen um des Namens Jesu willen, das alles geschieht bereits in unseren Tagen. Wer Ohren und Augen hat, nimmt es wahr. Jesus fügt aber noch hinzu: „Dies alles ist erst der Anfang der Wehen.“ Doch erschreckt nicht, dies alles muss geschehen! Es kommt also noch schlimmer! Erschreckt nicht! Dagegen wappnet euch mit der ganzen Waffenrüstung Gottes. Paulus ermutigt uns: „Im übrigen, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den listigen  Kunstgriffen des Teufels; denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen (Mächte) der Bosheit in den himmlischen Regionen.“ (Eph. 6, 10- 12) Ja, lasst uns den „guten Kampf des Glaubens“ kämpfen und nicht müde werden, und nicht vorzeitig den Kampf beenden oder die Flinte ins Korn werfen. Jesus sagt: „Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden.“ (Matth. 24, 13) Das Evangelium vom Reich Gottes wird weltweit gepredigt werden, dann wird das Ende kommen.

 

 

42. Wer fällt und steht nicht wieder auf?

 

A) Schuldgefühle drücken zu Boden

 

Können Christen Schuldgefühle haben? Ja, aber im Gegensatz zu Nichtchristen können sie die Schuldgefühle auch los werden. Schuldgefühle können uns plagen, zermürben und uns schlaflose Nächte schaffen. Wir sind dann wie ein elendes Wrak, oder ein angeschlagener Boxer, wie einer, der neue Impulse, neuen Antrieb und neue Ermutigung von irgendwoher braucht. Wir lassen den Kopf hängen; und das ist nicht Gottes Wille. Die Bibel sagt: „Wer fällt und steht nicht wieder auf? Wer weicht vom rechten Weg ab und kehrt nicht wieder um?“ (Jer. 8, 4)

Die Abkehr vom rechten Weg sollte den Menschen zur Umsinnung und zur Umkehr bewegen. Die Bibel nennt es auch Buße. Wer jedoch auf seinem abgewichenen Weg bleibt, der hat sich den Weg zu Gott selbst abgeschnitten und verbaut und muss mit seinem belasteten Gewissen, mit seinen Schuldgefühlen allein fertig werden. Gott will dir Gutes tun, aber du fühlst dich schlecht. Und aufgrund deiner schlechten Gefühle willst du Gottes Gnadengeschenk nicht annehmen. Doch sollst du wissen: Wer Gottes Geschenk nicht annimmt und die Annahme verweigert, beleidigt ihn, weil es ein sehr teures Gnadengeschenk ist. Jeder Tag ist ein Tag der Gnade, und jeden Tag zeigt Gott uns sein Geschenk, dass uns wieder aufrichten, zu Gott führen will. Es will unsere Gedanken positiv lenken und uns durch den Glauben erkennen lassen: Der König der ganzen Erde will uns zu Königskindern machen und uns reich beschenken! Steh auf, der du am Boden liegst und nur die irdischen Probleme und Nöte siehst. Schau nach oben und warte auf Gott, er wird’s wohl machen. „Meine Seele klebt am Staub; belebe mich nach deinem Wort! Meine Seele weint vor Kummer; richte mich auf nach deinem Wort!“ 

Gott erhört Gebete; rufe ihn an: „Ich halte meine Füße fern von jedem bösen Weg, damit ich dein Wort befolge. Ich bin tief gebeugt; Herr, belebe mich nach deinem Wort! Mache meine Schritte fest durch dein Wort, und lass nichts Böses über mich herrschen!“ (Psalm 119, 25. 28. 101. 107. 133)

 

B)  Schuld verschweigen oder loswerden?

 

Vor Menschen kann man eine Schuld eine Zeit lang verschweigen und verdecken, vor Gott nicht. David ist der beste Beweis dafür. Er sagt: „Wohl dem, dessen Übertretung (Vergehen - Treuebrüche) vergeben, dessen Sünde zugedeckt ist! Wohl dem Menschen, dem der Herr keine Schuld anrechnet, und in dessen Geist keine Falschheit ist! Als ich es verschwieg, da verfielen meine Gebeine durch mein Gestöhn den ganzen Tag. Denn deine Hand lag schwer auf mir Tag und Nacht, so dass mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürr wird. Da bekannte ich dir meine Sünde und verbarg meine Schuld nicht!“ (Ps. 32, 1- 5a)

Das Bekennen einer Schuld vor Gott und Menschen ist das beste, was du tun kannst, wenn du in einer ähnlichen Lage sein solltest. Christen sind wahrhaftige und authentische Menschen, die die Wahrheit lieben, sagen und tun, denn sie sind „aus Gott geboren“ (1. Joh. 4, 7; 5, 19. 29) Schuld verschweigen macht krank, Schuld bekennen führt zum Heil. Es ist also besser, die Schuld loszuwerden, bei dem, der unsere ganze Sündenschuld getragen hat. Gotteskinder dürfen sich dasrüber freuen, dass der Sündentilger auch jetzt noch beim Vater für uns aktiv als unser Hoherpriester eintritt. Wenn manche Worte zu schnell und unkontrolliert über unsere Lippen kommen und unser Gegenüber sich gestichelt, getroffen oder verletzt fühlt, dann kommen Zweifel auf, und wir fragen uns: Habe ich jetzt etwas Falsches gesagt? Muss ich mich bei der Person entschuldigen, oder nicht? Besser ist es, sich einmal zuviel zu entschuldigen als einmal zu wenig. Jemand sagte einmal: „Zweifel wachsen wie wuchernde Brombeeren, die Hände und Lippen beflecken.“

Lippen und Hände - den bösen Worten folgen leicht böse Taten. Pass also gut auf, dass du alle Zweifel beseitigst, und dass die Stacheln der Brombeeren dein Gegenüber weder beflecken noch verletzen. Denn eine unbereinigte Sache und eine unvergebene Sünde nagt im Herzen und plagt dich oder den anderen, und raubt euch den Frieden und den Segen. „Habt Frieden mit allen Menschen, soviel an euch ist!“ Hütet euch, dass in eurem Herzen keine bittere Wurzel aufwächst und Unheil anrichtet und viele durch sie befleckt werden. (Hebr. 12, 15) 

 

C) Können Christen sündigen?

 

Sie können in Sünde fallen, aber sie stehen wieder auf und reinigen sich. Wir haben einen Fürsprecher beim Vater, der für uns eintritt und sich für uns verwendet. Johannes sagt: „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“ (1. Joh. 1, 8. 9)

Wenn du in Sünde gefallen bist, dann steh wieder auf, bekenne Gott deinen Fall, beuge dich vor ihm und bitte ihn um Vergebung. Verharre nicht in der Sünde; sonst führt sie dich immer weiter weg von Gott und versklavt dich. Das ist die Absicht des Widersacher Gottes. Jesus ist gekommen, die Gebundenen und Versklavten aus ihrer Sklaverei zu lösen und zu befreien. 

 

… auch mutwillig sündigen?

 

Anders verhält es sich, wenn sie mutwillig sündigen. Die Bibel macht dazu klare Aussagen. Es heißt immer wieder: „Lasst uns festhalten… an dem Bekenntnis zu Jesus, an der Hoffnung des ewigen Lebens, an der Gnade, die uns zuteil wurde, an der brüderlichen Liebe (Hebr. 4, 14; 6, 11; 12, 28; 13, 1). Wenn wir das nicht tun und das Bekenntnis zu Jesus gering schätzen, und die Hoffnung des ewigen Lebens, und die Gnade und die Liebe gering achten, so werfen wir Gottes Angebot fort und verachten das große Liebesopfer Jesu. Darum heißt es : „Denn wenn wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, so bleibt für die Sünden kein Opfer mehr übrig, sondern nur ein schreckliches Erwarten des Gerichts und ein Zorneseifer des Feuers, der die Widerspenstigen verzehren wird.“ (Hebr. 10, 26. 27)

Und an anderer Stelle: „Denn es ist unmöglich, die, welche einmal erleuchtet worden sind und die himmlische Gabe geschmeckt haben und Heiligen Geistes teilhaftig geworden sind und das gute Wort Gottes geschmeckt haben, dazu die Kräfte der zukünftigen Weltzeit, und die dann abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern, da sie für sich selbst den Sohn Gottes wiederum kreuzigen und zum Gespött machen!“(Hebr. 6, 4-6) Du kannst nicht mutwillig sündigen und ein Gotteskind sein!

 

 

 

 

41. Liebt Gott von ganzem Herzen!

 

1. Nahet euch zu Gott!

 

Die Propheten im Alten Bund weisen zwar auch auf den Erlöser hin, der kommen sollte und der auch kam. Aber das Gesetz konnte uns nicht erlösen. Wir lesen im Hebräerbrief: „Die frühere Vorschrift ist außer Kraft gesetzt worden, weil sie schwach und nutzlos war. Denn das Gesetz Moses konnte die Menschen nicht vollkommen machen und ans Ziel führen. Jetzt aber haben wir eine bessere Hoffnung gewonnen, die uns wirklich in die Nähe Gottes bringt.“ (Hebr. 7, 18. 19, Hof.)

Jetzt heißt es: „Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch!“ (Jak. 4, 8a)

Jesus hat uns diese Hoffnung gebracht: Wir können zu Gott nahe kommen. Wenn doch die Menschen Jesus kennen würden, sie würden voller Liebe zu ihm seine Nähe suchen. Und je näher wir ihm kommen, desto mehr Licht und Erkenntnis gewinnen wir über ihn. Der Grund für das fehlende Licht und die fehlende Erkenntnis liegt darin, dass wir nicht, oder zu wenig darauf achten, was er sagt. Würden wir Jesu Worte mehr beachten und auch das tun, was er sagt, dann könnte und dann würde er allen unseren Mangel ausfüllen, uns Leben und volles Genüge schenken. Der Liederdichter hat es selbst erfahren: Nahe bei Jesus, o Leben so schön, seliges Wandeln auf sonnigen Höh’n! Nicht einen Schritt mehr von Jesus entfernt, selig, ja selig, wer dieses gelernt! (B. Kühn)

 

2. Wirkt Gottes Werke!

 

Einmal kam ein Gesetzesgelehrter zu Jesus, versuchte ihn und sprach: „Meister, was muss ich tun, um ewiges Leben zu erben?“ Jesus sprach: „Was steht im Gesetz geschrieben?“ Er antwortete: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und deinen Nächsten wie dich selbst.“ Was sagte Jesus dazu? „Du hast recht geantwortet; tue dies, so wirst du leben!“ (Luk. 10, 25- 28)

Diese Geschichte will uns lehren: Das Kennen der Gebote genügt nicht, es hilft uns nicht weiter in unserem Glaubensleben. Wir müssen Werke des Glaubens haben! (vgl: Jak. 2, 17f., 1. Joh. 2, 17). Im Tun der Werke Gottes beweisen wir unseren Glauben und unsere Liebe zu Gott, und wir empfangen wir Leben aus Gott. 

 

 3. Liebe zu Gott - das A und O

 

Werke für Gott sind ein Beweis unserer Liebe zu Gott. Jesus hat viele Werke gewirkt, durch Gott und für Gott. Wer an den Sohn Gottes glaubt, der wird auch Werke Gottes tun. (Joh. 14, 12) Sie bringen uns näher zu Gott. Er sagt: „Wer meine Gebote festhält und sie befolgt, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.“ (Joh. 14, 21) 

Weil wir Jesus lieben, arbeiten wir für das Reich Gottes. Die Liebe zu Jesus macht uns aktiv, eifrig und brennend für Gott. Das Licht des Evangeliums muss leuchten in der dunklen Welt; und das Feuer des Heiligen Geistes muss brennen in den Herzen der Gotteskinder. Damit viele Menschen die Herrlichkeit Gottes erfahren. Jesus hat uns schon geliebt, als wir noch in Dunkelheit unseres Herzens und in Übertretung des Gesetzes wandelten. (Röm. 5, 8) Aus lauter Liebe hat er uns zu sich gezogen und in sein Licht geführt, und aus der Gottesferne in die Gottesnähe gebracht. Johannes sagt: „Meine Kinder, lasst uns nicht mit Worten lieben, noch mit der Zunge, sondern in der Tat und Wahrheit!“ (1. Joh. 3, 18) Und Jesus sagt: „Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.“ (Joh. 14, 23)

Sei ganz sein, oder lass es ganz sein!

Jesus möchte uns ganz haben, denn er hat ein Ganzopfer gebracht zu unserer Erlösung. Wir gehören nicht uns selbst, sondern dem, der  uns erkauft mit seinem Blut. Wie heißt es doch: „Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und deinen Nächsten wie dich selbst.“

Lasst uns Gott nicht halbherzig lieben, auch nicht mit doppelter Seele, wie es Jakobus sagt: „Naht euch zu Gott, und er wird sich zu euch nahen. Reinigt eure Hände, ihr Sünder, und  läutert eure Herzen, die ihr eine doppelte Seele habt.“ (Jak. 4, 8, Konkordante Übers.)

„Macht eure Herzen keusch, ihr Wankelmütigen!“ (Luther)

„Heiligt eure Herzen, ihr Zwiespältigen!“ (Bruns Übers.)

„Schenkt Gott eure Herzen, ihr Schwankenden!“ (Gute Nachricht Übers.

„Lasst Gott allein in euren Herzen wohnen!“ (Hoffnung für alle Übers.)

„Come near to God and he will come near to you. Wash your hands, you sinners, and purify your heards, you doublemindet.“ (New International Version)

 

 

40. Der König der Herrlichkeit

 

„O Herr, der König freut sich in deiner Kraft, und wie frohlockt er so sehr über dein Heil! Du hast ihm gegeben, was sein Herz wünschte, und ihm nicht verweigert, was seine Lippen begehrten. Denn du kamst ihm entgegen mit köstlichen Segnungen, du hast eine Krone aus Feingold auf sein Haupt gesetzt. Er bat dich um Leben, du hast es ihm gegeben; Dauer der Tage für immer und ewig. Groß ist seine Herrlichkeit durch deine Rettung; Hoheit und Pracht hast du auf ihn gelegt. Denn du setzt ihn zum Segen für immer, erquickst ihn mit Freude vor deinem Angesicht. Denn der König vertraut auf den Herrn und durch die Gnade des Höchsten wird er nicht wanken.“ (Ps. 21, 2- 8)

Welch großartige Worte eines Königs über den „König der Herrlichkeit.“ Nicht irgend ein König, sondern der große, gottgeweihte König David, der Sänger und Psalmist schrieb diese Worte. David hatte innigen Kontakt zu seinem Gott; er lobte und verherrlichte Gott. Vor jeder Schlacht, vor jedem Kampf rief der König Israels Gott an. Er rief auch das Volk zur Fürbitte auf, wie wir im zwandzigsten Psalm lesen können. David kannte seinen Gott; er kannte auch die Macht des Gebets und erfuhr häufig Erhörung. Deshalb vergisst er auch nicht, Gott zu danken und ihm Anbetung und Lobpreis darzubringen. Den Sieg über die Feinde erwartet er allein von Gott. Seine Seele konnte allezeit frohlocken und die Siege des Herrn im Glauben ausrufen, bevor die Schlacht geschlagen war. 

Genau das ist ein Glaubensakt! Denn darin wird das Vertrauen zu Gott (in Gott) offenbar. David ging es immer um die Ehre Gottes. Deshalb heißt es auch von ihm: „Ein Mann nach dem Herzen Gottes!“ Er wollte sich nichts selbst zuschreiben, denn er wusste: Alle Gaben sind Leihgaben von Gott. Darum gebührt Gott alle Ehre. Deshalb war das Gotteslob und die Ehre und Verherrlichung Gottes ein fester Bestandteil seines Lebens, was in allen seinen Psalmen klar erkennbar ist. Sein persönliches, gutes Verhältnis zu Gott kommt in diesem Psalm durch die häufige persönliche Anrede Gottes zum Ausdruck. (das „Du“ erscheint hier zehn mal, bei Bruns siebzehn mal.) In allen Königs- Psalmen wird auch der prophetische Charakter deutlich. Das ist dem geistlichen Bibelleser sicher längst aufgefallen.

Hier und in Psalm 24 ist die Rede von dem „großen König“ und dem „König der Herrlichkeit:“ „Hebt eure Häupter empor, ihr Tore, und hebt euch, ihr ewigen Pforten, damit der König der Herrlichkeit einziehe! Wer ist dieser König der Herrlichkeit? Es ist der Herr, der Starke und Mächtige, der Herr, der Held im Streit!“ (Ps. 24, 7. 8)

Der Psalmist will alle Menschen, vor allem aber, die Priester des Heiligtums aufwecken, die Herzenstüren zu öffnen für den König der Herrlichkeit. Er trägt nicht mehr die Dornenkrone, welche die Kriegsknechte ihm auf sein Haupt drückten, die Krone der Leiden und der Schmach. Nein! Er trägt die goldene Krone der Ehre und der Herrlichkeit. Wir haben allen Grund, diesen König zu ehren!

Der Psalmist ruft uns auf: „Kommt, lasst uns dem Herrn zujubeln und jauchzen dem Fels unseres Heils!… Denn der Herr ist ein großer Gott und ein großer König über alle Götter.“ (Psalm 95, 1. 3)

Jesus schließt das „Vater Unser“ mit den Worten: „Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen.“

Jesus spricht selbst von seiner Wiederkunft, indem er sagt: „Und dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und dann werden sich alle Geschlechter der Erde an die Brust schlagen, und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit.“ (Matth. 24, 30)

Der König der Herrlichkeit wird sich aufmachen und die Königskinder und Erben seines Königreichs zu sich zu holen. Es heißt:„Dann werden die Heiden den Namen des Herrn fürchten und alle Könige auf Erden deine Herrlichkeit, wenn der Herr Zion gebaut hat und erschienen ist in seiner Herrlichkeit …“ (Ps. 102, 16- 17) 

Die zwei Engel sprachen: „Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird in derselben Weise wiederkommen, wie ihr ihn habt in den Himmel auffahren sehen!“ (Apg. 1, 11) Jesus sagt: „Siehe, ich komme bald; halte fest, was du hast…“ Und: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, …“ Hören und Öffnen ist angesagt! Dem König der Herrlichkeit Einlass gewähren! Erwartest du den König der Herrlichkeit? 

 

 

39. Sorgenkinder oder Königskinder?

 

Gibt es Sorgenkinder unter  den Gotteskindern? Ja, leider viele! Wir schaffen uns selbst Probleme und Sorgen, und merken oft nicht, dass sie unseren Glauben behindern und den Segen Gottes verhindern. Es heißt: „Mit Sorgen und mit Grämen läßt Gott sich gar nichts nehmen; es muss erbeten sein.“ Für Sorgen und Probleme gibt es eine Abladestelle: Golgatha. Petrus sagt: „Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“ (1. Petr. 5, 7)  Und Paulus  sagt: „Sorgt euch um nichts; sondern in allem laßt durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden.“ (Phil. 4, 6. 7)

Königskinder haben keine Sorgen; der König sorgt für sie. Paulus fügt hinzu: „Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren (verbergen) in Christus Jesus!“ Wir versäumen es häufig, unsere Anliegen (unsere Sorgen) durch Gebet und Flehen und mit Danksagung vor Gott kundwerden zu lassen! Und darum gehören wir auch zu den Sorgenkinder. Wenn wir aber unser Versäumnis nachholen und alles, was uns bedrückt Gott im Gebet unterbreiten, dann gelangen unsere Anliegen an die rechte Stelle, und unsere Sorgen liegen in guten Händen. Dann haben wir abgelegt, was uns bedrückt; wie man Akten ablegt, die erledigt sind, oder die in eine andere Abteilung, an eine höhere Instanz gehören. Ein anderer kümmert sich nun darum. Ich habe damit nichts mehr zu tun. Wenn ihr das Weiterleiten der Sorgen an die zuständige Behörde, die höhere Instanz, vollzogen habt, bekümmert euch das nicht mehr. Das meint Paulus, wenn er sagt: „Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und Gedanken bewahren in Christus Jesus!“ 

Unser Augenmerk ist auf Jesus gerichtet, nicht auf die Sorgen. Jesus sagt: „Seid nicht besorgt für euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch für euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung? Seht hin auf die Vögel des Himmels, dass sie weder säen noch ernten, noch in Scheunen sammeln, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel wertvoller als sie? Wer aber unter euch kann mit Sorgen seiner Lebenslänge eine Elle zusetzen?“(Matth. 6, 25- 27, Elb.)

 

1. Trennungen und Ärgernisse

 

Nur wer seine Sorgen auf  Jesus wirft und sein Vertrauen auf Gott setzt, kann unbesorgt sein. Jesus deutet das Gleichnis vom Samen unter die Dornen gesät so: „Unter die Dornen gesät aber ist es bei dem, der das Wort hört, aber die Sorge dieser Weltzeit und der Betrug des Reichtums ersticken das Wort, und es wird unfruchtbar.“ (Matth. 13, 22)

Ärger und Ärgernisse sind Gift für die Seele, destruktiv und zerstören gute Verbindungen. Ärger laugt aus und macht den Menschen krank. Und wer starke Schuldgefühle hat, bei dem werden Hormone freigesetzt, die Krankheiten erzeugen. Sorgen, Ärger und Schuld gehören ans Kreuz. Gebt kein Ärgernis! Nehmt keinen Anstoß und gebt keinen Anstoß, außer Anstöße positiver Art! Paulus sagt: „Ich ermahne euch aber, ihr Brüder: Gebt acht auf die, welche Trennungen und Ärgernisse bewirken im Widerspruch zu der Lehre, die ihr gelernt habt, und meidet sie.“ (Röm. 16, 17; 14, 13)

Trennungen sind niemals gut, weder in einer Ehe noch in der Gemeinde. Hier geht es um die gesunde, biblische Lehre, die nicht allen Gläubigen schmeckt. Manche Leute ärgern sich so sehr über ein Wort des Predigers, dass sie die Gemeinde für immer verlassen und nicht  über die Konsequenz ihres Handelns nachdenken. Andere  laden schwere Schuld auf sich und erwarten dennoch den Segen Gottes. Hier treten die Worte Jesu ins Rampenlicht, der gesagt hat: „Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt,  der zerstreut!“ (Matth. 12, 30)  

Schuldgefühle drücken zu Boden. Gib deine Schuld ab an Jesus! Viele Menschen ärgern sich an Jesus. Das ist ganz schlimm. Jesaja spricht vom „Stein des Anstosses und Fels des Ärgernisses.“ (Jes. 8, 14) Christus war den Juden ein Ärgernis und  den Griechen eine Torheit.  Paulus sagt weiter: „Denen aber, die berufen sind, sowohl Juden als auch Griechen, verkündigen wir Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit.“ (1. Kor. 1, 24)

Das Evangelium ist Gottes Kraft zum Heil jedem Glaubenden.

Königskinder sind reich gemachte, prädestinierte und prevelegierte Menschen, die sich niemals von ihrem König trennen.

 

3. Heilung von Leib und Seele

 

Krankheiten jeder Art kann Jesus heilen, die Gebundenen kann er freimachen, die Gefangenen in die Freiheit führen. Der Schöpfer kennt Leib und Seele; er kann sie auch heilen. Zu dem Lahmen sagte Jesus: „Steh auf, nimm deine Liegematte und geh umher!“ (Joh. 5, 8)

Du kannst, wie jener, 38 Jahre an einer Krankheit leiden und immer neue Ausreden für deine Unbeweglichkeit finden und in deiner Unbeweglichkeit verharren, weil dir niemand hilft und andere dir immer zuvor kommen. Du kannst aber auch Mut fassen und im Namen Jesu aufstehen! Schau nicht auf die Krankheit und nicht auf die Probleme, sondern schau auf den, der die Probleme lösen kann! 

Gott bekennt sich zu denen, die im Glauben aufstehen und aufsehen auf Jesus! Er freut sich darüber, wenn Menschen sich erheben, Gott vertrauen und im Aufblick auf ihn aktiv werden. Gott ist gut. Wage etwas mit Gott und für Gott! Er liebt dich so sehr, dass er seinen Sohn für dich in den Tod gab. Und der gute und liebende Gott bittet und nötigt uns, das zu tun, was gut ist, und was heilsam und segensreich ist für uns und für andere. Er wendet alle Not und hilft uns aus dem Tod! Unser Misstrauen und unser Unglaube können Gottes Arm nicht bewegen, aber unser Vertrauen zu ihm kann es. Der Glaube kann Berge versetzen. Petrus sprach zu Jesus: „Meister, auf dein Wort will ich das Netz auswerfen!“ (Luk. 5, 5b) 

Der Erfolg war überwältigend! Auf das Wort Jesu ging Petrus auch auf dem Wasser. Lasst uns mutig sein und dem Allmächtigen mehr zutrauen! Auf sein Wort wollen wir etwas wagen und handeln.

 

4. Der Vorläufer und Herold des Königs 

 

Johannes der Täufer wurde im Alten Testament angekündigt (Jes. 40, 3- 5; Mal. 3, 1). Er erscheint als Vorläufer und Wegbereiter Jesu. Mit seiner Botschaft „Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen“ (Matth. 3, 2), hat Johannes das messianische Königreich erneut angekündigt, das die Propheten geweissagt hatten. Es ist das Königreich des Himmels, weil es die Regierung des Himmels auf der Erde darstellt (vgl. Matth. 6, 10). Daniel weist darauf hin (Dan. 2, 34- 35. 44; 7,